Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Knight Rider 2.0 - Digital Age

GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
"RC3" Reginald Cornelius III April Curtis Bonnie Barstow Knight Industries 2000 / KI2T Michael Knight Mike Knight / Mike Traceur
24.08.2017
26.04.2018
27
59.667
2
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
02.03.2018 2.191
 
Update 02.03.2018
Und wieder geht es, wie ich hoffe, spannend weiter.
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir Feedback gebt. Oder mal eine Empfehlung.
Mittlerweile haben in den letzten zwei Wochen um die 150 ihre Klicks zurück gelassen.

****
Kapitel 22
****
Mike schaute seinem Vater ungläubig hinterher.
Was hatte er vor?
War er nun vollends verrückt?
Sich der riesigen, waffenstrotzenden Kriegsmaschine entgegen zu stellen?
Und nicht nur er.

Auch seine Partnerin im anderen Auto stieg nun aus und stellte sich an seine Seite.
Er konnte nicht hören, was er zu dem schwebenden Helikopter sprach, doch umso deutlicher dessen Antwort.
Er bewunderte seinen Vater, wie er der Kriegsmaschine seine Stirn bot.

Aus dem Lautsprecher drang die einseitige Konversation.
Beim letzten Satz drehte sich Mike nach vorne. Schaute auf die Lautsprecher.

"Täusche ich mich, oder war das eine andere Stimme?"
Fragte er Kitt.

"Sie haben recht, Michael. Es muss Templar sein. Aufgrund der Stärke des Funksignales muss es von oberhalb der Klippen kommen. Ich kann leider nicht meine Sensoren darauf richten. Dazu würde ich die Verbindung zu einem Satelliten benötigen. Jedoch liegt die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sich Templar dort oben befindet."

Mike schaute darauf kurz nach oben, und wie es der Zufall wollte, hob sich die Sonne gerade soweit, dass er den Umriss eines kastenförmigen Objekts ausmachen konnte.

Auch sein Vater musste zu dem Schluss gekommen sein, denn er dirigierte seine Partnerin unmissverständlich auf sein Auto zu.

„Kitt wir müssen da schnellstmöglich hoch. Suche mir die entsprechende Route dafür heraus.“

Damit hatte Mike nicht die Streckenbeschreibung des Geländes gemeint, sondern vielmehr einen Weg durch die, vom Knight 2000 zurück gelassene, kraterübersäte Zugangsstraße zu Raven Rock.

Kurz darauf erschien auch schon, das von Kitt bekannte Head Up Display, auf dessen Straßenverlauf eine grüne Linie, im Zickzack Kurs, den Weg markierte.

„Kitt kannst du uns die beiden Apache vom Hals schaffen?“

Mike hatte immer wieder in den Rückspiegel geschaut, während sein Vater und Bonnie Barstow in den Firebird eingestiegen waren, und nun im Rückwärtsgang auf sie zu geschossen kamen.

Der große vier-rotorige Senkrechtstarter hob sich mit seiner Eskorte aus den beiden kleineren Militär Hubschrauber flink in die Lüfte, und schoss sogleich zwei Raketen auf das schlanke schwarze Fahrzeug vor sich ab.
Eine Staubwolke aus Dreck und Gestein stob auf, aus der jedoch die Karosserie des Knight 2000 im nächsten Moment mit seinem Heck herausschoss.

Mike war ebenfalls klar, dass Prometheus nur einen Warnschuss abgegeben hatte.
Dafür störten die beiden anderen Hubschrauber um so mehr, denn während sein Vater mit einer 180 Grad Drehung sein Fahrzeug in voller Rückwärtsfahrt gewendet hatte, tauchten die beiden kleinen Helikopter links und rechts des großen Kipppropellers kurz ab, um dann nach oben zu schießen, und auf ihn herab.

Im nächsten Moment hagelten Kugeln auf Kitt ein.

„Ich kann die beiden ohne weiteres mit meinen Missiles herunter holen, wenn sie das wünschen.“
Kam es seitens Kitt, schon bereit seinen Raketenwerfer auf sie zu richten.

„Die Piloten sind aber immer noch an Bord, wenn ich es richtig verstehe. Kannst du die Hubschrauber nicht anderweitig unschädlich machen?“
Fragte Mike geschäftig klingend zurück.
Die drei Hubschrauber und seinen Vater hinter ihnen beobachtend.

Kurz blieb es still. Dann erschien wieder eine 3D Darstellung von den Auswirkungen der verschiedenen an Bord von Kitts befindlichen Waffen.

„Ich könnte sie mit einem gezielten Schuss auf die Rotoren unschädlich machen. Dann könnten sie noch landen, uns aber nicht mehr folgen.“

„Dann tu das.“ Brüllte Mike über das Artilleriefeuer hinweg.

Wieder veränderte sich das Äußere von Kitt in Millisekunden, als die Nanopartikel den 2018er Mustang in den von Graiman entwickelten Attack Modus transformierten.
Zusätzlich zu der verstärkten Außenhaut, fuhren nun die beiden Waffentrommeln zu beiden Seiten der Motorhaube aus.

Nun gerieten ihre Angreifer ebenfalls in gegnerisches Feuer, und nach wenigen Momenten konnte Mike die Hubschrauber beobachten, wie sie von ihm ab ließen.

Einer trudelte einen Bogen fliegend mit einer schwarzen Wolke hinter sich her ziehend zur Seite.

Der andere versuchte noch erfolglos ihm zu folgen, und knallte gegen die Reste einer Schleuse, durch die Mike gerade fuhr.

In der ganzen Zeit war ihm der Firebird nicht von der Stoßstange gewichen.
Hatte jeden Schlenker im Einklang vollführt.

„Bewundernswert Mister Knight. Aber wenn sie nicht sofort ihre Gegenwehr aufgeben, werde ich das Ende der Brücke sprengen.“

Der übriggebliebene Hubschrauber raste über ihnen hinweg und setzte sich, seine Macht demonstrierend, genau über das angesprochene Ende der Brücke.

Mike wusste, selbst mit dem Turbo Boost hätten sie geringe Chancen an Prometheus vorbei zu kommen.
Und ohne den Kitt im Fahrzeug seines Vaters, war es für diesen dem Untergang geweiht.
So stieg er in die Bremsen.

Hinter ihm kam sein Vater nicht rechtzeitig zum Stehen und krachte in Kitts Heck.

Unter normalen Umständen hätte Mike von Kitt nun mit einem dummen Spruch gerechnet, doch es kam nur ein kurzer Unmutslaut aus den Lautsprechern.

„Was soll das Mike?“
Kam es dafür von hinten.

Er schaute nur in seinen Rückspiegel, wo er seinen Vater mit zornigen Gesichtsausdruck aus dem Seitenfenster lehnen sah.

„Wenn ich die Herren, und natürlich auch die Damen darum bitten darf, mir zu folgen.“

Der Hubschrauber vor ihnen kam langsam auf sie zu geflogen, um sich dann in der Luft um seine eigene Achse zu drehen.

„Das kannst du nicht ernst meinen.“
Kam es aus den Lautsprechern von Kitt.

Es war die Stimme von seinem Vater.

„Hast - du - ihn - durchgestellt?“ fuhr Mike Kitt mit zusammen gepressten Zähnen an.
Jedes Wort einzeln betonend.

„Ihr Vater hat vielleicht, mit dem was er sagt, recht. Was bringt es ihnen, sich Prometheus, und somit Templar zu ergeben? Das bringt sie nicht an ihr Ziel. Wir sollten Templar unschädlich machen.“

Mike traute seinen Ohren nicht.
Kitt widersprach ihm schon wieder.
Was war mit dieser künstlichen Intelligenz nicht in Ordnung?
Hatte Graiman einen Fehler in der Programmierung?
Er musste dringend ein Wörtchen mit Sarah sprechen.

Wenn sie diese Situation hier heil überstanden.

Der Heli vor ihnen drehte sich wieder zu ihnen um.
Wartete erst geduldig, ob sie ihnen jetzt folgen würden.
Mike legte den Gang ein, und trat aufs Gaspedal.
Doch es geschah zuerst mal nichts.
Dann machte Kitt einen Satz und preschte nach vorne.
Und das ohne sein Zutun.

„Kitt.“ Schrie er aus vollen Lungen.

„Bist du nun ganz übergeschnappt? Mach sofort langsamer.“ Er trat mehrmals vergeblich auf die Bremse.

„Ich habe mich mit ihrem Vater abgesprochen. Laut ihm, ist ihr Fahrzeug funktionstüchtig, und somit fähig den mitunter zu bewerkstelligen Sprung zu absolvieren.“

Wie bitte?
Sein Vater und Kitt machten gemeinsame Sache?
Sie hatten ihn einfach außer acht gelassen.
Nun behandelte ihn sein Vater, wie ein Kind, dass er nie für ihn gewesen war.

„Kitt mach sofort langsamer.“

Klang nun wieder Prometheus befehlende Stimme im  Fahrzeuginneren.

„Nein Prometheus. Ich bin nicht verpflichtet deinem Befehl nachzukommen. Ich kann selbst entscheiden, mit wem ich zusammen arbeite. Und meine Loyalität gehört den Menschen, die meine Familie sind.“

Mike schaute völlig verblüfft auf den Voice Orb in der Mitte des Armaturenbretts.

Wie war das? Er unterlag nicht der allmächtigen Oberintelligenz.
Die wo Macht über jede Art von Nullen und Einsen hatte?
Hatte Graiman eine allein agierende Intelligenz geschaffen?
Die ihren eigenen Willen hatte, wie ein Mensch, die aus Charakter und Lernerfolg heran wuchs.
Dann musste er froh sein, dass ihn Kitt noch nicht mittels Schleudersitz sich seiner entledigt hatte.

Der große Heli war im gleichen Moment, indem er Kitts Verweigerung entgegen geschleudert bekam, herumgefahren, und hatte eine seiner Raketen auf ihn abgefeuert.
Kitt machte ein Ausweichmanöver und die Rakete erwischte gerade noch den Straßenbelag unter seinem rechten Hinterrad.
Mit einer heftigen Explosion wurde Kitt halb nach oben und nach vorne geschleudert.
Im Gegenzug feuerte er eine seiner Raketen auf den Helikopter ab.

Auch Prometheus reagierte in Millisekunden.
Keiner der Beteiligten bemerkte, wie die Zeit verstrich und die Entfernung zum Ende der Brücke immer mehr schwand.
Sie waren nur noch 100 Meter entfernt, als Prometheus seine Drohung wahr machte.
Sich von dem jüngeren Ponton abwendet, gewann er an Höhe.

****
Michael schaute entsetzt auf die davon fliegenden Raketen die links und rechts in die Stützpfeiler der Brücke fuhren.

Nun fragte er sich, ob der Vorschlag vom Wagen seines Sohnes wirklich so gut war.
Bonnie hinter ihm, wie auch Graimans Tochter hatten die Köpfe geschüttelt. Darauf bestanden, erstmal Prometheus zu folgen, um dann eine andere Möglichkeit abzuwarten. Aber Michael wollte nicht warten. Er sah in Templar das eigentliche Problem, und wenn der jüngere Kitt ihm darin beipflichtete, nahm er dessen Angebot gerne an.
Sein Vorschlag war es gewesen, Prometheus abzulenken.
Aus irgendeinem Grund stand Kitt nicht unter dessen Kontrolle.
Michael war beeindruckt von der jüngeren Intelligenz. Sie war wie sein alter Partner eine eigene Persönlichkeit. Und viel schwerer einzunehmen.
Vielleicht gar nicht. Man musste sich seine Loyalität erarbeiten. Was bei seinem Sohn am deutlichsten zu beobachten war.
Schon im Stützpunkt hatte er seinem Fahrer einfach widersprochen. Seine eigenen Vorgehensweisen entschieden.
Er ging dabei viel radikaler vor, wie sein alter Kitt. Der ja seine drei Grundgesetzte hatte, denen er nicht zu widerhandeln hatte.
Doch diese drei Gesetze von Asimov unterlagen viele Roboter der heutigen Zeit nicht mehr.
So hatte Graiman beim Knight 3000 eine andere Grundprogrammierung, auf der dieser aufbauen und selbst Erlerntes umsetzen konnte.
Um so wichtiger waren für seinen Umgang dann die Leute, welche ihm Graiman zur Seite stellte.

Sein Sohn war ein ebensolcher Hitzkopf wie er. Da war es nicht schlecht, dass ihm die KI auch Kontra geben konnte.

Kitt hatte sie gefragt, ob die Karosserie des Knight 2000 imstande war, den möglichen Abgrund zu überspringen, sollte Prometheus wirklich die Brücke sprengen.

Er wollte diesen noch so lange wie möglich hinaus zögern, jedoch lag die Wahrscheinlich dass dieser seine Drohung war machte, bei 99.9%. Nur eben zu einem späteren Zeitpunkt.
Michael warf einen Blick zu Sarah.

„Ich kann den Turbo Boost manuell aktivieren. Aber..“

„Aktiviere ihn.“

Michael schaute nach vorne, wo sich der transformierte Mustang gerade in Bewegung setzte.

Sarah nahm den Laptop wieder auf ihren Schoß und startete das Programm.

„Wenn es ihnen recht ist, übernehme ich die Kontrolle Sarah.“ Konnten sie alle die Stimme des Mustangs aus den Lautsprechern des Firebirds hören.

Und dann geschah alles auf einmal.
Prometheus schoss eine Rakete auf den Mustang vor ihnen.
Sarah kreischte neben ihm auf, als sie ihr Schützling durch die Luft geschleudert sah.
Doch noch halb in der Luft, kaum wieder festen Boden unter den Rädern hatte, schwangen dessen Raketenwerfer herum und schossen gleich mehrere Geschosse auf das unbemannte Flugobjekt über ihnen.

Dieses wich viel zu geschickt aus, um getroffen zu werden.
Jedoch verschaffte es ihnen Zeit, um mehr Strecke zurückzulegen, und als Prometheus die Brücke wegsprengte, befanden sich alle im Reichweite des Brückenendes.

Vor ihnen hob gerade der Mustang von dem unter ihm zusammenbrechenden Boden ab, da hörte Michael schon das typische Zischen des Turbo Boosts.
Er hoffte nur, dass die Leistung ausreichte um ihn und die beiden Frauen sicher auf die andere Seite brachte.

Die Schnauze hob sich zuerst in den Himmel.
Prometheus schwebte neben ihnen her.
Er hätte sie nun so leicht aus der Luft holen können.
Einfach noch eine letzte zerstörerische Rakete auf sie abschießen können.

Wie in Zeitlupe schaute er auf den Helikopter, dessen Propeller langsam vor sich hin zu summen schienen.
Das Cockpit war wie erwartet leer.
Die Anzeigen blinkten wie von Zauberhand. Wurde das Flugobjekt auch komplett von Prometheus gesteuert.

Inwieweit gingen diesem noch, Überlegungen seines alten Kumpels durch die Schaltkreise?
Hatte er Skrupel ihm den letzten tödlichen Schlag zu verpassen?

Dann neigte sich die Schnauze auch schon nach unten und krachte mit einer seitlichen Neigung auf den steinigen Gebirgsboden.

Die Zeit schien wieder in ihr normales Tempo zurück zu kehren.

Michael drückte das Gaspedal wieder durch, von welchem er beim Abheben herunter gegangen war, und jagte dem Mustang hinter her.
Der schwang von der Straße herunter und nahm den holprigen Weg querfeldein.

„Kitt kannst du den All Terrain Modus aktivieren?“ fragte er einfach ins Fahrzeuginnere.

Es erklang keine direkte Antwort. Diese bestand aus einem leisen Piepen und dem Aufleuchten der entsprechende Taste.
Bonnie verstand sofort, während Sarah verblüfft aufschaute, als sich die Karosserie des Trans Am hob.
Dann holperte der Sportwagen in leicht veränderter Form hinter dem Mustang her, driftete um eine Felsnase, um dann direkt auf einen Wohnwagentrailer mit diversen Antennen und einer riesigen Satellitenschüssel auf dem Dach zuzurasen.

Die Kommandozentrale über Prometheus befand sich direkt vor ihnen.

Jedoch stieg nun der große Heli direkt hinter dem langen Wohnwagen auf, und feuerte aus allen Rohren auf sie.

Somit war wohl die Schonzeit für sie beide vorbei.

Der Mustang konnte nur mit Mühe einer der Missiles ausweichen, doch während dieser in seiner Art von Ski Mode auswich, kam die Rakete nun direkt auf Michael zu.
Er riss nun seinerseits das Lenkrad nach links.
Ein ohrenbetäubenden Knall erklang.
Das Fahrzeug wurde durchgeschüttelt und um seine Achse geschleudert, um dann halb auf dem Dach liegend an einem Felsen liegen zu bleiben.

Michael war bei dem Drunter und Drüber mehrmals mit seinem Kopf gegen die Seitenscheibe gekracht.

Warm und klebrig lief ihm etwas an der Schläfe hinunter.

Einen letzten Blick durch die zersplitterte Windschutzscheibe werfend, sah er den Heli direkt vor sich zur Landung setzen, bevor ihn Dunkelheit umgab.

****
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast