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Knight Rider 2.0 - Digital Age

GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
"RC3" Reginald Cornelius III April Curtis Bonnie Barstow Knight Industries 2000 / KI2T Michael Knight Mike Knight / Mike Traceur
24.08.2017
26.04.2018
27
59.667
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20.01.2018 2.968
 
Update 20.01.2018
Ich weiß es ist nun schon eine Weile her, aber ich bin immer noch dran.
Und nun kann ich euch mal wieder ein paar Seiten vorweisen, und hoffe das ich das alte und das neue KR gut rüber bringe.
David meinte, er möchte einen düsteren Film auf die Leinwand bringen.
Sowas in der Art vielleicht. Was meint ihr?
Nun aber was ich wieder zusammen gesponnen habe:

****
Kapitel 20

Zwischenzeitlich wieder auf dem Graimanschen Anwesen.

Nach der ersten Aufregung fielen Bonnie wieder ihre Kollegen ein.
Sie hatten sie im Obergeschoss zurück gelassen, als Sarah Bonnie die Garage und ihren überraschenden Inhalt gezeigt hatte.
Glühend heiß brannte sich der Gedanke nun in Bonnies Gehirn.
Sie wirbelte zu Sarah herum, und rief ihr zu:

„Oh je die anderen. Wir haben sie komplett vergessen. Wir müssen sofort nach ihnen schauen.“

Sarah hatte ihren Besuch bei dem ganzen Chaos wirklich vergessen und so stürmte sie nun die Treppe zu den Wohnräumen hinauf.
Kurz darauf stand sie vor einer verschlossenen Verbindungstür.

„Verdammt, Prometheus hat uns eingeschlossen. Bzw. Von den anderen ausgeschlossen. Aber das hält mich nicht lange zurück.“

Meinte sie mit einem grimmigen Blick auf die verschlossene Stahltüre.
Schnell hatte Sarah einen Schraubendreher aus dem Nichts hervorgezaubert, mit dem sie die Abdeckung der Türschaltung abnahm.
Darunter kamen zahlreiche Kabel zum Vorschein, von denen sie kurzentschlossen vier heraus riss, und zielstrebig vertauschte.

Ein Zischen zeigte ihnen an, dass die Türe ihre Gegenwehr aufgegeben hatte.
Sarah schob sie zur Seite und eilte die Gänge in den Wohnbereich, wo sie schon von vier erwartungsvoll schauenden Gesichtern begrüßt wurden.

„Was ist passiert? Auf einmal war das ganze Haus abgeschottet. Wir waren hier eingesperrt.“

Kam ihnen April entgegen. RC dicht auf ihren Fersen an ihrer Seite.
Sarah bemerkte erst jetzt, dass das gesamte Haus seine Schotten zu gemacht hatte.
Die Fensterläden waren ebenso zugeklappt und geschlossen.

„Das war Prometheus. Er hat uns mit Bonnies Prototypen überrascht. So wie es aussieht hat er uns mit unseren eigenen Mitteln belauscht und geschlagen. Er weiß auch was wir vorhaben.“

„Aber Michael und Mike…“
Wollte April beginnen.

„Das ist uns auch schon klargeworden." Bonnie trat ihrer Kollegin entgegen und fasste sie an der Schulter.

"Sarah hat mir die Karosserie von Kitt gezeigt. Sie ist noch einsatzfähig. Wir werden mit ihr den Beiden folgen, und hoffen, dass wir nicht zu spät kommen.“ Erzählte sie ihr fast schon aufgeregt.

April überlegte kurz. Sie konnten eine realistische Chance haben.  
Die beiden Männer hatten bisher ca. 3 Stunden Vorsprung. Was die Karosserie des Knight 2000 sehr wohl aufzuholen fähig war. Wenn sie noch voll einsatzfähig war.

****

Bonnie tauchte unter der langen Motorhaube auf, und ließ ihren letzten Blick auf die neuen Komponenten, in dem mehr als 30 Jahre alten Motor schweifen.

„So müsste es funktionieren.“

Sie richtete sich auf und griff nach der Motorhaube, um sie herunter zu drücken und sie dann durchs eigene Gewicht ins Schloss schnappen zu lassen.

Just in dem Moment tauchte April auf einem Rollbrett unterhalb der Fahrzeugmitte hervor.
Ein Ölfleck zierte ihre Nase. Und als sie sich mit der Hand über die Stirn fuhr, zog sie einen breiten schwarzen Streifen darüber.

Dass sie in ihrem hellen Designeroverall unter Auto gelegen hatte, störte sie nicht im Mindesten.

"Ich habe die Turbinen kalibriert. Kitt, - mhm der Wagen müsste jetzt für seine Fahrt soweit bereit sein."

Sich selbst ihre Hände an einem Lappen abwischend, ging sie zu April hinüber, um ihr eine Hand zu reichen.

Diese nahm sie dankend entgegen, und ließ sich von Bonnie auf die Beine helfen.
Einen Moment schauten sich die beiden so unterschiedlichen Frauen still an.

Die burschikose Bonnie und die rothaarige Schönheit ihr gegenüber.
Dann schaute Bonnie von April zum Auto, wo ihr Sarah fragend und gespannt entgegen blickte.

Sie konnte die Frage auf ihrem Gesicht deutlich stehen sehen.

"Nun mach schon. Zeig diesem Verrückten, was noch in unserem Baby steckt. Und holt uns unseren Kitt zurück."

Mit diesen Worten schob April, Bonnie zur offen stehenden Fahrertür, wo sie sie resolut in den beigen Sitz drückte.

Bonnies Gedanken schweiften kurz ab. Richteten sich nach innen, als sie den samtigen Stoff unter ihren Fingern spürte.

Wie oft hatte sie hier gesessen und an der Elektronik und Mechanik geschraubt?

Doch nie war sie selbst mit Kitt weiter als ein paar Meter gefahren.
Das hatte sie immer Michael überlassen.
Doch nun lag es an ihr und Sarah, die beiden Mikes zu retten.

Sie von Prometheus zu unterrichten, und dass Templar nun von ihnen wusste.
Sie mussten schnell handeln.

So warf sie einen letzten Blick auf Sarah, die sie schon erwartungsvoll vom Beifahrersitz aus anschaute und startete dann mit einem Knopfdruck den Motor.

Rumpelnd erwachte dieser zum Leben. Und nach einigen unrunden Sekunden, ertönte er wieder in dem Bonnie altbekannten V8 Brummen.

Mehr als ein Viertel Jahrzehnt und es war immer noch Verlass auf ihn.

Die Lämpchen vor ihr erwachten zum Leben.
So leuchteten kaskadenartig die Anzeige oberhalb des Lenkrades über Ignitors, Fuel On, MIN RPM und Power auf.

Bonnie strich vorsichtig über die beiden hörneratigen Griffe des Lenkrades.
Das sogenannte Gullwing war zu seiner damaligen Zeit sehr futuristisch gewesen.
Ähnelte es auch dem Steuerrad eines Flugzeuges viel zu sehr.

Michael hatte damals nach einem Blick auf das Cockpit gefragt, ob sein Auto auch fliegen könnte.

Den Ganghebel nun aus der Parkposition in den Rückwärtsgang legend, ging sie von der Bremse und dann aufs Gas.

April war schon vorrausschauend zur Seite gewichen, wo nun auch RC, Sally und Randy zum Abschied ihnen zunickten.

Der Wagen machte einen Satz, als sie das Gaspedal nur leicht berührte.

Zum Glück hatte sie damit gerechnet, und so manövrierte sie ihn aus dem demolierten Rolltor an ihrem Prototyp vorbei, den sie zuvor gemeinsam aus der Halle geschoben hatten.

Wie sie feststellen durften, war der Wagen ohne Elektronik nicht funktionsfähig.
Alles war vom Internet abhängig. Welches sie momentan nicht einzusetzen riskieren durften.

Bonnie hatte nie damit gerechnet, dass ihnen die Technik einmal zum Verhängnis werden könnte.

Dazu ihre eigene Kreation. Ihr alter Freund. Den sie mitgeholfen hatte zu entwickeln und zu programmieren.

So viel Herzblut steckte in den Schaltkreisen der Künstlichen Intelligenz, die sie nun ohne Skrupel angegriffen hatte.

Doch es war nicht mehr der Kitt den sie kannten.

Einen letzten reumütigen Blick zurück auf ihren neuesten Prototypen im Rückspiegel, den sie nun wiederholt stehen lassen mussten, drückte sie den Knopf oberhalb des Schaltknaufes um die Arretierung zu lösen, und den Vorwärtsgang einzulegen.
Sanft leuchtete das grüne D seitlich der Konsole auf.

"Nun komm schon Bonnie. Die Zeit läuft uns davon. Er steht hier schon gut."

Sarahs Worte holten Bonnie aus ihrer Grübelei, und sie ging von der Bremse herunter, worauf die schwarze, schlanke Karosserie des ehemaligen Knight Industries sanft die Allee des Graimanschen Anwesens hinunterrollte.

Doch schon wenige Minuten später ließ Bonnie dem mächtigen Motor unter der langen Haube vor ihr die Zügel freien Lauf.
Sie konnte die Macht und die Kraft nun selbst unter den leichten Druck ihres rechten Fußes reagieren fühlen.

Sanft glitt der schwarze Wagen über die einsame Bundesstraßen 280 und 380 zwischen Palo Alto und San Franzisco dahin.
Die Nacht ging gerade in den Morgen über und die Sonne versuchte durch die Nebelschleier zu brechen, welche über der Stadt vor ihnen lagen.

Bonnie bekam eine Gänsehaut, als sie auf die leeren Straßen und Gassen neben dem höher gelegenem Highway schaute.

Wie in einem Endzeitfilm, hatten sich alle in ihren Häusern verschanzt und nur Polizei und Militär waren immer wieder zu sehen, wie sie hinter vereinzelnd herum streunenden Banden nach setzten.

Als Bonnie die Golden Gate Bridge überquert hatte erklang Sirenengeheul hinter ihnen.

„Verdammt. Das sind die letzten die wir nun gebrauchen können.“

Als Bonnie einen Blick in ihren Seitenspiegel warf, konnte sie eine Polizeistreife hinter sich, von der Stadt auf den Highway hoch, fahren sehen.

Sie musste ihn dringend abhängen.
Nur noch eine halbe Meile und dann würde sich der Highway 80 vor ihnen öffnen, und Bonnie damit die Möglichkeit geben, die volle Kapazität des Knight 2000 auszuschöpfen.
So drückte sie aufs Gaspedal und konnte gerade noch den erstaunten Blick des Polizisten im Rückspiegel sehen, bevor sich ihr Abstand schnell vergrößerte.

Doch der schwarz-weiße Dodge setzte sofort zur Verfolgung an.

Bald kam ein zweiter Streifenwagen aus der entgegengesetzten Richtung zu seiner Unterstützung.

„Bonnie.“ Rief ihr Sarah alarmiert von der Seite zu.
Bonnie kniff ihre Lippen zusammen und fixierte ihr Ziel, dass am Ende des Horizonts in Sicht kam.
Die Auffahrt zum Highway 80.
Jedoch wollten sie die Streifenwagen nicht einfach gehen lassen.
Während sich der eine an ihre Rückseite heftete, kam der andere direkt auf sie zu.
Versuchte sie in eine Baustelle auf der rechten Seite zu drängen.
Doch Bonnie gab nicht nach.
Im letzten Moment riss sie das Lenkrad nach links und fuhr an dem entgegen kommenden Fahrzeug haarscharf vorbei.

Sein Kollege musste darauf selbst schnell reagieren, bremste und um kurvte das andere Fahrzeug, um ihr dann wieder nach zu setzen.
Um Rückspiegel konnte Bonnie das eine Fahrzeug an Geschwindigkeit aufholen sehen, während der andere seinen Bulliden wieder in die richtige Richtung wendete.

Leider war der Knight 2000 längst von den stark motorisierten Fahrzeugen der Polizei überholt.
Die heutigen Fahrzeuge waren genauso auf Schnelligkeit ausgelegt wie auch auf Effizienz.
Sie konnte sie nur mit der einen Geheimwaffe noch schlagen.
Immer mehr schloss der Wagen mit ihr auf und versuchte sie zu überholen.

„Bonnie tu doch was. Kannst du nicht noch mehr aus dem Motor holen?“
Bonnie warf kurz einen Blick auf ihre Beifahrerin, die sich verzweifelt an der spitz auslaufenden Wölbung des Armaturenbretts vor ihr fest hielt, und auf den Beamten keine zwei Meter neben ihnen schaute.

„Leider nein. Aber wenn wir es bis zum Highway schaffen, kann ich sie abhängen.“

Doch vorerst musste sie hilflos mit beobachten wie sie nun überholt wurde, und der Mann sein Fahrzeug vor ihr quer stellte.
Bonnies reagierte automatisch. Riss das Gullwing nach links. Der modifizierte Superwagen unter ihr reagierte prompt, und so tuschierte sie das Polizeifahrzeug neben ihr nur, anstatt frontal mit ihm zu kollidieren.
Der vermeintliche Firebird Trans Am schoss an dem Gesetzeshüter vorbei.
Der Zwillingsbruder der ersten Streife rauschte an seinem Kollegen vorbei, um seine Verfolgung ungebremst fortzusetzen.
Und auch der von ihr angerempelte, kam schlingernd wieder in Fahrt um Stück für Stück wieder auf zu holen.

Seite an Seite mit schrill kreischender Sirene und reflektierendem Blaulicht kamen sie ihnen wieder näher.

Sarah hatte sich an ihrem Sitz haltend nach hinten gedreht, um dessen Manöver beunruhigt ebenfalls zu verfolgen.

„Wir sollten nun schleunigst von hier fort. Ich dachte das Auto verfügt über so etwas wie Kitts Attack Modus?“

Sarahs Kopf ruckte zu Bonnie herum.
Sah sie fast flehend an.
Bonnie nickte nur und konzentrierte sich weiter auf die Straße vor sich.
Vor ihnen öffnete sich endlich der sechsspurige Highway.

****
Größerenteils leer, standen nur vereinzelnd verlassene Autos verstreut am Straßenrand, lag die breite Straße nun vor ihnen.
Nun konnte Bonnie zu ihrer Geheimwaffe greifen.

Sie fasste nach einer Stelle am Armaturenbrett, um dort eine bestimmte Funktion des Wagens zu aktivieren.
Selbst hatte sie noch nie drin gesessen, wenn er in Aktion war.

Sie hoffte, dass der Super Pursuit Mode noch immer nach dieser langen Zeit und dem Demontieren und wieder zusammensetzen noch funktionstüchtig war.

April hatte es ihr wohl versichert. Doch zum Testen hatten sie keine Zeit gehabt.
Der Zeitpunkt dafür war jetzt gekommen.
Und es lag so viel in diesem Erfolg. War es ihre einzige Chance rechtzeitig ans Ziel zu kommen.

Sie fühlte sich an den Moment zurückversetzt, als sie Michael den Modus das erste Mal vorgeführt hatte. In Chicago. Damals hatten sie auch keine Zeit zum Testen gehabt. Es war um das Leben ihres Vorgesetzten, Freund und Mentors gegangen. Devon Miles.

Doch um in Erinnerungen zu schwelgen hatte sie nun ebenfalls keine Zeit.
Sie betätigte die Entriegelung, um die Klappe mit den dahinterliegenden Knöpfen zur Seite fahren zu lassen.

Vier Felder kamen zum Vorschein.
Links die grünen für die Aktivierung des SPMs.
Welchen sie nun betätigte.
Bonnie hielt den Atem an.

Doch wie erwartet, leuchtete das grüne Feld mit der schmaleren Balkenanzeige darüber als Indikator auf. Es müsste also funktionstüchtig sein. Dafür hatte sie diese Anzeigen damals konzipiert gehabt.

Trotzdem horchte sie einen angespannten Moment, auf das typische Zischen der Hydraulik, welche die Spoiler am Fahrzeug ausfahren ließen.

Doch auch diese ließen sie nicht im Stich.
Rund ums Fahrzeug fuhren diese nun aus.
Gleichzeitig mit dem Heben der Hutze der Motorhaube, schob sich die Frontschürze nach vorne und teilte sich in den oberen Teil mit Scanner und den Klappscheinwerfern, während der untere Teil mit den Nebelscheinwerfern nach unten glitt.

Das Heck hob sich ebenfalls und die Reihe mit den 16 raketenartigen roten Rücklichtern ersetzten die normalerweise waagerechten Rückleuchten. Je zwei Reihen mit vier kreisrundem Abdeckungen übereinander, wurden links und rechts des üblicherweise dort befindlichem Kofferraumschlosses sichtbar, wo jetzt helle Lamellen erschienen.

Ebenfalls klappten zusätzliche Lufteinlässe hinter und vor den Vorderrädern aus.
Und wie kleine Flugzeugtragflächen erschienen je links und rechts hinter der Front noch zwei Vorrichtungen.

Im nächsten Moment wurden Bonnie und Sarah in ihre Sitze gepresst.

Das digitale Tachometer schnellte innerhalb eines Augenschlags über die 140mph Marke.
Die beiden Streifenwagen fielen immer weiter zurück. Das schrille Heulen der Sirenen immer leiser, bis diese nicht mehr zu hören und die Autos nicht mehr zu sehen waren.

Beeindruckt schauten Bonnie und Sarah auf die dahinfliegende Landschaft, und dass nur so unter ihnen verschwindende graue Band der Straße.

"Wow. Nicht schlecht für diese alte Technik."
Bonnie musste Grinsen. War sie auch zusammen mit RC3 die verantwortliche Schöpferin dieser Technik gewesen.

Doch ohne Kitt war es fast selbstmörderisch mit dieser Geschwindigkeit selbst über eine breite und gerade Straße wie den Highway zu fahren.

Sie benötigte ihre volle Konzentration, um das Geschoss auf der Strecke zu halten.
Die kleinste Lenkbewegung und das Fahrzeug drohte auszubrechen.

Nun konnte Bonnie mit Michael sehr gut mitfühlen, als nach Kitts erster Konfrontation mit Goliath die Turbine defekt und sie mittels des Staustrahltriebwerks mehr aus der Wüste katapultiert als gefahren waren.

Michael hatte ihr die Geschichte Jahre danach erzählt, und dass er nicht wusste welcher Schutzengel ihnen geholfen hatte, nur einigermaßen eine gerade Linie zu halten.

"Ich weiß aber nicht, ob wir so heil in Washington ankommen. Das Fahrzeug ist ohne Kitt zu unbeherrschbar. Ich habe den Super Pursuit Mode nicht für manuelle Bedienung entwickelt gehabt."

"Da kann ich vielleicht helfen."

Sarah fischte ein Kabel vom Rücksitz und verband dieses mit ihrem PC. Dann beugte sie sich über die Mittelkonsole und verschwand aus Bonnies Sichtfeld.

"Lass dich von mir nicht ablenken. Ich brauch nur ne Sekunde."

Kurz darauf tauchte sie wieder neben Bonnie auf und klappte den Deckel ihres Laptops auf.
Ihre Finger huschten über die Tasten des Computers und Bonnie zuckte überrascht zusammen, als der große Bildschirm an Kitts Armaturenbrett erwachte und Zahlenreihe an Zahlenreihe darüber huschte.

"Ich hab ein kleines Programm geschrieben, dass dir bei der Steuerung behilflich sein könnte."

Grinste sie Sarah von der Seite an.
Schon unmittelbar darauf wurde für Bonnie bemerkbar, wie sich das leichte Trudeln zu einem beherrschbaren Lenken wurde.

****
Die Wüstenlandschaft von Nevada flog nur so an ihnen vorbei.

Sie kamen ohne weitere Zwischenfälle an Sacramento, Reno und Salt Lake City vorbei.

Auf ihrer Strecke lagen die Städten Cheyenne, Hastings, Lincoln, Omaha, Davenport, Chicago, Toledo und Cleveland, um schlussendlich in Pittsburgh anzukommen.

In Wyoming änderte sich die Landschaft von der rot braunen Wüstenlandschaft zu Wiesen und weite Weiden, in der Ferne waren noch teils die schneebedeckten Berge zu sehen.

Jedoch lagen die Felder verlassen.
Kein Farmer brachte die Ernte ein, die jetzt in der Jahreszeit fällig gewesen wäre. Das Vieh irrte wild durch die Gegend.

Waren sich selbst überlassen.
Als sie die Grenze zu Nebraska überfuhren wurden es steppenartig.

Die Landschaft verschwamm in einem Meer aus grün, gelb und braun.
Nach einigen Stunden wurde ihre Welt eine Komposition aus grün in Grün.

Endlose Wiesen mit einzelnen Büschen unterbrochen von Höfen und Häusern.
Städte vermied Bonnie geflissentlich.

Es wurde Nachmittag und der Abend rückte langsam näher.
Während am Tag die Städte schon unsicher waren, waren die Nächte lebensgefährlich.

Die dort herrschenden Gangs herrschten über Drogen, Alkohol und Prostitution und verteidigten ihr Revier gegen rivalisierende Banden. Die Polizei war dagegen machtlos.
Und das Militär kümmerte sich nur um die Versorgung des notwendigsten.

Mit der Dämmerung leuchteten die seitlichen Blenden des SPMs rötlich-orange auf.
Als würde ein Feuer im Bauch des Fahrzeugs brennen.

Als die Nacht ihren schwarzen Mantel übers Land legte, sah man allein einen schwarzen Schatten mit einem brennenden Schweif durch die Ebene ziehen.

Über Iowa kamen sie ungehindert durch Illinois und Indiana mit seinen Wiesen, die in Wälder übergingen und zuletzt nach Pennsylvania, welches seine Hügel im sanften Licht der aufgehenden Sonne zeigte.

Die ersten Ausläufer von Raven Rock, wo sich Camp David befand.

Sie spekulierte, dass Michael mit Mike nach Washington zum Weißen Haus aufgebrochen war, doch nach genauerem überlegen war Bonnie zu dem Entschluss gekommen, dass sich der Präsident in seine Militärbasis zurückgezogen haben musste.
Und zu dem Entschluss mussten auch die beiden Männer gekommen sein.
Sie hoffte es zumindest.

War es für diesen auch sicherer und er konnte von hier alle Stricke ziehen.

So fuhr sie dann einige Stunden später vom Highway 80 ab, um sich in Breezewood auf die 76 nach Hagerstown und Smithsburg nach Sabittasville zu begeben.

Hier war dann der Verwaltungssitz von Raven Rock.
Sie hatten ihr Ziel erreicht.

Bonnie drückte den Knopf mit der Aufschrift EBS.
Worauf Klappen seitlich des Fahrzeugs und auf dem Dach aufklappten.

Diese brachten den Wagen leicht schlitternd in wenigen Sekunden zum Stehen.
Bonnie und Sarah sahen vor sich einen in Hektik und Chaos stehenden Militärstützpunkt.

Überall schwärmten Fahrzeuge aus. Männer rannten kreuz und quer.

Was war hier geschehen?

Und was noch wichtiger war.
Wo waren Michael und sein Sohn?

****
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