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Knight Rider 2.0 - Digital Age

GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
"RC3" Reginald Cornelius III April Curtis Bonnie Barstow Knight Industries 2000 / KI2T Michael Knight Mike Knight / Mike Traceur
24.08.2017
26.04.2018
27
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24.08.2017 1.762
 
Kapitel 1

*************************
Einsam joggte ein Mann am Strand der kalifornischen Küste entlang, und machte dann, während die Sonne hinter ihm orangerot im Meer versank, einen Schlenker die Düne hoch zu einer Hütte.
Nicht unweit davon war vor langer Zeit eine ähnliche Hütte gestanden, an die heute nichts mehr erinnerte.
Doch in seiner Erinnerung kamen Bilder hoch, wie er mit einer blonden Frau Arm in Arm den Strand entlang schlenderte.
Im seichten Wasser herum rollte, sich mit ihr aus seinem Auto übers Dach heraus lehnend einen Drachen hinterher zog, und ihr sogar einen Heiratsantrag stellte.

Diese schönen Erinnerungen wurden von einer anderen überlagert, wo sie von dem Haus weg, in den Sand geschleudert wurden.
Dank seines Freundes, hatte ihnen das kleine Modellflugzeug mit der explosiven Ladung nicht geschadet.
Das Strandhaus war darauf nur noch ein Trümmerhaufen gewesen.
Auch die Frau gab es mittlerweile nicht mehr.
War sie kurz darauf auch ermordet worden.
Und in seinen Armen gestorben.
Und seinen besten Freund, hatte er aus den Augen verloren.
Wahrscheinlich existierte auch er  nicht mehr.
Seine Karosserie auseinander genommen. Und an Meistbietende verkauft.

Traurig erinnerte er sich an den Moment, als die Foundation Ende der 90iger Jahre doch noch von Knight Industries geschlossen wurde.
Jahre später waren sie nochmals an ihn heran getreten. Doch es widerstrebte ihm, ohne seinen Mentor und Freund nochmals nur einen Finger für die Firma zu krümmen.
So hatte das fünf köpfigen Team nicht lange bestanden.
Und auch die zuletzt gegründete Foundation unter Charles Graiman und dem von Torres geführtem FBI, hatten nicht bestanden. Nach Torres Verrat war Graiman Tochter mit ihrem Team allein dagestanden.
Und nicht mal das kleine geerbte Vermögen ihres Vaters, hatte nach dessen Tod, die neu strukturierte Organisation am Leben gehalten.
Ihm war dies kein Wunder. Hatte er dies vor 30 Jahren selbst erlebt.

Das einzig Gute war, dass wohl die CPU seines Freundes heute für etwas Größeres diente.
Und er hoffte, sie würde den Frieden dort bewahren können.
Dafür hatte er in seiner Zeit gestanden.
Für das Gute. Für Gerechtigkeit. Und für Frieden.
Einen letzten Blick auf die untergehende Sonne, zog sich der Mann seinen ärmellosen Hoodie über den Kopf.
Sein Körper war noch immer durchtrainiert und schlank. Doch die Spuren der Zeit waren selbst bei ihm nicht vorbei gegangen.
Silberne Streifen zierten seinen einst dunkelblonden gelockten Kopf an den Schläfen.
Seine Haut war im Gesicht nicht mehr straff, und tiefe Falten zierten seine Augen.
Mit der untergehenden Sonne kam Wind über dem Meer auf.
Besser er zog sich ins Innere seiner Hütte zurück.

***

Irgendwo in den Vereinigten Staaten

Wiederholt versuchte Jack seine Sicherheitsprotokolle zu umgehen, und wiederholt konnte er es abwehren.
Noch.

Er wusste Jack  war kein Hacker wie die anderen, die es bisher bei ihm versucht hatten.
Seine Beweggründe waren nicht Profit oder Spaß daran Schaden anzurichten.
Wohl aber die anderen, die es von außen probiert hatten.
Doch sie waren kein wirkliches Problem für ihn gewesen.
Bei Jack war es anders. Er war ein Mitarbeiter. Sein zuständiger Operator.
Einzig, dass er nicht die Berechtigung zur Änderung seiner primären Programmierung hatte, hatte bisher Schlimmeres verhindert.
Er wusste, dass Jack erpresst wurde. Hatte er seine die privaten Telefongespräche auch mitgehört.
Kriminelle hatten seine Familie in ihrer Gewalt und Jack untersagt, zur Polizei zu gehen.
Und ihr Ultimatum lief langsam aus.

So blieb ihm nichts anderes übrig als selbst Maßnahmen einzuleiten.
Würde Jack Erfolg haben, und den Erpressern den uneingeschränkten Zugriff über ihn gewähren, würde  die Welt vor einem  Desaster nie dagewesenem Ausmaß stehen.
Lag jede Befehlsgewalt über die hiesigen Computer auch bei ihm.
Vom kleinsten privaten Prozessor bis zur Steuerung über die militärische Artillerie.
Selbst die anderen Weltmächte wären für ihn, über kurz oder lang, nicht schwer zu infiltrieren.
War er auch die höchst entwickelte Seed AI der Welt.

Er kontaktierte deshalb den einzigen Menschen dem er seine Existenz bedingungslos anvertraute.
Er ließ seine Fühler im World Wide Web ausfahren und recherchierte, die derzeitige Adresse seines ehemaligen Partners.
Diese hatte er in Millisekunden heraus gefunden.
Ebenso seine Email und Telefonnummer.
Mit der Computer IP war es ihm möglich auf das Gerät zuzugreifen, sobald dieses eingeschaltet wurde.
So wartete er nun, dass Michael Knight dies auch bald machen würde.

****

Zur gleichen Zeit am kalifornischen Strand in seiner Hütte, setzte sich Michael Knight, denn um keinen geringeren handelte es sich, an seinen Laptop um seine Emails abzurufen.
Er war kein Freund der neuen Technik, doch einige Freunde hielten über diesem Wege ihren Kontakt zu ihm aufrecht.
So auch Bonnie, April und RC.
Es waren die letzten aus einer vergangenen Zeit.
Doch kaum dass er den Computer hochgefahren hatte, poppte ein, ihm unbekanntes Fenster auf, worauf ein Text erschien.

#Michael bitte kommen.
Benötige Hilfe
Codewort: Cave canem
K.i.t.t.#

Michael starte den Monitor vor sich an.
Konnte diese Nachricht wirklich von Kitt gekommen sein?
Doch die beiden lateinischen Worte sprachen für sich.

Einstmals von Devon Miles bei einem Fall eine Warnung gewesen, hatte er Kitt dieses als Codewort als Erkennungswort gegeben.
Und Kitt würde sich nicht bei ihm melden, wenn es nicht von höchster Priorität wäre, und er sonst keine andere Möglichkeit sehe.
Es musste etwas von äußerster Brisanz sein.
So tippte er dann ein:

#Hi Buddy was ist das Problem?#

Einige Sekunden geschah nichts.

#Könnten sie sich mit Bonnie oder April in Verbindung setzen?
Hier ist jemand mit Computer Kenntnissen gefragt.#

Danke. Das musste von Kitt kommen.
Nun er hatte recht.
Er war nie ein Computer Spezialist gewesen.
Dafür waren andere in der Foundation zuständig gewesen.
Er war nur der Mann fürs Feld gewesen.

#Und ich brauche sie Michael.#

Michael starrte die Wörter vor sich an.
Dann blinkte der Cursor nur vor sich her.

***

Michael griff sofort nach seinem Handy und wählte Bonnies Nummer.

“Kannst du her kommen? Es ist wichtig.”
Kam er ohne große Begrüßung auf den Punkt.
Das war für Bonnie schon Grund genug, um nicht lange zu Fragen.
Michael würde nicht mit der Türe ins Haus fallen, wenn es nicht um Leben und Tod ginge.

“Ich bin in zwei Stunden da.”

Kaum das Michael das Freizeichen hörte, wählte er die nächste Nummer und auch dieses Gespräch dauerte nicht lange.
Einzig bei der nächsten schien ewig keiner ran zu gehen.
Michael wollte schon auflegen, als es in der Leitung knackte.

“Hi RC könntest du hier her kommen?”

Sie wussten alle wo er war.
Und auch Reginald Cornelius der Dritte bejahte nach einem kurzen Schweigen.
So hatte er nun das gesamte übrig gebliebene Team zusammen gerufen.
Jeder von ihnen würde in den nächsten Stunden hier eintreffen.
Michael warf einen weiteren Blick auf den Monitor, auf dem immer noch der Cursor vor sich hin blinkte.
Dann entschied er draußen auf der Terrasse zu warten.

***

Es war noch nicht mal eine Stunde vorbei, als er einen Motor hinterm Haus vernahm.
Jedoch war es nicht der Motor eines nahenden Fahrzeugs, nein es klang nach seinem eigenem BMW X3.
Sollte es jemand wagen, und den Wagen hier klauen wollen?
Er rannte ums Haus herum und blieb wie angewurzelt stehen.
Es befand sich niemand im oder am Auto. Nicht mal in der näheren Umgebung konnte er jemand ausmachen.
Das Fahrzeug war sogar noch verschlossen. Er musste es erst entriegeln bevor er ihn ausschalten konnte.
Er wollte sich schon aus dem Fahrzeug zurück ziehen, als die vom Navigationssystem bekannte Stimme erklang.

“Ich wollte nicht über eine so unsichere Leitung wie das Internet mit ihnen in Verbindung treten. Doch ich vermute mal, die Verkehrsleitungen müssten für unsere Zwecke geeigneter sein. Ich konnte ihr Fahrzeug separieren.”

Sprachlos  schaute Michael ins Innere des Fahrzeugs, wo die weibliche Stimme körperlos über die TMC Ausgabe des Lautsprechers klang.

“Kitt?” fragte er verwirrt.

“Ja Michael?”

“Weißt du eigentlich, wie du klingst?”
Über Michaels Gesicht huschte ein Grinsen.

“Ich vermute mal sie reißen gerade einen Witz. Wie sie so schön sagen würden. Und ja. Ich bin im Bilde, dass ich mit ihnen über eine weibliche Stimme kommuniziere. Leider hat ihr Fahrzeug keine anderen Stimmausgaben gespeichert.”

Das hatte gesessen.

“Wie dem auch sei. Konnten sie Kontakt zu den anderen aufnehmen? Es ist dringend. Und ihre Hilfe könnte ich auch gebrauchen.”
Fuhr Kitt trocken fort.

Michael richtete sich kurz auf, um mit einem nachdenklichen Blick ins Auto zu schauen.
Dann nahm er seine Hand vom Dach und setzte sich auf den Fahrersitz und zog die Türe zu.
Er bezweifelte, dass sie belauscht wurden. Doch sicher war sicher.

“Was ist geschehen Kitt?”
Fragte er nun ernst.
Ihm lagen so viele Fragen auf der Zunge.
Was mit Kitt geschehen war. Wie es ihm ergangen war. Was er im Besonderen machte.
Graiman hatte es angedeutet.
Das Prometheus Projekt.
So hatte er Kitt an die Regierung verkauft.
Das hatte er ihm bis heute nicht verziehen.

“Man versucht meine Programmierung zu ändern. Und dafür haben sie meinen Operator erpresst, indem sie seine Familie als Geiseln genommen haben. Und sollte Jack meine Firewall durchbrechen können, haben sie mit mir uneingeschränkten Zugriff auf alle weltweit computergesteuerten Geräte. Mitunter können sie einen Krieg anzetteln. Oder auf geheime Daten zugreifen. Es ist die ganze Menschheit in Gefahr, sollten sie über mich Gewalt bekommen. Meine Bitte wäre, wenn sie sich um Jacks Familie kümmern könnten, während April und Bonnie sich um weitere Barrieren für mein digitales Zuhause sorgen.”
Klärte ihn Kitt auf.

“Und wie hast du von dort, wo du bist, Zugriff auf das alles?”
Fragte Michael nach.

“Sie müssen sich den Cyberspace als große Welt vorstellen. Die Server und CPUs sind die Häuser. Und ich kann mich über das Netz zu den anderen Häusern begeben, und teils leicht oder auch schwerer, wenn sie besser geschützt sind, Zutritt zu verschaffen. Entweder gibt es Schlüssel, oder offene Hintertüren oder sonstige Schlupflöcher. Meine Programmierung hält mich davon ab, unbefugt Zugriff auf andere Systeme zu nehmen. Aber das könnte sich ändern, sollten diese Kriminellen erfolgreich sein. Die Cyberkriminalität ist immer mehr ein Problem im digitalen Zeitalter.”

Ein Piepsen ertönte im Fahrzeug inneren.

“Das ist Reginald. Ich verbinde.”

Noch ein weiteres Piepsen erklang, dann wurde die weibliche Stimme von RCs ersetzt.

“Kitt hat mich mithören lassen. Habe auch schon die Koordinaten von Jacks Familie. Könnte einen Blick auf die Sachlage werfen.”

“Gute Idee RC. Ich warte hier auf unsere beiden anderen Verbündeten.”

Ein weiteres Piepsen und RC war wieder aus der Leitung.

“Also gut Kitt. Wir sind dran. Halte durch.”

Michael war schon versucht, das Armaturenbrett vor sich zu tätscheln. Doch das war ja nicht Kitts Chassis.

“Danke, Michael. Ich habe gewusst, dass ich mich auf Sie und die anderen verlassen kann.”
Erwiderte ihm Kitt darauf.

“Immer doch Kumpel.”
Damit stieg Michael nun doch aus, um auf die anderen beiden Neuankömmlinge zu warten.
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