2. Akt, 1. Szene, Zeit zu gehen?

GeschichteHumor, Romanze / P16 Slash
Borussia Dortmund Die deutsche Nationalmannschaft
23.08.2017
29.08.2019
33
53059
22
Alle Kapitel
69 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Das Theater, genauer gesagt das Theater Dortmund, war ein Publikumsmagnet. Ausverkaufte Vorstellungen reihten sich aneinander und immer wieder war zu lesen, wie wenig dieses Spielhaus sich zwischen den hochkarätigen Nachbarn aus Köln oder Düsseldorf verstecken brauche. Jeder der also heute eine Premierenkarte für die Neuinszenierung von Der Prozess ergattert hatte sollte sich mehr als glücklich schätzen. Jeder in der Vorhalle des Theater war wohl auch mehr oder weniger zufrieden während er seinen Champagner schlürfte. Champagner, der obendrein noch umsonst war. Wenn einem also schon nichts an Kafka lag so sollte einem doch wenigstens der Alkohol ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Tja schade. Denn trotz alle dem stand Julian Weigl, seines Zeichens Mittelfeldchef bei Borussia Dortmund, motzig in einer Ecke und starrte sein Glas an. Wieso hatte seine Freundin auch ausgerechnet heute krank werden müssen? Für Migräne wär auch nächste Woche noch Zeit gewesen herrgottnochmal! Aber weil die blöde Migräne eben nicht gewartet hatte, stand er jetzt hier in der Ecke und hielt nach seiner Mutter Ausschau. Genau, seine Mutter. Das war seine Ersatzbegleitung. Es war alles ein Witz wirklich. Tja und eben jene Frau, die ihn großgezogen hatte, hatte ihn jetzt rücksichtslos sich selbst überlassen. Ihren einzigen Sohn! Naja okay, eigentlich stand sie nur wenige Meter weiter an der Bar und lachte mit irgendwelchen Frauen, die Julian nicht kannte. Also wenn es nach seiner Mutter ging schon. „ Sabine,die kennst du doch, Julian! Das ist doch die Cousine vom Schwager vom Andre, dem Kollegen deines Vaters“. Ja nee ist klar.
Um sich die verbleibenden 20 Minuten bis zur Vorstellung also zu vertreiben, beschloss er sich langsam umzublicken. Das war mittlerweile ein schmaler Grad zwischen „Bitte erkennt mich alle nicht“ und „Komm sprecht mich an, ich desozialisiere hier in der Ecke“.
Und tatsächlich blieben seine Augen nach einigen Sekunden an einem Gesicht hängen. Das war doch der Schiri vom letzten Wochenende!
Doch bevor er seinen Blick wieder abwenden konnte, schaute sein Gegenüber hoch und Julian sah, wie sich dessen Pupillen weiteten. Mist, das zum Thema unerkannt bleiben.
Irgendwie war Jule jetzt überfordert. Wie war denn die Etikette wenn man jemanden traf, den man eigentlich nicht kannte aber den man vor wenigen Tagen noch auf den Mond verflucht hatte?
Smalltalk oder doch ansprechen auf die vollkommen unnötige Gelbe für Schmelle?! Wenn überhaupt hatte der Meyer ihren Kapitän gefoult und nicht andersrum!
Okay am Besten nicht drüber nachdenken; er regte sich nur wieder auf und das Dortmunder Theater war nun wirklich nicht der Ort für theatralische Wutausbrüche…okay er merkte selbst, dass das unlogisch klang. Aber irgendwie brachten diese stahlblauen Augen ihn durcheinander.
So durcheinander, dass er nichtmal gemerkt hatte, dass sie plötzlich einen Meter entfernt waren.
„Wir kennen uns doch oder nicht?“
________________________________________
Hallo zusammen,
das hier geistert jetzt einfach schon ewig in meinem Kopf rum und musste endlich mal raus.
Ich hoffe, den ein oder anderen interessiert wie es hier weiter geht. Wenn ja lasst mir eure Meinung da, auch wenn es bisher nur son kurzer Einstieg ist.
Liebe Grüße,
Siobhan
Review schreiben