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(Lovely) Life

von Ririchiyo
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Freundschaft / P12 / Mix
Alexander "Alec" Lightwood Clarissa "Clary" Fray Isabelle "Izzy" Lightwood Magnus Bane Raphael Santiago Simon Lewis
23.08.2017
23.08.2017
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23.08.2017 1.966
 
AN: Ich dachte mal an ein etwas anderes Soulmate-AU. Weiß selbst nicht so genau, was ich davon halte, und eigentlich habe ich zuvor auch niemals auch nur annähernd etwas wie ein High-School-AU geschrieben (in deren „echter“ Welt, wollte das ganze nur leider nicht so recht funktionieren), weshalb ich darin vermutlich auch komplett versage, aber … na ja. Ich hoffe man versteht es, auch wenn ich nicht alles lang und breit einführe, und es eigentlich nur ein paar Szenen sind, und hoffe auch, dass es jemandem gefällt.
Und bei Kritik und Tipps gerne immer an mich :)




(Lovely) Life


Alec hasste sein Leben. Wirklich. Und sein Leben hasste ganz offensichtlich auch ihn.
Er starrte geschockt auf den Countdown, auf seiner Hand. Er war abgelaufen. Der verdammte Countdown stand bei Null. Er hatte selten etwas so sehr gehasst, wie diesen Moment. Er hatte den Timer von Anfang an gehasst, ja – diese Teile waren unglaublich selten, und ausgerechnet er hatte einen?! Ausgerechnet ihm wollte das Schicksal vorschreiben, wen er zu lieben hatte?!  –, aber jetzt gerade wünschte er sich wirklich mehr als alles andere, dass er diesen Timer irgendwie hätte stoppen oder zerstören können. Egal wie. Nur leider war das ja unmöglich.
Er sah wieder von dem Timer auf und hinüber zu dem rothaarigen Mädchen, welches ihn erstaunt ansah, während sie ebenfalls zwischendurch auf ihre Hand sah. Sein Leben hasste ihn. Er war schwul, verdammt! Gut, es hatte ihn Jahre gekostet, dahinter zu kommen und es dann auch noch zu akzeptieren, aber jetzt hatte er es getan, und sein Schicksal machte ihm einen Strich durch die Rechnung, indem es ihm eine verdammte Frau vorsetzte?! Wer genau hatte eigentlich den Plan für sein Leben geschrieben? Mit demjenigen würde er nämlich wirklich gerne einmal ein ernstes Wörtchen reden.
Einen letzten Blick auf den Timer und auf das Mädchen werfend – einen, der ihr hoffentlich klar machte, dass er nichts mit ihr zu tun haben wollte –, drehte er sich auf dem Absatz um, und ging zurück auf sein Zimmer. Hiermit wollte er sich nun wirklich nicht beschäftigen. Nicht jetzt, und am besten auch niemals zu einem anderen Zeitpunkt.



Clary starrte verwirrt auf ihre Hand und dann zu dem jungen Mann, der sie schon beinahe hasserfüllt anstarrte. Jetzt hatte sie es endlich geschafft, einmal Jace und dessen – zugegebener maßen wirklich heiße – Schwester zu besuchen, so wie sie es schon seit Wochen vorhatte, und dann passierte das? Nicht, dass sie den Bruder von Jace nicht hatte kennenlernen wollen, aber so? Und dass ausgerechnet der-
Sie schüttelte innerlich ungläubig den Kopf, äußerlich noch immer starr vor Schock. Simon. Sie musste unbedingt mit Simon sprechen. Jetzt gleich. Der wusste, wie es war, wenn man seinen Seelenverwandten traf, und der eher alles andere als gut auf einen zu sprechen war. Wie auch immer er es geschafft hatte, den miesepetrigen Raphael trotzdem rumzukriegen. Aber hey, er war Simon. Er schaffte irgendwie immer alles … nun gut, meistens.

„Alles okay?“, wollte Isabelle von ihr Wissen, und riss sie so aus ihren Gedanken. Schnell nickte sie.
„Ja, äh-“ Sie atmete einmal tief durch. Okay, sie würde das hinkriegen. Sie war hier, weil Jace ihr endlich mal zugesagt hatte, sie mit seiner Schwester – die sie bisher immer nur aus der Ferne gesehen hatte – bekannt zu machen, und das würde sie jetzt nicht einfach in den Sand setzen, nur weil mit deren Bruder etwas nicht stimmte. So leicht ließ sie sich nicht abwimmeln! „Alles bestens“, meinte sie und lächelte sogar. „Ich war nur kurz in Gedanken.“



„Nein, Lydia, du verstehst das nicht!“, rief Alec aus. Nach dem Vorfall mit einer von Jace‘ Freundinnen – Clary? – vorhin hatte er sie sofort angerufen, und war zu ihr gefahren, wo er nun aufgebracht im Raum auf und ab lief. Eigentlich hätte er ja auch mit seiner Schwester darüber gesprochen, aber Izzy schien gerade eher interessiert an Jace‘ Bekannter, als an seinen Problemen. Und jetzt war er hier, und versuchte seit gefühlten Ewigkeiten – vermutlich waren es nicht mehr als ein paar Stunden –, Jace‘ fester Freundin klar zu machen, dass es eben nicht einfach okay war! Wie konnte er ihr das nur erklären? Sie hatte das Problem ja nicht. Sie hatte keine verdammte Uhr, die ihm vorschrieb, mit wem er zusammen zu sein hatte!

„Du bist doch glücklich mit Jace, oder?“, begann er schließlich. „Und jetzt stell dir mal vor, dass plötzlich irgendwer auftaucht, der dir erklärt, dass du eigentlich mit Camille zusammen sein musst.“
Er wäre am liebsten geplatzt, als Lydia zu lachen begann. „Ist das dein ernst?“, wollte sie heiter wissen. „Du vergleichst Clary mit unserer absolut psychopathischen Schulkönigin?“ Sie lachte wieder. „Komm schon, Clary ist nicht so schlimm.“
Alec schnaubte nur und verzog das Gesicht. „Ich bin schwul, Lydia. Schwul! Und jetzt heißt es plötzlich, dass irgendein komisches Mädchen, das ich nicht kenne, mit dem ich nichts zu tun haben will, das nervt, und das ich nicht in meiner Nähe haben will, meine Seelenverwandte ist?“
Sie seufzte, und sah ihn für einen Moment lang an, als sei sie unglaublich genervt davon. „Reiß dich zusammen, Alec“, gab sie dann streng von sich. „Es ist ja nicht so, als würde man von dir verlangen, sie zu heiraten. Vielleicht sprichst du einfach mal mit ihr, und dann klärt sich das? Wäre doch möglich, oder? Oder hast du schon mal mit ihr darüber gesprochen?“ Alec blieb stumm. „Hast du überhaupt schon mal mit ihr gesprochen?“ Er schwieg weiterhin. „Oh mein Gott!“ Lydia warf die Arme in die Luft. „Nicht mal das? Und da wagst du es, hier so ein Theater zu veranstalten?! Komm schon, das kann nicht dein ernst sein! Du gehst jetzt sofort nach Hause zurück, und unterhältst dich mit ihr!“

Er hatte wohl einfach unverschämtes Glück – trotz allem –, denn Clary war zu dem Zeitpunkt seiner Rückkehr offenbar schon lange weg, und so entging er dem Gespräch.



„Simon!“, Clary klopfte wild an die Wohnungstür ihres besten Freundes. „Simon, jetzt komm schon!“ Sie klopfte immer fester.
Schließlich wurde die Tür aufgerissen, und sie blickte genau in das Gesicht von Raphael, Simons Mitbewohner und bessere – oder vermutlich eher schlechtere – Hälfte, der mal wieder so gar nicht begeistert schien, sie zu sehen. Sie ignorierte es, und schob sich an ihm vorbei in die Wohnung.
„Simon!“, rief sie erneut, und stolperte in die Küche, wo sie ihren besorgt aussehenden besten Freund gemeinsam mit Magnus Bane vorfand. „Mein Seelenverwandter hasst mich, was mache ich jetzt?“
Hinter sich hörte sie ein stöhnen, und als sie sich umdrehte, lehnte Raphael gerade den Kopf gegen den Türrahmen. Er schien schon jetzt keine Lust mehr zu haben, ihn zuzuhören. Aber das musste er ja auch gar nicht, sie wollte nur-
Zu ihrer Überraschung seufzte Simons Freund in diesem Moment, und stieß sich dann vom Türrahmen ab. „Ich mache mal Kaffee.“

Nur ein paar Minuten später saßen sie alle mit einer Tasse Kaffee im Wohnzimmer, und Clary erzählte von ihrer Begegnung mit Jace‘ und Izzys Bruder.
„Warte“, meinte plötzlich Magnus. „Alexander Lightwood ist dein Seelenverwandter?“
Clary runzelte die Stirn. „Du kennst ihn?“ Sie hatte gar nicht gewusst, dass Magnus auch nur ansatzweise mit irgendeinem der Lightwoods zu tun hatte. Doch er schüttelte den Kopf.
„Nur vom sehen her. Ich fand ihn eigentlich immer ziemlich süß.“ Sie sah genau, wie Raphael neben Magnus die Augen verdrehte. „Aber offenbar lässt sein Charakter etwas zu wünschen übrig?“



Alec atmete tief durch, und sah ein letztes Mal zu Lydia, die ernst zurück sah, und wieder einmal auf Clary zeigte, die gerade mit zwei Jungen aus ihrer Klassenstufe gemeinsam an ihrem Schließfach stand. Für einen Moment schloss er die Augen und ließ die Schultern hängen. Aber gut. Er hatte es Lydia versprochen – sie hatte ihn gezwungen –, und außerdem war er kein Feigling. Ein letztes Mal wappnete er sich für das Kommende, und ging dann direkt zu Clary hinüber. Lydia hatte ja recht. Sie hatte es verdient, dass er zumindest mit ihr sprach.

Als er näher trat, sah die kleine Gruppe sofort auf. Der eine Junge funkelte ihn wütend an, der andere verdrehte nur die Augen, und als der zweite den ersten am Arm packte, erkannte Alec auf dem Handrücken von beiden einen auf Null stehenden Timer. Er hatte gar nicht gewusst, dass es an ihrer Schule noch weitere Leute gab, denen das Schicksal offenbar ebenfalls jemanden vorherbestimmt hatte.
„Reiß dich zusammen, und lass die Beiden reden“, meinte der, der Alec insgesamt ein wenig vernünftiger vorkam.
„Aber-“, setzte der andere an, und Clary seufzte, bevor sie sich zu ihm umdrehte.
„Schon okay, Simon. Ich kriege das hin. Und wenn nicht, dann weiß ich ja, wo ich euch finde.“
Der Junge – Simon – sah noch immer so aus, als würde er gerne widersprechen, aber sein Freund zog ihn bereits davon, und würgte so jegliche Proteste ab.
Clary seufzte wieder und wandte sich dann an Alec. „Tut mir leid“, murmelte sie. „Was gibt es?“
Alec atmete wieder einmal tief durch. „Ich wollte mich entschuldigen“, meinte er dann, bevor er kurz durch den Gang zurück und zu Lydia sah, die lächelnd nickte. „Und- Also, ähm-“ Er hatte sich selten so unwohl gefühlt. Warum musste er das überhaupt tun?! „Ich bin nicht, also- Ich habe kein Interesse an irgendwas mit dir, denn-“ Er schloss kurz die Augen.
„Ich bin schwul“, meinte er dann in genau dem gleichen Moment, in dem offenbar auch Clary sich ein Herz fasste und sie ein „Ich stehe auf deine Schwester“ von sich gab.

Für einen langen Augenblick schwiegen sie einfach nur, dann begann Clary schallend zu lachen, und auch Alec konnte nicht verhindern, dass seine Mundwinkel leicht zuckten – etwas, dass normalerweise eher selten vorkam.
„Wir sind schon echt doof, oder?“, meinte Clary schließlich mit einem breiten Grinsen im Gesicht, und dann schien sie plötzlich die Erkenntnis zu treffen. „Warte, du bist schwul?“, meinte sie dann, und Alec dachte kurz darüber nach, bevor er sich schließlich doch überwand, zu nicken. Sofort grinste Clary noch breiter. „Wundervoll.“ Sie lachte. „Denn Magnus Bane-“ Sie drehte sich kurz um sich selbst, und sah sich im Schulflur um, bevor sie schließlich auf den jungen Mann zeigte, von dem Alec selbstverständlich wusste, wer es war. Jeder an dieser Schule kannte Magnus Bane. Er war nicht umsonst der beliebteste und bekannteste Junge der ganzen Schule. „-steht auf dich“, endete Clary.



Alexander starrte sie perplex an. „Was?!“, meinte er dann. „Aber- Ich- Er?! Warum? Ich bin nur-“ Er brach ab, und Clary konnte ein leises Kichern nicht unterdrücken, als sie sah, wie er sogar rot anlief. Damit hatte sie nicht gerechnet. Niemals. Und wenn sie ihn sich jetzt so ansah, dann war sein Charakter sogar eigentlich einwandfrei.
„Oh ja“, gab sie zurück, und grinste ihn breit an. „Er steht auf dich. Also?“ Er sah sie verwirrt an, und sie lachte wieder auf. „Oh komm schon! Ich stelle ihn dir natürlich vor.“ Sie stockte kurz. „Also, wenn du willst. Willst du?“ Das wäre super. Wenn er wollte, und das klappte, dann könnte Magnus nach diesem verdammten Fehlschlag mit Camille vielleicht endlich auch mal wieder etwas glücklicher werden. Und ihrem Seelenverwandten könnte das vielleicht auch ganz gut tun …
Sie sah genau, wie Alexander eine ganze Weile darüber nachdachte, und jubelte dann laut, als er schließlich nickte. „Okay“, meinte er dann ruhig. „Aber dann helfe ich dir auch mit Izzy.“ Clary jubelte noch lauter, und fiel ihm sogar um den Hals. Das wurde ja immer besser.



Als Clary sich schließlich von Alec löste, merkte er deutlich, wie sein Gesicht wärmer wurde, als er sich im Schulflur umdrehte und beinahe jeder sie beide verwirrt musterte. Als sein Blick schließlich auf Lydia fiel, grinste diese breit und zeigte ihm ein Daumen hoch.
Er seufzte. Na gut, vielleicht hatte sie recht. Vielleicht war Clary doch nicht so schlimm. Und vielleicht war derjenige, der sich sein Schicksal ausgedacht hatte doch kein so großer Idiot …



Und inzwischen gibt es auch eine Fortsetzung, falls jemand daran Interesse hat: „Do It Yourself
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