And Love Said No

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
HIM OC (Own Character)
22.08.2017
23.03.2020
13
72.355
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22.08.2017 3.210
 
Hallo und schön, dass ihr zu meiner HIM-Fanfiction gefunden habt. Die Idee dazu kam mir vor mehr als einem halben Jahr, da war von Auflösung der Band noch keine Rede;( Allerdings hat mich die Bekanntgabe ihrer Auflösung nur bestärkt an meiner FF weiter zu arbeiten und nun veröffentliche ich endlich das erste Kapitel. Ich werde versuchen meine Kapitel in regelmäßigen Abständen hochzuladen; im Moment ist es geplant jeden Montag ein Kapitel zu veröffentlichen, mal sehen wie lange ich das einhalten kann:)
Mehr gibt es erst einmal nicht zu sagen, außer: Viel Spaß mit dem Kapitel!
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Kapitel I: Right Here In My Arms

She is smiling like heaven is down on earth
Sun is shining so bright on her
And all her wishes have finally come true
And her heart is weeping.
This happiness is killing her.



San Francisco, Dezember 2006

Ich drückte auf "Buchung bestätigen", gab die nötigen Informationen ein und lehnte mich dann entspannt zurück, griff nach der Tasse Tee neben mir und nahm einen großen Schluck. Dann wandte ich meinen Blick dem großen Fenster zu, das sich zu meiner linken Seite befand. Auf den Straßen unter mir herrschte ziemliches Gewusel, ein schier unendlicher Strom aus Leuten, die sich von A nach B und wieder zurück bewegten; Autos, deren Rücklichter und Scheinwerfer ein buntes Farbgewimmel ergaben.
Ich saß hier oben, im fünften Stock, in meiner Wohnung und schaute auf das bunte Treiben hinab, ziemlich froh hier drinnen sitzen zu können und mich nicht draußen durch die Menschenmassen wühlen zu müssen, um von meinem Arbeitsplatz nach Hause zu kommen. Denn in meinem Fall lag alles beides an einem Ort, ich arbeitete von zu Hause aus und hatte mir heute einen halben Tag frei geschaufelt, um mal private Dinge zu erledigen.
Mit einem kurzen "Bling" kündigte sich eine neue E-Mail in meinem Postfach an, die mir bestätigte, dass meine Buchung erfolgreich abgeschlossen war. Zufrieden setzte ich gedanklich ein Häkchen hinter "Flug buchen", schloss dann das Programm und stand auf, um meine leere Teetasse wegzuschaffen. Dabei überlegte ich, welche wichtigen Schritte jetzt zu erledigen wären, damit mein kurzer Aufenthalt in Finnland auch reibungslos ablief. Zuerst sollte ich wohl meinen Eltern Bescheid sagen, dass ich über Silvester nun endgültig wieder in Helsinki auftauchen würde. Dann würde ich meinen besten Freund anrufen, um ihm Bescheid zu geben und zu fragen, ob er Lust hätte sich mit mir zu treffen.
Also ging ich zu dem kleinen Tischchen, auf dem das Telefon stand, griff danach und begann die finnische Vorwahl zu wählen, dann die restlichen Zahlen und wartete auf das Rufzeichen.
"Korhonen?", meldete sich eine nur zu bekannte Stimme.
"Hi Mom, it's me, Lahja", erwiderte ich auf englisch, ehe ich ganz automatisch ins Finnische wechselte.
"Lahja, mein Kind. Wie geht's dir? Du hast dich schon so lange nicht mehr gemeldet."
Ich schmunzelte und machte es mir auf der Couch bequem, den Telefonhörer weiterhin fest ans Ohr gepresst.
"Es tut mir Leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet hab, ich hatte ziemlich viel Stress hier, weißt du? Ich hab den Laden umgebaut, einige Aufträge, die dringend erledigt werden wollten, wir haben einiges in der Wohnung zu tun gehabt und so. Aber es geht mir gut, danke der Nachfrage", ich lächelte leicht, konnte mir Moms erleichtertes Gesicht vorstellen.
"Wie geht's Papa und Mummo*?", stellte ich die Gegenfrage, woraufhin ein undeutliches Brummen aus dem Hintergrund zu hören war. Mein Vater war also auch schon wach, vermutlich saßen die beiden gerade beim Frühstück in der Küche.
"Gut, allen beiden. Mummo ist im Moment bei Lotta, weißt du, ihre Freundin aus Espoo?" Ich brummte kurz zustimmend, zog imaginäre Fusseln von meinen Kuschelsocken. "Dein Vater ist auch hier, soll ich ihn dir mal geben?"
Bevor sie mich allerdings weiterreichen konnte, wollte ich ihr wenigstens den Grund nennen, warum ich sie anrief. In knappen Worten schilderte ich ihr, dass Dave dieses Jahr über die Feiertage und Neujahr arbeiten musste und ich deswegen ziemlich allein gewesen wäre zu dieser Zeit. Also hatte ich beschlossen stattdessen meiner Heimat mal wieder einen Besuch abzustatten.
Die Nachricht freute Mom natürlich, immerhin war ich seit fast anderthalb Jahren nicht mehr in Finnland gewesen; zu wenig Zeit, zu viele Verpflichtungen, denen ich hier nachgehen musste. Nun aber hatte ich mir ein paar Augenblicke für mich genommen, Gelegenheit endlich mal wieder meine Familie zu sehen.
„Und Dave kann wirklich nicht?“
"Nein, leider nicht. Er muss im Moment sehr viel arbeiten, viele Leute fallen in der Firma im Moment aus wegen Krankheit. Außerdem kriegen natürlich erst einmal die Leute mit Familien den Urlaub und die guten Arbeitszeiten", erklärte ich und fuhr mir mit der Hand übers Gesicht.
"Bei euch alles in Ordnung, Schätzchen?"
Eilig versicherte ich ihr, dass soweit alles rund lief bei uns und wechselte dann ziemlich schnell das Thema. Beziehungsprobleme wollte ich nicht unbedingt am Telefon bereden, erst Recht nicht, wenn es das erste Telefonat seit Wochen war.

Eine reichliche Stunde später dann war soweit alles geklärt, was wichtig war. Ich würde während der zwei Wochen bei meinen Eltern wohnen, sie würden mich auch in Vantaa am Flughafen abholen. Außerdem hatte Mom bereits fleißig verschiedene Termine geplant und mir Sachen genannt, die sie unbedingt mit mir machen musste. Schmunzelnd hatte ich ihr versichert, dass ich mir genügend Zeit für sie nehmen würden, dabei aber auch anklingen lassen, dass ich durchaus aus einfach mit meinen alten Freunden abhängen wollte.
Einer dieser alten Freunde war Linde, den ich auch unbedingt über meinen Kurzaufenthalt in Helsinki informieren wollte. Also ließ ich das Telefon gleich neben mir, machte mir noch einen Tee und wählte dann seine Nummer. Wartete, dass irgendjemand abnehmen würde, wartete und wartete. Dann allerdings schaltete sich nur die Mailbox ein, was mich kurz die Augen verdrehen ließ. Andererseits war  es vielleicht nur logisch, dass niemand ranging. Immerhin hatten wir es acht Uhr früh in Helsinki; also waren Manna und Linde noch nicht aufgestanden oder bereits wieder außer Haus.
"Hey Linde, hier ist Lahja. Ich wollt dir nur Bescheid sagen, dass ich demnächst mal wieder in Helsinki vorbeikomme. Wenn du also Lust und Zeit hast, was mit mir zu unternehmen, melde dich einfach, ja?", sprach ich auf die Mailbox, ehe ich das Telefon zurück in die Ladestation klemmte und mich dann noch einmal an den Rechner setzte, um die neusten Artikel bezüglich meines Ladens auf unsere Website zu stellen.

Als Dave nach Hause kam, lag ich bereits im Bett, hatte das Kissen auf einer Seite geknautscht und hielt nun diesen Zipfel umklammert. Meine Gedanken waren noch eine Weile um den Trip in meine Heimat gekreist, ehe ich in einen erholsamen Halbschlaf gedriftet war. Zumindest bis mich Daves Schritte und das Licht im Flur wieder geweckt hatten.
"Darling, you're still awake?", wollte er wissen, während er sich sein T-Shirt über den Kopf streifte.
"Hmm", machte ich und drehte meinen Kopf in seine Richtung. "War noch nicht richtig eingeschlafen."
Er entschuldigte sich, dass er mich aufgeweckt hatte; ich winkte das Ganze nur mit der Hand ab. "Macht nichts."
Dave verschwand kurz im Bad, ehe er sich auf seine Seite des Bettes legte und dann seinen Arm ausstreckte, damit ich mich an ihn kuscheln konnte. Zufrieden kam ich der Aufforderung nach, lächelte leicht, als Dave mir einen Kuss auf die Stirn gab; eine abendliche Routine, fast schon Tradition. Aber das störte mich nicht, ich mochte so unsere kleinen Rituale des Alltags, sie gaben mir ein Gefühl von Geborgenheit und Vertrautheit. Dave und ich waren jetzt seit gut drei Jahren zusammen, es hatte sich ein gewisser Alltag eingepegelt. Nicht, dass mich das störte, ich war wirklich zufrieden hier mit meinem Leben. Ich hatte einen wunderbaren Job, einen tollen Freund und genügend Freunde, die für mich da waren. Manchmal vermisste ich Finnland, die Mentalität der Leute, die Sprache, das Gefühl von Heimat. Aber wenn ich mit Dave zusammen war, dann waren solche Dinge nebensächlich.

Der nächste Morgen war ziemlich entspannt. Ich saß eingewickelt in eine Decke und zwei Pullover auf unserem Balkon, schaute in den Park, der sich zu meinen Füßen erstreckte. Auf meinem Schoß ruhte mein Laptop, neben mir standen eine Kanne Kaffee und eine Schüssel Cornflakes, mehr brauchte ich nicht als Frühstück.
Genüsslich sog ich die frische Luft ein, sie half mir einen klaren Kopf zu bekommen und mich gut zu konzentrieren. Allgemein arbeitete ich am liebsten so viel wie möglich an der frischen Luft. Auch wenn man in einer Stadt wie San Francisco über die Bezeichnung frische Luft diskutieren konnte.
Ich verschickte E-Mails, checkte die Bestelllisten aus und durchforstete das Internet nach geeigneten und fähigen Innenarchitekten, denen ich die Gestaltung meines neuen Ladens überlassen würde.
Als ich vor vier Jahren in die Staaten bekommen war, mit nichts als meinen Klamotten, ein paar Dokumenten und einer Menge Flausen im Kopf, da hatte ich die Idee gehabt, das skandinavische Lebensgefühl hierher zu bringen. Erstaunlicherweise hatte die Idee fast so funktioniert, wie ich sie mir in meinem Kopf erdacht hatte; sie warf sogar mehr Gewinn ab als erwartet. Ein netter Bonus, wie ich fand.
Während ich meine Cornflakes aß, koordinierte ich die Arbeitszeiten meiner Mitarbeiter und beschloss kurzer Hand über die Feiertage die Läden zu schließen und das Geschäft online weiter zu führen. Bedeutete letztendlich weniger Stress für alle, sodass ich mich entspannt in Finnland zurücklehnen konnte und einmal nichts tun musste.

Irgendwann begab ich mich dann wieder ins Wohnzimmer, sah, dass der Anrufbeantworter blinkte und lächelte, als ich erkannte, dass die neue Nachricht von Linde war. Schnell stellte ich Geschirr und Decke beiseite, griff nach dem Telefon und drückte die Tasten, um mir die Nachricht anzuhören.
"Lahja, moi. Das nenn ich eine gelungene Überraschung, man hat ja lange nichts von dir gehört. Ich würd' mich auf jeden Fall mit dir treffen, auch wenn ich zuerst wissen will, was dich eigentlich wieder hierher verschlägt. Ruf mich einfach an, okay?"
Kurz überlegte ich, wie spät es jetzt in Helsinki war und beschloss, Linde gleich mal zurück zurufen. Nachdem ich das Geschirr in die Küche geräumt und die Decke zusammengelegt hatte, griff ich also erneut nach dem Telefon und wählte Lindes Nummer. Dave schlief noch und das würde wohl auch noch eine Weile so bleiben, deswegen konnte ich ungestört mit dem blonden Finnen telefonieren.
Nachdem ich es mehrmals hatte klingeln lassen, meldete sich dann eine mir sehr bekannte männliche Stimme.
"Lindström?"
Ich verschränkte meine Beine im Schneidersitz und legte den Kopf entspannt in den Nacken, ehe ich mit einem deutlichen Grinsen in der Stimme erwiderte: "Hallo Linde. Lahja hier."
"Lahja, Mensch. Du bist aber schnell, wie geht's dir?", man hörte deutlich die Überraschung in seiner Stimme heraus, aber wenn mich nicht alles täuschte, freute er sich auch, von mir zu hören.
"Ziemlich gut, hatte jetzt ein bisschen Stress wegen der Firma und so, aber ansonsten läuft es hier wirklich gut. Deswegen hab ich mich auch nicht gemeldet, sorry", gab ich zur Antwort, ehe ich mich bei ihm erkundigte, wie es ihm und seiner Familie ging.
"Manna hat sich erkältet und Olivia damit angesteckt, aber das wird schon wieder. Wir sind im Moment ziemlich viel im Proberaum, weißt du? Wir nehmen ja ein neues Album auf, da haben wir uns sehr oft getroffen, auch mit den Produzenten und alles." Für mich war es das Normalste überhaupt, das Linde in einer Band spielte, die mittlerweile international ziemlich bekannt war und seit ihrem letzten Album auch hier in den Staaten groß rausgekommen waren. Ich hatte ihn nur als Musiker kennen gelernt und für mich war das ein Job, wie jeder andere auch. Manche waren Bäcker, andere Architekten und Linde war eben Gitarrist in einer Rockband.
"Klingt spannend."
"Ich weiß", schmunzelte er am anderen Ende, ehe er ernst wurde und sich erkundigte, was mich nach Finnland verschlug.
"Ich hab noch Urlaub frei, deswegen dachte ich, ich komm mal vorbei. Dave muss über die Feiertage arbeiten, ich wäre also ziemlich alleine gewesen. Da hab ich mich entschieden, mal wieder nach Hause zu kommen."
"Bei euch alles klar? Du warst schließlich schon seit fast zwei Jahren nicht mehr hier?"
Schnell versicherte ich ihm, dass alles in Ordnung war, gab aber auch zu, dass ich einfach mal wieder meine Familie und Freunde sehen wollte.
"Ich hatte ehrlich gehofft, du würdest dich mehr freuen, Linde", motzte ich gespielt und lachte dann ehrlich auf.
"Oh Mann, klar tu ich das. Wann sagtest du kommst du her? Feiertage?"
"Jep, vom 26. bis eine Woche nach Neujahr", bestätigte ich, wieder einmal froh darüber, mein eigener Chef zu sein. Da konnte ich es mir wenigstens leisten, mal was nur für mich zu tun.
Linde erklärte mir, dass er da zwar ziemlich viel zu tun hatte, schließlich würde zu Silvester das Helldone stattfinden, was eine Menge Vorarbeit und Proben bedeutete, versprach aber im nächsten Atemzug sich Zeit für mich freizuschaufeln.
"Wie lieb", grinste ich, als ich hörte, wie im Nebenzimmer die Tür geöffnet wurde und kurz darauf Dave über den Gang stolperte.
"Hey, ich bitte dich. Da kommst du mal her, da muss ich schon Zeit für dich haben. Manna will dich außerdem auch sehen und was mit dir unternehmen. Und die Jungs musst du auch endlich mal kennenlernen."
Richtig, er versuchte nun schon seit den fünf oder sechs Jahren, in denen wir uns kannten, mir seine Band vorzustellen, aber irgendwie klappte es nie wirklich.
"Ist in Ordnung, ich hab ja genug Zeit. Wenn Mom mich nicht gerade irgendwo hinschleppt", lächelte ich.
Linde lachte. Wir redeten noch eine Weile über dies und das; er schlug vor mir eine Karte für das Helldone zu besorgen, damit hätte ich zu Silvester immerhin etwas vor und würde gleichzeitig seine Band treffen.
"Geht klar, sag mir einfach noch mal wegen allem Bescheid, wenn du was Neues weißt", verabschiedete ich mich, versprach meinerseits, mich zu melden und legte dann auf.
Dave streckte seinen Kopf zur Tür rein, schenkte mir einen liebevollen Blick und kam dann zu mir.
"Morning, Darling", lächelte er, ließ sich neben mir auf dem Sofa nieder.
"Hey", seufzte ich und genoss die Nähe zu ihm. In letzter Zeit hatten wir nicht sehr viel Zeit miteinander verbringen können, eben weil er viel im Betrieb war und arbeitete, oder weil auch ich mit meinem Umzug und dem ganzen Firmenkram beschäftigt war. Ich hoffte, der Zustand würde nach Neujahr wieder aufhören, schließlich wollte ich ja auch mal wieder etwas von meinem Freund haben.
"Dave?", begann ich, wollte ihm meine Pläne für Ende Dezember unterbreiten.
"Ja?" Er schaute mich interessiert an, wartete, was ich zu sagen hatte.
"Ich hab mich jetzt entschieden, was ich über die Feiertage mache", fing ich an zu erzählen, „Ich weiß ja, dass du viel arbeiten musst und wir uns deswegen kaum sehen werden. Außerdem wollte ich endlich mal wieder meine Familie sehen, hab sie ja immerhin schon seit einer Weile nicht mehr getroffen„
"Lass mich raten, du fliegst wirklich zurück nach Finnland?", unterbrach mich der Blonde, erhielt nur ein Nicken von mir.
Dave war immer für mich da, es war ihm wichtig, dass es mir gut ging. Aber er konnte dennoch nicht ganz verstehen, was dieses Gefühl war, dass ich manchmal hatte. Heimweh. Heimweh nach meinen finnischen Freunden, meiner finnischen Familie, nach Helsinki, dem Wetter, der Ostsee, der Mentalität und Sprache. Vor allem jetzt im Winter, wo Weihnachten als Fest der Liebe immer näher rückte, verfiel ich oft in Gedanken, die sich um Finnland drehten.
Dave war in San Francisco geboren, er war hier aufgewachsen, lebte sein ganzes Leben schon hier. Seine Freunde und Familie waren hier, er kannte dieses Gefühl nicht. Ich war ihm nicht Böse deswegen, natürlich nicht. Aber ein bisschen schade war es schon, allein mit seinen Gedanken zu sein. Deswegen verstand er auch nicht komplett, was es für mich bedeutete, wieder zurück nach Helsinki zu fliegen, auch wenn es nur ein Kurzaufenthalt war.
"Ja, ich fliege über Neujahr nach Helsinki. Ich habe bereits gebucht, bei meinen Eltern angerufen und ihnen Bescheid gesagt."
"Du hast was? Darling, ich dachte wenigstens, wir reden darüber?!" Okay, er schien ehrlich aufgebracht, was mir schon fast Leid tat.
"Sorry, Dave. Wirklich. Aber ich dachte, wir hätten das neulich schon geklärt, da hattest du ja auch nichts dagegen, dass ich verreise."
Seufzend fuhr sich der Blonde durchs Haar, ehe er mir entgegnete: "Ja, aber da dachte ich ja auch, dass du nur zu Missy oder Anne und Chris runter fährst und nicht nach Europa abhaust."
"Ich haue nicht ab, Dave. Ich mache nur Urlaub und besuche meine Familie, ist das so schlimm?" Ich wollte keine Auseinandersetzungen am frühen Samstagmorgen, viel lieber würde ich jetzt gemütlich eine Tasse Kaffee trinken und über schöne Dinge reden.
"Du hast nichts davon erzählt, dass du wieder zurück willst. Und jetzt sagst du mir, dass du schon gebucht hast und dich bei deinen Eltern angemeldet. Warum hast du mich nicht mal gefragt, was ich dazu sage, hm? Natürlich muss ich arbeiten, sehr oft und viel sogar. Aber ich bin doch trotzdem abends da, da könnten wir was zusammen machen."
Ich zog meine Beine eng an meinen Körper, igelte mich ein, wie ich es immer bei Situationen tat, die mir sehr unangenehm waren.
"Du kannst doch was mit deinen Kumpels machen. Oder mit deiner Familie. Warum lädst du nicht Sam und ihren Mann ein, herzukommen? Ihr habt euch doch schon seit einiger Zeit nicht mehr gesehen."
Dave schnaubte verächtlich auf, ehe er mir erklärte, dass seine Familie verreisen würde, genau wie seine Schwester. Und seine Kumpels hätten alle Familie, mit denen sie Silvester verbringen würden.
"Das ist egoistisch von dir, einfach so abzuhauen und das hinter meinem Rücken zu planen."
Langsam wurde ich sauer, zumal ich ihm jetzt schon zweimal verdeutlicht hatte, dass ich gar nichts hinter seinem Rücken getan hatte. Ich hatte einen Flug nach Finnland gebucht, aber auch erst, nachdem wir bereits vor zwei Wochen geklärt hatten, dass es okay sei, wenn ich verreise. Warum also jetzt dieser lächerliche Streit?
Bevor das Ganze aber weiter ausarten konnte, stand ich auf und begab mich in die Küche, meinen Laptop mit mir nehmend. Ich suchte mir über Youtube verschiedene Musik zusammen, ehe ich mich ein bisschen über das Helldone informierte, meine Buchungsunterlagen ausdruckte und dann beschloss, unsere Küche auf Vordermann zu bringen.

Egal, was Dave nun davon hielt oder nicht, ich würde auf jeden Fall nach Helsinki fliegen, verbieten konnte er es mir nicht. Wir hatten wirklich eine harmonische, perfekte Beziehung, wir verstanden uns und alles lief soweit gut. Deswegen war ich mir auch sicher, dass Dave sich wieder einkriegen würde. Er würde verstehen, was es für mich bedeutete, meine Mom und meinen Papa, Mummo, Manna, Linde und all die anderen wieder zusehen.
Denn am Ende verstanden wir uns immer, selbst nach einigen Meinungsauseinandersetzungen. Probleme und Stresssituationen wurden behoben, sodass wirklich alles nahe zu perfekt lief.

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*Mummo= Oma
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