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Unter Diamanten

Kurzbeschreibung
OneshotLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Draco Malfoy Neville Longbottom
21.08.2017
21.08.2017
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2.094
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21.08.2017 2.094
 
Heyho :>
Harry Potter Schreiberneuling hier :3
Ich hatte mich an dem Wichtelprojekt von Sisi12 versucht und hoffe, dass es mir so einigermaßen gelungen ist. Anregungen, Kritiken und alles was in die Richtung geht ist gerne gesehen ^.^
Ihr dürft ruhig ehrlich sein.
Ich beiße nicht, keine Angst!

Ich hoffe, ihr habt ein wenig Spaß beim lesen :>
Liebe Grüße,
kleines Sharingan



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>>Jede Begierde, die wir ersticken, brütet in unserer Seele und vergiftet uns.<<

Wütend über die Tatsache, dass er jetzt in dieser Lage war, schruppte Draco Malfoy mit einer abgenutzten Bürste den Boden. Er, Draco Malfoy!
Er krempelte zum wiederholten Male seine Ärmel hoch, die ihm nach zwei Mal schruppen zwar wieder über den Händen hängen würden, aber sie störten einfach. Es störte ihn aber auch, dass alle anderen nun ihren Nachmittag genießen konnten und er hier die abgelegensten Gänge schruppen musste. Mit einer verfluchten Bürste!
Das wischende Geräusch der nassen Borsten hallte im Gang wieder und nervte Draco nur noch mehr. Eigentlich war diese Strafe für ihn mehr als nur gerechtfertigt, immerhin hatte er es wirklich übertrieben. Aber das würde sich Draco genauso wenig eingestehen wie den Grund für sein Handeln. Wieder krempelte er sich seine Ärmel hoch, die heruntergerutscht waren und schruppte fleißig weiter – schließlich wollte er endlich mal hier fertig werden und irgendwas anderes machen als den dummen Boden zu schruppen.

Langsam aber sicher füllte sich der Speisesaal mit allen Schülern, die versuchten sich auf ihre angestammten Plätze zu setzen. Auch Draco betrat gerade den Essensaal und sah etwas, eher jemanden, den er seit ein paar Tagen gar nicht mehr sehen wollte.

Neville Longbottom.

Seine leicht fettigen Haare schmiegten sich an sein Gesicht. Dieses Gesicht, welches so unerträglich für Draco war. Neville unterhielt sich gerade mit Harry, Ron und Hermine und schenkte Malfoy keinerlei Beachtung. Wieso sollte er auch? Er wurde nie von ihm gut behandelt, also wieso sollte man jemanden Aufmerksamkeit schenken, den man nicht mochte? Von dem man das Gefühl hatte, das er einen nicht leiden konnte?
Malfoy blickte umher um sich einen Überblick über die anwesenden Personen zu machen, aber immer wieder blieb sein Blick bei dem leicht dicklichen Gryffindor hängen. Über was er sich wohl gerade mit den anderen unterhielt?
Crabbe und Goyle unterhielten sich über irgendetwas, doch Draco hörte nur mit halben Ohr zu. Dieser ging zielstrebig auf Longbottom zu, welcher sich gerade – ganz ausversehen – mit seinem Ellenbogen in sein Essen stützte.
Die perfekte Vorlage für Malfoy.
„Na Longbottom, jetzt auch schon zu dumm zum Essen?“ Angesprochener zuckte zusammen und blickte ziemlich geschockt zu Malfoy, welcher hinter ihm stand.
„Das… war nur ein Versehen…“, stotterte der Gryffindor und zog den Ärmel seines Umhangs wieder aus dem Essen.
„Ach, ist das so?“ Malfoy konnte sich ein hämisches Grinsen nicht verkneifen. Endlich hatte er Nevilles Aufmerksamkeit. Dracos graue Augen blitzen auf. Dass war das, was er die ganze Zeit wollte.
„Ich zeig‘ dir mal, wo das Essen hin muss.“ Mit diesen Worten nahm sich Malfoy den Teller von Neville und schüttete dessen Inhalt kurzerhand über den Gryffindor.
„Malfoy du spinnst doch!“ Harry und seine Freunde schauten Draco böse an, welcher darauf den Teller geräuschvoll auf den Tisch fallen ließ.
„Ich wollte doch nur helfen.“ Kurz musterte Malfoy noch sein Werk, bevor er sich mit einem fetten Grinsen im Gesicht zurück zu Crabbe und Goyle begab.
Wieso er diesmal so ‚aggressiv‘ reagiert hat, wusste er selbst nicht, aber irgendwie gab ihm diese Aktion nicht die erhoffte Genugtuung, die er sich erwünscht hatte.
Sein Grinsen war längst verflogen, als er sich auf seinen Platz setzte und Neville dabei beobachtete, wie er sich die Fleischbröckchen aus den Haaren pullte.


Und dann kam die Strafe. Die Strafe dafür, dass er Neville mit seinem Essen begossen wurde.  
Draco merkte gar nicht, wie er ein und dieselbe Bodenfliese immer wieder schrubbte, bis er plötzlich Schritte vernahm und aufblickte.
Seit wann dämmerte es denn schon? Die Schritte näherten sich, bis sie eine andere Richtung einschlugen. Neugierig spähte der Slytherin um die Ecke und warf nebenbei die Bürste neben den Eimer kalten, dreckigen Wasser. Durch das Geräusch, welches dadurch entstand, schaute sich die Person, welcher die Schritte zuzuordnen waren, ertappt um, entdeckte Malfoy aber nicht, da dieser sich nun hinter der Ecke versteckte.
Erst als die Schritte wieder ertönten, schaute Malfoy hinter der Ecke wieder hervor.
„Was hast du denn vor?“, murmelte er zu sich selbst und folgte nun der Person mit etwas Abstand auf leisen Sohlen.

Malfoys Verfolgung endete auf dem Quidditschfeld. Denn dort blieb die verfolgte Person einfach stehen.
„Neville, was hast du bitte vor?“, fragte sich der Slytherin erneut und blieb verdeckt im Dunkeln. Nicht, dass es so noch sonderlich hell gewesen wäre, aber man musste sich nicht auch noch so hinstellen, dass die letzten Sonnenstrahlen, die gerade am Horizont verschwanden, erleuchteten.
Neville blickte sich noch einige Male um, als hätte er das Gefühl, beobachtet zu werden. Oder er wollte nicht gesehen werden, bei dem was gleich machen würde. Malfoy beobachtete jede einzelne Bewegung des Gryffindors genau.

Neville schloss noch einmal die Augen, dachte noch einmal darüber nach, ob er es wirklich probieren sollte oder nicht und öffnete dann seine Augen wieder.
Ja, er würde seinen Entschluss durchziehen. Er wollte es und vielleicht brachte ihm das auch was. Und wenn nicht, hätte er immer noch etwas gelernt! Und das war schließlich auch nicht schlecht, oder?
Er zog unter seinem Mantel einen Besen hervor und schwang sich auf diesem.
Das tiefe Durchatmen hörte sogar Malfoy in seinem Versteck.
„Das bekommst du hin.“, versuchte sich Neville selbst zu motivieren. Erneut atmete er tief durch, als ihm die Bilder von seinem letzten Besenritt in den Kopf kam. Wie er immer höher empor stieg und plötzlich abstürzte und sich den Arm brach. Das hatte ganz schön weh getan…
Aber er hoffte schließlich, dass es die Sache einen Versuch wert ist und umgreift das Holz fester.
Langsam steigt er gen abendlichen Himmel.
Malfoys Augen liegen wachsam auf dem Gryffindor. Es sah so unelegant und unsicher aus, sodass der Slytherin tief im Inneren den Drang verspürte, sich ebenfalls auf einen Besen zu schwingen und diesem Trottel zu zeigen, wie man richtig mit einem Besen umging.

Neville stieg allmählich nicht mehr höher und schaute etwas scheu nach unten, was sich als großer Fehler herausstellte. Wie war er denn bitte so lang nach oben gestiegen?!
Der Gryffindor kniff verzweifelt die Augen zusammen und wünschte sich, dass er nun wieder auf den Boden wäre.
Verwundert betrachtete Draco das sich bietende Ereignis. Erst sah es für ihn so aus, als würde Neville sich freuen, dass das mit dem nach oben steigen so ohne Probleme funktionierte und was war dann? Warum war er nur nach oben und nicht in irgendeine Richtung geflogen? Er hatte doch so viele Möglichkeiten.

Langsam öffnete der Gryffindor wieder seine Augen, was er als ziemlichen Fehler ansah, denn nun sah er wieder den Erdboden und fing schon wieder an, samt Besen vom Himmel zu stürzen. Nur diesmal war er viel höher als im Unterricht, wo er sich glücklicherweise nur den Arm gebrochen hatte.
Aber was sollte jetzt werden, wo er doch von so weit oben herabstürzte?
Neville sah den Boden auf sich zurauschen und schloss verzweifelt seine Augen. Er würde wohl in ein paar Sekunden Nevillematsch werden und irgendwer würde ihn dann morgen früh vom Feld abkratzen können.
Draco, welcher sich langsam aus seiner eingetretenen Schockstarre löste, fing an zu schreien.
„Longbottom du Idiot! Mach die Augen auf und flieg!“ Erschrocken über die Stimme Malfoys, die er hier nicht erwartet hatte, riss er den Besen nach oben, wodurch er kurz über den Boden parallel zu diesem schwebte. Oder eher gesagt schoss. Geradewegs auf Malfoy zu. Kurz bevor die beiden Jungen kollidieren würden, riss es Nevilles Besen plötzlich nach unten und der Gryffindor wurde von seinem Besen geworfen, wie Reiter von ihren Pferden. Unsanft machte er eine missratene Vorwärtsrolle und riss schlussendlich Malfoy von den Beinen, als wäre er nur ein Pin beim Bowlingspielen.

Schmerzvoll stöhnten beide Jungs auf, wobei Malfoy nicht so sicher war, ob bei ihm alles heil geblieben war.
„Longbottom, was sollte der Mist denn?“, fuhr er ihn an und Angesprochener zog den Kopf ein.
„Ich… naja.. ich…“, dem Gryffindor fehlten einfach nur die Worte. Musste gerade Malfoy seinen missratenen Flugversuch mit angesehen haben. Langsam rollte sich Neville von Malfoy herunter und bleib dank seiner vielen schmerzenden Glieder einfach auf dem Rücken neben ihm liegen. Auch der Slytherin blieb in seiner erzwungenen Position liegen und blickte in den Sternenhimmel, welcher sich so langsam über ihnen in der vollen Pracht präsentierte.

Trotz das Malfoy keine Antwort auf seine Frage bekam, blieb er und auch Neville ruhig und blickten einfach nur die Sterne an. Wie kleine Diamanten funkelten sie am Himmelszelt um die Wette, als hätten sie nichts anders zu tun als schön auszusehen.
Knappe zwanzig Minuten nach dem Unfall brach Neville auf einmal die Stille. Er hatte viel nachgedacht in den letzten Minuten. Über sich, die Welt, das Leben und über seine merkwürdige Beziehung zu Draco Malfoy. Er war zu dem Entschluss gekommen, dass er ihm nun einfach die Wahrheit sagen würde, damit er sich endlich etwas Ballast von der Seele reden konnte. Auch, wenn Malfoy dafür wahrscheinlich nicht der passende Ansprechpartner war.

„Ich wollte das Fliegen mit dem Besen üben, damit ich es bald beherrsche und du mich dann ein wenig mehr magst, weil ich dann wenigstens irgendwas kann.“, murmelte Neville leise und wäre es nicht so verdammt still gewesen, hätte Malfoy kein einziges von Nevilles Worten verstanden.
„Ein wenig mehr magst?“, wiederholte der Slytherin leise für sich selbst und schaute zur Seite, wo er mittlerweile Nevilles Umrisse nur noch so erahnen konnte.
„Komisch oder? Du kannst mich so offensichtlich nicht leiden und trotzdem versuche ich Dinge, damit du mich magst.“ Wieder entstand Stille zwischen den Beiden. Doch diese brach Neville erneut nach nur einer Minute.
„Tut mir leid, dass du wegen mir den Boden schruppen musstest.“ Nun war Leid zugefügt hat und an sich war die Strafe auch vollkommen berechtigt. Also wieso entschuldigte er sich nun? Malfoy wäre doch derjenige gewesen, der sich hätte entschuldigen müssen.

Malfoy schluckte. Neville hatte mit offenen Karten gespielt. War es jetzt nicht Zeit für ihn, ebenfalls mit offenen Karten zu spielen? Wenigstens heute Abend?
Vorsichtig tastete der Slytherin nach der Hand des Gryffindor. Zögerlich schlossen sich seine Finger um die von Neville, als er seine Hand gefunden hatte. Malfoy merkte nur, wie Neville den Kopf herumriss.
„Danke, dass du so ehrlich zu mir warst. Aber ich sollte mich …“ Malfoy stoppte. Wollte er sich nun wirklich entschuldigen. Er, Draco Malfoy.
„… ich sollte mich eher bei dir entschuldigen. Du musst die ganze Zeit nur leiden, weil ich nicht will, dass irgendwer von meinen komischen verdrehten Gefühlen erfährt.“ Malfoy drückte unbewusst die Hand von Neville etwas mehr.
Ja, er Draco Malfoy hatte sich entschuldigt. Und es fühlte sich so verdammt komisch an. Es war komisch, dass Neville in einem normalen Tonfall, auch wenn es sehr leise war, mit ihm gesprochen hatte. Sie hatten sich beide entschuldigt. Das erste Mal hatte er mit Neville halbwegs normal geredet, seitdem er diese komischen romantischen Gefühle für den Gryffindor entwickelt hatte. Woher diese rührten, wollte er nicht wissen. Er wollte sie einfach wieder loswerden und das war der Grund, wieso er so unfreundlich zu Longbottom war. Er wollte sich seine eigenen Gefühle nicht eingestehen und schon gar nicht wollte er, dass jemand anders von diesen Gefühlen erfuhr.

Weiterhin glitzerten die Sterne am Himmel um die Wette, unter ihnen die beiden Jungs, die einfach nur dalagen, Hand in Hand und nicht miteinander sprachen. Nicht, weil sie sich nichts zu sagen hätten oder sie sich nicht leiden konnten. Nein, sie wollten einfach nur den wirklich schönen Abend genießen und das konnte man auch in Ruhe.
„Ich hoffe, Ihnen ist die Strafe für unerlaubtes Herumirren während der Ausgangssperre bekannt.“ Die Stimme McGonagalls durchbrach die eingetretene Harmonie zwischen den beiden und die beiden fuhren auseinander. Keiner von beiden hatte die Frau mitbekommen.
Beide standen auf und entschuldigten sich. Keiner von ihnen versuchte sich auch nur eine Ausrede aus dem Ärmel zu schütteln. Es würde so oder so nicht funktionieren.
„Ab in Ihre Unterkünfte!“, befahl McGonagall und scheuchte die beiden vor sich.
„Ich freue mich auf unsere Strafe.“, meinte Malfoy leise zu Neville, kurz bevor sich ihre Wege trennten. Malfoy schenkte ihm noch sein typisches Grinsen, welches diesmal alles andere als fies gemeint war, sondern einfach nur ehrlich war.
Und dieses Grinsen galt nur Neville, welcher darauf leicht rot anlief. Allein für dieses Lächeln hatte sich der Flugversuch und die damit verbundenen Schmerzen gelohnt.
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