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Prus große Schatzkiste an schlechten Geschichten

von Pru
GeschichteDrama, Humor / P12
20.08.2017
25.12.2017
39
44.561
3
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
20.08.2017 1.349
 
Kurzes Vorwort:

Die Waldgeschichte, oder "Die Geschichte, die noch keinen Namen hat, also nennen wir sie mal Waldgeschichte, weil sie irgendwie immer im Wald spielt", haben eine gute Freundin von mir und ich zusammen geschrieben. Da wir damals aber keine Ahnung davon hatten, wie man Geschichten schreibt, ging dieses Experiment voll daneben. Aus diesem Grund ist die Waldgeschichte auch die schlechteste Geschichte, die wir jemals geschrieben haben. Kommentare sind in diesem Fall immer kursiv geschrieben, damit man sie besser vom Meisterwerk unterscheiden kann. Und jetzt los... viel Spaß beim Lesen der "Waldgeschichte".



Marco und ich, wir waren Freunde. Er war ein aufgeweckter Junge und lachte viel. Ich konnte ihn sehr gut leiden. Wir hatten uns vor fünf Jahren in einem Italienurlaub kennen gelernt und uns von Anfang an gut verstanden. Von da an habe ich ihn jede Ferien besucht; bin von Luxemburg bis Rom mit dem Zug gefahren, um ihn zu treffen. Und wir hatten immer sehr viel Spaß.

Meiner Meinung nach hört sich das eher ähm... also... wie soll ich mich ausdrücken? Es hört sich sehr erwachsen an, was die beiden da so im Urlaub machen, vor allem... wenn sie dabei sehr viel Spaß hatten. Das war damals wohl nicht so gedacht. Wir waren kleine, junge, unschuldige Mädchen, die unter "Spaß zusammen" einen Abend an der Playstation verstanden. Für einen erwachsenen Leser schwingt hier doch ein gewisser Unterton mit, nicht wahr?
Über den Hauptcharakter wissen wir noch nichts, außer dass er (oder sie) wohl aus Luxemburg kommt. Das ist ja schon mal etwas für den Anfang.


Doch als ich vor drei Jahren in den Herbstferien wieder nach Italien gefahren bin, und an seiner Türe klingelt habe, hat niemand aufgemacht. Ich bin dann in ein Hotel gegangen, habe jeden Tag bei ihm vorbei geschaut, aber Marco war nie da gewesen.
Trotzdem bin ich immer noch in allen Ferien nach Italien gefahren. Marco habe ich aber nie wieder gesehen.

 Tja... so kann es gehen. Ich würde auch niemanden aufmachen, der seine gesamten Ferien bei mir verbringt und sonst nichts anderes zu tun hat als mir hinterherzustalken. Doch mal Spaß beiseite. Was für ein verkorkstes Leben hat unser Hauptcharakter (der immer noch keinen Namen hat) überhaupt? Er hat nichts anderes zu tun als die ganze Zeit nach Italien zu fahren. Wer finanziert das? Und vor allem, hat der Hauptcharakter überhaupt keine Familie, die ihn davon abhält jedes Mal ALLEIN nach Rom zu fahren? Wahrscheinlich ist der Hauptcharakter noch nicht einmal erwachsen (hoffen wirs, sonst hört sich der Anfang noch komischer an als er es eh schon ist....)

Bis auf heute. Die Sommerferien hatten begonnen und ich war natürlich wieder in Rom.
Am Nachmittag machte ich einen kleinen Einkaufsbummel, als ich vor dem Schaufenster einer Bäckerei meinen alten Freund stehen sah. Doch er hatte sich sehr verändert: die kurzen schwarzen Haare war nun lang und zu einem Zopf gebunden, überall hatte er Schramm und blaue Flecke.

Stalker-Rom-Fanatiker alias Hauptcharakter ist also mal wieder in Rom um seinen Freund zu suchen. Durch den Zusatz "Schulferien" erfahren wir, dass unser Hauptcharakter noch Schüler ist. Wäre er Student, würde es "Semesterferien" heißen.
Doch kommen wir nun wieder zu seinem Marco zurück. Für mich wäre so eine Freundschaft schön längst hinfällig. Dieser Marco meldet sich nicht mehr, ist nicht mehr zu Hause, seit drei Jahren kaum auffindbar... gut, vielleicht hat unser Hauptcharakter ein gutes Herz (hoffen wirs) oder andere Pläne (hoffen wirs nicht).... . Sehen wir uns mal diesen Marco genauer an. Er hat sich die Haare wachsen lassen... das machen viele Menschen, also nichts ungewöhnliches und er Schramm (wahrscheinlich Schrammen) und blaue Flecken. Nun gut, wenn er Motorrad fährt (so hört es sich nämlich an... fehlt nur noch die Lederjacke) und ein oder zweimal hinfällt, dann hat er eben blaue Flecken... so einfach ist das.... aber für unseren komischen Hauptcharakter ist es eben nicht so ganz so einfach. Wir werden sehen...


Als ich ihn sah, rannte ich auf ihn zu. „Marco!“, rief ich vor Freude.
Er blickte mich an und grinste. „Hallo!“, sagte er.
„Mensch, wie geht's dir, Kumpel?“, fragte ich. „Wo hast du solange gesteckt?“
Doch er lächelte nur. „Machst du wieder der Urlaub hier?“, fragte er schnell.
Ich nickte.
„Wollen wir nicht wieder was unternehmen? So wie früher?“
„Klar...“, sagte ich, doch irgendwie war er mir nicht geheuer.

 Was ist das für ein Dialog? Da treffen sich die beiden nach drei Jahren wieder und die Unterhaltung ist mehr als unterkühlt. Ich dachte, dass die beiden sehr gute Freunde (oder ungewollt durch die Naivität der Autorinnen vielleicht auch etwas mehr) waren. Wahrscheinlich ging Marco diesen noch unbenannten Hauptcharakter einfach aus dem Weg oder wollte nicht mehr mit ihm befreundet sein. Da frage ich mich auch, warum der Hauptcharakter einfach den armen Jungen in Rom in Ruhe lässt und sich in Luxemburg eigene Freunde sucht? Ach ja, wahrscheinlich gibt es in Luxemburg keine Leute in seinem Alter... das ist ja so ein kleines Land, da kann das schon mal passieren, dass nichts passendes in der eigenen Altersgruppe vorhanden ist. Doch sehen wir weiter. Es ist ja eine sinnlose Geschichte, also kann alles mögliche passieren.

Der Nachmittag war wunderschön. Wir waren zuerst im Kino, dann am Strand beim Schwimmen.
Als die Sonne langsam unterging, und ihre Strahlen auf dem blauen Meer glitzerten, lagen wir beide auf dem Rücken im Sand. Alles war so warm um mich, wie in einem wunderschönen Traum.
„Ah...“, seufzte ich und streckte meine Hände nach oben. „Wie wunderschön! Fantastisch! Mir geht's so gut, dafür gibt's kein Wort...“
„Hm...“, stimmte Marco zu.
„Ich wünschte...“, sagte ich, „ich wünschte, ich könnte für immer hier bleiben...“

Ich will ja nichts zerstören, aber für mich hört sich dieser Absatz nach einem Date an. Es ist hundertprozentig ein Date... nur wissen wir nicht, ob es ein homosexuelles oder ein heterosexuelles Date ist. Beides wäre machbar, da wir immer noch nicht den Namen und dadurch das Geschlecht des Hauptcharakters kennen. Dadurch dass meine Freundin und ich diese Geschichte geschrieben haben, würde ich spontan sagen, dass es sich um ein Mädel und einen Jungen handelt... weil ich damals voll auf so Romanzen stand. Bevor ich aber den Slashlesern alle Hoffnungen nehme, bleiben wir am besten noch bei einer geschlechtslosen, neutralen Person.


Mit einmal setzte Marco sich auf. Sein Schatten fiel direkt auf mein Gesicht. „Für immer?“ Er starrte mich an. Alle Freundlichkeit schien plötzlich aus ihm entschwunden zu sein. Seine Augen funkelten.
Ich verstand nicht, was er von mir wollte.
„Du willst für immer hier bleiben?“, wiederholte er energisch.
Ich stütze mich auf meinen Ellenbogen, sodass Marco nicht ganz so groß und bedrohlich wirkte. Ich versuchte zu lächeln, aber es gelang mir nicht recht.
„Also gut.“, sagte Marco schließlich und zerrte mich hoch. „Gehen wir.“

 Als ob sich das nicht in Richtung Liebesgeschichte entwickelt? Marco, der mysteriöse, gutaussehende Jüngling will nicht, dass seine geliebte Holde (oder sein geliebter Ritter) für immer bei ihm bleibt, weil er noch andere Eisen im Feuer hat... oder er will nicht, weil sein Vater was dagegen hat... oder er will nicht, weil er ein dunkles Geheimnis hat. Die Geschichte könnte sich hier in so viele tolle Richtungen wandeln, doch die Autorinnen hatten wohl etwas komplett anderes vor. Apropro Marco... dieser Typ scheint irgendwie komisch zu sein. Zuerst lässt er sich drei Jahre nicht finden, und jetzt zerrt der Hauptperson mit sich... interessant.

Ich wusste nicht, wohin er mich führte. Ich wusste nicht, was er überhaupt von mir wollte. Und ich wusste nicht, dass dieser „Ausflug“ mein Leben verändern sollte.

Da bin ich mal gespannt, wohin Marco den Hauptcharakter zerrt. Ehrlich das hat hier alles so etwas von einem komischen Unterton, dass ich mich schon frage, ob ich das eines Tages wirklich bei fanfiction.de hochladen soll... wer weiß, auf welche komischen Ideen meine Leser und zukünftige Star-Autoren kommen? Vielleicht schreiben sie auch eines Tages eine solche grottige Geschichte, die dann zum neuen Beststeller wird? Wie dem auch sei... schauen wir mal, wie der "Ausflug" das Leben des Namenlosen verändert.
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