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.^~°~^. Caught In The Act – Ten Little Stories

von - Leela -
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAllgemein / P12 / Gen
Alanta Boo Galger Gayvan Zeck Zino
19.08.2017
14.11.2018
12
19.053
 
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22.10.2018 1.113
 
Dies ist mein viertes Kapitel für das Projekt »Meme Nr. 12« von Meine Katze.

10 bestimmte Situationen sind vorgegeben. Anhand einer vorher festgelegten Liste von Charakteren wird ermittelt, was dabei auf welche Charaktere zukommt und welche Konstellationen sich daraus ergeben. Die Liste der Charaktere zu diesem Projekt lautet wie folgt:

1. Zino
2. Ona
3. Galger
4. Ariu
5. Boo
6. Canyo
7. Bramph
8. Gayvan
9. Zeck
10. Alanta

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Situation 2

● Gartengeschichten – 1 und 5 sind zusammen im Garten. Als sie die Beete pflegen/im Garten lustwandeln/[…] sehen sie plötzlich den Kopf von 10 zwischen den Blumen/Kohlköpfen/[…]
● Gartengeschichten – Zino und Boo sind zusammen im Garten. Als sie die im Garten spazieren gehen, sehen sie plötzlich den Kopf von Alanta zwischen den Kohlköpfen.


Absicht und Wirkung

Zino und Boo schlenderten durch den Garten des Rathauses. Zino seufzte tief. „Ein »spontanes Meeting mit einigen wichtigen Würdenträgern«. Und deswegen müssen wir jetzt warten. Und das, obwohl wir von ihm zu genau dieser Zeit hier herbestellt worden sind!“
      „Ach, nimm es gelassen.“ beruhigte Boo ihn. „Dafür können wir uns den Garten ansehen. Es ist herrliches Wetter und der Garten ist toll, da kann man so eine kleine Überbrückung doch mal verschmerzen.“
      „Darum geht es ja auch gar nicht.“ meinte Zino mißmutig, während sie die Wege zwischen den Beeten entlanggingen. „Ich finde es nur nicht in Ordnung, wenn extra Termine gemacht werden, die dann nicht eingehalten werden. Es handelt sich immerhin nicht um einen Notfall, und Gayvan redete von einer guten Stunde! Und das, während die Vorzimmerdame gerade hübsch Café und Kuchen aufdeckt!“
      „Ja, es ist nicht ganz fair, aber sei’s drum.“ beschwichtigte Boo ihn. „Wir haben heute ja nichts besonderes vor.“
      „Und wenn schon! Es hätte ja sein können! Deswegen heißt es ja Termin, damit man planen kann!“ beschwerte sich Zino weiter. „Mir wäre es peinlich, wenn jemand wegen mir warten müßte, nur weil ich der gayanische Nationalheld bin, und Gayvan mich vorziehen würde.“
      „Ich vermute, die Würdenträger wissen nicht mal was davon. Das ist einfach Gayvans Anspruch an sich.“
      Zino ließ die Ohren sinken, als wisse er nicht, wie er dem Bürgermeister jetzt überhaupt noch vertrauen sollte.
      „Komm schon, jetzt erfreu dich erst mal an dem schönen Garten. Es gibt so viel zu sehen: Die Sonnenrädchen, die Rokatten, die hübschen Schnurkia, die Erdbeerfelder Alantas Kopf zwischen den Kohlköpfen…“ Erst als Boo ausgesprochen hatte, hielt das, was er gesagt hatte, in seinem Bewußtsein Einzug.
      Geschockt sahen die beiden auf das Feld mit den Kohlköpfen herunter, zwischen denen bewegungslos Alantas Kopf lag. Die Augen starrten glasig geradeaus, das Lächeln wirkte wie eingefroren. Die Haare und das Gesicht waren erdverschmiert.
      Die beiden unwillkürlichen Gäste keuchten. Für eine Sekunde waren sie in Schock erstarrt, dann überschlugen sich die Ereignisse. Dies war etwas, was keinen Aufschub duldete, sie mußten sofort den Vorfall dem Bürgermeister melden! Ohne jede Absprache stolperten sie rückwärts und rasten zum Haus zurück.

Kurze Zeit später:
      „Ich wußte, daß das eine Schnapsidee ist!“ Jolyn kletterte über den Zaun und sah sich suchend um. „Alanta hat einfach keinen Sinn für so etwas!“
      „Siehst du ihn schon?“ erkundigte sich Ona vom Zaun aus.
      „Alanta hat etwas von dem Kohl gesagt. Das war, bevor ich nichts mehr verstehen konnte in ihrem Gelächter.“
      „Ich habe mir so viel Mühe gegeben mit dem Kopf für ihre eigene Dresspuppe.“ jammerte Ona. „Die sah genauso aus wie sie. Wenn sie ein neues Kleid anziehen will, hätte sie gleich sehen können, wie es wirkt.“
      Jolyn stöhnte auf. „Das ist bei ihr vergebene Liebesmüh. Siehste ja. Statt sich zu freuen, nimmt sie der Puppe den Kopf ab und macht sich einen Spaß daraus. – Ah, da ist er ja!“ Die Freundin der Bürgermeistertochter fischte den Kopf aus dem Kohlbeet und reichte ihn Ona an. Dann kletterte sie auf die andere Seite zurück.
      Das andere Mädchen betrachtete den ruinierten Kopf todunglücklich.
      Jolyn legte ihr tröstend eine Hand auf den Rücken. „Wir müssen akzeptieren, daß das einfach nichts für sie ist. Komm schon. Wir machen es uns gleich zusammen mit ihr in der Gartenlaube gemütlich. Die Puppe bringen wir die Tage mal bei der Schneiderin vorbei, die kann bestimmt noch was damit anfangen.“
      Ona nickte, und die beiden verschwanden lautlos auf der anderen Seite des Hauses.

In der Zwischenzeit kehrten Boo und Zino atemlos mit Gayvan im Schlepptau zum Ort des Geschehens zurück. Es hatte sie einige Mühe gekostet, den Bürgermeister aus seiner Sitzung zu eisen.
      „Was soll der Blödsinn, »meine Tochter wurde ermordet«?“ Atemlos blieb Gayas Oberhaupt auf dem Weg stehen, während Zino und Boo aufgeregt durcheinanderredeten.
      „Aber sehen Sie doch, Bürgermeister Gayvan!“ – „Es tut mir so leid, aber es ist die Wahrheit!“ Hektisch deuteten die beiden auf das Kohlbeet.
      „Was soll ich da sehen?“ erkundigte sich Gayvan argwöhnisch.
      „Na, hier…“ Zino folgte seinem eigenen Fingerzeig in böser Erinnerung mit dem Blick und stutzte. Der Platz sah aus, als wäre nichts ungewöhnliches passiert. „Aber es war genau hier! Nicht wahr, Boo?“
      Der kleinere Gayaner nickte heftig.
      Gayvan schien indes kurz davor zu stehen zu platzen. „Wenn das ein Ablenkungsmanöver sein soll, damit ihr schneller drankommt, dann kennt ihr mich aber schlecht!“
      „Aber es ist wirklich wahr, Bürgermeister!“ beschwor Boo ihn. „Wir haben es mit eigenen Augen gesehen! Jemand muß die Leiche in der Zwischenzeit weggeschafft haben!“
      „Beziehungsweise den Kopf der Leiche.“ spezifizierte Zino.
      Noch während sie sprachen, bemerkten sie Alanta mit ihren Freundinnen auf der anderen Seite des Gartens einen Weg hinaufgehen. Die Bürgermeistertochter winkte zu den dreien herüber.
      Gayvan fixierte die beiden Gayaner vor ihm mit einem Blick. „Das wird noch ein Nachspielhaben! Und diese Woche könnt ihr euch euren Termin abschminken! Für so einen makabren Kinderkram braucht ihr von mir kein Verständnis zu erwarten. Schönen Tag noch!“ Damit wandte er sich um und ließ die beiden Gäste mit hängenden Ohren stehen.
      „Wir haben uns das nicht eingebildet!“ beharrte Zino, als sie wieder unter sich waren.
      „Ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll.“ resignierte Boo. „Komm, hier werden wir heute nichts mehr zu erwarten haben.“ Er zog seinen Freund mit sich, der ihm nur widerwillig folgte.
      Mißmutig warf der Blonde einen letzten Blick auf das Kohlfeld, bevor sie den Garten verließen.
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