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Fee der magischen Energie

von Seilix
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Palladium
18.08.2017
23.02.2021
94
415.867
41
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16.02.2021 6.133
 
„Da! Ich kann sie sehen!“ Amaryl flog neben Teiz voraus.
Palladiums Stärkungszauber hielt noch immer seine Wirkung auf den Spezialisten.
Die magischen Partikel die sich auf seiner Haut abgelegt hatten machten ihn Federleicht, sodass er spielend leicht mit der Enchantix mithalten konnte.
Ihnen folgten die anderen Feen, sowie die Prinzessinnen, Lords, Dragomir und Calum.
Zillah, Pluma, die Spezialisten, Ilias und Athmos hatten sich ein paar königliche Drachen herbei gerufen.
Die Estrellas durchschauten die Situation der Stadt sofort.
Es waren ihre Krieger die sich den Basilisken entgegen setzten.
Diese Bestien mussten den Evakuationstunnel entdeckt und gestürmt haben, so zeichnete sich ein grauenvolles Bild vor ihnen ab.
Die Menschen flohen, schrien und trampelten sich glatt gegenseitig nieder um kein Opfer der Basilisken zu werden.
In den Straßen entdeckten sie Statuen von Männern und Frauen.
Nicht alle wussten um die Fähigkeiten dieser Schlangen.
Es war das Bild der Zerstörung das sich dort unten abspielte.
„Pluma, das sind unsere Leute! Wir müssen sie unterstützen!“ die Estrella bemühte sich ihren leichten Anflug der Panik in der Stimme zu verbergen, dabei war es nicht ihr Bruder, sondern Tine die sie beruhigte „Und das werdet ihr, mit uns! So wie ihr uns geholfen habt stehen wir jetzt euch zur Seite“.
Nur zaghaft konnte Zillah nicken, worauf die Gruppe sich trennte.
Es war eine ganze Herde dieser Wesen die inzwischen die gesamte Stadt eingenommen hatten.

Aus der Luft bündelten Cinder und Tine ihre Zauber und schickten einen Strudel aus Sternenlicht und Wind zu einem Basilisken der ein Paar in die Enge getrieben hatte. Doch der Angriff hatte nicht annähernd die erhoffte Wirkung. Die Schlange schüttelte lediglich etwas irritiert den Kopf und machte die Ursache des Angriffs aus. Cinder machte sich bereit zur Flucht „Na das hätte auch besser klappen können“. „Immerhin haben wir jetzt seine volle Aufmerksamkeit“ versuchte Tine das positive daraus zu ziehen und folgte ihrer Cousine, sodass das Monster von seinen Opfern abließ und nun den Feen hinterher jagte.

Teiz landete mit einem kleinen Erdbeben am Boden der Straße. Seine Stärke war so gewaltig, dass nicht einmal der Basilisk wusste wie ihm geschah, als der Schutzherr ihn während seiner Jagd nach ein paar Frauen am Schwanz packte und mit so viel Kraft, dass die Adern auf Teiz Oberarmen herausstachen vom Untergrund über seinen Kopf hinweg zog.
Er schmiss die Schlange die Straße entlang gegen seinen Artgenossen. Amaryl hatte indessen zwei Kinder gerettet die in Teiz direktem Wurffeld um ihr Leben rannten. Sie ergriff beide und setzte sie oberhalb der Dächer in Sicherheit ab „Bleibt hier bis alles vorbei ist, okay? Ich komme wieder und hole euch“. Alle beide vollkommen verängstigt konnten nur nicken. Im nächsten Augenblick drehte sie sich um und visierte die Basilisken an, die sich gerade wieder erholten und schoss ihren Verschlingerstrahl.

Alice flog nur so durch die Straßen und vereiste einen jeden Schlangenkopf den sie entdecken konnte. Mit zugefrorenen Augen konnten sie auch keine Menschen mehr versteinern. Jared und David fingen anschließend die verwirrten Basilisken ein, zumindest so gut es ihnen bei Alice Tempo gelang.

Katy setzte ihren Tierkäfig ein und versuchte einen der Basilisken der zwischen den Gebäuden Amok lief und alles zerstörte was ihm in die Quere kam, einzufangen, doch dieser wehrte sich. Bereits nach wenigen Sekunden strengte es sie zu sehr an und musste das Tier frei geben, als plötzlich im selben Moment ein junger Paladin eingriff und der Bestie mit seinem Schwert die volle Breitseite verpasste. Die Schlange brüllte auf, sodass der Junge seine Chance ergriff und ein Messer warf. Er traf das Auge direkt, worauf der Basilisk in sich zusammen sackte. Katy jubelte „Wuhuuu! Der Wahnsinn Finn!“.
Er hatte sich während der Auseinandersetzung den Truppen der Estrellas angeschlossen und die Bewohner in Sicherheit gebracht.
Der Krieger wandte sich stolz zu ihr um „Ich habe von den besten gelernt“.

Zillah und Pluma lenkten ihre Drachen mitten in das Gefecht. Die mächtigen Tiere scheuten nicht davor sich gegen die Bestien ins Getümmel zu stürzen und umzufliegen. Die Estrellas setzten sich ohne Frage für ihre Krieger ein die mit der Gesamtsituation klar in der Unterzahl waren. Sie salutierten lediglich, als sie ihre Chefs erkannten und Pluma die Anweisung gab „Los! Wir müssen die Menschen schützen!“.
„Jawohl!!“ nahmen sie sofort den Befehl entgegen.

Athmos hatte sich anderweitig ausgestattet. Er bewegte sich keinen Zentimeter, sondern wartete darauf dass die Schlangen zu ihm fanden. Er war zwar alt, aber absolut nicht wehrlos. Durch seine jahrelange Kampferfahrung und die Ruhe die er in sich barg war es für ihn glatt nur eine Entspannungsübung mit geschlossenen Augen auf die Vibrationen im Boden zu warten und im letzten Moment seine Pülverchen zu werfen. Ob mit Chili versetzt, ein Schlafpuder oder Pfeffer. Atmeten es die Basilisken ein nahm der Kontrollverlust über ihren Körper seinen Lauf. Derartige Niesanfälle, brennende Augen oder Müdigkeit kannten sie nicht und ergriffen vor dem unheimlichen Mann die Flucht, wenn sie ihm nicht vor die Füße fielen.

Ilias verbündete sich mit den Kriegern die versuchten Herr über die Lage zu werden und unterstützte sie bei der erneuten Evakuierung und Sammlung der Bewohner.

Lia fesselte drei von ihnen mit ihren Ketten und Mathis zwang sie mit dem Breitschwert zu Boden. Dabei achteten sie jedoch darauf sich nicht zu weit von ihrem König weg zu bewegen. Calum versuchte nach wie vor einen Überblick zu erhaschen, doch das war überhaupt nicht möglich. Es konnten tatsächlich hunderte sein…
Er und Dragomir wirkten ihre Magie und griffen einen nach dem anderen an, doch es waren einfach zu viele.
War es denn möglich, dass es ihm gelang nach 10 langen Jahren wieder in seine Welt zurück zu finden nur um bei ihrem Untergang zuzusehen?
Er war ihr König! Und damit war es seine Pflicht diese Menschen, mit allem was er hatte, zu beschützen, jeden einzelnen!
Schließlich war er nicht umsonst der Träger der goldenen Flügel.
Calum sammelte seine magische Energie und flog los um ins Zentrum vorzudringen, als er etwas aus dem Augenwinkel entdeckte und erschrocken abbremste.
Eine Paladin überflog die Stadt in einer unglaublichen Geschwindigkeit und alles was sie hinterließ waren leuchtende Farben.
Als projizierte sie einen Regenbogen allein mit ihren Flügeln die den Himmel magisch erstrahlen ließen.
Zunächst blendete er dabei sogar den ihr folgenden Drachen aus, der dieses Schauspiel mit seinem Reiter durchflog.
„Luzia?“ fragte Calum erschrocken mehr sich selbst.
Er erkannte die Engelsflügel seiner lange verstorbenen Frau sofort wieder, doch… sie war es nicht.
Stattdessen erinnerte er sich an Dragomirs Worte „Ich habe sie gesehen. Es sind die Prismen-Flügel die einst Luzia besaß.“
Sofort legte sich in seinem Kopf ein Schalter um und brüllte „VARANDA!!!“.
Seine Stimme musste Kilometer weit hallen, sodass auch sie ihn hörte und auf einmal ihren Flug stoppte.
Das hellblonde Mädchen, nein… sie war eine erwachsene Frau… wandte sich um und suchte mit den Augen wer nach ihr rief.
Nur langsam näherte er sich ihr im Flug, während sich ihr Blick schließlich an seinen Flügeln fest fror. Ein Erkennungsmerkmal das sie niemals vergaß, da war er sich sicher.
Seine Tochter erkannte ihn mit dem ersten Blinzeln wieder.
Die geweiteten Augen verrieten sie.
Sie waren keine Welten mehr voneinander entfernt, lediglich ein paar simple Flügelschläge.
Nur ein paar Meter die sie überwunden hätten, doch ein Geschrei hielt sie davon ab.
Varanda nahm sich keine Sekunde darüber nachzudenken und setzte ihren Weg praktisch in Lichtgeschwindigkeit fort.
Kein Blick zurück raste sie los die Fee aufzufangen die sich bei einem Basilisken verschätzt hatte.

Von dem Schwanz erwischt, schleuderte die Schlange sie über die Dächer hinweg.
Kaum hatte sie sie erreicht, setzte Vara die Enchantix erst auf sicherem Boden wieder ab „Amaryl, bist du verletzt?“.
Diese atmete tief durch und schüttelte den Kopf „Nein, aber dem Himmel sei Dank bist du hier“. Sie fiel der Prinzessin um den Hals.
Zeitgleich landete auch Daro auf den zerstörten Straßen und ließ Palladium absteigen.
Der Elf sah sich in all dem Chaos um „Das ist übel…“.
„Wo sind die anderen?“ fragte Vara aufgekratzt.
Amaryl konnte ihr allerdings keine befriedigende Antwort geben die wild gestikulierte „Überall“.
Die beiden Professoren wechselten einen fürchtenden Blick, ehe ein grüner Blitz durch die Luft schoss und ebenfalls bei ihnen landete.
Teiz hinterließ glatt ein Einschlagsloch auf der Straße, vor dem die Mädchen gerade noch zurück weichen konnten.
„Teiz?!“ Varanda die ihren vor Magie strotzenden Bruder kaum wieder erkannte, wusste instinktiv, dass der Schuldige kein anderer als ihr Freund sein konnte, wandte sich um und rief überrascht „Was bei Tyrian hast du mit ihm gemacht?!“.
Palladium konnte sich nur verlegen den Nacken reiben „Nur ein kleiner Push-Up“.
„Den wir in dieser Situation auch mehr als gebrauchen können“ zog Teiz alle Beteiligten zurück in die Ernsthaftigkeit der Gefahr zurück „Jedenfalls tut es gut dich an einem Stück zu sehen, Euer Hoheit“.
„Wem sagst du das“ seufzte Vara der Erleichterung auch ihn im Ganzen hier zu sehen und beschwor gleichzeitig Pfeil und Bogen um an ihrem Bruder vorbei zu schießen und damit einen Basilisken kurzzeitig Schachmatt zu setzen, der sich auf sie zu schlängelte „Ich dachte schon wir sehen dich nie wieder“.
„Die Befürchtung hatte ich bei dir auch. Was ist mit Conver?“ entgegnete Teiz, der beobachtete wie Palladium seine Lichtschwerttechnik beschwor und gezielt in die andere Richtung abfeuerte um ein weiteres dieser schlängelnden Viecher zu treffen.
„Er wird kein Problem mehr darstellen“ gab seine Schwester zumindest dazu Entwarnung.
„Na immerhin“ Teiz unterstützte seinen Kameraden mit einem magischen Strahl den er aus seinem Arm schoss und zuletzt auch diese Bestie außer Kraft setzte „Also ich muss sagen, diese Kräfte sind echt der Wahnsinn“.
„Aber sie werden nicht ewig andauern“ stellte Palladium klar der mit den Augen bereits nach dem nächsten Wesen suchte das sie angreifen konnte.
Amaryl klärte indessen über die Lage auf „Das sind viel zu viele von den Dingern… das schaffen wir nie“.
„Sag niemals nie“ korrigierte ihr Freund jedoch „Wir brauchen nur einen Plan. Calum kennt diese Dinger besser als irgendwer sonst. Wenn jemand weiß wie sie zu besiegen sind, dann ER!“.
Bei dem Namen sahen alle beteiligten wie Varanda schluckte.
Dieser Tag war viel für sie und nun auch noch dem Mann zu begegnen der sie vor 10 Jahren verlassen hatte… es war zu viel.
Dennoch riss sie sich zusammen „In Ordnung, ich halte sie auf und ihr sucht nach einer Lösung!“.
„Nein, das machen Amaryl und ich“ widersprach der Spezialist jedoch sofort und nahm dabei die Hand seiner Freundin „Ihr seid die klügeren Köpfe von uns. Es liegt an euch uns zu retten“.
Vara atmete tief ein und aus. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass sie einmal mehr diese Verantwortung zu tragen hatte, sondern dass Teiz sie damit unausweichlich in die Konfrontation mit ihrem Vater drängte.
Schließlich bestätigte Palladium, als er bemerkte dass Varanda nicht antworten würde „In Ordnung, wir treffen uns im Zentrum“.

Kurzerhand flog er auf Daro und sie neben ihm her, um an Höhe und damit Überblick zu gewinnen, weiter über die Dächer der Stadt.
Calum und Dragomir hielten sich dicht beieinander und versuchten Herr über das Ostviertel zu werden, allerdings vergebens.
Vara und Palladium näherten sich vorsichtig, worauf die Fee zu sprechen begann „Dragomir… Calum… wir brauchen Eure Hilfe“.
Alle beide wandten sich überrascht um, als sie ihre Stimme vernahmen.
Der eine, ihr Großvater, mit dem sie ihr Leben lang immer wieder in Zwist und Uneinigkeiten geraten war und sich letzten Endes hasserfüllt voneinander abgewendet hatten.
Der andere, ihr Vater, der Mann von dem sie glaubte ihm niemals das Wasser reichen zu können, der vor mehr als 10 Jahren verschwand und von dem sie immer gehofft hatte, dass er zurück käme… und nun war es soweit. Auge um Auge stand er vor ihr.
Glatt als sei es immer schon so gewesen.
Palladium auf Daros Rücken sprach weiter „Wie kann man diese Basilisken aufhalten?“.
Erst mit seinem Eingreifen wendete Calum den wie festgefrorenen Blick von seiner Tochter ab und antwortete „Sie sind nicht aufzuhalten. Zumindest wüsste ich nicht wie… es müsste uns gelingen sie in ihre Dimension zurück zu schicken, doch außer Enzo kenne ich niemanden der dazu in der Lage wäre…“.
Er wirkte so ratlos wie sie es waren…
Vara wandte sich um, um noch einmal einen Blick auf dieses Desaster zu werfen. Irgendwie mussten sie es schaffen! Irgendwie mussten sie diese Basilisken aus der Stadt kriegen, egal was es kostete.
„…oder sie versiegeln“ vernahm sie die Stimme ihres Großvaters.
„Eine Versiegelung?“ fragte Calum kurz darauf „Aber eine solche Menge… das ist glatt unmöglich… wo sollte man sie hinein versiegeln?“.
„Dafür bräuchte es einen starken Gegenstand… Wie das Wetterzepter“ kam der Fee die Überlegung, doch Palladium widersprach „Das wird nicht funktionieren… um einer solchen Macht standzuhalten braucht es etwas womit möglichst viele Menschen verbunden sind. Ein Gegenstand der die unterschiedlichsten Energien in sich aufgenommen hat… das Wetterzepter war jahrelang unberührt und nur im Besitz deiner Familie… das wird kaum ausreichen…“.
„Und wo sollen wir einen derartigen Gegenstand finden?“ knurrte Dragomir.
Sie alle waren ratlos… bis Varanda ein Gedanke kam und sich zu Palladium umdrehte „Wo ist der Stein?!“.
Der Elf hielt die weiß bemalte Feder allerdings bereits in der Hand sie ihr, Dragomir und Calum zu zeigen. Er hatte kurzerhand dieselbe Idee und nickte „Das könnte funktionieren“.

Es dauerte nicht lang alle Feen, Krieger und Paladine ihrer Runde zusammen zu trommeln und sich im Zentrum zu versammeln.
Pluma wies seinen Leuten an, was auch geschah, die Basilisken ja nicht zu ihnen durch zu lassen.
Palladium stand inmitten des Platzes und atmete tief durch, als er ein weiteres Mal auf den Stein in seiner Hand sah. Der weißbemalte Glücksbringer… die Feder… könnte ihre letzte Hoffnung sein.
Dieser Stein war durch ihre gesamten Reihen gewandert. Katy hatte ihn vor fünf Wochen auf dem Markt gekauft und ihn an David vermacht. Dieser gab ihn an Jared weiter, er an Alice… Amaryl, Teiz, Varanda, zuletzt Tine und Cinder und mit ihm schloss sich der Kreis.
Dieser Stein hatte einen Teil dieser Reise mit einem jeden von ihnen durchwandert.
„Wir haben alle“ wurde er plötzlich von Katy aus seinem Gedanken gerissen die mit ihren Freundinnen auf einmal vor ihm auftauchte.
„Sind Sie soweit Professor?“ fragte Alice vorsichtig, die wie alle anderen auch wusste was auf dem Spiel stand.
Er nickte „Ich bin bereit wenn ihr soweit seid“.
Doch ihm gelang es nicht zu verbergen wie viel Druck in diesem Moment auf ihm lastete.
Er war der Einzige der diesen Zauber hier komplett ausführen konnte. Er besaß als einziges die nötige Erfahrung in diesem Spruch.
Mit den Energien aller war es möglich ein Kraftfeld zu erzeugen das groß genug sein würde um sämtliche Basilisken mit dem Zauber zu erreichen und einzuschließen.
„Sie schaffen das“ war es ausgerechnet Amaryl die ihm eine Hand auf die Schulter legte „Sie haben uns alles beigebracht was wir wissen, schon vergessen?“.
„Ohne Sie könnten wir jetzt einpacken“ versicherte Katy „Genau wie damals bei Valtors Angriff. Sie haben das Schild wieder aufgebaut“.
„Was mir nie ohne euch Feen gelungen wäre“ wies er auch ihnen den Verdienst zu.
„Das kann sein, aber Sie waren unser Professor. Sie haben uns geleitet, wie heute“ kam es von Alice „Und wir hätten Sie nie eintauschen wollen“.
Über all das Lob wusste Palladium kaum was er antworten sollte, bis Varanda ebenfalls zu ihnen herab geflogen kam „Alle sind in Position“.
Ihre Mädels nickten alle drei der Bestätigung und flogen mit einem letzten Augenmerk auf ihren großartigen Professor an ihre Plätze zurück.
Vara sah ihnen nach, bemerkte aber sogleich diesen unsicheren Blick in Palladiums Augen, ehe sie ihn sagen hörte „Vielleicht solltest lieber du das tun. Du kennst den Zauber schließlich auch… Mit deinen neuen Fähigkeiten und deiner mächtigen magischen Energie könntest du viel mehr…“.
Varanda jedoch umfasste sein Gesicht mit beiden Händen und zwang ihn so sie anzusehen „Genau darum ist mein Platz da oben… du hast ihn mir selbst zugewiesen“.
Sie entdeckte natürlich sofort die Verunsicherung in seinen bernsteinfarbenen Augen und wusste, dass nur sie in diesem Augenblick die richtigen Worte für ihn finden konnte „Als Professor wirst du immer einmalig sein. Ich werde dir nie das Wasser reichen können“.
Kurz weitete sich sein Blick, ehe er tief durchatmete um sich wieder zu erden.
Hatte er nicht vor kurzem dieselben Worte über sie über die Lippen gebracht?
Indessen ließ Vara von ihm ab und fasste stattdessen seine Hände „Es gibt niemanden der diese Position besser erfüllen könnte als du“.
Sie gewann langsam an Höhe, während er begriff.
Sie schenkte ihm einen Teil ihrer Zuversicht. Jene Zuversicht die er all die Zeit bewahrt hatte, während alles aussichtslos schien. Er hatte so lange durchgehalten, da war das hier doch nur der letzte Tropfen auf den heißen Stein.
Je weiter sie sich in die Luft erhob, umso mehr entglitt sie seinen Händen, bis sich schließlich auch ihre Fingerspitzen trennten.
Ja, ihr Platz war dort oben im Kreis der Feen, wie immer schon, und seiner war hier!
Er war der Navigator, der Professor auf den sich seine Schülerinnen verließen um ihre Magie miteinander zu bündeln.
Für die anderen nicht hörbar stimmte er schließlich zu „Also schön, dann bringen wir das mal zu Ende“.
Die Dämmerung war über Callisto herein gebrochen und die ersten Sterne erhoben sich bereits über dem Firmament.
Sie würden nicht mehr lange Tageslicht haben.
Über ihm hatten sich alle in einem magischen Kreis über der Stadt versammelt.
Die Krieger auf ihren Drachen, die Feen und die Paladine sammelten ihre Energie um in einer gewaltigen Konvergenz ihrer Macht freien Lauf zu lassen und seine Aufgabe war es diese Macht auf den Stein zu bündeln.
Ein letztes Mal sah er auf die Feder, die er auf dem blanken Boden platzierte und ein paar Schritte Abstand nahm.
Schließlich schloss er die Augen und konzentrierte sich.
Es dauerte einen Moment bis er nach und nach die magischen Energien wahrnehmen konnte.
Er fühlte eine Welle unterschiedlichster Farben und Emotionen. Magie war doch immer wieder etwas faszinierendes.
Mit erhobenen Händen sah Palladium vom Boden aus wie die Schwingungen von jedem einzelnen dieser magischen Wesen Form annahm.
Die Energien leiteten sich in seine Richtung hinab.
Die im Kreis um die Stadt erhobenen Feen, Paladine und Krieger stellten ihm ihre gesamte Energie zur Verfügung.
Sie fixierten sich nur auf einen Punkt und gaben Palladium alles was sie geben konnten.
Dabei war er es der die Aufgabe hatte alles aufzunehmen und in seinem Zauber zu verbinden.
Er wusste absolut nicht wie viel Zeit verstrich bis der Kern schließlich groß genug schien.
Um ihn verebbten die letzten Sonnenstrahlen.
Der Tag war der dunklen Nacht gewichen und doch erstrahlte das Licht ihrer Energien hell genug um die gesamte Stadt zu erleuchten.
Schließlich nahm Palladium tief Luft um den Zauber zu sprechen „Magischer Strom, fließe und leuchte, sammle deine Kraft, verbanne das Böse und schütze Callisto!“
Eine Welle magischer Partikel begann um ihn zu schlagen. Die Druckwelle nahm zu je weiter der Zauber überhand um die Straßen nahm.
Es erstreckte sich wie ein energetisches Kraftfeld über der Stadt.
Nur dürftig gelang es Palladium in die verschiedenen Gesichter über ihm zu blicken.
Dort waren Finn, der hochkonzentriert bis zu seinen Grenzen ging.
Tine, die ihren magischen Kern ausschöpfte.
Pluma, der ebenfalls alles seiner Energie zur Verfügung stellte, obwohl er als Krieger noch niemals damit gearbeitet hatte.
Lia, die systematisch ein und aus atmete um so bis zu ihren Belastungsgrenzen zu gehen.
Sie alle kämpfen so sehr um diese Stadt, um ihre Heimat.
Und er kämpfte genauso darum.

Palladium spürte seine eigene Anstrengung, obwohl er die Energien nur an einem Fixpunkt komprimiert hielt. Es verlangte ihm mehr ab als er erwartet hatte.
Würde dieser Zauber zu lange andauern würde er sie nicht mehr halten können.
Er hatte die Ausmaße unterschätzt… doch dann sah er den ersten Erfolg.
Es war ein kleiner Energiekern der durch das Kraftfeld in seine Richtung gezogen wurde.
Der erste Basilisk! Es funktionierte! Angezogen durch die Energien und den Zauber beschworen änderten sie ihre Form und ließen sich einfangen.
Der kleine Kern den man auch als Seele hätte bezeichnen können wurde von dem Elf geradewegs in den bemalten Stein zu seinen Füßen hineinbugsiert.
Diesem folgten sogleich zwei, drei und weitere.
Ihre Idee hatte Erfolg. Die Seelen der Basilisken ließen sich einer nach dem anderen versiegeln und das in einem solch kleinen und glatt unbedeutenden Gegenstand.
Welch Ironie, dass das Schicksal eines ganzen Planeten nun von einem so kleinen Stein abhing.
Unbedeutend für den Rest der Welt, doch ein Relikt von unschätzbarem Wert für sie hier.
Ein Stein der ihren gesamten Weg begleitet hatte.
Nach und nach fingen sie einen Basilisken nach dem anderen ein, dabei befürchtete Palladium bereits das ein oder andere Mal, dass die Menge doch zu viel sein könnte.
Jeder Gegenstand hielt je nach seiner Bedeutungsgröße nur eine gewisse Anzahl an Seelen aus.
Er betete daher, dass der Stein standhielt.
Erst nach einer für Palladium gefühlten Ewigkeit sah er ein Ende der herab fliegenden Kerne.
Bis zum letzten nahm die Feder ihre Seelen auf und wirkte, als sei sie nicht zu zerstören.
Gerade im Inbegriff sich zu freuen, dass es vorbei sein musste, wurde dieser Anflug jedoch getrübt, als er zu seinen Mitstreitern hinauf blickte.
Sorge zierte ihre Gesichter. Etwas stimmte nicht.

*

Mit weit aufgerissenen Augen starrte Varanda abermals über die Stadt…
Ein rauer Kloß der Bitterkeit legte sich in ihren Hals, als sie es feststellte „Es reicht nicht… unsere Energie reicht nicht aus“.
Ihr Kraftfeld hatte nicht sämtliche Winkel der Stadt erlangt… sie waren doch zu wenige… die Basilisken trieben weiterhin ihr Unwesen, wenn auch vermindert waren es doch zu viele.
Amaryl, die sich in ihrer unmittelbaren Nähe befand, hörte Vara „Das kann doch nicht sein. Alles was wir durchgestanden haben kann doch jetzt nicht umsonst gewesen sein“.
Sie alle waren bereits der Erschöpfung nahe und je länger es dauerte umso schwächer wurden sie.
Diese Versiegelung war zu mächtig um sie noch länger aufrecht zu erhalten und doch mussten sie weiter machen um dieses Chaos endlich zu besiegen.
Amaryl war ihre Wut anzusehen „Verdammt! Was machen wir jetzt?! Wir müssen irgendwas tun, aber wir können nicht. Ich bin am Ende meiner Kräfte… wir alle sind das“.
„Wir können nichts tun…“ sprach Vara glatt nur aus ihrer Trance ihr Königreich endgültig zerfallen zu sehen.
Die Hilflosigkeit heraushörend wandte sich die Enchantix zu ihr um „Hör auf so etwas auch nur zu denken! Wir sind so viele Feen, Paladine und Krieger. Wir haben so viele Fähigkeiten irgendwas muss doch nützen verdammt!“.
„Sagtest du Fähigkeiten?“ entsinnte sich Vara auf einmal mit ihren Worten.
„Ja! Wir haben es doch nicht bis zu Enchantix geschafft und so viele neue Kräfte um jetzt hier zu versagen, ich meine: Sieh dich an! Die Fee des Wetters, stärker und schöner denn je“ Amaryl redete sich bereits richtig in Rage, während ihrer Freundin glatt unmerklich damit etwas klar wurde.
Eine Erinnerung flammte in ihr auf, während sie den Blick über die Horizonte schweifen ließ und schließlich die Augen verengte „Nein! Ich bin die Fee der Energien Amaryl!“.
Ohne einen wahrnehmbaren Impuls löste Vara sich plötzlich von Palladiums Zauber und tat zwei kräftige Flügelschläge weiter hinauf.
Nur nebenbei hörte sie Amaryl noch nach ihr rufen.
Kaum glaubte sie hoch genug zu sein, verlor sie keine Zeit und sammelte ihren magischen Kern. Die Schwingen, sowie Arme und Beine angezogen konzentrierte sie sich bis tief in ihr Herz. Der Ursprung ihrer Magie war nicht das Wetter… das war es nie gewesen, sondern etwas ganz anderes.
Etwas viel stärkeres.
Ihre Haut begann zu prickeln und sie spürte wie sich selbst in ihre Schwingen dieses Licht legte. Das Licht des Prismas. Der Ursprung aller Energie.
Vara war ihrer Mutter doch ähnlicher als sie lange Zeit gedacht hatte. Luzia hatte ihr so viel vererbt was auf den ersten Blick nicht sichtbar war und zum aller ersten Mal in ihrem Leben war sie dankbar dafür.
Mit einem Schlag entlud sich alles.
Es war ein Moment in dem sie ihre Flügel vollkommen von sich riss und ihre komplette Größe ausbreitete.
Die Energie strömte nur so aus ihnen und ihrem Kern.
Sie vergrößerte die Barriere noch weit über die Stadt hinaus. Genauso wie sie es schon einmal in Alfea getan hatte. Es war dieselbe Technik wie im Krieg gegen die Armee der Finsternis, nur war sie dieses Mal so viel gewaltiger.
Ihr Energiewall zeigte seine Wirkung in wenigen Sekunden.
Es war als würde die Nacht kurzerhand zum Tag gemacht. Alles hüllte sich in reinem weißen Licht ein.
Die verbliebenen Seelen wurden davon angezogen wie die Motten.
Kein einziger Basilisk widerstand dieser Macht.
Vara riskierte den Blick hinab und sah Palladium der auch den letzten von ihnen verbannte, ehe er den Zauber abbrach und sich vollkommen erschöpft zu Boden fallen ließ.
Er sah glücklich aus, mit einem Lächeln im Gesicht.
Es war ein Ausdruck den sie erwidern wollte, als ihre Energie langsam schwand.

Palladium war das letzte was sie mit diesem Leben sah und es war der schönste Anblick den sie dafür hätte wählen können.
Sie bedauerte die kurze Zeit, doch hatte sie mehr als genug erreicht um… zufrieden zu sein.
Varanda wusste es mit dem Moment als alles in ihr ertaubte.
Ihr Energiekern… war ausgebrannt.

*

Sie alle konnten sehen wie ihr Licht erlosch.
Die Prismenflügel wurden grau, aus ihrem Gesicht schwand die Farbe und die weiße Magie verflüchtigte sich.
Varanda tat keinen Flügelschlag mehr, keine Bewegung… sie war wie weggetreten als sie fiel.
Die Schwärze der Nacht verschlang alles über der Stadt, nachdem der Zauber nachließ.
Alle hatten jubeln wollen, den endgültigen Triumph feiern, doch dafür blieb keine Zeit.
Beinahe als verlangsamte sich alles um sie herum stürzte die Kronprinzessin Callistos zu Boden und nur einer reagierte so Geistesgegenwärtig, als wüsste er was soeben geschah.
Calum erreichte seine Tochter mit kräftigen Flügelschlägen, doch bereits bei dem ersten Blick in ihr Gesicht wusste er es.
Um sie schrien die Krieger und Feen, als der König am Platz des Zentrums landete.
Er hielt sie in seinen Armen und versuchte panisch sie anzusprechen „Varanda, wach auf! Wach auf!“.
Er versuchte das Mädchen auf zu rütteln und irgendwie dazu zu bringen die Augen zu öffnen, doch es half nichts.
Der Körper war schlaf, die Haut leichenblass.
Calum drückte sie mit gesenktem Kopf und bebendem Schluchzen fest an sich.
Er wusste es vor allen anderen die sich indessen um sie scharten.
Mit den Feen die erschrocken, mehr hastig herab stürzten als sicher landeten, sowie die Krieger mit ihren Drachen.
Dragomir und Athmos standen sofort bei ihnen. Der Schlosspriester ergriff augenblicklich Varas Handgelenk, doch nach wenigen Augenblicken ließ er es mit vertrübtem Blick wieder sinken „Sie hat keinen Puls mehr…“.
Teiz näherte sich ihnen von hinten, der als erste Amtshandlung Palladium ergriffen hatte um ihm auf und herüber zu helfen.
Nach der energetischen Verausgabung hatten sich auch seine zusätzlichen Kräfte verabschiedet, doch all das war nicht von Belang als die Information auch bei ihm ankam.
Er hielt den Elf wie zu einem Eisblock erstarrt, während er tief schlucken musste „…tu was Athmos, d-du musst ihr helfen…“.
Der Schlosspriester quälte sich zurück auf die Füße, seinen Stab stemmte er gegen den Boden um sich daran zu stützen, als er sein Bedauern aussprach „Sr. Teiz… ich kann ihr nicht mehr helfen… niemand kann das…“.
„Nein… nein…“ Cinder war die Erste die es vollends begriff und zu Boden zusammen sackte.
Sie begann bitterlich zu weinen, worauf Tine sie trauernd zu sich zog.
Ihre Verzweiflung machte dieser Hiobsbotschaft Ausdruck, sodass auch in Teiz und seiner erstarrten Gestalt die Angst heraufstieg.
Eine Träne ran ihm über die Wange die zu Boden tropfte.
Die Feen hielten sich gegenseitig.
Zillah und Pluma senkten die Köpfe.
Illias, Lia und Mathis legten die rechte Hand auf das Herz um in den Himmel zu beten.
Jeder einzelne teilte diesen Schmerz, der in ihnen allen unweigerlich hervorkroch.
Selbst Dragomir zollte den nötigen Respekt, als er auf seine leblose Enkelin herab sah.
Mit gefalteten Händen versicherte er „Wir werden sie… angemessen bestatten… das ist das mindeste“.
Sie hatte sich geopfert, für die Sicherheit ihres Volkes, das Licht ihres Planeten und das Leben.
Ein würdiges Ende für ein Mädchen das ein Leben lang nach Antworten suchte.
Das Ende einer Prinzessin die ihrem Schicksal entkam um letzten Endes zu sich selbst zu finden.
Es war der Weg den sie für sich wählte und damit möglich für die Hinterbliebenen es zu akzeptieren... für alle… bis auf einen.
Ohne dass er darauf reagieren konnte, riss sich Palladium plötzlich von Teiz los und stürzte zu Varanda.
Mit aller Kraft die er noch aufbringen konnte hielt er die Hände über ihrem Körper. Seine Magie leuchtete grün auf, als er alles gab was er konnte „So werden wir es nicht enden lassen! Hörst du mich Varanda?! Du hast zu viel durchgestanden um es jetzt einfach zu beenden! Du hast drei Jahre lang gekämpft und ich lasse nicht zu, dass all das umsonst war! Du bist so viel stärker, also zeig uns das! “.
„Junge…“ versuchte Athmos ihm eine Hand auf die Schulter zu legen, um ihm die Gewissheit zu geben Varanda in Würde gehen lassen zu können, doch Palladium dachte nicht einmal daran und brüllte „Hilf mir anstatt dort nur herum zu stehen!! Du bist ihr Heiler!“.
Der Schlosspriester schluckte tief und trat ein Stück von ihm zurück.
Mit einer solchen Tonlage war ihm der Elf zuvor nie begegnet. So mussten es ebenfalls die anderen empfinden.
Keiner wagte auch nur einen Ton zu sprechen, während sich der Professor Alfeas weiter seiner Heilung widmete. Ein aussichtsloses Unterfangen dem er sich doch hingab, als selbst ihre engsten Freunde und Verwandten ihren Tod bereits besiegelten.
Selbst als seine Hände vor Anstrengung zu zittern begannen und ihm die Schweißperlen von der Stirn herab liefen, stoppte er nicht.
Stattdessen weckte er die Hoffnung eines anderen. Ausgerechnet von jemandem der sich nicht gerade leicht einen Weg durch die Menge bahnen konnte.
Vor dem kleinen Kollos machten Finn und David erschrocken Platz um nicht um getrampelt zu werden, während dieser mit aufforderndem Schnauben neben Calum und Palladium den Kopf herab neigte um sein Frauchen anzustupsen.
Der treue Drache schnupperte Varanda angestrengt ab, legte den Blick dann zu Palladium und ließ ein ebenso forderndes wie herzzerreißendes Geräusch hören, als wolle er sagen, dass er sie ja nicht aufgeben dürfe.
Ein sanftes Lächeln entwich dem Elf. Zumindest einer der mit ihm glaubte.
Die Minuten waren wie Stunden und doch tat sich nichts.
Egal wie lange Palladium den Zauber aufrecht erhielt und wie Daro seine Fee liebevoll mit der Schnauze berührte und rieb.
Vara blieb leblos in Calums Armen liegen.

Der König der den Kopf mit der Zeit langsam hob, begann diese Hingabe und Ehrgeiz zu bewundern.
Selbst Daro, der kleine Schlossdrache wollte seine Mami nicht aufgeben… wieso tat er es dann? Sie war seine Tochter!
Obwohl es ersichtlich war, dass alle Anstrengung nichts nützte… wie konnte er die Hoffnung dann vor diesen beiden verlieren, als ihr Vater?!
Wie ein Reflex glitt sein Blick zum Himmel hinauf. Die dunkle Nacht zeigte wie immer ihre hellen Sterne und wie auch noch vor 10 Jahren war es ein Stern der besonders hell über dem Schloss erstrahlte, seid Cinders Geburt unverändert.
Calum dachte nicht nach, er fixierte lediglich den Stern und begann zu rufen „Tyrian!!! Hellster Stern über allen! Nimm mein Leben für ihres! Nimm mich für sie!“.
Allein dieser Ausruf ließ Palladium einen kurzen Moment inne halten, dabei setzte der König fort „Ich hätte bereits vor Jahren von dieser Welt gehen sollen, also bitte! Verschone sie und nimm mich mit dir! Sie darf diese Welt noch nicht verlassen. Gib sie frei! Lass ihre Seele verweilen und ich diene dir bis in alle Ewigkeit! Nimm mein Opfer an! Lass Varanda hier!“.
Schließlich richtete er den Blick zurück in ihr Gesicht und strich mit dem Daumen dabei über die Wange des Mädchens „…sie hat so großes geleistet… Sie hat ein Leben verdient“.
Keiner bemerkte dabei, wie sich tatsächlich ein Stern seinen Weg hinab bahnte.
Herunter zur Erde, nachdem er sich berufen fühlte. Der hellste Stern über dem Schloss, nur war es nicht Tyrian der Calum erhörte.
Sie war nur ein leichtes Schemen in der Dunkelheit, das vor ihnen erschien.
Wie aus Sternenstaub gemacht hielt sie sich mit Abstand vor den Trauernden, die sie erst bemerkten als sie zu sprechen begann „Dein Wunsch ist groß mein Gemahl…“.
Nur wenige erkannten die Frau aus Sternenstaub, die wie ein Traum über dem Boden schwebte.
„Luzia?“ fragte Calum vollkommen stimmlos, worauf der Stern nicht einging „…deine Zeit ist jedoch noch nicht gekommen“.
Die Frau sah in die Runde der Menschen, ehe sie bei einem Jungen endete, der inzwischen wie ihre Tochter, kein Kind mehr war.
Sie hatte ihre Familie zu früh verlassen und doch wachte sie immer über sie.
Schließlich trat sie zu ihrer leblosen Tochter „Sie hat alles in unserer Macht stehende getan um Callisto zu retten…“.
Dem Mann, der kaum glaubte was er vor sich sah, trieb es die Tränen in die Augen, während er nickte „Du hast ihr deine Flügel geschenkt“.
Luzia fixierte ihn mit solch liebevoller Mimik „Es war alles was ich tun konnte. Sie bat um meine Hilfe, wie du es nun tust. Doch dann ist etwas passiert… sie hat die Zukunft verändert, auf eine Weise wie ich sie nicht sehen konnte… und so hätte sie nie passieren dürfen“.
Die Königin kniete sich zu ihnen, an Palladiums Seite der ebenfalls nur wie gebannt die Silhouette der Frau aus Sternenstaub beobachten konnte, die ihre Hand über Varandas Körper gleiten ließ.
Es war wie ein Wunder das der Prinzessin wieder Leben einhauchte „Ein Geschenk… die Flügel sollen nicht das letzte gewesen sein… Ich schenke ihr meine ungenutzten Lebensjahre die ich zu früh aus dieser Welt schied“.
Luzia ließ ein paar wenige Partikel auf ihre Tochter herab rieseln durch die ihre Schwingen plötzlich zu leuchten begannen.
Das triste grau verfärbte sich zu weiß, ehe sie wie durchsichtiges Glas zu den Prismenfarben erstrahlten aus denen sie bestehen sollten. Zuletzt strich sie dem Mädchen mit dem Handrücken über die Wange „Ich dachte einst, ich sei die Auserwählte die dem Planeten zu seinem Frieden zurück verhilft, doch ich lag falsch. Du bist es“.
Als Luzia sich erhob, richtete sie sich an ihren Ehemann „Sie ist eine wahre Königin Calum, nur sollte sie es noch nicht sein. Sie ist zu jung für eine solche Bürde“.
Dieser erwiderte ihren Blick „Du führst uns zusammen“.
Die Königin neigte lediglich den Kopf, als sie neben Palladium plötzlich verschwand.
Doch sie verließ Callisto noch nicht und tauchte stattdessen vor ihrer Jüngsten auf um Cinders Hand zu ergreifen ohne, dass diese damit rechnen konnte.
Die Prinzessin hatte keinerlei Erinnerung an die Königin. Diese war sogleich nach ihrer Geburt aus dem Leben geschieden, sodass Cinder niemals die Möglichkeit gehabt hatte ein Wort mit ihr zu wechseln.
Mit geweiteten Augen musterte Cinder ihre Mutter, brachte jedoch keinen Ton heraus.
Stattdessen flüsterte Luzia „Ich habe mir so lange gewünscht dir einmal so in die Augen sehen zu können… versprich mir, dass du mich auch weiterhin in der Dunkelheit suchen wirst“.
Es war nur ein kleines Funkeln in Cinders geweiteten Augen die ihr verrieten, dass sie verstand.
So entschwand sie abermals so schnell wie sie gekommen war und kam nun bei einem allein stehenden Mann wieder zum Vorschein, den sie überraschend umarmte, ohne dass dieser sich darauf vorbereiten konnte. Plötzlich und mit festem Druck hielt sie den jungen Mann in ihren Armen.
Ihr Sohn, der sie ein Leben lang vermisste. Der kleine Junge, den sie so lange verleugnen musste um der Königsfamilie angehören zu können.
Der Krieger, der heute zu viele Narben durch ihre Schuld in seinem Herzen trug.
„Ich entlasse dich aus deinem Versprechen. Du hast deinen Schwur voll und ganz erfüllt. Sei frei und lebe wie du es möchtest. Ich trage dich auf ewig in meinem Herzen mein Sohn“.
Teiz wusste nicht wie ihm geschah, als sich das Wesen aus Licht von ihm löste und langsam zurück gen Himmel glitt.
Sie nahm ihren Platz am Sternenhimmel ein.
Wortlose magische Wesen ließ sie dabei zurück, die beobachteten wie der hellste Stern über ihnen als kleiner leuchtender Punkt am Nachthimmel thronte.
„War das gerade…“ wollte Lia bereits ungläubig fragen, als eine der Feen plötzlich dazwischen brüllte „Vara!“.
Mit sofortiger Reaktion saßen ihre Freundinnen an ihrer und Palladiums Seite, während Calum die Tränen nicht mehr verbergen konnte.
Die erwachenden Augen der schwachen, ausgelaugten Fee glitten langsam zwischen ihnen umher und die träge Stimme ließ hören „Hallo… was ist los? Hab ich was verpasst?“.
Palladium ergriff sanft ihre Hand und umgriff die schwachen Finger mit beiden Händen, als er erleichtert seine Lippen daran legte und hauchte „Mehr als wir dir erklären könnten“.


The End! Und trotzdem stehen noch zwei Kapitel aus die das Ganze noch einmal richtig ausarten lassen. Ja, ich liebe Übertreibungen ;D Wenn ich diese Story schon verabschieden muss, dann mit einem großen Knall und euch nehme ich mit. Allein wäre es ja auch langweilig. Ich hoffe natürlich, dass euch das Grande Finale gefallen hat und euch dennoch auch die letzten beiden Abspannkapitel durchlest ^^ Lasst mir gerne eure Meinungen und Liebe da.

LG Seilix
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