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Fee der magischen Energie

von Seilix
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Palladium
18.08.2017
23.02.2021
94
415.867
41
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12.02.2021 5.880
 
Noch immer mit geweiteten Augen stand das Mädchen da. Ihre violetten Augen musterten den für sie Fremden von oben bis unten. Das Haar… seine Augen… das Gesicht…
Sie begann unwissentlich ihre eigenen Züge mit den Händen nachzufahren. War es tatsächlich möglich, dass sie von diesem Mann abstammte? War er es tatsächlich? Cinder musste feststellen, dass sie absolut keine Erinnerung mehr daran hatte wie ihr Vater wirklich aussah.
Sie war fünf Jahre alt gewesen als er verschwand… ein Alter in dem einiges der Wahrnehmung anders war und mit der Zeit verblasste.
Nur Palladium neben ihr fragte ein weiteres Mal nach „Er ist König Calum? Der rechtmäßige Herrscher über diesen Planeten?“.

Der Fremde wandte sich nach dem Zauber, der ihn wohl kaum ermüdete, um, als überprüfe er, dass er auch keinen der Basilisken vergessen hatte die sie vor wenigen Minuten noch überrannt hatten.
Dabei zeigte er sein Gesicht deutlich für sie alle und Athmos bestätigte „Kein Zweifel. Er ist der König der vor einem Jahrzehnt spurlos verschwand. Tyrian sei Dank! Er ist zu uns zurückgekehrt!“.
Der Priester klang geradezu überwältigt dieser Nachricht als wollte er sie sofort als Prophet verbreiten, als ihm jemand dazwischen brüllte „TEIZ!!!“.
Die Enchantix die ungebremst auf Daro zu schoss und nur Tränenüberströmt den Namen ihres Geliebten brüllte war so stürmisch, dass sie den Spezialisten glatt von dem Tier riss, als er sie mit beiden Armen abfing.
Die Fee weinte und drückte sich so fest wie möglich an den jungen Krieger.
Es war ihre Wiedersehensfreude die Amaryl sämtliche Fassung entgleiten ließ.
Teiz selbst, der kaum wusste wie ihm geschah, empfing sofort ein Anflug der Reue. Er wusste sofort welcher Qualen seine Freundin ausgesetzt gewesen war, schließlich erging es ihm nicht anders bei der Ahnungslosigkeit um sie.
Das letzte Mal hatte er Amaryl auf dem Schlachtfeld gesehen ohne zu wissen ob sie es überleben würde und nun sah er sie, diese veränderte Fee, die glänzenden Schwingen ihres jetzigen Daseins und er wusste sofort, dass sie damit ein Opfer gebracht hatte.
Er vernahm nur das leise Schluchzen an seinem Ohr „Tu mir das nie wieder an… ich liebe dich…“.
Auch er selbst konnte sich bei diesen Worten die Tränen nicht verkneifen und flüsterte auch ihr zu „Verzeih mir… verzeih mir…“.

Auch Calum beobachtete dieses Schauspiel einen Moment. Es ließ seinen Blick erweichen seinen Ziehsohn so zu sehen. Der Junge hatte seine Liebe gefunden, das war für jeden in diesem Augenblick sichtbar.
Er war so groß geworden… erwachsen.
Erst nach einigen Sekunden konnte er sich von diesem Anblick los reißen, als er einige Personen in seinem Blickfeld bemerkt.
Die Meisten davon waren ihm gänzlich unbekannt, doch einen erkannte er sofort wieder.
Kurzzeitig verengten sich seine Augen, als er an die vielen Auseinandersetzungen mit ihm dachte. Die Streitig- und Uneinigkeiten und doch… war dieser Mann sein Vater dessen Verbleib ihm jahrelang unklar war, so musste dem Blick zu urteilen auch dieser denken. Dragomir stand dort als könnte er es nicht glauben.
Dabei war es für Calum selbst ebenfalls wie ein Traum.
Er war zuhause…
Die nächste Aufmerksamkeit zog dann jedoch ein Mädchen auf sich. Jung und bildschön.
Er wusste sofort wer sie war, zumindest glaubte er das, als er sich ihr wie selbstverständlich näherte und fragte „Varanda? Bist du das?“.
Doch das etwas verunsicherte Mädchen schüttelte den Kopf und wich seinem Blick aus „Nein… Ich bin… Cinder“.
„Cinder?“ erschrocken weitete Calum die Augen „Das kann nicht sein… bei Tyrian…“.
„Doch, so ist es“ rief Teiz kurzerhand dazwischen der mittlerweile von Daros Rücken gerutscht war und Amaryl nicht mehr von der Seite wich „Vergesst nicht Euer Hoheit. Es sind 10 Jahre vergangen“.
Erstmals realisierte Calum wirklich was das bedeutete.
Es war ein unüberlegter Impuls, als er seine jüngste Tochter einfach ergriff und in die Arme schloss. Mit unterdrückenden Tränen flüsterte er es erneut „10 Jahre…“ um es wohl selbst zu verinnerlichen.
Das Mädchen so überrumpelt ließ ihn gewähren und hörte ihn weiter sprechen „Als ich euch verließ warst du noch so klein“.
„Ja…“ konnte sie lediglich zustimmen. Es war zu viel für sie um mehr sagen zu können.
Dieser Moment überforderte alles in Cinders Kopf. So plötzlich ihrem Vater gegenüber zu stehen… das war so unwirklich…
Es dauerte eine ganze Weile, als sich Calum mit einem leichten Zittern von ihr löste um sich wieder zu erheben.
Um sie versammelten sich indessen alle Beteiligten.
Darunter auch zwei seiner treusten Gefolgsleute, die sich mit ihrem Ankommen sofort vor ihm verneigten und ehrerbietend auf die Knie gingen. Die rechte Faust legten sie dabei auf ihr Herz, als sie ihn im Gleichklang willkommen hießen „Mein König!“.
Dieser musterte seine ehemaligen Kameraden „Lia… Mathis… erhebt euch“.
Auch die Feen und Spezialisten die näher kamen verneigten sich leicht.
Die Lady bot ihm zudem sofort einen Stab dar „Wir glauben, dass der hier bei seinem rechtmäßigen Besitzer besser aufgehoben ist“.
Vorsichtig umfasste Calum das wertvolle Relikt „Das Wetterzepter… wieso ist es hier?“.
Wie mit einem Schlag wechselten die Beteiligten einige besorgte Blicke, ehe Athmos vorsichtig antwortete „Prinzessin Varanda muss ihn verloren haben, als sie…“.
„Varanda hatte ihn?!“ sofort war Calum alarmiert.
Natürlich hatte Teiz ihm während ihres gemeinsamen Aufenthalts im Limbo alles über diesen Krieg und die neuesten Vorfälle erzählt was er wissen musste, bis auf das.
Der Schlosspriester öffnete bereits den Mund, die ganze Sache zu erklären, als der Schutzherr vorpreschte „Wo ist Varanda?!“.
Diese Frage beantwortete ihm Amaryl „Wir haben keine Ahnung. Während des Kampfes drohte Conver Cinder etwas anzutun. Vara hat ihn daraufhin mit sich aus dem Fenster gestoßen. Sie sind einfach verschwunden“.
„Ohne ihre Feen-Flügel?!“ Teiz klang schockiert, doch Mathis beschwichtigte ihn sofort „Keine Sorge, sie hat ihre Feen-Kräfte zurück erlangt“.
„Wenn es denn noch Feen-Kräfte sind“ warf Dragomir warnend dazwischen „Ich habe sie gesehen. Es sind die Prismen-Flügel die einst Luzia besaß. Aber sie sieht verändert damit aus. Ich weiß nicht was es für Kräfte sind die sie an Tyrians-Schrein erweckt hat“.

„Ganz egal was es ist! Sie kann Conver damit nicht besiegen!“ brüllte es plötzlich durch den Raum, worauf es ein klirrendes Geräusch gab und Licht über sie hinweg strömte.
Das nächste was sie sahen war, dass Espen Enzo auf die Beine half und ihn stützte, während Nora die Basilisken anherrschte sich zu bewegen.
Die Frau wirkte wütend und geladen ihrer schwarzen Magie.
Sie hatten nicht aufgepasst und zugelassen dass die beiden Enzo aus Calums Barriere befreien konnten.
„Ihr habt also noch nicht genug?“ knurrte der amtierende König jedoch nur gelassen und stemmte das Zepter gegen den Boden.
Enzo, der inzwischen vollkommen geschwächt wirkte, keuchte nur „Ich weiß zwar nicht… wie du es geschafft hast… 10 Jahre im Limbo… mit den Basilisken zu überleben, aber… auch du kannst es unmöglich mit ihnen… allen aufnehmen“.
Calum verengte die Augen „Mag sein, daher ist es gut, dass ich nicht allein bin“.
Wie aufs Stichwort bauten sich alle Krieger, Feen und Familienmitglieder an seiner Seite auf.
Auch Teiz knurrte „Du wirst dafür bezahlen was du uns angetan hast Enzo“.
Ohne einen sichtbaren Befehl schossen plötzlich die ersten beiden Basilisken los.
Sie schlängelten sich mit ihren aufgesperrten Mäulern immer näher an ihre Feinde heran.
Es waren Mathis und Alice die sich zunickten, ebenso wie Lia und Amaryl die den Blickkontakt suchten.
Zu viert machten sie sich bereit und hielten in vereinter Front auf die Schlangen ein.
Calum war glatt überrumpelt davon, der sich eigentlich selbst diesen Bestien hatte annehmen wollen und realisierte erst nach und nach, dass ihm hier einiges abgenommen wurde. Ein Umstand an den er sich als König nach Jahren der Einsamkeit und des allein Kämpfens erst wieder gewöhnen musste.
Zeitgleich lief Zillah los, die von ihrem Bruder Rückendeckung bekam um sich ein weiteres Mal Nora anzunehmen.
Gerade als Calum selbst auch Angriff nehmen wollte, wurde ihm jedoch eine Hand auf die Schulter gelegt „Wir übernehmen diesen Kampf mein Sohn, du solltest dich jedoch um Enzo kümmern“.
Mit einem Seitenblick sah er Dragomirs verhassten Blick, sowie die Wutfalten die den Fürsten bereits so lange begleiteten wie Calum sich zurückerinnern konnte, der knurrte „Sorg dafür, dass dieser Verräter bekommt was er verdient“.
„Darauf kannst du dich verlassen“ stimmte der König zu.
Teiz, der sich ebenfalls noch einen Moment zurück hielt entdeckte Palladium, der wie alle anderen bereit war seinen Teil beizutragen und bereits sein Schwert beschwor.
Er sah sofort, dass der Elf verletzt war und trotzdem den Willen besaß weiterzukämpfen.
Was war bloß in der Zeit passiert in der er im Limbo fest saß…
„Warte“ hielt Teiz ihn kurzerhand zurück „Du musst Vara suchen“.
Überrascht wandte der Elf ihm den Kopf zu „Das könnte Stunden dauern. Sie könnte sonst wo in diesem Wald sein“.
„Und genau deswegen musst DU sie suchen. Du bist der Einzige der sie jetzt noch so schnell wie möglich aufspüren kann. Sie wird sicher deine Hilfe brauchen“.
Palladium begann nachdenklich abzuwägen. Varanda war als Fee stärker als jemals zuvor und sie würde Conver ganz sicher nicht mehr klein bei geben, dennoch war ihm auch klar, dass Teiz recht haben könnte. Was wenn doch etwas schief ging oder dieser König noch ein Ass im Ärmel hielt… wenn Varanda wirklich in Gefahr war, würde er es sich niemals verzeihen untätig gewesen zu sein. Mit einem tiefen Schlucken nickte der Elf schließlich der Entschlossenheit „In Ordnung, aber lass mich dir noch eine kleine Starthilfe geben, wenn ich euch schon euch selbst überlassen muss“.
„Eine was?“ Teiz war zunächst verwirrt, bis er sah wie Palladium die Augen schloss und sich konzentrierte. Er legte die Hände vor sich aneinander und sammelte seine Magie „Mit der Schnelligkeit der Geparden, der Flugkraft des Falken und Stärke der hohen Titanen“.
Der Spezialist wusste kaum wie ihm geschah, als er plötzlich diesen Kraftschub spürte.
Er fühlte sich zugleich mächtig, stark und doch federleicht und tatsächlich, er hob vom Boden ab.
Es war als glühte seine Haut während sein Körper nur so vor magischer Energie strotzte „Bei Tyrian, was ist das für ein Zauber? So fühlt sich also Magie an“ staunte er.
Palladium konnte sich ein Überlegens Grinsen nicht verbergen, während er zugleich doch mit einem Anflug von Müdigkeit zu kämpfen hatte „Nur eine kleine Rückversicherung, verschwende sie nicht“.
„Bestimmt nicht!“ als könnte ihn nichts mehr aufhalten spannte er sämtliche Muskeln an und nickte seinem Kollegen siegessicher zu, welcher zurück nickte „Schön, dass du wieder bei uns bist Teiz“.
Der Schutzherr konnte nur Grinsen und führte zwei Finger an seinen Mund um einen lauten Pfiff loszulassen, sodass Daro aufmerksam wurde „Hoffentlich hast du nicht vergessen was ich dir über das Drachenfliegen gezeigt habe“.
Palladium beobachtete wie das Tier zu ihnen herüber trat „Das werden wir gleich wissen“.
Im selben Wortlaut kam auf einmal Cinder angelaufen, die ihm sofort etwas entgegen streckte „Hier, das hat Tine auf dem Boden gefunden. Ich glaube Vara hatte das die letzten Tage immer bei sich“.
Natürlich erkannte Teiz den Stein sofort „Das ist der Glücksbringer den Amaryl mir gegeben hat… er scheint seine Runde zu machen“.
Palladium nahm die geschliffene Feder entgegen „Danke“.
Mit einem letzten Blick auf den bereits wieder entfachten Kampf, wandte der Elf sich Daro zu.
Der Drache wartete ruhig und entspannt, wenn auch aufmerksam auf einen jeden Basilisken der angreifen könnte.
„Denk daran was ich dir beigebracht habe. Lass dich von Daro leiten. Er wird wissen wo du hin willst“ gab Teiz noch seinen letzten Tipp.
„Wo kommt denn der Gute eigentlich her?“ fragte Palladium schnell, während er sich bereits auf Daros Rücken hievte.
Teiz, der mit seinen neu erlangten Kräften über ihm schwebte, erklärte „Als Calum und ich hier ankamen sind wir dabei einigen Sarcas in die Quere gekommen die einen Drachen eingefangen hatten. Der war aber nicht ruhig zu kriegen. Ich hätte Daro doch niemals diesem Schicksal überlassen können, mal abgesehen davon, dass er uns kurzum vor den Soldaten gerettet hat“.
Palladium konnte sich ein Grinsen nicht unterdrücken und tätschelte den Drachen „Was auch sonst… dann los Daro, lass uns Varanda suchen!“.
Der Drache ließ ein Brüllen los, ehe er bereits von selbst kehrt machte und sich enthusiastisch in die Tiefe schmiss.
Palladium der mit der ganzen Materie noch nicht zu 100 % vertraut war, hielt sich noch etwas verkrampft auf Daros Rücken und lehnte sich aus Angst er könnte doch fallen, so weit nach vorne, dass er komplett auf ihm lag.
Erst nachdem der Drache wieder an Höhe gewann und der Elf einige Male tief durchgeatmet hatte, zwang er sich der Entspannung und richtete sich vorsichtig auf.
Daro ließ dabei bereits ein leichtes Murren hören.
„Ja doch, gib mir nur ein paar Minuten. Ich fliege nicht alle Tage“.
Bereits bei dem Blick in die Tiefe wurde Palladium mulmig. Dieses einmalige Nachttraining hatte bei weitem nicht gereicht um aus ihm einen sicheren Flugexperten zu machen.
Aber hier ging es um Varanda… er durfte keine Zeit vergeuden und sich jetzt zusammen reißen!
Erneut zwang er sich mit gleichmäßiger Atmung ruhig zu bleiben und konzentrierte sich „Also schön Daro. Feen hinterlassen immer eine magische Spur und Varandas müsste inzwischen stärker denn je sein. Wir brauchen nur ein paar magische Partikel“.
Er sammelte all seine Sensoren und wirkte einen verstärkenden Zauber. Den weißen Stein in Form der Feder hielt er dabei fest umgriffen. Die letzten Tage hatte sie ihn pausenlos bei sich getragen. Ihre magische Aura war praktisch von ihm getränkt.
Na los! Sie konnte noch nicht über alle Berge sein.
Dann bemerkte er sie. Es war nichts was für das menschliche Auge sichtbar war, aber er spürte die Spur.
Wie mit seinem sechsten Sinn wies er an „Da lang Daro!“.
Der Drache folgte ohne zu zögern und schoss mit seinem Reiter los in Richtung Norden.

*

Calum hatte dem Elf hinterher gesehen wie er auf Daros Rücken verschwunden war. Der Drache vertraute ihm, das hatte er sofort bemerkt.
Dieses sture Tier, das einst nicht von seiner Tochter, die ihn aufgezogen hatte, wegzubekommen war. Er erinnerte sich noch genau, wie er Daro einmal versucht hatte selbst ein Halfter anzulegen und kläglich daran gescheitert war.
Niemand außer Varanda und Teiz hatten diesen Drachen anrühren dürfen, gelegentlich auch noch Cinder, doch das war das Ende der Gefühle.
„Wer war der Mann?“ fragte er daher an seinen Ziehsohn.
Dieser folgte dem nachdenklichen Blick des Königs einen Moment und antwortete „Palladium ist ein Professor an der Alfea Feen-Schule. Er und Vara stehen sich… sehr nahe, wenn Ihr wisst was ich meine“.
Kurz überraschte es Calum, dabei war es nur logisch. Seine Tochter war nun eine junge Frau mit einem eigenen Leben… schließlich war es ihm mit Luzia nicht anders ergangen.
Daher stellte er nur eine Frage „Was hältst du von ihm?“.
„Ich?“ fragte Teiz glatt überrascht, dass Calum so viel auf seine Meinung setzte. Nie zuvor hatte der König ihn in der Vergangenheit etwas derart persönliches gefragt.
Schnell räusperte er sich und wandte den Blick wieder auf den Feind „Ich vertraue Palladium mein Leben an. Er würde niemals zulassen, dass Varanda etwas passiert“.
Kurz brauchte Calum einen Augenblick, nickte dann jedoch kaum merklich „Gut“.
Schließlich verdrängte er den Gedanken um in das hier und jetzt zurück zu gelangen „Also dann! Kümmern wir uns endlich um diese Riesenschlangen!“.
„Nichts leichter als das“ grinste Teiz überlegen und nutzte seinen Boost um augenblicklich Kraft aufzubauen.
Wie ein Blitz schoss er durch die Luft hinter einen der Basilisken und packte die Schwanzspitze.
Mit allem was er zu bieten hatte zog er nur so an dem Vieh und schleuderte es schließlich im hohen Bogen in die Tiefe.
Diese Kraft der Titanen war wirklich gewaltig und noch mehr.
Er konzentrierte sich und sah tatsächlich die grünen Energieflammen aus seinen Handflächen empor steigen. Das konnte nur lustig werden.
Einmal mit magischen Fähigkeiten ausgestattet fackelte Teiz nicht lange, sondern ließ der Zerstörungswut bei diesen Basilisken zu gerne freien Lauf. Dabei stellte er jedoch auch fest, dass diese Flammen gar nicht so einfach zu kontrollieren waren ohne versehentlich eine der Feen zu treffen, so rettete er die Mädchen lediglich gezielt, die sich gemeinsam derweil ihren eigenen Plan zurechtlegen.

Katy flog zu Amaryl und Alice herüber „Hey Mädels, ich hab da ne Idee“.
„Lass hören“ forderte die Sternenstaubfee auf.
„Wir dürfen den Basilisken nicht in die Augen sehen, aber was ist wenn wir ihnen einfach ein paar Augenklappen anlegen. Wie bei den Drachen wenn man sie ruhig stellen will“.
„Du bist ein Genie Katy!“ rief die Eisfee unumwunden aus und Amaryl stimmte zu „Das könnte tatsächlich funktionieren, dann los!“.
Sie löste sich von ihren Freundinnen und nahm Anflug auf Lia, um sie einzuweihen.
Diese sicherte natürlich sofort ihre Kooperation zu und schickte ihre Ketten los, um die Tiere um ihre Hälse zu fesseln.
Drei von ihnen erwischte sie auf Anhieb, worauf sich Alice mit geschlossenen Augen näherte.
Sie schoss auf gut Glück ihr undurchdringbares Eis wie eine Augenbinde über die Augen.
Katy tat es ihr mit ihrem Maulkorbzauber gleich.
Zillah und die Spezialisten die das Vorhaben beobachteten versuchten es ebenfalls.
Die Estrellas fingen die Schlange ein, worauf die Spezialisten mit ihrer Ausrüstung dem Basilisken sogleich eine Augenbinde anlegten.
Selbst Ilias und Mathis fingen mit Hilfe von Cinder und Tine eine der Bestien ein.

Calum hatte indessen den Kampf gegen Enzo und Espen aufgenommen.
Mit der Macht seines Wetterzepters und der goldenen Flügel hielt er mit einem Energiestrahl nach dem anderen auf die Verräter zu.
Enzo war zwar noch immer geschwächt, doch das Kontern gelang ihm auch weiterhin.
Das Kräftemessen war inzwischen in die Luft gewechselt, doch keiner dachte auch nur daran dem anderen nachzugeben.
Die Umgebung war inzwischen nur so von magischen Partikeln getränkt und eine jede Schockwelle die nach den mächtigen Angriffen folgte war noch bis in Kilometer Entfernung zu sehen und zu spüren.
Wieder und wieder prallten die Energien gegeneinander und verursachten eine Explosion.
Selbst als Enzo und Espen ihre Kräfte bündelten konnte Calum dem standhalten.
Über die Jahre hatte sich eine Menge magischer Energie in ihm angestaut ohne im Limbo wirklich entweichen zu können.
Die Böen schlugen um sich, als der Strahl von einer Partei zur anderen führte und sich die Verfeindeten ebenbürtig standhielten.
Es kostete Anstrengung, doch wer hier nachgab war der Verlierer eines zu lange andauernden Kampfes um klein bei zu geben.
Plötzlich brüllte Espen schmerzvoll auf, ehe er zu Boden stürzte.
Erschrocken brach Enzo das Kräftemessen ab und wandte sich um. Er sah in Dragomirs von Hassfalten durchzogenes Gesicht.
Der Fürst hatte Espen ohne Gnade rücklinks die volle Breitseite verpasst und es sah nicht so aus als würde er vor Enzo damit zurück schrecken.
Kurzerhand stand der einstige Obergeneral damit zwei gnadenlosen Monarchen gegenüber.
„Sieh es ein Enzo!“ kam auch Calum näher heran „Du hast verloren!“.
Schließlich senkte der Sarcas den Kopf „Ihr habt mich… ich hätte nicht geglaubt, dass all das hier passiert. Dieser Krieg hätte niemals ein solches Ausmaß annehmen dürfen. Das war alles nicht geplant… Auch nicht das Conver… plötzlich derartige Befehle gibt. Es hätte nur Cinder sein sollen die einer Ehe mit Ilias zustimmt“.
„Auch Ilias und Cinder haben einen eigenen Willen“ stellte Calum streng klar „Menschen können nicht wie Trophäen herum gereicht werden. Ich hatte gehofft du hättest das inzwischen gelernt“.
„Wie auch immer“ knurrte Dragomir „Du wirst deine rechtmäßige Strafe erhalten Enzo. Callisto hat in diesem Krieg gesiegt“.
Plötzlich ließ Enzo ein Lachen verlauten „Ihr denkt der Krieg ist vorbei? Das ist er noch lange nicht. Ihr mögt mich, Espen und Nora besiegt haben. Möglicherweise hat selbst Varanda es geschafft und Conver gestellt, doch… die Basilisken sind nicht zu besiegen. Selbst für euch sind es zu viele“.
Kurzerhand packte Calum seinen einstigen vertrauten am Kragen und knurrte wütend „Ich warne dich, Enzo! Lass diese Spielchen! Ruf sie zurück in deine verfluchte Dimension!“.
Doch dieser sah dem König ruhig und erschöpft in die Augen „Versteht Ihr immer noch nicht Euer Hoheit? Ich kann es nicht. Die Basilisken werden erst Ruhen und in das Limbo zurückkehren, wenn sie jeden einzelnen Bewohner dieses Planeten in Stein verwandelt oder gefressen haben. Wie ich schon sagte: Die Basilisken sind nicht aufzuhalten“.

Die Monarchen wechselten ihre angespannten Blicke, als sie Enzo am Boden von Lia fesseln ließen. Nora und Espen waren beide bewusstlos und kampfunfähig.
Die Basilisken lagen durch den genialen Plan der Enchantix-Feen danieder und regten sich ihres Augenlichts beraubt, keinen Zentimeter mehr.
„Das war es!“ jubelte Katy bereits los „Wir haben es geschafft!“.
„Noch nicht!“ warnte Calum jedoch bestimmt und richtete den Blick hinaus über die Stadt „Die Basilisken sind immer noch dort draußen. Das Volk ist in Gefahr. Wir müssen das beenden, egal wie“.
Noch herrschte Stillschweigen. Zwar versammelten sich alle um Calum, doch die Unsicherheit stand den Tapferen im Gesicht geschrieben.
Es war Teiz der sich daraufhin neben seinen König platzierte und das Wort ergriff „Worauf warten wir dann noch? Bringen wir zu Ende was wir begonnen haben, gemeinsam. Ihr alle habt bereits so viel riskiert und das für all die Bewohner da draußen. Vara ist nicht mehr die Einzige die auf Callisto Hoffnung verbreitet, das seid ihr alle. Also lasst uns die Menschen nicht enttäuschen, das sind wir ihnen schuldig“.
Langsam verwandelten sich die zurückhaltenden Blicke zu lächelnder und entschlossener Mimik.
Zustimmendes und folgsames Nicken von allen Seiten war die Folge, worauf David bestätigte „Wir stehen hinter dir mein Freund“.
Auch Ilias „Leitet den Weg, werter Schutzherr“.
Selbst Zillah begegnete ihm positiv gestimmt „Die Unterstützung der Estrellas ist euch sicher“.
Und Amaryl verlieh seiner Sicherheit den letzten Stoß „Wir alle gehen mit dir“.

Calum am Rande des Geschehens war glatt hilflos dabei zuzusehen wie Teiz, der Schutzherr seiner Tochter, sein Ziehsohn und einst so unterwürfiger Soldat, an derartiger Stärke gewonnen hatte.
Er konnte diese jungen Krieger besser führen als er selbst. Sie vertrauten ihm.
Dieser Junge war kein Junge mehr. Er war zu einem derart starken Mann heran gereift. Er war so diplomatisch und voll Zuversicht wie einst seine Mutter. In Teiz steckte so viel Leben, in ihnen allen. In all den jungen Gesichtern in die Calum blicken konnte erkannte er einen Geist den er einst so verkrampft versuchte zu verbreiten und aufrecht zu erhalten. Hingabe und Willensstärke. Er sah es in jedem einzelnen von ihnen.
Beinahe mit etwas Wehmut sah er einen nach dem anderen den Turm verlassen um Kurs auf die Stadt zu nehmen.
Hatte ihn die nächste Generation bereits abgelöst?
Jedoch wurde ihm sogleich eine Hand auf die Schulter gelegt.
Glatt überrascht blickte Calum in das weiche Gesicht seines Vaters „Ich weiß wie du dich fühlst. Mir ging es nicht anders, als du meinen Platz auf dem Thron eingenommen hast, doch manchmal… muss man sich zurückziehen und einfach ein wenig Vertrauen haben… lerne diese Lektion nicht auf die harte Weise wie ich es musste…“.
Mit seinen nächsten Worten sah Dragomir geradeaus zum Horizont, als meide er aus Scham den Blick seines Sohnes „…übrigens… ich bin sehr froh dich noch einmal wohlbehalten hier zu sehen“.

*

Noch immer durchstreifte ich diesen dichten Wald ohne auch nur ein Geräusch zu hören.
Mit der Zeit machte es mich wahnsinnig…
Der Schmerz verebbte langsam der Anspannung, während mich meine Flügel weiter dicht über dem Waldboden trugen.
Er war hier! Ich spürte seine Anwesenheit geradezu und bahnte mir langsam weiter meinen Weg durch das Geäst.

„Ich weiß wie du über mich denkst…“ vernahm ich die Stimme plötzlich von allen Seiten, worauf ein leidvolles Aufstöhnen erklang, ehe er weiter sprach „…was für ein furchtbarer Mensch ich bin. Du siehst mich als Monster, blutrünstig und gewissenlos, ist es nicht so?“.

Ich suchte die Bäume lediglich mit den Augen ab, ließ mich jedoch nicht von meinem eigentlichen Weg abbringen.
Er versuchte mich zu verwirren und nutzte den Wald zu seinem Vorteil. Beirren ließ ich mich jedoch nicht und schwieg. Seine magischen Schwingungen leiteten mich direkt zu ihm, während er sich weiter äußerte:

„Ich hätte niemals geglaubt, dass du mir eines Tages eine derart ebenbürtige Gegnerin sein würdest… du hast wirklich… alles erreicht“.

Immer wieder pausierte er um sich wohl seiner Schmerzen durch das Sprechen zu erholen.
Ich hörte sein Leid heraus und die Verbitterung,

„Du hast mich wirklich ehrenvoll besiegt… etwas, was man von mir nicht gerade behaupten kann… dabei… wollte ich nur den Willen meines Vaters durchsetzen. Welch Ironie… dieses Schicksal teilen wir beide… wir sind beide an diese Welten gefesselt… nur Sklaven unserer Planeten“.

Ich landete auf dem Blätterteppich unter meinen Füßen und trat langsam weiter voran. Ich wusste genau wo er war. Ich spürte ihn… seine Aura… seine Energien so klar, obwohl seine Stimme von allen Seiten auf mich zu dröhnte.
Ich verlor nicht das wesentliche aus den Augen.

„Ich weiß, dass ich keinerlei Gnade von dir erwarten kann. Wieso auch? Ich verdiene den Tod. Besser er kommt durch deine Hand, als von einem anderen“.

Als ich ein paar weitere Äste zur Seite schob, entdeckte ich ihn.
Besiegt und schwer atmend lag er dort am Waldboden an einen Baum gelehnt.
Ich sah mit dem ersten Blick, dass seine Verwandlung missglückt war. Sein rechter Flügel war wie verkrümmt. Er musste ihn sich beim Sturz gebrochen haben.
Zudem quoll Blut aus der linken Gesichtshälfte hervor die ich ihm verkratzt hatte.
Ruhig und monoton lag er da, als akzeptiere er nun seine Niederlage und stünde mit einem Bein bereits am Rande des Reichs des Vergessens.
Trotz dieses Anblicks hielt ich einen gewissen Sicherheitsabstand. Man wusste nie.
Er hätte mir glatt leidtun können, wäre er in den vergangenen Tagen nicht zu meinem schlimmsten Albtraum mutiert.
Und selbst in dieser Situation konnte er sich sein ironisches Grinsen nicht verbergen „Bekommst du denn niemals einen Kratzer ab? Du siehst wie unverletzt aus“.
Mir war jedoch absolut nicht zum Scherzen zu Mute „Wenn du wüsstest…“.
Er präsentierte sich und seinen vollkommen geschundenen Körper „Das muss ein erbärmlicher Anblick für dich sein…“ er verzog schmerzvoll das Gesicht.
„Du hast mich herausgefordert“ erinnerte ich ihn „Ich habe das nie gewollt“.
„Wie wahr… wie wahr…“ äußerte er sich erneut, ehe er den Kopf empor streckte und vollkommen verkrampfte „Wenn es nur nicht so schmerzen würde…“.
Nach wenigen Momenten beruhigte er sich wieder und fixierte mich mit seinem einzigen, noch gesunden Auge „Weißt du… als wir gestürzt sind, habe ich sozusagen mein Leben an mir vorbei ziehen sehen… und das verrückte daran ist, dass in beinahe jedem Moment an den ich mich zurück erinnern kann, DU eine Rolle spielst. Seit deiner Geburt hat sich mein Leben immer nur um deines gedreht. Du bist wie ein Dämon der mich bis in meine Träume verfolgt. Ich habe begonnen dich zu hassen, obwohl ich dich heiraten sollte. Letzten Endes dachte ich, wenn ich dich umbringe… endet diese Tyrannei vielleicht endlich. Nun kann ich kaum noch einen Zentimeter meines Körpers bewegen und das letzte was ich wohl in meinem jämmerlichen Dasein sehen muss… bist du! Wenn man das nicht Ironie des Schicksals nennt“.
Es war der erste und letzte Moment an dem mir Conver den vollen Einblick in seine Seele gab. Er zeigte mir sich als den ehrlichen und echten Mann als den ich ihn immer hatte sehen wollen. Das Erschreckende dabei war, dass er sich kein Stück von mir unterschied.
Wir waren beide Gefangene unserer selbst, nur hatte ich letzten Endes mein Leben selbst in die Hand genommen.
Ich konnte mich retten, während er Tag für Tag ein Stück weiter in seine Verdammnis gerutscht war.
Mir kamen nur diese Worte über die Lippen „Es tut mir leid…Conver“.
Er schwieg einen Augenblick, bis er mich ein weiteres Mal ungefährlich fixierte und fragte „Sag… liebst du diesen Elf?“.
Kurz wusste ich nicht was ich darauf antworten sollte. Zwar kannte ich die Antwort für mich, doch war es in dieser Situation klug ihm die Wahrheit zu sagen?
„Und wenn es so wäre?“ stellte ich daher die Gegenfrage.
Erneut dieses ironische Grinsen „Dann verdient ihr euch gegenseitig… Ich werde dir nichts vormachen Varanda. Ich werde hier und heute sterben, aber… du wirst das auch“.
Ich verengte die Augen. Hatte ich es doch gewusst!
Ihm ja nicht die Chance zu geben, reagierte ich blitzschnell und hob die Arme.
Ich materialisierte Pfeil und Bogen und spannte sie mit Visier auf Conver.
„Du kannst nicht entkommen“ drohte er mir.
Ich biss die Zähne aufeinander, als ich bereits spürte wie er seine Magie im gesamten Körper bündelte „Vielleicht nicht… aber zumindest kann ich dich aufhalten“.
Ich machte mir überhaupt nicht mehr die Hoffnung alleine heil aus dieser Sache heraus zu kommen, dennoch versuchte ich es, für meine Familie!
Mein Pfeil würde nichts bringen.
Es wäre nur ein vergeudeter Schuss gewesen… ein Angriff der einem normalen Menschen sofort den Tod gebracht hätte, doch nicht diesem Mann.
Conver war eine, sich in diesem Moment, entladende Zeitbombe.
Ich sah das Glühen seines gesamten Körpers und machte unumwunden kehrt.
Er selbst war die Waffe, bereit der eigenen Opferung.
Ich floh so schnell durch den Wald wie mich meine Flügel tragen konnten.
Im Slalom schoss ich um die Bäume ohne überhaupt ein Ende zu sehen, doch es schien nichts zu nützen.
Seine Energie verfolgte mich. Eine dunkle Aura, verbittert und rachsüchtig, die immer näher kam. Ich spürte die Hitze des Feuerwalls die daraus entstand und alles hinter mir nur so in Schutt und Asche legte.
Er würde mich mit sich nehmen… er hatte recht, entkommen konnte ich nicht, also tat ich das einzig logische. Ich suchte Schutz!
Aus Reflex lenkten meine Flügel zu dem einzig in Frage kommenden Versteck den meine Augen nur für einen Sekundenbruchteil erfassten.
Es war nur ein Fels hinter dem ich Schutz suchte, doch es war besser als zwischen den Bäumen bei lebendigem Leib zu verbrennen.
Ich zog mit dem Landen die Flügel an meinen Körper und kauerte mich so eng an den kalten Stein, dass ich wie ein panisches Häufchen danieder saß.
Keinen Augenblick später übermannte mich die Hitze. Sie schoss an mir vorbei wie ein Tsunami. Die Flammen flogen durch mein Blickfeld weiter durch den Wald und nahmen dabei immer mehr kleine Stücke des Felsens mit sich. Es war ein Feuermeer das mich umgab und nur dieser kleine, blinde Punkt rettete mich davor.
Ich saß in der Falle!
Seine Energie umgab mich mit jedem Partikel, als sei ich mitten in Convers Aura gestrandet.
Ich spürte plötzlich seinen Schmerz… die körperlichen Wunden, sowie seine zerrissene Seele über all die Jahre. Als tauchte ich voll und ganz in ihn und seine Gefühlswelt ein.
Mein Puls schlug mir bis zum Hals. Ich spürte die Gänsehaut auf den Armen, obwohl ich mich inmitten hunderter Grade befand. Ich tauchte in die Hölle ab.
Bei Tyrian, ich wollte nur noch das es aufhörte… ich ertrug diese Wallungen nicht.
Der Fels hinter mir bröckelte. Auch er hielt dieser Feuersbrunst nicht stand.
Diese wenigen Sekunden der Explosion waren wie nicht endende Stunden purer Qualen.
Ich vergrub den Kopf, presste den Bogen dicht an meinen Körper und begann zu schreien.
Es waren Convers Gefühlsregungen, seine Emotionen und Gedanken die mich dazu brachten. Seine gesamte Energie war damit getränkt, lediglich pure Dunkelheit.
Ich war bereit aufzugeben. Ich verdiente es nicht zu leben wenn wirklich ICH all das aus ihm gemacht hatte.
Es war ein lautes Knacken des nachgebenden Felsens der mein Schicksal besiegeln wollte.
Ich wartete nur darauf, während ich angespannt zusammen kauerte und mir mit Blick hinab eine Träne nach der anderen zu Boden tropfte.
Nur nebenbei konnte ich ein Geräusch hören. Das Brüllen eines Tieres, wenn ich auch nicht zuordnen konnte von welcher Art. Etwa auch eines das in Flammen aufging?

„Fer Mitas!“.

Erst als sich zwei Hände um meinen Körper legten bemerkte ich die Präsenz.
Mit einem Mal war Convers Aura um mich verschwunden, die mir so viel abverlangte.
Sie tauschte sich mit der einer anderen. Einer mir vertrauten lichtdurchfluteten Energie.
Plötzlich spürte ich Entschlossenheit, Sicherheit, Stolz und so viel Liebe…
Das Pochen in meinem Inneren legte sich, die Kälte um meine Haut schwand und noch ehe ich auf sehen konnte, hörte ich seine Stimme „Ich bin hier, er kann dir nichts mehr antun. Dafür werde ich sorgen!“.
Ich weitete die Augen. Palladium war hier! Er stürzte sich selbst in diese Flut um mich zu finden!
Er hatte einen Barrierezauber gesprochen mit dem er uns umgab.
Die Flammen und ER zogen damit an uns vorbei.
Erstmals erhaschte ich einen klaren Blick auf die Lage.
Conver bediente sich tatsächlich der dunklen Künste, nun sah ich es genauer, obwohl meine Augen ihn nicht entdecken konnten. Ich sah ihn mit meinem Inneren. Ich konnte seine energiereiche Aura sehen, wie er uns außerhalb der Barriere umkreiste.
Nur noch wie ein halblebiger Geist.
Innerhalb weniger Sekunden hatte ich meinen Mut zurück und umgriff meinen Bogen fester.
Ich brauchte kaum zu zielen und selbst Palladium erschrak merklich, als ich die Waffe über seine Schulter hinweg richtete, den Pfeil anlegte, spannte und schoss!
Der daraus entstehende Blitz durchschlug seine Barriere und ließ sie in tausend Teile zerspringen und verfehlte…

dennoch nicht sein Ziel!


Es waren Convers dunkelbraune Augen denen ich zum letzten Mal so begegnete.
Unsere Blicke die sich klar trafen als bliebe die Zeit stehen. Der anfängliche Schock in seinen Pupillen, ehe sich etwas darin wiederspiegelte: Frieden.
Nur dieser Bruchteil des Augenblicks ließ mich wissen, dass ich damit das richtige tat, auch für ihn.

Das Flammenmeer verschwand so schnell wie es gekommen war.
Es war ein endgültiger Sieg den Ich mit Leben und Tod entschied und kaum realisierte ich das, spürte ich wie mein gesamter Körper in sich zusammen sackte.
Die Anspannung fiel und damit auch der Adrenalinschub.
Palladium reagierte sofort und fing mich auf. Ich war in seinem Arm… bei dem einzigen Mann, bei dem ich je sein sollte.
Wir beide sagten kein Wort, stattdessen hob ich die Hand und strich ihm über die Wange.
Dankbar und zugleich ungläubig des eben geschehenen nahmen meine Angst und Aufregung noch immer ihren Lauf, doch ihm schien es nicht anders zu gehen.
Palladium schloss nur mit einem tiefen Ausatmen die Augen und legte seine Stirn auf die meine.

Dieser Albtraum hatte endlich ein Ende.

Erst einige Minuten später gelang es mir mich aufzurichten um Conver die letzte Ehre zu erweisen.
Der Mann lag reglos auf der Erde. Die geöffneten Augen tot und leer, doch er tat noch immer seine letzten Atemzüge.
Sein Körper war vollkommen zerstört, die Gliedmaßen verbrannt, die Haut verkohlt.
Mit dem Pfeil in seiner Brust sah ich förmlich wie er sein letztes Leben aushauchte.
Es versetzte mich mit Reue diesen einst so starken, machtvollen Mann so zu sehen.
Was hatte sein Hass bloß aus ihm gemacht…
Mit trauernder Mine musste ich ihn fragen „Wieso mussten wir so weit gehen Conver?“.
Und er antwortete mir mit Mühen und Not „Frag dich selbst… wärst du diesen Weg… jemals allein gegangen?“.

Es waren seine allerletzten Worte die er mir widmete, bevor er sich in Staub und Überresten seines Daseins vor unseren Augen auflöste.
Die Partikel seiner Aura trug der Aufwind mit sich gen Himmel, über die Baumkronen hinweg, über das Land Callistos.

Ich konnte mich nur an seinem Gedanken trösten: Er fand nun Frieden.



Top 3! Langsam werde ich Wehmütig... das Finale ist angebrochen. Unsere Feinde sind besiegt und Convers Leben fand sein Ende. Ich hoffe euch hat dieser kleine Showdown gefallen und dass ihr Convers Beweggründe nun doch ein klein wenig mehr nachvollziehen könnt. Zudem hat Palladium endlich seine Schuldigkeit getan und Vara erfolgreich beschützt, nachdem er bei Darkar und Valtor schon gescheitert ist ^^ Mir war das irgendwie wichtig. Indessen machen sich die anderen nun auf zur Stadt um das Volk zu retten und die Basilisken aufzuhalten. Das wird aber nicht so einfach werden. Mehr dazu im nächsten Kapitel, wenn es um alles oder nichts geht.

LG Seilix
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