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Fee der magischen Energie

von Seilix
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Palladium
18.08.2017
23.02.2021
94
415.867
41
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02.02.2021 5.028
 
Vollkommen angespannt hielt Palladium die Arme erhoben.
Lediglich mit den Augen wagte er es sich umzusehen um keine zu ruckartigen Bewegungen zu riskieren, die ihn sofort das Leben kosten könnten.
Die Lanze spürte er praktisch in seinem Rücken durch welche er verleitet wurde immer weiter zu gehen.
Langsam und vorsichtig tastete er sich als einer der ersten voran.
Immer wieder überprüfte er Pluma und Katy, die als einzige neben ihm her schritten.
Ebenfalls die Hände zur Kapitulation in der Luft und von den Soldaten zum vorwärts gehen gedrängt.
Der Rest musste hinter ihnen her schreiten, nur konnte er sich dem leider nicht rückversichern. Was mit Daro geschehen war wusste er nicht.
Der Drache musste wie sie alle in die Knie gezwungen worden sein. Keiner konnte entkommen. Sie wurden alle erwischt.
Natürlich hatte es nach Cinders überstürztem Handeln so ausgehen müssen.
Nachdem sie verschwunden war, war alles ganz schnell passiert.
Von hinten war der Rest von ihnen von den feindlichen Truppen geradezu überrannt worden.
Keine Chance auf Widerstand… keine Chance zu entkommen.
Stattdessen hielt er nun den Kopf stur geradeaus gerichtet.
In direkter Linie vor ihm lief Lord Mathis, neben ihm Lady Lia und Zillah.
Alle drei in Ketten gelegt und noch am Ort des Geschehens überwältigt wie der Professor wusste.
Ihnen noch voraus führte der König der all das zu verantworten hatte. Conver mit seinem direkten Kontaktmann Enzo, dem vorigen Obergeneral.
Für Palladium war all das vollkommen unbegreiflich obwohl es glasklar und unmissverständlich war.
Dragomir war all die Zeit falsch von ihnen verdächtigt und unschuldig gewesen… sein „treuster“ Untergebener hatte ihn direkt ins Messer laufen lassen und sie alle damit getäuscht.
Ein viel zu geschicktes Ablenkungsmanöver und zu perfekt geplant als dass das seine erste Tat hätte sein können. Er wusste zu jeder Zeit genau was er tat und überließ nichts dem Zufall.
Palladium erkannte sofort, dass es gerade das war was diesen General so unberechenbar und gefährlich machte: Seine Überlegenheit.
Enzo führte den König und sie alle geradezu gezielt die Gänge entlang.
Natürlich, wer hätte sich in diesem Schloss auch besser auskennen können als der Obergeneral selbst, der über Jahre hinweg zu jeder Tages- und Nachtzeit das Geschehen im Blick hatte.
Palladium bemerkte sofort, dass er in diesem Abteil zuvor noch nicht gewesen war. Die Bilder an den Wänden an denen er sich sonst orientierte waren ihm hier vollkommen unbekannt.
Es waren nicht wie sonst Gemälde der aktuellen Königsfamilie oder bekannten Gesichtern. Diese Bilder zeigten immer nur einzelne Personen in derselben Position. Frauen und Männer die dennoch aus der gleichen Familie stammen mussten. Sie hielten das Wetterzepter in der rechten Hand und präsentierten in der linken einen Energiekern ihrer natürlichen Magie. Die abgebildeten Frauen trugen immer dieselben edlen Kronjuwelen, während die Männer mit einem königlichen Umhang abgebildet waren.
Doch sie alle, jeder einzelne, trugen ein und dieselbe Krone.

Schließlich erreichten sie ein breites Tor.
Das Holz der Türen war edel, immer gut gepflegt worden und wies schön bemalte Verzierungen auf. Was auch immer hinter diesem Tor lag, es war ihr Ziel.
Viel zu selbstsicher ließ Conver die Türen aufschwingen und trat ein „Ah, na endlich!“.
Bereits mit dem ersten Blick wusste der Elf worum es sich handelte.
Ein Saal den keiner von ihnen zuvor je betreten hatte, dabei waren seine Merkmale zu einmalig um seine Funktion nicht zu verstecken.
Das Gewölbe war der oberste Teil des Schlosses.
Ein edlerer Marmorboden war in sämtlichen anderen Sälen nicht zu finden. Zudem war der Raum lichtdurchflutet.
Die gesamte Längsseite vor ihnen befand sich aus Glas, ebenso das Dach, welches sich in drei Rundungen abzeichnete. Man sah wie sich langsam die einzelnen Schneeflocken darauf ablegten.
Die dünnen Balken die alles stützten wirkten wie aus purem Gold.
Der Saal war unfassbar lang und groß, dabei jedoch vollkommen leer.
Lediglich ein langer, breiter Teppich in tiefem Rot erstreckte sich von der linken bis zur rechten Seite.
Links war durch das Glas eine Art Terrasse zu erkennen die außerhalb ebenfalls mit einer Art gläsernen Volliere überdacht war und rechts?
Eine leichte Anhöhe die mit nur einer Treppenstufe zu überwinden war, auf welcher sich drei unmissverständliche Merkmale befanden.
„Der Thronsaal“ flüsterte Palladium lediglich zu sich selbst.
Im selben Moment bewegte sich Conver weiter fort und streckte sich dabei ausgiebig „Das Herzstück Callistos. Es ist eine Weile her seit ich hier war“.
„Dafür gibt es Gründe!“ fauchte es plötzlich hinter Palladium als aufgebrachte Antwort.
Zwar konnte er sich nicht umwenden, doch die Stimme verriet ihm sofort, dass Tine über diese Begehung alles andere als glücklich war „Keiner von uns hat ein Anrecht diese heilige Halle auch nur zu betreten!“.
Conver jedoch nahm sie kaum ernst, ließ lediglich die Augen im Saal weiter umherschweifen und entgegnete unaufmerksam „Nicht solange kein neuer König ernannt wurde, ja…“.
Er bewegte sich weiter zur Anhöhe des Raumes.
Die drei vergoldeten Tröhne wirkten als warteten sie bereits eine Ewigkeit darauf wieder Audienzen empfangen zu können, dabei befand sich kein einziges Staubkörnchen an diesem Ort.
Als wäre der gesamte Raum von einer Aura umgeben die Staub keine Möglichkeit gab sich auch nur abzusetzen.
Während sich Conver weiter dem verbotenen Abteil näherte, gab Enzo mit seiner lediglichen Handbewegung einen Befehl weiter.
Für keinen von ihnen verständlich, wurden sie jedoch kurz darauf von den Soldaten im Raum wie in einem Halbkreis aufgereiht.
Als dürfte keiner von ihnen auch nur einen Blick verpassen, standen sie nebeneinander mit direkter Sicht auf jeden einzelnen der Truppe.
Palladium fand sich zwischen Tine und Pluma wieder.
Erstmals konnte der Elf überprüfen, ob sie noch alle beisammen waren und tatsächlich. Die Soldaten aus Sarcas hatten sie alle eingesammelt und zusammen mit Conver in diesen Raum geführt, bloß weshalb?
Selbst Athmos befand sich unter ihnen der all das stillschweigend über sich ergehen ließ.
Conver war inzwischen angekommen und berührte den goldenen Thron in der Mitte.
Erst jetzt bemerkte Palladium eine Krone auf dessen Sitz. Die Krone Callistos, wie auch auf den Bildern im Gang, für den rechtmäßigen König. Auch sie war von einem Glasgefäß umgeben.
Zwei weitere Diademe waren auf den anderen beiden platziert.
Die Anordnung der rechtmäßigen Monarchen: Der König, die Königin und der Thronerbe.
Palladium kam nicht umhin sich vorzustellen wie einst Varanda an der Seite ihres Vaters dort gesessen haben musste. Mit ihrem erhobenen Haupt welches sie auch bis heute nie abgelegt hatte und auf anderer Seite, ihre Mutter.
Der Elf hatte bereits so viele Bilder des Königspaares an den Wänden des Schlosses gesehen, dass er glaubte sich ihre Gesichter perfekt ausmalen zu können.
Eine Familie wie es sie nie wieder geben würde. König und Königin die nie wieder ihren Platz an dieser Stelle einnehmen könnten und auch die Prinzessin… verloren.
„Ein Thron ohne König… ist ein Thron der nicht länger benötigt wird, nicht wahr?“ hallte es plötzlich von der anderen Seite durch den Saal.
Als sei Conver vollkommen in seine eigenen Gedanken vertieft strich er mit den Fingern die Armlehne entlang „Ein Reich ohne König ist dem Untergang geweiht. Callisto hätte bereits viel früher einen neuen König ernennen müssen… vielleicht hätte das alles geändert“.
„Vermutlich“ erklang auf einmal eine weibliche Stimme aus dem Nichts.
Palladium erkannte sie augenblicklich wieder. Ihm stellten sich vor Befürchtungen die Nackenhaare auf, als die Frau auf einmal aus einem kleinen Schattenfleck an Seiten des Thrones erschien. Elegant ließ sich die Hexe mit dem feuerroten Haar auf der Lehne nieder und schlug ein Bein über das andere.
„Nora, wie schön dass du dich zu uns gesellst. Dein Gesicht erfreut mich ein jedes Mal“ begrüßte Conver sie höflichst und ergriff dabei ihre Hand um deren Rückseite würdevoll zu küssen.
„Sie hat sich im Thronsaal versteckt…“ entfuhr es Cinder.
Tine senkte den Blick „Kein Wunder, dass wir sie nicht finden konnten“.
Auch Palladium begriff dieses abgekartete Spiel nun von A – Z.
Sie hatten sie zu mehrt aus der direkten Mitte heraus kontrolliert… hatten sie dahingehend geprägt, die Richtung vorgegeben und sie hatten alle brav mitgespielt.
„Ja, es war gar nicht so einfach hier unentdeckt zu bleiben. Dieser Saal hat eindeutig zu viel Licht und doch war es der einzige Ort von dem ich wusste, dass ihr ihn nicht durchsuchen würdet“ drückte sie sofort ihre Überlegenheit aus „Wer würde auch auf die Idee kommen ein Schattenwesen im hellsten Teil des Schlosses zu suchen?“
Mit verengten Augen fixierte sie eine ganz bestimmte Person des Raumes „Meister Athmos, habt Ihr überhaupt nichts dazu zu sagen?“.
Palladium sah sofort, dass es dem Schlosspriester alles andere als leicht fiel den Augenkontakt zu Nora zu halten.
Die junge Frau vor ihnen war einst seine Schülerin gewesen.
Der Professor verstand viel zu gut was in diesem Moment in Athmos vorging. Dasselbe war ihm wiederfahren als er fürchtete Varanda an Valtor zu verlieren.
Ein untragbares Gefühl.
Schließlich schloss Athmos die Augen. Seine Stimme war rau, doch klar als er sprach „Vergib mir Nora. Ich hätte… besser auf dich aufpassen müssen“.
„Auf mich aufpassen?“ die Frau erhob sich von der Lehne und trat langsam aber sicher auf ihre Reihen zu „Nein, zu allem was ich heute bin habt Ihr mich erst getrieben! Ich konnte Euch doch nichts recht machen, euer Misstrauen und die pausenlose Kontrolle über zwei lange Jahre … Seit jenem Tag an dem ihr wusstet, dass ich Kräfte der schwarzen Magie in mir trage. Es war vollkommen egal was ich getan habe, für Euch war es falsch. Also habe ich einen anderen Weg gewählt, allein dank Euch. Und ich habe es bis heute nie bereut, dass ich in unserem letzten Krieg auf König Conver traf“.
Athmos senkte nur reuevoll den Blick.
Convers Genugtuung als er neben Nora vor all seinen Gefangenen ankam wirkte wie ein Triumph den ihm niemand mehr nehmen konnte.
Ganz im Gegenteil, Nora trug mit allem was sie war noch dazu bei.
Ihre Augen deuteten die Missgunst ihrem ehemaligen Meister gegenüber auf den sie nun mit vor der Brust verschränkten Armen herabblickte, ehe ihr Blick zu Palladium herüberschwenkte „…wie es scheint habt Ihr inzwischen aber genau den Schüler den Ihr Euch immer gewünscht habt Athmos. Meinen Glückwunsch, nur wird dieses Glück nicht mehr lange andauern“.
Der Elf weitete die Augen, als sie ihre letzten Worte direkt an ihn richtete „Hättest du doch nur auf mich gehört“.
Schließlich trat sie zur Seite um Conver Platz zu machen, der sich vor ihnen allen aufbaute.
Erst mit diesem Moment wurde Palladium bewusst, dass es doch ein System geben musste nach welchem sie platziert waren.
Cinder, Athmos, Mathis und Lia waren etwas weiter von ihnen separiert, sodass der König lediglich den Rest von ihnen ansprach „Ich werde es euch ehrlich sagen. Ihr alle hier gehört zu den Menschen mit denen ich in diesem Kampf absolut nicht rechnen konnte und bei Tyrian, ihr habt mir einige Probleme bereitet. Jeder einzelne von Euch dürfte überhaupt nicht hier sein! Aus diesem Grund habe ich beschlossen das Universum hier wieder ins Reine zu bringen und Eure Existenzen auszulöschen“.
Die Feen ihrer Runde erschraken, doch für den Professor war das leider keine Überraschung.
Dieser Mann wollte sie nur seiner eigenen Gerechtigkeit und Rache zuführen. Das hatte mit einem Gleichgewicht überhaupt nichts zu tun.
„Nein… das kannst du nicht machen…“ kam es leise und schockiert von Cinder die auch weiterhin von den Wachen festgehalten wurde.
„Ach nein?“ wendete sich Conver ihr einen kurzen Moment zu „Dann sieh gut hin Prinzessin“.
Der Sarcas fokussierte einen jeden der Unruhestifter aus Magix, dabei war sein Hass einem ganz besonders gewidmet den er das auch sofort spüren ließ und schließlich den Finger in seine Richtung erhob „Und mit ihm werde ich anfangen“.
Als sei das der direkte Befehl für die umliegenden Soldaten, wurde Palladium sofort nach vorne gestoßen, sowie auf die Knie gezwungen.
Keine Sekunde später traten auch schon die stählernen Stiefel in sein Blickfeld.
Als der Elf aufblickte begegneten ihm zu allererst diese glatt tiefschwarzen Augen des Königs.
Auch jetzt musste er eine gehässige Freude verspüren seinen Rivalen vor ihm am Boden zu sehen, die ihn mehr als genug entschädigte. Das bittere Funkeln in seinen Augen ließ genau das deuten.
Palladium nahm all das hin. Wogegen sollte er sich noch wehren?
Er beobachtete Conver stattdessen genau, wie er sich umwandte und zu Enzo herüber trat, welcher ihm bereits ein Schwert bereit hielt um es entgegen zu nehmen.
Der einstige Obergeneral sagte kein Wort und stand lediglich abrufbereit und ausdruckslos neben Espen an der Seite, welcher zumindest die Augen dauerhaft geschlossen hielt, als könne er sich was nun käme nicht ansehen.
Während Conver das Schwert anhob und es ausreichend betrachtete, entkam ihm ein gehässiges Lächeln. Seine Worte richtete er dabei an Palladium „Weißt du, ich muss schon sagen, dass es mich sehr überrascht hat als Enzo mir von eurer Beziehung berichtet hat. Das hat meinen ganzen Plan durcheinander geworfen“.
Schließlich trat er ein weiteres Mal vor den Elf „Bis dahin hatte ich angenommen, dass Varanda ein Herz aus Stein haben muss. Ich verstehe wirklich nicht was man an dieser Frau finden kann, bzw. was abgesehen von ihrem Äußeren attraktiv sein soll“.  
Was hatte er gerade gesagt? Palladium verstand nicht „Was…?“
Cinder hingegen begriff es wohl sofort„ Du meinst… du hast Varanda nie geliebt?“
Die Prinzessin wirkte, als verschlage es ihr mit seiner Antwort die Sprache „Ich bitte dich Cinder, es gibt Millionen Mädchen wie Varanda. Abgesehen ihres Status und der Herkunft ist absolut nichts Besonderes an ihr, ganz im Gegenteil: Sie ist zu stur, ihr Mundwerk ist zu vorlaut und mir persönlich ist sie viel zu bieder. Ich meine, zwei Jahre Beziehung und sie hat sich von mir kein einziges Mal anrühren lassen. Und das schlimmste ist, dass ich diese Zeit für nichts vergeudet habe“.
Je weiter Conver sprach, umso mehr brannte bei Palladium eine Sicherung durch.
Wie konnte dieser Möchtegernkönig es wagen so über sie zu sprechen?!
Über eine bemerkenswerte Frau die ihm intellektuell zu jeder Zeit das Wasser reichen konnte.
Über eine Professorin die selbst die unmotiviertesten Schüler für ihren Unterricht einnehmen konnte und über eine Prinzessin die ein ganzes Volk in wenigen Wochen für sich begeistern konnte.

„Wäre sie keine Prinzessin, wäre dieses Mädchen ein Nichts! Allein das hat sie interessant gemacht, nicht mehr und nicht weniger“.

Woher nahm er sich das Recht eine solche Äußerung von sich zu geben?!
Es war dieser Satz der Palladium sämtliche Fassung entgleiten ließ.
Trotz der Soldaten hinter ihm, sprang er auf, fegte ihnen mit einer gekonnten, magischen Handbewegung die Lanzen aus den Händen und zwang sie zu Boden, ehe er sich mit geballter, rechter Faust dem schwarzhaarigen zudrehte, der mit dieser Aktion absolut nicht rechnete.
Der Sarcas taumelte zurück, fing sich jedoch innerhalb weniger Augenblicke und richtete den Kopf wieder soweit auf um den Elf anblicken zu können.
Er hatte eine Grenze überschritten die für Palladium nicht mehr zu ignorieren war.
Vollkommen egal was er sich auf diesem Planeten bereits über sich selbst hatte anhören müssen: Nur ein Professor, ein Elf noch dazu, einer Prinzessin nicht würdig.
All das war verschmerzbar und unwichtig, doch nicht das! Kein derartiges Wort über Sie!
Enzo sprang indessen sofort selbst hinzu um Palladium aufzuhalten, welcher sich nicht weiter dagegen wehrte und freiwillig wieder zu Boden bringen ließ.
Er hatte getan was er tun musste um ihn seiner gerechten Strafe zuzuführen und brüllte Conver lediglich entgegen „Varanda ist einmalig! Es wird nie wieder eine Fee wie sie geben! Keine Prinzessin und keine Professorin wird ihr jemals das Wasser reichen können, weil alles was sie getan hat mit Leidenschaft war! Diese Frau ist mehr als besonders, sie ist einzigartig! Daher warne ich dich. Wage es nochmal dieses respektlose Mundwerk an den Tag zu legen und du wirst es bereuen“.

Hinter diesem Schauspiel standen die anderen.
Amaryl stand der Schock ins Gesicht geschrieben, obwohl, je länger sie dieses Bild beobachtete, sich dezenter Stolz in ihr entwickelte. Endlich sprach ihr Professor einmal frei und ehrlich heraus und er schindete Eindruck damit.
Katy mit aufgerissenen Augen neben ihr flüsterte „Das glaub ich jetzt nicht“.
Alice hielt sich die Hand erschrocken vor dem Mund.
Nur David entrang sich ein Grinsen „Jup… der Kerl kann furchterregend sein“.

Conver, der sich schließlich wieder fing, seine Rüstung richtete und mit dem Handrücken die Wange nach Blut abtastete die Palladium erwischt hatte, entkam nur ein Lachen „Also ich dachte schon, dass du nicht ganz helle sein kannst dich hier in den sicheren Tod zu stürzen, aber du bist wirklich nicht ganz dicht und das nur wegen ihr? Ich begreife es nicht. Naja, hiermit erlöse ich dich sehr gerne von diesem Fluch“.
Kurz testete er das Gewicht des Schwertes mit der Hand aus, ehe er es erhob „Du ahnst gar nicht wie lange ich darauf gewartet habe“.
Jedoch kam er überhaupt nicht soweit auch nur zur Exekution anzusetzen, als einige Soldaten plötzlich aufgebracht anfingen zu rufen und es krachte.
Die Splitter flogen umher. Die Krieger versuchten sich zu retten und nicht von den Scherben begraben zu werden.
Ein tierisches Brüllen erfüllte den Raum, sowie das Gebrüll eines Jungen „Das reicht Conver! Stopp das! SOFORT!“.
Innerhalb weniger Sekunden war ein junger Mann auf einem Drachen gezielt durch die Scheibenfront gebrettert um sich Gehör zu verschaffen.
Sie alle kannten den Jungen, wenn auch nur flüchtig.
Mit seinen jungen 18 Jahren und den tiefschwarzen Haaren wie derer seines Bruders war er für eine besonders unverwechselbar.
„Ilias!“ brüllte Cinder nach ihm, die von zweien der Soldaten noch immer an Ort und Stelle gehalten wurde.
Der Junge hatte nur Sekunden sich ein Bild der Situation zu verschaffen.
Auf dem mächtigen Tier hielt er die Stellung, während der König der Sarcas erschrocken, wie allarmiert rief „Wie kommst du hierher?! Wie… ach, ist auch nicht wichtig, holt ihn von dem Drachen!“.
Sein Schwert hatte Conver verloren und setzte somit auf Enzo und seine Gefolgsleute.
Palladium, der sich gerade noch in Sicherheit hatte bringen können um nicht von den Massen des Drachen begraben zu werden der nun inmitten des Raumes seinen Schrei los ließ, wurde kurzerhand von Jared und David hoch gezogen die sich schnell vergewisserten, dass es ihm gut ging.
Die Soldaten hatten in diesem Moment andere Sorgen, als der Drache begann mit Schweif und Krallen um sich zu schlagen.
Sein Reiter hingegen brüllte weiter auf seinen Bruder ein „Wir können keinen ganzen Planeten vernichten Conver! Das ist nicht der richtige Weg und auf keinen Fall werde ich einfach dabei zusehen!!!“
Doch ein unaufmerksamer Moment und Enzo, der sich erhoben hatte, warf ihn gekonnt von dem Tier.
Ilias stürzte und landete genau vor den Füßen des Königs.
Dieser packte seinen kleinen Bruder am Kragen und zog ihn hoch.
Wutentbrannt zischte er „Hast du vollkommen den Verstand verloren?!“
Dieser hustete „Nein, du aber! Du bist so machtbesessen… wieso? Komm wieder zu dir Conver, ich weiß dass das nicht du bist!“.
„Du kennst mich einfach zu schlecht!“ knurrte dieser „Ich werde das hier jetzt zu Ende bringen und dann werde ich mich um dich kümmern!“.
„Achja? Und was hast du dann vor? Willst du, dass sich die Geschichte wiederholt? Glaubst du wirklich, dass das die Lösung aller Probleme ist? Selbst wenn Cinder und ich heiraten wird das nichts ändern. Wenn du mich fragst, dann gibt es einen Grund weshalb wir die Gabe nicht mehr haben…“ versuchte Ilias ihm klar zu machen.
„ICH FRAGE DICH NICHT!“
Das hier schien absolut nicht zu laufen wie von Conver geplant.
Stattdessen setzte er wieder sein ironisches Grinsen auf „Ilias, wie auch immer du von zuhause entkommen konntest… Du bist doch nicht ernsthaft den ganzen Weg auf diesem Drachen hierher geflogen, nur mit der Hoffnung mich mit ein paar belanglosen Worten und ohne Rückversicherung umzustimmen, oder kleiner Bruder?“.
Natürlich war es eine rhetorische Frage.
Ilias schloss einen Moment die Augen „Nun… anfangs schon, aber dann… habe ich zufällig jemanden getroffen“.
Plötzlich begann der Junge überlegen zu grinsen „Und sie ist sauer“.
„Sie ist was?“ fragte Conver irritiert, bis es auf einmal kam „Allerdings“.

Durch die unverwechselbare Stimme schossen sämtliche Augenpaare zu der zersplitterten Glaswand zurück. Sie stand dort… unverkennbar und doch vollkommen verändert.
Keiner wagte es zu sprechen oder gar sich zu bewegen.
Selbst der Atem einiger Soldaten stand still.
„D-das kann nicht sein… du bist ins Meer gestürzt… Wir haben den Ausgang blockiert“ Convers Unglaube ließ Ilias vollkommen vergessen und den hektisch atmenden, doch zufriedenen Jungen zurück auf den Boden fallen.
Die Fee vor ihnen strotzte nur so vor Energie und magischen Schwingungen.
Ihre Feen-Gestalt war vollkommen verändert und die Flügel schimmerten und strahlten heller als sämtliche Regenbögen.
Zillah war die Erste die erleichtert das Schweigen brach „Tyrian sei Dank! Ich hab schon angefangen zu zweifeln!“.
Varanda lächelte ihr entgegen „Hat dir schonmal jemand gesagt, dass du genial bist?“.
Diese, noch immer in Ketten gelegt konnte nur schmunzeln „Noch keine Prinzessin… und jetzt reiß ihnen den Arsch auf!“.
Vara begann ihre Magie in den Schwingen zu sammeln, die langsam begannen sie in die Luft zu erheben, während sie sich konzentrierte „Mit dem größten Vergnügen!“.

„Vorsicht!“ warnte Pluma, der sich bereits in Acht nahm.
Palladium fackelte nicht lange und sprang vor Tine sie mit ganzem Körper vor den Windböen zu schützen die Varanda mit sich brachte.
Doch als suchten sich ihre Energieströme den direkten Weg geschah ihnen nichts.
Als schützte sie ihre Freunde und Familie zugleich mit einer Art Barriere blies um diese lediglich ein kleines Lüftchen.
Die Soldaten um sie wurden hingegen von den magischen Massen zu Boden gerissen.
Wie gebannt starrten alle auf die hereingebrochene Fee.
Stolz und kraftvoll stand sie vor ihnen.
Ihre magische Aura war stark wie nie zuvor und der Anblick dieser gewaltigen, Paladin-ähnlichen Flügel die wie ein Prisma in allen Farben leuchteten waren atemberaubend.
Conver, der von diesem Angriff ebenfalls nicht verschont blieb, rappelte sich hastig auf nachdem er sich mit Mühe und Not auf allen Vieren hatte halten können.
Einige Haarsträhnen hingen ihm im Gesicht, als er ihr wütend und mit erregtem Puls entgegen brüllte „Das kann nicht sein! Wie hast du das überlebt?! Bist du nicht Tod zu kriegen?!“.
Seine Atmung ging hastig und erstmals schien er tatsächlich überfordert zu sein.
Varanda, die ihn bislang nur bedrohlich fixierte, ließ plötzlich ein ironisches Grinsen aufblitzen „Nein!“.
Ohne Vorwarnung erhob sie blitzartig den Arm und schoss einen machtvollen Energiestrahl in seine Richtung. Er war größer und gewaltiger als das was ihre Freunde bislang von ihr gewohnt waren.
Zudem sah es auch nicht aus wie ihre Magie… ihre hellgrüne Energie hatte sich verändert… sie war… weiß… und schimmerte silbern durch ihren Angriff hindurch.
Das Erschrecken im Gesicht des Königs war gerade für einen Moment zu erkennen, als auch er reflexartig die Arme zu einem Gegenangriff erhob um sich zu schützen.
Ihre Kraft war sich glatt ebenbürtig, nur war zu sehen, dass es Conver zunehmend Anstrengung kostete je länger Varanda ihren Angriff aufrecht erhielt und er weiter über den spiegelglatten Boden zurück rutschte.
„Stopp!“ brüllte es plötzlich aus der anderen Richtung des Saals, als sich Nora einschaltete, die einen starken Strahl ihrer Magie der Dunkelheit auf die Prinzessin richtete.
Gerade glaubte Palladium, dass das überstürzte Handeln der Fee doch ins Auge ginge, wurde er sogleich eines besseren belehrt, als seine Freundin den anderen Arm hob und auch Nora diesen Strahl ihrer energetischen Materie entgegen schickte.
Konzentriert auf zwei Punkte schien es ihr tatsächlich zu gelingen beide gleichzeitig in die Flucht zu schlagen, doch so leicht wie es zu Beginn ausgesehen hatte schien es sich doch zu rächen, als Varanda plötzlich einen angestrengten Schrei heraus ließ und damit ihre Magie entsprechend bündelte und beide zur gleichen Zeit überwältigte.
Nora schrie auf und stürzte durch die Macht die ihr entgegen Schlug gegen die Wand.
Auch Conver wurde kurze Zeit davon übermannt, doch er war deutlich stärker und hielt dem noch immer stand. Sie hatte lediglich seinen Arm erwischt, welchen er sich schmerzvoll hielt und abermals seiner ehemaligen Verlobten entgegen sah.
Nun mit einem Funken mehr des ebenbürtigen Respektes als zuvor.
Er hatte begriffen, dass er es nun mit mehr zu tun hatte als einer schwächlichen Fee.
Mit angestrengtem Atmen entrang es hasserfüllt seiner Brust „WAS BIST DU?!“.
Doch auch an Varanda war eine solche Aufbringung ihrer Energie nicht spurlos vorbei gegangen.
Sie nahm einige tiefe Atemzüge, gab ihrem unbarmherzigen Blick jedoch nicht nach „Du wurdest zu meinem größten Albtraum Conver und nun werde ich zu deinem“.
Der Stand war nach wie vor fest „Das hier ist meine letzte Aufforderung… verlasst diesen Planeten… sofort!“.
Trotz allem was ihnen widerfahren war, trotz allem was sie durchgestanden hatte wollte sie kein unnötiges Blutvergießen.
Doch Conver war zu machtbesessen. So würde er sich nicht geschlagen geben, daher sprach er es mit verengtem, jedoch ruhigem Blick aus „Niemals!“.
„Dann soll es so sein“ antwortete sie, machte sich im selben Moment bereit und schoss ihre Energieklingen.
Zumindest ihre Angriffe waren noch immer dieselben.
Conver reagierte dieses Mal jedoch schneller und wich einer nach der anderen aus, ehe seine Paladinflügel erschienen und er sich in die Luft der Volliere erhob „Es braucht schon etwas mehr um mich zu besiegen, liebe Varanda!“
Die Fee in ihrer neuen, stärkeren Gestalt sah sich zunächst erstmals in der Runde ihrer Liebsten um. Ihnen allen schien es gut zu gehen.
Sie hatte es noch rechtzeitig geschafft, oder mehr… Ilias hatte es geschafft.
Dieser Junge besaß so viel Mut… genau wie Finn.
Sie beide riskierten viel, doch genau das richtige um die Hoffnung zu erhalten.
Das Richtige… Callisto… nein, sämtliche Dimensionen brauchten mehr Jungen und Mädchen wie sie.
Je länger sie wartete, desto mehr entdeckte Vara wie das Lächeln in den Gesichtern ihrer Freunde zurückkehrte. Die Erleichterung und die Freude. Sie waren bereit weiter zu kämpfen, so schürte sie die letzte Glut ihres Mutes „Ich kann das nicht allein… ich brauche euch dafür“.
Als sei genau das das alles entscheidende Stichwort, fanden sich die zunickenden Blicke, während sich Varanda weiter in die Volliere erhob um sich Conver zu stellen.
Pluma wandte sich blitzschnell um und schlug dem Soldaten hinter ihm eins in die Fresse, worauf Palladium sofort seine Magie bündelte „Expedio Cartenam!“.
Der Zauber funktionierte auch wie in seinem Unterricht einwandfrei.
Die Schlösser der magischen Ketten ihrer Offiziere lösten sich ohne dass es die Soldaten gleich mitbekamen. Dafür bemerkten es jedoch ihre Gefangenen sofort.
Zillah fackelte nicht lang und verpasste ihrem Hintermann mit dem Ellenbogen einen Hieb gegen die Nase und zog ihm mit dem Fuß kurzerhand das Bein in der Kniekehle weg.
Eine ihrer leichtesten Übungen, ehe sie sich sein Schwert ergriff und auf den nächsten los ging.
Mathis nutzte stattdessen seine Magie und beförderte seinen Soldaten aus der kaputten Glaswand in die luftigen Böen, ehe er sein Breitschwert beschwor, und Lia… diese nutzte die Ketten mit denen sie selbst gefangen gehalten worden war und wickelte diese durch einen hinterhältigen Griff um den Körper ihres Opfers, bevor sie ihn zu Boden brachte und sich sofort verwandelte.

„Verschlingerstrahl!“ Amaryl schoss damit den letzten Soldaten von sich der versuchte sie zu ergreifen bevor sie, Alice und Katy sich gegenseitig zuwandten.
Die Tierfee war die erste „Also los, Vara braucht unsere Hilfe!“.
„Wir gehören zusammen, keine lässt die andere allein!“ stimmte die Eisfee zu und Amaryl bestätigte mit einem Nicken „Worauf warten wir dann? Enchantix!“.
„Enchantix!“,
„Enchantix!“.
Als drei wunderschöne Feen mit den großen, bunt glitzernden Schmetterlingsflügeln hielten sie sich neben Jared und David in der Luft, welcher bestätigte „Okay, ihr regelt das mit König aufgeblasen da oben und wir halten euch den Rücken frei“.
Katy warf ihrem Freund einen Luftkuss zu „Du bist ein Schatz“.
Dieser zwinkerte nur, während er seine Krallen ausfahren ließ und mit Jared Rücken an Rücken sprang.
Palladium entdeckte indessen einen ganz anderen der drauf und dran war seine Schülerinnen anzugreifen und somit zu verhindern, dass sich diese in den Kampf zwischen Varanda und Conver einmischten.
Also konzentrierte er sein inneres Licht und wandte eine seiner Lieblingstechniken an „Klingenschlag!“.
Die Schwerter schossen auf den Paladin zu, der jedoch von Palladiums Ausruf allarmiert wurde und gerade noch rechtzeitig im Flug stoppte, um nicht mitten in die Schwerter zu geraten.
Nun lag die gesamte Aufmerksamkeit des einstigen Obergenerals auf dem Elf und die Mädchen schafften es weiter zu Varanda vorzudringen.
Beide fixierten sich, was auch Tine wahrnahm, die noch versuchte ihn zu warnen „Palladium…“.
„Du musst gehen!“ wies dieser sie jedoch sofort an.
„Gehen?“ sie verstand nicht, daher half der Professor ihr auf die Sprünge „Dragomir ist immer noch festgesetzt Tine, dabei könnten wir seine Kraft jetzt gut gebrauchen“.

Natürlich! Ihr Großvater den sie falsch verdächtigt hatten… über all die Zeit des Krieges hatten sie ihn noch immer festgehalten, da die Beweislast ihn erdrückt hatte.
Sie nickte nur schnell bevor sie los lief aus dem Thronsaal zu verschwinden.
Palladium würde sich solange allein dem Verräter annehmen müssen.

Varanda und Conver hielten sich erstmals auf Augenhöhe gegenüber, doch selbst dieses Risiko wollte die Prinzessin Callistos nicht mehr eingehen.
Sie hörte die Schwingen von Amaryl, Alice und Katy die sich neben sie gesellten.
Conver ließ nur ein hämisches Grinsen blicken „Fürchtest du dich inzwischen so sehr vor mir, dass du mir nicht mehr allein gegenüber treten kannst?“.
Doch auf diese Provokation ließ sie sich nicht mehr ein „Du hast geschafft alles zunichte zu machen was ich verhindern wollte Conver. Ich fürchte diesen Krieg nicht mehr, daher kannst du deine Forderungen vergessen. Wir beenden das hier… aber gemeinsam“.
Sie hielt die Hände geöffnet als Aufforderung ihrer Freundinnen für einen Konvergenzzauber.
Amaryl reichte ihr augenblicklich die rechte Hand, Alice die Linke und Katy nahm die andere von Amaryl.
Sie sahen wie Conver nervös wurde.
Die Feen standen in vereinter Front vor ihm durch die es kein Durchkommen gab und er konnte in diesem Moment kaum auf Verstärkung hoffen.
Selbst sein eigener Bruder hatte ihn verlassen der in diesem Augenblick an Cinders Seite gegen die eigenen Truppen kämpfte.
Conver war allein… vollkommen allein!



Noch 6 Kapitel bis zum Ende. Der Countdown zählt sich weiter. Natürlich hoffe ich, dass euch auch dieses Kapitel gefällt und sich die Spannung noch ein wenig hält. Das Team ist dabei sich gemeinsam in vereinter Front frei zu kämpfen und auch Vara setzt nun viel mehr auf ihre Freunde. Sie ist bereit den Endkampf nicht mehr allein zu führen um Callisto zu retten, denn nun wird es ernst für Conver und Enzo. Selbst Ilias richtet sich nun gegen sie. Was kann Sarcas also noch als Trumpf im Ärmel haben?

Lasst mir gerne Vermutungen, ein paar liebe Worte oder auch konstruktive Kritik da ^^ Ich freue mich über alles.

LG Seilix
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