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Fee der magischen Energie

von Seilix
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Palladium
18.08.2017
23.02.2021
94
415.867
41
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29.01.2021 4.356
 
Alles war bereit.
Immer wieder überprüfte Palladium mit den Augen ob auch jede seiner Schützlinge anwesend war.
Jared und David hatten sich auf Daro entfernt um irgendwie an ihr Shuttle zu gelangen. Indessen hatte sich der Rest auf der Brücke versammelt und wartete.
Mit jeder Sekunde wurde Palladium ungeduldiger. Es war ein Wettspiel gegen die Zeit.
Zwar erteilten die Estrella ihnen noch immer Geleitschutz, doch bei einem Übergriff würden auch sie schnell zu Boden gehen.
Pluma war nun der Einzige der die Armee noch führte.
Ein Krieg in dem die Streitmacht vom einen zum anderen weiter gereicht wurde… und doch gaben sie nicht auf solange eine Führung bestand.
Erneut ließ er den Blick zu seinen Schülerinnen schweifen.
Katy und Alice suchten die Nähe der Prinzessinnen, doch sagten sie kaum ein Wort. Sie teilten mehr ihre gemeinsame Trauer.
Die Eisfee hielt wie so oft Glimm fest an sich gedrückt.
Diese negativen Schwingungen ermüdeten das Elfenkind, sodass es tief und fest schlief.
Doch es war kein erholsamer Schlaf wie sie sich hin und her wandt.
Amaryl hingegen stand von allen abgewandt und beinahe separiert.
Sie starrte lediglich auf das offene Meer hinaus. Ihre Weise mit derartiger Trauer umzugehen war anders als vom Rest und doch wurde es von allen akzeptiert.
Cinder und Tine hingen sich stattdessen in den Armen. Die beiden hatten wohl von allen am meisten Verluste zu beklagen, zudem befanden sie sich an einem Scheidepunkt ihrer Zukunft. Callisto zu verlassen und nach Magix zu reisen… der Professor konnte sich vorstellen was für ein schwieriger Schritt das für sie sein musste.
Der leichte Schneefall hatte wieder eingesetzt und die Wolkendecke verdichtete sich erneut.
David und Jared mussten sich beeilen, wenn sie ohne Turbolenzen von diesem Planeten weg kommen wollten.
Ungeduldig sah der Professor in die Ferne. Noch lag der Berg ruhig neben der Stadt danieder, doch wie lange noch bis die feindlichen Truppen zu sehen sein würden. Die Zeit spielte gegen sie.
Dann endlich vernahm er das langsam näher kommende Geräusch von Turbinen.
Auch die anderen erkannten es sofort und richteten sich zum Abgrund, während die Luftströmung um sie zunahm.
Schließlich erhob sich das Passagierschiff der roten Fontäne vor ihnen und nahm vorsichtig Kurs im Flug an der Brüstung anzudocken.
Es war dasselbe rote Shuttle mit welchem sie auch auf Callisto angekommen waren.
Es hatte im dichten Wald lediglich auf seine Abholung gewartet.
Die Luke war bereits geöffnet an dessen Rahmen David stand, der Augenmerk darauf nahm, dass alles präzise funktionierte und sie nicht plötzlich eine Kollision mit dem Schloss in Kauf nahmen.
Das Große und Ganze überwachte Jared gekonnt vom Cockpit aus, der das Shuttle wie geübt an seine geforderte Position brachte.
Schließlich gab der blonde Spezialist mit einem Daumen hoch das Signal für die anderen, dass es Zeit war einzusteigen.
Ohne ein weiteres Wort machte Katy den Anfang, die sich von ihrem Freund beim Sprung, über die letzte Schwelle in die Tiefe, hinein helfen ließ.
Alice folgte ihr, die noch kurz zögerte, mit Davids Hilfe aber ebenfalls den Mut für diesen Schritt fand. Natürlich achtete sie dabei Glimm ja nicht aus der Hand zu verlieren.
Selbst Amaryl war gezielt zu ihnen herüber getreten und platzierte sich einen Moment neben Palladium, während sie das Einsteigen ihrer Freundinnen beobachtete.
Sie wirkte äußerst distanziert, die Arme vor der Brust verschränkt als blickte sie inzwischen vollkommen gleichgültig auf das Geschehen „Je schneller wir von diesem verfluchten Planeten weg sind, desto besser. Wir hätten niemals herkommen dürfen…“.
Der Professor konnte ihr ihre pessimistische Stimmung nicht einmal übel nehmen, dennoch hielt er diese Denkweise für den falschen Weg.
Obwohl auch ihm der Schmerz so furchtbar auf der Seele brannte, durften sie nicht anfangen so zu denken „Dann wären wir aber auch niemals so weit gekommen. Vergiss nicht Amaryl, wir halten das Vermächtnis von beiden in den Händen“.
Sie sahen über die Schultern zu Cinder und Tine die ebenfalls beschlossen die ersten Schritte in Richtung Shuttle zu gehen.
Amaryl seufzte und wollte ihm wohl darauf antworten, als plötzlich ein brüllendes Etwas über das Schiff hinweg flog.
David begann zu lachen „Hey, da bist du ja mein Freund. Wir dachten schon wir hätten dich abgehängt“.
Der stattliche Drache landete bei ihnen auf der Brücke, ehe er den Hals in Richtung der Prinzessinnen senkte, als wolle auch er seine Betrübnis ausdrücken.
Tine reagierte sofort und nahm sein Köpfchen in ihre Arme „Du willst hier bleiben, nicht wahr? Das ist deine Heimat wie es ihre war… dabei bist du Vara und Teiz überall hin gefolgt… dein ganzes Leben lang… du hast sie nicht einen Moment alleine gelassen“.
Erst mit den Sätzen der Prinzessin verstand Palladium, dass Daro mit seiner Geste nicht seine Trauer teilen wollte, sondern sich verabschiedete. Er würde nicht mit ihnen nach Magix zurückkommen. Nicht ohne Teiz und Varanda…
Nachdem sich der Drache aus Tines Griff erhob, sahen seine gelben, sanften Augen in die Runde und nahmen einen jeden der ihm bekannten Personen für ein letztes Mal in Augenschein, ehe er bei dem Professor endete und ihn für einen Moment fixierte.
Schließlich schnaubte das Tier und wandte sich ab.
Er trottete in die entgegen gesetzte Richtung zum Abgrund und sah dabei in die Ferne, ehe er bedrohlich anfing zu brüllen und sich plötzlich in die Luft erhob.
Er schoss los in Richtung der Berge. Zu spät fiel Palladium auf weshalb „Oh nein… wir müssen los, jetzt sofort!“.
Über den Berghang glitten die geflügelten Wesen in Richtung des Schlosses. Paladine in Massen, wie ein Schwarm aggressiver Hornissen waren sie nicht von ihrem Ziel abzubringen.
Der Drache flog ihnen direkt entgegen.
Nachdem die Anderen nach kurzer Zeit noch immer keine Anstalten machten sich weiter zum Shuttle zu bewegen, herrschte der Elf zum letzten Mal an „Los!“.
Wie aus ihrem Schock gerissen, dass Cinders gesehenes tatsächlich der wahren Realität entsprach, nahmen die restlichen Feen schließlich die Beine in die Hand.
Amaryl und Tine half Palladium selbst den letzten Absatz in das Schiff, worauf er auf Cinder wartete, die jedoch nicht wie erwartet gleich nach ihnen hinein sprang.
Wieder drehte sich der Professor zu ihr um „Cinder, komm! Hier können wir nichts mehr ausrichten“.
Doch die Fee wandte sich nur langsam zu ihm um „Das ist nicht wahr… ihr könnt es vielleicht nicht, aber ich. Ich bin das was sie wollen. Ich kann nicht dabei zusehen wie Callisto in Schutt und Asche fällt! Nur dafür haben wir ALLE gekämpft! Und Daro tut es immer noch!!!“.
„Was?! Cinder, mach jetzt keine Dummheiten!“ rief Tine gerade noch heraus, als die Jüngere bereits rief „Magische Verwandlung!“  
Es dauerte lediglich Sekunden in denen Palladium sie nicht mehr erreichen konnte. Sie zögerte nicht, rannte und sprang mit ihren Flügeln über die Brüstung.
„Cinder!“ brüllten Tine, Amaryl und Palladium glatt gleichzeitig ihren Namen, als sie zu spät an dem Ort ankamen, an dem die Sternenfee bis vor wenigen Momenten noch gestanden hatte.
„Ist sie verrückt geworden?!“ brüllte es Amaryl nur so heraus, als sie ebenfalls ihren inneren Kern bündelte „Enchantix!“.
„Halt, wartet!“ versuchte Palladium auch weiter irgendwie einen kühlen Kopf zu bewahren, obwohl auch er mit dieser Situation mehr als überfordert war und ihm mit einem Mal alles entglitt.
Stattdessen legte ihm nun Tine eine Hand auf die Schulter „Wir halten sie irgendwie auf. Magische Verwandlung!“.
Der Elf konnte nur hilflos dabei zusehen, wie die Mädchen in ihren Feen-Formen abhoben und der jungen Prinzessin hinterher schossen.
So hilflos wie er in diesem Moment ohne Flügel war, konnte er nur dabei zusehen wie die Feen in der Ferne immer kleiner wurden.
So hatte das definitiv nicht laufen sollen...
David, Alice und Katy kamen ebenfalls zu ihm zurück gelaufen.
Der blonde Spezialist rieb sich den Hinterkopf „So viel zu unserer Flucht… und was jetzt?“.
Katy musterte ihre Freundin „Sieht so aus als sei der Krieg doch noch nicht vorbei…“.
In Alice schien indessen die Sorge aufzuwallen „Und was wenn er es ist und sie es sich einfach nicht eingestehen will?“.
„Dann müssen wir hoffen, dass wir im besten Fall mit ein paar blauen Flecken aus der Sache raus kommen…“ konnte sich auch Palladium seine Befürchtungen nicht weiter unterdrücken.

*

„Cinder! Halt an!“ brüllte nun selbst Tine am Rande ihrer Geduld angekommen. Sie war wütend… und wie wütend… sie beide waren es.
Amaryl hätte nie im Leben geglaubt, dass es eine einfache Fee an Schnelligkeit mit einer Enchantix aufnehmen konnte, doch diese Mädels waren wahre Flugkünstlerinnen und standen ihr mit ihrer Fähigkeit sich auf den Stromschnellen der Luft tragen zu lassen in nichts nach.
Ganz im Gegenteil, die Fee der Sterne schaffte es immer wieder ihrem Griff im letzten Moment zu entkommen.
„Nur ich kann das irgendwie aufhalten!“ rief Cinder ihnen einmal mehr nach hinten, machte jedoch keine Anstalten den Flug zu drosseln.
In Höchstgeschwindigkeit schoss sie den feindlichen Truppen entgegen denen diese Dummheit nur zugutekommen würde, doch sie sah das nicht.
Daro, der sich noch immer verbissen gegen die Soldaten wehrte, war inzwischen von einigen Kriegern aufgehalten worden.
Er biss und spie Feuer, doch auch ein Drache hatte gegen diese Armee keine Chance.
Pluma hatte seine Soldaten ebenfalls in den letzten Kampf geführt.
Beinahe gleichzeitig mit Cinder nahmen sie den Angriff auf, waren jedoch klar in der Unterzahl.
Ihren zumindest kleinen Vorsprung hatten sie damit in kürzester Zeit wieder eingebüßt.
Schließlich sah Amaryl voll Schrecken, dass sich Sarcas Armee in unmittelbarer Nähe vor ihnen befand und rief verzweifelt „Du rennst damit in deinen eigenen Tod!“.
Doch als die Fee stoppte war es bereits zu spät „Und wenn schon! Solange ich damit weitere Tode verhindern kann nehme ich das in Kauf!“.
Selbstbewusst wie sie war, wandte sie ihren Feinden, die zufriedenen Blickes ebenfalls angehalten hatten, den Kopf zu.
Sie visierte Conver an, welcher mit gehässigem Grinsen die Arme vor der Brust verschränkt hielt „Die Prinzessin Callistos die mit den Sternen verbunden ist, da bist du ja endlich“.
Sein Blick drückte klar seine Überlegenheit aus, sowie die deutliche Zufriedenheit, dass alles genau so lief wie er es sich erhoffte.
An seiner Seite flog kein geringerer als Enzo selbst, der Obergeneral der sie alle ohne mit der Wimper zu zucken hintergangen und für Varandas versagen gesorgt hatte. Selbst Espen stand viel zu loyal auf der feindlichen Seite.
Anders jedoch Lia, Mathis und Zillah, die entnervt schnaubte „Wie kann man nur so dumm sein?“.
Ihnen waren magische Handschellen angelegt worden, zudem waren sie von Speeren und einer kompletten Garde umzingelt. Es war sofort zu sehen, dass sie als ernstgenommene Bedrohung auf Seiten Callistos wahrgenommen wurden.  
Amaryl war wie zur Salzsäule erstarrt sich einer solchen Übermacht entgegen zu finden.
Hätte sie bloß etwas genauer auf ihr Umfeld geachtet. Sie waren mitten in diese Armee hinein geflogen. Nun gab es kein Zurück mehr.
„Prinzessin Cinder, was verschafft mir diese Ehre?“ lachte Conver voll Hohn „Prinzessin Tine natürlich nicht zu vergessen“.
„Lass die beiden da raus“ bat Cinder mit inzwischen glatt flehender Stimme „Ich bin hier, also lass es uns hinter uns bringen“.
Nur nebenbei konnte Amaryl die schockierten Blicke von Mathis und Lia erkennen, die sich ein weiteres Mal bemühten irgendwie ihren Ketten zu entkommen um dieses naive Selbstmordkommando zu stoppen, doch keine Chance.
Sie waren gefangen wie die Estrella auf ihrem Drachen, die sich dahingehend nicht einmal die Mühe machte, sondern nur verständnislos den Kopf schüttelte.
„Ach Prinzessin, Ihr wisst doch überhaupt nicht WAS ich will“ entgegnete Conver, der sie noch immer nicht ernst nahm.
„Meine Gabe!“ rief diese kurzerhand aus „Ist es nicht so? Hier geht es doch lediglich um Tyrian und das allsehende Auge das ich niemals hätte haben dürfen, richtig? Dann nehmt sie zurück! Es ist mir egal! Ich will sie nicht wenn das bedeutet, dass endlich Frieden zwischen uns herrschen kann. Ich will nur, dass nicht noch mehr sterben müssen“.
Kurzzeitig wirkte der König glatt, als habe er Mitleid mit der vor ihm flehenden Fee, doch auch das war lediglich Fassade „Meine liebe Cinder, ich bin immer wieder verblüfft wie ähnlich Ihr Eurer Schwester doch seid. Doch ich muss leider auch Euch enttäuschen. Das allsehende Auge ist nichts was man einfach an jemanden übergeben kann! Selbst wenn ich Euch umbringe würde es mir nichts nützen. Aber es freut mich tatsächlich sehr, dass Ihr Euch freiwillig ergebt, nachdem Eure werten, älteren Geschwister nun nicht mehr sind“.
Amaryl sah genau wie Cinder die Tränen kamen, während sie die Augen zusammen drückte um nicht ein weiteres Mal an diesen Schmerz erinnert zu werden, der doch allgegenwärtig war.
„Verschwindet sofort!“ brüllte Lady Lia auf einmal „Ihr seid die Zukunft von Callisto! Ihr dürft nicht auch noch fallen!“ sie warf sich beinahe gegen ihre Ketten.
Conver jedoch wandte sich wütend zischend zu ihr um „Dafür ist es ein wenig zu spät!“.
Er brauchte lediglich die Faust auf Augenhöhe zu ballen, worauf Lia ein Stromschlag durchfuhr.
„Lady Lia!“ rief Amaryl erschrocken aus und wollte ihr am liebsten zur Hilfe eilen, doch kaum dass sie eine Anstalt machte sich zu bewegen, schlossen sich die Paladine enger um sie, um eher zurück weichen zu müssen.
Erneut ließ Conver sein gehässiges von machtzerfressenes Lachen hören „Prinzessin Cinder, ich bewundere Eure Courage, doch leider muss ich Euch enttäuschen. Da nun auch die letzten Thronerben Callistos in meiner Gewalt sind, kann meine vollständige Übernahme beginnen und Ihr seid die ersten Zeugen die mitansehen dürfen wie ich diesen Planeten ein für alle Mal zerstöre! Nur damit kann endlich Frieden herrschen!“.
Das konnte doch nicht sein Ernst sein?! Besaß dieser Mann kein Gewissen?!
Nur nebenbei konnte Amaryl die vor ihr fliegende Prinzessin wie erstarrt und monoton sagen hören „Conver… was ist mit Euch passiert?“.
Es war leiser als ein Flüstern, sodass es der betroffene nicht einmal wahrnahm.
Stattdessen gab er den Befehl „Enzo, mein treuer Freund. Du hast lange genug gewartet. Es wird Zeit, dass wir endlich das Schloss einnehmen. Lass uns einen jeden dieser Soldaten zu unseren machen“.
„Jawohl mein König“ verneigte sich dieser lediglich ohne die Anstalt eines Zögerns und rief „Ihr habt Euer Majestät gehört. Callisto soll unser sein! Nun steht uns niemand mehr im Weg!“.
Während die Paladine nur so an ihnen vorbei strömten den Befehl auszuführen, wurden Amaryl und Tine bereits von ein paar von ihnen ergriffen.
Cinder konnte nur tränenüberströmt dabei zusehen wie diese Soldaten den direkten Anflug auf das Schloss nahmen. Alles war verloren…
„Na na na, Ihr braucht nicht zu weinen Prinzessin“ näherte sich Conver ein weiteres Mal „Ihr habt absolut nichts zu befürchten, ganz im Gegenteil. Euch erwartet ein schönes und angenehmes Leben auf dem Planeten Sarcas, an der Hand meines Bruders versteht sich. Sobald von Callisto nichts mehr übrig ist werdet ihr die Ehe vollziehen. Ich mache nicht denselben Fehler wie Dragomir. Will man etwas erledigt haben, muss man sich schließlich selbst darum kümmern, nicht?“.
Die Geschichte sollte sich also wiederholen. Es ging ihm allein um die Nachkommen mit dem königlichen Blut… egal auf welche Art und Weise…

*

„Dort vorne ist es“

Mit größter Vorsicht lugten die beiden Männer um die Ecke der Säulen hinter welchen sie Schutz suchten.
Teiz musterte das Plateau das vor ihnen lag zum ersten Mal.
Seit es ihnen gelungen war den Ausweg aus dem kaum endenden Labyrinth zu finden, welches Calum seiner genauen Wegkenntnis zu urteilen, bereits einige Male durchkämmt haben musste, waren sie einem schmalen Pfad durch das Nichts gefolgt bevor sie an jenen Ort gelangt waren.
Ein Portal, das erkannte der Spezialist sofort und nicht nur eines, sondern 10 davon.
Die glatt unheilvoll leuchtenden Tore waren auf einer Plattform im Kreis angeordnet.
Rings herum führten Treppen auf die Empore.
Weit und breit war nichts zu sehen, doch Teiz war sich bewusst, dass es einen Haken geben musste wenn Calum eine solche Vorsicht walten ließ.
Er befand sich schließlich ein paar Jährchen länger in dieser Dimension als er.
„Das sind die Tore zu den anderen Welten. Ein jedes kennzeichnet den Weg einer armen Seele die hierher verbannt wurde. Bis vor kurzer Zeit waren es nur 9“.
„So hast du mich gefunden“ stellte Teiz fest.
Der König nickte „Ganz recht. Ich komme immer mal wieder hier vorbei und bei meinem letzten Besuch war ein 10. Tor erschienen. Sobald man es einmal durchschritten hat braucht der Körper und das Gehirn einige Zeit sich von der magischen Verwirbelung zu erholen. So gehen sie auf Nummer sicher, dass du den Rückweg nicht findest und stattdessen in die Arme eines Basilisken läufst“.
„Richtig“ erinnerte sich der Spezialist „Mein Kopf hat vollkommen verrückt gespielt. Ich konnte mich an überhaupt nichts erinnern“.
Calum nickte „Es hat mich eine gefühlte Ewigkeit gebraucht diesen Ort wieder zu finden“.
„Dann muss es wirklich eine Ewigkeit gewesen sein wenn es sich selbst hier danach angefühlt hat“ entgegnete Teiz mit einem ironischen Unterton, als er überlegte „Was ist mit den anderen 8 Seelen passiert und wie hast du es geschafft den Basilisken zu entkommen?“.
„Pures Glück“ gestand Calum „Sie fanden mich erst nachdem ich wieder bei vollem Bewusstsein war und meiner Stärke sei Dank, konnte ich sie bislang immer überlisten. Ich habe in meinen Lehrjahren viel über die dunklen Dimensionen gelernt, so wusste ich sofort, dass es das Limbo sein musste in dem ich gelandet war. 2 andere Wesen fand ich kurz nach meiner Ankunft von den Basilisken versteinert im Labyrinth. Bei einem anderen sah ich wie er von der Schlange gefressen wurde und einer… ich bretterte seinen Schädel gegen den Stein als er mich angriff. Die anderen habe ich nie gesehen“.
Es war gar nicht auszumalen wie viel Calum in diesen 10 Jahren an einem solchen Ort bereits erlebt haben musste und doch hatte er wohl immer noch nicht aufgegeben.
Teiz zeigte keinerlei Regung dazu, stattdessen richtete er sich nach dem hier und jetzt „Also, was sollen wir tun?“
„Wir müssen unser Tor erreichen“ antwortete Calum „Mit genügend Magie versetzt müsste es sich öffnen lassen“.
Irritiert zog sein Neber eine Augenbraue nach oben „Aber… wenn es so einfach ist, wieso seid Ihr nicht schon lange entkommen? Mit den goldenen Flügeln müsstet Ihr…“.
„Sei versichert, einfach wird es nicht“ schnaubte der blonde Mann kurzerhand „Ich habe es bereits unzählige Male versucht, doch sie werden bewacht. Sobald du dich den Toren auch nur näherst schwärmen die Basilisken aus. Du hast nicht einmal die Möglichkeit dich zu fokussieren, abgesehen davon funktioniert meine Magie hier kaum… Ich hatte nie auch nur zwei Sekunden um mich zu konzentrieren“.
„Hm“ Teiz ließ den Blick über das Plateau schweifen um sich in den Plan der Schlangen hinein zu versetzen „Alleine vielleicht nicht… aber was ist zu zweit?“.
Calum nickte mit einem Lächeln auf den Lippen „Das ist genau was ich herausfinden möchte. Ich könnte das Tor sicherlich öffnen, aber dazu müsstest du ihre volle Aufmerksamkeit gewinnen“.
Die Ablenkung spielen… Normalerweise war das nicht gerade Teiz Spezialität… obwohl… mit Vara war das bereits mehrere Male ganz gut ausgegangen und hier hatte er es mit ihrem Vater zu tun. Wieso also nicht?
Gerade bekam Teiz etwas pulverartiges von seinen Klamotten in die Hände, da kam ihm eine Idee „Alles klar. Ich habe einen Plan“.

Kurz darauf näherte er sich auch schon der Empore. Allein und nach wie vor vorsichtig stieg Teiz die ersten Stufen hinauf, als es bereits aus der Ferne zischte.
Sofort wandte sich der Spezialist um und entdeckte das riesige Wesen sich aus der Dunkelheit hervor schlängeln. Damit jedoch nicht genug, kamen sie von allen Seiten.
Calum hatte nicht untertrieben. Diese Basilisken waren tatsächlich in der Überzahl.
Teiz atmete tief durch.
Darauf achtend den Blick immer eine Etage tiefer zu halten, um nicht versehentlich in die blutroten Augen zu sehen und zu riskieren doch in Stein verwandelt zu werden, musste er doch umdisponieren.
Diese Schlangen ließen ihm wirklich nicht einen einzigen Fluchtweg.
Die erste Schlange zischte bedrohlich kaum dass sie sich in seiner Reichweite befand.
Durch sein eingeschränktes Sichtfeld war es alles andere als einfach einzuschätzen was das Biest als nächstes tat, doch er sah die Anspannung der Muskeln der Schlange.
Der Spezialist machte sich fertig zum Sprung, als er sah wie das Wesen sich zurück neigte. Es machte sich bereit zum Biss! Im letzten Augenblick entkam er den spitzen Zähnen die sich in seinen Körper hätten bohren sollen.
Stattdessen schlug die Schlange auf dem harten Stein der Treppe auf.
Teiz ergriff seine Chance und sprang auf das Schuppenwesen, um den schlängelnden Körper hinauf zu kommen. Nur knapp entkam er einem zweiten Biss einer Schlange, die sich von rechts genähert hatte und anstatt in dem Spezialisten ihre Zähne in ihrem Artgenossen vergrub. Das angegriffene Tier brüllte auf und warf ihn durch den Angriff in Sekundenschnelle wieder von seinem Körper ab.
Der Spezialist rollte sich gekonnt ab und hatte damit sein Ziel erreicht.
Er war auf der anderen Seite der Schlange und damit aus der ersten Gefahrenzone entkommen, wenn seine Gegner nun auch noch bedrohlicher zischten als zuvor.
Der Basilisk schüttelte lediglich den Kopf, ehe er sich umwandte und erneut auf Teiz zu stürmte. Die anderen ebenfalls fixiert und auf dem Weg zu ihm.
Das war genau worauf sie es anlegten. Zufrieden sprang der Spezialist ein paar weitere Schritte zurück um sie auch schön kommen zu lassen.
Die Basilisken waren so vertieft in ihren mutmaßlichen Eindringling, dass sie die Empore vollkommen außer Acht ließen.
„So ist gut, kommt nur“ Teiz, der seine größte Waffe noch in der Hosentasche versteckt hielt, wartete nur auf den richtigen Moment und der war gekommen sobald sich die Basilisken wieder vollzählig um ihn versammelt hätten.
Aus den Augenwinkeln entdeckte er Calum der bereits Anlauf zu den Portalen nahm und ihm einen warnenden Blick ála: Treib es nicht zu weit, zu warf.
Dabei fokussierte der König bereits sein Ziel.
Schließlich, wieder auf sich selbst konzentriert, erkannte Teiz seinen Moment und trat einen Schritt zurück „Also gut ihr Schlangen, mal sehen wie euch ein wenig Feen-Staub gefällt?!“
Ohne zu zögern, riss er seine Hand aus der Tasche und achtete darauf das funkelnde Pulver überall in der Luft zu verteilen.
Sofort nahm er die beiden Steine zur Hand die er zuvor eingesammelt hatte und schlug diese so gezielt aufeinander, dass bereits beim ersten Versuch Funken sprühten.
Diese kleinen Partikel gingen augenblicklich auf den Feen-Staub über und ließen innerhalb von Sekunden die Luft geradezu erleuchten.
Die Basilisken erschraken zu Tode, deren Augen offensichtlich ein solches Licht nicht gewohnt waren und bereits wild umeinander schlängelten.
Mauern wurde keine Beachtung mehr geschenkt, gegen diese ein paar von ihnen bretterten.
Andere schrien auf und kniffen durch die Blendung ihre Augen zusammen.
Ja, das musste schmerzhaft sein wenn man ein Leben lang lediglich die Dunkelheit des großen Nichts gewohnt war.
Das waren die Vorteile die Fee des Sternenstaubs zur Freundin zu haben. Überall an ihm hingen ihre magischen Partikel.
Sofort begab sich Teiz durch die Basilisken hindurch und rollte sich in Sicherheit, worauf er ebenfalls auf die Portale und Calum zu rannte, welcher bereits seit geraumer Zeit seine magische Energie auf das Tor wirken ließ.
Kaum kam er jedoch an, wurde er gewarnt „Irgendetwas stimmt da nicht“.
„Was?! Du sagtest doch, dass es funktioniert“ entfuhr es dem Spezialisten erschrocken.
Kurz darauf brach der König seinen Zauber ab „In der Theorie hätte es das auch, aber es tut sich nichts! Wir hätten hier längst raus sein müssen!“.
Hastig wandte sich Teiz zu den Basilisken um die sich langsam aber sicher von seinem Hinterhalt erholten „Dann lass dir schnell was einfallen, oder wir sind Basiliskenfutter!“.
Auch der blonde Mann wandte sich um, als die erste Bestie sich auf sie zu schlängelte „Wenn das nur so einfach wäre…“.
Sie standen mit dem Rücken zum verschlossenen Portal… mitten in der Falle.
„Die sehen nicht sonderlich glücklich aus“ bemerkte Teiz befürchtend.
„Nicht in die Augen sehen!“ warnte Calum ein weiteres Mal.
„Das weiß ich doch!“ zischte der Spezialist lediglich panisch „Gib mir einen besseren Rat!“.
Alle beide machten sich bereit irgendwie auszuweichen würde die Schlange ein weiteres Mal zuschlagen wollen.
„Okay, werd nicht gefressen!“ brüllte Calum.
Im selben Moment schnellte auch schon der Kopf des Basilisken herab. Beide Männer sprangen zur Seite, worauf das Wesen, das nicht mehr so schnell reagieren konnte mit voller Wucht gegen die Tore des Portals bretterte, bevor das Tier zusammen sackte.
Mit dem Puls auf 180 konnte Teiz seine Atmung nicht mehr beruhigen.
Zwar lag das Tier bewusstlos am Boden, doch das Tor stand unbeschadet und ohne Kratzer wie zuvor. Diese Portale waren wirklich unzerstörbar, wenn diese selbst einer solchen Wucht standhielten.
Damit jedoch nicht genug zischten auch schon die anderen Basilisken und schlängelten sich zu ihnen herüber.
Teiz glaubte bereits, dass nun endgültig sein letztes Stündchen geschlagen hätte, als er plötzlich in gleißendes Licht gehüllt wurde „Was passiert hier?!“.
„Die Tore wurden geöffnet!“ hörte er lediglich Calums Stimme, ehe alles um ihn herum verschwamm.
Bedeutete das, dass sie es geschafft hatten? Waren sie entkommen?
Doch diese Antwort wurde ihm erst beantwortet, als er sich in nicht endendem Schnee wieder fand.



Einen schönen guten Morgen Ihr lieben,

ich kann während des Hochladens gerade überhaupt nicht einschätzen wie lange dieses Kapitel genau geworden ist. Es könnte etwas kürzer sein als normal, aber ich hoffe Ihr verzeiht es mir, wenn ich mitteile, dass ich die fanfiktion endgültig fertig geschrieben habe! Und daher wird bereits am Dienstag schon das nächste Kapitel kommen. Ich hatte immer gerne ein paar Kapitel Puffer um auch bei einer kleinen Schreibblockade oder Zeitdruck garantieren zu können wirklich jede Woche etwas hochzuladen, aber nun brauche ich den Puffer nicht mehr und möchte dieses Projekt nun zu Ende bringen ^^ Auch, da ich bereits ein nächstes, für mich ganz besonderes Projekt oder "Experiment" im Auge habe, das ich in den nächsten Wochen beginnen möchte, von dem ich schon sehr gespannt bin wie es ankommen wird.

Achja, ein ganz riesiges Danke an alle die diese Story nun tatenkräftig mitverfolgen, darf heute absolut nicht fehlen! Ich war in den letzten Tagen so geflasht, als ich gesehen habe, dass Varandas Geschichte inzwischen ganze 100 Favoriteneinträge hat! Wuhuuu! Ihr macht mich echt stolz! Am Anfang hätte ich niemals geglaubt, dass sich doch so viele für diese fanfiktion interessieren würden, vor allem da der Communitykreis doch nicht ganz so riesig ist wie in anderen Genres. Dankeschön. Es motiviert wirklich sehr auch weiterhin lesewürdige Kapitel hochzuladen ^^

Mit diesen Worten wünsche ich euch einen schönen und erholsamen Start in das wohlverdiente Wochenende.
Wir lesen uns sicher ^^

P.S. noch 7 Kapitel!

LG Seilix
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