Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Fee der magischen Energie

von Seilix
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Palladium
18.08.2017
23.02.2021
94
415.867
41
Alle Kapitel
206 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
15.01.2021 4.074
 
Palladium und Pluma starrten weiter in die Richtung in welche Zillah verschwunden war.
Es musste ihre Mission sein. Eine geheime Mission die sie mit Lady Lia vereinbart hatte.
Einige Zeit passierte nichts, bis es plötzlich hinter ihnen kam „Was war das?!“.
Die Männer drehten sich um und sahen Cinder, gefolgt von Tine auf sie zulaufen „Habt ihr auch diese Lichtsäule gesehen? Das war doch sicher ein Signal für irgendwas“.
Pluma wechselte mit Palladium einen leicht verunsicherten Blick.
„Nun… wisst ihr, das…“ wollte Palladium beginnen, der jedoch sofort von Cinder unterbrochen wurde, die bereits befürchtend die Hände vor dem Körper faltete „Da ist etwas passiert, ist es nicht so?“.
Es war beinahe als glaubte sie schon gar nicht mehr an einen positiven Ausgang dieses Vorhabens. Möglicherweise sprach da auch schon die Erfahrung aus ihr.
„Es kann auch gar nichts bedeuten“ versuchte Pluma sie zu beruhigen „Zillah ist los geflogen um die Lage zu checken. Sie ist sicher bald zurück und dann wissen wir mehr“.
Tine legte ihrer jüngeren Cousine beruhigend eine Hand auf die Schulter „Wir müssen abwarten. Tun können wir sowieso nichts“.
„Doch, das können wir!“ rief diese jedoch plötzlich aus „Ich kann herausfinden was dort los ist, mit Tyrian. Das allsehende Auge kann mir helfen“.
Tine wirkte erschrocken „Cinder, bist du dir sicher, dass das eine gute Idee ist“.
„Es ist die Einzige die wir haben um herauszufinden was dort los ist. Mit der Hilfe der Sterne kann ich in jede Ecke Callistos sehen. Vielleicht zeigt mir Tyrian was bei der Kammer der Könige los ist. Dann wissen wir ob Vara es geschafft hat“.
Palladium entgegnete ihr mit warnendem Blick vorsichtig zu sein „Bist du dir sicher, dass du das willst. Was wäre wenn du etwas anderes siehst als du es dir erhoffst“.
Kurz zügelte sich ihre Mine, jedoch kam es „Dann ist es so. Aber dann weiß ich es zumindest und wir könnten uns darauf vorbereiten. Vergesst nicht, das ist was Vara will. Sie will dass wir auch ohne sie voran gehen und so können wir das umso schneller“.
Tine seufzte „Cinder hat recht. Was auch immer dort gerade vor sich geht. Wir können handeln wenn wir es wissen“.
Palladium schloss einen Moment die Augen. Sie hatten alle beide recht, nur… war er sich selbst nicht einmal sicher, ob er bereit war zu erfahren was dort vor sich ging. Dennoch war was sie sagten richtig.
Hier ging es um mehr als nur um Varanda, so stimmte er schließlich zu „In Ordnung. Versuch dein Glück Cinder“.
Die junge Prinzessin nickte und trat zwischen ihn und Pluma zur Brüstung vor.
Sie schloss die Augen und atmete tief ein und aus.
Ihre Lungen füllten sich mit der eisigen Luft „Tyrian. Stern der über allen steht. Zeig mir die Welt“.
Wenige Augenblicke geschah gar nichts. Sie alle waren vollkommen still und nur der sichtbare Hauch ihres Atems bewegte sich neben dem wehenden Haar.
Dann schlug Cinder ihre Augen auf.
Es war eine Welle purer, magischer Energie die mit ihrem Lidaufschlag entströmte.
Diese Energie schlug aus, bis über die weiten Flächen des Schlosses hinaus in Richtung des Ozeans, der Berge und der Stadt.
Cinder starrte dabei nur vor sich hin und schien alles in sich aufzunehmen was sie dabei erblicken konnte.
Als das jedoch ein paar Momente länger andauerte als normal, versuchte Tine sie vorsichtig zu wecken „Cinder? Cinder, was siehst du?“.
Erst mit einem Blinzeln ihrerseits kam sie in das hier und jetzt zurück.
Der Schock zierte ihr Gesicht, dann füllten sich ihre Augen mit Tränen.

*

Erschrocken sah ich dabei zu wie sich Lia gegen Enzo behauptete „Wie konnte das passieren?! Wie konnten du und Espen euch für diesen Weg entscheiden?!“.
Doch der Obergeneral dachte nicht einmal daran klein bei zu geben „Mein Weg lag bereits ein Leben lang klar vor mir. Meine Treue gehörte schon immer dem Reich Sarcas! Espen hat sich dagegen einfach nur für das richtige entschieden und den Weg gewählt seine Stellung zu sichern. Sobald dieser Krieg vorüber ist werden auch Mathis und du ins Exil geschickt, sowie sämtliche Königsanhänger Callistos und nun ist es bald geschafft“.
Wie konnte er das nach all dem sagen was er meiner Familie bedeutete…
Nach all dem was er gemeinsam mit meinem Vater an Intrigen und Kämpfen durchgestanden hatte… nach allem was er Teiz gelehrt hatte… nach allem was er für mich und Cinder war… nach allem was er bereits für Callisto geopfert hatte… wie konnte er nur?!
„Du bist ein Scheusaal!“ fauchte Lia bedrohlich und ging ein weiteres Mal mit Händen und Füßen auf Enzo los. Sie parierte sämtliche Hiebe seines Schwertes mit Leichtigkeit ihrer magischen Ketten. Dabei begab sie sich auch ohne ihre Feen-Transformation in den direkten Nahkampf. Sie war eine Koryphäe auf ihrem Gebiet. Sir Espen und Sir Mathis waren sich voll und ganz ebenbürtig. Durch ihre härter werdenden Angriffe begann der Felsen auf welchem wir uns befanden zu beben.
Meine Stimme versagte indessen kläglich, zu tief saß diese bittere Erkenntnis.
Wie hatte es nur so weit kommen können?
Der Rat war gespalten wie nie in unseren Geschichtsbüchern. Ein solcher Verrat war mir nie vorstellbar gewesen und doch geschah er genau hier.
Ich riskierte einen weiteren Blick hinab in die Tiefe. Ein Sturz an dieser Stelle und ich würde in das eisige Meer stürzen oder gegen einen der Felsen aufschlagen.
Erneut zog die näher kommende Garde meine Aufmerksamkeit auf sich.
Die Zeit lief uns davon. Ich besaß keine Waffe um mich zu verteidigen, lediglich das Wetterzepter das ich einmal mehr fest umklammert hielt, während ich mich wieder auf die Beine rappelte.
Würde es hier nun doch zu Ende gehen? Nach allem was ich riskiert hatte würde ich mich nun hier geschlagen geben müssen…
Callisto würde ein für alle Mal in Sarcas Hände fallen… in die Hände von Conver.
Jenem Tyrann der in diesem Augenblick mit der Hälfte seiner fähigsten Männer auf dem Weg zu mir war um mich ein für alle Mal zu vernichten. Gleichmachung an sich reichte ihm nicht, er wollte alles, insbesondere Rache und das sollten alle zu spüren bekommen.
Konnte ich das wirklich zulassen? Nein!
Ohne wirklich darüber nachzudenken nahm ich die Beine in die Hand und bahnte mir den Weg selbst weiter hinauf.
Die vollkommen zugeschneiten Pfade waren auch jetzt noch spiegelglatt und ich glaubte, dass mir der Abgrund je weiter ich aufstieg, umso näher kam.
Doch all das durfte mich jetzt nicht aufhalten. Ich musste es zur Kammer der Könige schaffen! Alles andere war keine Option.
Es war ein Wettlauf gegen die Zeit und den noch anhaltenden Nordwind. In jeder Sekunde konnte dieser seine Unwetter wieder entfalten.
Plötzlich konnte ich es brüllen hören „Hier geblieben!“
Erschrocken blickte ich über die Schulter und sah Enzo.
Er erhob sich mit seinen gewaltigen Schwingen über die Schneekuppe bis zu welcher ich gelangt war.
Im Hintergrund sah ich noch Lias magische Ketten den Paladin zu erwischen, der ihr entkommen war, doch sie verfehlten.
Im letzten Moment hielt ich das Wetterzepter gegen seinen harten Angriff und konterte damit auch den darauffolgenden Schlag.
„Du kannst mich nicht aufhalten!“ brüllte ich ihm entgegen nachdem er vor mir landete und weiter in Angriffsposition ging „Ich werde diesen Krieg beenden und dann finde ich Teiz! Nichts auf dieser Welt könnte mich jetzt noch davon abhalten!“.
Sein argwöhnisches Grinsen zeigte nur seine Verspottung „Achja? Mit welcher Macht dieser Welt wollt Ihr diesen Sturm der auf Euch zukommt beenden? Mit dem Zepter etwa? Dass ich nicht lache. Es ist vorbei Varanda, gesteht es Euch ein!“.
Doch plötzlich brüllte es hinter uns „Kopf runter!“.
Ehe ich die Stimme auch nur zuordnen konnte folgte ich den Worten und schmiss mich auf alle Viere in den Schnee.
Dem folgenden Luftstrom wäre nicht einmal mit den Flügeln einer Enchantix standzuhalten gewesen, der selbst Enzo kurzerhand mit sich zu Boden riss.
Am Berg vorbei geschossen kam eine gewaltige brüllende Gestalt.
Ich erkannte den Schlossdrachen sofort, der den Obergeneral mit seinen gewaltigen Schwingen einfach um gefegt hatte. Es war nicht Daro, doch er gehörte zu meinen Leuten, genauso wie seine Reiterin, die das Tier knapp in Reichweite des Pfades über dem Meer in der Luft hielt. Zillah, meine Rettung!
Sie zog massiv an den Zügeln und streckte den anderen Arm nach mir aus „Los Varanda! Worauf wartest du?!“.
Ohne auf eine zweite Aufforderung zu warten rappelte ich mich auf, warf einen letzten Blick auf Enzo der noch damit beschäftigt war sich aus den Schneemassen zu befreien in die er hinein gestürzt war und rannte.
Ich rannte Zillah entgegen, so schnell ich konnte und nahm damit Anlauf bis zur Klippe.
Mit aller Kraft stieß ich mich vom Vorsprung ab und streckte ihr meinen Arm entgegen.
Auf die letzten Zentimeter erwischte sie mein Handgelenk und ich ihres.
Ohne zu warten ließ sie den Drachen parallel Abstand des Berges gewinnen „Was ist denn hier los?“.
„Das weiß ich auch noch nicht genau“ gestand ich „Aber ich werde es noch rausfinden, allerdings später. Die Kammer der Könige ist jetzt wichtiger. Kannst du mich dort hinbringen?“.
„Da ist ja wieder die Prinzessin mit den Prioritäten, schön dass du deine Prinzipien wieder gefunden hast“ eröffnete sie mir ironisch den Blick in ihre Gedanken.
„Vielleicht hatte es dafür ja wirklich mal eine starke Hand nötig“ gestand ich mir ein, dass sie doch recht hatte.
„Jederzeit wieder Varanda“ gab Zillah nur belustigt von sich, worauf wir ein Brüllen hörten und sich Enzo auf beide Beine erhob, die Flügel spreizte und los schoss.
Ebenso war die Garde immer näher gekommen.
Selbst Conver entdeckte ich nun klar und deutlich, der wie der Obergeneral selbst nicht aufzuhalten schien.
„Verdammt!“ hörte ich Zillah nur zischen die mich nach wie vor nur am Arm hielt, während ich irgendwie mit beiden Füßen gegen die Seite des Drachen gestemmt, halt fand. Was nun?
Wir waren schneller von allen Seiten umstellt als es uns möglich war es wahr zu nehmen.
Ich musterte die Paladine aus Sarcas die wirklich aus allen Richtungen zu kommen schienen. Enzo hatte mich wirklich voll und ganz in seine Falle gelockt.
Es gab kein Entkommen. Dasselbe musste auch Zillah denken die ebenfalls ihren Blick in jede Richtung wendete und sich schließlich hart auf die Unterlippe biss als überlege sie sich irgendetwas.  
Der Drache nahm indessen reiß aus, was es mir noch schwerer machte mich zu halten.
„Spann den Körper an, dann passiert dir nichts“ riet mir die Estrella plötzlich und ließ dabei mit ihren Adleraugen nicht von Enzo ab, der uns mit seinen kräftigen Schwingen weiter verfolgte.
„Was meinst du damit?!“ rief ich ihr zu, spürte aber gleichzeitig, wie unsere verkrampften Hände weiter auseinander rutschten.
Egal wie schnell der Drache flog, der Paladin war schneller und kam näher.
„Es wird Zeit loszulassen Prinzessin“ sagte sie plötzlich.
„Was?! Zillah das kann nicht dein Ernst sein?! Es geht mindestens 20 Meter nach unten, von den Strömungen und den Klippen ganz zu schweigen! Das überlebe ich nicht!“
Ich spürte wie sie mir nach und nach ihre Hand entzog „Verzeih Varanda“.
„Zillah!“ schaffte ich nur noch ihren Namen zu rufen, ehe ich ihre Fingerspitzen verlor und abrutschte. Ich konnte mich nicht mehr an dem Drachen halten.
Ich stürzte schreiend in die Tiefe, bis ich meinen Fall realisierte und mich zwang den Körper anzuspannen und gerade nach unten zu richten. Die Arme hielt ich vor das Gesicht, als ich auf der Wasseroberfläche aufschlug und in die eisigen Meere eintauchte.

*

Zillah beobachtete das Ganze mit hastig umherschweifenden Augen.
Die Prinzessin war weg, zwischen den Wellen verschwunden, stattdessen stand nun sie Enzo gegenüber, der sich ebenfalls zwischen der Brandung umsah.
Er hielt sich mit den Schwingen in der Luft und richtete seinen Blick nur langsam auf Zillah „Wieso?“.
Diese blickte ihm nur ausdruckslos entgegen „Würdest du mir glauben wenn ich sage, dass ich sie einfach nicht leiden konnte?“.
Doch Enzo verengte die Augen „Nicht im Geringsten“.
Die Estrella zog ihr Schwert „Zu schade aber auch“.
„Das würde ich mir noch einmal überlegen“ verschränkte der General lediglich seine Arme vor der Brust und brachte die Frau dazu sich noch einmal umzusehen. Sie bemerkte, dass auch andere ihre Waffen zogen.
Sie war umstellt. Mehr als 20 Paladine hatten sich allein um sie versammelt.
Damit jedoch nicht genug. Hinter Enzo sah sie zwei Gefangene die über die Schneekuppe geführt wurden.
Lady Lia und Sir Mathis hatten die Arme erhoben über dem Kopf platziert um ihre Kapitulation auszudrücken.
Im Rücken wurde ihnen von zwei Wachen jeweils ein Speer gehalten. Espen befand sich triumphierend in ihrer Mitte als präsentierte er sie als Kriegseroberung.
„Gib es auf kleines Mädchen“ kam es auf einmal von ihrer rechten Seite.
Erstmals stand sie dem Verursacher all dieses Chaos entgegen. Der Paladin der sich als Anführer dieser Revolte betrachtete. König Conver selbst, der ebenfalls verhöhnend in die Tiefe sah „Varanda war die Einzige die euch hätte retten können, aber wie es aussieht hat sie lange genug regiert. Ich müsste dir danken. Du hast mein größtes Problem aus der Welt geschafft und nun lass die Waffe fallen. Du willst doch nicht hier und jetzt sterben, oder doch?“.
Zillah schnaubte. Zu gerne hätte sie diesem Mann einen Denkzettel verpasst, doch selbst sie sah ein, dass sie allein niemals gegen 50 Mann bestehen konnte.
Sie seufzte und ließ die Waffe fallen, die ebenfalls von den aufschäumenden Wellen verschluckt wurde, ehe sie die Arme über den Kopf nahm.
„Schon besser“ bestätigte Conver und wandte sich schließlich an Enzo, welcher sich verneigte, während sein König sprach „Das war gute Arbeit. Ich muss sagen, ich hätte nicht geglaubt, dass du mir deine Loyalität doch soweit beweisen würdest, aber das war eine Meisterleistung“.
„Ich habe all die Jahre nur einem Volk gedient und das ist dem meines eigenen Blutes“ versicherte der Obergeneral.
Conver nickte zufrieden und befahl im selben Moment an seine Gefolgsmänner „Findet diese Höhle und verschließt sie! Wir wollen sicher gehen, dass nie wieder jemand den Weg in diese Kammer der Könige findet“.
„Jawohl!“ sofort machten sich ein paar seiner Paladine daran weiter den Berg hinauf zu fliegen.
Dieser Mann war wirklich skrupellos.
Zillah verengte die Augen bei seinem Anblick. Der würde noch ein böses Erwachen erleben.
Damit wurden sie in Richtung des Schlosses abgeführt.
Nur nebenbei begegnete die Estrella dem weitentfernten Blick von Lady Lia, der sie nur mit einem bestätigenden Blinzeln eine Antwort auf ihre unausgesprochene Frage geben konnte.

*

Die Kälte hing mir in den Knochen, während ich noch immer versuchte etwas zum Greifen zu erwischen. Ich hätte mir alles brechen können, doch die Strömung zog mich mit sich weiter, immer tiefer und tiefer in die Schwärze. Mir ging die Luft aus… Ich bekam Atemnot, doch keine Wasseroberfläche in Sicht.
Ich begann zu Strampeln und versuchte mich weiter panisch irgendwo festzuhalten, doch alles rauschte an mir vorbei, als sei ich auf dem unausweichlichen Weg in den Tod selbst.
Plötzlich stieß ich gegen einen Felsen der mir die halbe Schulter zerquetschte und fiel nach unten. Kurzzeitig schnappte ich Luft, ehe ich ein weiteres Mal in das kalte Nass eintauchte.
Endlich glaubte ich Herr über die Lage werden zu können, als ich mich mit ein paar hektischen und schmerzenden Bewegungen irgendwie an die Wasseroberfläche befördern konnte.
Die Strömung war verschwunden.
Ich hustete und glaubte das halbe Meer wieder auszuspucken.
Der salzige Geschmack legte sich auf meine Zunge.
Schwer atmend zog ich mich an Land und ließ mich auf den Rücken fallen.
Ich sah meinen eigenen Atem, dabei nahm ich die eisigen Temperaturen für diesen Moment kaum noch wahr. Ganz im Gegenteil… mir war glühend heiß.
Ich starrte hinauf und bemerkte schließlich, nachdem sich mein Puls zumindest etwas beruhigt hatte und ich wieder klar denken konnte, einige Stalaktiten über meinem Kopf.
Ich war in einer Höhle gestrandet.

Schließlich realisierte ich meine Rettung. Keiner kannte die Höhlenverzweigungen des Planeten so gut wie die Estrellas „Klar… Höhlen existieren auch unter Wasser… Zillah… du bist ein Genie!“

*

Er wusste nicht mehr, ob er nun Stunden oder bereits Tage in diesem Irrgarten umher wanderte.
Etwas wie einen Tag- oder Nachtzyklus schien es, wo auch immer er gelandet war, nicht zu geben. Inzwischen hatte sich der Nebel in seinem Kopf gelichtet und er konnte sich wieder an das was geschehen war, erinnern.
Irgendwie musste es ihm gelingen zurück nach Callisto zu kommen, wenn er auch noch nicht wusste wie…
Die Dimension in die Enzo ihn geschickt hatte kam ihm gänzlich unbekannt vor…
Ganz im Gegenteil, von etwas derartigem hatte er nie zuvor gehört oder gesehen.
Noch immer umgab ihn gähnende Schwärze, bis auf dieser Labyrinth ähnlichen Strukturen die sich wieder und wieder zu wiederholen schienen.
Wie konnte er sich überhaupt sicher sein, dass er nicht bereits Jahre in dieser Dimension umherirrte? Sein Zeitgefühl hatte ihn vollkommen verlassen.
Der Grünhaarige lief weiter. Stehen zu bleiben würde ihm kaum nützen, zumal er keine Müdigkeit verspürte… dabei schien er bereits ewig zu laufen.
Der spiegelglatte Untergrund war in puren, grauen Stein gewechselt.
Ein Pflaster das nicht natürlich schien und bereits einige Macken aufzuweisen hatte. Natürlich, wer wusste schon wie lange das alles bereits existierte.
Er bog um die nächste Mauer und blieb erstaunt stehen. Diese Stelle sah genau wie jene aus an der er vor kurzem vorbei gekommen war. Lief er etwa im Kreis?
Der Spezialist beschloss die Probe aufs Exempel zu machen und riss sich ein Stück seines Stoffs von der Rüstung, das er zwischen die bereits von rissen durchfurchte Mauer drückte.
Diese Mauern wirkten wirklich wie eine Art Labyrinth das ihn gefangen hielt.
Sein starker Geist und der Gedanke an seine Familie ließen ihn weiter machen wo andere längst aufgegeben hätten.
Selbst als dieser Stein kein Ende zu nehmen schien, blieb er stark und sprach sich gut zu „Komm schon Teiz, du bist schon durch üblere Höllen gegangen. Irgendwie muss ich es hier doch wieder hinaus schaffen. Es muss einen Ausweg geben“.
Er dachte an seine Schwestern, die bereits alles in Bewegung gesetzt haben mussten um ihn zu finden. An Palladium, David und Jared die mit den vergangenen Tagen wirklich zu seinen besten Freunden zusammen gewachsen waren und natürlich an Amaryl. Sein Lichtblick am Ende dieses Grauens war allein sie. Er durfte überhaupt nicht aufgeben.
Niemals wollte er sich ausmalen welche Sorgen sie sich bereits um ihn machen musste.
Der Spezialist atmete tief durch, als er erneut um eine Ecke bog und wie erstarrt stehen blieb.
Sein Blick richtete sich automatisch an eine ganz bestimmte Stelle in der Steinwand.
Der blaue Stoff den er dort platziert hatte leuchtete geradezu aus dem Grau heraus.
Das durfte doch nicht wahr sein?! Er bewegte sich wirklich nur im Kreis.
Was war das bloß für eine verfluchte Welt?
Langsam aber sicher ernüchtert seines Selbstbewusstseins, ließ er sich an der Wand bis zum Boden sinken und platzierte seine Arme auf den abgestellten Beinen. Weiter kam er hier wohl sowieso nicht, da konnte er auch genauso gut eine Pause einlegen.
Mit den Händen fuhr er sich durch das Gesicht und sah sich um.
Alles wirkte dunkel, trist und vollkommen gleich.
Diese alles durchdringende Schwärze… Sie verleitete geradezu seine eigenen Gedanken zu durchforsten.
Er Reflektierte sich und sein Verhalten zum ersten Mal seit Ewigkeiten und das Ergebnis war wirklich ernüchternd… Er war seit Wochen wieder voll und ganz in seiner Arbeit angekommen. Ganz so wie es einst gewesen war, bevor er nach Magix geschickt wurde. Amaryl hatte recht, er hatte sich und sein Leben wirklich wieder voll und ganz Callisto und dem Königshaus verschrieben und selbst, als sie ein Teil davon hatte sein wollen, ihn bat sie miteinzubeziehen, hatte er abgelehnt… er hatte sie einfach weggeschickt… er hatte ihr wirklich nie besonders zugehört, war immer mit anderen Dingen beschäftigt und verbannte sie regelrecht aus diesem Leben… und doch war sie noch immer bei ihm geblieben. Wieso?
Diese Frage stellte er sich tatsächlich zum ersten Mal. Wieso war sie überhaupt bei ihm, wenn er wirklich ein so grauenvoller Mann an der Seite einer Frau sein konnte… Wieso?
Er konnte sich nicht einmal eine Antwort darauf geben. Er konnte sich nicht vorstellen was Amaryl in ihm sehen mochte.
Diese Gedanken verschlangen ihn geradezu, als in der Stille ein Geräusch seine Aufmerksamkeit weckte. Ein Zischen kam aus der Dunkelheit. Ein Ton, der für ihn im ersten Moment nicht zuzuordnen war, doch er kam näher. Das Geräusch wurde von Sekunde zu Sekunde lauter.
Allmählich allarmiert von diesem zischen, das immer bedrohlicher wurde, sprang Teiz auf und machte sich bereit auf was immer dort kommen mochte.
Ihm stockte der Atem, als ein gewaltiger Schlangenkopf um die Ecke des Pfades ragte von welchem er gekommen war.
Der Grünhaarige weitete erschrocken die Augen, als die Schlange mit ihren rot-leuchtenden Augen genau in seine Richtung blickte.
Sofort wandte er den Blick mit seinem laut pochenden Herzen zu Boden.
Von diesem Wesen hatte Codatorta ihm einst erzählt erinnerte er sich.
Eine weiße Schlange mit unverkennbarem Muster. Ein Basilisk!
Würde er nur eine Sekunde in diese roten Augen blicken, würde er sofort zu Stein erstarren.
Wo um alles in der Welt war er hier nur gelandet?
Nicht einmal seine Waffen hatte er bei sich. Was hatte Enzo bloß mit ihm gemacht?!
Panisch überlegend wie er aus dieser Lage bloß entkommen konnte, wich er vorsichtig, Stück um Stück zurück, doch die Schlange folgte ihm wie er auf halber Höhe sehen konnte.
Das Zischen wurde bedrohlicher.
Das ganze diplomatisch zu lösen war vollkommen unmöglich, also fasste der Spezialist kurzerhand die einzige Möglichkeit die ihm blieb und nahm die Beine in die Hand.
Blitzschnell wandte er sich um und rannte um sein Leben, dabei erinnerte er sich noch genau an die Worte seines Lehrers im Zusammenhang dieses Wesens „Einem Basilisken kann man nicht entkommen! Sie hüllen ihre Opfer mit einem Nebel ein der sie immer wieder im Kreis laufen lässt“.
Er saß in der Falle! Egal wie lange er laufen würde und diese Schlange war schnell!
Das aufgesperrte Maul mit welchem sie ihm die spitzen Giftzähne entblößte wollte er nicht einmal sehen. Das Geräusch reichte ihm.
Verdammt! Er war dem nicht endenden Jungel Esperos entkommen und hier sollte er scheitern? Nur hatte er absolut keine Idee.
Sein Kopf war wie leer gefegt, ob das noch immer die Nachwirkungen dieses Zaubers waren?
Er war absolut nicht im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten.
Plötzlich zischte es nah hinter seinem Ohr. Erschrocken wandte Teiz den Kopf und blickte mitten in das tiefe Maul des Basilisken der bereit war ihn in einem Stück zu verschlingen.
Vor Schreck setzte es ihn auf seinen Hintern, doch auf einmal erklang der kraftvolle Schrei eines Mannes.
Der Spezialist realisierte nicht einmal von wo genau, als die Schlange bereits aus ihren Angeln gerissen gegen die neben liegende Wand gebrettert wurde.
Am Schwanz des übermächtigen Basilisken entdeckte er ihn dann.
Aus seinen muskulösen Armen sah Teiz selbst aus dieser Entfernung vor Anstrengung die Adern hervor stehen. Seine blonden, längeren, zerzausten Haare hingen ihm bis über die Schultern. Der drei Tage Bart schien jedoch öfter gestutzt zu werden.
Die Klamotten hatten hingegen auch schon bessere Tage gesehen.
Der Basilisk der wohl überhaupt nicht mit einem solchen Angriff hinterrücks gerechnet hatte, blieb ohne eine weitere Muskelbewegung liegen.
„Geht es dir gut Junge?“ fragte der Mann vorsichtig, während er auf Teiz zu trat.
Dieser noch vollkommen perplex durch das plötzliche Einschreiten der Person, mit der er überhaupt nicht gerechnet hatte und so lange geglaubt hatte er sei die einzige Seele in dieser gottverlassenen Dimension, fasste sich nur langsam wieder „Ich… ähm… ja… danke“.
Er nahm die Hand entgegen die der Fremde ihm reichte.
Nachdem der Spezialist wieder auf beiden Beinen stand und den Mann mit den violetten Augen genauer musterte, durchströmte ihn plötzlich eine glatt familiäre Erinnerung „Sagen Sie… kennen wir uns?“.
„Kaum vorstellbar“ lachte der Mann gerade heraus.
Dann stellte Teiz die Ähnlichkeit fest. Seine Stimme… dieses Lachen… wie viele abermillionen Mal er es bereits gehört und vermisst hatte.
Seine Augen weiteten sich, als er ihn erkannte „Ihr seid das… König Calum“.


Hallo ihr lieben,

wie überbrückt ihr die Quarantäne Zeit? Seit ihr im Homeschooling oder Homeoffice? Oder seit ihr ein paar der glücklichen die trotzdem die wie ich trotzdem noch ihren Arbeitsplatz besuchen dürfen. Zumindest würde ich das heute, wenn ich nicht im Back-up wäre. Das heißt, ich sitze heute ausnahmsweise zuhause und kann das Kapitel hochladen. Dabei freue ich mich bereits wieder auf nächste Woche, weil ich da wieder ein super schönes und emotionales Kapitel präsentieren darf auf das ich mich schon freue. Ab jetzt kommen eigentlich nur noch tolle Kapitel auf die ich mich freue ^^ und von denen ich hoffe, dass sie euch genauso gefallen werden wie mir. Bringt eure Zeit gut rum und wir lesen uns ^^

LG Seilix
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast