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Fee der magischen Energie

von Seilix
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Palladium
18.08.2017
23.02.2021
94
415.867
41
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Dieses Kapitel
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13.11.2020 5.365
 
Bis spät in den Abend ließ Palladium die Fee nicht mehr aus den Augen.
Bereits seit Stunden hielt sich Varanda nun auf Daros Rücken und führte eine Flugkombination nach der anderen aus.
Mit dem Wetterzepter in Händen übte sie damit umzugehen.
Er hatte schnell analysiert, dass es ihre magischen Empfindungen des Wetters verstärkte.
Unwetter, Blitze und eine Nebelwand konnte sie damit in kürze heraufbeschwören.
Etwas das ihr niemals so schnell und präzise gelungen war.
Sie gönnte sich keine Pause.
Durch und durch fahrlässig und uneinsichtig. Der Elf ärgerte sich geradezu darüber, dass dieses Mädchen nie auf ihn hörte. Insbesondere wenn es um ihren gesundheitlichen Zustand ging, dabei war das einmal ganz anders gewesen.
In nicht einmal 24 Stunden würden die Truppen aus Sarcas eintreffen und alles lief auf Hochtouren.
„Sie ist immer noch in der Luft?“ er hatte Teiz durch seinen inneren Frust nicht einmal kommen hören.
„Amaryl hat recht. Sie ist wirklich rücksichtslos. Wie um alles in der Welt kann man bloß so stur sein?“ knurrte er vor sich hin. Die Frage natürlich rhetorisch.
„So ist sie eben“ legte ihm der Spezialist eine Hand auf die Schulter um ihm mit einem beruhigenden Lächeln eines klar zu machen „Das wusstest du aber auch schon vorher“.
Palladium verfluchte beinahe, dass Teiz auch noch recht hatte, auch wenn ihm das nie so sehr aufgefallen war wie in diesen Momenten.
Er empfand Varandas Verhalten ja nicht als falsch… nur als sehr riskant.
Der Elf seufzte, als er feststellte, dass er sie trotz allem noch immer nur durch und durch unterstützte. Er konnte gar nicht anders.
„Cinder trainiert auch noch, dabei wird sie nicht einmal mitkämpfen“ informierte ihn der Spezialist „Wie geht es Tine inzwischen?“.
„Besser“ antwortete Palladium „Ich habe sie vorhin ein paar Schritte gehen lassen. Sie konnte es kaum glauben, dass sie wieder auf der Terrasse stand“.
„Das kann ich mir vorstellen… die Mädchen sind wirklich unglaublich stark… wahre Prinzessinnen eben“ äußerte sich der Schutzherr der die kühle Abendluft einzog.
Sie alle trainierten, übten und waren fest entschlossen alles für ihre Heimat zu geben.
Langsam aber sicher wandelte sich Palladiums Ärger in Stolz.
Sie gaben alles für die Menschen für die sie sich verantwortlich fühlten, für den Status in den sie hineingeboren wurden. Beeindruckend. Nicht mehr und nicht weniger.
Wie gefühlt spielend leicht sie mit einem solchen Druck fertig wurden, dabei hätten sie darunter zerbrechen müssen. Alle drei, Teiz dazu.
Es war ein Entschluss den der Elf daraus zog.
„Teiz, zeig mir wie man mit den Drachen umgeht“ forderte Palladium kurzerhand.
„Was? Du willst Drachenreiten lernen?“ noch klang der Spezialist überrascht.
„Wenn ich Cinder und Tine wirklich schützen soll muss ich es können“ die Argumentation war schlüssig.
Teiz dachte daran, dass sie bei einem Angriff immer mit den Drachen aus dem Schloss geflüchtet waren. Zwar konnten sowohl Tine, als auch Cinder selbst die Drachen führen, allerdings war es sicher kein Fehler wenn auch Palladium wusste was er tat.
Schließlich nickte der Schutzherr „In Ordnung, aber sei gewarnt, du hast eine anstrengende Nacht vor dir“.
„Das Risiko werde ich eingehen müssen“ versicherte Palladium mit einem letzten Blick auf seine Freundin, bevor er sich seinem eigenen Training annahm.

Varanda selbst trainierte die gesamte Nacht hindurch.
Vor Anspannung hätte sie sowieso nicht schlafen können, da war es besser zu begreifen wie sie mit dem Zepter umzugehen hatte.
Die Dämmerung kam beinahe unerwartet.
Auf Daros Rücken hielt sie inne und sah der aufgehenden Sonne hinter dem Meeresspiegel entgegen.
Die Wolken, sowie das vorige Schneegestöber hatte sich verzogen.
Vara verengte die Augen. Es war viel zu gutes Wetter um einen naturellen Schneesturm erwarten zu können.
Sie umfasste den Stab kräftiger. Das würde hart werden.
Nun dauerte es nicht mehr lange.

*

Ich betrachtete mich im Spiegel.
Das Haar geflochten, die Augen schwarz umrandet.
In der königlichen Rüstung betrachtete ich mich selbst. Das Zepter in der Hand stramm mit dem Ende gegen den Boden gestemmt.
Ich spürte meine Kräfte darin pulsieren. Es hatte sich bereits mit mir verbunden.
Der durchsichtige Kristall zeigte die sich immer fortbewegende, grüne Magie darin.
Mit dem Wetterzepter hatte ich eine Chance gegen ihn.
Es klopfte an der Tür. Allerdings wurde nicht auf eine Antwort gewartet.
Amaryl stand im Rahmen. Ich sah sie durch den Spiegel hindurch.
Auch sie war noch in nicht verwandeltem Zustand in der Rüstung Callistos gekleidet „Alle sind soweit“.
Ich nickte, bewegte mich jedoch nicht vom Spiegel weg.
Sie kam herein und trat hinter mich „Wie geht es dir?“.
„Mental soweit ganz gut“ antwortete ich beinahe monoton „Innerlich fühle ich mich wie ein Wrack“.
Sie begann zu schmunzeln „Immerhin bist du mal ehrlich zu dir selbst“.
„Es ist komisch. Irgendwie sieht es fremd aus wenn ich mich so anschaue. Ich hab mich so an mein neues Ich in Alfea gewöhnt…“ sprach ich einfach ungeniert meine Gedanken aus. Amaryl war tatsächlich die Letzte der ich verheimlichen musste wie es gerade in mir aussah, woran ich dachte und an was ich glaubte „Es kommt mir vor, als sei es so lange her, dass ich gar nicht mehr weiß … wer ich eigentlich bin“.
„Vara…“ umarmte sie mich plötzlich von hinten und legte ihren Kopf an meinen.
Die Selbstironie wallte in mir hoch „Ich weiß schon so lange nicht mehr wer ich eigentlich bin Amaryl. Ich weiß nicht mal mehr wie ich hierhergekommen bin… manchmal… vermisse ich die, die ich war… und manchmal bin ich so froh sie los zu sein“.
„Mit den Worten die ich auch Cinder gesagt habe… Du bist du und niemand sonst. Ob heute oder noch vor drei Jahren. Du warst vom ersten Moment an meine beste Freundin. Wir verändern uns alle im Laufe der Zeit“.
Ich nickte „Du hast recht und darum… muss ich jetzt das richtige tun“.
Ich drehte mich zu ihr um und nickte ihr dankend zu.
Sie stemmte nur einen Arm in die Hüfte „Ich hoffe du weißt was das ist“.
„Das hoffe ich auch“ musste ich gestehen und trat mit ihr zur Haupthalle.

Alle beteiligten waren anwesend, als ich über die Brüstung in den großen Saal hinab sah.
Die Lords, in den Rüstungen ihrer Kolonien. An den farbig unterschiedenen Applikationen erkannte man ihren separaten Status, ansonsten glichen auch sie denen Callistos.
Athmos stand als letztes, fehlendes Ratsmitglied bei ihnen. Auch er würde im Schloss bleiben.
Zillah und Pluma ließen sich von dem Priester einige Hinweise geben.
Ihre Rüstung hatte kaum eine Ähnlichkeit mit derer sämtlicher von uns.
Sie hatten sich geäußert die Estrellas unabhängig zu halten und so zeigten sie sich auch.
Enzo neben Teiz so kampfbereit wie nie. Mit den Spezialisten und Feen gingen sie abermals eine taktische Vorgehensweise durch wie ich hören konnte.
Katy und Alice trugen dieselbe Rüstung wie Amaryl.
Jared und David waren dagegen Teiz in seinem halb stählernen Anzug angepasst der ansonsten aus Stoff, goldene Drachenschuppen zierte.
Ihre Rüstungen ähnelten der meinen, nur um einiges maskuliner.
Cinder und Palladium waren ebenfalls gewabnet. Obwohl sie nicht mitkämpfen würde, hatte meine kleine Schwester sich in ein edles Kampfoutfit geworfen in welchem ich sie nur einmal während einer Zeremonie gesehen hatte. Nah bei ihnen sah ich erstmals jemanden, bei dessen Anblick sich mein Gesicht erweichen ließ.
Auch ihr ging es besser. Seit meiner Ankunft hatte ich Tine nicht ein Mal außerhalb ihres Bettes gesehen.
Ihr nun mit Farbe im Gesicht und gerichtet zu begegnen, wenn auch noch etwas schwach auf ihrem Stuhl sitzend, war vor dieser Herausforderung das größte Geschenk.
Nach und nach wurde ich von einem jedem im Saal bemerkt, während ich sie alle stillschweigend musterte.
Schließlich trat der Obergeneral vor „Prinzessin Varanda, es ist Zeit“.
„Ich weiß“ antwortete ich lediglich und trat langsam zu ihnen hinab.
Amaryl wich mir noch immer nicht von der Seite.
Bei ihnen allen angekommen erhob sich selbst meine Cousine.
Sie war noch etwas wackelig auf den Beinen, ließ es sich jedoch nicht nehmen mir direkt zu begegnen „Ich wünschte ich könnte euch begleiten“.
„Deine Hauptaufgabe ist es erstmal gesund zu werden“ entgegnete ich ruhig „Du musst hier die Stellung halten“.
„Als wahre Prinzessin Callistos…“ sprach sie es aus und ich wiederholte mit Nachdruck „Als wahre Prinzessin Callistos“.
Wir fielen uns gegenseitig in den Arm, während sie flüsterte „Mach nicht wieder Dummheiten“. Nur die Sterne wussten, ob wir uns noch einmal wiedersehen würden.
Auch Cinder begegnete ich, die sich wünschte „Passt auf euch auf. Ich werde zu den Sternen beten, dass sie euch beschützen“.
Ich nickte und umarmte auch sie „Ihr seid die Zukunft, vergesst das nicht“.
„Niemals“ an ihrer Stimme konnte ich hören wie sie sich die Tränen verdrückte.
Athmos war der Letzte der zu mir trat „Mögen die Sterne über Euch wachen Prinzessin. Ihr tragt eine zu große Verantwortung auf den Schultern“.
Ich senkte lediglich dankend den Blick.
Mich umwendend um zu gehen, schoss mir plötzlich ein leuchtendes Etwas vor das Gesicht wodurch ich glatt erschrak.
Es dauerte einen kurzen Moment bis ich Glimm erkannte die wieder nicht still fliegen konnte.
Ich ließ sie mit sanftem Lächeln auf meiner Hand landen „Es tut mir leid, aber du kannst auch nicht mitkommen. Du musst hier im Schloss bleiben und die Stellung halten“.
Das Glühwürmchen betrachtete mich mit großen, blinzelnden Augen, als wollte sie mir nicht glauben, also gab ich auch ihr eine Aufgabe „Ihr müsst aufeinander aufpassen, dass alles gut geht, in Ordnung? Cinder, Tine und Palladium brauchen dich hier. Kannst du das für mich tun?“.
Mit einem sofortigen Nicken und salutierender Haltung bestätigte Glimm meine Bitte.
Sie wirkte Entschlossen. Cinder nahm mir das Glühwürmchen ab und hielt sie im Arm „Wir schaffen das schon. Konzentrier du dich nur auf dich“.
Ein letztes Mal nickte ich ihr zu.

Lediglich Palladium folgte uns bis zur Brücke.
Durch die Luftschneise war es zugig wie immer.
Eine Wolkendecke verhing den Himmel, doch war es wärmer geworden.
Etliche Drachen standen um das Schloss bereit.
Nur die Besten und Kräftigsten von ihnen für unsereins gestellt.
Daro befand sich stattlich und erhaben in ihrer Mitte. Keinen Kampf würde ich ohne ihn bestreiten, schon gar nicht ohne meine Flügel.
Die Krieger und Soldaten im Hof, sowie die Paladine bereits in der Luft, warteten nur auf ihren Einsatz und den Befehl sich in Richtung des Schlachtfeldes zu begeben.
Sie waren all die Hoffnung auf die ich setzen konnte. Es zerriss mir das Herz.
So viele würdige Männer und Frauen, bereit sich zum Wohle unsereins zu opfern.
Sie waren hunderte… tausende…
Ich beobachtete wie alle meiner Truppenführer auf ihre Drachen stiegen.
Teiz war der Letzte der auf meine Aufmerksamkeit wartete „Bist du bereit?“.
Auch er… der beste und treuste Schutzherr den ich hätte haben können.
Der Einzige der sämtliche Höllen ohne auch nur mit der Wimper zu zucken mit mir durchlebte.
Ich wusste, dass er mich auch hier bis in den Tod verteidigen würde.
Und wenn es gegen den Rest der Welt ginge. Nichts würde mein Vertrauen in ihn erschüttern können. Rein gar nichts!
Mit Enzo würde er die Beste und undurchdringbarste Wand bilden die es geben konnte.
Ich umfasste mein Zepter mit festem Griff. Sein starker Blick durch die silbern schimmernden Augen zeigte mir seine Sicherheit in diesen Krieg zu ziehen, so konnte auch ich den Mut fassen den ich brauchte. Wir brauchten nur ein wenig Glück.
Auch ich ging den ersten Schritt auf meinen Drachen zu.
Mich auf seinen Rücken zu schwingen war der erste Schritt ohne Wiederkehr.
Beinahe alles um mich herum ausblendend, wollte ich diesen Entschluss als einzigen wichtigen Schritt angehen, wurde jedoch aufgehalten.
Vorsichtig und sanft wurde meine Hand ergriffen mich einen Moment länger davon abzuhalten.
Ich brauchte ihn nicht einmal anzusehen um es zu wissen.
Seine bernsteinfarbenen Augen verfolgten mich inzwischen bei jedem Gedanken und seine letzten Worte waren die Einzigen vor denen ich mich noch fürchten konnte.
„Ich liebe dich Varanda, vergiss das niemals“ es waren die Worte des Abschieds, während er meine Hand zum letzten Mal hielt. Ich schluckte, als abermals der Unmut in mir aufwallte.
Es war ein Auf und Ab meiner Gefühle die mit jeder Minute die verging extremer wurden.
Die Augen so tief der meinen angepasst, dass sich der Blick doch erweichen ließ.
Meine Forderung… er durfte sie nicht vergessen: „Sollte es zum äußersten kommen, bring Cinder und Tine nach Alfea. Verschwindet schnellstmöglich von diesem Planeten und bringt euch in Sicherheit. Die beiden müssen überleben. Versprich es mir“.
Die einzigen Worte an denen ich kein Zweifeln zuließ.
Doch auch Palladium begegnete mir nicht mehr wie zuvor mit seinen Befürchtungen.
Er schenkte mir Ruhe und Geborgenheit. All das wofür ich ihn so liebte.
„Ich verspreche es“ schwor er und schien dabei nicht eine Sekunde daran zu denken mir eine andere Antwort zu geben.
Die letzten Ängste die mir damit geblieben waren fielen in diesem Augenblick von mir ab.
Mit einem letzten Blick auf ihn löste ich die Hand und stieg auf Daros Rücken.
Es war soweit! Kein weiteres Wort, nur tausende Gedanken und unausgesprochene Wahrheiten. Das Zepter auf meinem Rücken fixiert hielt ich die Zügel meines Drachen in Händen.
Nur ein Zucken mit dem Handgelenk und er verstand die Geste. Er trottete los zum Rande der Brücke.
Der letzte Blick, ehe sich Daro mit mir in die Tiefe warf und die Flügel spannte.
Mit meinem ersten Zug taten es mir die anderen gleich.
Ein Drache nach dem anderen warf sich über die Brüstung und schoss kurz darauf durch die Aufwinde in die Höhe.
In Richtung Horizont leitete ich meinen Drachen über die Stadt hinweg, eine ganze Armee dicht im Nacken.
Drachen, Paladine, Krieger, Soldaten… Spezialisten und Feen.
Die Stadt unter uns war wie leer gefegt. Sämtliche Bewohner waren inzwischen in Sicherheit gebracht worden. Niemals wollte ich die Fehler der Vergangenheit sich wiederholen lassen.
Mein Blick starr fokussiert auf den Horizont wusste ich genau wo wir sie erwarten würden.
Eine Fläche, wie geschaffen für ein solches aufeinander treffen.
Außerhalb der Sichtweite des Schlosses brachte ich Daro zum Landeanflug.
Auf der Anhöhe des Felsenplateaus stieg ich von seinem Rücken ab.
Ich trat vor und überblickte erstmals die volle Größe sämtlicher Streitmächte die vor mir zur Landung ansetzten.
Sie alle in Reih und Glied aufgestellt.
Die Generäle an vorderster Front.
Über ihnen flog Lady Lia mit ihrer Drachengarde.
Sir Mathis und Sir. Espen an den Seiten, bereit zum Abmarsch aufgestellt und vor mir Teiz und Enzo, ihre Soldaten und Paladine in riesiger Zahl hinter sich den Rücken stärkend.
Die Estrellas waren wie ich wusste bei der Grenze zurück geblieben.
Die letzte Verteidigungsmacht durch die Einheit von Zillah und Pluma.
Mit den Augen suchte ich meine bekannten Gesichter unter den hunderten von mir Unbekannten.
Welch Ironie… ich kannte kaum einen ihrer Namen. Nicht eine Geschichte, keine Vergangenheit. Nicht die Familien, nicht ihre Abstammung und diese Leute sollten sich falls nötig durch meinen Befehl in den Tod werfen? Dieser Gedanke war für mich kaum erträglich.
Zu wissen, dass ich aberhunderte von Leben in Händen hielt. Zu wissen, dass so viele Existenzen mit nur einer Handlung vernichtet werden könnten.
Ich stand hier allein. Lediglich Daro hinter mir, der seinen Hals zu mir herab legte.
In diesem Moment stärkte er als Einziger meinen Rücken.
Eine unwirkliche Realität, dass vor wenigen Tagen noch beschlossen schien, dass Dragomir hier an meiner Seite hätte stehen sollen…
Nur Stunden hatten eine ganze Ära auf den Kopf gestellt und eine Allianz zerschlagen.
Ich befand mich noch lange nicht wieder im Vollbesitz meiner Kräfte, geschweige denn der magischen Fähigkeiten. Meine Verwandlung war und blieb blockiert.
Warum die Sterne mir ausgerechnet jetzt eine solche Bürde auferlegten wusste ich nicht, doch ich musste auf ihren für mich vorbestimmten Weg und ihr Wissen vertrauen.
Ich war mir so sicher wie nie, dass all das einen tieferen Sinn haben musste. Einen Grund weshalb ich heute mit nichts weiter als meinen Überzeugungen hier stand.
Je länger ich meine Truppen überblickte, desto mehr wurde mir bewusst, dass auch sie ihren Glauben haben mussten. Den Glauben an einen Sieg. Auch sie warfen sich mit blindem Vertrauen in eine mögliche Schlacht ohne Wiederkehr. Sie taten es genau wie ich… aus Überzeugung.
Ich entdeckte Alice Blauschopf in der Menge. Sie flog zwischen den Drachenkriegern in ihrer Feen-Gestalt. Sie schenkte mir ein aufbauendes Lächeln, als sich unsere Blicke kreuzten.
Ihre blauen Augen sprachen Bände, als sie mir einen Daumen nach oben andeutete.
Auch meine Freundinnen vertrauten so sehr, dass sie nicht einmal in Erwägung gezogen hatten in Sicherheit des Schlosses zu bleiben. Diese Feen…
Ich erfasste meinen festen Stand und trat bis zur Kante des Felsens vor auf dem ich mich befand. Das Wetterzepter fest umklammert gegen den Boden gestemmt atmete ich tief ein um laut sprechen zu können: „Krieger, Soldaten und Paladine Callistos!“.
Als ich meine Rede begann hörte ich das Echo das zwischen den grauen Felswänden, die sich bis über unsere Köpfe türmten, zurückgeworfen wurde. Es verstärkte meine Stimme noch „Ich wünschte ich hätte hier und jetzt genau die richtigen Worte für euch, doch ich fürchte, dass es so etwas nicht gibt. Es gibt keine richtigen Worte für die Situation in der wir uns befinden. Ein Moment von dem ich jeden Tag meines Lebens gehofft habe, dass er nie wieder kehren würde, doch hier stehen wir! Bereit für jeden Sturm der uns entgegen schlagen könnte“.

Ich legte eine kurze Pause ein und sah in die Ferne. Noch lag alles ruhig. Die Wolkendecke hielt sich wacker über den am Horizont schwindenden Felsen die einen weiten Blick frei gaben.

„Ich stehe heute hier vor euch. Nicht als eure ernannte Königin und nicht als Prinzessin. Ich sehe in eure Gesichter und weiß, dass wir uns kein Stück unterscheiden. Ich sehe den Mut, die Euphorie und die Entschlossenheit eines jeden von euch… aber auch Angst in euren Augen und weiß, dass ich eigentlich überhaupt kein Recht habe heute hier vor euch zu stehen. Ich habe kein Recht euch anzuführen, euch in diese Reise ohne Wiederkehr zu schicken. Hier geht es nicht um Macht! Nicht um Ehre oder darum Erfolg zu haben. Es geht um Leben! Um ein jedes Leben von euch. Das wichtigste Gut das uns die Sterne geschenkt haben! Und darum schwöre ich, dass ich jeden einzelnen von euch nicht aufgebe! Wenn ich es schaffe, werde ich jeden von euch retten. Kein Blut soll unnötig vergossen werden. Ich bin die Schutzfee Callistos, also werde ich euch schützen, egal wie! Das ist meine einzige Aufgabe und nichts anderes“.

Nichts als Stille lag in der Luft, dabei spürte ich wie sich das Adrenalin langsam aber sicher in meine Venen pumpte. Der Puls schlug mir bis zum Hals, so sprach ich weiter:

„Es heißt ein Volk existiert um einem König zu dienen, dabei ist ein König nichts ohne sein Volk! ICH WÄRE NICHTS OHNE EUCH! Und darum…möchte ich euch dienen!“

Ich wusste genau was ich zu tun hatte.
Langsam aber sicher zitterten mir die Knie vor Aufregung, Angst, Unsicherheit vor dem was in den nächsten Minuten passieren würde.
Etwas derartiges hatte kein Herrscher vor mir jemals gewagt.
Ein Knie bereits am Boden hielt ich mich ehrerbietend vor den Menschen die vor mir hätten auf die Knie fallen sollen.
So nicht heute. Mit gesenktem Blick, die rechte Faust auf dem Herzen abgelegt verneigte ich mich vor all denen die sich für ihr Volk in diese Schlacht schlagen wollten. Die kämpfen würden und an einen Sieg glaubten.
All jene hier vor mir waren die eigentlichen Helden. Könige für ihr Reich.
„Ich bin eure Schutzfee und ich diene euch!“ rief ich zuletzt in meiner andauernden Verbeugung.
Ich wollte nicht mehr auf sehen. Ich spürte die heißen Tränen in mir hochkochen, während sich die schwere eines Felsens auf meiner Seele ablegte.
Ich war ihrer nicht würdig. Nicht einem meiner stolzen Krieger.
Sie waren die wahren Helden dieser Ära, nicht die Generäle, nicht die Lords und schon gar nicht ich.
Jeder wäre besser für diese, meine Position zur Führung eines Volkes durch Kriegszeiten geeignet und sie mussten das auch so sehen.
Wie hätten sie es anders sehen können? Ich hatte bereits vor langem auf ganzer Linie versagt. Hatte sie im Stich gelassen, jeden einzelnen verraten.
Ein Volk zu führen… ich war davon überzeugt, dass jeder meiner Generäle dafür mehr Qualifikation besaß und jeder wusste das, wieso also stand ich überhaupt hier oben?
Wieso sprach ich zu ihnen durch einen unverdienten, minderwertigen Status heraus? Und was noch viel wichtiger war, wieso stoppte mich keiner? Wieso taten sie sich diese Scham und Pein an?
Ich bemerkte kaum wie ich begann in all diesen Gedanken geradezu zu ertrinken.
Meine eigene dadurch heraufbeschworene Panik machte sich breit.
Es waren die einzigen und letzten Sekunden in denen ich wie aus dem Nichts bereit war alles hinzuwerfen und mich zurück zu ziehen.
Doch dann geschah das unmögliche. Die Situation mit der ich niemals gerechnet hatte.
Es begann leise… wie ein sich wiederholender Psalm einer Person die erst leise, dann lauter sprach. Als würde er mir antworten, irgendwo aus der Menge.

„Hier sind wir! Wende dich nicht ab. Wir sind die Krieger die mit dir diese Stadt erbaut haben!“

Beinahe wie ein Gesang hörte ich diesen einen Soldaten. Verwundert sah ich auf, konnte die Person aus der Menge jedoch nicht ausmachen, stattdessen wiederholte er es ein weiteres Mal.

„Hier sind wir! Wende dich nicht ab. Wir sind die Krieger die mit dir diese Stadt erbaut haben!“

Noch unerwarteter als zuvor wurden plötzlich aus einer Stimme zwei… aus zweien drei und schließlich fünf… weitere Stimmen erhoben sich.

„Hier sind wir! Wende dich nicht ab. Wir sind die Krieger die mit dir diese Stadt erbaut haben!“

Nach und nach sah ich wie die Paladine und Krieger ebenfalls die rechte Faust zu ihrem Herzen führten. Sie stimmten mit ein:

„Hier sind wir! Wende dich nicht ab. Wir sind die Krieger die mit dir diese Stadt erbaut haben!“

Mit geweiteten Augen sah ich dabei zu wie auch sie einer nach dem anderen vor mir auf die Knie fielen. Die eine Träne, die sich den Weg ins freie gekämpft hatte tropfte wie der Unglaube über das was hier geschah zu Boden.
Diese Träne die sämtliche meiner heraufbeschworenen Zweifel ein für alle Mal mit sich nahm, entschwand mit dem Wind der an mir vorbei zog.
Erneut wiederholten sie die Phrase als würden sie beten. Ein Psalm der ihnen den nötigen Mut gab… nein… der MIR Mut geben sollte.

„Hier sind wir! Wende dich nicht ab. Wir sind die Krieger die mit dir diese Stadt erbaut haben!“

Sie zeigten mir damit, dass ich auf sie zählen konnte. Sie drückten mir ihre Treue aus. Ich war sprachlos. Ein jeder von ihnen. Es entwickelte sich zu einem Chor aus Männern und Frauen. Es erstreckte sich über die östliche und westliche Garde. Selbst die Drachenreiter unter Lady Lias Kommando. Ein Volk, eine Familie, ein Schicksal.
Sie wiederholten es… wieder und wieder. Sie waren mein Volk! Alles wofür ich bis zu diesem Moment gekämpft hatte.
Sie wollten für Callisto kämpfen und sie würden es an meiner Seite tun!


*

„Hier sind wir! Wende dich nicht ab. Wir sind die Krieger die mit dir diese Stadt erbaut haben!“

Auch Teiz wiederholte neben Enzo am Boden kniend, Hand auf dem Herzen den Satz welcher ihre Verbundenheit ausdrückte.
Sein Stolz wäre anders nicht in Worte zu fassen. Sie hatte es geschafft.
Die Prinzessin hatte es geschafft. Es war ihr gelungen das Volk zu vereinen. Egal unter wessen Hauptführung. Ob Krieger, Soldat oder Paladin. Ob Ost, West, Nord oder Süd. Ob dem Schloss angehörig oder nicht. Keiner von ihnen schwieg. Erstmalig in der Geschichte Callistos waren sie eins. Kämpften für ein und dasselbe. Die Freiheit!
Teiz war sich sicher. Ein Bild das nur in die Geschichtsbücher eingehen konnte!
Eine Prinzessin die sich vor ihrem Volk verneigte. Etwas derartiges hatte es niemals zuvor gegeben. Eine Tat der sie alle in einen Moment der Gleichheit setzte.

Seine kleine Schwester hatte geschafft was Generationen überdauern würde.
Ihr Volk stand zu 100 % hinter ihr!

Ein Augenblick wie er Jahrzehnte des Misstrauens und der Diktatur auslöschte.
So wertvoll wie der pure Diamant ihres Vertrauens das sie einer jungen, unerfahrenen Prinzessin entgegen brachten.
Ein Bild und ein Satz, so schnell vorüber, wie machtvoll und unvergesslich.
Gestört wurde dieser einzigartige Moment nur von einem…
Ein Geräusch in der Ferne, beinahe ein Rauschen, jedoch nicht von Wasser.
Mehr eine Zerrung der Luftatmosphäre, gefolgt eines Knalls. Wie das Donnern eines Unwetters, doch weit und breit nichts davon zu sehen.
Eine leichte Unruhe machte sich breit. Getuschel und sich umblickende Augen.
Auch Teiz wandte sich um und sah zum Horizont als er Enzo neben sich hörte „Sie sind in die Planetenumlaufbahn eingedrungen“.
„Bei einem solchen Donnern muss das eine sehr große Flotte sein…“ sprach auch der Spezialist seine Gedanken aus und griff vorsichtshalber bereits zu seinem Kampfstab am Rücken.
Die Gesichter aller richteten sich gen Horizont. Jeder einzelne von ihnen wusste was das bedeutete.
So auch, bei einem kurzen Rückblick seinerseits, Varanda: Stramm und aufrecht hielt sie sich auf ihrer erhöhten Position und wartete.
Das Gesicht beinahe ausdruckslos. Er konnte sich nicht im entferntesten ausmalen was in diesem Moment in der Prinzessin Callistos vorgehen mochte.
Der Blick lediglich stur geradeaus gerichtet. Der leichte Wind wehte Varanda einzelne Strähnen umher die sich aus ihrer Flechtfrisur lösten. Kein Zucken der Mimik, keine Angst, keine Wut, rein gar nichts, nicht eine Sekunde.
Doch ihr Stand und die Weise wie sie das Zepter hielt, zeigten ihre Anspannung.
Teiz ließ einen leichten Anflug eines Lächelns blicken, als er feststellte, dass auch sie nur ein Mensch war, genau wie er.
Jeder wusste, dass sie und alle anderen die auf diesem Plateau standen, vorbereitet waren und doch waren sie alle nur menschlich, voll Gedanken und Emotionen geprägt.
Eine halbe Ewigkeit schien zu vergehen bis Teiz glaubte die ersten Nebelstreifen in der Ferne zu entdecken.
„Sie kommen!“ warnte Enzo, welcher ebenfalls einen Blick zu seiner Prinzessin nach hinten riskierte. Noch immer keine Regung.
Die noch kleinen Vögel die sie erspähten kamen näher.
Innerhalb weniger Sekunden waren die Shuttles, Schiffe und Flieger zu erkennen.
Mehr noch, aus einigen Schiffen trennten sich mit weiterem Anflug, kleinere, fliegende Dinge ab.
Der Spezialist glaubte zunächst Flügel und einen langen Hals daran zu erkennen, dann hörte er das Gebrüll in der Ferne. Das Knurren und widerwillige Aufschreien.
Teiz verengte die Augen.
Das konnten nur die aus dem unmenschlichen Handelsabkommen überführten und versklavten Drachen Callistos selbst sein…
Ein widerwertiger Gedanke, dass diese erhabenen, edlen Tiere nun gezwungen wurden gegen ihre Artgenossen zu agieren. Ein Drache vergaß niemals seine Herkunft.
Einer von ihnen führte diese Revolte an.
Es dauerte nicht lange und sie näherten sich im Eiltempo der aufgebauten Streitmacht.

„Die Barriere!“ hallte es plötzlich über das Plateau.

Teiz sah abermals hinauf und bemerkte, dass Vara den Arm erhoben hatte. Ihr erster Befehl war ausgesprochen. Die aufgeforderten Paladine reagierten geistesgegenwärtig und begaben sich in ihre Bereitschaft.
Die geflügelten Wesen erhoben sich aus der Masse in die Luft und bündelten ihre Magie. Vor den Garden errichteten sie ein gewaltiges Schild.
Es sollte verhindern, dass Sarcas sie einfach überrannte und in die Stadt einmarschierte ohne zurück zu blicken.
Auf diese Weise ließen sie sie näher kommen.
Der Lärm nahm zu und die feindlichen Truppen rollten an, ohne Rücksicht auf Verluste.
Natürlich sahen sie die Barriere von weitem.
Auf Abstand drosselten sie ihre Geschwindigkeit, doch nah genug die Soldaten selbst, sowie die Kriegsherrin klar erkennen zu können.
Auch war es Sarcas König selbst der seine Streitmacht anführte.
Erhoben auf seinem Drachen, hielt er stramm die Zügel das Tier an Ort und Stelle in der Luft zu halten.
Die mächtigen Flügel schlugen geräuschvoll auf und ab, sowie die eines jeden Tieres das ihm folgte und seine Männer trugen.
Die Schiffe und Shuttle landeten wohl vorsichtshalber außer Reichweite.
Die Paladine Sarcas hatten sich bereits nach Eintritt in die Umlaufbahn aus den Shuttles gelöst um ihre Größe zu demonstrieren.
Für ihre gewaltigen, weiß-leuchtenden, mit Federn besetzten Flügel war es kein Problem den Umständen der Winde bis zu ihrem Ziel zu trotzen.
Sie hielten sich bedrohlich hinter ihrem König, welcher das Gespräch eröffnete „Callisto… ein wundervoller Planet mit dem ich so viele schöne Erinnerungen verbinde. Zu schade, dass all das bald einer anderen Zeit angehören wird“.
Sein Tonfall zeigte sofort, dass er nicht die Absicht hatte irgendetwas oder irgendwen zu verschonen der sich ihm in den Weg stellen würde.
Teiz ballte unbewusst die Hände zu Fäusten. Dieser Kerl war ganz genau wie all die anderen Herrscher Sarcas vor ihm. Nur auf Macht und Rache aus, was es ihn auch kosten würde.
Vara war einst so davon überzeugt gewesen, dass er anders sein musste, doch nicht der Spezialist. Bereits bei ihrer ersten Begegnung hatte er gewusst, dass dieser Prinz, der heutige König, eines Tages ärger bedeutete.
Man durchschaute ihn nicht sofort, doch hinter seiner aufgesetzten Maske der vorgetäuschten Selbstlosigkeit, lagen die tiefen Schatten der Machtzerfressenheit begraben, weswegen beide Völker bereits seit Ewigkeiten als verfeindet galten. Lediglich Heuchelei.
Conver stellte es im Gegensatz zu seinem Vater nur um einiges geschickter an. Er war charmant, redegewandt und gab sich unkompliziert… solange er bekam was er wollte.
Das Zeugnis, wenn er dies nicht bekam, sahen sie in jenem Moment vor sich.
Er erzwang es mit allen Mitteln.
Dabei interessierte diesen aufgeblasenen, Jungkönig doch nur eines. Die Kronprinzessin selbst der er mit beinahe amüsiertem Blick begegnete.
Varanda ließ sich davon jedoch nicht provozieren. Sie wirkte auch weiterhin ruhig und gelassen, nur ihre Augen deuteten ihre bekannte Undurchdringlichkeit an mit der sie ihm wie eine stählerne Wand standhielt.
Man sah die Spannung zwischen beiden förmlich.
Der Wind peitschte um die losen Stoffe der Rüstungen, sowie durch die umherfliegenden Strähnen.
„Was denn? Keine letzten Worte der Beschwichtigung?“ versuchte Conver erneut seine Provokation sie aus der Reserve zu locken „Keine bitte alles zu unterbinden und umzukehren? Gar nichts Varanda? Nicht einmal eine Entschuldigung für die Demütigungen? Komm schon, zumindest ein Wort der Vergeltung wenn du so willst“.
Weiterhin nur Stille. Wieso hätte sie es auch versuchen sollen?
Ein jeder der dieser Revolte entgegen stand wusste sofort, dass es keinen Zweck haben würde. Über unwirksame Bitten waren sie längst hinaus.
Kein Weg führte mehr an dem unausweichlichen vorbei.
An Varas Stelle hätte Teiz längst zum Angriff angesetzt, allein um ihm dieses selbstgefällige Grinsen aus dem Gesicht zu wischen, doch so war sie nicht.
Vermutlich war es gut, dass sie an jenem Punkt stand und nicht er. Sie handelte rationaler und bedachter.
Schließlich öffnete die Prinzessin doch den Mund „Also, bringen wir es hinter uns“.
Wie bitte!? Selbst in Convers Gesicht zierte sich die Überraschung über ein paar Worte mit denen er wirklich nicht gerechnet hatte.
Leicht geweitete Augen und ein leichtes Kopfschütteln als sei sie wahnsinnig geworden.
Es wurde ihm und allen beteiligten erst klar, als sie fortsetzte „Doch ohne unnötiges Blutvergießen. Hier geht es einzig und allein um Dich! Und Mich! Keiner dieser Paladine, Soldaten, Elfen, Menschen, Feen, Krieger, hat auch nur ansatzweise etwas mit dem zu tun woraus diese… Differenzen entstanden sind“.
Teiz stockte der Atem. Was hatte sie vor? So war das nicht besprochen worden!
Sie erhob die Stimme lauter über das Plateau „Ich fordere Euch heraus König Conver! Ein Zweikampf! Hier und Jetzt um das ein für alle Mal zu beenden. Ich ertrage diese Kriege nicht länger. Ich kann nicht einen weiteren dieser Leute für unsere Fehler oder die unserer Vorfahren opfern. Nicht einen!“
Conver zögerte keine Sekunde und entgegnete mit Anspannung in der Stimme „Ich hoffe dir ist klar, dass du damit dein eigenes Schicksal wählst. Ihr seid mir nicht gewachsen Varanda“.
Teiz wollte schreien, sie aufhalten nicht auf Daros Rücken zu steigen, sich ihm entgegen in die Lüfte zu erheben, nicht durch den Schild zu treten und sich seinem Angesicht zu stellen, doch er konnte es nicht.
„Darauf werde ich es ankommen lassen“ hörte er sie leise, doch entschlossen, worauf Conver resigniert die Arme vor der Brust verschränkte „Wie Ihr wünscht“.
Mit geweiteten Augen konnte der Schutzherr nur dabei zusehen wie er ein weiteres Mal seiner Aufgabe versagte. Sie nicht schützen konnte, während sie sich einer Gefahr aussetzte die sie nicht fähig sein würde zu überleben.

Die Prinzessin… opferte sich für sie alle. Wie sie es gesagt hatte, wollte sie jeden einzelnen schützen, wenn es in ihrer Macht stand.




Es wird ernst. Conver und Vara stehen sich gegenüber und das in einem Krieg ihrer Planeten. Erneut wiederholt sich die Geschichte beider verfeindeter Planeten, dabei hat all das einen klaren Grund der bislang noch unausgesprochen blieb. Welcher das ist, erfahrt ihr vielleicht im nächsten Kapitel. ^^

LG Seilix
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