Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Fee der magischen Energie

von Seilix
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Palladium
18.08.2017
23.02.2021
94
415.867
41
Alle Kapitel
207 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
25.09.2020 5.278
 
Bereits von weitem waren die geschundenen Nebenteile der Stadt zu sehen. Alles wirkte düster und ungepflegt als sie darüber hinweg flogen.
Die Menschen die dort lebten sahen zunächst neugierig aus ihren Fenstern, entdecken jedoch die Wappen und zogen sich augenblicklich zurück.
„Mein Gott… ihr habt mit dem Zustand der Stadt nicht übertrieben“ fasste Palladium das Unheil zusammen das er unter sich mustern konnte.
„Es ist traurig“ antwortete Vara bedrückt „In meiner Kindheit war diese Stadt von so viel Licht und Freude erfüllt… sie ist unaufhörlich gewachsen, aber jetzt… sie verkümmert“.
Teiz landete als erster mit seinem Drachen auf der breitesten Hauptstraße.
Die Feen und Spezialisten taten es ihm gleich.
Varanda brachte Daro zuletzt zu Boden.
Die Paladine hingegen hielten sich geführt von ihrem Obergeneral in der Luft.
Die Prinzessin stieg ab und wandte sich inmitten des zerfallenen Bildes um.
Sie hätte weinen können.
Die letzten Fenster wurden verrammelt. Einige der Bewohner spuckten sogar auf die offene Straße um ihren Hass zu demonstrieren.
„Also, freundliche Begrüßung sieht anders aus“ äußerte sich Katy über dieses Verhalten.
„Die Menschen wollen uns nicht hier haben“ Jared saß bislang noch auf seinem Drachen.
„Sie haben das Vertrauen in das Königshaus verloren. Wer könnte es ihnen bei diesem Anblick verübeln“ erklärte Varanda nicht überrascht.
Bereits bei ihrem ersten Besuch in diesem Stadtteil hätte sie ihren sämtlichen Frust darüber raus lassen können.
Enzo landete, wie die treue Seele die er war, an ihrer Seite „Sollen wir beginnen?“.
Die Prinzessin wandte sich zu den Soldaten um, die ihnen gefolgt waren.
Sie waren nicht einmal ein Bruchteil der Gefolgsleute von Dragomir.
Ein jeder von ihnen hatte die Möglichkeit gehabt diese Mission zu verweigern. All das taten sie durch und durch freiwillig, so waren es gerade einmal zweiduzend von ihnen.
Jedoch waren sie bereits mehr als die Zahl mit der Vara gerechnet hatte.
Allein das war ein riesiger Erfolg. Auch Finn war unter ihnen.
„Wir beginnen!“ gab die Prinzessin den Befehl „Diese Friedensmission ist allein für das Volk. Zeigen wir ihnen, dass wir sie nicht verlassen haben!“.
Die Paladine erhoben gefolgsam ihre Speere „Jawohl!“.
Auf den Moment schwärmten sie aus. Sie platzierten sich um den gesamten Stadtteil.
„Super!“ staunte Alice nicht schlecht, als sie begannen ihre Magie zu bündeln.
„Sie werden nicht ausreichen“ informierte Teiz jedoch „Sie brauchen die Hilfe von ein paar Feen“.
Natürlich wollten sich die Freundinnen damit nicht zwei Mal bitten lassen.
„Zeigt Callisto wozu Alfea-Feen fähig sind!“ spornte selbst Palladium an.
Inmitten der Reihen von Paladinen befand sich Vara zwischen Enzo und Finn.
Der junge Paladin wirkte so unfassbar stolz bei dieser Mission dabei sein zu dürfen. Ihm ging seine Stadt über alles und genauso musste es den meisten der Freiwilligen gehen die sich ihnen angeschlossen hatten.
Enzo hingegen war das klassische Gegenteil. Zwar empfand er es mehr als seine Pflicht der Kronprinzessin bei einem solchen Unterfangen beizustehen und alles durchzuorganisieren, doch auch er benannte es als „das Richtige“.
Zwischen den anderen Soldaten hatten sich auch die Feen und Palladium eingefunden.
Sie alle hielten sich an den Händen und konzentrierten ihre magische Energie.
Es war derselbe Zauber den sie bereits wenige Wochen zuvor in Alfea angewendet hatten.
Nach dem Angriff von Mandragora und ihren Insekten hatte die Feen-Schule glatt in Schutt und Asche gelegen.
Wenn es mit einer Schule funktionierte, wieso dann nicht auch mit einer ganzen Stadt?
Jeder von ihnen hatte die Augen geschlossen und konzentrierte sich auf seinen inneren, magischen Kern. Die Energie nach außen zu befördern war die Kunst plötzlich ein jedes Haus, eine jede Straße und jeden Baum wieder in seiner vollen Pracht und Farbe erstrahlen zu lassen.
Sie versetzten Callisto mit viel Kraft und Magie in seinen Urzustand.
Für Vara und Teiz vollbrachten sie damit ein kleines Wunder. Das war es!
Callisto! Ihre Heimat in seiner vollen Schönheit!
Enzo wies seine Soldaten an mit der Überbringung der Neuigkeiten und des Versorgungssystems zu beginnen. Da die Armut entsprechend Überhand genommen hatte, hatten sie eine Versorgungseinheit eingerichtet die vom Königshaus getragen wurde bis sich die Wirtschaft wieder stabilisiert hatte.
Zwar stürzten sie damit in eine ungeahnte Höhe an Schulden, doch das war es Varanda wert. Ihr ging das Volk über alles, selbst über ihr eigenes Wohl.
„Jetzt verstehe ich wieso ihr diese Stadt so sehr liebt“ äußerte sich Amaryl staunend der schönen Bodenpflasterung, sowie der mit Rosenstöcken übersäten Lampen am Straßenrand. Die massiven Altbauten aus Stein wiesen wieder ihre schöne Musterung und Struktur auf. Alles war wie vor dem Zerfall.
Nachdem auch die Bewohner langsam bemerkten was dort auf den Straßen im Gange war, öffneten sie zaghaft ihre Fenster das Geschehene zu begutachten.
Schnell war Erstaunen und Faszination in sämtlichen Gesichtern zu sehen.
Die Paladine machten halt an jeder Tür. Zwar öffneten die Menschen nur zögerlich, doch fühlten sie sich durch das Regime dazu gedrängt.
Eine weitere Mietseintreibung oder Verbrechersuche vermutend, überraschte es sie umso mehr, als die Paladine ihnen Kleidung sowie Nahrung brachten.
Mit Gruße des Königshauses überbrachten sie höflichst die Information der anstehenden Wahlen, sowie des neuen Sozialsystementwurfes von Sr. Teiz und Prinzessin Varanda.
Sie hatten sich die endlosen Konferenzen und schlaflosen Nächte schließlich nicht umsonst um die Ohren geschlagen.
Die ersten Rückmeldungen waren als sehr positiv aufzunehmen.
Nur langsam und vorsichtig trauten sich die ersten Bewohner aus ihren sicheren Behausungen hervor.

Während die Paladine noch immer mit den letzten Zaubern ein paar Dinge in den Straßen auskorrigierten und sich der Bevölkerung zur Verfügung stellten, hatte Palladium seine Berufung als Professor und Heiler wahrgenommen und versorgte wo es nötig war.
Finn hatte sich Teiz angeschlossen, der sich bemühte den Frauen die Angst zu nehmen.
Und die Feen machten das ganze beinahe zu einem ausgelassenen Fest.
Amaryl zauberte am helllichten Tag einen Sternenstaubschauer herbei, der die Luft nur so funkeln ließ. Katy versuchte die Kinder Callistos mit ein paar selbstgezauberten Tieren hervor zu locken und ihr Vertrauen, wie das der Eltern auf diese Weise zu gewinnen.
Alice knüpfte indessen auf verbaler Ebene Kontakt und erzählte von unserer gemeinsamen Zeit in Alfea und allem was wir bisher erlebt hatten.
Meine Freunde waren kein Teil unseres Systems, geschweige denn des Königshauses und hatten es somit leichter mit den Menschen in Kontakt zu treten.
Ich durchstreifte sämtliche Wege und versicherte mich auch des letzten Hauses, dass alles war wie es sein sollte.
Die Menschen gingen dabei jedoch speziell Mir aus dem Weg.
Ich musste nur an Amaryl vorbei gehen, die sich mit ein paar Frauen unterhielt und ebenfalls über die letzten drei Jahre berichtete, kaum verstummten sie alle.
Keiner wagte es mir auch nur ansatzweise über den Weg zu trauen… ich konnte es ihnen nicht mal verübeln.
Ich war noch immer die Kronprinzessin die aus ihrer eigenen Dynastie geflohen war um ihr Leben zu leben und von der keiner jemals wieder etwas gehört hatte und heute tauchte ich einfach auf und erhob Anspruch auf den Thron.
Selbst in meinem Kopf hörte sich das ganze Suspekt an.
Je mehr Zeit verstrich, umso näher kam ich der größten aller Herausforderungen dieses Tages.
Bislang hatte sich noch niemand getraut auch nur ein Wort mit mir zu wechseln, dabei gab es einige Dinge die gesagt werden mussten, speziell von mir!
Ich hatte beobachtet, wie Palladium mit seinen ersten Patienten die vorbereitete Tasche an Arzneien geöffnet hatte, worauf ein kleines Glühwürmchen heraus schoss.
Das Elfen-Kind hatte sich unerlaubt mit in die Stadt begeben und flog geradewegs zwischen Amaryls Sternenstaub kichernd umher.
Glimms Bauch leuchtete in ihrer guten Laune mit den Partikeln um die Wette.
Ich beobachtete sie einen Moment, wie sie sich hier rundum wohl zu fühlen schien.
Kaum das sie Daro entdeckt hatte, kuschelte sie sich an den ihr nur zu gut bekannten Drachen. Das Schuppentier ließ sich das ebenfalls gefallen.
Neben mich trat der treuste von allen meiner Begleiter „Ich glaube du solltest langsam zu ihnen sprechen. Mehr werden es nicht werden“.
„Ich weiß, danke Teiz“ konnte ich mir ein Seufzen nicht unterdrücken.
Es waren lange nicht so viele Bewohner wie angenommen, ob es an dem noch immer beiwohnenden Misstrauen lag oder daran, dass viele die Bezirke der Stadt bereits verlassen hatten um woanders ihr Glück zu suchen… es minimierte meine Hoffnung gewaltig, doch zumindest diese Menschen konnte ich überzeugen und trat in die Runde.
Ich hatte mir meine Rede bereits Tage zuvor zurechtgelegt und perfektioniert. Das war der Moment dafür.

„Das Volk Callistos, das seit ihr! Die Zukunft dieses Planeten und seine Hoffnung. Ich bin Kronprinzessin Varanda von Callisto und ich bin heute hier um all das Unrecht das euch wiederfahren ist, wieder gut zu machen. Ich möchte eine würdige Königin für euch sein, egal was es mich kostet. Eure Existenz ist mit dem heutigen Tag gesichert. Medizinische Versorgung gewährleiste ich und unterstütze bei dem Wiederaufbau der Geschäftsbeziehungen sämtlicher Planeten. Die Handelsabkommen dürfen wieder ins Leben gerufen werden und…“.

„Wieso jetzt?!“ brüllte plötzlich jemand dazwischen „Was hat das alles zu bedeuten? Etwa nur wegen der Wahl?!“.
„Genau, ist das alles? Und danach wird es wieder wie vorher, nicht wahr?!“
Langsam aber sicher brach Unruhe zwischen den Bürgern aus.
„Wieso seid Ihr ausgerechnet jetzt hier?“.
„Was bezweckt Ihr damit?“.
„Warum habt Ihr uns verlassen, wenn Ihr nun wieder da seid?“.

Ich schloss die Augen, während die Menschen auf mich einredeten. Mit ihren Fragen wurde mir nämlich eines bewusst. Ich hatte ihnen nie eine Erklärung gegeben. Sie konnten mir gar kein Vertrauen entgegen bringen, da ich niemals wirklich ehrlich zu ihnen gewesen war. Ich hatte lediglich die Fragen der Presse beantwortet, doch nie die meines Volkes.

Ich öffnete die Augen und begann durch die Unruhe hindurch zu sprechen.
„Vermutlich kann niemand meine Beweggründe so nachvollziehen wie ich selbst und viele von euch werden es wahrscheinlich nie verstehen. Als Kronprinzessin dachte ich immer, dass es für mich nur diesen einen vorgeschriebenen Weg gibt“.

Die Zwischenrufe verstummten, sodass ich leiser und ruhiger fortfahren konnte.

„Wenn ich heute zu meinem damaligen Ich sprechen könnte, würde ich ihr sagen, dass es so viel mehr gibt was sie damals schon hätte wissen müssen. Ich würde ihr sagen, dass das was heute hinter uns liegt näher ist als sie glaubt. Vielleicht wäre ich dann nie gegangen. Vielleicht hätte ich dann mein Schicksal angenommen oder es wäre alles genauso passiert wie heute… Wir alle tun unser Bestes von dem wir glauben, dass es unser Schicksal ist,
doch der Unterschied zu der die ich heute bin und der die ich war, ist, dass ich mir Zeit nahm… die Zeit um zu sehen“.

Die Stille war wie eine Bannung in die ich das Volk zog.
Selbst aus weiteren Häusern ragten einige Köpfe heraus.

„Manche Dinge sind nicht so einfach wie wir sagen. Früher dachte ich, es wäre nur eine Handvoll schlichter Wörter. Meine Zauberwörter um jede Situation zu überstehen. Sich zu Benehmen und zu lernen und eines Tages würde ich schon verstehen, aber so war es nicht.
Ich erinnere mich an all die Regeln die mir irgendwann durch Fleisch und Blut gingen. Die mir wichtiger waren als alles andere. Alles nur um zu hoffen, dass ich den Erwartungen genüge das zu sein, als das mich jeder sah.
Ich erinnere mich an alles was ich sagte, wovon ich damals so überzeugt war zu verdienen.
An all die Dinge die ich gelernt habe und die Dinge die ich nie verdiente… Mein Herz war so blind. Dabei weiß ich heute, dass helfende Hände nicht jeden erreichen können.
Und all das Gerede über das System, zu hoffen dass es jemand retten kann, dass euch jemand retten kann…  
Ich sagte all das… und habe selbst nichts unternommen“.

Ich schluckte, als ich mir meine Selbstsicherheit erzwang, denn so wie ich damals gewesen war, was ich gedacht und gesagt hatte. Alles von dem ich so überzeugt war… all das zählte heute nicht mehr.

„Ich weiß, ich habe den langen Weg bis hierher genommen, doch es gibt nichts was ich tun oder sagen könnte um mich von dem zu trennen was mich ausmacht.
Die Liebe zu meiner Heimat die mich zu dem macht was ich heute bin.
Ihr habt mich mein Leben lang geprägt und selbst als ich fort war…
Ich habe gekämpft um eine Schutzfee für Callisto zu werden. Eine Schutzfee die ihr verdient habt, dabei habe ich erst vor kurzem verstanden was es bedeutet eine Königin zu sein.
Als ich sah wie schlecht es euch geht ist etwas in mir passiert.
Ich will all die Menschen halten die nicht mehr ein, noch aus wissen.
Ich spüre all die Schmerzen der Wunden meines Blutes.
Ich will für die Gefangenen schreien, für Gerechtigkeit, laut und lang und für euch voran gehen! Wie König Calum es tat…“.

Ich atmete einen Moment durch mir meine feste Stimme zu bewahren.

„Mein Vater sagte einst: Warte nicht bis das Unwetter vorbeigezogen ist, sondern lerne im Regen zu tanzen! Wenn du es nicht kannst, wird das Volk es tun! Für eine Prinzessin. Es tut mir so leid… dass ich das für euch nicht sein konnte. Ich bin nur ein Mensch, wie ihr es seid. Daher bitte ich euch mir, für all das was ich nie sein konnte, zu vergeben“.

Meine eigenen Worte überschlugen sich beinahe ineinander.
Die ehrlichsten Worte die ich mir jemals hätte entringen können. So ungeplant und spontan, dass ich aus den tiefen meiner Seele sprach.
Hätte ich länger über diese Sätze nachgedacht, hätte ich sie wahrscheinlich nie so ausgesprochen, doch es war genau das, was alle hören wollten.

Ich musterte die aufmerksamen Blicke. Teils geweitete Augen, teils lächelnde Gesichter. Zustimmendes Nicken und schließlich… Applaus…
Sie applaudierten mir…. Ausgerechnet Mir!
Um all die Anspannung von mir abfallen zu lassen sah ich in den Himmel und atmete tief durch. Ich hatte es geschafft das Eis zu brechen.

Schließlich beobachtete ich weiter das bunte Treiben, das vor wenigen Stunden so niemals möglich gewesen wäre.
Schließlich gesellte sich Enzo an meine Seite.
„Ihr habt es wirklich geschafft“ drückte selbst er seine Bewunderung aus.
Die verschränkten Arme deuteten dennoch seine strenge, doch das Gesicht sprach Bände der Zufriedenheit wie er seine Umgebung musterte „Sie hören Euch zu“.
Doch ich war mir dem immer noch nicht vollkommen sicher „Hoffentlich wird es reichen…“.
„Ihr habt sie bewegt“ versicherte Enzo „Zum ersten Mal seit 10 Jahren habe ich diesen Anflug von Begeisterung gesehen. Nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch bei den Paladinen. Ihr habt sie überzeugt“.
Der General legte mir eine Hand auf die Schulter „Euer Vater wäre stolz auf Euch“.
Mit einem Lächeln bedankte ich mich für seine Worte.
Ich atmete ein weiteres Mal die kühle, doch wohltuende Luft ein die mich umgab.
Auch für mich war es nun Zeit ein Band zu den Menschen zu knüpfen und mit ihnen persönlich, Angesicht zu Angesicht zu sprechen.
Mein Vater hatte niemals an der Seitenlinie gestanden und andere für sich reden lassen.
Er war einem jeden auf Augenhöhe begegnet, so wollte auch ich es tun.
Ich begab mich in ein Gespräch, welches Amaryl mit einer jungen Familie führte.
Jedoch wirkte sie bei dem was der Vater ihr erzählte recht angespannt.
„Wir wissen, dass sie sich bei den Fällen verstecken…“ schnappte ich lediglich die Information auf, ehe der Mann mich bemerkte und sich respektvoll verneigte „Prinzessin“.
„Bitte, sprecht weiter“ forderte ich „Wer versteckt sich bei den Fällen?“.
Amaryl selbst erklärte mir die Situation und die Familie fuhr mit ihrer Erzählung fort.
Was ich erfuhr machte selbst mich sprachlos.

*

Wie immer am späten Abend durchstreifte ich die Gänge durch Athmos Flügel.
Es war beinahe wie zur Gewohnheit für diese Zeit geworden.
Wie verhext. Ich sah den Sonnenaufgang und den tief-schwarzen Sternenhimmel in der Nacht in den festen Wänden und dazwischen verbrachte ich kaum eine freie Minute im Schloss.
Auch der heutige Tag, der zwar mit einem bombastischen Ausgang geendet war, war dennoch mit der Friedensmission verstrichen und damit vorüber.
Ich hatte mehr erreicht als ich zu hoffen gewagt hatte, trotzdem machte mich der Gedanke der bevorstehenden Wahl in wenigen Wochen zunehmend nervös.
Was, wenn es doch nicht reichte? Was, wenn Dragomir doch mehr Anhänger hatte als ich glaubte oder er noch ein Ass im Ärmel hatte. Könnte ich dem noch ein weiteres Mal standhalten? Noch weitere Überraschungen konnte ich wirklich nicht gebrauchen.
Jeder Tag brachte etwas neues und der Berg an Herausforderungen türmte sich unaufhörlich.
Immer wenn ich glaubte ein Problem beseitigt zu haben, ploppten aus diesem gleich ein paar neue hervor.
Ich seufzte über meine eigenen Gedanken, als ich mit dem Fingerknöchel anklopfte.
Ich ergriff die Klinke und öffnete die Tür, da ich bereits versichert war keine Antwort mehr von ihr zu erhalten.
Davon überzeugt, dass sie alleine war trat ich einfach ein, erstarrte aber, als ich jemanden an ihrem Bett sitzen sah.
Tine hatte sich aufgesetzt und hörte ihm wie gebannt zu. Die Augen wach und die Haut nicht mehr ganz so blass wie noch vor ein paar Tagen.
Sie bemerkte mich natürlich und ließ ein leichtes Lächeln über ihre Lippen wandern „Varanda, komm rein. Wie ist es gelaufen?“.
Mit diesem Satz drehte sich auch die andere Person am Bett herum.
Der strenge Blick meines Großvaters versetzte mir zunächst eine leichte Gänsehaut, bis ich ihn jedoch nicht annähernd so bedrohlich brummen hörte wie ich es erwartet hatte „Ihr seid schon wieder zurück?“.
Wahrscheinlich war sein Gesicht bereits so festgefahren, dass er es vollkommen verlernt hatte einmal freundlich zu schauen.
Seine Anwesenheit überraschte mich ziemlich, so nahm ich direkt Haltung an, als ich zu ihnen trat und räusperte mich „Es lief sehr gut. Die Menschen haben die Hilfe dankend angenommen“.
„Natürlich haben sie das“ erwiderte Dragomir sofort, der sich ebenfalls erhob sich mir elegant und so gezwungen entgegen zu stellen als sei ich eine Prinzessin eines fremden Reiches.
Nichts an unserer Begegnung hatte mehr etwas familiäres oder gar bekanntes.
Wir waren lediglich Konkurrenten und das spürte und sah man in jeder Gestik und Mimik.
Der Fürst fuhr mit erhobener, doch beinahe entspannter Stimme, als würde er sich bemühen mir nicht zu viel Feindseligkeit entgegen zu bringen, fort „Möchte ich überhaupt wissen wie viele Mittel des Königshauses du verbraucht und ausgegeben hast?“.
Ich hielt seinem Blick ebenfalls mit ruhigem Wort stand „Vermutlich nicht“.
Plötzlich entfuhr Dragomir ein leichter Lacher „Das dachte ich mir schon… dann werde ich einfach auf Enzos Bericht warten“.
„Das wäre für alle Beteiligten sicher leichter“ versicherte ich.
Plötzlich erklang neben uns ein lauthalses Lachen.
Sowohl Dragomir, als auch ich blickte irritiert zum Bett in dem sich Tine zurück fallen ließ und gluckste „Ihr solltet euch mal reden hören. Könnt ihr euch etwa nicht mehr wie normale Menschen unterhalten“.
Ein Schmunzeln konnte ich mir nicht unterdrücken.
Irgendwie hatte sie ja recht. Ich atmete erleichtert aus und entspannte meine Schultern wieder, wollte jedoch nicht weiter darauf eingehen „Wie fühlst du dich?“.
„Ganz gut“ antwortete sie weiterhin lächelnd „Ich weiß nicht was Palladium da immer zusammenbraut, aber irgendwie hilft es… zumindest bilde ich mir das ein“.
Auch sie hatte inzwischen erfahren, dass die Mixturen keinen wirklichen Erfolg ihrer Genesung brachten, doch allein der Gedanke dass es etwas gab, das den Fortschritt der Krankheit abschwächte, schien ihr zu helfen.
Ich nickte „Er bereitet gerade die nächste für dich zu“.
Der Fürst räusperte sich merklich, um unsere Aufmerksamkeit zu erhalten „Varanda, bist du dir sicher, dass was auch immer dieser Elf da mischt, sich auch nicht negativ auf Tine auswirkt?“.
Beinahe empört über diese Äußerung klang ich energischer als gewollt „Ich würde Palladium mein Leben anvertrauen wenn es darauf ankäme. Er ist der beste auf seinem Gebiet. Wenn jemand schaffen kann Tine zu helfen, dann er“.
Ich war darauf gefasst weitere Argumente entgegen geschleudert zu bekommen, weshalb man einem, für ihn „fremdem“, kein Vertrauen entgegen bringen durfte, doch stattdessen kam nur ein „Ich hoffe du weißt was du tust“.
Meine Aussage akzeptierend senkte er nur den Kopf und trat einen Schritt zurück in Richtung Tür.
Ich war beinahe enttäuscht. Wo waren denn diese nicht endenden Auseinandersetzungen geblieben? Hatte er es tatsächlich eingesehen? Nein! Niemals! Doch nicht Dragomir.
Als er die Tür öffnete sagte plötzlich auch Tine „Ich glaube Vara. Palladium ist eine gute Seele. Du würdest ihn mögen Großvater, er ist so ehrgeizig wie du“.
Selbst überrascht von ihrer guten Laune und dem darauffolgenden Gekicher fragte ich mich wo meine beinahe depressive Cousine abgeblieben war.
Auch Dragomir schien es so zu gehen, so entdeckte ich einen leichten Anflug von Unglaube in seinem Gesicht „Wenn du das sagst… vielleicht ergibt sich ja mal die Gelegenheit für ein Gespräch… also… ich gehe dann…“.
Gerade als unser Großvater aus der Tür verschwand, schaltete sich mein Kopf wieder ein und lief ihm schnell hinterher „Warte bitte einen Moment, ich müsste noch kurz mit dir sprechen“.

Auf dem Gang wieder in leicht angespannter Haltung, fragte er „Ja, bitte? Wenn es um diese Friedensmission geht ist es besser wenn du damit bis nach der Wahl wartest. Ich möchte mir nicht schon wieder eine Art der Korruption vorwerfen lassen“.
„Was? Nein, darum geht es gar nicht“ versicherte ich schnell und ließ ihm keine Zeit einen weiteren schnippischen Kommentar abzugeben „Hast du schon mal etwas von den Estrellas gehört?“.
„Diese kleine Bande von jugendlichen Unruhestiftern?“ machte er sich mit einem leicht belustigten Unterton über mich lustig „Das sind doch diese Kinder bei den Fällen am Ostberg. Keine Sorge, das sind alles nur kleine Banalitäten“.
Ich wollte kaum glauben als was er das abtat.
„Du meinst du wusstest davon und hast nichts dagegen unternommen?“ fragte ich schockiert.
„Ich soll etwas gegen Kinder unternehmen?“ fragte Dragomir verständnislos „Varanda, Callisto hat ganz andere Sorgen als ein paar ausgerissene Jugendliche“.
Ich schüttelte den Kopf „Diese von dir benannten „Kinder“ sind zwischen 16 und 25 Jahre alt und alles andere als ungefährlich. Sie Tyrannisieren das Volk und fordern dabei ihre Gerechtigkeit ein“.
„Sie bezeichnen sich selbst als die Sterne des Volkes, was soll ich denn davon bitteschön halten?“.
Langsam aber sicher schaukelten sich unsere Stimmen wieder hoch.
„Sie sind die Sterne der Zukunft! Und du hast sie alle auf die Straße gesetzt! Kein Wunder haben wir Soldatenmangel! Und kein Wunder schaffst du es nicht Herr über die Lage zu werden. Du musst das Problem bei der Wurzel packen und es nicht ignorieren!“
„Jetzt zügle deine Stimme Varanda. Ich bin ganz sicher nicht fehlerfrei, aber ich musste auch Prioritäten setzen! Die finanziellen Mittel haben es einfach nicht mehr zugelassen“ versuchte er sich tatsächlich mir zu erklären.
Ich fasste mir nur an den Kopf. Er verstand überhaupt nichts von dem was ich ihm gerade versuchte beizubringen „Du bist wirklich unverbesserlich“.
„Ich warte nur auf den Moment indem dich dein überheblicher Optimismus alles und jeden retten zu wollen, uns wirklich in den Ruin treibt und dann werde ich den Karren wieder aus dem Dreck ziehen müssen, so wie es immer lief! Ob durch das Versagen meines eigenen Vaters, nach Calums verschwinden und bei dir wird es dasselbe sein!“.
„Du irrst dich!“ zischte ich „Du hast dich und dein Herz nur so weit verschlossen, dass du blind für die Bedürfnisse anderer geworden bist. Hauptsache den Schein wahren, das kannst du gut. Du würdest dir niemals dein Versagen eingestehen“.
Da war es wieder. Dieser Blick der Verachtung mit dem er mich strafte.
Die verengten Augen die von seinen Wutfalten umrandet wurden „Ich habe wirklich versucht dir nach heute Morgen ohne Vorurteile zu begebenen, aber du machst es mir unmöglich. Du wirst deinem Verderben noch früh genug begegnen, das prophezeie ich dir auch ohne die Sterne. Vielleicht werde sogar ich dieses Verderben sein, sei also nur wachsam“.
Ich war mir nicht sicher, ob er damit auf die Wahl anspielte, aber in jedem Fall drohte er mir.
Ich konnte diesem Verhalten nur mit einem verständnislosen Kopfschütteln begegnen „Ich habe so gehofft, dass es irgendwann besser wird. Aber es hört nicht auf… wird es nie, nicht wahr? Du wirst mich immer als eine Bedrohung betrachten… Ich kann nicht mehr so tun, als ob nichts gewesen wäre“.
Er hielt meinem Blick stand und schwieg, als würde er überlegen wie er darauf am besten Kommentieren konnte. Ich wartete darauf dass er es abstritt, doch nichts dergleichen geschah.
Stattdessen drehte er sich wortlos um und entfernte sich durch den Gang.
Damit hatte ich absolut nicht gerechnet… ich hatte also wirklich den wunden Punkt getroffen.
Mit einem leicht unsicheren, sowie verstörten Gefühl machte ich ebenfalls kehrt und trat in Tines Zimmer zurück.
Ihre bis eben noch so freudige Stimmung war verflogen „Es gefällt ihm nicht, dass wir uns anders entwickeln als er es wollte“.
Nachdenklich setzte ich mich an ihr Bett zurück. Damit traf auch sie es direkt auf den Punkt.
„Ich wünschte ich hätte etwas anderes von ihm erwarten können“ seufzte ich.
„Wer oder was sind die Estrellas? Davon hat er nie etwas gesagt“ griff plötzlich Tine das Thema wieder auf.
Ich hatte keinen Grund es ihr zu verheimlichen „Eine Gruppe aus jungen Paladinen, Kampfkünstlern und Feen. Es sollen auch Hexen unter ihnen sein. Sie sind alle für die Ausbildung zu Callistos Kriegern heran gezogen worden. Genauer gesagt erinnere ich mich an viele von ihnen… die Meisten habe ich selbst ausgewählt. Sie hatten Träume und als treue Soldaten eine Perspektive… Dragomir hat das alles zerstört indem er sie auf die Straße gesetzt hat nachdem ich gegangen bin. Er hat ihnen allen ihre Lebensgrundlage genommen… also haben sie sich zusammengeschlossen und sind nun auf eigenem Streifzug unterwegs“.
„Du meinst… sie bereiten dem Volk diese massiven Probleme?“ erkannte auch sie den Ernst der Lage.
Ich konnte nur nicken.
Diese ganzen Diskussionen bereiteten mir wieder diesen Anflug von Kopfschmerzen.

*

Es war spät und Palladium versichert, dass er Athmos nicht mehr in seinem Labor antreffen würde. Auf dem Weg zu dem Trakt des Schloss Priesters hatten er und Varanda sich an der Treppe getrennt zu der es zu Tines Zimmer hinauf ging.
Er war weiter den Gang entlang zu den Gewölbekellern gegangen um sich danach ebenfalls bei der Prinzessin einzufinden.
Alles was er holen wollte war die Mixtur für Tine.
Wie immer vorproportioniert hatte er sie in einem Regal untergebracht und hatte daher vor nur hinein zu sprinten und genauso schnell wieder zu verschwinden.
Wie erwartet war es dunkel, so erschuf er eine kleine Lichtquelle durch einen Zauber der ihm beinahe schon zu leicht von der Hand ging.
Wie erwartet fand er die Fläschchen wie zuvor von ihm platziert.
Gerade dabei wieder zu gehen, erhaschte er durch einen kleinen Spalt zwischen zwei Bücherregalen ein kleines Licht das ihn blendete.
Eine Kerze war auf der anderen Seite entzündet.
In dem glauben, dass Athmos diese vergessen haben musste und er verhindern wollte, dass möglicherweise noch das Schloss in Flammen aufging, bahnte er sich seinen Weg durch die Regale.
Um die letzte Barriere gebogen, stoppte er allerdings, als er eine Gestalt entdeckte die vor der Lichtquelle hin und her sprang und an etwas arbeitete.
Palladium sah genauer hin und bemerkte, dass sie ihm bekannt war „Nora?“.
Die junge Frau mit dem roten Haar wirbelte herum, als sei sie bei etwas ertappt worden.
Als sie den Elf entdeckte entspannte sie sich wieder „Sie sind das! Haben Sie mich erschreckt“.
„Das war nicht meine Absicht“ entschuldigte sich Palladium und trat näher heran „So spät noch am Arbeiten?“.
Die Alchemistin rieb sich verlegen den Nacken „Ja, ich bin ein Nachtschwärmer. Athmos ist bereits zu Bett gegangen falls Sie ihn suchen“.
„Nein, ich wollte nur etwas holen“ entgegnete er und betrachtete Noras Gebräu.
Dabei fielen ihm die Zutaten auf. Dieselben die sie auch beim letzten Mal zusammen gebraut hatte.
Er zog eine Augenbraue hinauf „Das müssen ja ganz schön viele Ratten sein“.
Kurz sah Nora ihn überrascht an, wendete sich dann aber wieder ihrer Mixtur zu und bestätigte „Die sind eher ziemlich zäh… Ich hab das Gefühl, dass sie nicht wirklich an die Köder ran gehen die ich auslege“.
„Versuchen Sie es mit Lavendel. Das zieht sie magisch an“ gab Palladium den Tipp und entfernte sich bereits wieder zu gehen.
„Oh, danke für den Tipp. Das könnte ich mal versuchen“ hörte er die Frau lediglich rufen.

*
Cinder saß angespannt auf ihrem Bett und starrte aus dem Fenster.
Sie fühlte sich so verloren wie nie…
Der Himmel heute Nacht war sternenklar. Sie sah Tyrian erstmals so strahlend wie lange nicht mehr über dem Schloss empor stehen.
Er war da, sah sie und sie sah ihn und doch… kam kein Wort von ihm.
Er schwieg, egal wie sehr sie auch flehte, dass er mit ihr sprechen möge.
Der Kloß in ihrem Hals wurde immer größer, ihre Unterlippe bebte.
Sie hatte die Bindung zu den Sternen verloren.
Dieser Gedanke war so unerträglich für sie, dass sie am liebsten Geschrien hätte.
Lange hatte sie es verdrängt, darauf gehofft, dass es nur vorübergehend sei und Tyrian ihr einfach nichts zu sagen hatte, doch heute und gerade zu diesen Zeiten Callistos hätte er sie vor all dem Unheil warnen müssen das hier geschah.
Er hätte ein Zeichen… ein Bild… eine Vorhersehung… irgendetwas zeigen müssen… aber nichts. Jeden einzelnen Krieg hatte sie mit seiner Hilfe vorhersehen können. Sie hatte gewusst, dass Calum, ihr Vater, nicht von seiner Reise zurückkehren würde, hatte gewusst, dass ein Zusammenbruch ihres Reiches drohte und selbst als Varanda in Gefahr gewesen war. Alles! Von der Bedrohung des Schattenwesens, bis hin zu dem Schwarzmagier der versucht hatte ihre Schwester zu bekehren.
Es war immer ihre Gabe gewesen. Das was sie als Prinzessin ausmachte.
Sie war als einzige des Reiches damit gesegnet und hielt es unter Verschluss aus Angst möglicher Intrigen. Lediglich eine Handvoll engster Vertrauter wussten um diese Gabe…
Tine hatte immer gesagt, dass es wichtig sei es geheim zu halten… doch nun war das wohl nicht länger nötig…
Als Jüngste in der Thronfolge hatte sie damit etwas einmaliges gehabt, doch nun war sie nichts mehr… Sie fühlte sich so nutzlos.
Doch der schlimmste Gedanke war es… dass es einfach… weg war…

Plötzlich klopfte es an der Tür ihres Zimmers.
Cinder fuhr erschrocken hoch und sprang auf „Einen Moment“.
Schnell betrachtete sie sich im Spiegel. Ihre roten Augen waren nicht zu verbergen.
„Ich bin es, Varanda“ kam es jedoch von draußen, als die Tür schon geöffnet wurde.
Augenblicklich entspannte sich Cinder wieder nur ihre Schwester zu entdecken die in die Schatten ihres Zimmers eintauchte.
Sie blinzelte einen Moment etwas in der Dunkelheit erkennen zu können „Cinder, ich wollte nur nach dir sehen. Ich war eben bei Tine und… was ist los?“.
Natürlich konnte sie das zerstörte Bild ihrer jüngeren Schwester sofort ausmachen.
Cinder, die bis zum letzten mit ihrer Fassung gerungen hatte, brach endgültig in Tränen aus.
Die Hände in das Gesicht drückend, fiel sie auf die Knie und brüllte bitterlich.
Erst all die furchtbaren Erkenntnisse wie schlecht es um ihre Heimat stand, dann Tines Rückschlag und nun das… es war zu viel… zu viel was sie die letzten Wochen und Monate alleine ausgehalten hatte.
Es dauerte kaum Sekunden, da wurde sie bereits in die Arme gezogen.

Varanda hatte alles stehen und liegen lassen, nicht einmal mehr die Tür geschlossen um sich um ihre kleine Schwester zu kümmern.
Als hätte die Kronprinzessin es geahnt… war ihr ein Geistesblitz gekommen, als sie die Türklinke zu ihrem eigenen Zimmer bereits berührt hatte und war umgekehrt.

Beide am Boden sitzend strich Vara ihr über das Haar und drückte sie an sich. Hielt sämtliches Leid ihrer Schwester aus. Das verzweifelte Weinen war für sie kaum zu ertragen, doch sie hatte nun für sie da zu sein.
Cinder hatte so viel ertragen…
„Vergib mir…“ konnte Varanda ihr lediglich all die Reue ausdrücken.
Die Bürde mit der sie sie allein gelassen hatte „Vergib mir…“.



Hallo ihr lieben,

der Wahlkampf ist nun endlich sichtbar und alle stecken mitten drin. Mit größeren und kleineren Rückschlägen, emotionalen Zusammenbrüchen und ganz viel Kraft haben Vara und Co. eine schwierige Hürde überstanden. Wenn ihr Lust habt, teilt mir doch gerne mit, ob alles so gut verständlich war und wie ihr diese politisch lastigen Kapitel findet? Ich hoffe sie sind nicht zu fade.

Ein schönes Wochenende wünsche ich euch ^^

LG Seilix
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast