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Fee der magischen Energie

von Seilix
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Palladium
18.08.2017
23.02.2021
94
415.867
42
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04.09.2020 3.291
 
„Ein Beruhigungstee für die Nerven“ goss Enzo ihr die dampfende, wohlriechende Tasse ein.
Vara nahm diese dankend an „Was würden wir nur ohne dich in diesem Schloss machen“.
„Vor allem bei deinem übermäßigen Tee-Konsum“ belächelte Amaryl ihre Freundin.
„Ach komm schon, du musst zugeben, dass den Tee hier nichts übertrifft“ war sich die Kronprinzessin mehr als sicher.
Jared der der Sternenstaubfee mit David, Katy und Alice an der großen Tafel gegenüber saß bestätigte nach seinem ersten Schluck an diesem Tag „Der ist wirklich gut“.
Teiz der auf Amaryls linker Seite und an der Ecke zu Vara saß die den Kopf bildete, erklärte „Daran muss man sich hier gewöhnen. Wenn Callisto für etwas bekannt ist, ist es der Tee oder die Drachen. Und Enzo braut in der ganzen Stadt den durchaus besten Tee. Dass er dafür verantwortlich ist hat sich irgendwann einmal so eingebürgert“.
„Ein Kompliment von Sr. Teiz für meine Tee-Künste, eigentlich hatte ich gehofft, dass meine Leistungen eher in anderer Hinsichten anerkannt werden“ bemerkte der Obergeneral amüsiert und tat sich bereits daran die Kanne weiter aufzubereiten.
„Du bist in jeglicher Hinsicht herausragend, ob als General oder als Koch“ stellte Varanda sofort klar.
Enzo erhob für die Gäste abermals das Wort „Vor allem die Königsfamilie selbst sind geradezu allesamt Tee-Verfechter, bis auf Prinzessin Cinder“.
„Was? Du trinkst keinen Tee?“ fragte Alice überrascht an das Mädchen am anderen Tischende das Varanda gegenüber saß.
Diese mit lächelndem Gesicht „Nein, ich bevorzuge Saft oder Wasser. Heiße Getränke mag ich nicht sonderlich“.
Schließlich kam Vara eine Idee „Cinder, wie wäre es wenn wir den anderen nachher die Stadt zeigen. Ich bin sicher sie wird euch gefallen“.
„Lässt das dein Zeitplan denn zu?“ fragte Amaryl vorsichtig.
„Lass das mal meine Sorge sein“ beruhigte Vara sie kurzerhand tiefenentspannt.
Teiz äußerte sich nicht zu dem Thema, doch er wirkte bereits den Großteil des Morgens recht unentspannt.
Die anderen waren davon geradezu begeistert einmal aus diesem Schloss hinaus zu kommen.
Obwohl sie erst vor ein paar Tagen auf Callisto angekommen waren, war bereits so viel passiert, dass sie glaubten bereits Wochen dort zu sein.
„Nun… ich würde ja gerne, aber…“ druckste Cinder zunächst herum, bis Vara zu grinsen begann „Du kannst Ilias natürlich mitnehmen“.
„Wirklich?“ fragte diese überrascht „Obwohl du und Conver…“.
Doch ihre ältere Schwester winkte sofort ab „Was zwischen Conver und mir ist hat mit euch doch überhaupt nichts zu tun. Ilias ist ein guter Junge und ich freue mich wenn ihr euch gut versteht. Vielleicht hat das mit euch beiden ja mal einen besseren Ausgang“.
Mit ihrem letzten Zwinkern lief Cinder knallrot an „Man, Vara… das ist doch gar nicht so…“.
Sanftes Gelächter erfüllte den Raum.

*

Alle gemeinsam traten sie nacheinander die lange Marktstraße entlang.
Auch heute hatte sich das Wetter ausnahmsweise gehalten, wenn auch der mit Wolken verhangene Himmel jederzeit drohte umzuschlagen.
Ich trat voraus, die Pärchen jeweils hinten drein.
Selbst Cinder war mit Ilias sofort wieder in ein tiefes Gespräch verwickelt.
In diesen beiden schöpfte ich tatsächlich ein wenig Hoffnung.
Ilias war ein netter junger Mann mit frischen 18 Jahren.
Auch er besaß die tiefschwarzen, kurzen Haare seines Bruders, lediglich die Augen hatten einen ähnlichen violetten Ton der dem meiner Schwester sehr ähnelte.
Gekleidet war er eher normal und entsprechend sich unter das Volk zu mischen.
Er war zumeist sehr schweigsam, außer Cinder war in der Nähe, doch das war schon immer so gewesen.
Die beiden tauten beieinander ungemein auf. Möglicherweise da sie beide dasselbe Schicksal teilten? Ich wusste es nicht genau.
Im Gegensatz zu Conver war Ilias sehr genügsam und ruhig. Auch sah man ihm an, dass der Tod seines Vaters ihm um einiges mehr in den Knochen saß.
Ich beobachtete die beiden einen Moment aus den Augenwinkeln und sah wie er einen Augenblick an einem Stand hielt um Cinder etwas zu zeigen.
Sie waren so harmonisch miteinander, dass es mich beruhigte, dass sie immer jemanden an ihrer Seite wusste dem sie vertrauen konnte und doch war er Convers jüngerer Bruder…
Trotzdem hatten die beiden etwas worum ich sie beneidete.
Palladium hatte es bevorzugt bei Tine zu bleiben um ihre körperliche Reaktion auf die Mixturen zu beobachten.
Er nahm seine Sache dahingehend sehr ernst, wofür ich ihm ungemein dankbar war, doch sprachen wir durch die ganzen Termine meinerseits kaum miteinander und sahen uns nur flüchtig…
Glimm flog mir einen kurzen Moment um den Kopf und zog meine Aufmerksamkeit auf sich.
Ich musste auflachen, als ich ihrem fragenden Blick begegnete „Was ist denn Glimm?“.
Kaum hatte sie mich jedoch abgelenkt und meine Stimmung in wenigen Sekunden aufgeheitert, begann sie freudestrahlend zu leuchten und flog über meinen Kopf hinweg weiter durch die Gegend.
Ich sah ihr nach, als sich hinter mir plötzlich ein Arm um meine Schultern warf „Sie weiß immer genau wie du dich fühlst und wir wissen es daher auch“.
Amaryl sah mich mit diesem mitfühlenden, sowie durchschauenden Blick an, dass ich kaum wusste wie mir geschah „Was meinst du damit?“.
„Ganz einfach, irgendwas beschäftigt dich“ sprach sie mit mir Klartext „Es hat doch bestimmt etwas mit Conver zu tun, oder? Seit du dich mit ihm getroffen hast bist du anders. Du hast bis jetzt noch kein Wort darüber verloren“.
Sie klang äußerst besorgt was mich leicht amüsierte.
Aus gutem Grund hatte ich nichts davon erzählt. Conver und sein Angebot.
Es war noch nicht der Moment es ihnen zu sagen…  
„Da war nichts“ log ich schlichtweg „Wir haben uns wirklich nur sachlich über die Situation unterhalten und brauchen nun beide Zeit über das Ergebnis nachzudenken“.
„Und was wäre das Ergebnis?“ kam es auf einmal von hinten zu gerufen.
Ich wandte den Blick leicht entnervt zu dem blonden Spezialisten der meinte hier mitmischen zu müssen „Das geht dich am allerwenigsten etwas an David“.
Dieser zuckte mit den Schultern „Ein Versuch war es wert“. Immer noch derselbe.
Katy und Alice waren zu einem Stand für klassischen castellanischen Schmuck verschwunden denen ihre Jungs folgten.
Teiz behielt wie bislang jedes Mal wenn wir in der Stadt unterwegs waren, die Umgebung im Auge.
Er musterte alles und jeden, doch nicht auf die Befürchtung überfallen zu werden oder um seine Pflichten als Schutzherr wahrzunehmen, ganz im Gegenteil. Auch er tat sich, genau wie ich, noch schwer daran diese Umstände der Menschen zu akzeptieren.
Auf den ersten Blick fiel es kaum auf, doch bei genauerem Hinsehen erkannte man umso mehr Anzeichen der Armut.
Ich legte Amaryl zuletzt eine Hand auf die Schulter „Keine Sorge, es ist alles in Ordnung“.
Ich führte sie ebenfalls an einen der Stände für Schnitzereien und begann ihr ein paar der dortigen Symbole zu erklären.
Speziell interessierte sie sich wohl für ein ganz besonderes Stück.
Der Stein hatte die Form einer Feder und war weiß bemalt. Die Struktur war mit Gold nachgezogen „Was ist das hier?“.
„Ein Glückspringer“ antwortete ich „Nach unseren Mythen ist die goldene Feder ein Geschenk der Sterne gewesen. Sie verlieh uns die engelsgleichen Flügel der Paladine um ihren Planeten und seine Wesen zu beschützen“.
„Das ist aber eine schöne Legende“ sie wollte das Ornament gerade wieder zurücklegen, als eine andere Hand danach griff „Also wenn du es nicht willst, dann kauf ich es“.
Katy grinste uns beiden ins Gesicht „Ich weiß ja nicht, aber ein bisschen Glück kann uns in der derzeitigen Lage sicher nicht schaden“.
Ihre gutgelaunte Ader steckte uns augenblicklich an.
Kaum hatte sie den Stein in ihren Besitz gebracht, geschah jedoch etwas.
Der Schrei einer Frau.
Es waren sämtliche Soldaten des Dorfplatzes die dem augenblicklich nachgingen.
Ebenso ich und die anderen.
Zu Gesicht bekam ich eine Frau die am Boden lag und brüllte „Er hat mich ausgeraubt!“
Waren derartige Zwischenfälle auf Callisto inzwischen tatsächlich Routine? Ich wollte es nicht glauben…
Der Junge der nur langsam zurück wich wirkte verzweifelt „Das ist nicht wahr! Ich habe nichts getan! Das ist diese Bande gewesen! Ich gehöre nicht zu denen. Ich schwöre es!“
Der ängstlich dreinblickende minderjährige war kurzerhand von den Soldaten umstellt.
Erst als ich näher kam bemerkte ich, dass er mir bekannt war.
Der Junge arbeitete an dem Marktstand an dem ich meine Tee-Mischungen kaufte.
Viel war mir nicht über ihn bekannt, außer dass er sich wohl nie etwas zu Schulden kommen lassen hatte und er mehr oder minder widerwillig in den Handelsbetrieb seiner Eltern einstieg.
Er verfiel sichtlich in Panik, als die Soldaten ihn aufforderten mit ihnen zu kommen.
Die Frau wurde indessen von anderen angehörigen versorgt. Sie wirkte vollkommen fertig.
„Nein, das könnt ihr nicht machen! Ich habe nichts getan!“ rief der Junge und trat weiter zurück.
„Auf Verweigerung haben wir Genehmigung zum Angriff“ informierte einer von ihnen.
„Ihr habt was?!“ entfuhr es mir schockiert, doch im selben Moment passierte etwas vollkommen unerwartetes. Ich weitete den Blick.
Aus dem Rücken des Jungen kamen die weißen Flügel zum Vorschein. Die Flügel eines Paladins! „Nein! Mein Leben wird hier nicht enden“
Er hob ab zur Flucht.
„Stopp!“ rief einer der Soldaten nach ihm, als Teiz in ihre Mitte sprang sie abzuhalten, doch sie sich dennoch ebenfalls mit den hellen Schwingen in die Luft erhoben.
„Verdammt, ich brauche einen Drachen und zwar schnell!“ sah ich mich hektisch um, doch auf ein Wunder brauchte ich in der Stadt nicht zu hoffen. Sämtliche Drachen hatten sich nach dem angenehmen Tag wieder in die Berge zurückgezogen.
Ich war vollkommen hilflos… ohne meine Flügel. Ich konnte absolut nichts ohne meine Verwandlung ausrichten.
„Keine Sorge Vara, wir kümmern uns drum“.
Ich drehte mich um und sah in den selbstsicheren Ausdruck meiner besten Freundinnen.
Amaryl, Katy und Alice nickten sich gegenseitig zu „Charmix!“
Als alle drei in ihrer Feen-Gestalt vor mir flogen fühlte ich mich noch nutzloser als jemals zuvor „Das kann ich nicht von euch verlangen“.
Alice flog vor mich und redete mit ihrer beruhigenden Stimme auf mich ein „Wir machen das, weil wir es wollen. Vertrau uns. Genau deswegen sind wir hier, um dich zu unterstützen“.
„Mädels…“ ich wusste nicht was ich sagen sollte.
„Na los, macht schon“ kam hinter mir ein weiterer meiner Gäste und legte mir eine Hand auf die Schulter „Wir kümmern uns hier um ihre Majestät“. Ausgerechnet David.
Jared versicherte indessen an Teiz „Das ist die Mission die wir uns ausgesucht haben“.
Womit hatten wir so gute Freunde verdient?
Ohne weiter zu zögern verschwanden die Feen ebenfalls in die Luft in Richtung der Meute.
Die Soldaten hatten den Paladin bereits eingeholt.
„Na wenn das mal gut geht…“ betete ich beinahe leise.
Erneut David, der tiefenentspannt neben mir nach oben sah „Vertrau ihnen, du bist nicht die Einzige die sich weiter entwickelt hat“.
Er hatte recht.

*

Im Eiltempo schossen die drei Feen zwischen die Soldaten und vor den Jungen, der sich seiner Sackgasse schließlich bewusst war.
Im letzten Moment errichteten sie einen Schild vor dem Gefangenen, bevor die Paladine mit ihren Speeren die Lichtblitze abschossen.
Es waren 5 von ihnen. Einen Kampf sollten sie besser nicht provozieren, schon gar nicht auf Varas Heimatplaneten.
„Das sind Feen!“ rief einer von ihnen überrascht, als sich ihre Blitze lediglich in der Konvergenzwand versenkten.
„Wo kommen die hier? Das sind doch bestimmt seine Komplizen“ kam ein anderer.
„Was sollen wir sein?!“ entfuhr es Amaryl erbost. Diese Paladine waren wirklich so uneinsichtig.
„Wer seit ihr?“ fragte der Junge indessen hinter ihnen. Mit Hilfe schien er nicht mehr gerechnet zu haben.
„Wir sind Freundinnen von Prinzessin Varanda“ erklärte Alice schnell „Sie ist nicht so ganz damit einverstanden was hier vor sich geht“.
„Von der Prinzessin? Aber wieso?“ der Junge klang ratlos, als würde er selbst glauben diese Rettung nicht zu verdienen.
Die Soldaten versuchten indessen einen erneuten Angriff, doch die Konvergenzzauber der Mädchen waren inzwischen um einiges Stärker als in den Anfängen der Ausbildung.
„Na wartet! Wir schießen uns den Weg frei! Männer!“
Je länger diese Angriffe anhielten umso schwieriger fiel es den Feen.
„Mädels? Habt ihr eine Idee?“ fragte Amaryl schließlich, als auch sie begriff, dass es so nicht ewig weitergehen konnte.
„Hey, du da! Flieg da nicht nur so rum, hilf uns irgendwie“ forderte Katy den Jungen auf, der noch immer in seiner Starre saß.
„I-ich kann nicht…“ entfuhr es diesem lediglich und machte sich bereit wieder abzuhauen, doch Katy brüllte „Du bewegst dich keinen Zentimeter! Wir wollen dich retten, aber das geht nicht wenn du ihnen noch mehr Grund gibst dich zu jagen! Ich bin sicher wir können das irgendwie aufklären, aber du musst uns die Chance dazu geben“.
„Ihr lügt doch! Keiner würde mir glauben“ entfuhr es dem Paladin weiter verzweifelt „Aber ich habe der Frau nichts getan. Ich schwöre es“.
„Das ist doch gut“ stimmte die Tier-Fee zu „Und ich weiß, dass Vara und Teiz das genauso sehen. Sie werden dir da raus helfen! Aber vorher musst du uns helfen“.
Sowohl Amaryl, als auch Alice waren durchaus von der einfühlsamen Ader ihrer Freundin überrascht. Noch nie zuvor hatten sie Katy so diplomatisch reden hören.
Zwar immer mit einem Grinsen auf den Lippen konnte sie sich in der Regel so gut in andere Leute hineinversetzen wie ein Stück Holz.
Und es funktionierte. Der Junge rang zwar mit sich selbst und überlegte angestrengt, flog jedoch zu ihnen „Ich hab eine Idee. Löst den Schild“.
„Was? Aber dann werden wir gegrillt“ erwiderte Amaryl.
„Vertraut ihm. Ich glaube er weiß was er tut“ nickte Katy ihren Freundinnen zu.
Alice atmete tief durch „Na gut, hoffentlich geht das nicht schief“.
Der Junge bündelte indessen einen Zauber „Jetzt!“.
Im selben Moment verschwand der Schild und alle drei glaubten für den Augenblick, dass sie nun geliefert wären, doch es geschah nichts.
Stattdessen flogen plötzlich Federn in der Luft.
Die Soldaten vor ihnen pausierten und schlossen einer nach dem anderen die Augen.
„Ich glaubs nicht“ entfuhr es Amaryl, als sie feststellte, dass sie alle eingeschlafen waren.
Der Junge, der sich mit einem weiteren Zauber darum kümmerte, dass keiner der 5 Soldaten abstürzte, erhielt sofort von Katy Unterstützung.
Auch die Eis- und Sternenstaubfeen kamen ihnen zur Hilfe.
Zusammen brachten sie allesamt wohlbehalten und schlafend auf den Boden des Marktes zurück.
Die Spezialisten und ihre Freundin warteten bereits auf sie.
Auch Cinder und Ilias waren inzwischen zurückgekommen und betrachteten mit Staunen das Spektakel.
In den Augen von Teiz und Vara war blankes Staunen zu erkennen.
Die Kronprinzessin war es schließlich, die vor trat „Wie ist dein Name?“.
Der Junge, der sich erschrocken ihren Hoheiten gegenüber sah fiel sofort ehrerbietend auf die Knie, worauf seine Engelsflügel verschwanden „Finn heiße ich… meine Prinzessin“.
„Finn…“ sprach sie den Namen aus „Ich möchte, dass du mich ins Schloss begleitest“.
„Vara…“ wollte Alice eingreifen, doch die anderen beiden Feen hielten sie zurück.
Der Junge weitete die Augen „I-ich schwöre Euch… ich habe nicht…“.
„Du hast unfassbar viel Talent“ unterbrach Varanda ihn und schloss die Augen „Ich möchte dich zum Paladin ausbilden“.
Die Feen freuten sich diese Worte zu hören, nur Finn selbst erstarrte abermals „M-mich?“.
Erst als er diese Information einen Moment sacken ließ blinzelte er ein paar Mal und erhob sich „Wirklich?“.
„Wir brauchen junge Krieger wie dich. Callisto braucht sie und ich habe selten einen ungelernten, so talentierten Paladin gesehen“ erklärte sie, worauf Teiz zu ihr vor trat „Das sehe ich auch so und darum möchte ich deine Ausbildung persönlich übernehmen“.
Davon war selbst Vara überrascht, akzeptierte es jedoch mit einem Seitenblick und richtete sich wieder an Finn „Was sagst du?“.
Dieser brach beinahe in Tränen aus „Das war immer mein Traum… irgendwann in der königlichen Garde zu dienen“.
Varanda nickte zufrieden „Dann ist das beschlossene Sache“.
Dann wendete sie sich an ihre Freundinnen „Ich danke euch“.
„Es war wohl mehr Glück, dass mir ein Mal im Leben die richtigen Worte eingefallen sind“ grinste Katy verlegen.
„Vielleicht liegt es ja an dem Glücksbringer“ lachte Amaryl.
Einmal mehr hatten sie sich gegenseitig bewiesen immer auf die anderen zählen zu können.

*

Palladium, der nichts von all der Aufregung mitbekam trat mit seiner Mixtur in Athmos Labor zurück. Mit dem bisherigen Verlauf der Behandlung war er alles andere als zufrieden.
Tine schlug kaum auf die Mittel an. Sie stabilisierten ihren Zustand lediglich, halfen ihr aber nicht über die Krankheit hinweg. Er konnte sich das nicht erklären…
Sich einen professionellen Rat einzuholen wollte er mit dem Hofpriester sprechen, bevor er es Teiz oder jemand anderem mitteilte.
Er klopfte vorsichtig und trat ein „Athmos?“.
Keine Antwort. Das Labor sah verlassen aus. Kein Topf brodelte und kein Geräusch war zu hören. Keine entzündete Kerze, beinahe vollkommene Dunkelheit. So hatte er die Gewölbe noch nicht gesehen. Beinahe unheimlich.
„Hallo?“ fragte er erneut und trat um eines der Bücherregale herum die sich teilweise auch einfach mitten im Raum des Gewölbekellers befanden.
Erst dann hörte er ein dumpfes Krachen „Autsch!“.
Palladium zog eine Augenbraue nach oben. War das gerade eine weibliche Stimme gewesen?
Unterhalb einer der massivhölzernen Arbeitsflächen entdeckte er sie schließlich hervor krakseln.
Sie rieb sich den Kopf und blickte ihn wie ertappt an. Ihr feuerrotes Haar war nicht einmal schulterlang und sie trug ein schräges Pony über dem rechten Auge.
Grasgrüne Augen. Alles in allem war sie eine mittelgroße, doch zierliche und gut durchtrainierte Gestalt.
„Hallo, ich war eigentlich auf der Suche nach Athmos. Gehören Sie zum Schloss?“ bisher hatte er diese Frau noch nie gesehen, jedoch auch kein Wunder so selten wie er diesen Trakt verließ.
„Mehr oder weniger“ belächelte diese und versteckte fast ein Buch hinter ihrem Rücken „Ich bin Nora, Athmos Schülerin. Er ist gerade nicht da, aber vielleicht kann ich Ihnen ja helfen“.
„Oh, ähm… danke, aber dann werde ich warten bis er wieder kommt. Ich bin übrigens Palladium“.
„Ich weiß“ entgegnete Nora schnell und sammelte ein paar Bücher auf der Ablage zusammen die sie wohl durchforstet haben musste „Ich hab Sie auf dem Fest gesehen. Ein Freund der Prinzessin, richtig?“.
„Ja…“ entgegnete Palladium etwas überrumpelt „Wer nicht von Callisto kommt fällt wohl schnell auf“.
„Ziemlich“ lächelte Nora und schnappte sich ein paar Zutaten von dem oben hängenden Regal „Ich habe mir sagen lassen, dass Sie Alchemist sind?“
„Richtig, ich helfe Prinzessin Tine bei ihrer Genesung, aber die Medizin schlägt nicht an wie erwartet…“ sprach er es schließlich doch aus „Ich hatte gehofft Athmos könnte mir einen Rat dazu geben“.
Nora verarbeitete ein paar Lorbeerblätter und Nachtschattenriegel, ehe sie nach dem Dunkelwurz griff. Eine eigenartige Kombination „Wofür ist das?“ fragte er also.
„Ach, wir haben ein paar Rattenprobleme bei den Ställen. Ein Stallbursche hat mich um ein Gift gebeten“
„Verstehe…“ entgegnete er lediglich und drehte sich bereits um zu gehen „Dann wünsche ich gutes Gelingen dabei“.
„Oh, Palladium“ sprach sie ihn noch einmal an „Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie Athmos nicht verraten würden, dass ich hier war. Er mag es nicht sonderlich, wenn ich sein Labor ohne Aufsicht nutze. Könnte das also unter uns bleiben“.
Der Professor musste schmunzeln. Das erklärte ihm auch die abgedunkelte Atmosphäre. Sonst war er immer derjenige vor dem sich die Schülerinnen verstecken mussten „Dann solltest du nächstes Mal besser aufpassen und stell nichts an“.
„Versprochen“ grinste Nora.
Ein nettes Mädchen, wenn ihn doch ein ungutes Gefühl beschlich sie in dem Labor mit seinem Wissen ganz allein zu lassen, doch als Athmos Schülerin würde das schon in Ordnung gehen.




Ein neuer Freitag, ein neues Kapitel, wenn es auch nicht so lang ist wie sonst. Ich hoffe du kannst mir das verzeihen ^^ Mit diesen Szenen wollte ich daran erinnern, dass Vara ja noch immer ohne magische Verwandlung dasteht und sich erstmals wirklich hilflos fühlt, bzw. tatenlos daneben stehen muss, während ihre Freundinnen das  Problem übernehmen. Ebenfalls sollte damit die Vertrauensbasis zwischen ihr und Teiz zu den Freunden wachsen. Korrigiere mich bitte, falls es für dich nicht so ganz rüber kam, dann erläutere ich das in Zukunft noch präziser. Palladium macht indessen eine neue Bekanntschaft. Die gute Nora, die mit dem weiteren Verlauf keine ganz unwichtige Rolle einnehmen wird ^^.

Ich wünsche wie immer ein schönes und ruhiges Wochenende.

LG Seilix
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