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Fee der magischen Energie

von Seilix
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Palladium
18.08.2017
23.02.2021
94
415.867
42
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Dieses Kapitel
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10.06.2020 4.138
 
„Und ihr müsst uns wirklich schon verlassen?“ erfragte der Herrscher des Planeten, der noch immer beinahe bittend meine Hand hielt, wobei diese Geste eigentlich als Abschiedsgruß dienen sollte.
„Ja, es tut uns wirklich leid“ entschuldigte ich mich schnell „Wir hätten gerne mehr getan, jedoch ist es mir nicht möglich die Sonne über diesem Planeten zurück zu bringen und die Bewohner auf anderen Planeten die von Valtor übernommen wurden werden ebenfalls unsere Hilfe benötigen“.
Über die vergangene Zeit auf diesem Planeten war es mir nicht mehr gelungen die Engelsflügel herauf zu beschwören.
Meine Kräfte und das Wissen darüber reichten noch immer nicht aus um zu wissen was ich dafür tun musste und bislang war mir auch noch niemand begegnet der es mich hätte lehren können.
„Das verstehe ich natürlich“ mit diesen letzten Worten ließ er meine Hand endlich los, sodass ich in Richtung des Shuttles die Rampe hinaufsteigen konnte, während ich ihm und seinem halben Volk, die uns alle verabschiedeten noch einmal zuwinken konnte.
Am liebsten hätten sie uns wirklich dort behalten.
„Ihr seid jederzeit herzlich auf Oppositus willkommen!“ waren die letzten Worte die ich vernahm, als Teiz die Rampe endlich schloss.
Er startete bereits die Triebwerke, während ich mir meinen Weg durch das Schiff zu ihm ins Cockpit bahnte.
„Endlich“ seufzte ich und ließ mich auf den Stuhl neben ihm fallen.
„Die wollten dich nicht gehen lassen, was?“ entgegnete Teiz in sein Mischpult vertieft.
„Sie klammern sich an die Hoffnung auf Schutz“ meinte ich jedoch und blickte über die Kameras noch einmal auf die Bewohner Oppositus herab.
Mittlerweile gewannen wir an Höhe um aus der Planetenanziehungskraft zu verschwinden.
Nachdem wir das geschafft hatten gab Teiz die neuen Koordinaten ein „Als nächstes Espero?“.
Ich nickte lediglich „Wir haben noch einiges vor uns. Andros… Lichtfels…“.
Teiz seufzte „Wir sind bereits einen Monat unterwegs... und es kommt mir vor als seien es nur Tage“.
Ich sah ihn an „Du weißt, du musst das nicht tun. Du könntest jetzt zurück nach Magix fliegen“.
„Das könntest du auch“ er begegnete meinem Blick „Aber du wirst es nicht tun und ich genauso wenig“.
Da hatte er vollkommen recht.
„Vermisst du sie nicht?“ fragte ich „Amaryl? Die Jungs? Deine Schüler?“.
Er schnaubte belustigt und setzte den Kurs an „Natürlich tu ich das. Aber die kleine, nervige Prinzessin mit dem verwöhnten Drachen an meiner Seite würde ich mehr vermissen. Außerdem weiß ich, dass du mich brauchst auch wenn du es nicht zugeben willst“.
Er zwinkerte mir grinsend zu, worauf ich nur lächelnd den Kopf schütteln konnte.
„Und du?“.
Kurz war ich überrascht diese Gegenfrage zu hören „Schon…“.
„Aber?“ hakte Teiz nach und lenkte uns quer durch die Dimension.
„Wahrscheinlich nicht genug…“ antwortete ich und hatte das Gefühl für diese Worte sogleich in die Hölle zu fallen.
Schuldgefühle schlugen in mir auf, dass ich so dachte.
„Mach dir keine Sorgen“ beruhigte Teiz diese Gefühlswelle jedoch sofort „Das wird bald noch kommen, glaub mir“.

*

„Schnell! Hier entlang!“ rief Amaryl und rannte voraus.
„Weißt du überhaupt wohin wir laufen?“ beschwerte sich Katy, die bereits schweratmend nach Luft rang.
„Hauptsache weg von hier! Wir müssen irgendwie einen Weg nach draußen finden!“ entgegnete diese und bog um die nächste Ecke.
Erschrocken stoppte sie jedoch und weitete die Augen „Oh nein!“.
Vor ihnen erhob sich eine Feuerwand die weiter auf sie zu loderte.
„Das Feuer hat sich bereits bis hierher ausgeweitet!“ rief Mirta panisch.
Alice hingegen hielt Glimm fest in ihrem Arm als hätte sie Angst das Elfenkind zu verlieren „Was machen wir jetzt?!“.
„Zurück!“ antwortete Amaryl und rannte den Gang mit ihren Freundinnen entlang bis zur nächsten Abzweigung in die sie einbogen.
Aus der Richtung aus der sie kamen hatte dieses unlöschbare Feuer bereits den gesamten Wohntrakt in Flammen gesetzt und breitete sich weiter rasend schnell aus.
„Wir müssen hier irgendwie raus kommen!“ brüllte Amaryl ihren Freundinnen zu.
Sie kamen an einer Fensterfront des Ganges entlang aus dem die Sternenstaub-Fee einen Blick hinaus riskierte.
Sie erschrak fürchterlich, wagte es jedoch nicht stehen zu bleiben, sondern wandte die Augen augenblicklich wieder ab.
Der gesamte Dunkelwald um Alfea herum stand in Flammen und sie konnten rein gar nichts dagegen tun.
Alice hatte versucht das Feuer mit ihren Eiskräften zu erfrieren, doch es hatte nichts genützt.
Das Höllenfeuer trotzte einer jeden Magie.
Inzwischen war sie sich sicher, dass das Valtors Werk sein musste.
Die Winx hatten ihn nach der letzten Begegnung mit den Wassersternen in die Enge getrieben und Psychopaten in der Enge wurden unberechenbar.
Plötzlich fingen auch die Wände Feuer und erneut blickte Amaryl einer Sackgasse entgegen.
Die Mädchen hinter ihr begannen zu kreischen.
Sie konnten doch jetzt nicht bei lebendigem Leib verbrennen.
Irgendwie mussten sie doch hier raus kommen.
„Mädchen! Hier entlang!“ rief ihnen plötzlich jemand zu, als sich die Feuerwand vor ihnen öffnete.
Hektisch sahen sie Avalon auf der anderen Seite winken.
Keine von ihnen wartete auch nur eine Sekunde länger.
Sie sprinteten gemeinsam durch den geöffneten Durchgang und sahen weitere Feen, zusammen mit Professor Palladium und Wizgiz auf der anderen Seite stehen.
Der Elf versuchte die in Panik geratenen Feen zu beruhigen, während Avalon die Feuerwand für die abgeschotteten Feen durchbrochen hatte.
Unter ihnen entdeckte Amaryl auch Francis, Pricilla und Galatea, Feen aus ihrem Jahrgang.
„Hier entlang Feen!“ gab Palladium schließlich die Anweisung und lief schnell voraus.
„Wo sind die anderen Professoren und Direktorin Pharagonda?“ hörte sie Katy Professor Avalon fragen, während sie weiter rannten.
„Wir haben uns aufgeteilt um alle Schülerinnen zu finden und in Sicherheit zu bringen, allerdings sieht es im Moment nicht gut aus…“ seine Stimme war ernst und schnell.
„Das ist Valtor, nicht wahr?“ fügte die Sternenstaub-Fee hinzu.
„Er hat einen mächtigen Zauber auf Magix losgelassen“ bestätigte Palladium ihren Verdacht „Wolkenturm versinkt derzeit in Wassermassen, die rote Fontäne wird von Tornados zerrissen und Magix ist einem Erdbeben ausgesetzt…“.
„…und wir sollen lebendig verbrennen?!“ entfuhr es Galatea „Ich will so nicht sterben!“.
„Und das werden wir nicht!“ schlug der Elf ihr diesen Gedanken sofort aus dem Kopf.
Doch Amaryl wusste, dass er das nicht garantieren konnte „Und wer unternimmt etwas dagegen?“.
„Die Winx!“ beantwortete Wizgiz ihr die Frage, der mit seinen kurzen Beinen den Feen kaum hinterher kam „Sie sind dabei Valtor aufzuspüren“.
„Hoffentlich schaffen sie es rechtzeitig“ betete Alice beinahe.
Amaryl schluckte. Dem konnte sie nur zustimmen, doch lediglich ein paar Feen, ihren Mitschülerinnen genaugenommen, all das zu überlassen… dem war sie sich nicht so wohl.
Sie liefen weiter, so schnell wie möglich weiter im Schulgebäude hinauf.
Auf dem Weg sammelten sie weitere Schülerinnen ein und erreichten die Tür zur Dachterrasse.
Die Mädchen blickten vom Gebäude hinab.
Jeder von ihnen stockte der Atem. Alfea verschwand in einem Flammenmeer.
Der Vorplatz, das Haupthaus und der Schultrakt loderten lichterloh.
Genauso der Internatstrakt auf dem sie sich befanden.
„Und jetzt?“ rief eine Schülerin aus der Menge und Alice begann zu kreischen „Wir sitzen fest! Wir kommen hier nicht weg!“.
Glimm war die Angst ins Gesicht geschrieben.
Sie zitterte unaufhörlich.
„Bewahrt die Ruhe!“ wiederholte Palladium einmal mehr und begann mit den anderen Professoren bereits einen Zauber zu wirken.
Das Feuer kam immer näher, daher schafften sie einen Schutzschild.
Jetzt galt es nur noch auszuharren und zu hoffen, dass sie dem Druck standhalten konnten.
Dem Professor stand der Schweiß auf der Stirn und auch in ihm wuchs mit jeder weiteren Minute die verstrich, die Unruhe.
Würden sie hier noch einmal leben heraus kommen…
Doch nach einer gefühlten Ewigkeit passierte es.
Unvorbereitet und überraschend traf die Gruppe eine Welle positiver Energie.
So stark, dass es sämtliche Magie außer Kraft setzte.
Der Schutzschild versagte, jedoch zeitgleich auch die Flammen.
In Sekundenschnelle verpufften sie so schnell wie sie gekommen waren.
Der eigenen Stimme beraubt blickte Palladium um sich.
Zunächst wollte keinem von ihnen auch nur ein Wort entweichen, zu groß war die vorige Anspannung gewesen und die Furcht, dass es vielleicht nur ein Trick sein konnte.
Die erste Fee begann vor Freude zu jubeln, ebenso wie die nächste.
Eine jede Schülerin stimmte schließlich mit ein, bis sich auch die Professoren langsam von ihrer Anspannung lösten.
Von hinten legte Avalon seinem Kollegen erleichtert eine Hand auf die Schultern, ehe sich die beiden überschwänglich umarmten.
Gott sei Dank, es war vorbei.
Ihre Schülerinnen, die Winx, hatten das unmögliche möglich gemacht.

*

„Wir sind im Anflug auf Espero. In 30 Sekunden erreichen wir die Umlaufbahn, mach dich bereit“ warnte mich Teiz wie immer, wenn wir kurz davor waren die Anziehungskraft eines Planeten zu kreuzen.
„Dann mal los“ gab ich das Startsignal und beobachtete das System, während die Sekunden runter zählten.

3
2
1

Plötzlich tat es einen unerwarteten Schlag.
Es riss mich halb vom Stuhl, während ein von mir zuvor noch nie gesehenes Rotlicht einsetzte.
Zudem ertönte vom Armaturenbrett eine warnende Sirene.
Nur kurz nahm ich die schnell schwindenden Partikel von Magie wahr.
„Was ist passiert?“ entfuhr es mir, während ich mich wieder aufrappelte.
Teiz, der sofort versuchte das Steuer auf Höhe zu halten, sah so ratlos aus wie ich „Es ist als hätte uns etwas gestreift, aber hier ist nichts! Die Systeme spielen verrückt“.
„Hast du den Schlag gespürt?“ erkundigte ich mich panisch und starrte nach draußen.
„Das war eine Energiewelle, anders kann ich es mir nicht erklären. Verdammt! Ich kriege das Schiff nicht mehr hoch, festhalten!“ brüllte er durch die Sirene hindurch.
Wir stürzten unweigerlich in Richtung des Planeten.
Ich spürte die Reibungshitze der Atmosphäre und versuchte verzweifelt irgendetwas zu erwischen um mich festzuhalten.
Das Schiff wurde durchgerüttelt und erneut verlor ich den Halt und fiel zu Boden.
Was Teiz tat nahm ich nicht wahr, während ich mich irgendwie versuchte in Sicherheit zu bringen, jedoch seitlich über den Boden rutschte und gegen den nächsten Gegenstand prallte.
Vor Schmerz hielt ich mir den Kopf, als mir erschrocken einfiel „Daro!!!“.
Der Spezialist bekam meinen Ausruf nicht einmal mit.
Und wie immer tat ich wohl das dümmste was ich hätte tun können.
Ich robbte mich in der verrücktspielenden Todesfalle zum Durchgang vor, als es erneut einen Schlag tat und ich wieder nach vorne gerissen wurde.
Ich prallte gegen hartes Metall. Es schnürte mir die Luft ab.
Am liebsten wollte ich einfach liegen bleiben, doch mein eiserner Wille sträubte sich dagegen, also biss ich die Zähne zusammen und rappelte mich im selben Moment wieder auf.
Ich erreichte das Pad des verriegelten Tores zur Ladeluke.
Auch hier leuchtete alles rot auf und der ohrenbetäubende Alarm drang bis in meine angespannten Nerven durch.
Ich schlug lediglich meine Hand darauf, worauf sich das Tor öffnete und ich hinein stolperte.
Unerwartet stellte ich fest, wie enorm mich ein Luftstrom direkt ins Innere zog.
Aus Reflex stellte ich meine Füße quer um nicht den Halt zu verlieren und schützte meine Augen vor den enormen Windeinflüssen.
Ich vernahm Daros lautes, beinahe herzzerreißendes Geschrei.
Ich stolperte weitere Schritte vor. Ich konnte mich nicht mehr halten und griff nach einem Metallgriff an der Wand hinter mir.
Als ich mich traute die Augen zu öffnen erkannte ich auch weshalb ich es kaum schaffte mich zu halten.
Die Ladeluke war wie zertrümmert und sperrangelweit geöffnet. Das Tor fehlte völlig. Sämtliche Vorräte hatten sich verflüchtigt und ich stand in gähnender Leere.
Lediglich Daro quetschte sich mit seinem massigen Körper in die hinterste Ecke nicht auch von dem enormen Druck hinaus gezogen zu werden.
Er schrie unerbittlich in meine Richtung.
„Alles ist gut!“ brüllte ich gegen die Böen an und schüttelte gleichzeitig entnervt von mir selbst den Kopf. Jedes halbwegs intelligente Tier kapierte auf Anhieb, dass absolut gar nichts gut war.
Ich sah wie er seine Krallen in den Stahlboden gerammt hatte und auch die Kratzspuren die mir deutlich zeigten, dass der Drache langsam den Halt verlor.
Ich musste mir etwas einfallen lassen und zwar schnell.
Sollte ich mich verwandeln? Doch mit meinen Flügeln würde es mich in weniger als einer Sekunde sofort hinaus befördern.
Ohne meine Feen-Gestalt waren meine Zauber allerdings nicht stark genug.
Ich riss den Blick im Raum umher. Nichts was mir helfen könnte, bis auf…
Ich streckte mich und erreichte das Seil um Haaresbreite ohne meinen sicheren Anker von Wand los zu lassen.
Es war an einem selben Griff an der Wand wie meinem hängen geblieben.
Meine linke Hand brannte, während ich mich zusammenriss ja nicht los zu lassen und zugleich mit der anderen das Seil irgendwie entheddern musste.
Daro brüllte weiter um sein Leben und ich war kurz davor in eine panische Verzweiflung zu fallen.
Komm schon! Komm schon! Bitte! Betete ich innerlich und zog erneut daran.
Wieder nichts! Verdammt!
Weiteres Gebrüll.
Plötzlich rutschte mein rechter Fuß zur Seite.
Es riss mich zu Boden, doch meine linke Hand hatte sich so an meiner Boje verkrampft, dass ich nicht losließ.
Stattdessen hatte ich endlich das Seil in der Hand.
Ohne lange zu warten knotete ich es um den Griff, sowie das andere Ende um mein Handgelenk.
Ich atmete tief ein und lief los, jedoch ein wenig zu positiv gestimmt.
In wenigen Schritten riss es mich wieder zu Boden und ohne meinen halt rutschte ich weiter den Tiefen des Planeten entgegen.
Es zog mich aus der Luke hinaus bis zum Rand. Das Seil war kerzengerade gestreckt und ich klammerte mich nur so daran. Ich war eben doch eine Fee und keine Spezialistin.
Daro hatte den Hals in meine Richtung gewendet und schien zu versuchen mich zu erreichen, doch wir waren gefühlt Meilenweit voneinander entfernt.
Er brüllte weiter und sein Geschrei erschien mir mit der Zeit schlimmer als die Alarmsirene die mir nur so in den Ohren brannte. Als hätte irgendjemand noch nicht bemerkt, dass wir in rasender Geschwindigkeit einem Absturz näher kamen oder ja nicht vergaßen: Ach übrigens, das Schiff ist immer noch am Arsch. Herzlichen Dank an den Erbauer dieser Erfindung.
Dem Abgrund in Zentimeternähe zog ich mich an dem Seil wieder hoch und trat mühevoll mit inzwischen vor Anstrengung zittrigen Beinen und kleinen Schritten in Daros Richtung.
Ich streckte den Arm nach meinem Drachen aus und erreichte schließlich sein Horn an dem ich mich weiter hinauf ziehen konnte.
„Keine Angst! Ich werde dich auch mit dem Seil verbinden, dann sind wir außer Gefahr bis wir…“.
Weiter kam ich mit meinem Satz nicht.
Ohne Vorwarnung gab mein haltender Anker nach und ich prallte mit dem Kopf auf etwas bevor ich in dunkle Schwärze fiel.

*

Inzwischen war es tiefste Nacht.
Die Glühwürmchen tanzten in Alfeas Hof und eine jede Fee und Elfe genoss die endlich eingekehrte Ruhe.
Die Mädchen saßen gemeinsam im Rasen.
Keine von ihnen wollte bislang ins Bett gehen und so ging das auch einigen anderen.
Einige Feen hatten aus Freude bereits eine kleine Party veranstaltet in der die Winx mitten drin saßen, zumindest die meisten. Tecna und Timmy hatten sich bereits früher verzogen und Bloom war nirgends zu sehen.
Die Professoren schienen das bunte Treiben durch Beobachtung zu kontrollieren.
Alice und Mirta saßen mit Glimm nebeneinander im Gras und spielten mit der kleinen Elfe.
Katy lag entspannt daneben und genoss die Abendbriese und Amaryl beobachtete aufmerksam ihre Umgebung.
Es war alles wieder so normal wie immer.
Kaum einen Tag war es her, dass diese Bedrohung mit dem Namen Valtor besiegt worden war und es kam selbst der Sternenstaub-Fee wie Wochen vor.
Sie ließ den Blick weiter umher schweifen, bis sie Stella entdeckte.
Aus Gewohnheit verschärfte sich ihr Blick obwohl es dafür keinen Grund gab.
Zwar gefiel ihr dieses aufgeblasene „Schaut her! Es geht alles um mich“ Getue noch immer nicht, doch immerhin ließ sie Amaryl damit in Ruhe und belästigte andere.
Und doch hatte es diese Fee inzwischen weit gebracht wie sie sich eingestehen musste.
Stella war eine Enchantix und hatte ebenfalls ihren Teil zur Rettung des Universums beigetragen.
Amaryl seufzte.
Das Schuljahr war beinahe vorüber und sie selbst war noch immer auf dem Stand einer gewöhnlichen Fee. Zwar hatte sie ihr Charmix, doch das Enchantix zu erreichen… Sie wusste nicht einmal wo sie damit anfangen sollte.
Sie hatte sich wohl oder übel bereits damit angefreundet ein weiteres Schuljahr in Alfea unterrichtet zu werden.
Immerhin würde sie dieses Zusatzjahr mit ihren Freundinnen bestreiten, denn hatte keine von Ihnen bislang den Status der Schutzfee erreicht.
Immerhin das beruhigte sie ein wenig.
Kaum einer Fee war es in diesem Jahr gelungen ihren Abschlussstatus zu erreichen.
Amaryl ließ sich ins Gras fallen „Und ein weiteres Jahr voller Strapazen und Gefahren geht bald zu Ende“.
Um sie herum vernahm sie Gelächter und Katy „Dasselbe habe ich auch gerade gedacht“.
„Nächstes Jahr müssen wir ranklotzen“ kam es von Alice „Dann ist vorbei mit Faullenzen und Schulstunden schwänzen“.
„Ist das dein Ernst?“ Katy rollte sich auf den Bauch um sie genau anzusehen „Du kannst ja nächstes Mal sitzen bleiben, wenn die Trix unsere Schule überfallen oder alles abbrennt, aber ich werde dann nach wie vor um mein Leben laufen“.
Erneut brachen alle in Gelächter aus.
Amaryl starrte in die Sterne und legte die Arme hinter den Kopf.
Ein weiteres aufregendes Jahr lag vor ihnen.

*

Pharagonda saß an ihrem Schreibtisch und tippte mit den Fingernägeln auf dem Holz ihres massiven Schreibtisches.
Sie drehte sich zum Fenster und betrachtete ihr Spiegelbild in der Scheibe, dass die helle Lampe in der Dunkelheit der Nacht darauf warf.
Ihre angespannte Nervosität war ihr klar anzusehen.
Griselda öffnete die Tür zum Büro „Direktorin Pharagonda, kommen Sie zur Besprechung?“ erinnerte ihre Konrektorin.
Zunächst antwortete sie ihr nicht, sodass Griselda ganz eintrat „Direktorin Pharagonda, ist etwas nicht in Ordnung?“.
Die Direktorin drehte sich besorgten Blickes zu ihr um „Ich kann die Krähe nicht erreichen“.
Griselda weitete die Augen „Wie bitte? Weshalb?“.
„Ich weiß es nicht… ich wollte ihnen die frohe Nachricht übermitteln, doch… es ist als würde die Krähe nicht existieren… es gibt keinen Verbindungsaufbau mehr“.
Die Hausdame rückte sich räuspernd die Brille zurecht „Vielleicht gibt es ja nur ein paar technische Probleme. Ich bin sicher sie werden sich melden. Professor Wizgiz soll einen Blick auf den Transmitter werfen“.
Pharagonda nickte. Vielleicht wurde sie mit den ganzen unheilvollen Nachrichten in letzter Zeit auch einfach nur paranoid.
„Sie haben recht“ die Direktorin erhob sich, sich auf den Weg zur Konferenz mit ihren werten Kollegen zu machen.

*

Teiz griff nach dem Ast über sich und zog sich mühevoll hinauf.
Er setzte sich auf das runde Holz und robbte sich weiter nach vorne.
Auf Höhe der Liane zog er schließlich sein Messer und beugte sich hinunter.
Er begann daran einzuschneiden und durch das starke Grün zu sägen.
Nur noch ein bisschen… Als er die entscheidende Sehne durchtrennte fiel die metallene Krähe laut krachend zu Boden.
Teiz verschnaufte und blickte nach oben. Er war nur wenige Äste von der Baumkrone entfernt.
Zwar war er kein Affe und auch kein gelernter Kletterer, doch Not machte erfinderisch.
Am obersten Ast angekommen war er jedoch nicht schlauer als zuvor.
Vor ihm erstreckten sich Kilometer weit nur Wald. Ein riesiger Jungle in den er mit seinem Schiff hinein gekracht war.
Gerade noch konnte er das schlimmste verhindern, war die Krähe dennoch ein einziger Schrotthaufen.
Um sich des Ausmaßes des Schadens eher bewusst zu werden, schwang er sich wieder auf den Waldboden hinab.
Bereits das schlimmste erahnend trat er in das beinahe völlig zerstörte Metallwrack hinein.
Schon auf den ersten Blick des Schaltkastens wusste er, die gesamte Elektronik war hin.
Beinahe wie zu einer einzigen Masse verschmolzen wusste er, dass nicht einmal Timmy das wieder hinbekommen würde, geschweige denn er selbst.
Das Armaturenbrett reagierte keine Sekunde mehr und selbst der Transmitter war vollkommen hinüber. Alles was die Krähe noch zu bieten hatte war ein Dach vor Regen und Sturm über dem Kopf.
Teiz ließ sich vollkommen überfordert zu Boden sinken.
Gegen eine der verbeulten Wände gelehnt vergrub er sein schweißgebadetes Gesicht in Händen und atmete tief aus.
Er wusste nicht einmal wo er anfangen sollte.
Es war beinahe ein Wunder, dass er noch am Leben war.
Wäre das ein direkter Aufprall gewesen hätte sein letztes Stündlein geschlagen.
Es war reines Glück, dass sich das Schiff in einem Jungle nieder gebracht und dann auch noch in den Lianen verfangen hatte.
Er hatte weder Proviant an Bord, noch eine Ahnung wo auf diesem verfluchten Planeten er sich befand. Er wusste lediglich, dass es noch immer Espero sein musste.
Und das schlimmste von allem… er hatte Varanda und Daro bei dem Absturz verloren.
Ihm war erst aufgefallen, dass die Prinzessin fehlte, nachdem die Krähe bereits in den Baumgipfeln hing und er zitternd die Hände vom Steuerknüppel genommen hatte.
Er war so konzentriert die Krähe irgendwie zu steuern, dass er alles andere um sich herum ausgeblendet hatte.
Erst als er zur Ladeluke gekommen war, hatte er das klaffende Loch gesehen, sowie den luftleeren Raum.
Während des Absturzes war absolut alles, Daro und Varanda mit eingeschlossen, hinausgesogen worden.
Die beiden konnten überall auf diesem Planeten sein, wenn sie überhaupt noch lebten.
Sofort schüttelte er diesen Gedanken wieder ab.
Vara war schlau und Daro würde auf sie achtgeben. Natürlich lebten sie noch!
Wie könnte er auch nur eine Sekunde daran zweifeln.
Sie waren zusammen. Das musste er sich einfach einreden um die Sorge und Panik ihn nicht übermannen zu lassen.
Viel eher sollte er sich Sorgen um sich selbst machen. In weniger als 48 Stunden würde er verdursten, wenn er sich nicht langsam auf bewegte Wasser und Nahrung zu suchen.
Na los, das war nicht die erste Überlebensprüfung die er bestehen musste.
In der Roten-Fontäne war er auf sämtliche Ausnahme-Situationen vorbereitet worden.
Eine Woche auf sich alleingestellt im Dunkelwald zu überleben, hatte zu seiner Abschlussprüfung gehört um unterrichten zu dürfen.
Er war ein Überlebenskünstler und wenn er das wieder unter Beweis stellen musste, dann sollte es so sein.
Er war Teiz von Callisto, vom König selbst ausgebildeter Schutzherr, Professor an der roten Fontäne und Drachenbändiger, sowie Kampfkünstler.
Er raffte sich auf und verließ sein sicheres Versteck.
Zunächst konzentrierte er sich auf sein Gehör. Was nahm er wahr?
Vögel… Raschelnde Blätter im Wind… das Summen von Bienen, doch keine Gefahr und noch etwas… leises Rauschen. Es war Wasser in der Nähe.
Nach dem lauten Absturz hatten sich die meisten Tiere in der Umgebung verflüchtigt.
Durch einige zerstörte Bäume und die klare Spur der Baumkronen durch die das Schiff herab gestürzt war konnte er genau erkennen aus welcher Richtung er gekommen war.
Die Krähe hatte eine regelrechte Verwüstung zurück gelassen.
Langsam trat er in diese Richtung.
Durch das Unterholz bahnte er sich seinen Weg, bis er bemerkte dass das Rauschen näher kam.
Teiz wurde schnell klar, dass es sich um etwas größeres als nur einen kleinen Bach handeln musste.
Er ließ den Blick um sich schweifen.
Es gab doch so viele wunderschöne Orte in diesem Universum die ihnen noch vollkommen unbekannt waren.
Er befand sich am Fuße eines gewaltigen Wasserfalls.
Durch die Sonnenstrahlen sah er einen Regenbogen durch die Sprühwolke die, je weiter er aus dem Urwald hinaus trat, auch seine Haut benetzte.
Er blickte hinab auf den Wasserspiegel und sah sein verdrecktes, müdes Spiegelbild.
Nicht nur der Absturz spiegelte sich darin wieder, sondern sämtliche anstrengende Wochen die nun hinter ihm lagen.
Die ganzen Strapazen der Tage die sie nun schon unterwegs waren.
Er kniete sich nieder und tauchte die Hände in das klare Nass.
Teiz spritzte sich Wasser ins Gesicht. Es kühlte seine aufgequollenen Augen und es erschien ihm fast, als würde allein dieses Bisschen ihm sämtliche Müdigkeit vom Körper waschen.
Er erhob sich und blickte zur Sonne. Sie blendete ihn beinahe, doch stand sie bereits tief. Auf Espero zog die helle Scheibe von Süden nach Norden.
Einmal mehr schien ihn sein Allgemeinwissen zu retten. Beim Anflug auf den Planeten hatte er die Sonne rechts von der Krähe gesehen.
Sie waren von Süden gekommen! Wenn seine Theorie stimmte und Vara und Daro wirklich während dem Absturz aus dem Schiff geflogen waren, dann mussten sie irgendwo in Richtung des Wasserfalles zu finden sein.
Und wenn er eine alleinige, lange Reise zu Fuß antreten musste, er würde sie wiederfinden!
Um sich ein wenig zu erleichtern, entledigte er sich seiner Jacke und schnappte sich einen Ast der auf dem Waldboden lag.
Mit seinem Taschenmesser spitzte er sich einen Speer.
Bis zum Anbruch der Nacht würde er sich vorbereiten und sich ein wenig erholen.
Mit den Sternzeichen konnte er sich besser orientieren.
Aufgeben war keine Option.


Nach einer etwas längeren Pause melde ich mich zurück und präsentiere euch stolz das neue Kapitel. Ich versuche ab sofort wieder wöchentlich ein Kapitel hochzuladen und die Geschichte damit ohne weitere Unterbrechung zum Ende bringen zu können. Gerade finde ich wieder großen Spaß daran mir weitere Kapitel auszudenken und die Story voran zu treiben. Ein Schreibplan ist inzwischen vorhanden, daher sieht es für dieses Unterfangen sehr gut aus. Ich bemühe mich Varandas Geschichte auch weiterhin so spannend und lesenswert wie möglich zu halten und bedanke mich bei dir, dass du dir die Mühe machst alle inzwischen 52 Kapitel (Halleluja, ich hatte zu Beginn gehofft 20 zu schaffen) zu lesen. Vielen Dank dafür. Über einen Kommi freue ich mich natürlich, aber auch meine stillen Leser  grüße ich herzlich und bedanke mich für eure Zeit.

LG Seilix
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