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Fee der magischen Energie

von Seilix
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Palladium
18.08.2017
23.02.2021
94
415.867
41
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09.10.2019 3.691
 
„20 Äpfel, 30 Karotten, 15 Kohlköpfe, 1 Melone, 10 Pfirsiche und ein Laib Brot? Versorgen Sie nebenher einen Riesen?“ belächelte die Dame des Gemüsemarktes meinen Einkauf den ich mit Mühe in den riesigen Flechtkorb presste und hinter mir herfliegen ließ.
„Könnte man so sagen“ entgegnete ich und reichte ihr das Geld.
„Dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Tag mit der Großfamilie“ lachte sie.
Ja, wenn die wüsste, dass sie mit der ersten Vermutung sogar ins Schwarze getroffen hatte.
Inzwischen befanden wir uns eine Woche auf Oppositus, unserem zweiten Stopp der Reise und unsere Vorräte waren knapp geworden. Kein Wunder bei einem immer hungrigen Drachen.
Dieser Planet war, wie es der Name schon sagt von Gegenteilen geprägt… zumindest normalerweise.
Seit Valtor ihre Relikte entwendet hatte herrschte hier nämliche die langweilige Gleichheit.
Beinahe ein jeder sah aus wie der andere.
Es gab keine einprägsamen einzigartigen Merkmale.
Keine Rundungen, ausgeprägten Körperteile. Es herrschte Gleichheit.
Für die Menschen von Oppositus das schlimmste was man ihnen hätte antun können.
Zumindest waren sie dennoch alle freundlich gesinnt und kamen freiwillig und freudig auf uns zu um sich helfen zu lassen.
Hier hatten Teiz und ich es dieses Mal etwas cleverer angestellt und hatten uns zunächst bei dem Königshaus des Planeten vorgestellt.
Zwar war er zu Beginn misstrauisch gewesen, doch nach einer zur Schau-Stellung meiner Kräfte, hatte er uns begeistert in Empfang genommen und ließ sogleich die Botschaft der Fee verbreiten, die die Menschen heilen konnte.
Das machte es uns um einiges leichter das Volk zu erreichen, anstatt dass wir dieses Mal sie aufsuchen mussten, kamen sie zu uns.
4 Stunden arbeiteten wir, gut lediglich ICH, täglich auf dem Schlossplatz mit dem Feen-Staub.
Jedoch war es mir nicht mehr gelungen die goldenen Flügel zu erwecken.
Ich glaubte, dass es mir nur in extremen Stresssituationen gelang, auch wenn ich noch nicht herausgefunden hatte weshalb. War es die Konzentration? Ein schnellerer Puls oder doch etwas anderes? Ich konnte es mir nicht beantworten.
Doch nur mit den Flügeln gelang es mir die alles verschlingenden Wolken zu vertreiben, die sich auch auf diesem Planeten nieder gelassen hatten.
Es waren immer trübe Tage, auch auf Oppositus.

Auch hier hatten wir unser Lager wieder am Stadtrand aufgeschlagen, wo wir von den Massen in Ruhe gelassen wurden.
Daro lag wie immer auf der Wiese und döste vor sich hin.
Ich tätschelte ihm liebevoll die Flanke und platzierte einen Teil des Einkaufs neben ihm.
Er blickte einen Moment auf und machte sich augenblicklich darüber her.
So kannte man den großen Vielfraß doch. Seit ich ihn davor bewahrt hatte den Kopf zu verlieren, schien er sein Vertrauen in mich zurückerlangt zu haben.
„Und? Was gibt’s zum Abendessen?“ der Spezialist trat aus dem Shuttle, während er sich die Arme dehnte.
„Brot und Wasser mit Beilage“ verkündigte ich und warf ihm die Tasche zu, die ich für unseren Bedarf gefüllt hatte.
Teiz begann zu lachen, während er die Reißbällchen herausnahm und auch den Rest des Inhalts inspiziert hatte „Sehr hochwertiges Brot wie ich sehe. Du hast wohl heute keine Kosten gescheut“.
Wir setzten uns um unser Feuer und begannen das Abendbrot auszupacken „Kosten? Das meiste wird mir hier einfach so zugesteckt“.
„Immerhin sind die Leute dankbar“ Teiz biss in eine der Teigtaschen.
„Sie müssten nicht dankbar sein“ widersprach ich „Immerhin habe ich ihre Situation zu verschulden“.
„Mach dich nicht kleiner als du bist. Du hast bereits genug bewiesen“ versuchte er mir gut zuzureden.
„Ich weiß, ich weiß… trotzdem wünschte ich, ich könnte sie auch von den Wolken befreien“ mein Blick viel hinauf zum Himmel.
Bislang war es mir nicht gelungen etwas an dieser Situation zu ändern und die goldenen Flügel… sie blieben ein Mysterium.
„Du hast es nicht mehr geschafft sie zu erwecken, richtig?“ fragte Teiz.
Ich schüttelte den Kopf „Ich kann dir nicht einmal sagen, was sie auslöst. Sie sind einfach da, wenn ich sie im richtigen Moment brauche“.
„Aber das ist gut… sonst würden wir jetzt nicht mehr hier sitzen“.
„Mag sein, trotzdem wünschte ich, ich könnte sie kontrollieren. Dann wäre es ein leichtes den Planeten zu helfen“ überlegte ich.
„Ach komm, das wäre doch viel zu einfach. Wie sagt man so schön, der Effektivste Weg ist nicht immer der schnellste… ich glaube auch, dass dir dieser Abstand gerade gut tut“.
Überrascht sah ich ihn an, doch seine Mimik blieb sicher „Ist es nicht so?“.
Ich seufzte „Vielleicht… vielleicht wollte ich auch nur diesem Albtraum entkommen. Hier fühle ich mich sicherer vor ihm, als in Alfea“.
Teiz lehnte den Kopf gegen den Stamm an dem er saß „Das brauchst du mir nicht zu sagen. Ich weiß, dass dich das ganze etwas… traumatisiert hat“.
„Ich sehe sein Gesicht immer noch im Schlaf…“ gestand ich es ihm und zog meine Beine enger an mich „Als würde er mich jede Nacht verfolgen“.
„Hast du das jemandem gesagt? Ich bin mir sicher Professor Avalon könnte…“ doch ich unterbrach in abrupt „Nein… sonst hätten sie mich nicht gehen lassen“.
Teiz sah nach oben in die Baumkrone und schien zu überlegen, was er antworten sollte „Ich weiß, dass es nicht einfach ist, aber bleib dran… irgendwann wird es vorbei gehen und bis dahin weiche ich dir nicht von der Seite“.
„Danke“ murmelte ich kaum hörbar.
Plötzlich sprang er auf und trat vor mich „Aber was wir tun können ist dich auf ein paar andere Gedanken zu bringen“.
Er hielt mir die Hand hin um mich hoch zu ziehen „Unser Spezialtraining wartet“.
Teiz schaffte es doch tatsächlich immer mich zum Lächeln zu bringen.
Ich nahm seine Hand an und mit einem kräftigen Ruck stand ich wieder auf den Beinen.
„Also, da du dich gestern inzwischen schon ganz gut ohne Waffe behauptet hast, versuchen wir es heute mal mit Ausrüstung“ er warf mir seinen Kampfstab zu.
Überrascht fing ich ihn auf „Wirklich?“.
Der Spezialist nickte und ergriff selbst nach seiner Peitsche „Ja, aber denk daran. Die Schläge die dich jetzt treffen schmerzen ein klein bisschen mehr und…“.
„…und du wirst dich nicht zurückhalten, alles klar“ beendete ich mittlerweile genervt seine tägliche Anekdote.
Er grinste ein wenig gehässig „Ich setzte jederzeit auf Gleichheit und Fairness unter meinen Schülern. Niemand wird bevorzugt“.
Wir begannen uns bereits herausfordernd zu umkreisen.
„Etwas anderes erwarte ich auch nicht von dir, schließlich bin ich keine hilflose Jungfer“.
„Gott sei Dank, dann muss ich mich ja wirklich nicht zurückhalten“ im selben Moment holte er mit der Peitsche aus und ließ sie in meine Richtung schnellen.
Ich hielt mit dem Kampfstab dagegen um den sich die Peitsche an ein Ende wickelte.
Doch womit ich nicht rechnete war, dass Teiz zog und ich meine Waffe aus der Hand verlor.
„Also das war ja doch ein wenig zu einfach“ entgegnete er fast etwas enttäuscht.
Ich verschränkte augenverdrehend die Arme „Wer sagt denn, dass der Kampf schon vorbei ist?“.
„Du willst ohne Waffe weiter machen? Findest du das bei deinem Gegner nicht ein wenig leichtsinnig?“. Jetzt bildete er aber ganz schön etwas auf sich ein.
„Wie heißt es so schön, der Hochmut kommt vor dem Fall!“ blitzschnell reagierte ich und drehte mich auf seine andere Seite hinweg, ergriff meine Waffe, die noch immer an seiner Peitsche hing und befreite sie mit einer direkten Kreisbewegung.
Doch als ich im selben Moment zuschlagen wollte, spürte ich wie etwas mein Bein umschlang und mir plötzlich den Fuß vom Boden weg zog.
In einem kurzen aufkreischen landete ich mit dem Hintern am Boden „Autsch…“.
„Hochmut kommt vor dem Fall, ganz richtig“ lachte Teiz auf.
Zunächst wollte ich eine beleidigte Schnute ziehen, konnte jedoch nicht anders als in sein Gelächter mit ein zu stimmen.
Fairer weise zog er mich auch vom Boden hoch „Regel Nummer 2. Verlier niemals deine Waffe. Du brauchst einen festen Griff, sonst kann sie dir absolut jeder abnehmen“.
„Und was ist bitte Regel Nummer 1?“ fragte ich interessehalber nach.
Teiz grinste erneut und tippte mit seiner Zehenspitze gegen meinen Fuß „Ein fester Stand Euer Hoheit“.
Ich verdrehte die Augen „Toll, der hilft mir bei der Attacke auch nichts mehr“.
„Wohl wahr, wohl wahr, aber ich wollte es dennoch gesagt haben. Nur durch den richtigen Stand kannst du schnell genug sowohl zum Angriff, als auch zur Abwehr richtig agieren. Also, versuchen wir es nochmal“.
Erneut nahmen wir den richtigen stand voreinander an.

Teiz trainierte mich täglich.
Sein Motto war inzwischen: Wenn er es schaffte einen Haufen unerfahrener Trampeltiere der roten Fontäne zu unterrichten, war ihm das mit einer begabten, beweglichen Fee ein leichtes. Oftmals war es hart auch nach der Arbeit mit dem Feen-Staub noch einmal eine Trainingseinheit zu absolvieren, doch es sollte mir nur recht sein.
Auch wenn ich das ein oder andere Mal doch einen üblen Schlag abbekam, die Striemen verschwanden zum Glück nach ein paar Tagen wieder und für meine Seele war es Balsam.
Einmal am Tag konnte ich dabei den Kopf abschalten und mich nur auf meine Sinne konzentrieren.
Teiz lobte Häufig meine Schnelligkeit und das Geschick, Speziell beim Ausweichtraining. Und was mir an Kraft fehlte machte meine Ausdauer wet, zumindest normalerweise.
Das Ganze war eine vollkommen neue Erfahrung für mich, doch ich schätzte Teiz jederzeit für sein Können und zweifelte es auch keine Sekunde an.
Er war klar ein Meister seines Fachs und stellte es zu jeder Zeit unter Beweis.
Nach unserer Einheit war es bereits dunkel und die Schatten des Lagerfeuers breiteten sich abermals über unserem Lager aus.
Teiz und ich saßen an Daro angelehnt und ich begutachtete meine neuen roten Streifen am Körper „Au, so extrem hättest du auch nicht zuschlagen müssen“.
„Ich hatte dich gewarnt“ entgegnete mein Begleiter lediglich „Das Training ist kein Kinderspiel, aber du schlägst dich gut. Ein paar weitere Monate und du würdest dich auch ohne Magie verteidigen können“.
Hm… wollte ich das nach heute überhaupt noch?
„Achja, im Übrigen“ schien ihm wieder etwas einzufallen „Während du einkaufen warst, habe ich mit Direktorin Pharagonda telefoniert“.
„Und?“ fragte ich hoffnungsvoll „Konnten sie Valtor mittlerweile ausfindig machen?“.
Doch Teiz schüttelte den Kopf „Nachdem es auf Lichtfels keine Spuren zu finden gab ist er auch nicht mehr aufgetaucht. Was sicher ist, ist das er immer noch im Besitz der Agador-Truhe ist und ihm damit unbegrenzter Platz für weitere Relikte zur Verfügung steht“.
„Das sind nicht wirklich gute Neuigkeiten“.
„Aber dass die Winx glauben eine Möglichkeit gefunden zu haben ihn bezwingen zu können, schon. Sie sind zum goldenen Königreich aufgebrochen um etwas zu finden was sich Wassersterne nennt“.
„Ja, natürlich!“ viel es mir ein „Laut der Entstehungslegende des Universums sind das Drachenfeuer und die Wassersterne zwei entgegengesetzte Kontrahenten. Damit könnte es funktionieren“.
„Dann wünschen wir ihnen viel Glück“.

*

„Glimm? Glimm? Wo steckst du süße?“.
Langsam entnervt von Alices andauerndem rufen blickte Amaryl von ihren Lernbüchern auf.
Da hatte sie sich extra mit allem in den Gemeinschaftsraum gesetzt, da Mirta in ihrem gemeinsamen Zimmer laute Musik hörte und hier rannte eine aufgescheuchte Alice durch die Gegend.
Die Fee mit dem blauen Haar suchte den gesamten Raum ab.
„Sollte sie nicht ihr Mittagsschläfchen halten?“ erkundigte sich Amaryl.
„Eigentlich schon, aber ich habe nur einen Moment nicht aufgepasst und sie war weg. Schon wieder?! Wie hat Vara es die ganze Zeit geschafft das Kind ruhig zu halten“.
Amaryl musste kichern „Hat sie nicht. Sie hat nur versucht es zu vertuschen“.
„Die Elfe macht mehr Arbeit als ein echtes Kind“ beklagte sich Alice.
Die Sternenstaub-Fee stöhnte auf und schlug ihr Buch zu „Na gut, ich helf dir suchen. Bei deinem Geschrei kann man sich eh nicht konzentrieren“.
Begeistert schlug Alice die Hände aufeinander „Oh Danke, danke, danke, ich helf dir danach auch beim lernen“.
„Deal. Wohin verschwindet Glimm denn sonst immer?“.
„Naja, meistens ist sie irgendwo hier im Apartment oder bei den anderen Elfen und den Winx, aber die sind ja gerade nicht da“ erklärte Alice ihr.
Richtig, Amaryl fiel es wieder ein. Die Winx waren auf Mission so etwas wie Wassersterne zu finden, wenn sie sich nicht irrte.
Wie die ihnen im Kampf gegen Valtor nützlich sein sollten wusste sie zwar nicht, doch die Direktorin würde schon wissen was sie tat und wozu sie ihre Feen auf Mission schickte.
„Das heißt?“ fragte sie stattdessen „Wo sollen wir suchen?“.
„Ich habe absolut keine Ahnung“ beklagte sich die Eisfee „Glimm könnte überall sein!“.
„Das schränkt die Suche nicht gerade ein“ stöhnte Amaryl auf.
Zusammen verließen sie also ihr Apartment um zunächst die Flure des Wohntraktes zu inspizieren, jedoch keine Spur der kleinen Elfe.
„Wenn du eine Idee hast, nur raus damit“ entgegnete Alice schließlich „Ich bin mit meinem Latein am Ende“.
Amaryl begann zu lachen „Du sprichst nicht mal Latein… na gut, ich würde vorschlagen wir trennen uns. Ich klappere die Klassenzimmer und Trainingsräume ab“.
„In Ordnung, dann schau ich in der Küche, dem großen Saal und den Musiksälen“ hatten die beiden schnell einen Plan erstellt und trennten sich.
Auf dem Weg zu den Klassenzimmern begegneten Amaryl wie immer einige bekannte Gesichter.
Grüßen tat sie die wenigsten von ihnen. Abgesehen von ihrer Klasse und der kleinen Gruppe ihrer Freundinnen war sie mit nicht vielen anderen Schülerinnen vertraut.
Sie kam an dem Abteil der Spinde vorbei und hielt auch dort nach Glimm Ausschau, doch keine Spur. Zur Sicherheit lugte sie sogar durch die kleinen Öffnungen um zu sehen, ob sich das Elfenkind in einem der Schränke versteckt hatte, doch… nichts.
„Na gut… wenn ich ein kleines brabbelndes Elfen-Baby wäre das seine Herzband-Fee unglaublich vermisst, wo wäre ich dann?“ überlegte sie leise und klapperte daraufhin die Bibliothek und Varandas voriges Klassenzimmer ab, jedoch keine kleine Elfe.
Nachdem sie Glimm selbst in Varas Lehrerzimmer nicht finden konnte gab sie auf.
Das kleine Ding würde schon wieder auftauchen wenn es Hunger bekam.
Mit dieser Einstellung trottete sie entnervt ihre Zeit, die sie zum Lernen auf Professor Palladiums Test in Potionologie hatte aufwenden wollen, verschwendet zu haben, den Gang entlang.
Dabei fiel ihr ein, dass sie direkt am Labor vorbeikam.
Vielleicht konnte sie sich noch eines der Bücher ausleihen.
Als sie am besagten Raum ankam, bemerkte sie jedoch, dass die Tür offen stand.
Sie trat in den Rahmen und hörte bereits jemanden reden. Amaryl lugte hinein und sah ihren Potionologie Professor an ein paar Glaskolben stehen.
Redete er mit sich selbst?
„Sehr gut, jetzt haben wir es gleich. Vielleicht klappt es, wenn ich noch etwas Mantra hineingebe. Würdest du es mir reichen?“.
Gerade wollte Amaryl ihn bereits als verrückt abstempeln als etwas, dass für sie bislang verdeckt worden war, zur Seite in ihr Blickfeld flog.
Das kleine leuchtende Ding brabbelte fröhlich vor sich hin und schoss zum Tränkeschrank herüber, jedoch in einem so schnellen Tempo, dass sie geradewegs, gefolgt von leichtem Glasklirren, in den Schrank flog. (Jedoch zerbrach nichts).
„Vorsicht! Nicht so stürmisch, du weißt die Sachen sind zerbrechlich“ tadelte Palladium das kleine etwas, das Amaryl sofort identifizierte
Sie schlug sich die Hand gegen die Stirn und flüsterte beinahe lautlos „Das glaub ich jetzt nicht“.
Glimm hatte sich zu Palladium geschlichen und er braute jetzt mit ihr als Assistent einen Trank? Okay, Amaryl musste wirklich zugeben, dass das zu niedlich war.
Sie hatte überhaupt nicht gewusst, dass der Professor für die kleine Elfe auch eine Art Vertrauensperson darstellte.
„Das rote in der dünnen Flasche“ wies er Glimm daraufhin an.
Amaryl konnte nicht richtig sehen, was sie dort zwischen den Fläschchen trieb, hörte nur wieder ihren Professor „Nein das andere… ja, das brauch ich!“.
Kurzerhand sah sie erneut das Glühwürmchen, dass nun etwas langsamer als zuvor ein Fläschchen durch die Luft trug, das für sie eigentlich fast zu schwer sein müsste.
Palladium kam ihr auch schnell einen Schritt entgegen und nahm es ihr ab „Dankeschön, sehr freundlich Glimm“.
Das Elfenkind brabbelte erneut freudig etwas vor sich hin und landete wieder auf dem Tisch.
„So, jetzt noch etwas aufkochen lassen und dann schauen wir mal ob der 8. Versuch klappt“.
Achter Versuch? Amaryl wollte sich kaum ausmalen was er da versuchte herzustellen.
Sie wollte sich gerade wieder entfernen, als sie aufschnappte „Du vermisst sie genauso wie ich, nicht wahr?“.
Daraufhin kam nur ein kleines, trauriges Aufschluchzen.
„Ich bin sicher es geht ihr gut“ versuchte Palladium das Glühwürmchen aufzubauen, doch an seiner Stimmlage konnte die Fee hören, dass es auch ihm sichtlich schwerfiel das selbst so zu glauben.
Ihnen allen viel das schwer.
Amaryl musste leicht schmunzeln, als sie wieder daran dachte, wie es inzwischen einfach absolut alle wussten. Wie sie ab und zu auf den Gängen oder während dem Frühstück andere Schülerinnen belauschte, die bereits wetten abschlossen, wann es denn endlich passieren würde. Andere behaupteten, es sei schon längst passiert, jedoch würden sie ihre Privatsphäre waren wollen und die schlimmsten von ihnen hatten sich bereits Shippingnamen ausgedacht.
Ihr persönlicher Favorit war „Varandium“.
Sie wusste nicht wirklich, ob sie es gutheißen sollte, dass ihre beste Freundin wohl drauf und dran war sich in ihren Potionologie Professor zu verlieben, andererseits hatte sie die beiden miteinander gesehen und musste zugeben, dass Vara bei ihm immer glücklicher wirkte.
Amaryl musste sich eingestehen, dass sie absolut nichts über Varas Vorlieben in Sachen Männer wusste.
Allgemein unterhielten sie sich nie über ihr Liebesleben, dagegen über ihr eigenes mit Teiz ständig.
Doch Varanda war bezüglich dieses Themas immer schon sehr verschlossen gewesen und Amaryl hatte das seit dem Tag akzeptiert, an dem ihre Freundin ihr von der damaligen Zwangsverlobung erzählt hatte.
Andererseits… wenn sie ihr früher über diese Treffen mit (wie sie heute wusste) Valtor erzählt hätte, wäre es vielleicht überhaupt nicht so weit gekommen…
Amaryl konnte nicht anders, als sich für das ganze mitschuldig zu fühlen.
Sie waren doch beste Freundinnen, wieso hatte Vara ihr dann so etwas verschwiegen.
Vielleicht war doch mal ein ernstes Gespräch fällig.
Während ihrer Gedankengänge beobachtete sie weiter das bunte Treiben, wie Palladium ein wenig mit der kleinen Elfe spielte, die sich an seinem Finger fest hob um ein wenig herum gewirbelt zu werden.
Die Fee musste sich zusammenreißen nicht einfach los zu lachen, als sie hinter den beiden das Gebräu bemerkte.
Es verfärbte sich eigenartig und sprudelte den Hals des Kolbens in Lichtgeschwindigkeit herauf.
Ohne zu zögern sprang sie hinein „Professor! Vorsicht!“.
Doch im selben Moment knallte es bereits.
Im ganzen Raum hing der dunkle Rauch.
Sie vernahm ein kleines quietschendes Husten, als sie im selben Moment selbst das Gebräu einatmete.
Es war als würde Amaryl die Luft weg bleiben.
Jedoch verflüchtigte sich dieser Zustand sogleich.
Der Rauch entschwand aus ihrem Umfeld und bündelte sich an einem Ort des Labors.
Als die Fee es realisierte, sah sie dass es einer von den Zaubern ihres Professors war.
Dieser hob sich, noch bemühend nicht zu atmen, die Hand vor den Mund, während er die andere nutzte um den Rauch zu einer kompakten Kugel auf Augenhöhe zu formen.
Er rief einen Zauber aus, woraufhin das schwarze Ungetüm, das für die Fee beinahe wie ein schwarzes Loch aussah, verpuffte.
Nach einem weiteren kleinen Husten, atmete sie tief ein.
„Keine Sorge, die Stoffe sind nicht giftig“ gab der Professor hingegen Entwarnung und begutachtete seufzend sein Experiment „Der achte gescheiterte Versuch…“.
Daraufhin wendete er sich Glimm zu.
Die kleine Elfe saß auf dem Labortisch und hustete noch immer als würde sie beinahe ersticken.
„Herrje“ sofort nahm Palladium sie auf die Hand „Entschuldige Glimm, so hätte das eigentlich nicht ausgehen sollen“.
Er hielt seine Handfläche über das kleine Wesen und meinte ruhig und einfühlsam „Gleich ist es besser“.
Amaryl trat näher heran um zu sehen was er tat und beobachtete wie er scheinbar einen Heilzauber anwandte.
Kurz darauf stoppte der Husten des Glühwürmchens und erhob sich lachend wieder in die Luft.
Freudig quietschend umkreiste sie mit ihrem kleinen, leuchtenden Bauch die Fee und ihren Professor, woraufhin beide anfangen mussten zu lachen.
„Ich wusste gar nicht, dass Sie und Glimm sich so nahe stehen“ bemerkte Amaryl.
„Ich weiß nicht, ob ich das wirklich nahe stehen nennen würde. Sie besucht mich gelegentlich. Insbesondere wenn Varanda weg ist“.
Misstrauisch hob Amaryl eine Augenbraue an, während der Professor sein Labor betrachtete „Was für ein Durcheinander. Aber das haben wir gleich“.
Plötzlich war sein leicht betrübter Unterton verschwunden.
Versuchte er etwa sich vor seinen Schülerinnen nichts anmerken zu lassen?
Als wüsste vor allem sie nichts davon, schließlich hatte Amaryl die Abschiedsumarmung gesehen und das war um einiges mehr gewesen als ein normales Kollegenverhältnis.
Erneut wandte Palladium einen Zauber an um das Chaos des gescheiterten Experimentes zu säubern.
Während dessen schnappte Amaryl das Glühwürmchen am Fuß „So, hab ich dich endlich du kleiner Ausreißer. Weißt du eigentlich, dass Alice krank vor Sorge ist und Vara wäre das auch wenn sie wüsste, dass du einfach abhaust“.
Das Elfen-Kind blickte sie allerdings nur mit großen, blinzelnden Augen an.
Stattdessen vernahm die Fee ein Lachen von ihrer Seite „Ich glaube nicht, dass sie auch nur ein Wort versteht“.
Amaryl seufzte „Jaja, ich weiß, bei ihrer Herzband-Fee gibt es so etwas wie Standpauken nämlich nicht“.
Die Elfe befreite sich aus ihrem Griff und flog erneut glucksend vor Lachen um den Professor herum, den das scheinbar ziemlich amüsierte.
Amaryl beobachtete das Spiel einen kleinen Moment und schüttelte unverständlich den Kopf „Wie merkwürdig, normalerweise ist sie ein Trauerkloß seit Vara und Teiz weg sind“.
„Achja“ entgegnete der Professor „Also das kann ich nicht bestätigen. Jedes Mal wenn sie mich besucht ist sie das blühende Leben“.
Die Fee verschränkte die Arme und musste schmunzeln „Woran das wohl liegt?“.
Sie wusste genau woran das lag, doch noch bevor sie ihrem Professor eine weitere Reaktion abringen konnte platzten ein paar Feen in die Tür.
Als sie die schrille Stimme vernahm wusste sie auch sofort welche Feen das waren „Hallöchen Professor Palladium! Dürften wir bitte ihr Labor benutzen, wir müssten da ein paar Tests durchführen“.
Stella, gefolgt von Bloom und dem Rest der Winx trat herein.
Palladium blickte sie mit überraschten Augen an „Ihr seid zurück? War eure Mission erfolgreich?“.
Bloom nickte „Ja, wir haben die Wassersterne. Dank Stella, Musa und Tecna. Jetzt können wir Valtor aufhalten“.
„Das ist großartig!“ musste auch Amaryl zugeben „Dann ist es hoffentlich bald vorbei“.
„Das hoffen wir auch“ antwortete Musa „Allerdings wissen wir noch nicht wie wir sie einsetzen können, deswegen dachten wir, wir könnten vielleicht das Labor für ein paar Minuten nutzen“.
„Aber natürlich!“ rief ihr Professor sofort aus „Ich habe gerade aufgeräumt, tobt euch aus“.
„Super, dann los Mädels“ gab Bloom die Aufforderung zum Start.
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