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Fee der magischen Energie

von Seilix
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Palladium
18.08.2017
23.02.2021
94
415.867
42
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16.07.2019 3.499
 
Das Shuttle stand.
Teiz verstaute zuletzt das doch kleingehaltene Gepäck. Es war keines der großen Schiffe sondern eines für die Kleinmannbesetzung das eigentlich auch nicht für zu lange Strecken konstruiert war, doch für uns beide und Daro würde es ausreichen.
Ich befand mich in einer Gruppenumarmung mit den Winx von denen vor allem Stella mir das Ohr vollheulte „Jetzt bist du endlich wieder da und verschwindest schon wieder“.
Ich löste mich von ihnen „Tut mir leid, aber das muss ich tun“.
Bloom nickte verständnisvoll „Wir verstehen dich ja, aber trotzdem wäre es uns lieber wenn du hier wärst“.
Ich schmunzelte, doch Layla legte ihren Freundinnen zum Glück die Hände auf die Schultern „Keine Sorge Vara, zieh dein Ding durch. Wir kümmern uns in der Zeit persönlich um Valtor“.
„Da bin ich mir sicher und solltet ihr mich brauchen könnt ihr zu jeder Zeit Kontakt mit der Krähe (so nannten wir das Shuttle) aufbauen. Pharagonda hat die Daten“.
„Das wird kein Problem sein“ versicherte Tecna. Musa und Flora mussten sich beide jeweils eine Träne verkneifen. Ich nahm sie noch einmal in den Arm „Hey, es ist doch kein Abschied für immer“.
„Aber sicher für eine lange Zeit“ entgegnete Flora „Wenn du selbst nicht einmal weißt wann du wieder kommst“.
Ich schüttelte entschuldigend den Kopf „Passt aufeinander auf“.
„Das sollten wir lieber dir sagen“ meckerte Stella, die mich jedoch noch ein letztes Mal mit einem Lächeln umarmte „Wehe wir hören das was schief läuft“.
Ich löste mich und entfernte mich noch einmal zu den Professoren.
Der Aufbruch war in nur wenigen Stunden von mir organisiert worden. Darunter hatte das Gespräch mit Direktorin Pharagonda am längsten gedauert. In der Runde sämtlicher Lehrkräfte hatte ich mein Vorhaben in einer Notfallkonferenz unterbreitet und meine Zielplaneten, sowie die Rute geschildert. Nicht alle waren mit diesem Vorhaben einverstanden, doch ich war entschlossen wie nie und das wussten sie.
Ich platzierte mich der Direktorin entgegen die mich plötzlich von selbst in den Arm nahm „Ich weiß dein Vater wäre mehr als stolz auf dich, genau wie ich es bin. Jetzt gehst du deinen Weg“.
Ich nickte „Danke für alles“.
„Stellt mir nur keine Dummheiten an“ warnte Griselda „… und gebt euer bestes“.
Avalon und Wizgiz, sowie DuFour hielten sich zurück, doch ich wusste, dass ich einem Professor wieder sehr übel vor den Kopf stieß.
Mit einem Seitenblick zu Teiz sah ich wie er sich liebevoll von Amaryl verabschiedete, während ich zu Palladium trat.
Dieser betrachtete mich mitfühlend „Du scheinst wirklich aus allem hier auszubrechen, doch jetzt mit eigenem Willen“.
„Ich wünschte ich könnte einfach in dieser Schule sitzen bleiben und das Professorenleben weiter führen… doch das geht nicht“ versuchte ich mich zu erklären „Und ich weiß, dass alles was ich jetzt sagen könnte absolut falsch klingt, deswegen versuche ich es gar nicht erst. Es tut mir nur leid… was ich dir ständig für Probleme bereite“.
Eigentlich wollte ich mich mit diesen Worten wieder von ihm entfernen, doch er packte plötzlich mein Handgelenk und zog mich schwungvoll in seinen Arm „Am schlimmsten wäre es, wenn du mir diese Probleme nicht mehr bereiten würdest. Versprich mir einfach, dass du wieder wohlbehalten zurückkommst, egal wie lange es dauert“.
Ich sah zu ihm hinauf „Bist du sicher, dass du das möchtest? Ich weiß, dass ich sehr anstrengend sein kann“.
Er sah mich so liebevoll an und lächelte „Mach dir darüber keine Gedanken“.
Er strich mir mit den Fingerknöcheln an der Wange entlang „Ich weiß genau, dass du mit deinem ansteckenden Lächeln irgendwann wieder in meinem Labor stehen wirst“.
Ich löste mich von ihm wobei unsere Fingerspitzen zum Ende das letzte waren, was sich verlor.
Mir wurde durch und durch bewusst, dass es ein Abschied für eine längere Zeit sein würde und sich danach einiges verändert haben könnte und doch war ich mir sicherer denn je.
Amaryl die sich ebenfalls gerade von Teiz löste sah ich die Trauer im Gesicht stehen.
Ich bekam lediglich seine tröstenden letzten Worte mit „Ich bin immer bei dir, das weißt du“.
„Und du weißt, dass ich hier bin wenn du zurückkommst“ antwortete sie leise, während er ihr über die Wange strich.
„Es tut mir so leid, dass immer ich der Grund für eure Trennungen bin“ entschuldigte ich mich mitfühlend, doch Amaryl schenkte mir nur einen tödlichen Blick „Zumindest passt dann einer auf dich auf“.
Ich glaubte fest, dass sie mir eine kleben würde, doch stattdessen überrumpelte sie mich mit einer Umarmung „Du kommst gefälligst auch heil zurück, verstanden!? Ich brauche meine beste Freundin. Also stell nichts mehr an!“.
„Versprochen“ erwiderte ich die Umarmung.
Plötzlich spürte ich noch weitere Umarmungen um uns und vernahm Katy „Das wollen wir dir auch geraten haben. Wir sind ein Team und wir brauchen dich. Wir ALLE!“.
Schweren Herzens sah ich meine Mädels an. Sie alle unterstützten mich jederzeit und hatten mir von meinem ersten Schultag an immer den Rücken gestärkt.
Sie waren meine ersten, richtigen Freundinnen die ohne Status oder Vorteile einfach ein Teil meines Lebens sein wollten.
Ich konnte immer auf sie und ihre Unterstützung zählen und das war mehr wert als 100 Heucheleien.
Sie hatten mir gezeigt was Freundschaft wirklich bedeutete.

Ich trat mit Teiz auf die Ladeluke und drehte mich ein letztes Mal um.
Sie alle sahen uns mit einer solchen Erwartung an. Ich wusste nicht weshalb. Vielleicht, dass ich es mir noch einmal überlegen würde, dass wir doch blieben, doch damit würde ich niemals inneren Frieden schließen können.
Ich senkte den Kopf und trat mit entschuldigendem Blick ins Innere des Shuttels.
Teiz begab sich ins Cockpit und schloss die Luke, während ich mich unterhalb noch einmal um Daro versicherte.
Mein Bruder hatte recht behalten. Der Drache lag in der hintersten Ecke und funkelte mich misstrauisch mit den gelben Augen an.
„Dir geht’s gut soweit?“ fragte ich, doch der Drache gab nur ein warnendes Knurren von sich.
Ich seufzte. Ich hatte viel mit ihm aufzuarbeiten.
Teiz begann die Triebwerke zu starten, als ich mich als Copilot neben ihn gesellte und meinen Sitzgurt schloss.
Alle unsere Freunde und Liebsten standen dort und wanken zum Abschied, als ich bemerkte wie wir an Höhe gewannen.
Innerhalb von Sekunden waren wir über Alfea hinaus und in Richtung den Planeten zu verlassen.
Ich blickte dem nach. Das hier war ein Abschied für eine sehr lange Zeit.
Teiz seufzte „Das lief besser als ich erwartet hatte… also, was ist unser erstes Ziel Euer Hoheit?“.
Ich sah ihn einen Moment an und ließ meine Hand über die Schaltfläche gleiten.
Das Ziel war schnell gesteckt „Ohm“.

*

Der Trubel war vorüber.
Der Unterricht nahm seinen gewohnten Ablauf und es war alles wie zuvor.
Nur ein weiteres Mal ohne die Jungprofessorin.
Avalon betrat das Zaubertranklabor und fand den Professor auf den ersten Blick.
Jedoch stand er nicht wie erwartet an seinen Destilliergeräten, sondern saß unaufmerksam in einem kleinen Sessel und las in einem Buch.
„Palladium? … Palladium?“ erst beim zweiten Mal reagierte der Elf und sah auf.
„Oh Avalon, verzeih. Ich habe dich überhaupt nicht kommen hören“ entschuldigte sich dieser sofort und stand auf. Das Buch legte er dabei auf den Sessel.
„Keine Sorge“ beruhigte dieser schnell „Ich wollte nur sicher gehen, dass du an den Termin heute Nachmittag mit meiner Klasse denkst. Das hatten wir nur zwischen Tür und Angel besprochen“.
„Ja, richtig. Ich erinnere mich“ überlegte Palladium einen schnellen Moment und legte die Hand auf den Hinterkopf und blickte an die Wand zu seinem Tagesplan „Dabei ging es um die Rehabilitation durch Tränke richtig? Ja, das hatte ich mir notiert“.
„Hervorragend. Dann kann ich in der Zeit die Klasse von Varanda übernehmen“ plante der Paladin seine Zeit neu.
Er bemerkte das leichte seufzen seines Kollegen „Richtig… die Flugtrainingsklasse“.
Avalon konnte keine Gedanken lesen, doch er wusste genau was in Palladiums Kopf in diesem Moment vorging.
Er bemühte sich es zu verbergen, nur war er nicht sonderlich gut darin.
„Die magische Dimension ist gerade das wichtigste an das wir denken müssen. Das ist die Pflicht eines jeden von uns“ sprach der Paladin behutsam aus „Varanda und Teiz wagen gerade das was wir schon längst hätten in Angriff nehmen sollen“.
„Wieso muss sie immer ihren eigenen Kopf durchsetzen?“ Palladium konnte seine leicht gereizte Haltung nicht unterdrücken.
Avalon lächelte beruhigend und legte seinem Kollegen eine Hand auf die Schulter „Es ist Varanda. Reicht das nicht als Antwort? Genau das sind die Eigenschaften die sie zu einer hervorragenden Prinzessin Callistos gemacht hätten“.
Palladium erwiderte den Blick des Paladins „Diese Eskapaden werden nie aufhören, was?“.
„Nicht soweit ich das Königshaus Callisto kenne“.

Palladium wusste, dass er recht hatte und doch war es so unwirklich. Wie sie ihm noch vor wenigen Stunden den Plan unterbreitet hatte diese Planeten zu bereisen, doch es war nicht nur eine reuetat. Varanda brauchte Abstand. Abstand um ihren Kopf von den wochenlangen Psychospielchen zu befreien, Ruhe um wieder Kraft zu schöpfen und zu verarbeiten. Sie musste sich selbst wieder aus ihrer leeren Hülle befreien. Und es wollte ihm nicht in den Sinn, dass ihr ihre Freunde hier nicht reichten. Es waren doch alle hier um sie zu unterstützen und doch war der einzige dem sie noch immer blind vertraute, Teiz.

*

Der Anflug auf Ohm.
„Wir sind fast am Ziel. Bist du bereit?“ wendete sich der Pilot an die Prinzessin neben sich.
„Jetzt gibt es kein Zurück mehr“ entgegnete diese mit einem leicht seufzenden Unterton.
Teiz blickte sie aus den Augenwinkeln an „Hast du einen Plan? Oder willst du einfach deinen Feen-Staub sprechen lassen, in der Hoffnung dass es ausreicht?“.
„Ich will mir zuerst ein Bild von der Situation machen. Ich kann mich kaum noch an das letzte Mal hier erinnern“ entgegnete sie leicht abwesend, während sie mit den Geräten die Gegend scannte über die sie hinweg flogen.
„Also kein konkreter Plan… wenn das so ist werden wir etwas abseits landen. Wir wissen nicht was auf diesem Planeten vorgeht“ er setzte die Landung in einen abgelegenen Waldteil an.
„Siehst du das?“ fragte Vara plötzlich und deutete auf den Umgebungsscann, während sie den Hauptteil des Königreiches überflogen.
Teiz weitete die Augen „Das ist ja das komplette Chaos? War Ohm nicht eigentlich als der Planet der inneren Ruhe und Meditation verschrien?“.
Die halbe Stadt schien in Trümmern zu liegen. Einzelne Rauchschwaden erhoben sich noch immer gen Himmel. Überbleibsel von Feuer die jedoch bereits erloschen waren.
Kaum Menschen auf den Straßen und jene die sie ausmachen konnten, traten angespannt durch die Gegend.

Kaum waren sie gelandet und Teiz öffnete die Luke, sprang Vara hinaus „Ich muss mir das anschauen“.
„Überstürze nichts!“ rief ihr Bruder ihr hinterher „Wir wissen nicht wie sie auf uns reagieren werden. Zunächst bleiben wir bedeckt“.
Varanda wartete einen kurzen Moment „Keine Sorge, das weiß ich. Trotzdem muss ich mir das anschauen. Kümmerst du dich um Daro?“.
Der Spezialist nickte „Ich komme in 10 Minuten nach“.

Varanda bahnte sich langsam ihren Weg durch die dichten Bäume die sich langsam lichteten, doch mit jedem Schritt den sie ging breitete sich mehr und mehr ein Unwohlsein in ihrer Magengegend aus. Die Knie wurden weich und ihre Angst wuchs. Ohm war der erste Planet den sie mit Valtor übernommen hatte und das einzige an das sie sich erinnerte, waren die dunklen Wolken die sie über diese Welt hereinbrechen ließ. Die dunklen Ungetüme verdeckten noch immer sämtliches Blau. Ob die Menschen sie erkennen würden? Und wenn ja… was tat sie dann?
Doch mit diesen letzten Gedanken erreichte sie auch schon die Zivilisation.
Sie erinnerte sich bei Ohm an einen friedliebenden, ausgeglichenen Planeten. Eine asiatisch angehauchte Kultur die insbesondere vom Feng Shui geprägt war.
Die Stadt war von etlichen Flüssen und Wasserquellen durchzogen die zu jeder Tageszeit im schönsten aquamarin schimmerten. Wenn sie jemals etwas über Ohm gehört hatte, dann war es die strahlend blaue Farbe des Wassers.
Sie trat hinter den letzten Bäumen hervor und schritt langsam über den Wiesenstreifen auf den gepflasterten Weg zwischen den ersten Häusern.
Die Fensterläden der Häuser waren verschlossen und sahen fast verlassen aus.
Zunächst begegnete ihr kein Mensch.
Varanda schritt auf eine der kleinen Brücken und blickte hinab in den kleinen Bach.
In dem Wasser spiegelte sich ihr Bild.
Abgesehen der vordersten Strähnen die ihr rechtes Auge halb verdeckten, war ihr Haar ordentlich zurück geflochten und hing ihr über die Schulter.
Mit den Händen versuchte sie einen Moment ihre Gesichtszüge zu entspannen.
Sie wirkte müde und ausgelaugt.
Kein Wunder bei ihrem vorangegangenen Schlafmangel…
Vara blickte weiter den Flußlauf entlang. Er schien bis zu dem großen Palast im Stadtinneren zu führen.
„Strahlendes Blau ist jedoch etwas anderes“ flüsterte sie sich selbst einen Moment zu und wollte im selben Moment weiter laufen, als es hinter ihr in einem entnervten Ton kam „Dann verbring deinen Urlaub gefälligst woanders wenn es dir nicht passt“.
Die Fee wirbelte herum und blickte den Bewohner entsetzt an „Verzeihung, ich dachte nicht, dass mich jemand hört“.
Der Mann schenkte ihr jedoch keinerlei weitere Beachtung, sondern trat knurrend an ihr vorbei und murmelte „Verdammte Touristen“.
Varanda blickte ihm nach und musste tief schlucken.
Er schien sie jedenfalls zu ihrem Glück nicht erkannt zu haben.
Je weiter sie durch die Stadt trat, umso mehr unfreundliche Gesichter begegneten ihr.
Sie versuchte den Bewohnern so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen, nicht dass sie auch nur einer von ihnen beachten würde.
Selbst die Kinder waren mehr kleine verzogene Gören um die sich keiner scherte.
Hier und da hatte sie das Gespräch von ein paar Frauen aufschnappen können, dass seit der dunkle Magier hier aufgetaucht sei einige Kinder nichts als Ärger machen.
Sie legen Feuer, lassen die Nutztiere frei und schikanieren.
Das alles hatte jene Ausmaße angenommen wie es Vara befürchtet hatte.
Immer schneller setzte sie ihren Weg fort, bis sie endlich auf der Wiese ankam.
Jene Wiese auf der Valtor noch vor wenigen Wochen einen kleinen Kampf mit ihr gegen die Wächter des Reliktes bestritten hatte.
Heute lag der kleine Teich mit der Insel darauf an dem noch immer, wie sie es an jenem Tag verlassen hatten, das kaputte Windspiel stand, unbewacht.
Generell wirkte dieser Teil der Stadt einsamer als alles andere.
Sie hörte absolut nichts, außer das Rauschen des Windes.
Kein Vogel, kein Windspiel, kein vertrauenserweckendes Geräusch.
Allein dort zu stehen und sich diese Verwüstung anzusehen war ihr etwas unheimlich.
Wie sollte sie das nur wieder in Ordnung bringen? Oder musste sie einfach weiter auf die Winx vertrauen?
Doch dieser Zustand auf Ohm konnte doch nicht weiter so anhalten… und doch hatte sie auch keine Antwort darauf, wie sie etwas daran ändern könnte.
Sie blickte hinauf zu den grauen, wilden Wolken „Was mache ich hier eigentlich?“.
Weiter konnte sie ihre Gedanken jedoch nicht weiter führen, als gehässiges Kinderlachen sich in ihre Ohren drang.
Gefolgt eines rufen „Aua, au, hört auf, das tut weh!“.
Vara folgte den Stimmen bis hinter das nächste Gebüsch und sah das Szenario.
Drei Kinder warfen unbedacht mit Steinen „Na los, jetzt kannst du tanzen“.
Ein vierter, einige Meter von ihnen entfernt versuchte panisch den Steinen zu entkommen, wurde jedoch wieder und wieder getroffen und beklagte sich schmerzhaft.
Ohne zu zögern schritt Vara ein und erschuf einen Schild vor dem Jungen der die Steine abprallen ließ.
Verblüfft wandten die drei ihre Köpfe, während sie die Kinder zur Rede stellte „Ihr könntet jemanden ernsthaft damit verletzen. Haben euch eure Eltern nicht erzogen oder steht ihr auch unter Seinem Fluch?“.
Die Kinder antworteten ihr nicht, sondern versuchten plötzlich die Flucht zu ergreifen.
„Stehen bleiben!“ mit nur einer Handbewegung erstarrten die Jungs in ihrem Kraftfeld.
„Was passiert hier?!“ beschwerte sich einer von ihnen „Ich kann… mich nicht mehr bewegen“.
Varanda näherte sich indessen und formte bereits das magische Zeichen „Oh, bitte lass es funktionieren“.
Sie war sich absolut nicht sicher, ob die Umstände auf Ohm daher rührten, dass sie unter Valtors schwarzer Magie gefangen waren oder dass sich das Relikt nicht mehr auf dem Planeten befand.
„Feenstaub!“ sie umgab die Jungen damit. Auch den Kleineren, der sich, als hätte er Angst es sei Sand die Augen zu und Luft anhielt.
Der Staub leuchtete auf, ehe er verschwand und die Jungs schienen ruhiger zu werden.
Varanda erlöste sie aus ihrer Starre „Und wie sieht es jetzt aus?“.
Einer der drei blickte zu seinen Freunden „Ich fühle mich anders“.
„Ja, ich auch…“. „Wieso haben wir diese ganzen Dinge getan?“ fragte der dritte.
„Ich weiß auch nicht“. „Tommy… tut uns leid, dass wir dich mit Steinen beworfen haben“.
„Ist schon gut“ entgegnete der Kleine „Mir tut es leid, dass ich so schreckliche Dinge zu euch gesagt habe“.
Ein Glück! Es hatte funktioniert! Vara atmete erleichtert aus.
Dann konnte sie mit ihrem Feen-Staub doch all das wieder beheben, was sie angerichtet hatte.
„Danke“.
Überrascht bemerkte die Fee, dass sich die Jungen an sie richteten, jedoch nur für eine Sekunde, bevor sie gemeinsam davon stürmten, lediglich der kleine blieb einen Moment stehen und blickte zu ihr zurück um zu winken.
Vara sah ihnen nach, wie sie über die Wiese tollten.
Ein wenig erinnerte sie das an sich selbst und Teiz, wenn sie sich aus dem Schloss davon gestohlen hatten um einfach mal Kind zu sein.
Diese Momente hatte es nur viel zu selten gegeben.
Sie setzte ihren Weg zurück in das Stadtinnere fort.
Sie musste zurück zu Teiz und eine Strategie ausarbeiten wie sie weiter vorgehen würden.
Der besagte kam ihr schließlich mit einem ernsten Gesichtsausdruck entgegen „Dieses Ungleichgewicht besteht überall“.
„Es ist als hätten die Menschen ihre Sicht für das Wesentliche versperrt“ entgegnete sie ruhig.
Gemeinsam setzten sie den Weg zurück in Richtung Shuttle fort.
Es dämmerte bereits und sie mussten dort noch ihr Lager aufschlagen.
Sich ein Hotel in dieser trüben, hasserfüllten Stadt zu nehmen, kam in ihrer aktuellen Situation nicht in Frage.
„Konntest du herausfinden, ob deine Enchantix-Fähigkeiten anschlagen?“ erkundigte sich der Spezialist.
Sie nickte „Ich kann mit dem Feen-Staub den Fluch aufheben. Jedoch habe ich keinen Einfluss auf die Wolkendecke. Solange das Relikt nicht an seinem Platz ist sieht der Planet aus wie er aussieht“.
„Aber wir können etwas an der Einstellung der Menschen ändern“ Teiz blickte sie entschlossen von der Seite an „Dieses Elend kann man sich keinen Moment länger mitansehen“.
Dieser gesamte Anblick schien auch bei ihm einen Schalter umgelegt zu haben und er wirkte froh sich mit für diese Reise entschieden zu haben.
„Allerdings, jedoch kann ich auch nicht einfach über der Stadt herfliegen und großräumig meinen Feen-Staub verteilen… die Bewohner werden den Schock ihres Lebens kriegen und mich vielleicht sogar angreifen“.
„Wir werden uns etwas überlegen“ entgegnete Teiz ihr nur und legte einen Arm um die Schulter seiner Schwester.

Die Dunkelheit brach herein.
Das Lagerfeuer flackerte beruhigend vor sich hin und warf Schatten an die umliegenden Bäume.
Ich blickte zu Daro herüber der entspannt und in sicherer Entfernung zusammengerollt auf dem Boden lag.
Teiz entfachte das Feuer weiter mit ein paar Holzscheiten, bevor er sich an meine Seite setzte.
Das Shuttle hatten wir zuvor gesichert und das Lager außerhalb vorbereitet.
Teiz streckte die Arme hinter den Kopf und starrte in die Glut.
Er lehnte entspannt an einem Baum, die Beine übereinander gelegt „Das hier erinnert mich an etwas“.
„An was?“ fragte ich nach ohne ihn anzusehen.
„Erinnerst du dich an jene Nacht des Krieges, als wir gezwungen waren das Schloss zu verlassen, weil das Bataillon die Tore gesprengt hat?“.
„Wie könnte ich das vergessen… nie zuvor waren sie so weit vorgedrungen“ fast wäre es mir lieber gewesen, wenn Teiz diese furchtbaren Tage nicht angesprochen hätte „Nur weil Vater sämtliche Mächte der goldenen Flügel entfesselt hat, konnte er sie zurück schlagen. Ich erinnere mich, dass wir die Erzitterungen selbst im Wald gespürt haben“.
„Ja… Jeder Flügelschlag für sich setzte so viel Energie frei, dass es im ganzen Land zu spüren war. Die Erschütterungen kamen im Minuten-Takt“.
„Unfassbar, dass eine einzige Macht eines Planeten so viel Kraft besitzt“ überlegte ich.
„Wie wir hier sitzen und auf den Tagesanbruch warten, erinnert mich an jene Nacht. Wir saßen dort Rücken an Rücken inmitten der Paladine die uns schützen sollten. Wir haben zum Himmel gesehen und wie im Takt des Herzschlages auf die magischen Wellen gewartet. Uns war damals gar nicht wirklich bewusst, dass es auch anders hätte ausgehen können“.
Ich sah in die Baumkronen hinauf „Nein, nicht wirklich. Wir waren viel zu jung um das wirklich zu begreifen“.
Plötzlich raschelte es hinter uns.
Vor Schreck fuhr ich zusammen.
In Sekundenschnelle stand Teiz auf den Beinen und zog seine Waffe.
„Hilfe! Zu Hilfe!“ kam jedoch auf einmal das Geschrei aus der Ferne, dass sich mit dem Rascheln immer weiter näherte.
„Das ist ein Kind“ stellte der Spezialist verblüfft fest und senkte den Kampfstab.
Kurz darauf sahen wir den Jungen und ich erkannte ihn sofort „Tommy?“.
„Gott sei Dank! Ich hab euch gefunden!“ keuchte der Kleine außer Atem und sah aus, als sei er Kilometer weit gerannt, die Augen tränen überströmt.
Plötzlich viel er auf die Knie und faltete die Hände vor dem gesenkten Gesicht „Bitte! Ich bitte euch! Helft mir! Das Haus brennt! Sie können nicht raus und niemand tut etwas. Es ist als wären alle Menschen nur noch leere Hüllen. Ich flehe euch an. Helft mir oder sie werden sterben“.
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