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Fee der magischen Energie

von Seilix
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Palladium
18.08.2017
23.02.2021
94
415.867
41
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Dieses Kapitel
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10.09.2017 3.557
 
Ich kam an diesem frühen Abend mit etlichen Zetteln und Büchern unter dem Arm in meiner Wohnung an.
Ich öffnete die Tür mit dem Ellenbogen und schloss sie, als ich drin war, mit dem Fuß.
„Warst du wieder in der Bibliothek?“ überfiel mich Amaryl sofort, die sich auf einem der Sofas breit gemacht hatte.
Ich nickte nur dürftig und schleppte alles auf den Couchtisch „Ja und was habt ihr so den Tag über getrieben?“.
Plötzlich begannen die Mädchen nur zu grinsen.
Ich blickte irritiert von einer zur anderen.
Selbst Alice hatte dieses merkwürdige, scheinheilige Grinsen drauf.
„Ist irgendwas?“.
„Du wirst nicht glauben was wir gefunden haben Vara“ rief Katy begeistert.
„Achja?“.
„Ja! Schaus dir an!“ rief Amaryl und hielt mir einen weißen Umschlag unter die Nase.
Ich nahm ihn und wendete das Ding herum „Was ist das?“.
Ich konnte nichts darauf erkennen, es war nicht einmal betitelt.
Doch Amaryls Grinsen ging über das ganze Gesicht „Das sind die Antworten auf den Test morgen!“.
„Woher weißt du das denn?“ fragte ich misstrauisch.
„Weil er Professor Wizgiz runter gefallen ist“ dieses Grinsen wurde mir langsam unheimlich „Ich wollte ihn ihm zurück geben, aber da war er schon weg“.
„Ist das nicht super? Jetzt müssen wir nicht mehr dafür lernen!“ rief Katy enthusiastisch.
„Ist das euer Ernst?“ ich zog eine Augenbraue hoch und stemmte die Arme in die Hüfte.
Amaryl seufzte „Sei jetzt bitte nicht der Spielverderber Vara“.
„Okay“ ich griff nach meinen Unterlagen und packte die Bücher „Ich werde nichts sagen“.
Ich trat in Richtung meines Zimmers, die Tür öffnete ich mit einem Schubs meines Hinterteils.
„Du willst wirklich nicht rein sehen?“ fragte Amaryl noch einmal nach.
Ein tiefes Schnauben ihrerseits verriet mir, dass sie mit meiner Reaktion alles andere als glücklich war.
Ihre anfängliche Freude war verflogen.
Ich legte die Bücher in mein Zimmer und zog lediglich meine Aufschriebe über die Zauber heraus.
„Nein“ antwortete ich einfach und kam wieder heraus „Ich finde das nicht richtig, lieber verhaue ich den Test als zu betrügen“ belehrte ich sie.
Katy verdrehte die Augen „Also machst du doch den Spielverderber“.
Ich nahm eine entschuldigende Haltung ein „Sorry, aber ich meine es ernst. Gebt den Umschlag zurück, ihr braucht sowas nicht“.
„Na du vielleicht nicht“ Amaryl reagierte zickig „Du bist auch Klassenbeste, du hast bisher keine einzige Klausur verhauen, dir schadet‘s ja nicht“.
Ich verdrehte die Augen „Na gut, ich hab eh keine Zeit“.
„Du gehst schon wieder?“ Alice sah mich beinahe traurig an.
„Ja, tut mir leid, aber es ist wichtig“ ich trat bereits zur Tür.
„Natürlich, wie jedes Mal“ auch das besserte Amaryls Laune nicht.
„Hey, seht‘s positiv, so steh ich zumindest nicht zwischen euch und dem Umschlag“ ich begann ihnen zum Abschied noch einmal zu winken.

Als ich einige Stunden später zurück kam war es erstaunlich ruhig in der Wohnung.
Ich trat ein und es war vollkommen dunkel.
Schliefen die drei etwa schon?
Ich konnte es mir kaum vorstellen.
Ich trat in unser Zimmer und merkte tatschlich, dass Amaryl schon im Bett lag.
Ich tippelte leise ins Bad und in mein eigenes Reich.
Noch ein prüfender Blick auf meine Freundin, doch diese regte sich nicht.

Am nächsten Morgen stand ich über pünktlich auf.
Amaryl war aber bereits auf.
Ich zog mich an und knotete einmal mehr meine Haare notdürftig zusammen.
Hinter der Tür hörte ich meine Freundinnen miteinander reden.
Ich schlug die Tür auf.
„Also dann Mädels, alle bereit für den Test?“ rief ich hinaus und fühlte mich selbst nicht wirklich bereit dafür.
Ich hatte nichts gelernt und musste mich damit auf mein noch vorhandenes Wissen des Unterrichts verlassen von dem auch nicht sonderlich viel hängen geblieben war, wie ich feststellen musste.

Amaryl stand mit dem Rücken zu mir, drehte sich aber erschrocken um, als sie mich hörte.
Ebenso erschrak ich vor ihrem Gesicht „Oh Gott, Amaryl!“.
Erst mit dem zweiten Blick vielen mir auch Alice und Katy auf.
Sie alle hatten diese merkwürdigen, braunen Flecken im Gesicht.
„Sag einfach nichts, bitte“ flehte Amaryl, die sich entnervt an den Kopf fasste.
Ich trat vorsichtig auf die Mädchen zu und fragte dennoch „Was ist denn euch passiert?“.
„Der Umschlag!“ knirschte Katy wütend.
„Wieso der Umschlag?“.
Alice seufzte „Wir haben ihn aufgemacht nachdem du weg warst und dann…BUMM“.
„Nicht dein ernst?“ mir blieb der Mund offen stehen.
„Doch“ ich sah eine richtige Wutfalte an Amaryls Schläfe.
Bei diesem Anblick hätte man lachen können, doch mir war absolut nicht zum Lachen zumute.
Eher war ich schockiert, dass sie einen solchen Umschlag von Professor Wizgiz hatten.
„V-Vielleicht sichert er so seine Sachen?“ versuchte ich eine Erklärung dafür zu finden, doch ich merkte schnell, dass vor allem mit Amaryl und Katy heute nicht gut Kirschen essen sein würde.
Trotzig und ohne ein weiteres Wort stolzierten sie aus der Wohnung, Alice und ich hinterher.
Alice schämte sich nur in Grund und Boden, während wir durch das gesamte Schulhaus liefen und jeder ihre Gesichter sehen konnte.
Sämtliche Feen aus anderen Klassen fingen an zu kichern, als wir an ihnen vorbei kamen.
„Hätten wir diesen doofen Umschlag doch nie aufgemacht“ flüsterte die blau-haarige Fee neben mir „Wir hätten auf dich hören sollen“.
Sie tat mir irgendwie leid…

Wir kamen in den Klassenraum und Amaryl blieb erst einmal wie angewurzelt stehen.
„Was ist?“ fragte ich und quetschte mich an ihr vorbei.
Nun stand ihr der Mund offen und ich entdeckte auch gleich warum.
Sämtliche andere Schülerinnen auf ihren Plätzen hatten dieselben Flecken im Gesicht wie sie selbst.
„Gibt’s ja nicht…“ flüsterte ich.
Sämtliche Klassenkameraden saßen still und unbeteiligt an ihren Tischen.
Auch meine drei Mitbewohnerinnen setzten sich einfach auf ihre Plätze.
Ich mich wie immer neben Amaryl, die immer noch schmollte.
Kaum zwei Minuten später kamen die letzten Schülerinnen herein von denen ich sofort erleichtert war.
Die Winx kamen ebenfalls fleckenlos.
Auch Tecna und Stella blieben erst mal wie angewurzelt stehen, sodass sich der Rest an ihnen vorbei quetschen musste.
„Was ist denn hier passiert?“ fragte Musa schockiert.
Bloom begann stattdessen einfach zu lachen „Ich hab keine Ahnung, aber das sieht aus, als könnte es noch lustig werden“.
Amaryl streckte ihr die Zunge heraus.
Die Mädels setzten sich wieder die Tischreihe hinter mich.
„Hey, Vara hat auch keine Flecken“ bemerkte Flora.
„Nein und ich bin froh, dass ich nicht die Einzige bin“ entgegnete ich gut gelaunt.
Kurz darauf betrat Professor Wizgiz den Raum, der sich ebenfalls gut gelaunt vor die Klasse stellte „So, so, fein, fein“.
Er lachte schon beinahe gehässig, als er die Gesichter seiner Schülerinnen sah.
„Wie ich sehe ist alles nach Plan gelaufen“.
„Was soll das denn heißen, alles ist nach Plan gelaufen?“ Amaryl war wütend aufgesprungen.
Sie war mal wieder viel zu impulsiv.
„Amaryl, setz dich hin. Ich werde euch alles erklären“.
Ich tauschte mit den Winx ein paar irritierte Blicke.
Der Professor war wirklich gut gelaunt, doch Flora unterbrach ihn kurz „Ähm, Professor Wizgiz, wir haben gestern diesen Umschlag gefunden und wir dachten, sie hätten ihn vielleicht verloren“.
Kurzerhand zückte die Blumenfee genau denselben Umschlag, den Amaryl mir gestern Abend noch gezeigt hatte.
Ich begann zu kichern. Jetzt wurde mir einiges klar.
Um uns herum begann das wütende Getuschel.
Der Professor sprang zu ihr und nahm den Umschlag an sich „Danke sehr, er gehört tatsächlich mir“ er begutachtete ihn einen Moment und ich sah genau wie er einen kleinen Zauber darauf legte „Und jetzt würde ich ihn gerne vor der ganzen Klasse öffnen“.
Plötzlich gingen die Mädchen mit den Flecken im Gesicht in Deckung.
Das war doch wirklich zu komisch.
„Was ist denn meine Lieben? Es ist doch bloß ein Umschlag. Wieso habt ihr solche Angst?“ er machte sich wirklich lustig.
Wie gemein der Professor doch sein konnte.
„Ich verstehe gar nicht, warum ihr so nervös seid“ schließlich zerriss er ihn und heraus kam ein ganz kleiner Knall.
Ich kam aus dem Gekicher gar nicht mehr heraus.
Doch ich musste wirklich sagen, dass sie es allesamt verdient hatten.
„Also schön, jetzt da wir den Test beendet haben, können wir ja mit dem Unterricht fort fahren“ dieser Professor.
Das war tatsächlich der Test? Das war alles? Da wäre Lernerei ja mehr als umsonst gewesen.
„Was!?“ brüllte Amaryl wieder heraus „Das war der ganze Test?“.
„Ja, so ist es“ nun war Wizgiz wieder ganz ernst „Ihr habt alle einen Umschlag gefunden und ihr habt alle gedacht, er würde die Lösungen für den Test enthalten. Nun, das Ergebnis ist für jeden deutlich sichtbar. Ihr konntet selbst entscheiden, ob ihr den Test besteht oder nicht. Diejenigen von euch, die der Versuchung nicht widerstehen konnten tragen die Folgen im Gesicht“.
Kurz darauf bat er sämtliche Schülerinnen, denen er das Bestehen ansehen konnte nach vorne „Ich bin wirklich stolz auf euch Mädchen, ihr bekommt alle die höchste Note die es gibt. 1+“.
„Juhu ich hab den Test bestanden!“ Stella war so aus dem Häuschen, das sie den Professor sogar umarmte und in die Luft warf.
Allerdings hatte sie es mit dem Fangen nicht so.
Wizgiz krachte zurück auf den Holzboden, räusperte sich jedoch nur kurz „Nun, ihr habt alle gelernt, dass es noch ein langer Weg ist bis ihr Feen seid, aber keine Sorge ihr steht erst am Anfang und ihr werdet alle noch lernen, wie wichtig Ehrlichkeit im Leben ist und auch wie man unrechten Versuchungen wiederstehen kann. Wer eine gute Fee ist, trägt auch eine große Verantwortung. Lasst euch das durch den Kopf gehen“.
Wir waren alle noch in unserem kleinen Freudenrausch, als es über unseren Köpfen kurz klatschte.
„Darf ich kurz um eure Aufmerksamkeit bitten“ schon wieder Griselda, die oben auf der Tribüne stand „Morgen wird eine Versammlung stattfinden, es geht darum die Anordnung des anstehenden Elternsprechtages festzulegen“.
Was für ein hervorragendes Timing für eine solche Neuigkeit und damit war die gute Laune dahin.

In jener Nacht saß ich noch lange wach.
Amaryl hatte schnell einschlafen können, so vernahm ich nur ihre gleichmäßige Atmung.
Ich saß an meinem Schreibtisch und lehnte mich auf dem Stuhl zurück.
Nur meine kleine Lampe erleuchtete mein Eck ein wenig.
Elternsprechtage… meine Familie war ein einziges Wrack…
Ich wusste nicht wo mein Vater steckte, meine Mutter lebte nicht mehr und mein Großvater…
Eher würde ich sterben, als mich auch nur bei diesem hasserfüllten Diktator zu melden.
Diese Totenstille um mich herum ließ mir einen Schauer über den Rücken jagen.
Zum wiederholten Male sah ich mich im Zimmer um, doch nichts…
Alles normal. Amaryls Atmung war unverändert und beruhigte mich ein wenig.
Ich schluckte und umgriff meine Arme.
Irgendwie war das eine komische Nacht.

Am nächsten Tag kümmerten Flora und ich uns wieder um Mirta, die noch immer ein Tick zu orange für unseren Geschmack war.
Wir bündelten sogar unsere Kräfte, doch wir schafften es einfach nicht.
Schließlich setzten wir uns völlig ausgelaugt an den Tisch.
„Tut uns leid Mirta, dass es doch so lange dauert. Wir brauchen wohl doch etwas anderes“ überlegte ich niedergeschlagen.
„Ja…“ Flora wirkte müde.
„Ist alles klar?“ fragte ich nach „Wo stecken eigentlich die Mädels?“.
„Vermutlich wieder im Bett“ entgegnete Flora und rieb sich selbst die Augen „Wir sind gestern Nacht zwei Mal wach geworden. Die Mädels hatten Albträume“.
„Albträume?“ fragte ich „Nun ja, jetzt wo du es sagst, ich war gestern Nacht auch ziemlich beunruhigt. Es war irgendwie eine düstere Aura in der Nähe… zumindest kam es mir so vor“.
„Genauso hat mich Mutternatur auch allarmiert“ antwortete sie mir „Aber es kommt noch besser“.
Ich hörte Floras Erzählung weiter zu „Als wir das zweite Mal wach geworden sind habe ich Kontakt zu Mirta aufgenommen und sie sagte, dass hier ein Monster in der Gegend herum schleicht. Vermutlich eine Art Traumfresser“.
Ich riss die Augen auf „Nicht wirklich…?“.
„Doch, wir wollen uns heute Nacht auf die Lauer legen um es zu erwischen“ antwortete sie.
„Verstehe… denkst du das ist wieder ein Zauber dieser Hexen?“ dabei sah ich auf Mirta.
„Möglich wäre es“.
„Wenn das so ist und das Monster wieder kommt, dann sollten wir vorbereitet sein“ überlegte ich.
„Wir?“ fragte Flora überrascht.
„Natürlich“ antwortete ich „Ich werde euch helfen, was denkst du denn?“.
Die Blumenfee musste lächeln „Na gut, dann können wir also wirklich auf dich zählen?“.
„Na jederzeit“ versicherte ich „Wir bleiben einfach in Kontakt. Ich habe eine Topfpflanze neben meinem Bett stehen. Du schickst ihr einfach eine Nachricht wenn das Monster auftaucht, dann bin ich sofort da“.
„Das wäre wunderbar“.
„So und jetzt arbeiten wir weiter an einem Gegenzauber“ ich war wieder einmal der Enthusiasmus selbst.

An diesem Abend war ich wirklich hundemüde, doch ich musste mich zwingen wach zu bleiben. Ich verspürte dieselbe Energie wie am gestrigen Abend.
Das gleiche Gefühl und der gleiche Schauer.
Das musste bedeuten, dass dieses Monster auch heute wieder herum schlich.
Ich wartete und sah immer wieder auf die Uhr.
Amaryl schlief natürlich schon.
Ich hatte ihr nichts von den Vorkommnissen erzählt, doch möglicherweise brauchte ich doch ihre Hilfe wenn es soweit war.
1:00 Uhr Nachts und beinahe wie auf den Glockenschlag bewegte sich plötzlich meine Pflanze, die sich um mein Handgelenk schlängelte um mich zu wecken.
Das war Floras Zeichen.
Das Monster war in der Nähe!
Ich sprang aus dem Bett „Amaryl, Amaryl wach auf, ich brauch deine Hilfe“.
Meine Freundin regte sich langsam „Man, was willst du denn?“.
Sie sah auf die Uhr „Vara, es ist ein Uhr Nachts, geh wieder schlafen“.
„Nein Amaryl“ ich zog sie am Arm „Hier passiert irgendetwas, hol Direktorin Pharagonda“.
„Ist das jetzt wirklich dein Ernst?“ murrte sie genervt.
„Ja! Es ist wichtig, die Winx sind in Gefahr“ ich rannte bereits in Richtung Ausgang.
Durch den Lärm blickten auch Katy und Alice verschlafen aus ihrem Zimmer.
Ich hastete aus der Wohnung und rannte den Gang entlang.
Doch als ich an ihrem Zimmer ankam waren die Winx bereits weg.
Vermutlich verfolgten sie das Biest.
Aber wo waren sie hin?
Plötzlich hörte ich nur ein Klirren und Kampfgeräusche.
Ich sah aus dem Fenster und entdeckte sie draußen.
Unterhalb auf dem Schulhof flogen sie über dem Biest.
Sie kämpften mit einem Dinosaurier-großen Monster, das ihre Angriffe mit Leichtigkeit parierte.
Tecna und Musa sah ich bereits am Boden liegen.
„Oh nein“ entfuhr es mir.
Ich musste dort raus „Enchantix!“.
Im Bruchteil einer Sekunde stand ich in meiner Feen-Gestalt im Gang und wandte einen Teleportationszauber an, der mich auf die andere Seite der Scheibe beförderte.
Ich flog in der Luft und raste auf die Bestie zu.
Noch während dem Anflug schwang ich meine Arme in der Luft vor mir her und das gleißende Licht meiner grünen Energieklingen erschien.
Sie schossen auf das Vieh zu, welches aufschrie.
Es blickte sich nach mir um „Hey, hier bin ich!“.
„Vara! Ein Glück!“ hörte ich Flora, die auch schon ziemlich erledigt war.
Sie und Bloom konnten sich kaum noch auf den Beinen halten.
Allerdings entdeckte ich noch drei andere Mädchen.
Mädchen die ohne Flügel flogen. Hexen!
Eine in blau mit schneeweißem Haar, die zweite rot gekleidet mit schwarzen Locken und die Dritte hatte brünettes, ewig langes Haar und trug lila.
„Eine Enchanitix-Fee?“ hörte ich die erste Hexe.
„Ihr müsst Icy, Darcy und Stormy sein“ fasste ich meine Informationen zusammen.
Stormy knurrte „Ist doch nicht zu fassen, immer kommt uns jemand in die Quere“
„Reg dich nicht auf Schwester, immerhin ist es nur eine ihrer Sorte, gegen drei von unserer“ Icy ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.
„Hey, versucht das Vieh in Schach zu halten“ rief ich nach unten „Ich übernehme ab hier bis Verstärkung da ist“.
„Verstärkung?!“ fragte Darcy schockiert.
Im selben Moment schoss ich bereits einen Energiestrahl ab, der die Hexen direkt traf, sie sich jedoch halten konnten.
Das hier war anders als in der Simulation.
„Du kleine Mist-Fee!“ Icy schoss einen Eisstrahl.
Ohne mich zu bewegen spannte ich meine Flügel auseinander und wurde sofort in die Luft gehoben.
„Was?“ die Hexe war verblüfft, schließlich hatte sie nicht einen einzigen Flügelschlag gesehen.
„Na wartet“ entgegnete ich und flog in den nächsten kleinen Luftstrom, der mich in Windeseile nach vorne beförderte.
Erneut konzentrierte ich mich und schoss eine Energiekugel auf Icy ab, die schließlich fiel.
„Schwester!“ Darcy flog zu ihr.
Gerade wollte ich mich um Stormy kümmern, als ich eine strenge Stimme hinter mir vernahm „Was ist hier los?!“

Erschrocken blickte ich zurück und sah meine Freundinnen am Boden liegen.
Ich war so mit den Hexen beschäftigt gewesen, dass ich gar nicht bemerkt hatte wie sie litten.
Aus dem Gebäude kam die Direktorin gestürmt.
Im Nachthemd und gereizt bündelte Pharagonda ihre Kraft und griff die Bestie mit ihren Zaubern an.
Ich unterstützte sie mit meinen Klingen dabei.
„Lasst sofort meine Mädchen in Ruhe!“ rief die Direktorin und holte ein weiteres Mal aus.
In sämtlichen Flügeln der Schule wurde das Licht angeknippst.
Der Lärm weckte sämtliche Feen und Professoren.
Sie alle kamen nach draußen und erblickten das Geschehen.
Ich musste sie insgeheim loben „Sehr gut Amaryl!“.
Beinahe allein vernichtete Pharagonda den Traumfresser, der in ihrem Licht verschwand.
Die Hexen konnten nichts unternehmen, so machtlos wie sie gegen eine komplette Schule waren.
Ich landete bei Bloom um ihr aufzuhelfen, die noch bei Bewusstsein war.
Unsere Direktorin war wutentbrannt.
Sie flog den Hexen hinterher um sie ein für alle Mal zu verjagen.
Die fremden flüchteten.
Anschließend kam sie zurück „Kann mir jemand erklären was hier passiert ist?“.
Sie landete vor unseren Füßen.
Die erste Fee die ich kannte, die ohne ihre verwandelte Gestalt fliegen konnte.
„Wir haben nicht die geringste Ahnung Miss Pharagonda, wir wissen auch nur, dass das Monster uns angegriffen hat“.
Nach und nach kamen die Winx wieder auf die Beine.
Ebenso Stella „Und wir wollen lieber nicht daran denken was passiert wäre, wenn Sie nicht zufällig gekommen wären“.
„Ich wurde von euren Mitschülerinnen geweckt“ antwortete diese „Und das war wohl auch allerhöchste Zeit“.
Die komplette Schule mit sämtlichen Professoren hatte sich inzwischen auf dem Hof versammelt.
„Ich habe das Gefühl, dass Miss Griffin wissen wird was passiert ist, jedenfalls hoffe ich das!“.
Seit ich an dieser Schule war, hatte ich Direktorin Pharagonda nie so wütend gesehen.
„Geht’s wieder?“ fragte ich Bloom, die ich noch immer halb hielt.
Sie nickte schwach und dankbar.
Palladium und Wizgiz kümmerten sich bereits um die anderen.
„Vara, ist alles okay?!“ Amaryl, Alice und Katy kamen zu uns gerannt.
Ich lächelte sie an „Ja uns geht‘s gut, dank euch“.
„Ihr habt Direktorin Pharagonda gerufen?“ fragte Bloom.
„Wir haben absolut alle geholt“ entgegnete meine Zimmergenossin „Nachdem Vara mich so unsanft geweckt hat und ich einen Blick raus riskiert habe, sind Alice, Katy und ich durch das ganze Gebäude gerannt“.
Sie musste beinahe lachen.
Diese Feen.

Bereits am nächsten Morgen lief alles relativ normal ab.
Es wurde niemand schwerwiegend verletzt und es waren keine Schäden entstanden.
Das Einzige was noch etwas saß, war der Schock bei einigen Feen.
Ich verbrachte inzwischen verdammt viel Zeit mit den Winx.
Amaryl reagierte immer zickiger, aber ich musste Prioritäten setzen.
Flora und ich probierten weitere Zauber aus, doch keiner gelang und ich wusste, dass Mirta auch eimälig die Hoffnung verlor.
Ich atmete tief durch.
Flora griff sich an den Kopf „Und jetzt?“.
„Ich werde mich wieder in die Bibliothek setzen müssen“ seufzte ich.
Langsam saß ich wirklich auffällig oft zwischen diesen magischen Büchern herum.
Hoffentlich hatte Barbatea noch nichts gemeldet.
Die Bibliothekarin kannte mich inzwischen vermutlich besser, als sämtliche andere Professoren.
„Ich geh dahin Stella!“.
„Bloom, nein. Das solltest du lieber sein lassen. Das gibt nur Ärger“.
Die Prinzessin und die Rothaarige kamen plötzlich aus Stellas Zimmer gelaufen.
Flora und ich sahen uns überrascht an, wie Bloom beinahe schon bockig vor uns stehen blieb.
„Was ist denn hier los?“ fragte ich vorsichtig.
„Könnt ihr ihr ausreden zur Roten Fontäne zu gehen um Brandon zu treffen?“ Stella schien ratlos.
„Du willst jetzt zur roten Fontäne?“ auch Flora war überrascht.
Ich biss mir auf die Unterlippe „Nein, das ist heute wirklich keine gute Idee. Die sind heute doch vollkommen mit ihrem jährlichen Festival beschäftigt. Da ist für ungeladene Gäste kein Zutritt“.
„Das ist mir egal“ rief Bloom aus.
„Was schreit ihr denn hier so rum?“ auch Musa und Tecna waren schließlich aufgeschreckt und kamen aus ihrem Zimmer.
Stella seufzte „Könnt ihr vielleicht mit ihr reden? Bloom dreht völlig durch“.
„Wieso? Was hat sie vor?“ Tecna war zunächst so irritiert wie wir.
„Sie will unbedingt zu der Vorführung gehen“ seufzte ich.
Musa sah uns an „Hat sie denn ‚ne Einladung?“.
„Nein“ widersprach Flora „Sonst wäre das ja alles kein Problem, stimmt’s?“.
„Ich muss unbedingt mit Brandon reden“ versuchte Bloom uns klar zu machen „Er geht mir aus dem Weg und ich will wissen warum“.
Stella verschränkte die Arme „Gib‘s zu, du bist verknallt!“.
Ich musste kichern.
„Nein bin ich nicht“ die Rothaarige fing an verlegen mit ihren Fingerspitzen zu spielen „Wir sind nur Freunde“.
Stella kam neckisch auf sie zu „Tja, wenn das so ist wüsste ich nicht warum ich dafür gegen die Regeln verstoßen sollte, du etwa?“.
Ich schüttelte zustimmend den Kopf „Man Stella, du kannst echt gemein sein“.
Bloom seufzte „Ja, ich geb‘s ja zu… ich steh total auf ihn, aber ich weiß nicht wie er darüber denkt. Darum muss ich unbedingt mit Brandon reden“.
Damit waren die Mädels wohl zufrieden.
„Na gut, wir gehen alle zusammen zu der Show“ Flora sah mich an.
„Meinetwegen, dann kann ich Daro bei der großen Drachenshow sehen“ schwärmte ich schon fast.
„WoW Vara, dein Typ ist ein Drachenreiter?“ fragte Musa beinahe schon beeindruckt.
Ich musste grinsen „So in etwa“.
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