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Fee der magischen Energie

von Seilix
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Palladium
18.08.2017
23.02.2021
94
415.867
41
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09.01.2019 3.974
 
„Ein sonniger, wundervoller Tag. Perfekt zum Shoppen und wir sind meilenweit von Alfea entfernt mitten in der Pampa beim Training“ die Blondine verschränkte meckernd die Arme vor dem Körper, während sie und die anderen Winx eine nach der anderen bei ihrem Spezialtraining beobachteten.
„Beschwer dich besser nicht Stella“ tadelte Tecna mit einem Grinsen „Das hier ist ein Trainingsareal das Pharagonda speziell für die Enchantix-Feen eingerichtet hat und im Angesicht der neusten Vorkommnisse können wir wirklich jedes Training im Kampf gegen Valtor gebrauchen“.
Seit sie nun alle wieder als Winx Club beisammen waren und selbst Bloom nach ihrer Reise nach Pyros ihr Enchantix durch reine Willenskraft erlangt hatte und Tecna aus der Omega-Dimension gerettet war, waren die Mädchen als neue Einheit stärker denn je.
Genau das nutzten ihre Professoren nun aus um die neu erworbenen Kräfte zu stärken.
Somit befanden sie sich hoch oben über einem weit entfernten Teil des Dunkelwaldes, wenn dieser Wald überhaupt noch dazu gehörte, und behaupteten sich eine nach der anderen gegen sogenannte „Energie-Wesen“.
Diese Wesen konnten den Feen mit nur einer Berührung sämtliche Energie entziehen, jedoch waren sie unter der strengen Beobachtung von der Direktorin, Griselda, Palladium und Wizgiz, sicher.
Gerade war Musa an der Reihe, nachdem sich Flora und Tecna bereits hervorragend behauptet hatten.
Die Blumenfee trat indessen zu ihren Freundinnen „Vara hatte mir zuvor bereits einmal davon erzählt, allerdings konnte ich mir nicht vorstellen, dass dieses Training wirklich so schwierig ist“.
„Und vor allem gefährlich“ warf Layla dazu und beobachtete, wie Musa das Energie-Wesen mit einer Schlafmelodie zur Ruhe brachte.
Griselda wies indessen Bloom an sich zu verwandeln.
Diese folgte natürlich und brachte sich in Position, während sich Wizgiz unauffällig von der Gruppe entfernte um einen Anruf entgegen zu nehmen.
Palladium ließ das Wesen los und Bloom startete direkt einen Frontalangriff.
„Eine komische Strategie“ analysierte Tecna sofort „Sie verringert den Luftwiederstand um die Kreatur und verlangsamt sie dadurch signifikant“.
Jedoch schien etwas nicht ganz zu funktionieren, als habe sich die Drachenfee mit ihrer Energie verschätzt.
Sie hatte Schwierigkeiten damit ihre Magie aufrecht zu erhalten.
„Sieht aus als ob sie die Kontrolle verliert“ entfuhr es Layla, wie Flora „Griselda, Sie müssen etwas unternehmen“.
Doch genau im selben Augenblick bündelte Bloom sämtliche Kräfte die ihr zur Verfügung standen und schoss die Kreatur über den Horizont hinweg, doch zu einem hohen Preis.
Ohne sämtliche Energie verlor sie ihre Verwandlung und fiel in Richtung des Waldes hinab.
Pharagonda rettete sie zwar, erklärte jedoch auch sogleich, dass Blooms Kräfte durch die unübliche Weise an ihr Enchantix gekommen zu sein, noch nicht ausgereift seien und sie daher vorsichtig mit ihnen umgehen müsse.
Palladium war dabei Layla zum Training aufzufordern, als er jedoch von Griselda unterbrochen wurde, die sich mit Wizgiz ausgetauscht hatte.
„Avalon hat uns soeben eine Nachricht übermittelt. Eines der Schiffe der roten Fontäne, die gestern Nacht den Wolkenturm unter Kontrolle bringen sollten ist in Alfea eingetroffen“.
„Was wollen die in Alfea?“ platzte es verständnislos aus Stella heraus.
„Nun, es scheint als wäre Valtor verschwunden, damit war es für die Spezialisten kein Problem den Wolkenturm zurück zu erobern, allerdings haben sie jemand anderen gefunden. Sie haben Varanda zurück gebracht…“.
Sofort rissen sämtliche Winx die Augen auf.

*

Das Shuttle der Spezialisten stand noch immer.
Avalon erwartete Pharagonda bereits vor dem Gebäude und führte sie augenblicklich hinein.
„Wo ist sie?“ platzte es als erstes aus Palladium heraus.
„Ophelia hat sie sofort unter ihre Fittiche genommen um sie einmal voll zu untersuchen. Gesprochen hat sie jedoch noch keinen Ton“ erklärte Avalon „Professor Teiz von der roten Fontäne ist bei ihr. Er hat mir die Situation geschildert und scheinbar…“.
Der Paladin stoppte einen Moment und blieb stehen.
„Scheinbar was?“ hakte Layla ungeduldig nach, die mit den Winx natürlich ebenfalls Schritt gehalten hatte.
„Körperlich scheint es ihr gut zu gehen, doch es gibt eine andere verstrickung“.
Sofort wurde die Direktorin hellhörig „Mädchen, verzeiht mir, aber ich halte es für das Beste, wenn ihr uns zunächst allein mit ihr sprechen lasst“.
Mit diesen Worten ließen die Professoren ihre Schülerinnen schnellen Schrittes in Richtung der Behandlungszimmer stehen.
In Ophelias Büro angekommen, trat diese soeben aus einem der Räume.
Avalon sprach sie direkt an „Wie sieht es aus“.
„Ihr fehlt nichts“ brachte sie die Professoren auf den neusten Standpunkt „Jedoch scheint sie irgendetwas sehr mitzunehmen worüber sie nicht sprechen will“.
„Danke Ophelia“ entgegnete Pharagonda „Um den Rest werde ich mich mit Palladium und Griselda kümmern“.
Sie klopfte an der Tür des Zimmers ehe sie eintrat.

Teiz hob den Kopf, als die Tür geöffnet wurde.
Er saß auf der Behandlungscouch, die Arme über die Lehne gelegt.
Von Vara gab es nach wie vor keine Regung.
Sie saß auf dem Bett, den Kopf in Richtung Fenster gerichtet.
Der Spezialist hatte sofort gesehen was Sache war, nachdem er aus der Luke des noch fliegenden Shuttels gesprungen war.
Varanda war dort gesessen, vollkommen abwesend und apathisch und strahlte dabei heller als die Sterne in dieser Nacht.
Die zwei riesigen, goldenen Flügel eines Engels auf ihrem Rücken hatten sie bereits meilenweit zuvor sehen können.
Sie hatte mit Tränen in den Augen zu ihm aufgesehen und auch für Teiz war das ein Anlass zur Trauer.
Sie hatte nichts gesagt außer seinen Namen, ehe er sie in den Arm genommen hatte, womit die Flügel verschwanden.
Genauso saß sie nun auch vor dem Fenster, in jedem Moment wieder den Tränen nahe.
Als Pharagonda wohl die lange verschollene dort sitzen sah, entwich ihr ein nicht vermeidbares Ausatmen der Erleichterung.
Auch Griselda und Palladium drängten sich augenblicklich näher um sich der Enchantix versichern zu können.
Teiz winkte die Professoren und Direktorin näher herein „Sie hat sich selbst befreit, wie weiß ich allerdings nicht“.
Als er sprach wandte Vara zum ersten Mal den Kopf, doch die hoffnungslosen, verweinten Augen der Fee zu sehen schien einen jeden von ihnen zu erschrecken.
„Was ist passiert?“ verlangte Pharagonda augenblicklich zu wissen.
Der Spezialist seufzte und wendete den Blick noch einmal seiner Schwester zu. Kurzerhand sah er die nächsten Tränen die ihre Wangen hinab rannen.
„Die goldenen Flügel“ entgegnete Teiz leise und rieb sich dabei über die Augen „Vara… hat sie erweckt“.
Die Direktorin weitete die Augen. Sie wusste genau was das bedeutete „Das ist eine unglaubliche Neuigkeit und doch habe ich mehr das Gefühl euch mein Beileid aussprechen zu müssen“.
Teiz erhob sich bedrückt „Das wäre wohl auch angebrachter. Wir hatten immer Hoffnung… bis jetzt“.
Plötzlich erhob Vara ihre Stimme „Wir waren bescheuert zu glauben, dass er noch lebt“.
Teiz schluckte, konnte dem jedoch nichts entgegen setzen.
Die Enchantix stand auf „Mein Vater war ein guter König. Er hätte sein Volk niemals freiwillig verlassen, oder uns… was immer auf dieser Reise damals passiert ist, es hat ihn sein Leben gekostet“.
„Aber wieso erst jetzt?“ widersprach Teiz „Wieso hast du sie dann jetzt erst erweckt?“.
„Ich weiß es nicht!“ brüllte sie ihm entgegen „Aber das ist der Beweis… wahrscheinlich war ich einfach zu schwach“.
Pharagonda setzte sich vorsichtig neben ihre junge Professorin „Varanda, was immer gerade in dir vorgehen mag und alles was in den letzten Monaten passiert ist. Du bist mit absolut nichts alleine. Jeder hier in Alfea steht hinter dir, hinter euch“.
Sie legte ihr die Hand auf die Schulter, doch Vara scheute sich davor jemanden anzusehen „Das weiß ich jetzt…“.
„Gut, ich schlage vor, dass du dich erst einmal ausruhst. Wir werden uns dann in den nächsten Tagen noch einmal unterhalten. Melde dich bei Griselda wenn du etwas brauchen solltest“ sie drehte sich um und blickte ihren Professor an „Palladium wird dich auf dein Zimmer bringen. Schlaf dich aus“.
Pharagonda erhob sich, nachdem sie die Hoffnung eines zustimmenden Wortes aufgab und trat zur Tür zurück.
„Achte ein wenig auf sie“ gab sie schließlich zuletzt an Palladium weiter, ehe sie und Griselda den Raum verließen.
Bislang hatte er kein Wort von sich gegeben. Zu sehr schockierte ihn all das, was er erfuhr.
Es war sowohl schrecklich, als auch beeindruckend und er wusste absolut nicht wie er sich verhalten sollte.
Er überlegte sie anzusprechen, zum Gehen zu überreden, war jedoch wie festgewachsen.
Zu seinem Glück erhob Teiz ihr gegenüber das Wort und ergriff ihre Hände „Hör zu, ich muss los. Falls etwas ist, ruf an! Ich bin dann sofort bei dir“.
„Ich kann doch nicht immer nach meinem großen Bruder pfeifen wenn gerade was nicht passt“ entgegnete sie plötzlich mit einem erzwungenen Lächeln, das zwischen all den Tränen jedoch vollkommen fehl am Platz aussah.
„Wenigstens deinen ironischen Humor hast du nicht verloren“ er nahm sie schnell in den Arm „Wir stehen das durch…“.
„Jederzeit…“ entgegnete sie leise.
Palladium sah wie schwer es Teiz in diesem Moment fiel sie allein zu lassen. Beim vorbei laufen warf er ihm noch einen bittenden Blick zu „Pass auf sie auf. Du bist der Einzige dem ich sie anvertraue“.
Der Professor nickte.

Vara hörte natürlich jedes Wort und quälte sich langsam auf.
Die Sonne ging bereits wieder unter, doch dieses Mal sah sie die Dämmerung nicht mehr vom Wolkenturm aus und war mittlerweile wieder Gott froh darüber.
Auf dem Weg in den Professorentrakt sprachen sie kein Wort.
Varanda schien als sei sie in einer völlig anderen Welt.
Die Tränen waren mittlerweile getrocknet und doch war für jeden sichtbar, wie ein Stück von ihr fehlte.

Bei ihrer Zimmertür angekommen stoppte Varanda plötzlich.
Einen Moment blickte sie gedankenverloren auf das goldene Schild mit ihrem Namen.
„Ich hab das Gefühl als wäre ich Jahre nicht mehr hier gewesen“ flüsterte sie.
„Es waren nur ein paar Wochen“ versuchte Palladium ihr gut zu zu reden.
„Viel zu lange…“ sie öffnete die Tür und trat ein.
Erneut ein prüfender Blick durch den Raum, doch es musste alles so sein wie sie es hinterlassen hatte.
Der Elf war bislang nie hier gewesen, doch es erschien ihm für eine junge Professorin sehr typisch.
Kein unnötiger Schnickschnack. Ein Bett an der rechten Wand zu dem eine leichte Anhöhe führte. Dort ebenfalls eine Tür zum Balkon.
Kleiderschrank und Schreibtisch mit Bücherecke befand sich unterhalb der Anhöhe.
Ein paar Pflanzen im Raum verteilt und eine Säule die den Raum systematisch trennen sollte.
Er blieb an der Tür stehen und beobachtete seine Kollegin weiter.
Noch recht unsicher trat sie vorsichtig durch den Raum als fühle sie sich nicht so recht wohl.
Plötzlich bemerkte er ein kleines leuchtendes etwas, dass sich hinter seiner Schulter versteckte.
„Im Übrigen…“ begann Palladium vorsichtig anzudeuten „…gibt es da noch jemanden die dich sehr vermisst hat“.
„Was?“ überrascht drehte sich die Enchantix um und entdeckte sogleich das Köpfchen des kleinen Glühwürmchens, das sich nicht hinter Palladium hervor wagte.
„Glim…“ flüsterte sie sanft und entrang sich endlich ein wahres Lächeln, wenn es auch nur sehr leicht entwischte „…hab keine Angst. Ich bin wieder die Alte“.
Noch etwas überfordert mit der Situation wagte sich das Elfenkind zwar aus seinem Versteck, jedoch nicht zu weit von dem Professor weg. Dabei sah sie ihn fragend an.
„Ja, das ist deine Varanda“ bestätigte dieser schließlich, worauf sich Glim nicht zwei Mal bitten ließ.
Wie der kleine Wirbelwind der sie war, schoss sie ihrer Herzbandfee entgegen an den Hals.
Erneut entwischten der Fee ein paar Tränen, während sie das Glühwürmchen an sich drückte. Dieses Mal jedoch vor Freude.
Für Palladium war es ein befreiendes Gefühl sie endlich wieder in Alfea und in Sicherheit zu wissen. Sie war zurück.
Mit diesem erleichterten Gedanken überlegte Palladium zu gehen. Schließlich war Glim bei ihr und das war für Vara das größte Geschenk.
Sie würde ihre Ruhe brauchen um das Ganze zu verarbeiten und angemessen zu trauern.
Gerade fasste er diesen Entschluss sich umzudrehen, als es kam „Palladium… kannst du heute Nacht bei mir bleiben… bitte?“.
Überrascht über diese Bitte nickte er ohne darüber nachzudenken „Ja, natürlich!“.
Er trat in den Raum zu ihr und Glim „Ist alles in Ordnung? Wenn du irgendetwas brauchst, dann…“.
„Es ist alles in Ordnung“ sie klang durch und durch ruhig, jedoch etwas verschüchtert, während sie zu Boden sah „Ich möchte gerade einfach nicht allein sein“.
Sie drehte sich um und trat in Richtung des Balkons, dessen Türen sie öffnete um hinaus zu treten.
Sie beobachtete die untergehende Sonne. Palladium betrachtete das zunächst von der Ferne, doch das schien Glim überhaupt nicht zu passen.
Ohne das Vara es bemerkte, die wohl voll und ganz in ihren Gedanken versunken war, entfernte sich das Glühwürmchen von ihr und ging nun dem Elfen auf die Nerven.
Wieder und wieder flog das kleine Ding, wie eine aggressive Fliege um seinen Kopf herum.
„Was willst du denn?“ murrte er dem Elfenkind irgendwann zu „Jetzt lass ihr doch ihren Freiraum“.
Doch es ließ nicht locker und versuchte Palladium sogar in Varas Richtung zu schieben, natürlich nur mit mäßigem Erfolg.
Der Professor seufzte „Meinetwegen, wenn du damit Ruhe gibst“.
Vorsichtig näherte er sich der Schutzfee, die noch immer den Blick auf die inzwischen halb versunkene Sonne gerichtet hatte und wohl nichts anderes um sich wahrnahm. Die Augen starr und nichtssagend. Hände ohne Druck auf das Geländer gelegt. So stand sie da. Nichts gab einen Hinweis darauf was gerade in ihr vorging.
Der Professor stellte sich neben sie. Wie sollte er anfangen? Sollte er überhaupt etwas sagen? Was war überhaupt der richtige Ansatz? Ihr Vater? Die Geschehnisse der letzten Monate oder wie sie sich befreit hatte?

„Ich habe nie gefragt…“ wurde ihm dieses Problem plötzlich von ihr abgenommen „Hast du noch Familie?“.
In ihrer Stimme keine Spur mehr von Betrübnis. Lediglich Ruhe und Selbstbeherrschung, als wäre sie damit bei der Ebene der Akzeptanz angekommen.
Etwas überrascht über dieses Thema schien ihm das einzig richtige zu sein ihr einfach zu antworten „Meine Mutter. Sie lebt im Reich der Elfen. Seit mein Vater nicht mehr lebt hat sie sich voll und ganz der Heilkunst verschrieben und versorgt verwaiste Kinder und arme Familien die es sich nicht leisten können“.
„Also ein wahrer Schutzengel“ kam es von Vara.
„Deswegen versuche ich auch so verbissen das Flortin herzustellen. Diese Pflanze ist viel zu selten, jedoch wichtig für die Elfenheilkunst. Sie hat immer viel Mühe es zu beschaffen, dabei verlangt sie nichts als Gegenleistung… sie ist großartig“.
„Wie die Mutter so der Sohn, nicht wahr?“.
Palladium musste auflachen „Vielleicht… Ich besuche sie viel zu selten“.
Plötzlich bemerkte er wie Varanda ein leichtes Lächeln entwischte, während sie ihn aus den Augenwinkeln ansah „Vielleicht stellst du sie mir ja mal vor. Ich stand meiner Mutter nie so nah. Sie wollte lediglich eine elegante Thronerbin aus mir machen. Das war alles worin ich ihre Aufmerksamkeit bekam und doch… war sie meine Mutter“.
„Ich bin sicher, dass das nicht wahr ist. Du hast es vielleicht nur nicht bemerkt“ entgegnete er vorsichtig.
Varanda entwischte ein ironischer Unterton „Ich hab ihr Lebensbuch im Wolkenturm gefunden. Darin steht so viel mehr als ich jemals von ihr wusste… zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich sie verstehen… Ironisch, dass ich langsam glaube ihr immer ähnlicher zu werden“.
„Denkst du darüber nach?“ fragte Palladium.
„Ich denke über vieles nach. Über das, mein Leben, mein Schicksal. Doch am allermeisten schäme ich mich“.  
„Wofür?“.
„Wofür?!“ ein leichter Schimmer der Verzweiflung und Verständnislosigkeit schwang in ihrem Blick mit. „Für all die Dinge. Die die ich getan habe und für alles was ich im Stande war zu tun“
„Das warst nicht du selbst“ versuchte er ihr Gewissen zu beruhigen.
„Weißt du… ich erinnere mich bei weitem nicht an alles, aber an bestimmte Dinge. Dinge von denen ich nie glaubte…“ sie legte die Hand auf den Mund und atmete tief „Was ich Amaryl angetan hab, wie ich Teiz beschimpft habe. Diese ganzen Planeten… Ich hätte dich beinahe erschossen…“.
Palladium fuhr einen Moment vor Schreck zusammen. Diese Situation… was wusste sie noch genau darüber? Er schluckte tief, jedoch nicht wegen dem Pfeil, sondern wegen ein paar bestimmter Worte.
„Das kann ich mir niemals verzeihen…“ ihre Stimme war zu einem Flüstern erstorben „Ich hätte dich fast umgebracht…“.
„Varanda…“ er packte sie bei den Schultern „Ich bin noch hier! Und zwar weil du dich geweigert hast es zu tun. Ich weiß, dass du deine Ziele nicht verfehlst, doch in diesem Moment hast du dich gegen diese Macht gewehrt! Du warst stark genug und ich wusste das“.
„Hat dir nie jemand gesagt, dass man nicht mit dem Feuer spielt? Mit dem eigenen Leben schon gar nicht!“ knurrte sie ihn plötzlich wütend an „Was sollte ich denn ohne dich machen!?“.
Ohne eine Sekunde zu zögern zog er sie ohne Vorwarnung in seinen Arm „Ich bin hier und ich lebe, genau wie du!“.
Er spürte, wie sie sich an ihn schmiegte.
Inzwischen war die Sonne hinter dem Horizont verschwunden.
„Ich werde immer hier sein“ flüsterte er ihr zu und spürte sogleich wie sich ihre Finger in seiner Weste vergruben.  
„Lieber wäre ich gestorben, als dich ihm ohne Gegenwehr zu überlassen“ er versuchte ihr mehr und mehr eine Sicherheit zu bieten
„Du bist verrückt“ flüsterte sie lediglich.

In der Nähe des Balkons versteckten sich indessen 5 kleine Wesen hinter der nächsten Ecke. Die kleinen Flügelchen trugen sie in dieser Höhe ohne Probleme.
„Nein, ist das romantisch! Wie wäre es noch mit etwas malerischer Hintergrundmusik für die Stimmung?“.
„Amore, nein!“ zischte die kleine Blonde „Sie bemerken uns noch“.
„Chatta hat recht Amore, wir haben von den Winx den Auftrag erhalten zu sehen, ob es Vara gut geht. Tecna sagte ich soll aufzeichnen und Bericht erstatten“.
„Aber, aber, aber…“ wollte Amore Digit widersprechen, doch auch Tune fiel ihr in den Rücken „Kein aber, außerdem gehört es sich nicht ein Paar zu bespitzeln“.
„Na los, wir zischen ab“ gab Chatta den Ton an und flog voraus, die anderen hinterher.

*

Vorsichtig legte Palladium sie auf dem Bett ab.
Nachdem es mit zunehmender Uhrzeit draußen immer kühler wurde, hatten sie beschlossen sich nach drinnen zu verlagern wo Varanda schließlich auf der Couch eingeschlafen war, während Palladium ihr ein Glas Wasser holen wollte um sie zu bitten etwas zu trinken.
Damit fiel das weg.
Sie musste dermaßen übermüdet gewesen sein, dass sie nichts von alldem mitbekam.
Vorsichtig zog er zuletzt die Decke über ihren Körper hinauf und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht die sich versehentlich direkt über ihre Augen gelegt hatte.
So im Schlaf sah sie noch immer aus wie der unschuldige Engel den er zu Beginn kennen gelernt hatte.
Nur eine Schülerin die wie alle anderen sein wollte.
Es war einer dieser Momente an denen seine Gedanken über so viele vergangene Situationen hinweg flogen und an einer blieb er abermals hängen.
Sein Liebesgeständnis. Es war noch nicht einmal so lange her und doch hatte sie wohl nicht einmal etwas davon mitbekommen.
„Ja…“ flüsterte er Gedankenverloren eher zu sich selbst „…ich liebe dich“.
Mit diesem ausgesprochenen Gedanken beugte er sich vorsichtig vor und küsste sanft ihre Stirn. Keine Regung. Varanda war vollkommen im Land der Träume versunken.

*

Als ich an diesem Morgen erwachte, fand ich mich in meinem Bett wieder. Die ersten Sonnenstrahlen waren kaum über dem Dunkelwald aufgegangen. Überrascht dachte ich an den gestrigen Abend zurück. Irgendwas stimmte nicht. Ich wusste, dass ich vollkommen müde auf die Couch gewechselt war, doch danach…
Weiter kamen meine Gedanken nicht, da mir etwas anderes ins Auge sprang. Die besagte Couch war dennoch nicht leer.
Den Kopf auf der Rückenlehne abgelegt, einen Arm auf der Seitenlehne, schlief Palladium seelenruhig.
Auf seinem Schoß ein Buch das er wohl in der Nacht noch gelesen hatte.
Ich schmunzelte. Richtig, ich hatte ihn gebeten da zu bleiben, jedoch hatte ich damit nicht unbedingt die Nacht eingeschlossen.
Ich erhob mich leise und schob die Bettdecke beiseite.
Vermutlich hatte er mich demnach auch ins Bett getragen.
Als ich die Füße auf dem kalten Fliesenboden aufsetzte entdeckte ich mein Handy, das neben mir auf dem Nachttisch lag.
Ich griff danach und erschrak. Teiz hatte drei Mal versucht mich zu erreichen.
Ich stand auf und trat leichtfüßig, um ja keine zu lauten Geräusche zu machen zur Couch herüber.
Auf dem beistehenden Sessel lag eine leichte Decke wie ich wusste, die ich gekonnt aufnahm und vorsichtig über den Schoß meines Kollegen legte.
Das Buch erfasste ich dabei zaghaft und zog es weg.
Schnell das Lesezeichen zwischen die aufgeschlagenen Seiten geschoben klappte ich es zu und legte es vor Palladium auf den Wohnzimmertisch.
Ein Schmunzeln konnte ich mir nicht verkneifen, als ich den Titel las.
Nichts geringeres als mein Lieblingsbuch „Die Geheimnisse einer inneren Kraft“.
Wie lang las er nun schon daran herum? Zwei Jahre?
Belustigt schüttelte ich den Kopf als ich feststellte, dass er zumindest beim letzten Drittel angekommen war. Wie hieß das Sprichwort noch: Was lange währt, wird endlich gut.
Ich entfernte mich in Richtung Balkon und blickte auf das Display meines Telefons.
Ich seufzte als ich überlegte was ich Teiz noch zu sagen hatte.
Die halbe Nacht waren meine Gedanken darum gekreist und inzwischen hatte ich meine Entscheidung gefällt.
„Er köpft mich…“ flüsterte ich zu mir selbst, als ich die Rückruftaste betätigte und mit einem letzten Blick nach drinnen auf Palladium mir das Handy ans Ohr hob „Sie alle köpfen mich...“.
Ich schloss die Balkontür um nicht versehentlich zu laut zu werden, als mein Bruder sich schließlich auf der anderen Leitung meldete „Herr Gott Vara! Die halbe Nacht hab ich wegen dir wach gelegen. Kannst du dich nicht wenigstens ein Mal melden?!“.
„Entschuldige. Ich hatte mein Handy nicht bei mir“ erklärte ich mich.
Er seufzte „Hauptsache du bist noch in Alfea“.
„Ja, keine Sorge, aber ich habe auch die halbe Nacht wach gelegen“.
„Weshalb? Ich dachte nach all dem Schrecken würdest du mindestens eine Woche durchschlafen“.
„Das hatte ich auch gehofft“ erwiderte ich „Leider ist es anders“.
„Hast du Albträume?“. „Nicht direkt“. „Aber?“ versuchte er es aus mir heraus zu locken.
Ich bemerkte selbst wie meine Stimme ernster und ich kleinlauter wurde „Ich muss mit dir über etwas sprechen…“.
„Das klingt zu ernst, als das es gute Neuigkeiten sein könnten…“.
Ich seufzte und sah in Richtung des inzwischen rotverfärbten Morgenhorizontes.
Das hier schien mir der perfekte Augenblick für einen Wechsel zu sein „Ich werde meine Tätigkeit in Alfea aufgeben“.
Auf der anderen Leitung wurde es plötzlich schlagartig still, ehe er seine Worte wiederfand „Du machst Witze…“.
„Ich werde eine Reise beginnen“ eröffnete ich Teiz meine Pläne.
„Was? Eine Reise? Weshalb? Wohin? Vara, was soll der Blödsinn“.
„Ich werde die Planeten aufsuchen die ich mit Valtor versklavt habe und versuchen sie zu befreien“.
„Was? Jeden einzelnen?“ entfuhr es meinem Bruder.
„Jeden einzelnen! Das ist meine Pflicht und ein kleiner Teil um wieder gut zu machen was ich angerichtet habe. Mit meinem Feen-Staub kann ich das schaffen und es wird Valtor ungemein schwächen“ erklärte ich meinen Plan.
„Meine Prinzessin, immer für eine Überraschung gut…“ ich hörte sogar heraus wie er sich ironisch die Stirn massierte „Und du glaubst das schaffst du allein, nicht wahr?“.
„Ich werde heute Daro abholen kommen. Je früher ich los komme desto besser“.
„Wann willst du zurück sein?“.
„Ich weiß nicht… Wochen? Monate? So lange bis alles ins Reine gebracht ist. Wer weiß, vielleicht finde ich auf dem Weg auch jemanden der mir helfen kann mein Erbe zu kontrollieren“ erklärte ich.
„Du willst also nach vorne schauen“ fügte Teiz fast schon stolz zusammen „Hast du Pharagonda deinen Plan schon unterbreitet?“.
„Nein, aber…“ „Gut!“ unterbrach er mich „Dann wirst du ihr nämlich sagen, dass ich dich begleite“.
„Was! Auf keinen Fall! Du hast Schüler zu unterrichten! Wir stecken mitten im Jahr! Außerdem hast du nichts mit meinen Fehlern zu tun!“.
„1. Meine Liebe, habe ich dich geschworen zu beschützen; Wohin dich dein Weg auch führt. Das hat meine oberste Priorität, 2. Traut Daro dir im Moment keinen Zentimeter über den Weg und 3. Brauchst du jemanden mit einem Shuttel der es auch fliegen kann. Vor Ort kannst du dein Ding gerne alleine durchziehen und ich mach so lange Urlaub, aber du reist nicht allein durch die gesamte Dimension ohne Rückendeckung!“.
Ich seufzte. Eigentlich hätte ich damit rechnen müssen.
„Also haben wir einen Deal?“ hakte Teiz nach.
„Halt dich bereit“ gab ich schließlich nach „Sobald ich das ok habe brechen wir auf“.
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