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Fee der magischen Energie

von Seilix
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Palladium
18.08.2017
23.02.2021
94
415.867
42
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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08.11.2017 4.652
 
Palladium trat durch die Tischreihen, nachdem er die Winx nach vorne an die Tafel gerufen hatte „Also dann, ich möchte, dass jetzt jede von euch ihre Hausarbeit vorstellt. Flora, würdest du bitte den Anfang machen?“.
Die Besagte, die mit ihren Freundinnen in einer Reihe stand, schlug ihr Heft auf und begann zu lesen „Unsere Hausarbeit über die magische Dimension beschäftigt sich mit…“.
Der Professor unterbrach sie mit einem Lächeln „Flora, bitte nicht vorlesen, erkläre es in deinen eigenen Worten“.
Etwas überrascht schlug die Pflanzenfee den Hefter zu „Also ich bin nach Magix gefahren, weil es auf dem Kreuzungspunkt aller magischen Dimensionen liegt…“.

Ich hatte große Mühe mich auf ihre Präsentation zu konzentrieren und bekam nur jeden zweiten Satz mit.
Meine Gedanken kreisten immer wieder um Callisto und ganz besonders um Cinder.
Der Brief, den sie mir hatte zukommen lassen, hatte mein Herz in zwei Stücke gerissen.
Nie zuvor hatte ich mich so elend gefühlt.
Ich bekam den Gedanken nicht los sie verlassen zu haben.
 
Nur nebenbei bekam ich das Getuschel mit, das Bloom zu Layla trug.

Obwohl sie mir keinerlei Vorwürfe machte, sondern mich noch bestärkt hatte plagten mich Schuldgefühle…
Ganz besonders durch die Tatsache, dass ich den Brief meines Großvaters samt Cinders vernichtet hätte ohne in den Umschlag zu sehen.
Ihre Nachricht an mich hätte ich somit nicht einmal gefunden, würden Amaryl und Teiz nicht so sehr auf mich Acht geben.
Ich linste zu ihr hinüber.
Schon den ganzen Morgen war sie ziemlich ruhig und sprach kaum.
Auch sie schien in Gedanken und den Winx nicht recht zu folgen, von denen nun Tecna sprach.
Sie starrte vor sich hin und spielte mit einem Stift in der Hand.

Auch am gestrigen Abend hatte ich Teiz wiederholt geraten es ihr endlich zu sagen…

Indessen flüsterte Layla an Stella weiter.

Alice hatte ihre Stille auf die morgendliche Müdigkeit geschoben, doch das passte einfach nicht zu Amaryl.
Sie wirkte gekränkt…
Ob etwas vorgefallen war?
Ich musste ihr unbedingt von Cinders Brief erzählen... Teiz hatte mir am Vorabend versichert, dass keiner von ihnen beiden ihn gelesen hatte.
Was letztendlich in Dragomirs Nachricht stand hatte er mir nicht mehr erzählt.

Während Bloom präsentierte ging das Getuschel an Musa.

Ich tastete an die Tasche meiner knielangen Hose die ich heute trug und erfühlte das Papier.
Es waren die beruhigendsten und schönsten Worte, die mir meine kleine Schwester je mitgeteilt hatte.
So gerne würde ich augenblicklich zu ihr zurückkehren nur um sie in die Arme zu schließen, um ihr das Lied auf dem Klavier zu spielen, um mit ihr zu lachen… aber das war unmöglich.
So lange hatte ich nicht mehr an sie gedacht und sie tat das jeden Abend…
Ich war ein schrecklicher Mensch.

Laylas Worte verstummten für mich selbst aus dem Hintergrund, sowie das Flüstern, dass zu Flora weiter getragen wurde.
Nicht einmal Palladium nahm ich wahr, der für einen kurzen Moment neben meinem Tisch stehen blieb.
Erst als Glim sich vor mir auf dem Tisch regte und ihn anstrahlte, riss es mich aus meinen Gedanken und ich bemerkte, dass das Wort zu Stella gewechselt war.
Erschrocken folgte ich ihrem Blick und sah zu unserem Professor auf.
Sein Blick war von der Präsentation abgewandt und mir unemotional zugewendet.
Kaum, dass er meine Aufmerksamkeit hatte, trat er weiter und strich Glim beim Vorbeigehen mit einem Finger über den Kopf.
Ich hatte ihr Versteck vernachlässigt!
Obwohl ich die kleine Elfe auch heute wieder unerlaubt in seinem Unterricht sitzen hatte, tolerierte er sie.
Zumindest solange sie keinen Unfug trieb, denn unser Training machte Fortschritte.
Kleine wenigstens, so blieb sie während des Unterrichts immerhin auf meinem Tisch und flog nicht einfach in der Gegend herum.
Ich sah Palladium nach, der weiter dem Vortrag lauschte

„Eine virtuelle Party?“ platzte es plötzlich begeistert aus Tecna heraus „…in einer gruseligen, eiskalten Computergenerierten Welt? Die Idee finde ich total abgefahren!“.

Damit war das Geflüster auch bei der letzten angekommen.

Palladium trat mit ernster Miene und verschränkten Armen nach vorne zurück „Tecna, du interessierst dich also mehr für eine Party, als für meinen Unterricht? Dann erweiterst du deine Hausaufgabe doch bitte auf mindestens 100 Seiten, bis morgen“.
Überrascht entdeckte ich ein beinahe schon schadenfrohes Grinsen auf den Lippen des Professors.
Scheinbar hatte er vor durchzugreifen.
Doch auch wenn die Klasse diesen Zwischenfall äußerst lustig fand, so hob es meine Stimmung absolut nicht.
Den gesamten Unterricht starrte ich auf die Tischplatte an Glim vorbei.
Wie ein paar Worte einen vollkommen aus der Bahn werfen konnten…

Nach der Stunde, als es endlich zum Schluss klingelte, packte ich mein Zeug zusammen um so schnell wie möglich zu verschwinden, doch Bloom passte mich ab „Hey Vara, alles klar?“.
Ich erzwang mir ein Lächeln, das mir dieses Mal nur äußerst schwer gelang „Klar doch“.
Sie schien es glücklicherweise nicht zu bemerken „Wir sind heute Abend auf eine Halloween-Party in Gardenia eingeladen, hast du Lust mitzukommen?“.
Was um alles in der Welt war Halloween?
„Was für eine Party?“ fragte ich irritiert nach „Das was Tecna so raus gebrüllt hat?“.
„Ja genau, das wird mega Lustig. Halloween heißt sich verkleiden, alles ist schaurig geschmückt mit Geistern, schwarzen Katzen und Kürbissen, hast du Lust?“.
Zum ersten Mal an diesem Tag brachten mich meine assoziierenden Gedanken leicht zum Kichern „Wenn du Kürbis sagst muss ich an Mirta denken“.
„Das hab ich gehört!“ rief es kurz darauf lachend aus dem hinteren Teil des Klassenzimmers.
Schnell deutete ich meiner Freundin eine gespielt entschuldigende Geste.
Die Winx mussten mit lachen.

„Also was sagst du?“ hakte auch Stella nach „Eine richtige Party nur mit uns Mädels“.
Ich musste jedoch nicht lange überlegen „Tut mir leid, aber ich bin gerade nicht in der Stimmung feiern zu gehen, außerdem hab ich den Mädels versprochen mit ihnen zu lernen“.
Musa sah mich enttäuscht an „Bist du sicher?“.
Dieses Mal gelang es mir nicht meine besorgte Miene zu verstecken „Ja, tut mir leid. Vielleicht beim nächsten Mal“.
Ich drehte mich zu Amaryl „Kommst du?“.
Als ich meine Freundin ansprach, die noch immer unverändert an ihrem Platz saß, zuckte sie zusammen „Ähm… was?“.
Erst jetzt schien sie zu realisieren, dass die Stunde vorbei war.
Sie sah mich kurz an, wich jedoch meinem Blick sofort aus und erhob sich „N-nein… ich hab noch was zu erledigen…“.
Sie ergriff ihr Zeug und lief ohne ein weiteres Wort an uns vorbei.
„Was hat die denn?“ fragte Stella in einem überraschten Tonfall.
Ich schüttelte den Kopf „Ich weiß nicht… aber ich hab das Gefühl sie geht mir aus dem Weg…“.
Alice legte mir eine Hand auf die Schulter „Quatsch, das bildest du dir nur ein“.
Sie fing an Mirta und Katy zu uns nach vorne zu winken „Sie hat eben zu tun, sie kommt bestimmt nachher dazu“.
Als sich auch unsere Gruppe versammelt hatte, verabschiedete ich mich zuletzt von den Winx „Viel Spaß dann auf eurer Party, bin gespannt wies war“.

*

„…siehst du, für diesen Zauber reicht es aus, wenn du nur einen kleinen Teil deiner Energie aufwendest“ erklärte ich zuletzt und bündelte die Plasmakugel mit Leichtigkeit in meiner Hand.
„Dein Ernst?!“ beschwerte sich Katy bereits wütend „Und ich dachte ich muss mich da total konzentrieren!“.
„Am Anfang vielleicht“ klärte ich sie auf „Das wichtigste ist einfach, dass du ihr keinen Freiraum lässt, aber du bekommst irgendwann ein Gefühl dafür und dann läuft es auch mit wenig Energie wie von allein. Das Einzige, was wirklich gefährlich werden kann ist, dass du, wie im Unterricht bereits besprochen, mit zu viel Kraft sie nicht mehr halten kannst und du den Sauerstoff im Raum verbrennst“.
„Hätte mir das mal früher jemand gesagt“ knurrte die Tier-Fee und trat neben mich um den Zauber erneut zu versuchen.
Wir befanden uns extra in einem hinteren Teil der Bibliothek bei den Tischreihen um ja keine Bücher durch fehlgeleitete Übungen zu beschädigen.
Katy legte die Hände aufeinander und atmete ruhig ein und aus.
Ich beobachtete ihre Konzentration und sah wie ihre Finger zu leuchten begannen.
„Siehst du, ganz einfach“ entgegnete ich.
Meine Freundin öffnete die Hände und sah die Plasmakugel an, ehe sie lachte „Ist ja locker“.
Sie ließ sie auf ihrem Finger balancieren, als hätte sie es schon tausend Mal so einfach geschafft.
„Siehst du, es kommt nur auf die Technik an“ meinte Alice, die mit Mirta an einem Tisch saß.
Beide hatten ihre Schulbücher vor sich liegen und gingen noch einmal den Stoff des Tages durch.
Da sich Katy von uns allen mit dem Beschwörungsunterricht am schwersten tat, hatte ich versprochen ihr zu helfen und es klappte.
Alice stand von ihrem Platz auf „So und jetzt üben wir nochmal den Regenzauber“.
Darauf freute sie sich bereits die ganze Zeit.
Ich verdrehte belustigt die Augen und schüttelte den Kopf „Du kannst es nicht lassen, was?“.
Sie sprang unruhig von einem Fuß auf den Anderen „Komm schon, ich will es sehen“.
Natürlich hatten die Mädels bereits von meinen Fortschritten in der Wetter-Magie Wind bekommen, jedoch noch nichts davon gesehen.
„Los, zeig uns, dass du eine Wetter-Fee bist“ spornte Mirta mich an.
Ich musste kichern „Na gut“.
Insgeheim war ich den Mädels ja unheimlich dankbar mich so abzulenken.
Es tat wirklich gut mit ihnen zu lachen.

„Okay“ ich konzentrierte mich auf eine Pflanze, die neben einem Bücherregal platziert war.
Ich schloss die Augen und streckte die Arme locker nach vorne.
Ich dachte erneut an mein befreiendes Klavierspiel und sprang mit der Erinnerung an Musas Lied von gestern.
Diese kleinen Gedanken befreiten mich genug um meine Blockade zu lösen.
Und dieses Mal gelang es mir bereits viel leichter „Endra Sempre esta viroe“.
Ohne großen Aufwand, staunten meine Freundinnen nur so, als sich eine kleine, niedliche Regenwolke über der Pflanze bildete.
Sie funkelte und mit einer letzten Handbewegung vielen kleine, klare Tropfen.
Das Geräusch prasselnden Regens erfüllte den Raum.
„Du bist der Wahnsinn!“ Alice fiel mir begeistert um den Hals „Wir wussten, dass du es schaffst“.
Ich musste einfach mit ihr Lachen „Ich hätte das wirklich niemals geglaubt“.
„Wie hat Palladium dich dazu gekriegt?“ hakte Mirta nach.
„Ich weiß auch nicht…“ musste ich gestehen, während Alice und ich Arm in Arm standen „ich hab versucht mich zu entspannen und hab ans Klavierspielen gedacht. Ich hab mir vorgestellt, dass jeder Ton einer Taste für einen Tropfen steht und dann hat es auf einmal funktioniert“.
„Du hast dir durch das Klavier eine Brücke gebastelt“ analysierte Katy stolz „Wirklich clever“.
Den restlichen Nachmittag lernten wir kaum noch, stattdessen unterhielten wir uns über alles, was es sonst zu erzählen gab.
Alice musste selbst rausrücken, was es mit Jared auf sich hatte und zum ersten Mal erfuhr ich, dass sich die beiden bereits privat trafen.
„Ich höre bereits die Hochzeitsglocken“ ärgerte Katy sie, nachdem unsere Freundin gar nicht mehr aufhören konnte von diesem Jungen zu schwärmen.
Wir lachten die ganze Zeit und langsam beruhigte es mich wirklich meine Mädels immer an meiner Seite zu wissen… nur eine fehlte.

Als es bereits zu dämmern begann starrte ich an die Tischkante gelehnt, gegen die Decke „Sie kommt wohl nicht mehr, hm?“.
„Ich versteh das nicht“ Katy stand von ihrem Platz auf „Amaryl wollte schon lange hier sein“.
Ich spürte einen Kloß in meinem Hals.
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie wegen mir nicht kam… aber was hatte ich ihr getan?
„Vielleicht wurde sie einfach aufgehalten“ versuchte Alice uns zu beruhigen.
„So oder so wird sie wahrscheinlich nicht mehr kommen“ meinte auch Mirta, die die Stühle bereits wieder sauber zurecht rückte „Es wird langsam spät“.
Ich seufzte „Ja, gehen wir“.

Doch auch als wir in unserer Wohnung ankamen, war Amaryl nicht da.
Ich setzte mich mit einem Buch auf die Couch unseres Wohnzimmers und wartete.
Es war kurz vor Mitternacht, als die Tür endlich aufgeschlossen wurde.
Erwartungsvoll blickte ich über den Einband und lächelte, als meine Freundin eintrat.
Überrascht sah sie mich an „Du bist noch wach?“.
Ich nickte „Ja, ich hab auf dich gewartet, wo warst du?“.
Amaryl sah zur Seite „Nur etwas erledigen, nichts wichtiges“.
„Okay…“ ich bemerkte, das sie mir auswich und mein anfängliches Lächeln verschwand „…ist alles in Ordnung?“.
Sie schien mir gerade antworten zu wollen, als ein klingelnder Ton einsetzte.
Die Fee griff in ihre Hosentasche und sah auf ihr Handy, doch ich sah genau, wie sich ihr Blick verdunkelte.
Sie klappte es zu und steckte es wieder ein.
Mehr als untypisch, normalerweise nahm sie jedes Mal ab, egal wer es war…
„Willst du nicht rangehen?“ fragte ich vorsichtig.
Sie schüttelte den Kopf „Nein… ich will nicht mit ihm reden… gute Nacht, Vara“.
Ohne, dass ich auch nur etwas erwidern konnte verschwand sie in ihrem Zimmer.
Ihm? Meinte sie damit Teiz?
Was war nur los mit ihr?

*

Am nächsten Morgen nahm meine Sorge überhand.
Sie wollte nicht einmal mit uns frühstücken gehen, sondern verschanzte sich in ihrem Zimmer.
Mirta erzählte, dass unsere Freundin wohl die ganze Nacht in ihrem Bett wach gelegen habe.
Meine eigenen Gedanken rutschten in den Hintergrund.
Wenn Amaryl etwas zu schaffen machte, wieso redete sie dann nicht mit mir?
Wo war unsere unbezwingbare Freundschaft hin?
Ich hatte sie doch immer unterstützt und ihr geholfen.
Ich war ihr immer beigestanden und hörte ihr zu.
Wir hatten uns im Krieg sogar aufeinander verlassen und den Rücken der jeweils anderen frei gehalten…
Trotz meiner weiteren Zweifel setzte ich gegenüber der anderen Feen mein glückseliges Gesicht auf.
Vor allem, als mir die Winx lachend im Gang zum Unterricht begegneten „Hey Mädels, wie war eure Party? Hab ich was verpasst?“.
Doch Bloom verneint grinsend „Nur ein paar Geister und ne öde Party“.
Alle fingen erneut an zu lachen.
Wenigstens sie waren bei bester Laune, was mich gleich ansteckte.

Es vergingen ein paar weitere Tage, in denen sich Amaryl immer weiter distanzierte.
Bis zu jenem Tag, an dem die Winx und ich zusammen mit Alice, Katy, Mirta und ihr zu Pharagonda gerufen wurden.
Es schien wichtig zu sein.
Wir fanden uns alle gemeinsam in ihrem Büro ein.
Weder Bloom, noch irgendeine andere wusste wohl worum es hier gehen würde.
Nur Mirta, die sich bereits vor uns bei der Direktorin eingefunden hatte, stand neben ihr und wartete, bis wir uns in einer Reihe vor dem Pult platziert hatten.
Als Pharagonda schließlich anfing zu sprechen, klang es beinahe unmöglich.
Mit jedem Wort, sträubte sich ein weiterer Teil in jeder Fee, dem Folge zu leisten, worum sie uns bat.
„Was?“ entfuhr es uns allen.
„Wir sollen auf die Wolkenturmschule gehen?!“ kam es verständnislos von Bloom.
„Das meinen Sie doch wohl nicht ernst“ Layla verschränkte angewidert die Arme.
Ebenso Stella „Ich laufe auf keinen Fall in diesen dunklen Hexen-Kostümen rum“.
Unsere Direktorin erhob sich um Ruhe „Nun beruhigt euch, ihr wisst, dass wir den Teil des Kodex, der sich im Wolkenturm befindet ebenfalls schützen müssen“.
Natürlich waren meine Freundinnen hierbei noch vollkommen Ahnungslos, so meldete sich Katy zu Wort „Also, wenn ich das richtig verstanden habe, dann besteht dieser „Kodex“ aus vier Teilen, die jeder in einer der Schulen und einer im Elfendorf versteckt sind?“.
„Und diese Teile können ein Portal erschaffen, das Lord Darkar zu einer Relix führen kann?“ fügte Alice zusammen.
Die Direktorin nickte „Ganz recht. Den Teil aus der roten Fontäne haben die Trix bereits gestohlen und ich bin sicher, dass er sich auch bald um Alfea und Wolkenturm kümmern wird. Sollte es uns nicht gelingen die Teile erfolgreich zu schützen und Lord Darkar aufzuhalten, wird ihn die Relix unbesiegbar machen“.
Ich schluckte „Aber, wieso glauben Sie, dass der Wolkenturm sein nächstes Angriffsziel ist?“.
Tecna stimmte mir zu „Er könnte unser Handeln voraus Ahnen und stattdessen Alfea angreifen, während wir Feen auf Wolkenturm sind“.
Die Direktorin trat zu ihrem Spiegel und rückte sich die Brille zurecht „Ein berechtigter Einwand, aber das ist auch der Grund, weshalb ich euch alle zu mir gerufen habe. Die Winx werden auf Schloss Wolkenturm den Hexen zur Hand gehen, während Varanda, Katy, Alice und Amaryl hier auf den Kodex in Alfea aufpassen werden. Die Konvergenz eurer beiden Gruppen hat mich während der Prüfung schwer beeindruckt und in sorgfältiger Absprache mit den Professoren haben wir einstimmig für diese Vorgehensweise entschieden. Auch Direktorin Griffin hält das für die beste Entscheidung.“
„Wir?“ fragte Katy erschrocken.
Erneut nickte Pharagonda „Ihr könnt euch alle hervorragend aufeinander verlassen und euch vertrauen. Darüber hinaus haben Varanda und Musa Stormy bereits einmal erfolgreich von Alfea fern gehalten. Ich bin davon überzeugt, dass euch vier das auch weiterhin gelingen wird“.
„Nur uns vier?“ fragte ich überrascht und sah zu Mirta.
Diese nahm entschuldigend die Hände nach oben „Ich werde die Winx nach Wolkenturm begleiten. Immerhin bin ich die Einzige, die weiß, wie man dort wirklich zurechtkommt“.
Sie sah in unsere Runde „Die Hexen denken, dass es die Feen von Alfea viel zu leicht hätten und die Lehrer sagen alle, dass es eine Fee keine zwei Tage durchhalten würde, wenn sie dort Unterricht mitmachen müsste“.
Pharagonda setzte sich wieder und lächelte die Winx an „Feen sind keine Sklavinnen ihres Stolzes wie die Hexen, nicht wahr?“.
Die Feen nickten.
„Dann sind wir uns einig, wenn ihr bereit seid im Unterricht am Wolkenturm teilzunehmen, wäre Lady Griffin bereit euch um Hilfe gegen die Trix zu bitten“.
Bloom stemmte die Arme gegen den Tisch „Wir werden Sie ganz sicher nicht enttäuschen. Die Trix werden nicht einmal in die Nähe des Kodex gelangen“.

Auf dem Schulhof standen sich unsere Gruppen gegenüber.
Bloom richtete ein letztes Mal das Wort an mich „Also dann, verteidigt unseren Kodex, wir verlassen uns auf euch Vara“.
„Das können wir gerne zurückgeben“ ich stemmte die Hände in die Hüften „Keine von den Trix wird Alfea auch nur zu nahe kommen“.
Stella zeigte den Daumen nach oben „Das ist die richtige Einstellung, also dann machen wir uns mal auf den Weg in unseren persönlichen Albtraum“.
„Stella!“ ermahnte Flora ihre Unhöflichkeit.
Mirta musste kichern, die Amaryl gegenüber stand.
Zum ersten Mal fiel mir auf, dass sich meine Freundin nicht ein Mal zu dem Thema geäußert hatte.
Stattdessen flüsterte sie nun Mirta etwas zu und schien ihr viel Glück zu wünschen.
Immerhin mit ihr konnte sie noch reden…
Ich umarmte noch einmal jede Einzelne von ihnen und ermahnte sie vorsichtig zu sein.
Pharagonda erschuf ein Portal durch das sie traten.
Zuletzt fielen sich Mirta und ich in die Arme.
Ich hatte einfach kein gutes Gefühl meine Freundinnen auf eine solche Mission gehen zu lassen.
Zum ersten Mal konnte ich Teiz Sorge nachempfinden, die er um mich bei der Rettung der Elfen gehabt haben musste.
„Pass bloß auf dich auf und bleib bei den Winx“ ermahnte ich sie.
Mirta lachte, als sie sich von mir löste „Ja, keine Sorge. Ich bin bald wieder da Vara“.
„Das hoffe ich doch“ ich sah unsere Jungfee noch einen Moment an, ehe sie mir ein aufmunterndes Lächeln schenkte „Es wird schon alles gut gehen, macht nur euren Job“.
Keine zwei Sekunden später waren sie verschwunden.

Der Abend verlief ruhig.
Noch war nicht mit einem Angriff zu rechnen, so weihte uns die Direktorin über kleinere Wachen ein, die sowohl die Professoren, als auch wir abwechselnd übernehmen sollten.
Alles absolut kein Problem, bis wir feststellten, dass Amaryl nicht kam.
„Das darf doch nicht wahr sein, wo bleibt sie?!“ knurrte Katy wütend.
„Ich werd sie holen gehen“ überlegte Alice schließlich „Ihr könnt schon mal mit den Runden anfangen“.
Doch ich hielt meine Freundin am Arm „Nein, lass sie. Ich glaube Amaryl ist in letzter Zeit ziemlich fertig… Ich schaff das auch allein“.
„Vara, nein. Direktorin Pharagonda hat klar gesagt: keine Alleingänge“ Katy klang bestimmt.
„Ich bin eine Enchantix, mir kann doch gar nichts passieren“ verteidigte ich mich mit einem Lächeln.
Die Tier-Fee schnaubte unentschlossen.
Indessen sah Alice mich besorgt an „Bist du sicher?“.
„Ja“ wieder setzte ich mein Lächeln auf „Wir drehen einfach unsere Runden wie besprochen und treffen uns dann“.
Meine Freundinnen warfen sich gegenseitig einen überlegenden Blick zu, stimmten dann jedoch zu.

Also drehte ich meine Runde durch Alfeas dunkle Gänge, allein.
Ich übernahm den Ostflügel und wanderte mit einem Lichtzauber durch die Flure.
Es war toten still.
Jeder meiner Schritte klackte auf dem Hallenboden und hinterließ ein Echo, das mir am Tage nie aufgefallen war.
Ab und zu riskierte ich einen Blick hinaus in den dunklen Nachthimmel und entdeckte die Sterne, sowie den Mond.
Es kam mir unheimlich kühl vor, doch ich setzte meinen Weg fort.
Meine Gedanken schlugen sich umeinander.
Die Sorge um Amaryl stand dabei im Vordergrund, dicht gefolgt des Briefes meiner Schwester.
Noch immer hatte ich mich mit keinem wirklich darüber unterhalten können.
Am Abend, als ich die Zeilen zum ersten Mal gelesen hatte, war es mir nicht möglich gewesen Teiz davon zu erzählen, bis die Feen sich gesammelt und zurück zur Schule aufgebrochen waren.

Ich kam in Richtung der Labore und beschloss auch diese einmal zu überprüfen.
Ich war soeben dabei die Klinke zu ergreifen, als ich einen Hauch verspürte.
Ich erstarrte!
Ein Schauer glitt mir über den Rücken.
Schritte drangen in mein Ohr.
Ich fuhr erschrocken herum und leuchtete den tief schwarzen Gang entlang, doch dort war nichts.
Die Schritte verklangen, doch es war, als würden mich zwei Augenpaare beobachten.
Ich spürte eine Präsenz. Was war hier los?!
Abermals schoss ich umher und leuchtete die Flure ab.
Ein angsteinflößendes Gefühl machte sich in mir breit.
Mein Herz schlug bis zum Hals, es war beinahe eine gespenstische Aura.
Spielte mir meine Wahrnehmung vor lauter Anspannung einen Streich?
Schien so… aber als ich gerade weiter gehen wollte, spürte ich plötzlich Finger auf meiner Schulter, die mich packen wollten.
Ich wirbelte herum und sprang erschrocken einen Satz zurück.
Mir ging so sehr die Pumpe, dass ich schützend das Licht vor mich hob.
Die Gestalt hob sich mit einem schmerzverzerrten Geräusch den Arm über die Augen.
„Varanda! Wollen Sie mich erblinden lassen?“ er klang gereizt.
„Professor!“ entfuhr es mir schockiert, als ich die Person erkannte.
Ich atmete erleichtert aus, verengte jedoch im selben Moment die Augen „Professor Avalon! Müssen Sie sich so an mich heran schleichen?“.
Ich verkleinerte die Lichtkugel, die auf meiner Hand schwebte.
Der Professor räusperte sich kurz und rückte sein Jackett zurecht „Verzeihen Sie, das war keine Absicht“.
Natürlich… ich traute dem Kerl nach wie vor kein Stück über den Weg.
„Was machen Sie hier?“ erfragte ich ruhig.
Doch er ignorierte meine Frage und sah sich um „Sagen Sie, sind Sie allein?“.
Verdammt! Erwischt!
Ich suchte schnell nach einer plausiblen Ausrede „Ähm… ja, Amaryl hat sich nicht so gut gefühlt, sie ist früher zurück auf ihr Zimmer“.
„Verstehe…“ er glaubte mir kein Wort.
Er zog eine Augenbraue hoch, die Hände wie so oft elegant in den Hosentaschen „Ich hoffe Ihnen ist bewusst, dass Sie damit die Anweisungen von Direktorin Pharagonda und sämtlichen Professoren missachten?“.
„Ich bitte Sie…“ wollte ich einwenden, doch er unterbrach sofort „Wissen Sie eigentlich, was Ihnen allein hätte passieren können? Denken Sie daran die Trix würden statt meiner vor Ihnen stehen“.
Ich erwischte mich dabei, wie ich mir die Hexen sogar lieber an seiner Stelle erwünschte.
Avalon weckte in mir auch nicht gerade das unbändige Vertrauen, wie er mich soeben ergreifen wollte… ich hatte ganz genau seine Präsenz gespürt und die war anders gewesen…
Dunkel…
Ich schluckte „Es wird nicht wieder vorkommen“.
„Das hoffe ich für Sie“ tadelte er mich „Sie haben wirklich Glück, dass ich Ihnen über den Weg gelaufen bin und keiner der anderen Professoren“.
Ohja! Was für ein Glück!
Ich konnte meine ironischen Gedanken nicht abschalten.
„Ich schlage Ihnen ein Friedensangebot vor“ warf er mit einem leichten Lächeln ein.
Ein Friedensangebot? Mein Misstrauischer Blick schoss ihm entgegen.
„Ich werde Ihren kleinen Alleingang unter den Tisch fallen lassen“ er machte eine kurze Pause um die Worte auf mich wirken zu lassen „Und im Gegenzug legen Sie Ihren verhassten Blick mir gegenüber ab. Ich versuche wirklich mich mit Ihnen gut zu stellen, doch anders scheint es mir nicht zu gelingen“.
Ein nicht so auffälliges Verhaltensmuster wäre dafür ein guter Anfang…
„Also, was sagen Sie dazu?“ er hielt mir friedlich die Hand entgegen.
Er hatte mich genau da, wo er mich haben wollte, wohl wissend, dass ich sein Angebot nicht abschlagen konnte.
Natürlich, meine feindselige Haltung warf ein schlechtes Licht auf ihn, das passte ihm nicht.
Und jetzt hatte Avalon das perfekte Druckmittel gegen mich.
Ich seufzte, als ich mir eingestand, dass ich mich geschlagen geben musste „Einverstanden“.
Er nickte zufrieden, als ich seine Hand ergriff, jedoch glaubte ich einen Moment, ein Verschlagens Funkeln in seinen Augen zu entdecken.
Den Gedanken tat ich schnell als Illusion durch die Lichtkugel ab.
„Nun kommen Sie, ich bin hier um Sie von Ihrer Schicht abzulösen“ er legte mir eine Hand auf den Rücken um mich zum weiter gehen zu bewegen.
„Was? Wir haben gerade Mal ein Uhr“ warf ich ein, doch der Professor duldete kein Widerwort „Sie sollten sich darüber glücklich schätzen, dass ich Ihnen ihre Arbeit abnehme“.
Langsam wurde es wirklich gruselig…
Er sammelte selbst Alice und Katy mit auf, die natürlich sofort darüber in Kenntnis gesetzt wurden, dass ich aufgeflogen war.
Er verfrachtete uns alle drei zurück in Richtung unseres Zimmers.

„Was war das denn?“ Katy war die Verwirrung ins Gesicht geschrieben.
Vor unserer Wohnungstür sah ich den Gang entlang, bis ich versichert war seine Energie nicht mehr zu spüren „Er hat mich kurz vor den Laboren abgepasst…“ klärte ich die Mädels auf.
Ob das ein Zufall war?
Gleichzeitig war es, als würde ich seine düsteren Fingerabdrücke immer noch auf meiner Schulter spüren.
Ich griff danach und rieb mit der Hand darüber „Merkwürdig…“.
„Beinahe, als wollte er nicht, dass wir Wache halten…“ Alice hielt sich die Arme.
Alles an diesem Professor bestärkte mein Gefühl ihm nicht zu trauen…

Schließlich öffneten wir die Tür.
Ein fahler Lichtstrahl kam uns entgegen.
Überrascht sah ich Amaryl, die mit einem Buch auf der Couch des Gemeinschaftsraumes saß.
„Ähm… guten Abend?“ brachte ich verwundert heraus sie dort so ruhig und gelassen sitzen zu sehen.
Sie antwortete mir nicht einmal, geschweige denn, dass sie mich beachtete.
Katy fragte sie, wo sie gesteckt hatte.
Jedoch bekam sie nur eine kurz gebundene Antwort „Ich hatte eben zu tun“.
„Ahja, also etwas wichtigeres, als mit uns Wache zu schieben, wie es Direktorin Pharagonda angeordnet hat?“ fuhr Katy sie wütend an.
„Ja“ sie sah nicht einmal auf.
Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen.
„Wie bitte?“ knurrte Katy „Wegen dir ist Vara erwischt worden!“.
Alice hielt sie zurück jetzt bloß nichts unangebrachtes zu sagen.
„Nächstes Mal, okay?“ sie bemühte sich monoton zu klingen, doch ihre Tonlage verriet mir schnell, dass etwas ganz und gar nicht stimmte.
Diese ganze Körperhaltung, ihr Auftreten und die Stimme zeigten mir, dass sie wütend war…
Ich wollte sie noch einmal ansprechen, traute mich jedoch nicht.
Schließlich beachtete sie mich nicht einmal mehr…
Die Zwei anderen verflüchtigten sich langsam in der Wohnung umher sich nicht weiter auf einen Streit einzulassen, nur ich blieb noch einen Moment wie angewurzelt stehen.
Bis ich angeknurrt wurde „Ist noch was Vara? Ich hab eben auch mal einen schlechten Tag!“.
Ich zuckte beinahe zusammen. Seit wann war sie so…?
Ich sah zur Seite und entfernte mich ebenfalls.
„Nein, nichts…“ nur ein Flüstern kam aus mir, während ich erneut an den Zettel meiner Hosentasche griff.

*

„Amaryl!“ fauchte Katy leise, nachdem Vara in ihrem Zimmer verschwunden war.
„Was denn?“ die angesprochene legte patzig ihr Buch beiseite.
„Was sollte das denn?!“.
„Vara kann sich auch mal um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern!“.
Auch Alice trat wieder zu ihr „Sie will dir doch nichts Böses“.
Die Sternen-Fee verdrehte die Augen „Klar, will sie nie“.
„Sie wollte doch nur reden…“ auch die Eis-Fee war schockiert von diesem Auftreten.
„Warum redet sie dann nicht mit einer von euch?“ knurrte Amaryl „Oder mit Stella, ihrer ach-so-tollen Kindheitsfreundin!“.
Alice getraute sich kaum ihren Gedanken auszusprechen „…ihr seid doch beste Freundinnen“.
Die Dunkel-blonde wandte darauf nur schnaubend den Blick ab.
Katy schüttelte unverständlich den Kopf und warf ihr eine abwinkende Handbewegung zu „Weißt du was, gib Bescheid wenn du dich wieder eingekriegt hast“.
Sie stapfte in ihr Zimmer.
„Ach, was wisst ihr schon“ auch Amaryl stand auf und schlug die Zimmertür geräuschvoll zu, nachdem sie darin verschwunden war.
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