Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Fee der magischen Energie

von Seilix
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Palladium
18.08.2017
23.02.2021
94
415.867
42
Alle Kapitel
207 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
21.10.2017 4.716
 
Auch in den nächsten Tagen legte sich die Aufregung nicht.
Direktorin Pharagonda war kaum zu sprechen und auch die Professoren hatten plötzlich allerhand zu tun.
So trainierte ich meine Heilkünste allein weiter, wenn ich nicht gerade im Unterricht saß.
Bloom, Flora und Tecna, die bei dem Angriff der Trix auf die rote Fontäne dabei gewesen waren, wussten wohl genauso viel wie ich.
Nicht einmal Teiz wollte mir etwas über den Vorfall berichten.
Was gestohlen wurde schwieg er zu Tode.
Keiner konnte oder durfte wohl auch nur ein Wort darüber verlieren.
Ich hasste diese Geheimniskrämerei… obwohl ich selbst auch genug davon hatte, trotzdem…

Glim lag schlafend auf meinem Schulbuch, das ich vor mir ausgebreitet hatte.
Ein paar andere Bücher davor, dass sie nicht entdeckt wurde.
Ich war selbst auch todmüde, nachdem ich es letzte Nacht wieder nicht geschafft hatte sie ins Bett zu kriegen.
Das Ergebnis davon sah man an diesem Vormittag.
Ich seufzte und strich der kleinen Elfe über den Kopf.
Lange konnte ich ihr einfach nicht böse sein.
Schon gar nicht, wenn sie so seelenruhig schlief.
„Die heutige Aufgabe besteht darin, dieses Vorhängeschloss mit Magie zu öffnen. Der Schlüssel zu einer guten, technischen Verzauberung ist korrekte Aussprache“.
Ich blickte auf und sah den Professor an, der sich einmal mehr bemühte uns Schülerinnen etwas beizubringen.
Zwar war die Aufmerksamkeitsrate lang nicht so schlimm wie im vergangenen Jahr und er war auch nicht mehr so leicht aus der Ruhe zu bringen, aber dennoch…
Ich brauchte mich nicht einmal im Klassenzimmer umzusehen, um zu wissen, dass kaum eine Fee unserem Professor zuhörte.
Palladium lehnte mit einem Zauberstab in der Hand an seinem Pult und deutete uns damit das Schriftzeichen für den Zauber an.
Amaryl neben mir schrieb sich seine nächsten Worte mit „Der Zauberspruch für die folgende Übung lautet: Expedio Cartenam. Ich möchte, dass ihr euch das merkt“.
Ich dachte an unsere letzte Unterrichtsstunde in magischer Beschwörung zurück.
Nach dem kleinen Vorfall mit der Plasmakugel hatte Amaryl bei unserem Professor keinen sonderlich guten Standpunkt mehr.
Umso schwieriger für sie, sich seine Sympathie zurück zu erarbeiten.
Glim rollte sich indessen von meinem Buch herunter auf den Hefter.
Ich musste kichern.
Die Elfe atmete tiefenentspannt in ihrem Vormittagsschlaf.
„Also, möchte es mal jemand versuchen? Bloom? Wie wäre es mit dir?“.
Die Fee hinter mir stand auf „Klar“.
Sie konzentrierte sich und sprach die Worte im korrekten Wortlaut aus „Expedio Cartenam“.
Das Schloss auf dem Pult öffnete sich ohne weiteres.
Ziel erreicht!
Palladium nickte zufrieden und verschloss es wieder „Sehr gut und jetzt seht was passiert, wenn ich nur eine Silbe vertausche: Expedio CarteNAS“.
Ein grelles Licht leuchtete für den Bruchteil einer Sekunde auf.
Dann hörte ich ein niedliches Miauen.
Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen.
Mehrere Katzen tümmelten sich um den Professor, der nach wie vor entspannt an seinem Pult lehnte „Versteht ihr was ich meine?“.
Eine lag selbst auf seinem Kopf. Zu niedlich!
Die ganze Klasse lachte mit.
Hinter hervorgehaltener Hand, kam ich kaum noch aus dem Kichern heraus, bis ich das helle Elfenstimmchen hörte „Katze…“.

Ich schlug die Augen auf, als Glim bereits davon flog.
„Stopp!“ ich sprang auf und versuchte die Elfe am Fuß zu erwischen, verfehlte sie jedoch.
Die Lampion-Elfe flog zu Palladium herüber und kuschelte sich kichernd in das Fell eines der Kätzchen.
„So so, was haben wir denn da“ Palladium zog Glim von dem Tier, das auf seiner Schulter saß „Ein kleiner Eindringling in meinem Unterricht“.
Glucksend hielt sich die Elfe an seinem Zeigefinger fest und brabbelte vor sich hin.
Der Professor sah sich mit einem neckenden Grinsen unauffällig zwischen den Feen um „Zu wem gehört denn die kleine Elfe?“.
Ich schluckte tief und wollte einmal mehr im Erdboden versinken.
Schließlich blieb sein Blick an mir hängen „Varanda? Kannst du mir das vielleicht sagen?“.
Beschämt setzte ich mich wieder auf meinen Stuhl „Ja…“.
Meine Mitschüler begannen nur lauter zu lachen.
Er trat grinsend an meinen Tisch heran und hielt mir das kleine, lachende Bündel entgegen.
Glim löste sich von ihm und begrüßte mich freudig mit einem strahlenden Leuchten.
Einmal mehr sah er mich mit diesem überlegenen Blick an, der so viel sagte wie: Ich sehe alles, auch wenn du glaubst es fällt mir nicht auf.
Ich musste mich unheimlich zusammen reißen ihn mit der Katze auf dem Kopf ja für voll zu nehmen und nicht wieder in schallendes Gelächter auszubrechen.
So verbarg ich schnell mein Grinsen hinter hervor gehaltener Hand.
Wer sollte ihn auf diese Weise überhaupt ernst nehmen?
Palladium wollte sich gerade wieder von meinem Tisch entfernen, als sein Blick für den Bruchteil einer Sekunde an mir vorbei glitt.
Plötzlich war sein Grinsen verschwunden.
Stattdessen räusperte er sich verärgert „Sag mal Flora, hörst du mir überhaupt zu?“.
Der Blumenfee in der dritten Reihe fiel erschrocken der Stift aus der Hand, ehe sie aufstand „Ähm… ja Professor“.
Auf einmal wirkte Palladium selbst mit den Katzen äußerst Autoritär.
Sämtlichen Feen war das Lachen vergangen.
Natürlich wusste er, dass sie ihm nicht zugehört hatte, dennoch gab er ihr mit einem strengen Unterton die Chance „In Ordnung, dann sprich diesen Zauber“.
Sie überlegte einen Augenblick „Oh mal sehn… Exageru Cartenas“.
Kaum hatte Flora die letzte Silbe gesprochen, passierte etwas.
Die Katzen um den Professor herum wuchsen auf Menschengröße heran.
Die bis eben noch niedlichen, kleinen Fellknäule rissen Palladium mit sich zu Boden.
Ich erschrak mit einem kleinen Aufschrei, als eine der Katzen auf meinem Tisch landete.
Glim konnte ich im letzten Moment unter ihr hervor ziehen.
Die kleine Elfe, inzwischen wieder Putzmunter, leuchtete auf und begann erneut zu lachen.
So schnell konnte ich nicht einmal schauen, wie sie mir aus der Hand flog.
„Katze!“ damit kuschelte sich Glim erneut an das Fell eines der inzwischen riesigen Tiere, die unseren Professor zu Boden gezwungen hatten.
Ich, zu schockiert mich auch nur zu bewegen, konnte nur blinzeln.
„Was für ‚ne Show Flora!“ lachte Amaryl neben mir und riss damit den Rest der Klasse aus ihrer Starre.
Nur ich saß vollkommen steif an meinem Platz und schluckte.
Na das war eine gelungene Unterrichtsstunde.

Kurz darauf wurden wir entlassen.
Wir Mädels pflanzten uns in den Garten um nach gefühlten Ewigkeiten mal wieder die Seele baumeln zu lassen.
Ich lag auf dem Rücken im Gras und betrachtete die Wolken, die an Alfea vorbei zogen.
Ein angenehmer Tag.
Nicht zu heiß und nicht zu kalt.
Nur nebenbei hörte ich Katy lachen „Na mit dem Kommentar hast du bei Palladium, nach deinem kleinen Zwischenfall, auch nicht gerade gepunktet Amaryl“.
„Ach, der war doch sowieso mit Flora beschäftigt“ entgegnete diese.
Erneut musste ich kichern, als ich daran dachte „Ich hab mich kaum getraut Glim von ihm weg zu ziehen“.
„Das hat man gemerkt“ lachte Alice „So schnell wie du aus dem Raum warst kamen wir gar nicht hinterher“.
Die kleine Elfe blinkte noch immer vor Freude wie ein Glühwürmchen und schwebte um uns herum.
„Tja, Palladium war eben ein bisschen begraben“ machte Katy sich lustig.
„Ihr seid total gemein“ meldete sich schließlich Mirta zu Wort „Ich frage mich vor allem warum Flora so abwesend war. Sonst passt sie immer auf“.
„Wen interessiert’s“ winkte Katy ab.
„Ja, solang sie übermorgen in der Prüfung voll da ist“ stimmte Alice zu, die Glim erwischte und die Elfe zu sich auf den Schoß zog.
Ich setzte mich auf „Ach stimmt, morgen ist ja der Simulator dran…“.
Amaryl stöhnte entnervt auf „Ja, dafür können wir uns auch bei den tollen Winx bedanken“.
„Ich frag mich echt was sie angestellt haben, dass die ganze Klasse dafür eine extra Prüfung absolvieren darf“ überlegte Mirta.
Ich nahm unwissend die Hände nach oben „Keine Ahnung“.
Besser wenn ich ihnen nichts von dem kleinen Vorfall mit Avalon erzählte.

„Da ist Glim!“ hörte ich auf einmal das helle Stimmchen einer Elfe.
Ganz klar Chatta.
Kurz darauf kam die ganze Bande angeflogen.
Meine kleine Lampion-Elfe flog ihren Artgenossen sofort aufgeregt entgegen.
Locked lachte, als sie von Glim so überfallen wurde.
Wie immer brabbelte die Baby-Elfe etwas vor sich hin und leuchtete dabei auf.
„Hallo Varanda“ begrüßte Tune höflich wie immer.
„Hallo ihr Lieben“ entgegnete ich „Was habt ihr denn vor?“.
„Wir wollten Wuselball spielen gehen und wir brauchen noch eine Elfe für das zweite Tor“ klärte Amore mich schnell auf.
Chatta nickte „Deswegen wollten wir Glim fragen, ob sie mit spielt“.
„Natürlich nur, wenn das für dich in Ordnung ist“ fügte Tune schnell hinzu.
Ich begann zu lachen „Aber natürlich, was sagst du Glim? Hast du Lust?“.
Sofort drückte sich die Elfe begeistert an mich und ließ ein freudiges Quietschen hören.
„Ich denke das heißt: Ja“ selbst Amaryl belustigte die kleine Elfe.
„Super!“ rief Chatta.
Digit begann indessen etwas auf ihrem Minilaptop einzutippen „Eine Runde Wuselball dauert in der Regel 34 Minuten und 23 Sekunden“ klärte sie mich auf „Wir sind also in 2,85 Stunden wieder da“ klärte mich die Technik-Elfe auf.
Ich winkte lachend ab „Ist in Ordnung, habt Spaß“.
Die Elfen begannen zu jubeln und verabschiedeten sich gemeinsam.
Glim flog mit ihnen an Piffs Seite mit.
Unglaublich, dass die kleine Traumelfe wach genug zum Fliegen war…

Den restlichen Tag verbrachte ich damit mein schreckliches Buch zu Ende zu lesen.
Nach wie vor viel zu kitschig und zu unrealistisch.
Umso glücklicher war ich, den Buchrücken endlich zu schlagen zu können „So, du quälst mich jetzt nicht mehr. Ich kenn dich von vorne bis hinten und werde ab jetzt nie wieder auch nur einen Gedanken an dich verschwenden“ knurrte ich dem Buch entgegen.
Ich hatte eindeutig viel zu viel Zeit dafür verschwendet.
Morgen würde ich es in die Bibliothek zurück bringen und mir ein neues (hoffentlich besseres) Buch holen.
Dann fiel mir erst mein dunkles Zimmer auf.
Seit Glim bei mir war, ließ ich kaum noch Licht brennen, da meine Elfe sonst immer das hellste Licht im Raum darstellte.
Doch an diesem Abend war mein Zimmer recht dunkel.
Ich riskierte einen Blick aus dem Fenster und stellte fest, dass die Sonne bereits unter gegangen war.
Wo steckten die Elfen denn?
Ich trat aus meinem Zimmer und sah mich um.
Alice saß noch im Gemeinschaftsraum auf der Couch und hatte ebenfalls ein Buch in Händen.
Doch sie hatte die Stehlampe hinter sich brennen.
Vermutlich war Katy bereits im Bett und sie las deswegen hier.
„Sag mal, Glim ist nicht zufälligerweise bei dir?“ erkundigte ich mich.
Die Fee mit dem blauen, langen Haar sah auf „Ähm nein… ist sie noch nicht wieder zurück?“.
Ich schüttelte den Kopf „Sie ist schon ganz schön lange weg…“.
Alice bequemte sich auf und legte das Buch weg „Sollen wir sie suchen gehen?“.
Ich schüttelte den Kopf, schließlich wollte ich nicht wegen „nichts“ einen Aufstand anzetteln.
„Ich denke, ich werde mal bei den Winx vorbei schauen, vielleicht ist sie ja noch bei den anderen Elfen…“ dennoch konnte ich mir einen leichten Anflug der Sorge nicht unterdrücken.
„Sie hat wahrscheinlich einfach die Zeit vergessen, immerhin ist sie ja noch ein Baby“.
Kaum hatte Alice zu Ende gesprochen, klopfte es plötzlich an der Tür.
Wir sahen uns beide überrascht an um diese Zeit noch Besuch zu kriegen.
Ich trat zur Haustür und öffnete sie einen Spalt.
Überrascht sah ich eben die Truppe vor der Tür stehen, die ich soeben aufsuchen wollte.
„Guten Abend“ Überrascht öffnete ich die Tür komplett.
„Hey, entschuldigt, dass wir so spät noch stören“ fing Bloom an und sah an mir vorbei.
„Kein Problem“ entgegnete ich „Ich wollte gerade auch zu euch los. Glim ist noch nicht nach Hause gekommen“.
„Also auch nicht…“ entfuhr es Musa überlegend.
„Das ist äußerst merkwürdig“ stimmte Tecna zu.
Ich fasste mir an die Stirn „Sagt nicht, sie sind alle weg…“.
Stella schüttelte den Kopf „Sie wollten Wuselball spielen gehen, aber das war vor Stunden. Amore sagte etwas davon, dass sie Glim abholen wollen, deswegen dachten wir, sie wären vielleicht bei dir“.
„Nein, ich vermisse Glim auch“ stellte ich sofort klar.
„Dann sollten wir sie suchen gehen“ meinte Flora allarmiert.
Ich nickte „Ich komme mit“.

Gemeinsam stöberten wir mitten in der Nacht durch Alfeas Schulgelände.
„Ich frage mich wo die Elfen sind“ kam es irgendwann von Stella „Hoffentlich stecken sie nicht in Schwierigkeiten“.
Bloom hielt eine Taschenlampe und führte uns an.
Die Mädels kannten den Ort an dem die Elfen sonst immer spielten, also begannen wir unsere Suche dort.
Das Spielgelände lag recht abseits der Gebäude, direkt an der Mauer, die das Gelände schnitt.
Schon von weitem entdeckte ich das Spielfeld, sah jedoch keine spielenden Elfen.
Kein Wunder bei dieser Dunkelheit.
Man sah ja die eigene Hand vor Augen kaum.
Doch dann entdeckten wir ein kleines Wesen, das aus einem der Hindernisse hervor flatterte.
„Hey Locked!“ rief Bloom sofort, doch die Elfe reagierte nicht.
„Sie hat dich nicht gehört! Los hinterher!“ rief Layla und rannte los.
Wir ihr dicht auf den Fersen.
Nach und nach entdeckten wir auch die anderen.
Wir fingen sie vor dem kleinen Labyrinth ab, das ebenfalls zu ihrem Spielfeld gehörte.
„Chatta, Amore, Locked, Digit, Tune, Glim und Piff… alle da“ zählte ich sicherheitshalber nach, ehe Bloom anfing „Da seid ihr ja, wir haben uns schon Sorgen gemacht“.
Doch dann sprach Chatta etwas aus, was überhaupt nicht in diesen Kontext passte „Wir müssen zurück ins Elfendorf“.
Flora und ich sahen uns verständnislos an, während Bloom rief „Seid ihr völlig verrückt?! Ihr wisst, dass Lord Darkar nur darauf wartet und er darf niemals herausfinden wo sich das Elfendorf befindet!“.
Sie steigerte sich so sehr in ihre Standpauke hinein, dass ich sie an der Schulter griff „Beruhig dich Bloom, warum wollt ihr so plötzlich zurück?“.
„Warum?“ entfuhr es Digit „Eben darum“.
„Darum ist keine logische Antwort, das ist doch nicht deine Art“ tadelte Tecna ihre Elfe.
Irgendetwas stimmte da doch nicht…
Auch Stella wurde langsam ungehalten „Amore, hör bitte sofort mit diesem Unsinn auf und komm hierher!“.
Diese blickte die Prinzessin mit ihren großen Kulleraugen an „Nein, wir haben Heimweh, wir wollen nachhause“.
Ihr leid klang beinahe herzzerreißend.
„Glim?“ deutete ich fragend an meine kleine Elfe an und hielt die Arme auf.
Normalerweise wäre sie mir bei einer solchen Aufforderung enthusiastisch entgegen gesprungen, doch nicht dieses Mal.
Die Lampion-Elfe wich traurigen Gesichtes ein paar Schritte zurück.
Kein leuchten entglitt ihrem Bauch.
„Elfen Abflug!“ gab Chatta plötzlich den Befehl, ehe sämtliche Artgenossen ihr folgten.
Sie flogen in Richtung Wald.
„Die fliegen uns weg!“ rief Flora aus.
„Das dürfen wir nicht zulassen!“ Stella drehte sich zu uns um „Magische Winx!“
„Enchantix!“.

Kaum hörten die Elfen unsere Verwandlung, teilten sie sich plötzlich auf.
„Jede ihrer Elfe hinterher!“ rief Layla und schoss los.
Ich sah nur noch wie Glim in Richtung des Mondes flog.
Natürlich! Die kleine Elfe hatte schon wieder ihr Ziel aus den Augen verloren und flog dem erstbesten entgegen, was leuchtete.
Ich schoss ihr hinterher und war glücklicherweise 10 Mal schneller als sie.
Ich hörte ihr glucksendes Lachen und sah wie sie sämtlichen Sternen entgegen ihre Haken schlug.
Ich seufzte und sah ihr nach.
Wodurch bekam ich ein Glühwürmchen am besten, das leuchtende Objekte mochte?
Ich hielt meine Hand in die Höhe und sammelte die Energie meiner Umgebung in der Hand.
Sie begann aufzuleuchten.
„Glim süße! Schau mal hier drüben“ machte ich die kleine Elfe auf mich aufmerksam.
Überrascht drehte sie sich um und entdeckte meine leuchtende Kugel.
Mit einem Strahlen auf den Lippen vergaß sie mich komplett und flog sofort auf das Licht zu.
Sie schoss direkt in meine Hand und mit einer kleinen Energiekugel hatte ich sie gefangen.
Sie weinte einen Moment, als sie realisierte, dass ich sie erwischt hatte.
„Tut mir leid mein Glühwürmchen“ entschuldigte ich mich und entgegnete ihrem betrübten Blick.
Ich traf mich wieder mit den anderen, die ihre Elfen ebenfalls gefangen hatten.
Wir setzten sie in einen komfortablen Käfig um den sich Flora kümmerte.
„Lasst uns raus!“ brüllte Chatta wütend um sich.
„Ruhe du Schreihals“ knurrte Stella und sah sich zwischen uns um „Sind alle Elfen da?“.
„Ja… ähm nein… wo ist Piff?“ überlegte Musa.
Layla war die letzte, die in die Runde zurück flog „Gleich da hinten. Sie ist ungefähr 10 Meter geflogen, dann musste sie ein Nickerchen machen“.
Als wir sie entdeckten begannen wir zu lachen.
Eben das genaue Gegenteil von Glim.

So kam es schließlich, dass wir um drei Uhr Nachts im Büro der Direktorin standen.
Pharagonda sah uns mit besorgter Miene an, nachdem wir die Situation erklärt und sie einen ersten Blick auf unsere Herzband-Elfen geworfen hatte.
„Ich habe die Elfen sicher untergebracht, das gibt uns die Zeit, die wir brauchen“ versicherte sie.
„Was ist denn mit den Kleinen los?“ fragte Flora.
Die Direktorin begegnete uns mit ernstem Blick „Sie stehen unter dem Einfluss eines Heimwehzaubers, der sie zwingt nachhause in ihr Dorf zurückzukehren. Ich bin mir sicher, dass Lord Darkar dahinter steckt“.
„Das würde einiges erklären“ überlegte ich „So wie heute hat Glim sich noch nie verhalten“.
„Wir können von Glück sagen, dass ihr gerade noch einmal schnell genug wart sie einzufangen“ lobte sie uns.
„Das mag ja sein“ entgegnete ich „Aber, worum geht es hier überhaupt? Was besitzen die Elfen so wertvolles, dass er sie sogar manipuliert um es zu kriegen?“.
Tecna pflichtete mir bei „Miss Pharagonda, sie verheimlichen uns doch etwas“.
„Was ist mit der roten Fontäne-Schule?“ fragte Bloom zusätzlich „Was haben die Trix von dort gestohlen? Die Spezialisten haben gesagt sie dürfen nicht darüber sprechen. Was ist denn hier los?“.
Schließlich erhob sich die Direktorin „Saladin und ich haben herausgefunden, dass Lord Darkar hinter den vier Bruchstücken des sogenannten Kodex her ist. Wenn Darkar alle vier Teile in die Hände bekommt, ist das eine Katastrophe“ klärte sie uns auf.
„Also ein magisches Artefakt“ fügte ich zusammen.
„Und die Trix haben bereits das erste Stück gestohlen“ meinte Bloom.
Layla sah uns an „Dann befindet sich im Dorf der Elfen ein weiteres Stück davon“.
„Und wo sind die restlichen Beiden?“ fragte Musa.
„Im Wolkenturm und in Alfea“ nun wurde sie aber ganz direkt „Wir müssen also auf der Hut sein. Darkar hat bestimmt schon einen Plan“.
„Das mag ja alles stimmen“ meldete sich Flora „Aber zuerst muss den Elfen geholfen werden“.
Dabei blickte sie mich direkt an.
Natürlich wusste ich sofort, was sie erwartete und schüttelte den Kopf „So weit bin ich leider noch nicht. Ich verstehe die Anwendung von einfachen Heilzaubern, aber für die Technik brauch ich immer ein bisschen“.
„Aber das ist doch hervorragend“ kam es von der Direktorin.
„Wie bitte?“.
Sie lächelte mich an und sah dann zu der Fee des Drachenfeuers „Bloom, ich denke das ist eine gute Gelegenheit deine neuen Heilkräfte zu trainieren“.
„Bloom’s was?“ fragte ich irritiert.
„Das ist eine neue Kraft des Drachenfeuers“ klärte Flora mich schnell auf.
„Varanda soll dir dabei helfen“ wies Pharagonda mich an „Auf diese Weise könnt ihr euch gegenseitig etwas zur Hand gehen und schafft es hoffentlich so schnell wie möglich diesen Zauber zu brechen“.
Wir nickten uns zu.

Bloom begann sich bereits an ihre ersten Versuche zu setzen.
Indessen trat ich in die Krankenstation, wo die Elfen in ihrem kleinen Käfig gehalten wurden.
Ich wollte sie in unser Zimmer transportieren um sie so schnell wie möglich von ihrem Bann befreien zu können, doch als ich in den Raum trat war es erstaunlich ruhig.
„Hallo? Chatta? Amore?“ wollte ich sie ansprechen, als mir der geöffnete Kasten ins Auge fiel.
Sie waren alle weg!
Das durfte doch nicht wahr sein?!
Selbst das Fenster war für sie geöffnet worden!
Da hatte doch irgendwer anders seine Finger mit im Spiel!
Ohne lange darüber nachzudenken, rannte ich zurück.
Pharagonda schickte sofort die Winx los, die Elfen zu finden und aufzuhalten.
Mich schickte sie zu Bloom.
Ungehalten hastete ich in Richtung ihrer Wohnung den Gang entlang, als mir die besagte Drachenfee um eine Ecke entgegen kam.
Gerade so konnte ich einen Zusammenstoß verhindern, ehe sie mich erschrocken ansah „Vara, ist alles in Ordnung?“
„Nein, die Elfen sind weg“ erklärte ich schnell.
„Was?“
„Keine Zeit für lange Erklärungen, was machen deine Fortschritte?“.
Sie schüttelte sich die besorgten Gedanken beiseite „Naja, ich habe gerade Floras Topfpflanze in ein Monster verwandelt“.
„Was hast du?“ fragte ich schockiert.
„Ja, ich glaub mit dem Buch stimmt irgendwas nicht…“ sie hielt mir den Band entgegen.
Ich nahm es an mich.
Der Einband kam mir schon mal absolut nicht bekannt vor und ich war inzwischen davon überzeugt, beinahe jedes Buch in Alfea mindestens einmal in der Hand gehabt zu haben.
„Heilzauber, Beschwörungen und Tränke…“ las ich den Titel und schlug es auf „Das hast du aus der Bibliothek?“.
Ich blätterte ein paar Seiten durch und bemerkte schnell, dass da etwas faul war.
„Ja, es ist mir praktisch entgegen geflogen“ erklärte sie mir.
Ich las die ersten Zauber und weitete die Augen.
„Was ist? Sag schon, mit dem Buch ist irgendwas faul, oder?“ versuchte sie es sofort aus mir raus zu kriegen.
Ich schluckte „Das kannst du aber laut sagen. Hier steht zwar Reinigungszauber, aber die Silben passen überhaupt nicht… die hab ich noch nie irgendwo gelesen…“.
„Und das heißt?“.
„Ich glaube nicht, dass das ein Buch für Heilkünste ist…“ gestand ich „Das sieht mir eher nach dunkler Magie aus“.
„Was?!“ entfuhr es ihr.
Ich schlug es zu „Komm mit, ich hab noch welche von Palladium in meinem Zimmer“.
Wir rannten los.
Nicht auszumalen was passieren würde, wenn die Mädels die Elfen nicht lang genug in Schach halten könnten.
Wir mussten uns beeilen.

Ich schlug die Tür auf und knipste das Licht an.
In meinem Zimmer schmiss ich sämtliche Bücherstapel über den Haufen.
Dabei bemühte ich mich nicht annähernd leise zu sein.
Die Zeit drängte.
Irgendwo hatte ich das Buch hingeschmissen und zog es schließlich unter meinem Kopfkissen hervor.
Ein Lehrbuch war doch wirklich keine Abendlektüre, wie war ich dazu gekommen es in mein Bett zu verfrachten?
Ich schüttelte den Gedanken ab und übergab es Bloom „Hier, das ist besser geeignet“.
Überstürzt setzte sie sich an meinen Schreibtisch und schlug es auf.
„Mal sehn… dieser Zauber heilt durch Magie verursachte Traurigkeit und Sehnsüchte…“ las sie mir vor und zeigte mir den Spruch.
Ich las ihn mir ein paar Mal durch „Das müsste der richtige sein“.
„Ja, aber wir haben keine Zeit das auszuprobieren“ Bloom hastete bereits an mir vorbei aus der Tür.
Ich folgte ihr „Und wie machen wir das, wenn wir sie finden?“.
„Na zusammen!“ belehrte sie mich, als sei das bereits selbstverständlich.
„Okay, das hab ich zwar noch nie gemacht, aber einen Versuch ist es wert“.
„Wir haben nur den einen“.

*

Außerhalb des Schulgebäudes verwandelten sich die Mädchen und flogen unumwunden los.
So schnell wie möglich bahnten sie sich einen Weg durch den Wald.
„Das schaffen wir nie rechtzeitig“ rief Bloom „Selbst wenn wir fliegen sind wir zu langsam“.
„Nur wenn wir so weiter fliegen“ korrigierte sie die hellblonde Prinzessin und blickte sich bereits suchend um.
Dieser kontrollierte Slalomflug durch die Bäume bremste sie nur unnötig aus.
„Was meinst du damit?“ Die Fee des Drachenfeuers hatte noch immer ein großes Fragezeichen im Gesicht.
Sie verstand absolut nicht was Varanda ihr sagen wollte.
Dann entdeckte die Enchantix eine!
„Flieg mir hinterher und spann die Flügel!“ gab sie die Anweisung und brach den Slalomflug ab.
„Ich soll was? Vara, warte!“.
Bloom wollte sich dagegen sträuben noch mehr Zeit zu verlieren… doch wann hatte sich Vara schon mal geirrt?
Mit einem mulmigen Gefühl schluckte sie die Zweifel hinunter und beschloss ihrer Freundin zu vertrauen.
Die Prinzessin schoss voraus und erwischte die Windböe gekonnt.
Bloom hinter ihr beobachtete, wie sie die Flügel spannte.
Das hatte sie inzwischen schon ein paar Mal bei ihr gesehen, aber was hatte das für einen Zweck?
Staunend sah die Drachenfee, wie die Enchantix durch die Tannen glitt, als würde sie von einer unsichtbaren Macht getragen werden.
Die rothaarige hatte kaum die Möglichkeit diesen Gedanken zu beenden, als es ihr auffiel.

Bloom folgte ihr und spürte plötzlich diesen Auftrieb.
Sie flatterte weiter, bemerkte jedoch wie Varanda sie bereits in kürzester Zeit abhing.
„Wie machst du das?“ rief sie ihr hinterher.
Doch die Fee von Callisto konnte sich nur wiederholen „Spann die Flügel!“.
Bloom konnte sich nicht vorstellen, dass das so einfach funktionieren würde… sie glaubte noch immer sobald sie aufhören würde mit den Flügeln zu schlagen, wäre ein Absturz nicht zu vermeiden.
Aber bei Varanda sah das so leicht aus…
Sie nahm all ihren Mut zusammen und hielt die Schwingen steif.
Dann verstand sie es plötzlich.
Innerhalb weniger Sekunden trugen sie die Aufwinde hinauf über die Tannen „Das ist ja abgefahren!“.
Sie bemühte sich einen Moment das Gleichgewicht zu halten, was ihr doch gut gelang.
Bloom breitete strahlend die Arme aus um den Flugwind zu spüren.
Vara kam zu ihr geflogen, die ebenfalls noch keinen Muskel ihrer Schwingen bewegte.
„Lass dich einfach gleiten!“ entgegnete die Enchantix „Die Luftschneise erledigt den Rest“.
Bloom strahlte über das ganze Gesicht „Wahnsinn… woher weißt du sowas?“.
Ihre Freundin zwinkerte ihr zu „Das Hauptfortbewegungsmittel in Callisto. Los, wir haben genug rumgetrödelt!“.
Erneut flog Vara voraus, Bloom ihr dicht auf den Fersen.

Dort unten!
Bereits wenige Augenblicke später erkannten sie die bunten Gestalten der Winx in ihren Transformationen.
Zwischen den Bäumen leuchteten sie auf wie kleine Lampions.
Doch während Varanda diesen Gedanken verfolgte, fiel ihr auf, dass Glim nicht bei ihnen war.
Die kleine Elfe hätte in dieser Dunkelheit schon längst zu sehen sein müssen.
Doch kein blinkendes Glühwürmchen weit und breit.
Auch die anderen Elfen waren nicht bei ihnen.
„Okay Bloom, Landeanflug“ gab die Prinzessin erneut von sich und drehte sich einmal um die eigene Achse um den Luftstrom zu unterbrechen und so aus der Luftschneise zu entkommen.
Auf diese Weise schaffte sie es kinderleicht wieder hinaus.
Die Fee des Drachenfeuers schluckte… jetzt oder nie!
Sie kniff die Augen zusammen und folgte Varas Beispiel, bevor sie diese Winde sonst wo hin tragen würden.
Bloom schwankte, fing sich jedoch schnell wieder, nachdem sie ihre Flügel wieder einsetzte.
Ein Flug der etwas anderen Art.
Die Mädchen landeten bei den Winx und stellten schnell fest, dass diese alles andere als frisch aussahen.
Alle fünf hingen auf dem Waldboden in einer undefinierbaren Pampe.
„Bloom, Vara, ein Glück seid ihr da“ kam es von Flora.
Die Mädchen bekamen kaum Zeit zu verschnaufen.
Die Enchantix trat schockiert auf die Feen zu „Was ist denn mit euch passiert?“.
Jede einzelne der Feen war mit diesem Schmodder bedeckt.
„Das spielt keine Rolle“ entgegnete Musa energisch „Ihr müsst euch beeilen. Die Elfen sind uns während dem Kampf entwischt und unsere Flügel sind verklebt. So können wir nicht fliegen“.
Tecna reichte uns einen Peilsender „Nehmt den hier und fliegt los“.
Flora konzentrierte sich „Die Bäume sprechen zu mir. Die Elfen sind fast zuhause“.
„Also dann, ein letzter Sprint“ entgegnete Vara ihrer rothaarigen Freundin.
„Du fliegst voraus“ Bloom hatte ihre Flugweise endlich verstanden.
Sie ergriff den Peilsender und steckte ihn sich an.
Ein kurzes Nicken zu der hellblonden Prinzessin gab ihr das Abflugzeichen.
„Worauf wartet ihr?!“ meckerte Layla bereits, als Varanda in die Knie ging und mit Schwung abhob.
Bloom folgte ihr ohne zu zögern.
Sofort setzte die Enchantix auf die nächste Luftschneise an und schoss innerhalb weniger Sekunden davon.
Ihre Freundin tat es ihr gleich und spannte dieses Mal sogleich die Flügel, als sie die Winde um sich erfühlte.
Varanda hatte wirklich ein Gespür dafür.
„Tecna, melde dich“ kam es von Bloom, die die Augen offen hielt „Wo sind sie?“.
„Direkt vor euch“ kam nach wenigen Momenten die Antwort.
„Da! Ich seh sie“ rief Vara „Abflug!“.
Erneut drehte sie sich gefolgt von der Drachenfee aus dem Strom.
Die Elfen funkelten in der dunklen Nacht.
Die Feen landeten auf einen Schlag „Bloom, jetzt oder nie!“.
„Gut, gemeinsam“ sie ergriff die Hand der Prinzessin.
Beide streckten die freien Arme in Richtung der Elfen nach vorne.
Sie konzentrierten sich.
Keine Silbe durfte falsch ausgesprochen werden.
Sie erinnerten sich an den genauen Wortlaut des Buches.
„Fertig?“ Bloom schloss die Augen.
Vara spürte diese wohltuende Wärme in ihrem Körper aufsteigen.
Diese Heilmagie war etwas vollkommen anderes, als ihre sonstigen Kampfzauber.
Sie sprachen die Worte gemeinsam „Medicor gesiderium ukulomis“
Die Fee leitete die Energie in ihre Finger und sah das wohltuende grüne, funkelnde Licht.
Kaum öffnete sie die Augen, sahen sie die irritierten Elfen an.
„Was machen wir hier?“ fragte Chatta.
„Wir müssen unbedingt zurück zu unseren Feen“ kam es von Tune.
Es hatte funktioniert! Der Fluch war gebrochen.
Bloom und Varanda atmeten erleichtert aus.
Gemeinsam fingen sie die freudigen kleinen Wesen auf, die ihnen entgegen flogen und die ersten Sonnenstrahlen des erwachenden Morgens mit ihnen erblickten.
Mission erfüllt.

Das Elfendorf war weiterhin sicher.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast