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Ms. Perfekt und Mr. Absolut {Akashi Seijuro FF}

von Silla-s-n
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16
Akashi Seijūro OC (Own Character)
15.08.2017
23.11.2020
38
56.939
21
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Dieses Kapitel
1 Review
 
26.04.2020 3.713
 
POV Daiki
Er musste zugeben, als er Haizaki von Yamamoto's Körper hat sprechen hören, musste er doch zugeben, dass er nicht ganz im unrechten war. Aber trotzdem würde er nichts sagen, dafür hatte er zu viel Respekt vor sowohl ihr als auch Akashi, denn er hatte den kleineren pinkhaarigen bemerkt.

Dass das Mädchen neben ihm ihn nicht bemerkt hatte, wunderte ihn allerdings. Sie waren gerade auf dem Weg wohin auch immer und er dachte immer noch über das nach, was eben geschehen war.

Yamamoto war über einen Kopf kleiner als Hazaki und er selbst, und trotzdem hatte sie es geschafft ihn komplett fertig zu machen. Sie war verdammt schnell gewesen und dazu auch noch verdammt gruselig. Mit ihr wollte er sich nicht anlegen. Auf dem Feld wäre es natürlich etwas anderes gewesen, da hätte sie ihn nie besiegen können. Sie wirkte überhaupt nicht mehr so, wie als er sie das erste Mal getroffen und sie davor bewahrt hatte auf dem Boden aufzukommen.

Irgendwie selbstbewusster, willensstark und nicht mehr innerlich zerrissen. Eigentlich hatte er sich nicht für sie zu interessieren, doch irgendwie gefiel sie ihm. Er sah sie aus dem Augenwinkel heraus an.

Sie sah mit entschlossenem Blick gerade aus. Daiki musste an ihr Handeln zurückdenken.

Jetzt wusste er ganz genau, weshalb sich Akashi dieses Mädchen ausgesucht hatte. Als Tetsu ihr das Versprechen gegeben hatte, war er erstaunt gewesen, dass er Akashi meinte. Früher war der rothaarige bei den Mädchen beliebt gewesen. Aber mit seinem Persönlichkeitswechsel sah es dann schon anders aus.

Doch mit Hikari hatte er sich schon ne heiße Braut ausgesucht. Und sie passt super zu ihm. Sie schien Würde zu besitzen und das auch noch ziemlich cool. Wie Akashi es am liebsten hat.

Kurz bevor sie ihre Teamkameraden erreichten verabschiedete er sich mit einem kurzen: „Tsüss."

Irgendwie war er gespannt, wie und ob etwas zwischen den beiden entstehen könnte.


POV Hikari
Sie war sauer und sie wusste, dass man es ihr ansah. Das Mädchen hatte sich von dem dunkelblauhaarigen Jungen noch höflich verabschiedet, da sie wieder unter Menschen gewesen waren, und suchte ihre Teammitglieder. Als sie sie fand kommentierte niemand ihr verschwinden. Sogar Seijuro sagte nichts dazu. War auch besser so. Eine gereizte Hikari anzusprechen war nicht das schlauste.

Wortlos ging sie neben Seijuro mit dem Team zum Hotel. Als sie sich gerade von allen verabschieden und auf ihr Zimmer gehen wollte, hielt Seijuro sie fest und sah ihr bestimmend in die Augen, als könne er aus ihren lesen. „Ich muss mit dir reden. Jetzt." Das war keine Frage, das war ein Befehl. Und er duldete keine Wiederrede.

Wie sie das an ihm hasste. Dabei sah er sie immer so herablassend an, was sie gerne mit einem Faustschlag kommentiert hätte. Niemand, wirklich NIEMAND darf sie herablassend ansehen, auch der Kerl in den sie sich verliebt hatte nicht.

Ihre Bodyguards waren nirgends zu sehen. Sie hingen wahrscheinlich hinter der nächsten Ecke und warteten nur darauf dass sie in ihrem Zimmer verschwand. Naja egal. „Sei-chan, lass doch gut für heute sein. Sieh sie dir doch mal an. Sie braucht schlaf", versuchte Reo ihn umzustimmen, worauf sie allerdings antwortete: „Schon okay Senpai." Dabei hatte sie Seijuro nicht aus den Augen gelassen.

„Geht ihr euch ausruhen, ihr habt morgen ein Spiel." Sie sah die anderen an und lächelte leicht. „Wir brauchen bestimmt nicht lange. Ich wünsche euch eine gute Nacht." Leicht neigte sie ihren Kopf. „Okay ist gut. Gute Nacht", sagte Reo beschwichtigt, legte ihr eine Hand kurz auf den Kopf, und verschwand mit den anderen in ihren Zimmern.

Seijuro führte sie in einen Wintergarten, welcher einen schönen Ausblick auf Tokyo darbot. Er schloss die Tür, machte das Licht aus, stellte sich an die Scheibe und sah auf die Stadt unter ihnen. Das blauäugige Mädchen stellte sich neben ihn. Es sah beeindruckend aus mit den ganzen Lichtern und den unterschiedlichen Farben, die in der Dunkelheit der Nacht leuchteten. Auch wenn die Nacht in Tokyo nicht wirklich dunkel ist.

Eine Weile lang sagte keiner von beiden etwas, bis sie die Stille unterbrach, sich zu ihm drehte und fragte: „Worüber willst du reden Seijuro?" Hikari sagte dies nicht provozierend, nicht genervt, nicht neugierig, sondern einfach nur mit einer gewissen Ernsthaftigkeit. Wenn er mit ihr alleine reden wollte, musste es etwas ernstes sein.

„Du bist vorhin einfach Wortlos gegangen", sagte er mit einem gewissen vorwurfsvollen Unterton. Sie schluckte unbemerkt. Betont langsam drehte er seinen Kopf in ihre Richtung und sah ihr mit diesen wunderschönen Augen gruselig entgegen. Als sie gerade: „Ich war auf der Toilette", sagen wollte schnitt er ihr die Luft ab, indem er noch hinzufügte: „Wag es nicht mich anzulügen." Dies sagte er mit einem kleinen knurren in der Stimme, wie als müsste er sich zurückhalten nicht zu schreien.

Der Blick in seinen Augen verhieß nichts gutes. Er wusste wo sie war und was sie gemacht hatte, das sah sie ihm an. Eigentlich war nichts schlimm an der ganzen Sache.

Sie hatte dem Scheißkerl nur ihre Meinung gegeigt und eine potentielle Gefahr beseitigt. Es durfte nur nicht publik gemacht werden, sonst war sie erledigt und Seijuros Ruf geschädigt. Schließlich hatte er sie ins Team geholt und viel mit ihr zu tun, was die Reporter selbstverständlich nicht kalt gelassen hatten.

Er sah sie immer noch mit diesem gruseligen Blick an, welchen sie nicht deuten konnte. Hikari atmete tief ein und sagte ihm einfach die Wahrheit. Dabei sah sie aus dem Fenster. „Ich bin nach dem Spiel Haizaki Shogo gefolgt und habe ihn einer... ja wie soll ich es sagen... einer kurzen Lektion unterzogen. Er wird keine Probleme machen, keine Sorge."

Jetzt fühlte sich Hikari erleichtert, besser. „Bist du dir da sicher?" „Ja." „Sieh mich an."
Wieder dieser Ton.
Er legte zwei Finger an ihr Kinn und drehte ihr Gesicht zu ihm. „Gut", sagte er daraufhin und machte keine Anstalten sich wieder zum gehen zu wenden, geschweige denn seine Hand wegzunehmen.

Hikari wusste nicht, wie lange beide da so gestanden hatten. Sie hatte sich wieder in seinen Augen verloren. Auf einmal blitzte etwas in seinen Augen auf und bevor sie hätte etwas entgegnen können hatte er sie gegen die Scheibe gedrückt und seine Lippen auf ihre. Augenblicklich schlossen sich ihre Augen. Seine Hand, die an ihrem Kinn lag, wanderte zu ihrem Nacken und die andere, die er vorher noch in der Hosentasche hatte, legte sich an ihre Taille.

In ihrer Brust explodierte ein kleiner Funken zu einem lodernden Feuer und langsam legte sie ihre Hände an seine Seiten und griff in die Jacke, bevor sie den Kuss erwiderte. Diesmal störte sie kein Schwindelgefühl und sie konnte den Moment komplett auskosten und genießen.

Als er sich von ihr löste atmeten beide schwer und er legte seine Stirn an ihre. Ihr lag definitiv ein roter Schimmer auf den Wangen, und sie war froh, dass das Licht aus war. Dank den Lichtern der Stadt konnte sie sehen, dass seine Augen wieder gleichfarbig waren. Jetzt war sie sich ziemlich sicher, dass der Seijuro etwas für sie empfand. Ob der andere dies auch tat...?

Der Junge vor ihr legte noch einmal sanft, ganz kurz seine Lippen auf ihre und ließ sie dann los, nur um sie bei der Hand zu fassen und wieder zurück zu den Zimmern zu ziehen. „Du solltest schnell schlafen gehen. Morgen wartet ein Sieg auf uns." Selbst mit der Augenfarbe erwartete er den Sieg.

Sie kicherte kurz und lächelte ihn daraufhin an, was er nur mit anfangs erstauntem und später sanften Blick erwiderte. „Gute Nacht Seijuro." Wie gerne hätte sie ihn jetzt nochmal geküsst. Doch die Leute die zu ihrem Schutz auf sie angesetzt waren würden dies bestimmt mitbekommen, und das durfte sie nicht riskieren.

Schweren Herzens ließ sie ihn los, holte ihre Schlüsselkarte raus, öffnete die Tür und schenkte ihm noch ein kurzes Lächeln, bevor sie in ihr Zimmer ging. Das Licht war noch ausgeschaltet, als sie ihre Jacke und Tasche auf das Bett schmiss und sich an das große Fenster stellte.

Noch kurz würde sie den Ausblick genießen, bevor sie sich schlafen legen würde. Träumend blickte sie auf die Stadt unter sich und bemerkte zu spät, dass sich jemand hinter sie gestellt hatte. Als sie einen strengen Geruch vernahm, war die Person hinter ihr schon drauf und dran ihr ein Tuch vor Mund und Nase zu halten. Sofort hielt sie den Atem an.

Viel Zeit zum überlegen hatte sie nicht, also schmiss sie sich kurzerhand einfach auf die Person hinter ihr und rammte ihr dabei ihren Ellenbogen auf den Solaplexus. Er keuchte einmal, als ihr Ellenbogen auf eben genannter Stelle und einmal, als er auf dem Boden landete. Sie fiel auf ihn, rollte sich allerdings schnell von ihm runter. In der kurzen Zeit, die sie auf ihm lag konnte sie feststellen, dass es derselbe Typ war, der sie vor einigen Monaten vergiftet hatte.

Blitzschnell stand sie wieder auf ihren Beinen, genauso wie der unbekannte Kerl.
Ist er alleine?
Sie stand neben dem Bett und tastete nach ihrem Handy, welches sich in ihrer Jacke befand, während ihre Augen versuchten den Typen in der Dunkelheit auszumachen.

Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals und war verdammt noch mal zu laut. So hörte sie weniger. Schritte konnte sie keine hören. Selbst sein atmen hörte sie nicht. Aber weg konnte er auch nicht sein.

Ihr Körper war in kompletter Alarmbereitschaft. Wenn sie jetzt schrie, könnten sowohl Seijuro im Zimmer nebenan, welches nur durch eine Tür von ihrem getrennt war, als auch die Leute vor der Tür sie hören. Doch die Wände und Türen waren dick. Entweder würde der Typ fliehen oder sie versuchen zum schweigen zu bringen. Vorsichtig tastete sie sich an ihrem Bett entlang Richtung Kopfende zu dem kleinen Nachtschränkchen, als sie vergebens versuchte ihre Jacke zu finden.

Auf dem Nachtschränkchen stand eine Lampe, die sich mit einem Schalter einschalten lassen würde. Die hatte sie vor dem Spiel gesehen, als sie ihr Zimmer bezogen hatte. Noch immer hörte sie nichts. Ihre Finger zitterten leicht, aber das kümmerte sie nicht. In ihrem Kopf herrschte eine gefährliche Leere.

Sofort als sie den Schalter gefunden hatte, legte sie ihn auch um und Licht flutete den Raum. Ihre Augen brauchten nur den Bruchteil einer Sekunde, während der Kerl aufschrie. Er trug ein Nachtsichtgerät und stand ziemlich genau vor ihr. Der Typ taumelte nach hinten und riss sich die Brille von den Augen. Sofort trat sie ihm zwischen die Beine, sodass er sich vor schmerz stöhnend auf den Boden sinken lies. Jetzt sah sie auch ihre Jacke.

Sie hastete zu ihrer Jacke, nicht ohne den Typen aus den Augen zu lassen, schnappte sich ihr Handy und drückte fünf mal schnell den Anschaltknopf. Dann schob sie es unter ihr Bett. Es würde sofort Seijuro, Sam und ihren Vater kontaktieren, dass sie in Gefahr war.

„Du kleines Miststück", knurrte der Typ, als er sich wieder aufrappelte und auf sie zukam. Gerade noch rechtzeitig. Dass sie an ihrem Handy war hatte er wohl nicht bemerkt. Sie kniff die Augenbrauen zusammen. Hatte er das letzte mal nicht englisch gesprochen? Die Stimme war aber die gleiche.

Er drückte sich auf sein Ohr, in welchem sich vermutlich ein Hadset befand, und schnaubte: „Halt die Fresse und komm." Seine Sturmmaske verdeckte sein komplettes Gesicht. „Du hast einen ganz schön festen Tritt. Fräulein." Er kam immer näher. Auf einmal packten sie zwei Hände von hinten an den Handgelenken und drückten diese feste auf ihren Rücken. Er hielt sie dabei so feste, dass sie fast aufgeschrien hätte.

Wo kam der denn jetzt her?!
Erschrocken schnappte sie nach Luft, versuchte allerdings sogleich ihren Atem zu beruhigen. Es waren also doch zwei. Hikari atmete unhörbar einmal tief ein. Der Kerl der auf sie zukam hatte das Tuch wieder in der Hand.
Scheiße.
Sie legte eine noch nie da gewesene Kälte in ihre Augen und ihre Stimme und versuchte feste und bestimmend zu reden, was ihr auch gelang.

„Ihr habt aber lange gebraucht um euch wieder blicken zu lassen. Was wollt ihr von mir?" Sie sprach perfekt. „Nur unseren Auftrag erledigen kleine Lady, mehr nicht. Was unsere Auftraggeber von dir wollen wissen wir nicht. Dafür sind wir nicht wichtig." Er wurde unterbrochen, von dem Kerl hinter ihr. „Du laberst zu viel. Jetzt halt ihr endlich das Tuch vor den Mund, damit wir hier verschwinden können."

Der Kerl kam immer näher. Zeit schinden hatte also nicht so funktioniert. Was sollte sie denn jetzt machen? Ihr flogen alle möglichen Strategien durch den Kopf, doch keine von ihnen würde sie unverletzt rausbringen. Ein bisschen Schmerz konnte sie schon wegstecken.

Hikari ließ ihren kompletten Körper hängen. „Doch aufgegeben", fragte der Kerl mit dem Tuch. Das Mädchen ließ als Antwort die Kraft aus ihren Beinen raus und sank auf den Boden, woraufhin der Typ, der sie festhielt, ihr folgen musste. Schließlich war sie ein ganzes Stück kleiner als er, weshalb er sich wegen ihren Händen bücken musste.

Nun schwebte sein Kopf über ihrem. Sie musste sich ein Grinsen verkneifen, als sie seinen Atem an ihrem Kopf spüren konnte. Augenblicklich schnellte sie hoch und verpasste dem Typen eine Kopfnuss auf die Nase. Sofort ließ er ihre Hände los, sie stützte sich auf dem Boden ab und vollführte einen schnellen und kräftigen Fußfeger, mit welchem sie den Typen mit dem Tuch von den Beinen riss welcher dann auf die Bettkante fiel.

Hikari sprang auf und rannte zu der Tür die Seijuros und ihr Zimmer miteinander verband. Zitternd und leicht schwummrig sehend riss sie die Tür auf, stolperte hindurch und konnte noch gerade rechtzeitig diese schließen, bevor einer der beiden Kerle ihr hätte folgen können.

Mit aller Kraft stemmte sie sich gegen die Tür als einer von beiden versuchte diese zu öffnen. „Seijuro", schrie sie in das dunkle Zimmer.
Wo ist er nur?
Noch einmal rief sie laut seinen Namen. Wieder nichts. „Akashi Seijuro", schrie sie nun so laut und verzweifelt sie konnte, woraufhin die Badezimmertüre aufflog, und ein Junge mit nassen Haaren und einem Handtuch auf den Schultern liegend hinaustrat. Er trug lässige Kleidung, hatte also gerade geduscht.

Seine Augen wurden noch größer als sie es ohnehin schon waren und sofort rannte er zu der anderen Tür, öffnete diese und schrie in den Flur.
Was soll denn das jetzt?
Doch daraufhin kamen drei Männer in schwarz gekleidet und jeder eine Schusswaffe gezückt in das Zimmer gerannt und stellten sich vor Hikari auf. Sam war unter ihnen.

„Hikari, ganz ruhig ja? Auf drei gehst du ganz schnell von der Tür weg und rennst ins Badezimmer." Sie nickte Sam zu. Ihr Herz pochte immer noch schnell und laut in ihrer Brust und sie verließ langsam aber sicher die Kraft. Doch sie rappelte sich noch einmal auf und machte sich bereit.

Seijuro stand schon im Badezimmer an der Tür, bereit sie sofort zu schleißen wenn sie da war.

„1..." Sie schluckte. „2..." Sie sammelte all ihre verbliebene Kraft in ihren Beinen. „3!" Hikari stieß sich von der Tür weg und rannte auf das Badezimmer zu, als auch schon die Tür aufflog. Doch mehr bekam sie nicht mit, da Seijuro die Tür schon geschlossen hatte und gerade den Schlüssel im Schloss umdrehte.

Das Mädchen ließ sich zitternd an der riesigen Duschwand auf den Boden gleiten, zog die Beine an sich und schlang ihre Arme um diese. Ihre Augen fingen an zu brennen. Den darauffolgenden Schluchzer konnte sie nicht unterdrücken.

Sie fühlte sich wieder so schwach, wie als sie noch das Gift im Körper hatte, und sie hasste es. Augenblicklich sah sie das Badezimmer nicht mehr, sondern nur noch das Wasser, welches sie zu verschlucken drohte. Es nahm ihr wieder die Luft zum atmen. Die Tränen, die ihre Wangen hinunterliefen spürte sie überhaupt nicht, sie hörte nur ein Schreien. Dabei sollte es unter Wasser doch eigentlich still sein.

Sie presste sich die Hände auf die Ohren. Noch immer sah sie nichts als Dunkelheit und spürte auch nur eisige Kälte. Bis sich warme, ja schon fast heiße Hände, auf ihre Wangen legten und ihr beruhigend die Tränen wegwischten. Das Kreischen in ihren Ohren hörte auf. Und die Dunkelheit lichtete sich wieder.

Hikari konnte Seijuro erkennen, welcher vor ihr hockte und ihr Gesicht in beiden Händen hielt. Er sah sie ganz sanft an. Wieder mit den gleichfarbigen Augen. Sofort warf sie sich ihm entgegen, sodass er auf seinem Gesäß landete, sie auf ihren Knien zwischen seinen Beinen saß, schlang ihre Arme um seinen Rücken, krallte sich in den Stoff seines Pullis und vergrub ihr Gesicht in seiner Schulter. Er schlang daraufhin seinen einen Arm um ihre Taille, seine andere Hand legte er an ihren Hinterkopf und hielt sie einfach nur fest.

Langsam hatte sie sich wieder beruhigt, als sie ein Klopfen an der Tür vernahm. Sie zuckte zusammen und konnte ein zittern nicht unterdrücken. Seijuro legte ihr eine Hand auf den Kopf bevor er aufstand und zur Tür ging. „Hikari", konnte sie auf der anderen Seite Sam fragen hören. Erleichtert atmete sie aus.

Seijuro hielt ihr seine Hand hin, welche sie auch ergriff, und ließ sich von ihm hochziehen. Fast wäre sie wieder auf dem Boden gelandet, hätte er sie nicht noch rechtzeitig mit der anderen Hand festgehalten. Und wieder hielt er sie fest. Seine Hand, welche ihre fest umschlang ließ sie nicht los, auch nicht als er die Tür aufschloss und beide hinaustraten.

Dem Mädchen wurde von Sam ein paar Fragen gestellt, welche sie nur mit einem Nicken oder Kopfschütteln beantwortete. Die beiden Typen aus ihrem Zimmer waren weg und die anderen beiden Männer die bei Sam waren auch. Vor knapp zwei Stunden hatte sie sich noch mit Haizaki angelegt und keine Schwäche gezeigt. Und jetzt? Jetzt saß sie wie ein Häufchen Elend auf Seijuros Bett und knetete sich ihre Hände.

Sie beobachtete wie Sam und Seijuro miteinander sprachen, hörte ihnen aber nicht zu. Das Mädchen war sich sicher, sie musste erstens wieder anfangen richtig zu trainieren und zweitens würde ihre Bewachung jetzt nur noch mehr verstärkt werden. Die blauen Flecken, die sich langsam an ihren Handgelenken bildeten, fielen ihr überhaupt nicht auf.

Sie knetete noch immer ihre Hände als sich Sam vor sie hockte. Seine Waffe hatte er zurück in den Halfter gesteckt. Er seufzte. „Du hast alles richtig gemacht, aber pass jetzt auf Hikari. Dein Vater hat hiervon erfahren und er ist sicherlich nicht erfreut darüber. Am liebsten würde ich dich nicht mehr alleine lassen, aber ich weiß dass du es hasst unter ständiger Beobachtung zu stehen. Also hör mir jetzt genau zu." Sie nickte, immer noch unfähig ein Wort zu sagen.

„Ab jetzt bleibst du nur noch in seiner Nähe. Er kennt dich fast genau so gut wie ich und hat es geschafft dich zu beruhigen." Sam seufzte. „Mir egal was dein Vater sagt, ich bin zu deiner Sicherheit und für dich hier. Ich rede mit deinem Vater, mach dir darum keine Sorgen. Mit dem Jungen Herren habe ich auch noch mal geredet, er holt jetzt deine Sachen. So wie ich dich kenne hast du nicht ausgepackt oder?" Sie schüttelte den Kopf. Es war unsinnig auszupacken, wenn man nur über eine Nacht blieb. Überhaupt hatte sie nur das nötigste dabei.

„Gut. Du bleibst über die Nacht bei ihm. Ganz wohl ist mir dabei zwar nicht, aber ich weiß dass er dir nichts tut. Und ich denke, du willst nicht alleine sein, oder?" Wieder schüttelte sie den Kopf. Diesmal heftiger. Alleine zu sein wäre jetzt das schlimmste.

„Hab ich's mir doch gedacht. Gut. Ich geh dann mal mit deinem Vater reden. Vielleicht sagt er auch etwas wegen dem Spiel morgen und du müsstest noch einmal mit ihm reden, aber das machen wir morgen. Ihr habt ja erst abends das Spiel. Wir sehen uns dann morgen." Er stand wieder auf, legte ihr noch einmal seine Hand auf den Kopf und ging dann mit einem Nicken an Seijuro vorbei, welcher aus der Verbindungstür mit ihrem kleinen Koffer, ihrer Handtasche und ihrer Jacke kam. Sogar ihr Handy hielt er in der Hand.

Er legte alles auf einem Stuhl ab bzw. stellte den Koffer davor und fragte sie, ob sie ins Badezimmer möchte. Sie hatte wieder nur genickt, hatte sich ihren Kulturbeutel und ihre Schlaf Sachen, bestehend aus einer einfachen lockeren Jogginghose und einem weiten Pullover (ja auch die reiche Yamamoto Erbin schläft so), aus dem Koffer geholt und war sich waschen und umziehen gegangen.

Als sie wieder raus kam stand Seijuro mit verschränkten Armen am Fenster und sah wieder auf Tokyo hinunter. Es brannte nur eine kleine Lampe auf dem Nachtschränkchen, wie die, die sie eben noch in ihrem Zimmer angeschaltet hatte. Ihre Sachen legte sie wieder zurück in ihren Koffer und legte sich auf eine Seite des Bettes. Das Mädchen war Hundemüde.  

Nach einer weile machte der Junge mit den roten Haaren Anstalten sich auf einen Stuhl zu setzten, als sie mit brüchiger Stimme fraget: „Kannst du bei mir bleiben? Hier?" Ihre Stimme war kratzig und es fühlte sich so an wie als hätte sie geschrien. War das Kreischen welches sie vorher im Badezimmer gehört hatte ihre eigene Stimme gewesen? Hatte sie geschrien?

Seijuro sah sie kurz an, während ihr diese Gedanken durch den Kopf schossen, ging dann aber doch auf das große Doppelbett zu, schlug die Decke beiseite, nahm sie in den Arm und deckte sie beide wieder zu. Sofort beruhigte sie sich und schlief schließlich ein.


POV Seijuro
Der Junge vernahm ein gleichmäßiges ruhiges atmen neben sich. Sie schlief, doch seine Gedanken hielten ihn noch etwas wach.

Er hätte es hören sollen. Er hätte in der Nähe seines Handys sein sollen. Doch nach dem Kuss vorhin musste er sich abkühlen, weshalb er eine kalte dusche nahm, und hatte sein Handy nicht mit rein genommen. Als er sie dann seinen vollen Namen hatte rufen hören war er schon aus der Dusche raus und hatte sich angezogen sodass er sofort rausgestürmt ist.

Als sie dann schreiend vor ihm kauerte, hatte sein Körper wie von selbst gehandelt, genau so wie im Wintergarten. Er hatte absolut keine Kontrolle darüber gehabt, was er tat.

Aber ihr hatte es geholfen. Und er würde sie nie wieder alleine lassen.
Seijuro drückte ihr einen Kuss auf die Stirn und nahm sie noch fester in den Arm.
Nie wieder.


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