I Love Your Smile In The Morning

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Ai Haibara / Shiho Miyano Conan Edogawa Kaito Kid / Kaito Kuroba Ran Mori Shinichi Kudo
13.08.2017
22.05.2019
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Uiuiui, das hat hier alles länger gedauert als geplant, gehofft und erwartet.
Aber das KreaTief zu dieser Geschichte hatte mich so fest im Griff, dass ich sie erstmal ein Stück beiseite legen musste.
Aber jetzt ist es da, das 2. Kapitel :D

Und an dieser Stelle ein megaDankeschön an die 22 Favos!!! :D *-* Ihr seid ja echt der Wahnsinn, hätte nicht gedacht, dass euch die Idee so gut gefällt.  :)

Jetzt aber viel Spaß :*


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I hope these days go on forever
And I’m always right by your side



Noch immer etwas verschlafen, öffnete Conan die Augen und musste sich kurz sortieren. Doch beim Anblick des gläsernen Dachs über ihm erinnerte er sich wieder. Er war bei Rans Omiai-Kandidaten unter falschem Namen eingezogen.
Naja, nicht ganz falscher Name, er hatte nur bei seinem Nachnamen gelogen. Schließlich wusste er nicht, ob und wie viele Informationen Kuroba bereits zu Ran und ihrem Leben hatte. Das Risiko von Beginn an aufzufliegen, wollte er vermeiden. Der Vorname war schon verdächtig genug, doch bisher schien er keine Verdacht zu schöpfen.
Müde rieb Conan sich über Gesicht und richtete sich auf. Kaum war er die Leiter hinunter geklettert, begrüßte Kuroba ihn bereits mit einem breiten Lächeln.

„Ah, guten Morgen. Ich habe mich schon gefragt, wie lange du noch schläfst.“ Dann wandte er sich wieder der brutzelnden Pfanne zu. Conan grummelte kurz, bevor er einen Blick auf die Uhr in der offenen Küche warf.

„Was?“, entkam es ihm schockiert. „Es ist ja schon fast zwölf?!“ Wieder fuhr er sich übers Gesicht, bevor er, noch immer etwas müde und (vielleicht genau davon) genervt, in seine Handflächen stöhnte.

„Du scheinst nicht sonderlich der Morgenmensch zu sein?!“, stellte Kuroba fest, noch immer ungehindert mit einem fröhlichen Lächeln. (Wie ging das überhaupt so früh am Morgen?) „Ich habe Pancakes gemacht, falls du frühstücken möchtest?“ Schon bei dem Gedanken daran, lief Conan das Wasser im Mund zusammen und er nickte.

„Hmmh. Ich geh’ nur kurz duschen, war ganz schön warm die Nacht.“ Mit diesen Worten verschwand der junge Detektiv bereits in Richtung des Badezimmers, wurde jedoch noch einmal von Kurobas Stimme aufgehalten.

„Wenn du noch keine Handtücher hier hast, im Schrank links unter dem Waschbecken sind welche. Such’ dir einfach eins aus.“ Kuroba hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, sich zu ihm umzudrehen, stellte Conan fest als er zu ihm blickte.

„Danke.“, murmelte er. Wie konnte er nur vergessen, dass er keine Handtücher hatte? Mit einem leisen Seufzen schloss er die Badezimmertür hinter sich.

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„Kann ich dir noch bei irgendwas helfen? Hast du noch irgendwelche Sachen, die geholt werden müssen?“, fragte Kuroba ihn zwischen zwei Bissen, doch der junge Detektiv schüttelte den Kopf.

„Danke. Die Matratze wird geliefert, ich hoffe noch in der nächsten Woche. Den Rest schaffe ich mit einem Bekannten her.“

„Gut, falls du doch was brauchst, sag bescheid.“ Dankbar nickte er, bevor er sich wieder über die, wirklich verdammt leckeren, Pancakes hermachte. „Wann ist deine erste Vorlesung nach den Semesterferien?“

„Nächste Woche. Zumindest die erste richtige, die Einführungswoche spare ich mir vermutlich.“, überlegte er laut. Von der ersten Woche erwartete Conan sich nicht zu viel, stattdessen könnte er dem Revier mit dem ein oder anderen kniffligen Fall aushelfen. Und ein wenig sein Zimmer einrichten, auch wenn es nur für ein paar Monate war, so brauchte er wenigstens die nötigsten Sachen.

„Ach komm, so schlimm ist die erste Woche nicht. Da mussten wir alle durch! Was hast du denn stattdessen vor?“, lachte der Magier auf und nahm einen Schluck aus seiner Tasse.

„Naja, den ein oder anderen Fall hat die Polizei sicher, bei dem sie meine Unterstützung gebrauchen könnte.“, murmelte Conan vor sich hin und hätte beinahe verpasst, wie Kuroba sich an seinem Kakao verschluckte. Nach einem kurzen Husten, sah er ihn mit einem belustigten Schmunzeln an.

„Du weißt schon, dass es nur umso schwerer fällt, dich nicht mit Kudou-kun zu vergleichen, wenn du das Gleiche machst, wie er?“ Ein verbittertes Lächeln legte sich auf Conans Gesicht. Genau das Gleiche hatte Ai auch gesagt, doch er konnte einfach nicht zulassen, dass ein Straftäter frei herumlief, wenn er denn Fall lösen konnte! Seufzend sah er aus dem Fenster zu seiner Rechten.

„Ja, aber ich kann nicht zulassen, dass ein Mörder frei herumläuft, wenn ich es ändern kann.“, entgegnete er schließlich verbissen und Kuroba nickte.

„Du hast dich also auch eher den Leichen verschrieben, ja?“

„Es ist schlichtweg am Interessantesten.“, schoss es, ohne nachzudenken, aus ihm heraus. Und nach einem Moment der Stille, in dem Kuroba nur über die Antwort geschmunzelt hatte, fügte Conan hinzu: „Und, der Grund der wohl wichtiger ist; sie richten den größten Schaden an. Ich werde nie verstehen, wie ein Mensch einen anderen umbringen kann. Dafür gibt es keine Rechtfertigung!“

„Ja…“, stimmte sein Gegenüber tonlos zu und senkte den Blick. Nachdenklich starrte Kuroba auf seinen letzten verbliebenen Pancake als könne er ihm die Antwort zur Frage nach dem Sinn des Lebens geben. Doch dieser Umstand trat scheinbar nicht ein, sodass er den Teller mit einem Seufzen von sich schob. „Wenn du meine Hilfe nicht weiter brauchst, dann verziehe ich mich heute in die Bibliothek. Ich sollte so langsam mit meiner Abschlussarbeit vorankommen.“ Verlegen kratzte Kuroba sich am Hinterkopf und Conan kam nicht umhin zu grinsen. Ja, genau so hatte er ihn eingeschätzt. Er war sicherlich ein kluger Kopf, aber auf der anderen Seite hatte er etwas sehr überstürztes, beinahe chaotisches an sich. Sodass es ihn mehr als verwundert hatte, so eine ordentliche Wohnung vorzufinden. Dennoch war Kuroba wie ein Wirbel, auch sein Kopf schien keine Ruhe zu finden und es trieb ihn immer umher. Dass er mit seiner Abschlussarbeit bisher eher mäßig vorangekommen war, wunderte Conan also wenig.

„Davon will ich dich nun wirklich nicht abhalten.“, grinste er ihn vielsagend an und Kuroba lachte melodisch auf. Irgendwie gefiel ihm dieses Lachen. Es war nicht aufdringlich, steckte stattdessen ebenfalls mit guter Laune an und Conan vermutete, dass es wohl jedem schwer fallen würde, bei dem dauerhaften Lächeln von Kuroba, ihm für längere Zeit böse zu sein. Spätestens das schelmische Grinsen, dass auch er schon kennen gelernt hatte, zog einen schließlich in den Bann. Oder ging es nur ihm so?

Wenig später machte Kuroba sich auf den Weg in die Bibliothek und er atmete auf. Eine bessere Gelegenheit würde er wohl kaum bekommen, sich unbemerkt etwas genauer in der Wohnung umzusehen. Conan begann im Flur und betrachtete die Bilder, die an den Wänden hingen. Er entdeckte einige Bilder mit Aoko, sie schienen sich schon länger zu kennen, wie es aussah waren sie gemeinsam zur Schule gegangen. Auf einem Bild stand Kaito inmitten einer Gruppe, vermutlich aus der ersten Zeit der Oberstufe, und er entdeckte, neben Aoko, noch ein weiteres bekanntes Gesicht. Dieser blonde Junge war doch Hakuba, der Sohn des Polizeichefs und ebenfalls ein Detektiv?! Scharf zog er die Luft ein, er musste also vorsichtig sein. Denn sollte Kuroba noch immer in gutem Kontakt mit Hakuba stehen, könnte sein falscher Nachname auffallen. Zumindest, wenn Hakuba sich an ihn erinnerte, doch davon ging er aus, denn er war schließlich ein aufmerksamer Detektiv. Mit einem Seufzen schüttelte Conan den Kopf, er musste einfach nur vorsichtig sein.

Dann begab er sich mit einigem Zögern zu Kaitos Schlafzimmer, hielt jedoch inne. Wollte er wirklich so sehr in seiner Privatsphäre schnüffeln? Nein, eigentlich nicht, aber für Ran würde er es tun. Entschlossen drückte er die Klinke runter und betrat das fremde Zimmer auf Zehenspitzen. Es war albern, aber es gab ihm das Gefühl er würde dadurch eher hören, sollte Kaito plötzlich zurück kommen. Leise schloss er die Tür hinter sich und sah sich um. Das Zimmer war erstaunlich schlicht, wenn nicht sogar fast leer. Denn außer einem Kleiderschrank, links neben der Tür, einem Bett, das von der linken Wand in den Raum ragte, daneben ein kleiner Nachttisch mit einem kleinen Bücherregal, sowie einem Schreibtisch an der gegenüberliegenden Wand gab es nichts in diesem Raum. Wie auch in seinem eigenen Zimmer gab es ein große Fensterfront, die auf einen Balkon führte. Dort entdeckte Conan eine unglaubliche Sammlung von Rosen, die Kaito scheinbar züchtete. Von Rot, über gelb, bis hin zu außergewöhnlichen Farben wie blau und lila, war beinahe jede Farbe vertreten. Staunend schüttelte der Detektiv den Kopf und versuchte sich wieder auf sein eigentliches Ziel zu konzentrieren.
Vorsichtig und nichts besonders erwartend öffnete er den Kleiderschrank und erblickte Kaitos vielfältigen Kleiderstil. Von lässig legere bis hin zu ein, zwei edlen Anzügen war alles dabei. Das Innere des Schranks war aufgeräumt und übersichtlich sortiert, doch da Conan nichts ungewöhnliches erblickte und auch nicht vorhatte in der Unterwäsche-Schublade zu wühlen, schloss er die Türen wieder.
Als nächstes wandte er sich dem Schreibtisch zu, der schon etwas unordentlicher war als der Rest der Wohnung. Viele einzelne Blätter, sowie Bücher lagen wild verstreut, dennoch war es etwas anderes, dass Conans Aufmerksamkeit auf sich zog und er runzelte die Stirn. Dieser Schreibtisch hatte keinerlei persönliche Note. Hier lagen ausschließlich Physik-Fachbücher, Schmierzettel und Notizen, die er augenscheinlich für seine Abschlussarbeit gemacht hatte. Conan ließ sich auf den Schreibtischstuhl fallen. Erst bei genauerem Hinsehen erkannte er in der linken Ecke des Tisches einen kleinen Bilderrahmen an der Wand stehen. Vorsichtig beugte er sich vor. Das Bild zeigte einen Mann, vermutlich um die 30 Jahre alt in einem schwarzen Anzug. Er lächelte und sah zu einem kleinen Jungen, der mit einem erstaunten und zugleich stolzen Gesichtsausdruck, auf einem scheinbar schwebendem Stuhl saß. Auch über Conans Gesicht huschte ein Lächeln. Kaito und sein Vater. Mit einem Kopfschütteln wandte er sich ab und versuchte das schuldige Gefühl loszuwerden. Es fühlte sich falsch an in Kaitos Privatsphäre zu kramen. Er wusste ja nicht mal, was er sich erhoffte zu finden.
Mit einem Seufzen stand er auf und ging auf das kleine Bücherregal zu. Kaito klang nicht sonderlich interessiert, wenn es um Morde ging, daher überraschte es ihn nicht, dass er kaum Krimis entdeckte als er sich vor das Regal hockte. Stattdessen fand er die kompletten Arséne Lupin-Reihe als Sonderband, sowie jede Menge Autobiografien. Doch die meisten Personen waren ihm unbekannt und er richtete sich wieder auf. Dabei streifte sein Blick den Nachttisch und er blieb an einer weiteren Biografie hängen, die Kaito scheinbar aktuell las. The Night Baron - Kudo Yusakus ewige Flucht vor den Verlegern. Ein Schmunzeln legte sich auf sein Gesicht. Er selbst hatte das Buch tatsächlich noch nicht gelesen, schließlich kannte er das Leben seines Vaters und doch reizte es ihn, jetzt danach zu greifen und hineinzulesen. Bevor er den Gedanken jedoch in die Tat umsetzen konnte, schüttelte er den Kopf. Nein, er kannte sich. Wenn sein Vater diese Biografie nur halb so gut wie seine Romane geschrieben hatte, dann würde er sich so schnell nicht davon losreißen können. Und dann stieg die Gefahr, dass Kaito ihn beim Schnüffeln erwischen würde, ins Unermessliche.

Nachdem Conan das Zimmer wieder verlassen hatte, ließ er sich, etwas enttäuscht, im Wohnzimmer auf die Couch fallen und ließ seinen Blick umherschweifen. Wie konnte es sein, dass jemand eine so unpersönliche Wohnung hatte? Nicht, dass diese Wohnung leblos wirkte, im Gegenteil, aber dennoch fand er kaum Dinge, die auf Kaitos Leben oder gar auf sein Inneres hinwiesen.
Sein Blick blieb an dem Käfig hängen, der noch immer leer stand, und wanderte schließlich zur Tür unterhalb der Galerie. Kaito Künstlerkammer, wie er sie genannt hatte. Das musste es sein, dort würde er sicherlich fündig werden.

Nach einem erneuten inneren Konflikt, den Conan geflissentlich versuchte zu ignorieren, öffnete er die Tür und fand sich in Kaitos Atelier wieder. In der Mitte des Raumes stand ein großer Flügel, zu seiner rechten fand er ein weiteres Bücherregal, gefüllt mit Ratgebern zur Magie, Illusionen und Zauberei, sowie Biografien von Magiern. Auf der linken Seite des Raumes erstreckte sich ein langer Tisch auf dem ein paar Werkzeuge verstreut lagen, die darauf hindeuteten, dass Kaito hier tüftelte und bastelte. Neben dem Tisch stand eine weitere Kommode gefüllt mit Ordnern. Auf einem stand in ordentlicher Schrift ‚Kaitou 1412‘ geschrieben und erweckte Conans Neugier. Es war nicht verwunderlich, dass Kaito als Magier offensichtlich ein Fan des Phantomdiebes war, wo dieser doch selbst oft im großen Stil Illusionen benutzt hatte. Vorsichtig zog er den Ordner heraus und öffnete ihn. Mit Erstaunen stellte er fest, dass er hier eine Unmenge an Zeitungsartikeln, chronologisch sortiert, vor sich hatte. Angefangen bei Kaitou Kids aller erstem Auftauchen, über sein langes Verschwinden, bis hin zu seinem letzten Coup. Conan runzelte die Stirn als er die Artikel überflog und zwischen ihnen einen Text über eine Verbrecherorganisation fand, die nach Jahren endlich geschnappt werden konnte. Was hatte diese Organisation mit Kid zu tun? War er ein Teil von ihr gewesen? Aber woher wusste Kaito dann davon? Oder war der Artikel nur dazwischen gerutscht?
So war es vermutlich, versuchte Conan sich zu beruhigen, obwohl ihm sein Gefühl etwas anderes sagte. Kid hatte auf ihn immer gewirkt, als wäre er auf der Suche, als würde er diese Dasein als Dieb nur für etwas benutzen. Seufzend schüttelte er den Kopf und schloss den Ordner wieder. Kaito war also ein Fan von Kaitou Kid. Nun ja, es gab schlimmeres. Dann hatte er immerhin schon mal ein Gesprächsthema mit Sonoko, die nach wie vor Rans beste Freundin war.
Musikalisch schien Kaito ebenfalls zu sein, zumindest, wenn er die ganzen Noten bedachte, die ebenfalls in der Kommode standen. Conan trat einen Schritt zurück und ließ seinen Blick durch den Raum schweifen.
Erst jetzt erblickte er das lebensgroße Bild eines Mannes im schwarzen Anzug, das direkt neben der Tür hing. Der Mann stand vor einem roten Vorhang und lächelte bescheiden in die Kamera, während aus dem Zylinder in seinen Händen Konfetti, Luftschlangen und weiße Tauben wild durcheinander flogen. Conan konnte nicht anders als zu lächeln, Kaito musste seinen Vater wirklich verehren, nicht zu vergessen, wie sehr er ihn vermissen musste. Wieder schlich sich das schlechte Gewissen in sein Bewusstsein und er seufzte. Nachdem Conan noch einmal kontrollierte, ob alles so aussah wie vorher, verließ er den Raum wieder. Seine Schuldgefühle ignorierend machte er sich direkt auf den Weg zum Haus des Professors, um mit dessen Auto noch ein paar Sachen zu holen.

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Seufzend schloss Conan die Wohnungstür auf. Er hatte sich doch tatsächlich von seinem Mitbewohner ein schlechtes Gewissen einreden lassen und war zur Einführungswoche gegangen. Wie erwartet war es bisher nicht sonderlich spannend gewesen und es ging hauptsächlich um die Belegung und Einführung der unterschiedlichen Kurse. Gott sei Dank hatte er sich von Takagi einige Fallakten abgeholt, die er in der Uni bereits durchgesehen hatte und es sich nun auf der Couch damit bequem machte. Kuroba sah er nicht, hörte jedoch kurz nachdem er sich setzte, das Rauchen der Dusche.
Es dauerte nicht lange, da war der junge Detektiv bereits in den ersten Fall vertieft. Weder sonderlich kompliziert, noch schwierig den Täter auszumachen, entscheidend war nun einen Beweis zu finden. Conan studierte die Fotos der Spurensicherung eindringlich bis ihm etwas auffiel. Im gleichen Moment hörte er die Badezimmertür aufgehen, realisierte es aber nur am Rande.

„Hey, du bist ja doch schon zurück.“, holte ihn Kurobas Stimme aus seinen Gedanken und strahlte, wie eigentlich immer, gute Laune aus. Conan hob den Kopf, gedanklich noch immer mit dem neu gefundenen Indiz beschäftigt, als er plötzlich inne hielt. Sein Mitbewohner grinste ihn an und lief an ihm vorbei zur Küchenzeile. „Willst du auch was trinken?“

Doch Conan blinzelte nur und starrte Kuroba an, wie er nackt in der offenen Küche stand und sich einen Kakao zubereitete. Nachdem er keine Antwort erhielt drehte er sich um und wiederholte seine Frage. Splitterfasernackt. Wieder bekam Conan die Frage nur am Rande mit, starrte stattdessen auf das wohl trainierte Sixpack. Jeder Muskel war definiert, aber nicht übermäßig ausgeprägt, wie bei einem Bodybuilder. Sie waren genau richtig und es juckte ihn in den Fingern darüber zu fahren.

„Gefällt dir, was du siehst?“ Kurobas freche Frage holte ihn endgültig aus den Gedanken und er schüttelte den Kopf. Was hatte er da überhaupt gedacht?

„Ähm, ich war nur… irritiert. Ist dir nicht kalt?“ Herzhaft begann sein Mitbewohner zu lachen und Conan konnte das wilde Spiel seiner Bauchmuskeln beobachten.

„Wirklich darüber machst du dir Gedanken?“

„Ich war nur verwundert, dass du nackt durch die Wohnung läufst.“, murmelte Conan und versuchte die Röte in seinem Gesicht zu verbergen, in dem er sich in seiner Fallakte vertiefte und das Indiz von eben versuchte wieder zu finden.

„Stört es dich so sehr?“, grinste Kuroba, doch der junge Detektiv vermied es erneut auf zu sehen und versuchte sich stattdessen zu konzentrieren. „Aber du hast mir immer noch nicht meine Frage beantwortet, ob du etwas trinken willst?!“

„Gerne, einen Kaffee bitte.“, antwortete er schließlich, ohne aufzusehen. Nur wenig später stellte Kuroba zwei Tassen auf den Tisch und ließ sich ihm gegenüber auf der zweiten Couch nieder. Diesmal jedoch angezogen, was Conan mehr als nur erleichterte. Gleichzeitig schickte er ein Stoßgebet gen Himmel, dass Kaito ihn nicht noch einmal in so eine unangenehme Lage versetzen würde. Doch vergeblich.

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Zwei Tage später saß der junge Detektiv abends auf dem Sofa, wieder einmal vertieft in einen Fall. Dass Kuroba nach Hause gekommen war, hatte er nur am Rande mitbekommen und hätte ihn jemand gefragt, dann hätte er vermutlich gesagt, er wisse nicht, wo sein Mitbewohner sich befinde. Erst als die Zimmertür des Magiers mit einem lauten Klacken und einem lautstarken Gähnen des Bewohners aufging, hob er seinen Kopf und sah reflexartig in Richtung der Geräuschquelle.

„Hey, du warst nicht zufällig einkaufen, oder?“, fragte Kaito und sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an.

„Zieh dir was an, Kuroba!“ Er spürte, wie die Röte sich auf seinen Wangen ausbreitete und versuchte nicht zu starren. Aber diese Bauchmuskeln! Und dann auch noch diese durch definierten Muskelstränge an seiner Hüfte, die zu seinem Oberschenkel führten und.. Nein! Er wollte nicht starren, rief er sich ins Gedächtnis und sah Kuroba stattdessen in die Augen. Sie glitzerten nur so vor Schalk und Conan konnte nicht anders als grinsend den Kopf zu schütteln. Kuroba machte das mit Absicht, er wusste genau, dass es ihm unangenehm war.

„Ich will aber duschen gehen?!“

„Warum stehst du dann hier rum? Splitternackt.“

„Weil ich dir eine Frage gestellt habe.“, triumphierend grinste Kuroba ihn an und legte den Kopf leicht schief.

„Geh duschen!“, antwortete Conan jedoch nur mit einem Seufzen.

„Hast du bei meinem Anblick etwa die Frage vergessen?“ Der junge Detektiv lief rot an, antwortete aber nicht. Doch das reichte Kuroba und er brach in einem lautstarken Lachanfall aus. „Ich wollte wissen, ob du einkaufen warst. Wir haben nämlich nichts mehr im Kühlschrank.“

„Nein, aber ich kümmer’ mich drum. Irgendwas bestimmtes?“

„Nur das übliche.“, grinsend verschwand er schließlich im Bad und Conan sah ihm hinterher. Irgendwie wirkte er zufrieden als hätte nur beabsichtigt, ihn aus der Ruhe zu bringen. Bevor er den Gedanken jedoch weiterführen konnte fiel ihm auf, dass er seinem Mitbewohner auf den blanken Hintern starrte und fuhr sich grummelnd übers Gesicht. Er sollte sich dringend eine Freundin suchen.

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Neben den Kriminalfällen von Holmes und denen, die er selber löste, gab es nicht viel, wofür Conan sich begeistern konnte. Fußball gehörte aber definitiv dazu. Eigentlich hatte er damit nur begonnen, um seine Ausdauer für die Verbrecherjagd zu verbessern. Doch schon nach den ersten Trainings war sein Talent aufgefallen und er konnte nicht bestreiten, dass es ihm Spaß machte. So hinderte ihn auch seine neue Identität nicht daran und er meldete sich in der Universität für das Fußballtraining an. Der sportliche Ausgleich tat seinem Geist wirklich gut. Auch die anderen Studenten waren ihm sympathisch und er hatte bereits die ersten guten Bekanntschaften gemacht.

Mittlerweile freute er sich richtig darauf, einmal die Woche mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen. Und so gab er jederzeit alles was er hatte, baute seine überschüssige Energie ab, wenn er nicht genügend mit Fällen ausgelastet war, ließ seinen Frust raus, wenn es ihm wieder zu Kopf stieg, dass er seine komplette Jugend nochmal erleben musste oder wenn sich ihm der Kopf drehte vor lauter Gedanken um Fälle und die Situation um Ran und Kaito.
Letzteres war diese Woche der Fall. Er wohnte nun seit drei Wochen bei dem Omiai-Kandidaten von Ran und hatte bisher nichts an ihm auszusetzen. Sicher, er war ein wenig chaotisch und ein kleiner Wirbelwind, aber er war ein Mensch von guter Laune, hatte es sich förmlich zur Aufgabe gemacht andere Menschen zum Lächeln zu bringen, konnte für sich selber sorgen und schien eine starke Persönlichkeit zu haben. Ran würde in ihm einen Mann finden, der Shinichi ähnlich sah, was vielleicht nicht unbedingt ein Pluspunkt war, aber er hätte immer ein offenes Ohr für sie, eine starke Schulter und ein Auge auf den Haushalt warf er auch. Trotzdem störte Conan etwas. Aber was verdammt noch mal?

Mit voller Kraft trat er im Testspiel gegen den Ball und traf mit einer solchen Wucht ins Tor, dass der Torwart ihn leicht verängstigt ansah, worauf er ihm nur ein entschuldigendes Lächeln schenkte. Er konnte diese Frustration ja schlecht rausbrüllen, stattdessen rannte Conan lieber voller Elan dem Ball hinterher und kickte ihn übers Spielfeld. Immer die Frage im Hinterkopf, was ihn an dem Bild von Kaito und Ran zusammen so sehr störte.
Auch als er nur wenig später in der Kabine unter der Dusche stand ließ ihn diese Frage nicht los und er raufte sich die Haare. Übersah er etwas? War Kaito zu perfekt? Zu verrückt? Zu kindisch? Nichts von dem bestätigte sein unangenehmes Gefühl, wenn er an die Beiden als Paar dachte. Etwas erschöpft verließ er schließlich die Dusche und stellte fest, dass er fast der Letzte war. Die verbliebenen beiden Jungs warfen sich gerade ihre Taschen über die Schulter und verabschiedeten sich mit einem kurzen Winken.

Als Conan schließlich die Umkleide verließ warf er vor der Sporthalle einen Blick gen Himmel und erblickte den Mond, der bereits aufgegangen war und ihm in voller Pracht entgegen strahlte. Das Bild eines weißen Zylinders tauchte vor seinem geistigen Auge auf und ein nostalgisches Schmunzeln legte sich auf sein Gesicht. Kaitou Kid hatte seine Karriere als Dieb an den Nagel gehängt, er schien gefunden zu haben, wonach er all die Jahre gesucht hatte. Doch zu seinen letzten Coups hatte Conan schon nicht mehr gehen können, da er sich im Ausland befunden hatte. Er hatte sich nie richtig von dem Dieb verabschiedet, dessen Rätsel er wirklich zu schätzen wusste. Zu gerne hätte er sich einmal bei dem Dieb für all diese Herausforderungen bedankt, auch wenn sein Stolz das vermutlich nie zugelassen hätte.

„100 Yen für deine Gedanken.“ Eine feixende Stimme riss ihn aus seinen Gedanken und Conan erblickte seinen Mitbewohner, der lässig am Geländer lehnte, welches den Fußballplatz umzäunte.

„Huh? Was machst du denn hier?“

„Ich war einkaufen“, wie zum Beweis hob er die beiden Tüten in seiner linken Hand in die Höhe. „dann habe ich dich spielen sehen und dachte, ich könnte dich abholen.“ Conan blinzelte, er hatte ihn beobachtet?

„Oh. Tut mir leid. Wartest du schon lange?“ Ihm kam in den Sinn, wie lange er getrödelt hatte, weil ihn seine Gedanken nicht in Ruhe ließen und senkte schuldbewusst den Kopf.

„Ach schon gut, habe mir nur Sorgen gemacht, ob ich dich doch verpasst habe.“, winkte Kuroba ab und sie machten sich gemeinsam auf den Heimweg. „Du spielst wirklich gut. Spielst du schon länger?“, bemerkte der junge Magier nach einiger Zeit an und Conan blickte auf.

„Danke. Ja, seit der Mittelstufe. Es ist irgendwann zu meinem Ausgleich geworden.“, erklärte Conan lächelnd.

„Sag mal, hast du gar keinen Schal mit? Es ist abends echt kühl, du erkältest dich sonst noch.“

„Ach schon gut, der Weg ist ja nicht so weit.“, winkte Conan ab. Dabei wusste er es eigentlich besser. Seit dem Gift war sein Immunsystem nicht mehr dasselbe, er erkältete sich leicht und eine leichte Erkältung konnte bei ihm schnell dramatisch werden. Dennoch verzichtete er auf das Angebot Kurobas Schal zu bekommen.

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Er hätte es besser wissen müssen. Keine zwei Tage später saß er mit schniefender Nase und heiserer Stimme in der Uni. Doch Conan entschied, dass er das Risiko eingegangen war und die Konsequenzen jetzt nun mal ausbaden musste. Also hatte er sich am Morgen einen dicken Schal um den Hals gewickelt und war, Kurobas zweifelndem Blick zum Trotz, in die Uni gegangen. Er musste nur aufpassen, dass er Haibara in den nächsten Tagen nicht über den Weg lief, sie würde ihn lynchen, wenn sie wüsste, dass er in diesem Stadium seiner Grippe nicht nur zur Uni ging, sondern sich danach noch aufs Polizeirevier schleppte um einen Fall zu beenden. Sie hätte ihm die Ohren lang gezogen und nach Hause ins Bett geschleift, nicht zu vergessen die Standpauke, die er sich im Anschluss anhören müsste.

Als Conan am Nachmittag auf dem Weg zum Revier war klopfte sein Unterbewusstsein an, dass Ai vielleicht gar nicht so sehr Unrecht hatte und er wohl besser ins Bett gehörte, doch er schob den Gedanken beiseite und ignorierte das seine Stirn schon seit dem frühen Morgen glühte.

„Ah, da bist du ja, Megure erwartet dich schon.“, begrüßte Sato ihn erfreut. Bei näherem Hinsehen verzog sie jedoch besorgt die Stirn. „Geht es dir gut? Du schaust krank aus.“

„Schon gut, so schlimm ist es nicht.“, winkte er mit dünner Stimme ab, doch sie verzog argwöhnisch das Gesicht.

„So wie du aussiehst, gehörst du eher ins Bett…“

„Sieht schlimmer aus als es ist!“, unterbrach er die Polizistin als ihm sein Körper in den Rücken fiel und ihn mit einem heftigen Hustenanfall durchschüttelte.

„Na, wenn du meinst.“ Sorgenvoll nahm Sato den jungen Detektiv in Augenschein, wies ihn aber dennoch in Richtung Megure. „Ich glaube er wollte gerade los zu einem Fall.“ Dankbar nickte Conan und ging auf den in die Jahre gekommenen Kommissar zu.

„Ah, da bist du ja. Dann können wir ja gleich los. Es geht nach Shibuya, ein tragisches Unglück. Es sieht alles danach aus, dass eine junge Frau aus Eifersucht oder Neid erstochen wurde.“, begrüßte Megure ihn und schlug ihm aufmunternd auf die Schulter. Das entlockte seinem Körper einen weiteren Hustenfall. Auf den besorgten Blick des erfahrenen Polizisten winkte Conan jedoch ab, bevor dieser etwas dazu sagen konnte. Megure kannte ihn, er hatte einen Dickkopf und würde es sich nicht nehmen lassen an einem Fall mitzuarbeiten, wenn die Chance bestand, er wäre den bei den Ermittlungen eine Hilfe.

Der Fall in Shibuya war in der Tat tragisch. Eine junge Frau lag niedergestochen in ihrer Wohnung und es gab drei Verdächtige, sie hatten alle ein Motiv und entweder gar kein oder ein sehr wackliges Alibi. Der erste Verdächtige war der Freund der Verstorbenen, der ihr immer wieder eine Affäre vorgeworfen hatte und nicht gerade ein Mensch von ruhiger Natur war. Ebenso verdächtig war die beste Freundin des Opfers. Sie hatte die Tote gefunden und die Polizei alarmiert, sowie ihren Bruder als seelischen Beistand angerufen. Sie hatte mit der Toten in einer Firma gearbeitet und diese war, ihrer Meinung nach, bereits bei mehreren Beförderungen bevorzugt worden.

Während die junge Frau sich immer wieder über die Tote ausließ, gab der Bruder Conan ein Rätsel auf, er starrte immer wieder auf die Stelle an der die Leiche gelegen hatte und wurde von Minute zu Minute stiller. Was verbarg er? Conan begab sich auf einen weiteren Rundgang durch die Wohnung, in der das Opfer alleine lebte, und sah sich um. Er stöberte durch die Sachen am Schreibtisch und hob die Unterlage auf dem Tisch an als etwas zu Boden fiel. Ach so war das. Jetzt fehlte im lediglich ein Beweis. Conan blickte erneut zu den drei Verdächtigen und sah, wie der Bruder sich schützend vor die beste Freundin des Opfers stellte. Wie es aussah wurde sie gerade zu ihrem Alibi befragt und das brachte Conan auf eine Idee.

„Wussten Sie, dass in den meisten Fällen, derjenige der Täter ist, der das Opfer findet?“, mischte er sich arrogant ein, während er einen weiteren Hustenanfall unterdrückte und sich versuchte mit einem Tuch unauffällig den Schweiß von der Stirn zu wischen.

„Aber…?“, begann die junge Frau weinerlich und starrte ihn an.

„Das heißt noch gar nichts!“, unterbrach der Bruder sie und starrte den jungen Detektiv wütend und mit einem Hauch Verzweiflung an. Doch dieser ließ sich davon nicht beeindrucken und wandte sich wieder an die beste Freundin des Opfers.

„Und ein Alibi haben Sie auch nicht.“

„Jetzt hör’ mir mal zu! Ein fehlendes Alibi und deine Behauptung macht noch lange keine Mörderin aus meiner Schwester!“ Wieder schritt der Bruder ein, doch Conan ignorierte ihn weiterhin und ging einen Schritt auf die Verdächtige zu, die immer mehr in sich zusammen sank und schluchzte.

„Noch dazu haben Sie uns gerade lang und breit erklärt, warum Sie das Opfer, Ihre angeblich beste Freundin, nicht ausstehen konnten.“ Ihm wurde leicht schummrig und er lehnte sich gegen den nächsten Türrahmen, sah jedoch weiterhin selbstbewusst zu der jungen Frau, die nun in die Knie sank. „Wollen Sie nicht auch mal was dazu sagen?!“

Bevor sie jedoch den Mund öffnen konnte, sprang ihr Bruder wieder dazwischen und stellte sich verzweifelt vor den geschwächten Detektiv.

„Jetzt hör’ schon auf! Sie war es nicht! Sie ist unschuldig!“

„Achja?“ Arrogant hob Conan fragend eine Augenbraue und sah jungen Mann in die Augen als es endlich aus ihm herausbrach.

„Ich war es, ok? Ich gebe alles zu, aber bitte lasse meine Schwester in Ruhe.“ Erleichtert ließ der junge Detektiv die Schultern sinken. Das ging schneller als erwartet.

„Mehr wollte ich doch gar nicht hören.“, murmelte er. „Sie waren Ihre Affäre, richtig?“ Seinem Gegenüber entglitten sämtlich Gesichtszüge.

„Wo.. Woher…?“, stotterte er.

„Woher ich das weiß? Ich habe ein Bild auf ihrem Schreibtisch gefunden, es zeigt sie sehr innig und dennoch hielt sie das Bild versteckt. Es scheint schon etwas älter zu sein, daher nehme ich an, sie führten diese Affäre schon länger und nun wollten Sie, dass sie sich endgültig von ihrem Freund trennt, was sie nicht wollte.“, mutmaßte er mit immer schwächer werdenden Stimme und kniff die Augen zusammen als das Bild vor seinen Augen verschwamm. Ach verdammt, er hätte doch einfach nur einen Schal ummachen müssen!

„Ja, ich… wir haben uns geliebt. Schon damals in der Mittelstufe haben wir Gefühle füreinander entwickelt. Wir haben uns immer heimlich gesehen, wenn sie bei meiner Schwester zu Besuch war, aber dann bin ich ins Ausland gegangen und wir haben uns auseinander gelebt.“, begann der Bruder zu erzählen und ließ seinen Kopf traurig hängen. „Als wir uns irgendwann wieder gefunden haben, war sie schon mit ihm zusammen. Es ging wohl darum, dass sie in seine Familie einheiratet, wegen irgendwelcher Firmenangelegenheiten, ich weiß es nicht…“ Ein Seufzen verließ die Lippen des Jungen, während seine Schwester ihn, noch immer auf dem Boden schluchzend, schockiert ansah. „Sie hat mir immer wieder beteuert, wie sehr sie mich liebt, ihn aber nicht verlassen kann, aber… ich habe das nicht mehr ausgehalten. Vorhin… ist es zum Streit gekommen, ich war so rasend vor Wut. Immer wieder hat sie mich vertröstet, hat versucht es gut zu reden und dann…“ Tränen rannen über sein Gesicht und er stockte. „ich habe einfach rot gesehen, ich war so außer mir und als ich wieder zu mir kam… lag sie da. Sie war… sie war einfach tot.“ Apathisch starrte er auf die Stelle an der die Leiche seiner Liebe gelegen hatte und auch der Polizist, der ihm die Handschellen anlegte konnte ihn kaum aus seiner Starre lösen.

„Na Mensch, ich weiß schon, warum ich dich zu solchen Fällen mitnehme.“, grinsend schlug Megure dem jungen Detektiv auf die Schulter. Schwach zuckte er zusammen, noch immer an den Türrahmen gelehnt. „Um Gottes Willen, du glühst ja richtig?! Du musst nach Hause ins Bett und dich endlich auskurieren.“ Auch dem Kommissar schien aufzufallen, wie schwach er aussah und diesmal nickte er zustimmend. „Einer der Kollegen wird dich nach Hause fahren.“ Abwehrend hob Conan jedoch die Hände.

„Nein, nein, schon gut. Nach Hause finde ich noch.“ Ein Hustenanfall schüttelte ihn und er hielt sich sicherheitshalber am Türrahmen fest. Nicht gerade ein Zeichen dafür, dass er es sicher alleine nach Hause schaffen würde, trotzdem fuhr er fort. „Ich habe es von hier nicht weit und will Ihre Männer nun wirklich nicht damit belasten.“ Conan rang sich ein Lächeln ab, doch Megure sah ihn zweifelnd an.

„Na, ich weiß ja nicht, mein Junge. So wie du aussiehst…“

„Entschuldigen Sie, Herr Kommissar, ich hätte da mal eine Frage.“ Ihr Gespräch wurde von einem jungen Polizisten unterbrochen und Conan nutzte die Chance und verließ die Wohnung, bevor Megure ihn wirklich noch nach Hause fahren ließ. Das wollte er nun wirklich nicht, er konnte die Polizisten doch nicht mit seiner Krankheit belasten, die hatten sicherlich besseres zu tun. Und er würde den 20-minütigen Fußmarsch schon überleben, sagte er sich.

Taumelnd lief er durch die dunklen Straßen und wünschte sich nichts sehnlicher als endlich in sein Bett zu gelangen. Aus den erwarteten 20 Minuten waren mittlerweile über 30 geworden und eine Stimme in seinem Inneren sagte, er hätte vielleicht doch das Angebot annehmen sollen. Aber endlich war sein Wohnhaus in Sicht und er kramte bereits nach dem Schlüssel. Stöhnend schloss er für einen Moment die Augen als ein heftiger Schmerz durch seinen Kopf fuhr und begann erneut zu taumeln. Conan versuchte die Augen zu öffnen, doch alles was er sah, war verschwommen. Blind versuchter er nach etwas zu greifen, an dem er sich festhalten konnte, doch er fand nichts und geriet ins Stolpern. Sein Blickfeld wurde immer kleiner und er betete, dass er es bis nach Hause schaffte. Doch schon im nächsten Moment fiel er zu Boden und blieb regungslos liegen. Keine fünf Meter entfernt vom Eingangstor zu seinem Wohnblock.


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