I Love Your Smile In The Morning

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Ai Haibara / Shiho Miyano Conan Edogawa Kaito Kid / Kaito Kuroba Ran Mori Shinichi Kudo
13.08.2017
22.05.2019
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Da bin ich wieder!
Und im Gepäck habe ich ein neues Kapitel für euch. (Eigentlich sogar mehr als eins, aber eins nach dem andern ;) )
Wir bewegen uns mit großen Schritten auf das Omiai zu und befinden uns auf der Zielgerade für diese Story. Wenn alles so bleibt, kommen nach diesem Kapitel noch maximal 4 oder 5 weitere. Davon ist die Hälfte sogar schon geschrieben *-* Wenn mir also keine Schreibblockade dazwischen kommt, sollte es keine längeren Pausen mehr geben. :D

Vielen Dank an alle, die mir die Treue halten und einen Riesen-Dank an Kayli Talis; Danke für den Arschtritt. Jetzt bewegen die Beiden sich endlich ein Stück. Aber ein wenig Drama folgt trotzdem noch. Es fließt zu viel davon durch mein Blut. x'D

Jetzt aber viel Spaß beim Lesen!

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And the feeling that you give me
is like a runaway train


Am nächsten Morgen war es zwischen ihnen als wäre nichts passiert. Als hätten sie nicht in einem Bett geschlafen.
Als hätte Conan sich nicht bis in die frühen Morgenstunden an den Magier geklammert.
Als hätte Kaito nicht beruhigend kleine Küsse auf seinem Kopf und Nacken verteilt.
Als wäre da nicht dieses Knistern beim Aufwachen zwischen ihnen gewesen.

Aber so saßen sie gemeinsam in der Küche und alberten unbeschwert herum. Conan ignorierte das wohlige Gefühl, das sich seit der vergangenen Nacht in seiner Brust immer weiter ausbreitete und ignorierte auch das schlechte Gewissen, welches unweigerlich damit einherging. Es waren noch genau fünf Tage bis Ran wiederkam und er hatte bisher weder mit ihr noch mit Kaito gesprochen, geschweige denn nach einer neuen Wohnung gesucht. Jedes Mal, wenn er die Suche starten wollte, kam etwas dazwischen, ein Fall, ein Anruf und manchmal lenkte er sich auch einfach nur ab, weil er insgeheim bleiben wollte. Dabei war längst klar, dass es keine Möglichkeit gab.
Die Sehnsucht, die er spürte, und das schlechte Gewissen, gegen das er ankämpfte, zerrissen ihn innerlich nahezu und er versuchte sich mehr und mehr abzulenken. Davon, dass Ran bald wieder hier sein würde, davon, dass spätestens nach dem Omiai nichts mehr war wie jetzt und vor allem davon, dass er schon wieder dabei war, Ran eine Zukunftsperspektive zu zerstören.
Er wollte sich kaum ausmalen, wie es ihr gehen würde, wenn sie erfuhr, was er mit ihrem Omiai-Kandidaten hier trieb, obwohl er ihn eigentlich nur unter die Lupe nehmen wollte. Vielleicht war er etwas übers Ziel hinausgeschossen mit der Idee, einfach bei ihm einzuziehen. Für diese Erkenntnis war es aber nun eindeutig zu spät. Viele Lösungen gab es nicht mehr und doch zerbrach er sich den Kopf jeden Tag aufs Neue.

„Hör auf so viel zu grübeln, das gibt Falten.“, holte ihn Kaitos belustigte Stimme aus den Gedanken und Conan schüttelte seufzend den Kopf. „Fährst du heute eigentlich zur Uni?“

„Ja, mache mich in einer halben Stunde auf den Weg. Was machst du heute?“

„Ich begleite dich!“, beschloss Kaito mit einem Lächeln und Conan sah stirnrunzelnd von seinem Kaffee auf.

„Ich dachte, du hast keine Kurse mehr?“

„Habe ich auch nicht, aber ich unterschreibe heute meinen Vertrag als Vertretungslehrer. Deswegen war ich letztens schon mal dort, mein alter Prof hat mich gefragt und ich finde es eine spannende Herausforderung.“ Der Detektive sah ihn einen Moment nachdenklich an, bevor er zu seinem Urteil kam.

„Du verstehst was vom Fach und erklären kannst du auch. Also klar, warum nicht?!“

„Ein sehr nüchternes Urteil.“, schüttelte Kaito lachend den Kopf und so machten sie sich wenig später gemeinsam auf den Weg, gingen jedoch mit Betreten des Campusgeländes in verschiedene Richtungen.

——————————

Dass sie sich an diesem Tag so schnell wieder sehen würden, damit hatte Conan jedoch nicht gerechnet. So setzte er sich, nichts ahnend, fast schon gelangweilt, in den Hörsaal. Wie immer hatte er sich einen Platz in den hinteren Reihen ausgesucht, so konnte er nebenbei noch die ein oder andere Fallakte durchstöbern, ohne gestört zu werden. Doch an diesem Tag sollte es anders laufen.

Conan ignorierte das immer lauter werdende Getuschel um ihn herum und sah erst auf ein Räuspern des Dozenten auf, was den Beginn des Seminars verkündete. Nur, dass da vorne nicht ihr üblicher Dozent stand. Er war jünger, deutlich jünger um genau zu sein, und als Conan genauer hinsah, wäre ihm beinahe der Mund aufgeklappt, wenn sein Körper sich nicht in eine Art Schockstarre begeben hätte. Da vorne stand Kaito.
Kuroba Kaito, sein Mitbewohner, war heute sein Dozent in Vertretung. Langsam schluckte er und versuchte sich zu beruhigen. Eigentlich hätte er es wissen, oder zumindest ahnen, müssen, nach ihrem Gespräch am Morgen. Als sein Mitbewohner seinem Blick begegnete, weiteten sich seine Augen ganz leicht und Conan schenkte ihm ein nervöses Lächeln. Na das konnte ja was werden.

Als sein Mitbewohner nach einer kurzen Vorstellung mit dem Unterricht begann, ereilte Conan der nächste Schock; die Namensliste. Das hier war ein Seminar mit Teilnahmepflicht. Kaito würde also zwangsläufig seinen Namen lesen, seinen richtigen Namen. Edogawa Conan.
Dann war es mit Lügen und Ausreden endgültig vorbei. Die ganze Zeit über konnte er sich kaum auf das Thema konzentrieren, geschweige denn, dass er nebenbei eine Fallakte anrührte.
Die Zeit neigte sich mehr und mehr dem Ende zu, obwohl es ihm vorkam wie eine Ewigkeit, und dann verabschiedete Kaito den Kurs auch schon. Etwas irritiert und mit pochendem Herzen saß Conan sprachlos auf seinem Platz. Er hatte die Namensliste vergessen… Gleiches schien in diesem Moment auch seinem Mitbewohner aufzufallen, während er seine Unterlagen sortierte und schließlich erschrocken den Kopf hob. Fast alle hatten den Hörsaal bereits verlassen und so legte er die Liste mit einem Seufzen wieder beiseite, jedoch nicht ohne noch einen Blick darüber zu werfen. In diesem Moment verfluchte Conan sich und sein Glück und beinahe wäre ihm entgangen, wie Kaito kurz inne hielt, bevor er alle Unterlagen wieder in seiner schwarzen Umhängetasche verstaute.

Mit ungewöhnlich zögernden Schritten, Conan bemerkte es nur, weil er Kaitos sonst so flüssige, beinahe elegante Bewegungen liebte, kam er die Treppe des Hörsaals hinauf. Etwas schien ihn zu beschäftigen und das vorsichtige, kaum bemerkbare, Benetzen seiner Lippen deutete daraufhin, dass er nicht sicher war, ob er es aussprechen wollte. Nachdenklich und langsam packte Conan seine letzten Sachen in seine Tasche, das Herz klopfte ihm bis zum Hals. Hatte Kaito seinen Namen gelesen? Wusste er, warum Conan bei ihm eingezogen war? Würde er ihn jetzt rausschmeißen? Verdammt! Wieder einmal fühlte er sich, wie ein in die Enge getriebenes Tier ohne Fluchtweg. Nur diesmal war es beinahe beängstigend.

Auf der Höhe von Conans Sitzplatz blieb Kaito schließlich stehen, schien auf ihn zu warten und sah ihn mit einem undefinierbaren Blick an. Mit selbstsicheren Schritten versuchte er sein aufgeregt klopfendes Herz zu ignorieren, biss sich aber dennoch nervös auf die Unterlippe.

„Kommst du kurz mit?“, fragte der Magier schließlich und Conan schluckte. Seine Stimme war ernst und rau und diese Beherrschung und Konzentration, die er ausstrahlte, ließ seine Knie beinahe weich werden. Mit einem Nicken trat er näher und kam nicht umhin zu bemerken, wie attraktiv Kaito in diesem lässig legeren Look doch wirkte und das Verlangen nach ihm wurde wieder größer. Nervös benetzte er seine Lippen mit seiner Zunge, blickte Kaito tief in die Augen, wanderte dann zu seinem Mund, schüttelte leicht den Kopf, bevor er schließlich nachgab. Von einem Moment auf den nächsten ließ er seine Tasche fallen und warf sich Kaito um den Hals und küsste ihn stürmisch. Der Magier hielt einen Moment irritiert inne, bevor er mit seiner freien Hand in die dunklen Haare des Studenten griff, ihn damit noch näher an sich drückte und sie sich in einem leidenschaftlichen Kuss verloren. Plötzlich schob er den Detektiv eine Armlänge von sich und sah ihn schmunzelnd an.

„Nicht, dass ich das nicht genießen würde. Aber wollen wir das Ganze vielleicht an einen etwas weniger öffentlichen Ort verlagern?“ Augenblicklich lief Conan rot an und senkte den Blick. Wieso brachte diese Mann ihn nur immer wieder so aus dem Konzept? Er konnte kaum noch klar denken.

„Vergiss nicht, dass du heute verabredet bist.“, unterbrach Haibara die Stille zwischen ihnen und Conan zuckte zusammen. Wie lange stand sie schon da? Langsam drehte er sich um. Sie lehnte lässig an der geschlossenen Flügeltür des Hörsaals und bedachte ihn mit einem bohrenden Blick, mit einem deutlich erkennbaren Vorwurf. Egal, wie viel sie gesehen hatte, sie wusste, dass er noch immer nicht seine Karten offen gelegt hatte.

„Das…“ Schuldbewusst schloss Conan die Augen. Natürlich hatte er es vergessen, wie schon so oft, wenn sich die Detective Boys mit ihm zum Lernen treffen wollten. Aber Ai sah nicht so aus, als würde sie ihn diesmal davon kommen lassen. „Wir… wir sehen uns dann wohl erst zuhause.“, murmelte er schließlicht, traute sich nicht seinem Mitbewohner in die Augen zu sehen und wandte sich zum Gehen. Doch Kaito hielt ihn fest und bedachte ihn mit einem nachdenklichen Blick, in dem so viel mehr lag. Ihm lag eine Frage auf den Lippen, die sich für ihn wie Messers Schneide anfühlte. Conan erkannte die Sehnsucht und gleichzeitig eine Furcht nach der Antwort in den Tiefen seiner Augen und schluckte.

„Wie sehr wolltest du Kid damals fangen?“ Für einen Moment schien alles still zu stehen. Ihre Blicke waren verhakt, niemand wagte es auch nur zu blinzeln, doch langsam legte sich eine irritierte Falte auf Conans Stirn. Er hatte mit vielem gerechnet, aber eine Frage zu Kid?

„Ich…“, setzte er an, doch er konnte keinen klaren Gedanken fassen. Er erinnerte sich an den Ordner mit den Zeitungsartikeln über Kid, während er noch immer in Kaitos Augen blickte, die vor Interesse und Furcht nur so brannten. Conans Antwort schien für ihn von essentieller Bedeutung, würde die kommende Konversation in die ein oder andere Richtung lenken. Der Detektiv suchte nach den richtigen Worte, kramte in seinen Gedanken, die sich nur immer mehr im Kreis drehten und immer verschwommener wurden. Dann kam Haibara ihm zuvor.

„Er war auf nahezu jedem seiner Coups, um sich zu messen. Hat dafür alles und jeden links liegen gelassen. Er hat ihn respektiert und wollte ihn doch eines Tages demaskieren. Die spannende Frage ist, was wäre dann passiert?“ Etwas blitzte durch Kaitos Augen und der Detektiv wandte den Blick ab, nur um Haibara finster anzustarren. Doch sie hob nur unbeeindruckt eine Augenbraue, dann räusperte er sich.

„Ich hätte ihn natürlich hinter Gitter gebracht.“, antwortete er mit belegter Stimme.

„Hättest du? Du hättest dich selbst um deinen einzig ebenbürtigen Rivalen beraubt? Nur der ach so tollen Gerechtigkeit wegen?“ Ein, vermutlich berechtigter, Zweifel schwang in ihrer Stimme mit und Conan schwieg, die Lippen zusammen beißend und warf ihr nun einen beinahe hasserfüllten Blick zu. Er mochte es nicht, wenn sie den Finger auf die Wunde legte, nur um dann noch einmal nachzubohren. Aber so war Haibara schon immer, sie ließ ihm selten auch nur den Moment, um Luft zu holen, bevor sie erneut ausholte. „Er ist ein Geist der Vergangenheit, also sei ein einziges Mal ehrlich!“, rief sie aus, warf dabei frustriert die Hände in die Luft und verdrehte, in ihrer typischen Manier, die Augen. Natürlich wusste er, dass sie es nicht böse meinte und doch senkte er den Blick, wie ein getretener Hund, die Zähne bohrten sich in seine Unterlippe und es war ein Wunder, dass sie noch nicht blutete. Kid war schon immer ein sensibles Thema für ihn gewesen.

„Ich…“, begann er schließlich. „Die Furcht zu handeln war immer übermächtig. Ich stehe tief in seiner Schuld und es schien unmöglich, ihn zu fangen. Für jeden… außer für mich. Aber ihn und sein diabolisches Grinsen zu enttarnen… ich kenne ihn zu gut, um überzeugt zu sein, dass er sich auf so idiotische Weise erwischen lassen würde.“(*1) Als er aufblickte sah er in Kaitos weit aufgerissene Augen, die Pupillen waren geweitet und, nach dem sichtbaren Pochen an seinem Hals zu urteilen, schlug sein Herz unnatürlich schnell. Sein gesamter Körper schien angespannt, beinahe als wäre er auf dem Sprung zur Flucht und würde sich gleichzeitig dazu zwingen, lässig stehen zu bleiben, um das weitere Geschehen abzuwarten.

„Lupin…“, murmelte er tonlos und Conan verkniff sich ein Schmunzeln. Natürlich hatte Kaito es erkannt. Der Sonderausgabe in seinem Schlafzimmer nach zu urteilen, war er ein großer Fan des von Leblanc geschaffenen Diebes.

„Wie ich damals schon sagte; zwei Diamanten…“, war das Einzige, was Ai noch dazu sagte, zuckte mit den Schultern und drehte sich zur Tür. „Denk daran, in zehn Minuten in der Kantine.“ Dann verschwand sie und Conan atmete aus. Diese Frau… manchmal hatte er das Gefühl, sie ließ sämtliche Frustration an ihm aus. Mit einem leicht flauen Magen, drehte er sich wieder zu Kaito, der ihn noch immer anstarrte und versuchte an seinem neutralen Pokerface festzuhalten. Doch Conan hatte gelernt ihn zu lesen. Kaitos Hände waren ruhig, andere Menschen zuckten mit den Fingern, er hingegen wurde immer ruhiger. Aber seine Augen verrieten, dass er auf der Hut war, die geweiteten Pupillen, kleine Schweißtropfen am Rand seines Kragens. Warum war er so nervös? Ja, beinahe panisch? Kaito, der sonst die Selbstsicherheit in Person war, schien durch die Lupin-Andeutung nur noch aufgewühlter zu sein. Plötzlich kam ihm ein Gedanke; Wie nah stand er Kaito Kid wirklich? War er mehr als nur ein Fan? War es möglich, dass er… Sein Blick wanderte zu Kaitos Lippen, die leicht geöffnet waren. Argh, er musste sich konzentrieren. Er hatte das Gefühl, längst alle Puzzleteile in der Hand zu haben und doch konnte er das Bild nicht erkennen. Konnte seine Gedanken nicht ordnen, setzte die Teile immer wieder falsch zusammen.

„Warum…“, begann Kaito leise, noch immer in dieser lauernden, vorsichtigen Haltung, die kaum zu erkennen war. „Warum warst du bei mir?“ Conan runzelte, den Atem anhaltend, die Stirn. Worauf wollte Kaito hinaus? Das er hier war? Das er bei ihm eingezogen war? Dass er überhaupt vor seiner Tür gestanden hatte? War jetzt der Moment gekommen, ihm die Wahrheit zu sagen? Aber wenn Kaito wusste, wer er war, warum war er es dann, der sich in die Ecke gedrängt fühlte? Oder war er vielleicht doch ein Komplize von Kid? Hatte er deshalb alles zu Kid gesammelt, weil er ihm nahestand? Dachte er,… und dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Kaito dachte, er würde ihm wegen Kid hinterher schnüffeln. Er hatte in keiner Weise den Bezug zu Ran entdeckt, er fürchtete nur den Detektiv in ihm. Mit einem Schmunzeln schüttelte er leicht den Kopf, diesen Zahn konnte er ihm ziehen, diese Jagd hatte er vor vielen Jahren aufgegeben.

„Wenn ich nur wüsste, wie ich Sie überzeugen könnte! Sehen Sie in mein Inneres auf den Grund meiner Augen… sie sind ernst… sie sagen die Wahrheit!“ (*2) Es war ein weiteres Lupin-Zitat, aber er hoffte, dass Kaito verstand. Denn es war das Zitat einer Komplizin des Diebes gewesen, die versucht hatte Holmes mit ehrlichen Absichten von einem Fall abzuhalten. Dass er als Detektiv nun ihre Worte verwendete, sollte Beruhigung genug sein, dass er mit dem Fall Kid abgeschlossen hatte. Kaito nickte, kaum merklich, seine Schultern nun aber weitaus entspannter als noch vor wenigen Minuten und er wandte sich zum Gehen. „Wir sehen uns zuhause, ok?“, fügte er vorsichtig an und der Magier schenkte ihm ein zustimmendes Lächeln.

„Ich denke, Kid würde sich freuen, das zu hören.“, hörte er ihn noch, mit dem Anflug eines Lächelns, leise murmeln, bevor er Haibara in die Kantine folgte.

—————————

Doch als Conan am frühen Abend nach Hause kam, war die Wohnung leer und sie blieb es bis in die Nacht hinein. Der Detektiv hatte sich derweil auf den Balkon gesetzt und versuchte aus seinem Gedankenkarussell schlau zu werden. Es lagen alle Fakten vor ihm, aber er schaffte es nicht, sie zu einem sinnigen Bild zusammen zu setzen. Kaito hatte etwas mit Kid zu tun, dass war unmissverständlich gewesen. Und für einen Moment hatte der Magier gedacht, dass Conan deswegen bei ihm leben würde, um ihm hinterher zu schnüffeln, um Kid zu enttarnen. Das setzte voraus, dass es etwas zu finden gab, oder? Frustriert fuhr er sich durch die Haare. Seit Stunden endete er immer wieder bei dieser Frage. Gab es hier etwas, dass auf Kids Identität hinwies? Und was hatte Kaito damit zu tun? Aber immer wenn er intensiver darüber nachdachte, erinnerte er sich daran, wie wohl er sich in seinen Armen fühlte und verlor erneut den Faden seiner Gedanken. Der Detektiv nahm einen tiefen Atemzug und blickte in den wolkenverhangenen Himmel. Es war weit und breit nicht ein einziger Stern zu sehen, sie alle waren verdeckt von Wolken. Und ebenso fühlte es sich in seinem Kopf an, seine Gedanken waren verhangen von Erinnerungen und Gefühlen und er kam nicht umhin Sherlock Holmes ein weiteres Mal Recht zu geben. Gefühle vernebeln den Verstand.

Zum wiederholten Mal an diesem Tag biss er sich fest auf die Unterlippe. Das Omiai war in weniger als zwei Wochen und bis dahin musste etwas passieren. Nur was? Was, verdammt noch mal? Wieso hatte er sich selbst in diese Lage manövriert? Wieso war er immer noch hier? Er hätte, wie geplant, nach spätestens zwei Monaten, wieder gehen sollen. Aber er war immer noch hier. Wenn er ehrlich zu sich selbst gewesen wäre, dann wollte er auch nicht wieder gehen. Aber er musste eine Entscheidung treffen.
Und das tat Conan.

————————

Als Conan am nächsten Morgen die Augen aufschlug, fühlte er sich wie unter Strom. Er blickte auf seine gepackten Taschen und seufzte. Ja, er war ein Feigling und er wusste es. Das machte es nicht unbedingt besser, änderte aber nichts an seiner Entscheidung. An dem Tag, an dem er Shinichi offiziell hatte sterben lassen, hatte er entschieden, Ran und ihr Glück mit allem was er hatte zu beschützen. Nicht nur aus einem Gefühl der Schuld raus, viel mehr aus einem Gefühl der Zuneigung. Vielleicht hatte er sie nie wirklich geliebt, aber sie war ihm doch immer wichtig gewesen. Und das war es, was zählte.

Unentschlossen stand er wenig später im Flur der Wohnung, die für ihn schneller als gedacht zu einem Zuhause geworden war. Er fühlte sich hier so wohl wie sonst nur in dem bequemen Ohrensessel in der Bibliothek seines Vaters.

Den unordentlich abgestellten Schuhen im Eingangsbereich zufolge war Kaito scheinbar doch noch mitten in der Nacht nach Hause gekommen und Conan fuhr sich seufzend übers Gesicht. Was würde Kaito wohl denken?
Mit langsamen, bedachten Schritten ging er in die Küche und griff nach einem gelben Notizblock. Das schlechte Gewissen gegenüber Kaito wurde immer größer und er fuhr sich frustriert übers Gesicht. Er brachte es einfach nicht übers Herz, ihm die Wahrheit zu sagen. Diesen Verrat, das betrogene Gefühl in Kaitos Augen, welches er um jeden Preis versuchen würde, zu verstecken, hätte Conan nicht ertragen. Also griff er einen Stift und starrte auf den leeren, losen Zettel vor sich. Kaito würde es verstehen, spätestens auf dem Omiai, da war er sich sicher. Denn allem Anschein nach, fühlte er sich Aoko gegenüber genauso verpflichtet, wie er Ran. Doch jetzt brauchte er erst einmal Abstand, von der Wohnung, von der Nähe und von Kaito. Conan zögerte, bevor er, jeder Logik zum Trotz, ans Ende der Nachricht ein Herz malte. Mit einem tiefen Atemzug drehte er sich schließlich um, griff seine Taschen und verließ die Wohnung, bevor er es sich anders überlegen konnte.

So sehr er Mörder verurteilte, so sehr hoffte er nun auf einen wirklich komplizierten Fall. Denn er wollte nicht darüber nachdenken, was er mit seiner Entscheidung ausgelöst hatte und vor allem nicht, wie Kaito reagieren würde, wenn er den Zettel fand;

Es tut mir leid.

Du wirst es verstehen.

C. <3


*******

...
......
........?
Ich hoffe ihr schlagt mich nicht?! >.<
Und wenn doch, dann tut es mit einem Review ;)
LG Kuro

P.S.:

(*1) und (*2):  Hierbei handelt es sich um zwei Zitate aus dem Buch "Arsen Lupin vs. Herlock Sholmes" von Maurice Leblanc.
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