I Love Your Smile In The Morning

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Ai Haibara / Shiho Miyano Conan Edogawa Kaito Kid / Kaito Kuroba Ran Mori Shinichi Kudo
13.08.2017
22.05.2019
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Und da ist es. Endlich.
Dieses Kapitel hat mich (wider Erwarten) ganz schön Nerven gekostet.
Jetzt ist es doch schon wieder zwei Monate her seit dem letzten... aber das nächste ist auf jeden Fall schon in Arbeit und dann nähern wir uns mit großen Schritten dem Omiai... :D
Aber nicht, dass es danach gleich vorbei ist, keine Sorge, ein klein wenig (Drama) folgt noch ;)

Jetzt aber erstmal viel Spaß mit dem aktuellen Kapitel und Kaitos Aufklärung zum Omiai (aus seiner Sicht) :)

*****

I see you in my thoughts,
and I hear you in my sleep


„Wie du vielleicht gerade mitbekommen hast, haben mich Aoko und meine Mum dazu, nun ja, genötigt, dass ich an einem Omiai teilnehme.“ Kaito stoppte kurz. „Dabei habe ich Aoko nur wenige Wochen vorher in einer, vielleicht etwas sehr alkoholhaltigen, Nacht erzählt, dass ich mich im Moment eigentlich nicht als Heiratskandidaten sehe. Ich meine, sieh mich an?!“ Er deutete auf sich und sah Conan mit hochgezogenen Augenbrauen an, sprach aber weiter, ohne eine Antwort abzuwarten. „Ich hatte eigentlich nicht geplant, in nächster Zeit zu heiraten oder auch nur darüber nach zu denken. Ich liebe mein Leben so wie es ist und habe aktuell…“ Er nahm einen tiefen Atemzug und sein Blick richtete sich in die unbestimmte Ferne, wirkte als würde er etwas überdenken. „Ich habe mit Aoko viel darüber gesprochen, aber es war nicht so, dass ich eine Person in meiner Nähe habe, die als meine bessere Hälfte taugt. Du weißt es vermutlich besser als andere, aber mit mir zu leben ist auch nicht immer einfach.“

Conan schmunzelte und doch lag ihm auf der Zunge, Widerspruch gegen diese Aussage einzulegen. Sie waren beide nicht einfach, aber zumindest er für seinen Teil, konnte sich nicht über seinen Mitbewohner beschweren. Bis auf ein paar Kleinigkeiten, wie das er hin und wieder etwas sehr extrovertiert war, morgens unnatürlich gute Laune hatte oder auch, dass er seine Cornflakes immer ohne Milch aß (wobei er das einfach nur nicht verstehen konnte). Aber auch diese kleinen Macken hatte er irgendwie lieben gelernt. Also nicht lieben, aber es störte ihn einfach nicht wirklich, verbesserte er sich selbst in Gedanken.

„Als sie das Thema das erste Mal auf den Tisch gebracht hat, sind in meinem Leben ein paar Dinge zusammen gekommen, die alle nicht wirklich positive Auswirkungen auf mich hatten. Ich habe mich in meinem Studium verbissen, habe die Nächte durch gearbeitet, wenn ich sie nicht gerade in einem Club verbracht habe.“ Kaito seufzte und fuhr sich durch seine wilden Haare. „Zu allem Übel ist sie dann auch noch über ein Geheimnis von mir gestolpert, das ich über Jahre vor ihr verborgen hatte. So ist das Ganze dann irgendwann eskaliert.“ Der junge Detektiv biss sich auf die Zunge und versuchte die Fragen rund um dieses Geheimnis sofort wieder in einer Kiste in seinem Kopf zu verstauen, aber er konnte nichts gegen seine Neugierde tun. Er war nun mal ein Detektiv. Und so brannte in seinem Kopf eine kleine Flamme der Neugierde auf, die sich mit dem Gedanken beschäftigte, welches Geheimnis Kaito haben könnte, verbannte den Gedanken daran jedoch zunächst.

„Letztendlich habe ich Aoko und meiner Mum zuliebe dem Omiai zugestimmt, musste aber auch versprechen, dass ich dem Ganzen eine ernsthafte Chance gebe.“ Ein ergebenes Seufzen verließ die Lippen des Magiers und er ließ seinen Blick erneut in die Ferne schweifen.

„Und was springt für dich dabei raus? Es ist immerhin ein Deal, oder?“ Ein Schmunzeln ging über Kaitos Lippen.

„Im Gegenzug lässt sie mich in der nächsten Zeit mit ihrem Zukunftsgeschwafel in Ruhe. Zumindest, wenn ich der Frau eine ernsthafte Chance gebe, mich von einer gemeinsamen Zukunft zu überzeugen.“ Ein merkwürdiger Schauer lief Conan bei dem Gedanken über den Rücken und löste ein beißendes Gefühl in seiner Magengegend aus. „Wenn ich mich daran halte und nicht mit, ich zitiere, „zig Affären von der Idee ablenke“, dann mischt sie sich in Zukunft nicht mehr ein. So der Deal.“

„Das… das ist alles?!“ Etwas irritiert sah er seinen Mitbewohner an, der nur nickte, ihn aber nicht ansah und Conan runzelte die Stirn. Er konnte nicht glauben, dass es alles war, was für Kaito bei diesem Deal heraussprang. Dafür konnte er viel zu gut verhandeln. „Warum hast du bisher nichts davon erzählt?“, fragte er, statt sich weiter mit seinem Zweifel zu beschäftigen.

„Ehrlich gesagt, habe ich das Treffen ein wenig verdrängt.“ Kaito zuckte mit den Schultern. „Ja ich habe Aoko mein Versprechen gegeben, dieser Frau eine Chance zu geben und das werde ich auch einhalten. Schon allein aus Fairness dieser Frau gegenüber. Aber eigentlich…“ Sein Blick wurde sehnsüchtig und Conan erwartete ein weiteres Seufzen, doch es blieb aus und Kaito fuhr fort. „Eigentlich habe ich noch keine Vorstellung davon, wie meine Zukunft aussehen soll. Habe mir kaum Gedanken darüber gemacht, mit wem ich sie verbringen möchte. Ich weiß nicht mal, warum Aoko so verbissen darauf ist. Vielleicht liegt es daran, dass sie bald heiratet…“ Es klang ein wenig abfällig und unweigerlich kam bei dem Detektiv wieder der Gedanke auf, ob Kaito sich nicht doch an Aokos Seite sah. Dann erinnerte er sich aber an ihr Gespräch auf dem Balkon.

„Oder sie sieht, wie du von einem unerreichbaren Idealbild ausgehst…“, murmelte Conan vorsichtig.

„Deine Worte oder ihre?“, schoss er augenblicklich zurück und schien den Detektiv mit seinem Blick durchbohren zu wollen.

„Vermutlich mehr meine, aber ich bin mir sicher, so gut wie sie dich kennt, ist ihr das auch schon durch den Kopf gegangen.“

„Du spielst auf die Person an, die ich auf dem Balkon erwähnt habe, oder?“ In Kaitos Augen taucht eine Spur Melancholie auf und der Detektiv fühlte sich ein wenig schuldig, dass er das Thema überhaupt aufgebracht hatte, nickte aber trotzdem. „Ich werde niemanden mit ihm vergleichen, denn es wird niemanden wie ihn geben. Und es war wohl nie mehr als eine Schwärmerei. Er war für mich schon immer unerreichbar und es hätte nie funktioniert.“, erklärte Kaito kryptisch.

„Niemand ist unerreichbar.“, war das Einzige was Conan dagegenhielt.

„Er schon. Damals wie heute. Wenn auch aus verschiedenen Gründen. Ich habe ihn immer für seine starken Überzeugungen geschätzt. Er stand für sie ein, hat für sie gekämpft und ist vermutlich für sie gestorben. Aber gleichzeitig war genau das der Punkt, der uns voneinander ferngehalten hat. Wir kamen aus verschiedenen Welten und ich hätte ihn nie vor die Wahl stellen wollen, sich zwischen mir und seinen Überzeugungen entscheiden zu müssen.“ Einmal mehr runzelte Conan die Stirn. Je mehr Kaito erzählte, desto mehr Fragen stellten sich ihm.

„Wenn ich fragen würde, würdest du mir seinen Namen sagen?“, fragte er schließlich vorsichtig.

„Nein.“, antwortete Kaito, wie aus der Pistole geschossen und der Detektiv fühlte sich fast schon schmerzlich zurückgewiesen.

„Warum?“

„Nur weil ich ihn nicht vergleiche, heißt es nicht, dass du dich nicht mit ihm vergleichen würdest. Und das würde ich nicht wollen.“

„Warum sollte ich mich…“ Bevor er die Frage beenden konnte, warf Kaito ihm einen Blick mit erhobener Augenbraue zu der so viel sagte wie: `Muss ich dir das wirklich erklären?!´Daraufhin schwieg Conan, kämpfte gegen die aufsteigende Röte an und zog einen leichten Schmollmund. Natürlich wusste er, worauf Kaito anspielte, aber da war immer noch diese flammende Neugier in ihm, die immer größer wurde.

„Hast du…“, begann Kaito schließlich sanft. „darüber nachgedacht, was du willst?“ Conan schluckte und richtete seinen Blick stur gerade aus. Er wusste, dass diese Frage irgendwann wieder aufkommen würde und wenn diese ganzen Umstände nicht wären, könnte er vielleicht auch viel klarer denken, aber so?

„Ich… weiß nicht, was ich denken soll…“, begann der Detektiv mit zögerlicher Stimme. „das ist alles so… neu und…“ Er zuckte hilflos mit den Schultern, wandte den Blick zu Boden, immer darauf bedacht, seinem Mitbewohner bloß nicht in die Augen zu sehen. „Ich habe ja nicht mal gewusst, dass ich…“ Er biss sich auf die Lippen, zeigte stattdessen von sich auf Kaito, traute sich kaum auszusprechen, was er längst nicht mehr verleugnen konnte. „Verstehst du?“, fragte er, leicht verzweifelt und sah nun doch zu seinem Gegenüber. Kaito hingegen schmunzelte leicht, nickte aber schließlich.

„Es tut mir leid, wenn ich zu fordernd bin… manchmal vergesse ich, dass es für andere nicht so selbstverständlich ist, an beiden Ufern zu schwimmen.“

„Nein, ich… ja, es ist… komisch. Aber eigentlich… hat Haibara das schon mal aufgeworfen. Vor Jahren.“, erklärte Conan, erneut den Blick auf die Straße vor ihm geheftet. „Aber… ich bin einfach nicht gut in solchen Sachen.“

„Bisher hast du dich ganz gut geschlagen“, widersprach Kaito und als der Detektiv überrascht aufsah, zwinkerte er ihm zu. Die Folge war, dass Conans Wangen sich rot färbten und er innerlich verzweifelt nach einer Erklärung suchte. Aber wie konnte er Kaito sein Dilemma erklären, ohne ihm von Ran zu erzählen, ohne den wahren Grund zu nennen, aus dem er bei ihm eingezogen waren.

„Ich bin nicht gut in Gefühlskram und wenn es nach meinen Freunden geht, wird es wohl nie jemand lange mit mir aushalten, wenn ich meine Prioritäten nicht ändere.“ Kaito runzelte auf diese Aussage hin die Stirn.

„Was meinst du?“

„Für mich gehen Mordfälle und mein Dasein als Detektiv immer vor, ich muss das einfach tun. Ich habe es wirklich versucht, aber ich kann es nicht ändern. … Das ist keine bewusste Entscheidung, aber wenn man mich braucht, dann laufe ich los. Immer. Egal, ob ich eine Prüfung habe, ein Date oder sonst was.“, versuchte er zu erklären, was ihm sein Leben lang vorgehalten wurde und wohl im Wesentlichen die Beziehung zu Ran verhindert hatte.

„Das bist nun mal du.“ Kaito zuckte mit den Schultern als wäre nichts dabei.

„Ich habe mir geschworen, nie wieder selbstsüchtig zu handeln und doch fühlt es sich jedes Mal so an, wenn ich Freunde wegen meiner Detektivarbeit versetze.“

„Dabei ist es genau das Gegenteil.“, murmelte Kaito.

„Das haben sie am Anfang auch gesagt, bis ich sie immer und immer wieder aufs Neue versetzt habe.“ Ohne es zu wollen erinnerte er sich an all die Tränen von Ran, für die er verantwortlich war.
All die Tränen, die geflossen waren als Shinichi aufgetaucht und wieder verschwunden war.
All die Tränen, die geflossen waren als er sich, selbstsüchtiger Weise, dazu entschieden hatte, Shinichi offiziell sterben zu lassen.
Ein Kloß bildete sich in seiner Kehle und die Schuldgefühle luden sich schwer auf seine Schultern. Wie konnte er diese Schuld je wieder begleichen? Er hatte Ran so viel genommen, hatte sie warten lassen, immer wieder vertröstet und sie letztlich allein zurück gelassen, nur um sie weiterhin jahrelang zu belügen. Das Mindeste, was er nun tun konnte, war ihr die Chance eines guten Omiai-Kandidaten zu lassen. Denn auch wenn etwas in ihm sich weigerte, es zu akzeptieren, so war Kaito ein guter Heirats-Kandidat.

„Dieses Detektiv-Dasein ist ein Teil von dir und wer immer sich auf dich einlässt, weiß das. Wer versucht dich deswegen zu ändern, hat dich schlichtweg nicht verdient. So hart es klingen mag. Aber das ist etwas, was du liebst, deine Leidenschaft, mit der du auch noch Gutes tust. Dich selbst immer wieder in Gefahr bringst, um andere zu retten. Wer das ändern will, der liebt nicht dich, sondern nur ein Bild von dir.“ Kaitos Worte ließen den Detektiv schlucken und färbten seine Wangen einmal mehr in einem sanften Rot. Wie konnte er diesen Worten widersprechen?

„Wir sind zuhause.“, lenkte er stattdessen vom Thema ab als er erleichtert den bekannten Wohnblock entdeckte. Schweigend betraten sie das Haus und den Fahrstuhl. Conans Gedanken kreisten derweil um das bevorstehende Omiai-Treffen und seine Gefühle für Kaito, die er nicht wirklich verleugnen konnte. Das ganze Dilemma ließ eigentlich nur einen Schluss zu, er musste sich nur trauen, ihn auszusprechen. Noch immer schweigend schloss Kaito die Tür zur Wohnung auf und sie traten ein. Conan schloss die Tür hinter ihnen, räusperte sich und sammelte all seinen Mut zusammen.

„Kaito…“ Angesprochener blieb aufgrund der Ernsthaftigkeit in der Stimme des Detektivs augenblicklich stehen und drehte sich besorgt um. Conan, der eigentlich vorgehabt hatte, diesen indigoblauen Seelenspiegeln standzuhalten, schluckte und senkte schließlich doch seinen Blick. Dennoch fuhr er mit selbstsicherer Stimme fort. „Ich glaube, es wäre besser, wenn ich ausziehe.“ Kaum hatte er den Satz ausgesprochen, bereute er seine Wortwahl. Es klang als würde er eine Beziehung beenden. Dabei hatten sie nicht mal eine!?

Das Ausbleiben von Kaitos Antwort ließ den Detektiv aufblicken und er sah den Magier mit langsamen, aber bestimmten Schritten auf sich zukommen. Wie automatisch wich er zurück bis er die Tür in seinem Rücken spürte. Kaito blieb erst wenige Zentimeter vor ihm stehen, ihre Nasenspitzen berührten sich beinahe, so dicht standen sie.

„Und was genau lässt dich zu dieser Schlussfolgerung kommen?“, raunte der Magier, ließ Conan dabei keine Sekunde aus den Augen und er fühlte sich mehr und mehr wie ein gejagtes Tier.

„Ich…“ Der Detektiv schluckte. „Ich sollte doch sowieso nur für eine Übergangszeit bleiben. Und bin jetzt schon länger hier als gedacht und…“ Kaitos stechender Blick brachte ihn zum Schweigen.

„Und was, wenn ich möchte, dass du bleibst?“ Das Raunen seiner Stimme schickte einen angenehmen Schauer über Conans Rücken. Sein Blick wanderte zu Kaitos Lippen, die leicht geöffnet waren und den seinen so nah, aber er versuchte sich zu besinnen und schloss die Augen.

„Was ist mit dem Omiai?“ Kaito machte einen frustrierten Laut, doch Conan spürte noch immer die Nähe des Magiers und wagte es nicht seine Augen zu öffnen. Stattdessen spürte er einen leichten Hauch an seinem Ohr, der einen weiteren Schauer seinen Rücken hinunter jagte.

„Du bist heute wirklich ein Spielverderber!“, hauchte Kaito ihm ins Ohr, bevor er einen federleichten Kuss auf seiner Hauptschlagader platzierte und sich dann wieder von ihm löste. Conan hatte, ohne es zu bemerken, die Luft angehalten und ließ sie nun wieder aus seinen Lungen entweichen. „Du hast doch noch gar keine Wohnung gefunden, oder?“, fragte sein Mitbewohner schließlich, mit dem Rücken zu ihm gewandt.

„Nein, aber…“, begann er und der Kloß in seinem Hals wurde immer dicker, doch Kaito ließ ihn gar nicht aussprechen.

„Dann bleib wenigstens solange, bis du eine eigene Wohnung gefunden hast, wenn du unbedingt ausziehen möchtest.“ Mit den Worten verschwand Kaito in seinem Zimmer, schloss seine Tür mit mehr Schwung als notwendig und der Detektiv blieb mit einem schlechten Gewissen zurück. Klang der Magier gerade wirklich verletzt? Aber warum?

——————————

Conan wälzte sich die ganze Nacht über hin und her. Jedes Mal, wenn er die Augen schloss, sah er Rans enttäuschten Gesichtsausdruck vor sich und hatte Kaitos verletzte Stimme im Ohr. Selbst im Schlaf fand er keine Ruhe und seine Gedanken und Fragen schwirrten wild umher.
Viel zu früh öffnete er die Augen, vollkommen gerädert, fand aber keinen Schlaf, sodass er den klappernden Geräuschen in der Küche folgte. Langsam schlurfte er auf die Küchentheke zu, an der Kaito bereits am Werkeln war.

„Oh, du bist ja schon wach?!“, begrüßte ihn Kaito als wäre am vergangenen Abend nichts passiert, obwohl Conan einen Schimmer Zurückhaltung in seinen Augen aufblitzen sah.

„Ja... Konnte nicht so richtig schlafen..“, murmelte der Detektiv, während er sich auf einem Stuhl niederließ. „Kaito-kun...“, begann er als Angesprochener einen dampfenden Kaffeebecher vor ihm abstellte, kurz inne hielt und sich dann ihm gegenüber auf den Stuhl setzte, während hinter ihm die Pfanne auf dem Herd leise vor sich hin brutzelte. „Ich wollte... Also wegen gestern...“

„Schon gut.“, unterbrach Kaito ihn. „Es tut mir leid. Ich hätte nicht so drängend sein dürfen und ich hätte dir auch das Omiai nicht verschweigen sollen, das war nicht fair.“

„...“ Conan war einen Moment sprachlos und sah seinen Mitbewohner einfach nur an. „Ich...“

„Ich habe Aoko versprochen, das Omiai ernst zu nehmen und das werde ich einhalten. Eigentlich war auch abgemacht, dass ich nach meinem letzten Mitbewohner allein lebe, aber dann standest du vor der Tür.“ Kaito hielt kurz inne und sein Blick ging an dem Detektiv vorbei. „Und du hattest irgendwas an dir, etwas Vertrautes und gleichzeitig Herausforderndes. Und dann wolltest du auch nur einen Platz für den Übergang... ich konnte nicht widerstehen, es zumindest zu versuchen. Ich habe so gerne jemanden um mich. Und dann kommen wir auch noch so gut klar, ergänzen uns, verstehen uns, ohne groß Worte zu verschwenden...“ Conan kniff die Lippen zusammen und starrte auf die Tischplatte vor sich, während er die Tasse in seinen Händen abwesend im Kreis drehte. „Dadurch habe ich das Omiai ein bisschen verdrängt und habe in den Tag hinein gelebt. Habe einfach genossen, was kommt. Dabei habe ich vergessen, dass es nicht fair ist, dass du nichts von dem Omiai weißt, ich habe ja selbst kaum drüber nachgedacht.“ Seufzend fuhr sich Kaito durch die Haare und erst jetzt fielen dem Detektiv die leichten Augenringe und die Müdigkeit im Blick des Magiers auf. Auch er schien nicht sonderlich viel geschlafen zu haben.

„Schon gut. Ich wollte mich eigentlich entschuldigen, dass ich gestern so plötzlich über meinen Auszug gesprochen habe. Das war... auch nicht fair.“ Conan schluckte. Die ganze Situation war nicht fair. Kaito war ehrlich zu ihm, fühlte sich sogar schuldig, dass er ihm das Omiai verschwiegen hatte, dabei wusste er doch längst, wo das alles hinführen würde. Spätestens bei dem Treffen würde Erklärungsbedarf bestehen.

„Bleib einfach, bis du was gefunden hast. Alles andere... wird sich finden. Da bin ich mir sicher.“ Zuversichtlich lächelte der Magier ihn an und Conan konnte nicht anders als schmunzelnd zu nicken. Gleichzeitig brannte sich ein schweres Gefühl in seinen Magen. „Aber jetzt essen wir erstmal Pancakes.“, beschloss Kaito grinsend und drehte sich wieder zum Herd. „Ach verdammt. Die erste Ladung ist vielleicht etwas verbrannt.“ Doch davon ließ er sich nicht entmutigen und schon kurz darauf frühstückten die beiden jungen Männer gemütlich auf der Couch.

—————————

Nur wenige Tage später trottete Conan gedankenverloren über das Campusgelände der Uni und drehte sich dabei innerlich im Kreis. Da war dieser riesige Berg an Schuldgefühlen Ran gegenüber und gleichzeitig spürte er dieses wohlige Kribbeln, wenn er in Kaitos Nähe war und, so sehr er sich gegen die Erkenntnis verwehrte, ließ das Gefühl nur einen einzigen Schluss zu.
Ein leises Kichern neben ihm, riss den Detektiv aus seinen Gedanken und erst jetzt bemerkte er die junge Frau, die sich an seine Seite gesellt hatte.

„Was ist?“, fragte er genervt und schärfer als beabsichtigt, was die rotblonde Frau nur zum Lachen brachte.

„Welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?“, schmunzelte Ai und er verdrehte nur die Augen, sagte aber nichts dazu, wartete stattdessen auf eine Antwort ihrerseits. „Ich wollte schauen, wie es dir ergeht.“, erklärte sie schließlich ernst ihr plötzliches Auftreten und einmal mehr verdrehte der Detektiv seine Augen.

„Gut, warum auch nicht?!“

„Nun, vielleicht weil du nach wie vor bei Kuroba wohnst und Ran demnächst zurück kommt?“, mutmaßte sie und Conan unterdrückte ein Seufzen.

„In 17 Tagen kommt sie wieder.“, korrigierte er und schwieg als würde das bereits alles erklären.

„Und, hast du ihr schon was zu ihrem Omiai-Kandidaten gesagt?“, provozierte Ai und er blieb abrupt stehen, fuhr sich seufzend durch die Haare.

„Nein, noch nicht. Und nein, ich weiß nicht, wie ich mich an dem Tag erklären soll oder wo ich hinziehen soll.“

„Im Zweifelsfall bleibt immer noch die Villa.“

„Du warst diejenige, die es mir in erster Linie ausreden wollte?!“, echauffierte er sich, obwohl es nur die halbe Wahrheit war. Am Anfang hatte seine Leidensgenossin Zweifel geäußert, es könnte jemand Vergleiche ziehen, ihn enttarnen, alles gefährden. Irgendwann hatte sie eingesehen, dass es die Gefahr nicht größer oder kleiner machen würde und hatte es aufgegeben.

„Besser als auf der Straße zu leben! Oder willst du dich in das Liebesnest von Ran und Kuroba mit einnisten?“ Bei der Vorstellung lief ihm ein eiskalter Schauer über den Rücken und er kniff die Augen zusammen, darauf bedacht, sein Gesicht nicht angewidert zu verziehen. „Deinem Gesicht nach zu urteilen, eher nicht.“, schloss Ai und er riss erschrocken seine Augen auf. Hatte er sein Gesicht doch verzogen?

„Ich... ja, in der Villa ist genug Platz.“ Es folgte ein Stich schlechtes Gewissen und ihm wurde beinahe schlecht, wenn er daran dachte, wie wenig er Ran ihr mögliches Glück zu gönnen schien. Warum konnte er sich nicht einfach für sie freuen? Warum hatte der Gedanke von Ran und Kaito einen so bitteren Beigeschmack?

„Wirst du vorher mit ihm darüber sprechen?“, fragte Ai nebensächlich als sie sich wieder in Gang gesetzt hatten.

„Vorher?“ Mit aufgerissenen Augen sah Conan sie an.

„Ja, ich dachte du würdest lieber ihm als Ran die Situation erklären?“, mutmaßte sie erneut und er schluckte. Darüber hatte er noch gar nicht nachgedacht. Wenn Kaito ihn auf dem Omiai darauf ansprach, würde Ran zwangsläufig etwas mitbekommen und er wäre Beiden eine Erklärung schuldig. Warum nochmal hatte er diese Situation nicht von vornherein besser durchdacht?

„Argh, ich...“, begann er und fuhr sich, leicht verzweifelt, durch die Haare.

„Du weißt nicht weiter?“

„Es gibt einfach ein paar Dinge, die besser geheim bleiben sollten.“

„Hast du gerade Kaito Kid zitiert?“ Conan lief rot an und schüttelte den Kopf.

„Nein, ich...“

„Und ob du das hast!“, unterbrach sie ihn grinsend. „Das war bei dem Fall um das Fabergé-Ei als Kid oder viel mehr seine Taube angeschossen wurde. Das hast du mir sogar erzählt.“ Siegessicher grinste Ai und er schloss resigniert die Augen.

„Worauf ich eigentlich hinauswollte...“, begann er erneut und sah sie herausfordernd an, doch diesmal ließ sie ihn weitersprechen. „Ich möchte weder Kaito auf die Nase binden, warum ich bei ihm eingezogen bin, noch möchte ich Ran erklären, woher wir uns bereits kennen. Ja, ich weiß selber, wie unrealistisch das ist.“

„Ihr seid also schon so vertraut, dass ihr euch nur noch beim Vornamen nennt, ja?“ Erneut schlich sich eine leichte Röte auf das Gesicht des verjüngten Detektivs und er geriet einmal mehr ins Stocken.

„Ich... er hat darauf bestanden und... Worauf willst du eigentlich hinaus?“ Er hatte dass Gefühl sein Scharfsinn hätte ihn vollends im Stich gelassen, als er realisierte, dass sie mehr zu wissen schien als er oder zumindest so tat. Mal wieder.

„Das dir ziemlich viel an ihm zu liegen scheint...“

„Wie kommst du darauf?“ Noch in dem Moment als er die Frage aussprach, bereute er sie und Ais Blick sagte auch nur: Weil es mehr als offensichtliche Indizien dafür gibt!? Bevor jedoch einer von Beiden noch etwas sagen konnte, bekamen sie Gesellschaft und sie unterbrachen ihr Gespräch.

„Da seid ihr ja. Ich wusste doch, dass wir gleich gemeinsam Mittagessen können.“, wurden sie mit einem freudigen Strahlen von Ayumi begrüßt. „Lass uns schon mal in die Kantine gehen. Die andern Beiden treffen wir da.“ Ai nickte und Conan folgte einfach still schweigend. Kaum dort angekommen, sahen sie bereits Mitsuhiko, der Ihnen hektisch zuwinkte, nachdem er einen Tisch gesichert hatte.

Nachdem sich jeder sein Essen geholt hatte, ließen sie sich am Tisch nieder und die Gruppe verfiel in angeregte Gespräche. Nur Conan saß schweigend da und stocherte in seinem Essen herum. Bis er dem Blick von Ai begegnete, die in einer stummen Konversation das Thema von eben erneut aufgriff.

„Du magst ihn also?“

„Kann sein.“

„Dann rede mit ihm.“

„Vergiss es!“

„Warum willst du darauf warten, dass du auffliegst?“

„Was soll ich denn machen?“, brach es urplötzlich, fast schon verzweifelt, aus dem Detektiv raus und er starrte Ai hilflos an.

„Reden, wäre schon mal eine erste Maßnahme.“ Die verwirrten Blicke der anderen ignorierend, starrte sie den sturköpfigen Detektiv eindringlich an, doch der wandte sich nur grummelnd ab. Wohlwissend, dass sie nicht unrecht hatte, er es sich einfach nur nicht eingestehen wollte.

*****


Und? Was sagt ihr? Hat Kaito alles erzählt? Mit wem wird Conan zuerst reden, Ran oder Kaito?
Hach, so viele offene Fragen... :)
Lasst mir gerne eure Meinung, Gedanken, Wünsche da :D

LG Kuro
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