I Love Your Smile In The Morning

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Ai Haibara / Shiho Miyano Conan Edogawa Kaito Kid / Kaito Kuroba Ran Mori Shinichi Kudo
13.08.2017
22.05.2019
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*aus meiner Ecke gekrochen komm*

Ich hatte nie geplant, hier eine so lange Pause zu machen... aber dann kam irgendwie mein Real Life dazwischen...
Es tut mir wirklich leid, dass es so lange gedauert hat, ich hoffe, dass es ab jetzt wieder besser voran geht (das Folgekapitel ist auch schon in Arbeit).

Weil es so lange gedauert hat, hier kurz nochmal die Fakten zur Geschichte:

- Shinichi wurde offiziell für tot erklärt, weil sie kein Gegenmittel gefunden haben
- Conan ist zu Kaito gezogen, weil dieser Rans Omiai-Kandidat ist
- aus diesem Grund hat er sich Kudo Conan genannt
- Conan und Kaito sind sich näher gekommen und haben rum gemacht
- im letzten Kapitel hat Conan erfahren, dass Kaito und er auf einer Party eingeladen sind, wovon er bisher nichts erzählt hat

Das müsste alles Wichtige sein, oder?
Jetzt aber endlich wieder; Viel Spaß beim Lesen! :)

*****

You mean everything to me my dear
You mean everything to me my dear


Es war später Nachmittag und Conan saß nachdenklich, den Kopf in den Nacken gelegt und den Blick an die Decke geheftet, auf der Couch. Scheinbar war Kaito noch unterwegs, sodass der Detektiv noch immer nicht wusste, was eigentlich für den Abend geplant war und auf was genau er sich einstellen musste. Dabei hatte er gar nicht bemerkt, dass er nicht einmal versuchte zu protestieren und sich stattdessen einfach seinem Schicksal fügte.
Erschöpft schloss er die Augen. Seit Stunden drehte sich in seinem Kopf alles um zwei Fragen; Wie war er nur in diese Situation geraten? Und, viel wichtiger, wie kam er hier wieder raus? Denn mit Ausziehen war es sicherlich nicht getan. Erst recht nicht, nachdem er Kaito versprochen hatte, auf seine eigenen Gefühle zu hören. Ob er es anders sehen würde, wenn er die Wahrheit kennen würde? Auf der anderen Seite war auch Kaito nicht ehrlich zu ihm und hatte bisher nichts von seinem Omiai erzählt. Ihm entwich ein Seufzen und er zuckte erschrocken zusammen als er das Klicken des Schlüssels an der Haustür hörte.

„Bin wieder zuhause!“, rief sein Mitbewohner fröhlich in die Wohnung.

„Willkommen zurück!“

„Sag mal, Edogawa…“, begann Kaito und machte eine Pause, während Conans Herz bis zum Hals schlug und er wie erstarrt auf der Couch saß. Selbst als er seinen Mitbewohner über etwas stolpern hörte, wagte er es nicht, sich umzudrehen und starrte stattdessen mit weit aufgerissenen Augen an die Decke. Hatte er die Wahrheit rausgefunden? Wieso auf einmal? Hatte er sich irgendwie verraten? Das war nicht möglich. Oder doch? Aber wie?
Im Bruchteil einer Sekunde schossen ihm tausende Gedanken durch den Kopf und es fühlte sich an wie eine Ewigkeit, bevor Kaito seinen Satz beendete. „Ah, Rampo war es. Edogawa Rampo. Liest du seine Sachen gerne? Ich bin vorhin über eine Sonderausgabe gestolpert und ich dachte, sie könnte dir gefallen. Weil du doch so gerne Krimis liest.“ Der Detektiv blinzelte, bevor er den nervösen Kloß in seinem Hals herunterschluckte und versuchte wieder ruhig zu atmen. Es war alles in Ordnung, versuchte er sich zu beruhigen. Es war nur ein Zufall.

„Manche seiner Sachen sind ein wenig skurril, aber in der japanischen Literatur ist er ein Klassiker. An Doyles Geschichten kommt er aber nicht heran. Das kommt in meinen Augen aber sowieso niemand.“, drehte Conan sich schließlich mit einem nervösen Lachen um und kratzte sich verlegen am Hinterkopf.

„Hier, du kannst es gerne haben.“ Mit einem merkwürdig zufriedenen Lächeln reichte Kaito ihm einen dicken Wälzer, worauf der junge Detektiv zunächst nur mit einem irritierten Blinzeln reagierte. Sein Blick schwankte zwischen dem Buch und den Augen seines Gegenüber, die nachdenklich wirkten, fast schon als wäre er auf der Hut.

„Ich.. aber… danke. Womit habe ich das denn verdient?“ Immer noch etwas perplex nahm er das Buch entgegen und sah seinen Mitbewohner fragend an, die Nervosität in dessen Augen war verschwunden (oder einfach nur besser versteckt) und er zuckte nur mit den Schultern, bevor er antwortete.

„Sieh es als Entschuldigung. Dafür, dass ich dich beim letzten Mal so überfallen habe.“ Kaito zwinkerte ihm zu und augenblicklich drehte Conan den Kopf weg, um die aufkommende Röte zu verstecken, die sein Mitbewohner so oder so erkannte. Nicht zu vergessen, dass er es gewesen war, der sich beim letzten Mal auf Kaito gestürzt hatte. Das konnte er diesmal nun wirklich nicht verleugnen. Und obwohl sie es beide wussten, sprach es keiner aus. Stattdessen setzte sich Kaito ihm schweigend gegenüber und wirkte erneut einen Moment lang nachdenklich.

„Also, was ist das für eine Party heute Abend?“, brachte Conan schließlich hervor.

„Ach ja, das habe ich gestern ganz vergessen. Aoko hat uns auf eine Party eingeladen und darauf bestanden, dass du mitkommst. Allerdings sind dort hauptsächlich ältere Studenten, im Alter von Aoko und mir oder auch ihr Verlobter. Hakuba, falls du dich erinnerst…“, erklärte Kaito, beinahe nebensächlich, aber dennoch mit einem ungewöhnlichen Nachdruck und der Detektiv runzelte die Stirn.

„Ja, ich habe ihn schon mal gesehen, aber wo ist das Problem? Ich meine, es wäre nicht das erste Mal, dass ich irgendwo der Jüngste bin.“ Er hielt einen Moment inne. „Oder ist es dir unangenehm?“

„Nein, um Gottes Willen!“, wehrte Kaito ab. „Ich dachte nur, ich frage dich vorher, so wie du mich mit deinen Freunden gefragt hast. Du kannst sie übrigens auch gerne mitbringen, wenn du möchtest?“ Nun war es an Conan vehement den Kopf zu schütteln.

„Nein, lass mal gut sein. Reicht mir schon, dass ich überhaupt so schnell wieder auf eine Party gehe.“

„Tschuldige. Diesmal werde ich aufpassen, dass es nicht so ausartet, wie beim letzten Mal. Vielleicht habe ich dich ein bisschen abgefüllt.“

„Achja?“ Anzüglich hob Conan seine Augenbrauen. „Abgefüllt also?“

„Nicht, dass ich das geplant hatte!“, lachte der Ältere auf. „Ich bin einfach davon ausgegangen, dass du ein wenig mehr verträgst.“

„Ich habe doch gesagt, ich mache so etwas nicht oft.“ Lachend schüttelte der Detektiv den Kopf.

„Schon gut, es tut mir leid. Ich werde heute Abend mehr auf dich Acht geben.“, versprach er mit einem frechen Grinsen und Conan schüttelte nur lächelnd den Kopf. Erst da fiel ihm auf, dass er möglicherweise Hakuba über den Weg laufen würde. Und Hakuba hatte ein ausgezeichnetes Gedächtnis, der vergaß niemanden so schnell. Er schluckte und biss sich nervös auf die Unterlippe. Hoffentlich würde der ältere Detektiv ihn nicht auffliegen lassen. Bevor er sich darüber jedoch noch weiter Gedanken machen konnte, spürte er Kaitos Daumen, der sanft über seine Unterlippe strich und diese damit dem Druck seiner Zähne entzog.

„Du solltest aufpassen, es wirkt ziemlich anziehend, wenn du das machst.“, erklärte er mit rauer Stimme und fixierte ihn mit einem intensiven Blick, bevor er wieder von ihm abließ und verkündete.: „Ich gehe mich jetzt erstmal duschen, mache uns was zu essen und dann können wir fast schon los.“

Ohne Conan die Zeit für eine Antwort zu lassen, verschwand er im Bad und ließ ihn mit dem Hauch seiner Berührung auf den Lippen zurück. Und dieser Blick erst, der ging dem Detektiv bis auf die Knochen und ließ ihn beinahe hörig werden. Dann erinnerte er sich an Ran und es fühlte sich innerlich an als würde er zerreißen. Wie konnte er hier so glücklich mit Kaito rum flirten, während sie ihn in nicht allzu ferner Zukunft als möglichen Heiratskandidaten treffen würde? Je näher der Termin und damit auch Rans Rückkehr rückte, desto mehr kroch auch sein schlechtes Gewissen an die Oberfläche. Wie konnte er Ran das antun? Seufzend fuhr er sich übers Gesicht.
Er tat ihr gar nichts an; aus ihm und Kaito würde nichts werden außer Freunde! Punkt. Eine kleine Stimme in seinem Kopf regte Zweifel an, aber er brachte sie zum Schweigen, ehe er darüber richtig nachdenken konnte.

————————————

„Wow, ich sehe schon, aus dem Alter für Studentenpartys kommt man nie raus, oder?“, kommentierte der junge Detektiv lachend als er mit Kaito ein großes Haus betrat, dessen Tür angelehnt war und sie schon im Flur auf die ersten Betrunkenen trafen.

„Nein, das wird sich wohl nie ändern.“, lachte auch Kaito. „Aber es wird irgendwann weniger. Komm, wir holen uns erstmal was zu trinken.“ Nach diesen Worten ließ Conan sich von seinem Mitbewohner durch das Haus ziehen. Während er sich aufmerksam umsah, grüßte Kaito hier und da jemanden. Dann hatte er mit einem Mal ein Getränk in der Hand, welches er skeptisch beäugte, bevor er mit einem zweifelnden Blick aufsah und den belustigten Augen seines Gegenüber begegnete.

„Ich habe gesagt, dass ich auf dich aufpasse.“, bekräftigte er, doch der Ausdruck auf dem Gesicht des Detektivs änderte sich nicht.

"Was ist das?", war das Einzige, was ihm misstrauisch über die Lippen kam.

"Das ist ein Cuba Libre.", erklärte Kaito, beinahe so als würde er mit einem Kleinkind sprechen.

"Da ist Alkohol drin.", bemerkte Conan und warf seinem Mitbewohner einen vorwurfsvollen Blick zu.

"Ich habe gesagt, ich passe auf, dass du nicht wieder abgefüllt wirst, aber nicht, dass wir gar keinen Alkohol trinken."

"Das vernebelt meinen Verstand.", sagte er als würde das alles erklären und er sah, wie Kaito sich ein belustigtes Augenrollen verkniff.

"Und du wirst es überleben. Du musst jetzt schließlich keine Hausarbeit schreiben. Trink, es wird dir gut tun." Nachdem Conan ergeben einen Schluck genommen hatte (er weigerte sich zuzugeben, dass es ihm tatsächlich schmeckte), zog Kaito ihn in den nächsten Raum, wo sie sich im nächsten Moment auf ein gerade freigewordenes Sofa niederließen.

„Also, was ist das für eine Geschichte, die dich und Ai-chan daran hindert eine Beziehung zu führen?“, fragte der junge Magier wie aus dem Nichts und Conan verschluckte sich beinahe, bevor er ihn mit großen Augen ansah. „Na komm schon, ihr versteht euch gut, macht euch Sorgen umeinander und auch wenn ihr es zu bestreiten versucht, ihr steht euch ziemlich nah. Was also hindert euch, eine Beziehung zu führen?“ Mit einem kleinen Lächeln schüttelte der Detektiv den Kopf, bevor er seinen Blick stur nach vorne richtete.

„Du würdest mir weder glauben, dass es die fehlenden Gefühle sind, noch die Wahrheit.“ Verschlagen grinste er seinen Mitbewohner an, der versuchte sein Pokerface zu wahren, doch Conan sah, dass er überlegte, wie viel Wahrheit in dieser Aussage steckte und was das bedeutete. Während Shinichi ein Geheimniskrämer war und sich, für Außenstehende gerne als mysteriös und geheimnisvoll dargestellt hatte, war Conan etwas anders. Er teilte nicht alle Informationen, wenn er befürchtete andere, insbesondere die Detective Boys, in Gefahr zu bringen, aber er hatte aufgehört den Geheimnisvollen zu spielen. Doch wenn er mit Kaito sprach, dann kam der Shinichi in ihm immer wieder zum Vorschein, mischte sich ein und blitzte hervor, ohne das er es verhindern konnte. Teilweise ohne, dass er es überhaupt bemerkte.

„Weil die Wahrheit so skurril wäre oder weil sie augenscheinlich nicht zu dir passt?“, mutmaßte Kaito und Conan hätte sich am Liebsten selbst dafür verflucht, dass er der Frage nicht besser ausgewichen war.

„Vielleicht ein bisschen von Beidem.“, versuchte er auszuweichen und sein Gegenüber hob fragend die Augen.

„Ach komm schon. Du kannst nicht anfangen Brotkrummen zu streuen und dann nichts weiter verraten.“, schmollte Kaito mit einem neugierigen Glitzern in den Augen und Conan war sich sicher, er hätte einfach nichts dazu sagen sollen.

„Es ist kompliziert und eine wirklich lange Geschichte und wie gesagt, am Ende würdest du mir nichts davon glauben.“

„Oh, ich habe in meinem Leben schon mehr Unglaubliches erlebt, als du glauben würdest.“ Herausfordernde blaue Augen blitzten ihn an, doch er schüttelte den Kopf.

„Warum fragst du überhaupt?“, wehrte Conan schließlich ab.

„Weil ich dich besser kennen lernen will.“, grinste er und zuckte mit den Schultern als wäre es selbstverständlich. „Und vielleicht, weil ich eine andere Antwort erwartet habe.“ Fragend hob der Detektiv die Augenbrauen, doch sein Gegenüber schüttelte mit einem geheimnisvollen Lächeln den Kopf und leerte sein Glas. „Na gut, wie wäre es dann mit dem Frage-Antwort-Spiel?“

„Ich dachte, du wolltest heute auf mich aufpassen?“, beäugte Conan ihn skeptisch und ein verschmitztes Grinsen ging über sein Gesicht.

„Keine Sorge, das hat nichts mit Alkohol zu tun, es sind nur 36 simple Fragen, die wir uns gegenseitig beantworten.“ Conan runzelte die Stirne. „Aber vielleicht sollten wir das lieber mal in einer ruhigen Minute machen und jetzt erstmal tanzen gehen.“, entschied Kaito kurzerhand, griff nach der Hand des Detektivs und zog erneut durch das Haus, bevor er inmitten der tanzenden Meute stehen blieb. Während er selbst begann sich zur Musik zu bewegen, blieb Conan einfach starr stehen und starrte seinen Mitbewohner, leicht hilflos an.

„Du bist einer dieser Menschen, die genau drei Dinge brauchen, um auf der Tanzfläche zu landen.“, stellte Kaito mit einem Kopfschütteln fest und der Detektiv runzelte die Stirn. „Du brauchst erstens; gute Musik.“ Wie zur Bestätigung sah er ihn an und mit einem leichten Nicken stimmte er schließlich zu. „dann brauchst du ein wenig Alkohol“ Conans Stirnrunzeln verstärkte sich, auch wenn er in seinem Innersten wusste, dass Kaito recht hatte. „und das Dritte und wohl wichtigste: du brauchst jemanden, der dich auf die Tanzfläche zerrt.“ Grinsend und von sich überzeugt, sah Kaito ihn an. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen schüttelte Conan den Kopf.

„Möglicherweise tanze ich einfach nur nicht gerne.“, entgegnete der Detektiv schließlich, während er an seinem Getränk nippte und die tanzende Menge um sich herum ausblendete.

„Hat beim letzten Mal auch funktioniert also zier dich heute nicht so und tanz mit mir.“, Kaitos griff bereits nach seiner Hüfte, doch er versucht stur zu bleiben, auch wenn er sich nur zu gut erinnerte, wie gut es sich angefühlt hatte mit ihm zu tanzen.

„Du bist einen Kopf kürzer, wenn Aoko uns zusammen sieht.“ Mittlerweile wusste Conan, wo die wunden Punkte bei seinem Mitbewohner lagen und was ihn aus dieser Situation möglicherweise retten könnte.

„Und du bist heute ein Spielverderber!“, entgegnete Kaito lachend und verdrehte die Augen. Conan setzte sein Glas erneut zum Trinken an und stellte fest, dass es leer war. Nachdenklich betrachtete er es für einen kurzen Augenblick und erkannte eine Gelegenheit aus der tanzenden Menge zu flüchten. Kaito schien seine Gedanken gelesen zu haben und nickte in Richtung Flur. „Na komm, geh dir was zu trinken holen und such dir ein ruhiges Plätzchen. Ich versuche derweil mal Aoko zu finden.“

„Alles klar.“ Das ließ sich der Detektiv nicht zweimal sagen, drehte sich um und entfloh der tanzenden Menge. In der Küche bediente er sich an einer Cola-Flasche und sah sich anschließend suchend um als er das entfernte Schluchzen einer jungen Frau hörte.

„Ich... ich verstehe es einfach nicht.“, schniefte eine bekannte Stimme und Conan lugte in das angrenzende Zimmer, welches augenscheinlich als Esszimmer diente. Dort erkannte er Aoko, die sich an einen blonden Mann lehnte, der ihn schon im nächsten Moment in der Tür stehen sah.

„Entschuldigt, ich wollte nicht stören. Ich bin gleich wieder...“, begann er, doch der blonde Detektiv unterbrach ihn stirnrunzelnd.

„Du hier?“ Nun drehte sich auch die junge Frau zu ihm um und ihr Gesicht hellte sich ein wenig auf, auch wenn die Spuren, dass sie geweint hatte, deutlich zu erkennen waren.

„Conan-kun, du bist auch hier!“ Freudig lächelte sie ihn an, ignorierte den verwirrten Blick ihres Verlobten. „Jetzt kann ich euch auch endlich vorstellen, das hier ist mein Verlobter Hakuba Saguru.“ Mit einem Lächeln zog sie ihn an sich, bevor sie sich an ihn wandte. „Und das ist Kaitos Mitbewohner, von dem ich dir erzählt habe; Kudo Conan.“ Der britische Detektiv öffnete den Mund, um etwas zu sagen und Conan schluckte den Kloß in seinem Hals herunter. Jetzt war es soweit. Sein Herzschlag raste und er bereitete sich innerlich bereits darauf vor, dass es vorbei war. Der Ältere hatte ihn definitiv erkannt. Wie sollte er das jetzt nur Kaito erklären? Oder würde Hakuba ihn unter vier Augen zur Rede stellen? Denn augenscheinlich entschied er sich, es dabei zu belassen und setzte ein freundliches Lächeln auf.

„Freut mich. Ich habe schon so einiges von dir gehört in den letzten Wochen.“

„Dito.“, presste er mit einem Lächeln hervor.

„Setz dich doch zu uns.“, schlug Aoko vor und wies auf den leeren Stuhl an ihrer rechten Seite. Während Hakuba sich ihr gegenübersetzte, dabei aber ihre Hand zu keiner Sekunde losließ, setzte sich Conan auf den zugewiesenem Stuhl neben ihr. Er war sich noch immer unsicher, was er von der Reaktion des anderen Detektivs halten sollte.

„Ist alles ok bei dir, Aoko-san?“, fragte er schließlich, um die Stille zu brechen, aber auch um von dem Thema um seine Person abzulenken. Sie lachte kurz auf und wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel.

„Ach, ich mache mir nur schon wieder Sorgen um diesen Idioten.“, erklärte sie. „Kaito hatte schon immer einen lockeren Lebensstil, hat kein Angebot ungeachtet gelassen und jetzt bekommt er noch nicht mal mit, wenn eine junge, hübsche Frau mit ihm flirtet?! Ich verstehe es einfach nicht.“ Sie seufzte und warf einen Blick zu ihrem Verlobten. „Ich weiß, dass es sein Leben ist, aber ich mache mir einfach Sorgen um ihn. Deswegen auch unser Deal.“ Conan horchte auf.

„Welcher Deal?“

„Ich weiß nicht, ob er dir davon erzählt hat, aber ich und seine Mutter haben ein Omiai für ihn arrangiert. Er hat versprochen, es wenigstens zu probieren. Vielleicht hat er die Frau vorhin auch deswegen ignoriert. Vielleicht nimmt er es ja wirklich ernst. Aber... sag mal, Conan, ihr wohnt zusammen,“ Sie stockte kurz, schien zu überlegen, ob sie den nächsten Satz tatsächlich aussprechen wollte, bevor sie mit einem entschiedenen Nicken fortfuhr. „Hatte er in der letzten Zeit Frauenbesuch oder sonst irgendjemanden mit dem er rumgemacht hat?“ Schlagartig bekam Conan feuerrote Wangen und konnte nicht verhindern, dass ihm die Bilder vom vergangenen Abend in den Kopf schossen als Kaito ihn küssend gegen die Wohnungstür und anschließend gegen die Wand gepresst hatte. „Das muss dir nicht unangenehm sein.“, deutete Aoko die Röte in seinem Gesicht lachend. „Er hat mir früher auch von seinen Liebschaften bis ins kleinste Detail erzählt. Ich weiß also so schon mehr als ich eigentlich will.“

„Naja...“, begann Conan, nachdem er versucht hatte seine Gedanken etwas zu beruhigen. „Ich habe, ehrlich gesagt nicht so drauf geachtet,“ Lüge, schrie sein Kopf, denn natürlich hatte er darauf geachtet. Natürlich alles nur wegen Ran. „Aber ich habe auch nicht wirklich jemanden mitbekommen.“

„Das bereitet mir ja fast noch mehr Sorgen als sein Playboygehabe.“, murmelte sie auf seine Antwort und verzog das Gesicht leicht. „Das war wenigstens .. ach ich weiß doch auch nicht.“ Hoffnungslos ließ sie die Schultern hängen und blickte nachdenklich auf die ihre Hände, die mit denen ihres Verlobten verschränkt waren.

„Aber...“, zögerlich versuchte der verjüngte Detektiv seine Gedanken in Worte zu fassen. „Warum... also, versteh mich nicht falsch, aber warum lässt du Kaito nicht einfach so leben wie es ihm gefällt?“ Er hoffte inständig, dass sie sich nicht angegriffen fühlte, aber er verstand es nicht, warum mischte sie sich so aktiv in sein Leben ein?

„Ich wünsche mir einfach für ihn, dass er bodenständiger wird, dass er an die Zukunft denkt. Ich möchte nicht, dass er sein Leben lang allein bleibt.“, versuchte sie zu erklären und Conan hörte eine tief verwurzelte Traurigkeit in ihrer Stimme.

„Vielleicht möchte er den richtigen Menschen erst finden, mit dem er seine Zukunft teilen möchte? Und vielleicht tut er das ja durch sein, wie du es nennst, Playboygehabe?“

„Ich weiß ja nicht... seine ganzen Liebschaften halten doch meist nicht lange...“

„Und, wenn ich dich richtig verstanden habe, geht er doch demnächst auf dieses Omiai, oder?“

„Ja...“, bitter lachte sie auf. „Aber dieses Omiai gibt es auch nur, weil ich ihn dazu, mehr oder weniger, genötigt habe.“ Conan horchte auf und sah sie fragend an, während er im Augenwinkel Hakuba beobachtete, dessen Kopf in Richtung der Tür, die in Conans Rücken lag, gezuckt war, dem Gespräch aber ansonsten schweigend folgte. „ Ich kann mir einfach nicht mehr mit ansehen, wie er sich so durch die Weltgeschichte vögelt. Er beendet diesen, ich nenne es mal vorsichtig Lebensstil, wenn ihn die Omiai-Kandidatin überzeugt. Und sie ist wirklich bezaubernd. Sie ist perfekt für ihn; eine starke Frau, die ihm die Stirn bieten kann, aber genauso darauf bedacht ist, einige Traditionen zu wahren.“ Bei Aokos Erklärung glitten seine Gedanken über zu Ran, wie sie summend in der Küche stand, nur um im nächsten Moment ihren Vater in die Schranken zu weisen, weil dieser schon wieder einen Abend in der Bar verbringen wollte. Ein nostalgisches Lächeln glitt über seine Lippen. Ran war schon immer eine starke Frau gewesen, um die ihn jeder Mann hatte beneiden sollen. Aber dazu war es nicht gekommen und jetzt konnte er sich Ran schon längst nicht mehr an seiner Seite vorstellen. Aber genauso wenig konnte er sich vorstellen, wie sie ihr Leben mit Kaito teilen würde. Allein bei dem Gedanken daran, spürte er einen merkwürdiges Stechen in seiner Brust, welches er gleich wieder versuchte zu verdrängen.

„Aber warum dieser ganze Aufwand?“, rang er sich schließlich durch mit belegter Stimme zu fragen.

„Ach weißt du,“, sagte sie, bevor sie schluckte und ihn mit einem ernsten Blick ansah, in dem Conan eine Sorge erkannte, die auch Ran ihm gegenüber immer wieder an den Tag legte. Und so langsam verstand er. „Kaito war fast sein ganzes Leben einsam, auch wenn er das nie zugeben würde. Aber nachdem sein Vater früh gestorben ist, ist seine Mutter nach einiger Zeit viel im Ausland gereist und er war auf sich allein gestellt. Er hat seine Einsamkeit gerne weg gelächelt oder mit einem Zaubertrick verschwinden lassen, aber eigentlich…“

„Aoko, das reicht jetzt!“, wurde sie harsch unterbrochen und Conan drehte sich erschrocken um. Dort im Türrahmen stand Kaito und warf seiner besten Freundin einen durchdringende Blick zu. Mit aufgerissenen Augen starrte sie zurück und suchte nach einer Erklärung.

„Kaito, ich mache mir doch nur Sorgen! Ich wünsche mir nur, dass du glücklich bist! Ich…“ Doch wieder unterbracht er sie.

„Jaja schon gut, ich habe es verstanden.“ Mit einem Seufzen fuhr er sich übers Gesicht, warf einen kurzen, nicht zu deutenden Blick zu Hakuba, bevor er sich an den jungen Detektiv wandte. „Conan, ich glaube mir ist heute auch nicht so nach Party, gehen wir?“ Ohne groß nachzudenken nickte er und verabschiedete sich schließlich von dem Pärchen, was an dem Esstisch sitzen blieb. Bevor sie zur Tür raus waren, rief Aoko ihnen noch einmal hinterher.

„Vergiss unsere Abmachung nicht, Kaito!“ Angesprochener blieb einen Moment stehen, entschied sich jedoch letztlich dazu, dass sein Schweigen als Antwort genügen müsse und verließ mit seinem Mitbewohner das Haus, in dem die Party noch immer in vollem Gange war.

Schweigend liefen sie nebeneinander her und Conan versuchte seine Gedanken zu sortieren, versuchte eine Ordnung in all die Informationen zu bringen, die er soeben erfahren hatte und was sie für ihn und das bevorstehende Omiai bedeuteten. Nach einem tiefen Atemzug stellte er fest, dass Kaito ungewöhnlich ruhig war und ein Blick zu ihm bestätigte, dass er ebenfalls in seinen Gedanken versunken war. Plötzlich erinnerte der junge Detektiv sich an Aokos letzten Satz und runzelte die Stirn.

„Was für eine Abmachung hat Aoko gemeint?“ Kaito brauchte einen Moment um wieder ins hier und jetzt zurück zu kehren und warf ihm schließlich einen abschätzigen Blick zu als würde er abwägen, ob er ihm das erzählen konnte. Mit einem Seufzen wandte er den Blick schließlich wieder nach vorne.

„Das ist… eine etwas längere Geschichte.“

„Wir haben noch einen langen Heimweg vor uns?!“ Auf diese schlagfertige Antwort folge ein kurzes Schweigen seitens des Magiers (nicht ohne ein Schmunzeln zu unterdrücken) und ein erneuter abwägender Blick, dem ein abschließendes Seufzen folgte.

„Ja…“ Trotz des Eingeständnisses liefen sie einige Minuten schweigend nebeneinander her, bevor Kaito begann zu erzählen.




*****

Und, und, und? Habe mich mit dem Kapitel wirklich ein wenig rum geschlagen...
Was glaubt ihr, was erzählt Kaito nun?
Bin gespannt, was ihr denkt und wie es euch gefallen hat :)
LG Kuro
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