I Love Your Smile In The Morning

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Ai Haibara / Shiho Miyano Conan Edogawa Kaito Kid / Kaito Kuroba Ran Mori Shinichi Kudo
13.08.2017
22.05.2019
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Wuhuuu,

da bin ich mit einer neuen Idee, die mich einfach nicht mehr losgelassen hat. Eigentlich wollte ich sie erst zu Ende schreiben, bevor ich sie poste, aber ich bin so gespannt, was ihr dann haltet.  

Warnungen: im späteren Verlauf Shounen-Ai// evtl. etwas OOC // ich versuche mich in humorvollerem Schreiben, sagt mir, ob es gelingt D: // möglicherweise ein bisschen durcheinander // Geschichte spielt 10 Jahre nach der Serie ohne Gegenmittel

Unten mehr, jetzt erstmal viel Spaß! :)

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I hope your eyes smile forever
Only once I told a lie


„WAAAAAS?“, brach es unvermittelt aus ihm raus.

„Jetzt sei nicht so schockiert, Conan. Ich lerne auf diesem Omiai erstmal nur jemanden kennen.“, erklärte Ran in ihrer liebevollen Art und lächelte ihn an, als wäre er immer noch der kleine Junge von vor zehn Jahren.

„Aber… aber… das ist ein Treffen für Heiratswillige?!“ Er wusste noch immer nicht, was er denken sollte. Er war erst seit zwei Tagen nach einem Auslandsjahr wieder im Land und jetzt das!

„Ich bin jetzt auch schon fast 27. Ich möchte nicht als alte Jungfer sterben.“ Sie lachte und es zerbrach ihm das Herz. Er hatte sie glücklich machen sollen. Aber dieses Gift hatte alles zerstört. In seinem Inneren braute sich Wut zusammen und er ballte die Fäuste.
Nachdem Ai auch nach der Zerschlagung der Organisation kein Gegenmittel hatte herstellen können, wurde Shinichi offiziell für tot erklärt und bekam als Conan Edogawa eine neue Identität. Es hatte ihn zerrissen, zusehen zu müssen, wie Ran wegen ihm litt und an dem Verlust beinahe zerbrach. Doch sie war stark, rappelte sich auf und sortierte ihr Leben neu. Ran hatte ihn weiter aufgezogen und er lebte in der Detektei bis Ran einen Auslandsaufenthalt in ihr Studium einbaute. Conan war zu diesem Zeitpunkt in eine kleine behaglich WG gezogen, ehe er selbst für ein Jahr im Ausland verschwand.

„Ja… vermutlich hast du Recht…“, murmelte der, inzwischen nicht mehr ganz so kleine, Detektiv.
„Nun freu dich doch für mich!“, stupste sie ihn aufmunternd an. „Du kannst auch schon mal in die Unterlagen rein schauen, die ich von ihm habe. Ich würde gerne deine Meinung hören. Und ich hätte gerne, dass du bei dem Treffen dabei bist.“

Mit großen Augen sah er sie an. Selbstverständlich hatte er vor, den Typen unter die Lupe zu nehmen, aber dass sie seine Meinung dazu wollte?

„Du willst… meine Meinung zu ihm?“, wiederholte er deshalb und sie nickte.

„Du kennst mich jetzt schon so lange und du bist klug, du weißt vielleicht, ob er zu mir passen würde. Ich musste das Treffen allerdings verschieben. Ich bin ab nächste Woche nochmal für zwei bis drei Monate in Paris. Aber das erklär’ ich dir später in Ruhe. Denn jetzt…“ Seine ehemals beste Freundin, nun viel mehr große Schwester, warf eilig einen Blick auf die Uhr und stand von der Couch auf. „muss ich erstmal los. Die Omiai-Unterlagen liegen auf dem Schreibtisch. Ach und, ich habe dir noch zwei Zeitungen hingelegt, für deine Wohnungssuche.“

Und schon hatte sie nach ihrer Tasche gegriffen und war hinausgestürmt. Natürlich nicht, ohne ihm vorher einen Kuss auf die Wange zu geben. Er schüttelte den Kopf und stand schließlich ebenfalls auf. Ran hatte also die Absicht zu heiraten…
Er wusste nicht, wie er das finden sollte. In seinem Inneren herrschte große Aufruhr und er wollte sie in guten Händen wissen. Aber andererseits war da auch ein Stich. Natürlich würde sie nicht mehr auf einen Toten hoffen, geschweige denn sich mit Conan einlassen, bei dem Gedanken überkam ihn eine merkwürdige Gänsehaut, aber es verletzte ihn doch.
Nachdenklich zog er die Kandidaten-Mappe unter den beiden Zeitungen hervor und runzelte die Stirn. Nun gut, dann würde er diesen Kerl mal unter die Lupe nehmen.

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Er betätigte die Klingel und drückte seine Schultern selbstbewusst nach hinten. War das wirklich eine gute Idee? Nicht das er befürchtete, ihm würde etwas passieren, aber, wenn Ran das rausbekam… Conan wollte nicht wissen, was sie mit ihm anstellen würde.
Andererseits, wenn er darüber nachdachte, hatte sie doch genau das gewollt. Na gut, vielleicht nicht genau so…
Die Tür ging auf und riss ihn aus den Gedanken. Vor ihm stand ein junger Mann, von dem er wusste, dass er gerade 27 geworden war, lediglich in Pyjamahosen, und der ihm verschlafen entgegenblickte.

„Aoko, du weißt doch…“, begann er, hielt jedoch abrupt inne, als er bemerkte, dass sein Gegenüber nicht, wie scheinbar erwartet, Aoko war. Dann fuhr er sich erschöpft übers Gesicht.

„Wie oft soll ich es noch sagen; hört auf meine Adresse an Fans rauszugeben!“ Conan blinzelte. Fans? Ach ja, dieser Mann war ein junger, aufstrebender Magier mit einer beträchtlichen Fangemeinde.

„Ich bin kein Fan. Ich…“ Der Wohnungsinhaber hatte die Tür schon fast wieder geschlossen, hielt jedoch plötzlich inne und zog die Stirn in Falten.

„Bist du nicht?“ Conan schüttelte den Kopf. „Von der Presse?“

„Nein, auch das nicht. Ich…“, begann er schmunzelnd. „Ich habe mit einem Freund aus der Uni gesprochen, der mir erzählt hat, dass Sie ein freies Zimmer haben.“, ratterte er schließlich runter und war dabei froh die Schauspielkünste seiner Mutter geerbt zu haben.

„Oh… Also eigentlich…“ Er seufzte. „Komm erstmal rein, ich friere.“

Mit diesen Worten ließ der junge Mann Conan an der offenen Wohnungstür stehen und verschwand selbst im Inneren der Wohnung. Der junge Detektiv kam der Aufforderung schließlich verdutzt nach und trat ein. Ob er immer so unvorsichtig Leute in seine Wohnung ließ?, meldete sich sein Detektiv-Gehirn nachdenklich zu Wort und Conan sah sich um.
Vor ihm lag ein langer Holzflur von dem mehrere Zimmer abgingen. Geradezu ging es offensichtlich in einen offenen Wohnbereich, den Conan schließlich zögerlich betrat, nachdem er die Wohnungstür geschlossen und seine Straßenschuhe gegen Gästeschlappen getauscht hatte.
Aufmerksam sah er sich um und musste erstaunt feststellen, dass diese Wohnung für einen Junggesellen, der alleine lebte, erstaunlich aufgeräumt war. Auf dem flachen Glastisch zwischen zwei Sofas lag ein Kartendeck verstreut und in einer Ecke am Fenster stand ein offener großer Vogelkäfig. Er war leer und einzig die Krümel auf dem Boden zeugten davon, dass er nicht nur zur Zierde dort stand. Ansonsten jedoch wirkte die Wohnung wie frisch geputzt. Vielleicht war der Typ tatsächlich ganz in Ordnung. (Weil das Ordnungsbewusstsein alles ist, meldete sich erneut der Detektiv in ihm - mit einem deutlich sarkastischen Unterton.)

„Nicht so schüchtern. Setz’ dich ruhig!“ Der junge Mann kam, diesmal vollständig angezogen, in den Wohnbereich und betrat die angrenzende offene Küche. „Willst du was trinken?“, fragte er über die Küchentheke hinweg, als Conan sich gerade auf eines der grauen Sofas setzte.

„Einen Kaffee, schwarz bitte, wenn’s geht.“  Leise lachend schüttelte sein Gastgeber den Kopf, stimmte aber zu.

„Wie bekommt man sowas nur runter?!“, fragte er schließlich lachend, als er die beiden Tassen auf zwei schlichten blauen Untersetzern abstellte und sich Conan gegenüber setzte. Er lachte kurz verlegen auf und zuckte schließlich mit den Schultern.

„Es hält wach und der bittere Geschmack schärft meine Konzentration.“, antwortete er schließlich nachdenklich.

„Also für mich ist das nichts. Meine beste Freundin kann das Zeug auch literweise trinken, der einzige Grund, warum ich sowas im Haus habe, ehrlich gesagt.“, lächelte er und lehnte sich mit seiner dampfenden Teetasse zurück. „Ich bin Kaito Kuroba, wie du scheinbar schon weißt, aber wer du bist, weiß ich noch nicht.“

„Oh, Verzeihung. Conan Kudo.“

„Kudo?“ Blinzelnd starrte Kaito ihn an und für einen Moment sah er ihn gedankenverloren an, bis er schließlich mit einem traurigen Lächeln den Kopf schüttelte. „Aber du bist nicht verwandt mit dem Schülerdetektiv von damals, oder?“

„Naja, also… nein, nicht wirklich. Kannten Sie ihn?“ Er begab sich auf dünnes Eis, denn auch wenn er mit seiner Brille anders aussah, konnte er die Ähnlichkeit zu Shinichi selbstverständlich nicht leugnen. Aber er kannte diesen Jungen nicht. Zumindest konnte er sich an niemanden mit diesem Namen erinnern.

„Oh bitte, hör bloß auf mich zu Siezen. So alt fühle ich mich noch nicht.“, grinste er. „Aber nein, eigentlich kannten wir uns nicht… Zumindest nicht direkt.“ Etwas Schalkhaftes ging durch Kaitos Augen und er blieb scheinbar bei einer Erinnerung hängen, schüttelte aber wieder den Kopf und sah Conan wieder direkt an. „Hast du ihn gekannt?“

„Ja, nun ja… er ist ein entfernter Verwandter, aber das erzähle ich eigentlich nicht so gerne. Die Leute vergleichen mich dann immer mit ihm und er war einfach ein sehr… er war jemand, den die Leute mochten. Und ich will einfach nicht ständig…“ Er winkte ab. Natürlich verglichen sie ihn. Gerade die Leute, die Shinichi kannten, sahen die Ähnlichkeit. Es nervte ihn und er wusste nicht einmal, warum er es diesem Jungen erzählte.

„…in seinem Schatten stehen.“, vollendete sein Gegenüber seinen Satz verständnisvoll und Conan nickte. „So gut kannte ich ihn nicht, also keine Sorge. Was studierst du eigentlich?“

„Im Hauptfach Physik, mit Nebenfach Kriminalistik. Und du?“, fragte er, obwohl er es doch längst wusste. Er hatte sich die Omiai-Unterlagen von Ran genauestens durchgelesen und eingeprägt.

„Interessante Kombination. Ebenfalls Hauptfach Physik. Ich schreibe gerade an meiner Abschlussarbeit. Und du suchst also eine Wohnung?“, brachte Kaito es schließlich auf den Punkt.

„Ja, ich bin gerade aus dem Ausland wiedergekommen und suche jetzt nach einer Bleibe.“

„Hmm… Und da bist du also auf mich gekommen, ja?“ Conan nickte und und nippte an seinem Kaffee. „Weil eigentlich habe ich nach meinem letzten Mitbewohner beschlossen, dass es nun an der Zeit sei, alleine zu wohnen…“

„Oh…, das… ist schade.“ Auch das hatte in den Unterlagen gestanden und dennoch hatte er das Gespräch mit einem Kommilitonen gesucht, der ein ehemaliger Mitbewohner von Kuroba war. Der wusste, dankenswerterweise, nichts von dessen Entschluss und sagte, dass Kaito immer auf der Suche nach neuen Mitbewohnern sei und der Letzte wohl gerade ausgezogen sei.

„Auf der anderen Seite… ich hatte immer gern Gesellschaft. Und du scheinst mir ein kluges Kerlchen zu sein. Dann studierst du auch noch ebenfalls Physik… irgendwie mag ich dich.“, dachte der unfreiwillige Gastgeber laut nach.

„Ein, zwei Monate würden mir erstmal schon reichen. Damit ich ein wenig Zeit habe, mir was anderes zu suchen.“, schlug Conan vor und Kaito musterte ihn mit einem undefinierbaren Blick. Es waren noch 5 Monate bis zum Omiai-Treffen, spätestens zu diesem Zeitpunkt würde er auffliegen oder musste sich eine gute Ausrede einfallen lassen.

„Na gut, dann zeige ich dir erstmal die Wohnung, dann klären wir alles weitere.“ Mit diesen Worten stand er von der Couch auf und sie begannen eine kleine Wohnungsführung. Vom Wohnbereich ging ein Zimmer ab, welches Kaito nur als seine ‚Künstler-Kammer‘ bezeichnete. „Dort versuche ich mich am Klavier spielen und denke mir neue Tricks aus.“

„Neue Tricks?“, fragte Conan neugierig.

„Ich vergaß, du bist einige Zeit im Ausland gewesen.“, grinste er selbstgefällig. „Ich bin ein aufstrebender Magier und arbeite ständig an neuen ausgefallenen Tricks.“ Er verbeugte sich leicht und hielt ihm schließlich eine Rose in einem hellen Orange hin, die wie aus dem Nichts in seiner Hand aufgetaucht war. Überrascht schüttelte Conan den Kopf und griff nach der zarten Pflanze, als eine Erinnerung in seinem Gedächtnis auftauchte.

„Kuroba… Kaito…“, murmelte er vor sich hin und sein Gegenüber runzelte die Stirn.

„Ja, der bin ich.“

„Kuroba…“, wiederholte Conan und versuchte sich genauer zu erinnern. “Toichi war es.“, rief er schließlich aus und Kaito zuckte kurz zusammen.

„Er war mein Vater.“, erklärte er schließlich. „Er ist vor vielen Jahren bei einem seiner Tricks ums Leben gekommen.“

„Oh, das… tut mir leid. Ich wollte nicht… Mir kam der Name nur auf einmal so bekannt vor. Ich habe…“, der verjüngte Detektiv stoppte sich selbst und unterdrückte ein Seufzen. „viel von ihm gehört. Eine Verwandte von mir hat bei ihm die Kunst des Verkleidens gelernt. Vor vielen Jahren.“ Conan sank ein Stück in sich zusammen, verlor sich in einer Kindheitserinnerung, die doch nicht mehr zu seinem Leben gehörte. Dann richtete er sich wieder auf und sah Kaito erwartungsvoll an, der schmunzelnd zurück blickte.

„Ja, das konnte er wirklich gut…“

„Und du bist in seine Fußstapfen getreten?“, fragte Conan schließlich, um sich von seinen Erinnerungen abzulenken. Wieder huschte etwas Undefinierbares durch Kaitos Augen und er verengte sie einen Moment. In den Omiai-Unterlagen hatte alles mögliche gestanden, nur über seine Eltern hatte Conan nichts finden können. Jetzt wusste er, warum.

„Ach naja, ich habe die Zauberei quasi in die Wiege gelegt bekommen.“, erklärte er schließlich mit einem dicken Grinsen im Gesicht. „Bei Gelegenheit werde ich dir vielleicht mal einen Trick zeigen. Aber nun bist du sicherlich gespannt auf den Rest der Wohnung.“

„Und wie.“, stimmte er nickend zu und folgte Kaito zurück in den langen Flur.

„Das hier“, erklärte Kaito und wies auf die erste Tür zu ihrer rechten Seite. „ist mein Zimmer. In der Regel schlafe ich sehr lange. Und ich bin auch nicht sehr erfreut, wenn man mich weckt.“ Ein Grinsen schlich sich auf seine Lippen. „Das mit heute werde ich dir nochmal verzeihen.“ Seine Stimme verpasste Conan eine Gänsehaut durch ihren rauen Klang, den er unter anderen Umständen als erotisch bezeichnet hätte. Doch nun schüttelte er lediglich den Kopf und fuhr sich, etwas unwohl, durch die Haare.

„Tut mir leid.“

„Schon gut.“, winkte der junge Magier lachend ab. „Die Tür hier gegenüber führt ins Bad.“ Mit diesen Worten öffnete er die Tür, die in ein hell gefliestes Bad führte, mit einer großen Badewanne in der gegenüberliegenden Ecke. Zusätzlich befand sich in der linken Ecke hinter der Tür eine Dusche mit Glasfronten. Rechts neben der Tür befand sich die Toilette und direkt daneben zwei eingelassene Waschbecken vor einem großen Spiegel. Conan nickte anerkennend. Die Einrichtung sah hochwertig und sehr neu aus. Das musste viel gekostet haben.

„Wow. Sieht nicht billig aus.“, war das Einzige, was er dazu sagen konnte.

„Ich habe die Wohnung von meinem Vater geerbt. Daher fällt keine Miete im herkömmlichen Sinne an und ich kann mein Geld investieren, um die Einrichtung aufzuwerten.“ Wieder nickte Conan anerkennend.

„Komm, ich zeige dir dein Zimmer. Zumindest, wenn du hier wirklich einziehen willst.“ Der Schalk grinste nur so aus Kaitos Augen und der junge Detektiv bekam allmählich ernsthafte Zweifel, ob das hier wirklich eine so gute Idee war. Doch jetzt würde er ganz sicher keinen Rückzug mehr machen. Entschlossen ballte er die Faust und folgte seinem zukünftigen Mitbewohner. Kaito öffnete gerade die Tür, als es an der Haustür klingelte. „Sieh dich schon mal um, viel ist es nicht mehr an Einrichtung.“ Damit ging der Gastgeber seufzend auf die Haustür zu, während Conan sein zukünftiges Zimmer betrat und sich umsah. Es lag direkt neben dem von Kaito und war nur minimal kleiner. In der Tat stand in diesem Zimmer lediglich ein Bett, ohne Matratze und Lattenrost, sowie eine kleine Kommode in Buche. Geradezu waren zwei große Fenster, die augenscheinlich auf einen Balkon führten. Bevor Conan dies jedoch näher inspizieren konnte, hörte er eine weibliche Stimme im Flur, die ihn neugierig inne halten ließ.

„Kaito, du bist ja schon angezogen? Das hätte ich ja nicht gedacht.“ Die Haustür schlug zu und er hörte den Angesprochenen genervt seufzen. „Wer hat dich diesmal aus dem Bett geworfen?“ Ohne zu antworten, ging Kaito in das Zimmer, in dem er Conan zurück gelassen hatte. „Wer. Ist. Das?“, entfuhr es der jungen Frau ernst und sie blieb wie versteinert im Türrahmen stehen. Der verjüngte Detektiv sah die junge Frau irritiert an. Sie hatte lange braune Haare, die sie in einem ordentlich gemachten Pferdeschwanz trug und einen dunkelblauen Blazer mit passendem Rock und dazu eine weiße Bluse trug.

„Das ist…“, begann Kaito zu erklären, doch sie fuhr ihm dazwischen.

„Wir hatten eine Abmachung, Kaito!“

„Er ist mein neuer Mitbewohner.“ Er schenkte ihr ein überzeugtes Grinsen, doch sie schüttelte nur wütend den Kopf.

„Findest du nicht, er ist ein bisschen jung?“, fragte sie und Conan fragte sich, ob es eine Provokation war.

„Er ist nur mein Mitbewohner!“, protestierte Kaito und ignorierte seinen Gast dabei vollkommen.

„Ach ja? Das hast du bei Misao auch behauptet.“ Er verdrehte die Augen und schüttelte den Kopf. „Du hast mir was versprochen…“

„Er wird doch nicht ewig bleiben, also mach nicht so ein Drama draus.“ Mit diesen Worten wandte er sich wieder Conan zu und lächelte ihn erwartungsvoll und gleichzeitig entschuldigend an. „Also, was sagst du?“

„Ähm.“, überrascht, dass Kaito ihn so plötzlich ansprach, schüttelte er den Kopf. „Die Wohnung ist wirklich toll. Aber.. ich wollte dir keine Schwierigkeiten bereiten mit… deiner Freundin?“ Conans Worte wurden fragend und sein Gegenüber brach in schallendes Gelächter aus.

„Mit der würde ich es keine drei Tage an meiner Seite aushalten. Entschuldige, das ist Aoko, sie ist meine beste Freundin.“, stellte er sie schließlich vor. Doch die junge Frau sah ihn immer noch skeptisch und leicht verärgert an.

„Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was Sie sich vorgestellt haben, aber ich bin gerade aus dem Ausland gekommen, und brauche eine Bleibe, wenigstens für ein paar Monate, damit ich mir etwas anderes suchen kann.“, erklärte Conan und stellte sich schließlich vor. „Conan Kudo.“

„Du brauchst sie genauso wenig zu Siezen wie mich.“, lachte Kaito, bevor sie etwas dazu sagen konnte.

„Kaito, ich kann für mich selber sprechen.“

„Und ich kann über mein Leben selbst entscheiden!“, giftete er sie an und sie begannen ein Blickduell, in dem keiner dem anderen die Oberhand überlassen wollte.

„Du weißt, dass wir uns nur Sorgen machen.“ Aoko gab schließlich klein bei und senkte den Blick.

„Trotzdem ist es immer noch meine Entscheidung, wie ich mein Leben führe. Ich tue dir dieses eine Mal den Gefallen und wenn daraus nichts wird, lebe ich weiter wie bisher.“ Selbstsicher sah Kaito seine beste Freundin an. „Entschuldige, ich wollte dich da wirklich nicht mit reinziehen, Conan.“ Wieder wandte er sich ihm unerwartet zu, doch Conan winkte lächelnd ab, auch wenn er nicht so recht verstand, worum es eigentlich ging.

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Bereits am Abend stellte er zwei große Taschen mit seinen Sachen in das leere Zimmer und sah sich um. „Verdammt.“, murmelte er und zückte bereits sein Handy.

„Alles ok? Ist das alles an Sachen?“ Kaito lehnte lässig im Türrahmen und deutete überrascht auf die zwei Taschen.

„Naja, das ist erstmal das Wichtigste. Nur das ich mir jetzt erstmal noch eine Matratze inklusive Lattenrost besorge.“, seufzte Conan und sah auf die Uhr. Es war bereits nach elf Uhr. Ran wollte er um die Uhrzeit nicht mehr stören und Ai wäre sicherlich auch nicht begeistert, denn entweder schlief sie bereits oder sie arbeitete noch.

„Um diese Uhrzeit?“ Auch sein Mitbewohner hatte scheinbar einen Blick auf die Uhr geworfen. „Wenn du möchtest kann ich dir fürs Erste eine Matratze anbieten. Nur ein Lattenrost habe ich nicht mehr. Das alte war echt durch, das konnte man niemandem mehr antun.“, lachte er und kratzte sich verlegen am Kopf. „Vielleicht war ich daran nicht ganz unschuldig.“, murmelte er schließlich noch grinsend, mehr zu sich selbst. Conan blinzelte darauf und sah ihn irritiert an. Was genau wollte er ihm damit sagen? Hatte er mit seinem letzten Mitbewohner…? War es das, worauf seine beste Freundin am frühen Morgen angespielt hatte?

„Ähm…“, begann er. „Eine Matratze wäre zumindest schon mal ein Anfang.“

„Cool, sie liegt oben auf der Galerie im Wohnzimmer.“

„Galerie?“ Fragend sah Conan ihn an und Kaito wirkte überrascht.

„Habe ich sie dir vorhin gar nicht gezeigt? Na dann komm mal mit.“

Die Beiden gingen ins Wohnzimmer und der Wohnungsbesitzer wies auf eine Leiter in der hinteren Ecke, direkt neben der Tür zu Kaitos Künstlerkammer. Conan folgte der Leiter mit seinem Blick nach oben und erblickte eine Empore mit einem Holzgeländer.

„Wenn es dir nicht zu warm ist, kannst du auch gerne erst mal da oben schlafen, bis du dir dein Zimmer eingerichtet hast.“, bot der Magier ihm an und kletterte die Leiter nach oben. „Dann müssen wir uns nicht abmühen die Matratze hier runter zu bekommen.“. Conan folgte ihm und sah wie Kaito sich bereits grinsend auf der Matratze niedergelassen hatte, die neben einem Stapel Bücher, einer kleinen Nachttischlampe und drei Tafeln Schokolade lag. Er fühlte sich schlagartig wohl und ließ sich neben Kaito fallen.

„Ich denke, für die paar Tage bis meine neue Matratze und das Lattenrost geliefert werden, bleibe ich hier oben.“, erklärte der junge Detektiv, bevor er sich nach hinten fallen ließ und plötzlich ins Staunen geriet. „Wow! Das ist ja unglaublich!“ Kaito tat es ihm gleich und legte sich mit einem zufriedenen Lächeln neben ihn.

„Das war einer der ersten Sachen, die ich hier in der Wohnung umgebaut habe.“, erklärte er, ungewohnt leise und ruhig. Conan kannte ihn noch nicht lange und doch hatte er seine quirlige, meist laute und aufgeweckte Art bereits bemerkt. „Mein Vater hatte dieses gläserne Dach bereits geplant, aber nie umgesetzt. Als ich die Pläne gefunden habe, habe ich alles daran gesetzt, sie umzusetzen.“ Ein verträumtes Lächeln lag auf seinem Gesicht und Conan kam nicht umhin festzustellen, dass Kaito ein schönes Gesicht hatte. Sein Lächeln steckte an und er wandte seinen Blick wieder den Sternen zu, die er durch das gläserne Fenster in der Decke deutlich sehen konnte. Ja, hier würde er sich mehr als wohl fühlen. So wohl, dass er schon beinahe vergessen hatte, warum er eigentlich hier war. Ihm entwich ein leises Gähnen und er schloss einen Moment die Augen.

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Conan durchfuhr ein wohliger Schauer als er einen warmen Atem an seinem Ohr spürte. Dann strich ihm eine Hand sanft eine Strähne aus dem Gesicht. "So wie du liegst, wirst du noch Rückenschmerzen bekommen.", schnurrte schließlich eine unbekannte Stimme. Dadurch schreckte er hoch, riss die Augen auf und sah sich um. Er brauchte einen Moment, bis er sich erinnerte, dass er zu dem Omiai-Kandidaten von Ran in die WG gezogen war. Erschöpft fuhr er sich übers Gesicht und drehte sich um, in die Richtung aus der die Stimme gekommen war.

„Na, wie ich sehe fühlst du dich hier schon wohl.“ Kaito grinste ihn an und blitzte ihn aus seinen strahlend blauen Augen belustigt an.

„Tut mir leid.“ Conan spürte, wie sich eine Röte auf seine Wangen legte, doch sein neuer Mitbewohner lachte nur auf.

„Dafür brauchst du dich doch nicht zu entschuldigen. Es freut mich, dass du dich hier wohl fühlst.“ Zufrieden lächelte er ihn an, bevor er sich aufrichtete. „Hast du Hunger?“

Conan stutzte und sah auf die Uhr. „Es ist schon nach Mitternacht?!“

„Ja und? Hast du schon etwas Ordentliches zu Abend gegessen?“ Der junge Detektiv dachte nach.

„Nun ja, als etwas ordentliches kann man Instant-Nudeln wohl nicht bezeichnen, oder?“ Kaito lachte auf und stieg bereits die Leiter nach unten.

„Na dann schau ich mal, was ich uns Schönes zaubern kann.“


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Öhm ja, das war das erste Kapitel und ich bin gespannt, was ihr darüber denkt.
Wenn es euch ein kleines bisschen gefallen hat, lasst mir ein Review da, gerne auch, wenn es euch nicht gefallen hat ;)

Ich muss an dieser Stelle auch sagen, dass ich zu dieser Story durch einen Manga inspiriert wurde, der ein oder andere von euch erkennt es vielleicht, von 'Missile Happy'.
Bisher habe ich nur eine grobe Idee, wohin diese Story uns führen wird, daher bin ich neugierig, was ihr dazu denkt und euch vielleicht erhofft. ;)

Liebe Grüße
1202AK
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