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Auf die Farbe, fertig, los!

von Yumestar
GeschichteAbenteuer, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Inkling OC (Own Character)
12.08.2017
01.08.2018
9
13.615
6
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Dieses Kapitel
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03.09.2017 1.097
 
Krampfhaft versuchte ich mich zu bewegen, doch das war einfacher gedacht, als getan. Was auch immer jetzt geschehen war, ich war kurz davor verrückt zu werden und auszurasten. „WTF, geht hier ab. Ich will weg! Ich will weg!“, schrie ich gedanklich, doch traute ich mich nicht meinen Mund auch in Wirklichkeit zu öffnen. Irgendwie konnte ich das auch nicht. Was war nur los mit mir? Erst war da diese grüne Pfütze, dann landete ich hier, komplett verwandelt und jetzt bin ich ein verdammter Tintentisch, der auf dem nackten Asphalt lag. Was gab ich überhaupt da für ein Bild von mir ab und was sollte ich jemals in meine Biographie schreiben? Etwa, das? Ich hätte jetzt mit dem Kopf geschüttelt, wäre dies möglich gewesen, ich durfte jetzt nicht an meine Zukunft denken. Ich wusste ja nicht einmal, ob ich jemals noch dazu kommen würde, eine Bewerbung zu schreiben. Letztendlich musste ich mich halt auf die Gegenwart konzentrieren, welche alles andere als schön war. Ich war ein verdammter Tintenfisch! „So fühlt sich also ein Tintenfisch, wenn er in die Stadt geht.“, dachte ich mir, nicht gerade froh, über diese unnötige Lebenserfahrung. Wieder einmal versuchte ich mich zu bewegen, aber wahrscheinlich war ich zu unruhig, verhedderte mich in meinen eigenen Tentakeln und klatschte mit einem Bloop und einem Aua auf den harten Bürgersteig. Ich war kurz davor vor meiner eigenen Verzweiflung zu weinen, doch leider schien es so, als wären Tintenfische nicht fähig, irgendwelche anderen Flüssigkeiten auszustoßen, die nicht schleimig und dickflüssig waren. Jedenfalls war ich gerade so richtig am Verzweifeln und fühlte mich nun ja… Wie ein Fisch am trockenen Land oder in diesem Fall wie ein Oktopus in einer Großstadt. Meh, habe ich jemals erwähnt, dass ich Großstädte hasse?“, dachte ich mir nur und hatte es soeben geschafft, mich mal vom Fleck zu bewegen. Mit bewegen meinte ich übrigens, über den Boden zu kriechen, wie ein Lachs, der verzweifelt und mit letzten Lebenswillen versucht ins Wasser zu springen. Erbärmlich. Alles was ich war, beschrieb das Wort erbärmlich. Ich wollte nur noch Hause, nach Hause und ins Meer. Der Gedanken daran, ließ mich in der Bewegung stoppen und ich wollte mich erneut einrollen. Als ich dann blinzelte, war die Welt wieder normal, na ja, so normal wie es halt in einer leuchtenden, mit Neontafeln besetzter Stadt, in der Tintenfische regieren, halt ging. Ich war wieder ein Mensch, oder zumindest, etwas das man als humanoides Wesen bezeichnen konnte. Das Gute daran war, ich verblieb zumindest nicht ein Tintenfisch. „Seltsam.“, dachte ich mir nur und blickte mich erneut um. Ich hatte mich keinen Zentimeter vom Fleck bewegt. Noch immer befand ich mich vor dem Hutladen und in dieser seltsamen Stadt. Weil mir klar wurde, dass es keinen Sinn hatte, noch ein wenig länger hier stehen zu bleiben, setzte ich mich in Bewegung. Zuerst setzte ich vorsichtig einen Fuß nach dem Anderen, denn es fühlte sich seltsam an, so leicht wie eine Fliege zu gehen. Man konnte es mit einem Lauf auf dem Mond vergleichen, zwar war ich noch nie auf dem Mond, aber die Bilder im Fernsehen sagten mehr aus als meine Vorstellung es je könnte. Eine kurze Zeit später jedoch fand ich mich auf dem Boden wieder. Es musste ja so kommen, dass ich gestolpert war und nun wieder einmal hilflos und erbärmlich den Asphalt grüßte. „Zumindest ist der sauber.“, dachte ich mir erleichtert und rappelte mich wieder auf, als ich vor mir eine etwas größere Lady erblickte. Nein, das war keine Lady, das war ein Mädchen, ungefähr in meinem Alter, schätzungsweise 15 oder 16. Sie besaß einen Seitenscheitel, von dem rechts das grün-schwarze Haare -oder was auch immer das war- hinunterfiel, die restlichen Tentakel, so wie ich es jetzt nennen wollte, fielen nach hinten und gingen ihr bis zum Becken. Im Gegensatz zu mir, trug sie schon ziemlich coole Sachen. Sie war sehr freizügig gekleidet, nur eine kleine, schwarze Jacke bedeckten ihre Brüste und sie trug graue Shorts, darunter eine enganliegende, grüne Leggings, die dieselbe Farbe besaß, wie meine Haare, ehm, Tentakel. Dazu trug sie schwarze, trendige Stiefel und fingerlose Handschuhe. Ihre orang-türkisen Augen blickten besorgt zu mir hinunter. Jetzt erst bemerkte ich auch, dass sie eine ziemlich dunkle Hautfarbe besaß, welche ihr aber sehr gut stand.
„Ist alles ok mit dir?“, fragte sie mich unsicher und musterte mich einmal von oben bis unten.
„Klar, den Asphalt durfte ich heute schon mehrmals grüßen.“, grinste ich verlegen.
Kurz darauf verfielen wir beide in Schweigen, unfähig etwas zu sagen. Was sollte es da denn auch groß zum Reden geben? Es war nur ein einfaches Hilfsangebot.
„Marina, kommst du endlich?!“, erklang eine ungeduldige, hohe und weibliche Stimme.
Fast zur selben Zeit blickten das Tintenfischmädchen und ich zu einem anderen Tintenfischmädchen. Dieses betrachtete ich auch einmal genau. Sie war ein wenig kleiner als das Mädchen neben mir und war hauptsächlich in Weiß gekleidet. Auch ihre Haut war fast weiß. Selbst ihre kurzen, schulterlangen Tentakel, mit einem Hauch von Violett, glänzten weiß und sie trug so etwas wie eine Krone auf dem Kopf. War das etwa eine Prinzessin? Jedenfalls trug sie ein kurzes, weißes Luxuskleid mit goldenen Reißverschluss, eine violette Leggins und weiße Stiefel. Ihre beigen Augen suchten ungeduldig nach dem Blick der Größeren.
„Ich komme ja schon, Perla.“, rief das Mädchen neben mir dem Anderen zu und lächelte mich noch einmal unbeholfen an, bevor sie zu ihrer Freundin rannte. „Es gibt wohl auch nette Tintenfische.“, dachte ich mir und hatte ungewollt ein Grinsen aufgesetzt, als ich meinen Weg fortsetzte. Erst dann bemerkte ich, dass die beiden jungen Tintenfischmädchen gefilmt wurden.
„Sind also doch Promis.“, dachte ich mir nur und lief prompt gegen eine Wand. Als ich mir den Kopf hielt und wartete, bis der dumpfe Schmerz aufgehört hatte, sog mich die Wand auf und ein Fahrstuhl brachte mich nach oben.
„Moment- Was passiert hier?“, dachte ich mir nur und Panik kam in mir hoch, „Ich will hier raus! Ich will hier raus.“
Im nächsten Moment, als der Fahrstuhl sich öffnete, standen vor mir einige andere Tintenmensch-, ehm, Inklinge. Im selben Moment kam ein Junge mit gelben Augen und gelben Tentakeln auf mich zu und drückte mir eine komische Wasserpistole in die Hand.
„Na, meine Süße, hast du etwa deine Waffe vergessen?“, sagte er dabei und griff nach einem Eimer, „Sei lieber gefasst, du bist in meinem Team.“
Ich nickte nur, betrachtete das komische Ding in meiner Hand und verstand die ganze Welt nicht mehr.

Yo, nächstes Kapitel. Ich werde weiter schreiben, sobald ich beim Splatfest noch einmal mein Team (Team Flug) ein paar Siege zum Finale einbringe. Man liest sich!
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