Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Auf die Farbe, fertig, los!

von Yumestar
GeschichteAbenteuer, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Inkling OC (Own Character)
12.08.2017
01.08.2018
9
13.615
6
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
03.09.2017 1.059
 
In einer sauber geputzten, glänzenden Fensterscheibe eines Schuhgeschäftes, spiegelte sich meine neue, fremde Umgebung, inklusive mir selbst. Von Neugierde gepackt und von Unwissenheit geplagt, blickte ich in den Hutladen hinein und sah letztendlich etwas, dass mich fast entsetzt aufschrien ließ. Doch meine aufkommende Panik hielt die Schreie in meiner Kehle gefangen und so kamen sie nicht aus meinem Mund heraus. Nur mit schockgeweiteten Augen und offenstehenden Mund stand ich da, Blick zur Scheibe und das Grauen in meinen panikerfüllten Augen sehend. In jenem Moment wollte ich rennen, würde ich nicht dieses Puddinggefühl in meinen beiden Beinen spüren. Gezwungenermaßen musste ich also hier stehen bleiben, an genau diesem Punkt, was sicher höchst bescheuert ausschaute. Ein desorientiertes Mädchen mit ihrer Nase, die sie sich an einer Fensterscheibe eines Hutladens platt drückte. Ich wusste, dass ich sicher gleich Gelächter hören würde – Ich war ja so fehl am Platz. Genau in diesem Moment jedoch rückte ich diese Gedanken in den Hintergrund, denn es gab wichtigeres, viel wichtigeres. In dem vor Sauberkeit blitzenden Glas, spiegelte ich mich selbst wieder. Zuerst fielen mir die grasgrünen Haare auf, die mich zum Schreien bringen wollten. Nach einem zweiten Hinblicken fiel mir auf, dass es keine Haare, sondern eine schleimige, seltsame Substanz war. Mit zittrigen, erwartungsvollen Fingern berührte ich meine Haare, korrigiere, komischer, grüner Haarersatz und schreckte nach der Berührung zurück. „Mensch, ist das schleimig und glibberig.“, in Gedanken schauderte ich einmal und schüttelte meinen Kopf, um diese ekligen Vorstellungen aus meinem Kopf zu bannen. Dabei platschten mir diese komischen Glibber-Dinger inmitten meines Gesichtes. Die Kühle, die daraufhin folgte, machte mir unentwegt klar, dass es kein Traum war. Das war die harte, eiserne und ich füge hinzu, schleimige Realität, auch wenn ich es selbst nicht verstand. Wie war das möglich? Kurz darauf musterte ich mich noch einmal von oben bis unten – vielleicht war es nur eine Illusion, vielleicht war ich ja auf den Kopf gefallen und bildete mir das alles ein. Noch immer war ich ein Mädchen, -was ich auch bitte hoffen durfte- und abgesehen von meinen Haaren, schien alles völlig normal. Mit Ausnahme, dass meine ozeanblauen Augen nun von einer schwarzen Maske umkleidet waren. Moment- War ich jetzt auch noch ein Superheld?! Was zum Teufel wurde hier mit mir gespielt? „Ich werde hier ganz sicher nicht die Heldin spielen!“, protestierte sie in Gedanken dagegen. Was mir noch auffiel, waren meine spitzen Ohren und das weiße Stirnband, welches ich vorher ganz sicher nicht getragen hatte. Dazu trug ich ein gelbes T-Shirt, welches mir nicht gerade schlecht stand und der graue Rock gefiel mir auch. Zum Schluss bemerkte ich meine Schuhe, die beige gefärbt waren mit weißen Schnürsenkeln. All das hatte ich vorher nicht getragen. Woher hatte ich diese komischen Klamotten? Doch konnte ich mir darum keine Sorgen machen, denn plötzlich erklang eine Stimme von hinten.
„Na, was schaust du denn so, kleiner Inkling?“, sprach die Stimme hinter mir und ich drehte mich auf den Absatz um, nur um eine komische, junge Dame mit orangen Haaren und Riesenhut zu erblicken, die Ähnlichkeit mit einem schwarzen Raben aufwies. Mit einer hohen, weiblichen Stimme sprach sie weiter: „Leider bist du noch zu uncool für diese Sachen, Kindchen.“
Ich sah sie an, halb wütend, halb verwirrt. Trotz meiner Angst vor ihr, erhob ich meine Stimme: „Erstmal, hören Sie, ich habe keine Ahnung, was Sie da sagen, aber ich bin kein Inkling, ich bin ein Mensch und ich bin cool!“
Diese Frau fiel in Gelächter, dass dem, eines kichernden Schulmädchens ähnelte, „Ach, komm, sei nicht albern, meine Süße. Ich erkenne doch einen Inkling, wenn er vor mir steht.“
Verwirrt blickte ich sie an: „Sagen Sie, was ist überhaupt ein Inkling?!“
Die Oranghaarige schien sich an meiner Aussage zu amüsieren und kicherte: „Du bist mir ja wirklich eine. Bist wohl noch ganz grün hinter den Ohren, na?“
Unsicher blickte ich sie an… Musste sie ausgerechnet mit meiner Haarfarbe scherzen? Ich verstand nichts – Ich wollte hier weg.
„Mal ganz ehrlich, du willst doch nur einen Hut, oder?“, hörte sie so langsam mit dem Lachen auf.
Ich schüttelte nur langsam den Kopf und antwortete: „Ich will nach Hause.“
Noch einmal lachte sie auf, was ich nicht sehr witzig fand. Irgendwie… hatte ich nämlich Heimweh. Nicht etwa nach Köln, sondern nach dem Meer.
„Zuhause? Ach, du bist doch Zuhause! Du bist in Inkopolis!“, erklärte sie, „Meine Name ist übrigens Seecilia und wie heißt du, Schätzchen?“
Zögerlich nannte ich ihr meinen Namen: „Okta. Ich heiße Okta.“
Schon wieder lachte sie auf und ich verstand nicht, was an diesem Namen so witzig war. Er war ungewöhnlich, ich weiß, aber musste sie gleich alle Höflichkeit zurückschrauben und darüber ein Lachen verlieren?
„Und mit diesem Namen willst du ein Mensch sein? Dass ich nicht lache. Du kannst uns nicht austricksen.“, grinste sie.
„Das will ich doch auch nicht. Ich bin ein Mensch!“, versuchte ich mich zu behaupten und sie sah mich ernst und warnend an.
„Du hast genug Scherze darüber gemacht. Menschen sind widerliche, tintenlose und schleimlose Bestien, die unsere Meere verseuchen mit ihren Schiffen.“, sprach sie verätzend aus.
Kurz musste ich schlucken, das war hart zu hören, aber etwas ließ meine Augen auffunkeln, „Hast du Meere gesagt?“, fragte ich fasziniert.
Sie nickte, „Ja, du siehst, du bist ein Inkling und wir lieben es zu schwimmen, natürlich in unserem Tintenmeer.“, erklärte sie und verschwand dann in ihrem Geschäft. Am liebsten wäre ich ihr gefolgt, ich hatte noch so viele Fragen, aber ich traute mich nicht hinein. Vielleicht war ich ja wirklich uncool, wahrscheinlich deswegen, weil ich ein Mensch war. Jedoch schien niemand es zu wissen, was vielleicht mein Vorteil war. In Gedanken wunderte ich mich jedoch, was sie wohl mit Menschen hier machten und wo genau sich das Meer befand. Warum klärte mich niemand auf? Leicht verzweifelt setzte ich mich auf den Boden und wollte mich einrollen, da passierte es. Ohne Vorwarnung, wurde die Welt plötzlich ganz groß und ich? Ich lag plötzlich ohne Gewicht auf den Boden und fühlte mich von allen Seiten schleimig und glibberig, wie von Schleim umhüllt. Im nächsten Moment registrierte ich, dass ich ein Tintenfisch geworden war.

Yeah, es kommt noch einmal ein Kapitel anlässig des Splatfestes und weil diese Geschichte vier gute Bewertungen hat. Dafür ein großes Danke! Dadurch bekomme ich nämlich die Motivation weiter zu schreiben und das wollt ihr doch alle! Reviews sind sehr gerne gesehen, man liest sich!
-Yumestar
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast