Auf die Farbe, fertig, los!

von Yumestar
GeschichteAbenteuer, Schmerz/Trost / P12
Inkling OC (Own Character)
12.08.2017
01.08.2018
9
13.615
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12.08.2017 1.025
 
Auf die Tinte, fertig, los!


Von Yumestar


Tinte…
Hier stand ich nun und das Einzige, was ich zu meinen Füßen unten auf dem schmutzigen, von Unkraut überwucherten Straßenboden fand, war Tinte. Eine Pfütze grasgrüner Tinte. Zumindest darf ich hoffen, dass das Tinte ist, fügte ich noch still im Gedanken hinzu und starrte weiter auf die glibbrige, schleimig-aussehende Masse, in die ich beinahe reingetreten wäre. Meine aufkommende Vorstellung, wie eklig es gewesen wäre, so etwas am Schuh kleben zu haben, verdrängte ich absichtlich und wollte weiterlaufen, doch meine Neugierde ließ meine Beine nicht arbeiten. Also stand ich nun hier, inmitten von Köln, einer Stadt, wo es eigentlich weitaus mehr als nur Tintenkleckse geben sollte. Als ich dann meinen Blick gen Himmel richtete, erhob sich ein riesiges Gebäude vor mir, von welchem ich das Gefühl hatte, es würde mich auslachen für meine Entdeckung. Ach, lass mich doch, dummes Gebäude, wollte ich dem Dom sagen, aber auch ich hatte verstanden, dass es Zeitverschwendung war mit leblosen Bauwerken zu kommunizieren. Also wendete ich meinen genervten Blick wieder zu der Pfütze, wo sich die strahlende Sonne spiegelte. Daneben stand ein Baum. Oh, wie interessant, dachte ich mir nur und stempelte die Aussagen meiner Verwandten – Köln sei doch so schön und aufregend – als Gelogen ab. Eigentlich wollte ich doch bloß wieder nach Hause – zurück an die Ostsee, wo ich jeden Tag ins Meer Schwimmen gehen konnte. Jetzt schon vermisste ich den heißen Sand zwischen den Zehen, die salzige Meeresluft und die vielen Möwen, die über das kühle Wasser kreisten. Wenigstens gibt es ein Schwimmbad, versuchte ich mich selbst zu beruhigen, als ich ungeduldiger wurde, kann nicht wenigstens etwas spannendes passieren?, fragte ich mich selbst, während ich leicht verzweifelt zum Himmel blickte, kann ich nicht wieder zurück zum Meer? Doch ich zweifelte, dass mich dort oben jemand gehört hatte und so schaute ich entmutigt wieder runter, mein missmutiger Blick auf der Pfütze landend. Mit Gedanken versuchte ich mich abzulenken: Was ist das überhaupt für ein komisches Zeug? und ich bückte mich, um es genauer zu betrachten. Die Farbe schimmerte klar und fest. Sie war nicht durchsichtig und es strahlte so kraftvoll, dass es sich nicht in das Bild der Großstadt einfügen konnte. Genau wie ich, fügte ich still hinzu. „Na, kleine Pfütze? Du passt hier wohl auch nicht hin.“, flüsterte ich mit einem minimalen Lächeln, als ich meine Finger in die seltsame Flüssigkeit tauchte. Sofort spürte ich etwas schleimiges, unangenehmes und kaltes an meiner Haut und plötzlich geschah etwas Seltsames. Völlig unerwartet durchzog mich ein stechender Schmerz, sodass ich aufschreien wollte, aber meine Kehle sich wie zugeschnürt anfühlte. Mein Körper war gelähmt, als hätte mich ein gewaltiger Blitz getroffen und ich fiel mit meinem gesamten Gewicht zu Boden, fühlte mich dabei federleicht. In diesem Moment spürte ich, wie sich etwas Schleimiges über meinen Oberkörper legte und mir gleichzeitig einen eiskalten Schauer verpasste. Ich versuchte mich zu wehren, doch es war zu stark. Langsam stieg dann auch Panik in mir auf, als etwas Grünes, dickflüssiges sich über meinen Mund legte und mir den Atem nahm. Schließlich bekam ich keine Luft mehr und wurde ohnmächtig.

Okta…

Jemand rief meinen Namen. Mama? Papa?, ich schaute mich hektisch um, doch bemerkte dann, dass alles um mich herum in tiefer Dunkelheit lag. Dann wollte ich mich bewegen, doch mein Körper gehorchte mir nicht. Meine Arme und meine Beine fühlten sich taub an und mein Oberkörper war gar versteinert. Nur meinen Kopf konnte ich noch bewegen, was mir aber auch nicht viel brachte. Was ist geschehen? Wo bin ich? Bin ich tot?, begann ich mich zu fragen und war den Tränen nahe. Wie konnte mir das nur passieren?, fragte ich wimmernd und meine Lippe begann zu zittern. Ich musste schlucken, muss ich wirklich so sterben? Allein, gelähmt, vergessen? Das hatte ich doch nie gewollt. Nun wurde meine Sehnsucht nach einem geborgenen Zuhause größer denn je. Der Wunsch nach Hause zu können war größer als mein Wille zu Leben. Unkontrolliert begannen feuchte Tränen meinen Wangen runterzukullern. Sie waren feucht, nass und rochen salzig wie das Meer. Während ich weinte, bildete sich ein kleines Lächeln auf meinem Gesicht. Zumindest kann ich noch einmal das Meer riechen. Zumindest für ein letztes Mal.

Als ich meine Augen öffnete und müde anfing zu Blinzeln, erhellte sich alles um mich herum. Ich musste meine Hände vor meinen Augen halten, um mich vor den starken Sonnenstrahlen zu schützen. Als ich mich dann an das Licht gewöhnt hatte, nahm ich die Hände runter, um die Sonne zu begrüßen. Doch… Statt wunderschöner, leuchtende Sonne befand sich am Himmel ein riesiger Fernsehbildschirm. Oke, vielleicht nicht am Himmel selbst, sondern an einem großen Gebäude festverankert. Jedoch reichte das schon, um mich in Staunen zu versetzen. Köln sah aber anders aus, dachte ich mir und betrachtete mit offenen Mund die vielen Plakate, die wie ein Turm bis in den Himmel empor ragten und die Sonne in Schatten warfen. Neugierig versuchte ich die Plakate zu lesen, aber die Buchstaben kamen mir wie die seltsamen japanischen Schriftzeichen vor.  Wie heißen die noch gleich? Ach, ja, Kanshiis, fiel mir wieder ein. Mein Blick wanderte nach links, wo ich nicht schlecht staunte, als ich eine riesige, goldene Schildkröte auf einem Dach erkannte. Natürlich war sie nicht echt, sondern aus… Ich hatte keine Ahnung. Auf der rechten Seite konnte ich nur einen riesigen Papierflieger mit Tintenfischmotiv erkennen. Ich schauderte, als ich an das glibbrige Zeug denken musste. Apropos, was ist eigentlich aus der Pfütze geworden?, fragte ich mich und bemerkte erst jetzt, dass ich mich wieder vollständig bewegen konnte. War das vielleicht alles nur ein Traum? Oder war das hier etwa der Himmel?, wunderte ich mich und richtete mich auf. Mein Körper fühlte sich ungewöhnlich leicht an. Ich war zwar schlank und dünn, aber dennoch fühlte es sich seltsam an, so als hätte ich plötzlich mein ganzes Gewicht verloren. Doch dann erfuhr ich noch von einer anderen Veränderung…

Hey, ich bin’s Yumestar! Endlich aus dem Urlaub zurück mit Splatoon 2. (Wenn ihr Glück habt, trefft ihr mich mal online in einem Splatoon-Kampf!) Jedenfalls hoffe ich, dass euch der Anfang gefällt, ich werde so schnell wie möglich weiterschreiben! Bleibt dran!
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