Hope is a weapon

DrabbleDrama / P16
Farrier
11.08.2017
11.08.2017
1
823
7
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
11.08.2017 823
 
Disclaimer: Ich kenne keinen der vorkommenden Prominenten persönlich, habe keinerlei Rechte an ihnen oder an sonst irgendwas, das mit ihnen zusammenhängt, und selbstverständlich verdiene ich mit dieser Geschichte kein Geld. Was es hier zu lesen gibt, ist Fiktion und basiert demzufolge auch nicht auf irgendwelchen realen Ereignissen.
Der Titel ist ein Zitat aus dem Film Dunkirk bzw. dem Trailer zum Film.

English Version: I do not own anyone, this is purely fictional. If you got here by googling yourself please I urge you go back now!

A/N: Dies ist die erste Kurzgeschichte einer kleinen Reihe unzusammenhängender, unterschiedlich langer Kurzgeschichten/Oneshots/Drabbles zu Christopher Nolans Film Dunkirk.
Ursprünglich bin ich nicht davon ausgegangen, dass der Film mich im Nachgang mit Plotbunnys heimsuchen würde. Offensichtlich ist es anders gekommen, ganz anders und mir bleibt eigentlich nur noch zu beteuern, dass die Plotbunnys in diesem Fall wirklich ganz, ganz heimtückische Biester sind.


Beitrag zum Projekt Die 4 Elemente

Ihr wisst ja, Reviews und Sternchen sind das Brot des Fanfictionautors – lasst mich bitte nicht hungern!






Hope is a weapon



Wasser


Unter ihm kam die Spitfire auf dem Wasser auf, der Funkkontakt riss ab. Farrier atmete durch. Wenigstens war sie nicht zerschellt. Er drehte ab in dem Wissen, nun auf sich allein gestellt zu sein. Collins hatte wassern müssen und was mit Fortis Leader geschehen war…

Der Blick auf die Kreidenotizen im Cockpit war ernüchternd, doch noch nicht besorgniserregend. Es würde schon gehen. Es hatte nur die Anzeige erwischt, nicht die Tanks, doch selbst wenn… Die See war ruhig, Collins konnte notwassern, also würde er das genauso können – sofern er überhaupt musste.

Farrier richtete den Blick auf den Horizont, wo Dunkirk unter Rauch und Feindbeschuss lag. Dorthin, wo ihre Truppen um ihr Überleben kämpften, schutzlos und eingekesselt.

Er würde sie nicht im Stich lassen.


Luft


Der Rolls-Royce-Merlin-Motor geriet ins Stottern. Das war es also…

Farrier zögerte. Noch konnte er umkehren, mit dem Reservetank würde er es schaffen, doch das war gleichbedeutend damit, seine Landsleute im Stich zu lassen – das war inakzeptabel. Er war bis hier gekommen, bis nach Dunkirk. Collins und der Fortis Leader hatten es nicht geschafft. Aber er war hier und…

Unter sich sah er noch, wie die abgeschossene Messerschmitt mit ihrer gelben Nase* auf der Wasseroberfläche aufschlug und zerschellte; und rundherum auf den Wellen die kleinen Boote, Kutter, Freizeityachten, die zerstörten Schiffe der Royal Navy und all die Menschen, Soldaten und Zivilisten. Sie alle riskierten ihr Leben für die Heimat. Sie waren hier, um einander zu retten und sie waren der Luftwaffe vollkommen schutzlos ausgeliefert, wenn er nicht…

Das Stottern verstummte, machte Platz für das vertraute Dröhnen des Motors, als er auf den Reservetank umschaltete.

Er ließ die Spitfire beschleunigen und steigen, warf einen letzten flüchtigen Blick auf die kaputte Anzeige, sah sich um und eine weitere Messerschmitt im Spiegel hinter sich. Sie musste er zuerst loswerden und dann weiter, weiter nach Dunkirk.

Und er würde nicht umkehren oder aufgeben. Nicht, solange ihm noch neunzig Gallonen aus dem Reservetank zur Verfügung standen.


Erde


Unter ihm erstreckte sich der Strand des europäischen Festlands, ein meerfeuchtes Band aus Sand und Muschelsplittern mit der Nordsee zu seiner Linken und dem blanken Deich zu seiner Rechten. Und irgendwo dort lauerte getarnt der Feind…
Als Landebahn war es nicht ideal, doch für die Supermarine Spitfire würde es keine Landebahn mehr geben und auch keine Rückkehr in die Heimat.

Ihr Reservetank war leer.

Es war vorbei.

In seinem Rücken versank Dunkirks Hafen im großen Nichts hinter dem Horizont. Er war jenseits der deutschen Linien und… Farrier begann, das Fahrwerk der Spitfire auszufahren. Ein letztes Mal noch, dann…

Es spielte keine Rolle. Es war seine Entscheidung gewesen und er hatte sie in dem Wissen getroffen, dass er mehr riskierte als bloß das Jagdflugzeug.


Feuer


Es war eine Notwendigkeit und das einzig richtige, das er nun noch tun konnte, stellte er stumm fest, als die ersten Flammen aus dem Cockpit der Spitfire schlugen. Sie durfte nicht in Feindeshand fallen und dafür zu sorgen, das war das einzige, dass er nun noch tun konnte.

Der einzige Dienst, den er seinem Land noch erweisen konnte. Er rechnete nicht mehr damit, sich irgendwohin durchzuschlagen können, um nach Hause zurückzukehren, aber vielleicht… Er würde alles in seiner Macht stehende tun, doch die Nazis müssten schon blind und taub gleichermaßen sein, um das lichterloh brennende Jagdflugzeug in der hereinbrechenden Nacht zu übersehen.

Flucht war von vornherein zum Scheitern verurteilt, zumindest jetzt, doch er würde nicht aufgeben.

Niemals.

Erst recht nicht für den Feind.



***


* Mir ist bewusst, dass die Messerschmitt Bf 109 erst etwa einen Monat nach der Evakuierung Dunkirks ihre gelbe Nase erhielt. Darauf wurde jedoch aus Gründen der besseren Unterscheidbarkeit im Film wissentlich keine Rücksicht genommen, wie ich nachgelesen habe. Ich habe mich hier dafür entschieden, den Bezug zum Film beizubehalten und die historische Korrektheit in diesem Punkt außer Acht zu lassen.

Und zum zweiten Drabbles geht es hier entlang: Hurricane
Review schreiben