Die Kunst der Verführung

OneshotRomanze / P12
10.08.2017
10.08.2017
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Die Vorgaben:

Fandom 2: The Royals
Charaktere 2: Eleanor, Jasper, Liam
Pairing 2: ja/nein, welches? Eleanor x Jasper
Inspiration: Sonne, Schokolade, Brief

Hallo und Herzlich Willkommen zu meinem ersten und vermutlich einzigen Oneshot zu 'The Royals'. Dies ist mein Wichtelbeitrag für das Alternative Universen Wichteln (https://forum.fanfiktion.de/t/46012/1) und ist mein Wichtelgeschenk für Mrs. DiLaurentis. Ich hoffe wirklich es gefällt dir und du bist nicht allzu enttäuscht, dass es nur dein Zweitwunsch wurde. Mein Au war im übrigen der Western.

Viel Spaß beim Lesen
wünscht Brina.


Die Kunst der Verführung


„I think about you at midnight. And also always.“


Eleanor beugte sich tiefer über den Hals ihres Schecken, trieb ihn fester an und lachte gelöst, selbst die brennende Sonne konnte ihrer guten Laune keinen Abbruch tun, schließlich hatte sie es geschafft sich unter den wachsamen Augen des Sheriffs, ihrem Vater, aus dem Staub zu machen und einen Ritt hinaus in die Weite des Westens zu wagen. Ihr Kleid mit dem geschnürten Mieder hatte sie kurzer Hand gegen eine Hose und ein Hemd ihres Bruders getauscht und nun spürte sie den Wind in ihrem Haar, den Hut der ihr langes Haar versteckt hatte, hatte sie schon lange verloren. Sie genoss einfach nur die Freiheit der Prärie, die Freiheit das niemand ein Auge auf sie warf und die Männer sie nicht mehr anmachten, aus Angst vor ihrem Vater. Niemand traute sich an die Tochter des Sheriffs heran, wirklich eine Schande.
Die Tochter des Sheriffs zu sein war eindeutig eine Bürde, die sie nicht tragen wollte. Nicht in einer solchen kleinen Siedlung, wie der ihren. Besonders dann nicht, wenn weit und breit keine andere Siedlung war zu der sie fliehen konnte. So blieben Eleanor eben nur die kleinen kostbaren Momente, wenn sie sich mit ihrem Pferd davon stehlen konnte und einfach die Hitze genoss und die Freiheit zu tun und zu lassen was sie wollte. Zumindest für einen winzigen Moment. Der raue Wind fegte über sie hinweg und weiteres Hufgetrappel trug sich an ihr Ohr, sodass die junge Frau ihr Pferd anhielt und es wendete. In der Ferne zeichnete sich die Silhouette eines mächtigen Rappens ab mitsamt einem Reiter auf seinem Rücken.
Es dauerte nur eine Sekunde bis die Frau den Reiter erkannte und ein Grinsen zog sich über ihr Gesicht, ehe sie ihrem Pferd ein Lauf ins Ohr flüsterte und auf den Reiter zu raste. „Bist du hier um mich einzufangen?“ rief sie ihm im vorbei reiten zu und lachte ob seiner grimmigen Miene. Jasper nahm seine Aufgabe viel zu ernst, denn ihr Vater hatte seinen Hilfssheriff dazu verdonnert auf seine außer Kontrolle geratene Tochter aufzupassen und er tat dies mit eifriger Entschlossenheit. Sie lehnte sich weiter über den Hals ihres Pferdes und ließ es schneller galoppieren, aber da erklang ein Pfiff und bevor Eleanor die Chance hatte auszuweichen, hatte sich ein Lasso um den Hals ihrer Stute geschlungen und sie beide hielten an.
„Ernsthaft?“ Sie starrte Jasper aufgebracht an, aber eben jener ließ sich gar nicht dazu herab ihr eine Antwort zu geben, sondern ritt mit stoischem Gesichtsausdruck an ihr vorbei. Frustriert seufzte Eleanor auf und gab sich dann doch geschlagen. Er hatte gewonnen, mal wieder. „Euer Vater sucht euch bereits. Ihr solltet euch auf eine Strafe einstellen Lady Eleanor“ Er warf ihr einen raschen Seitenblick zu und sie schüttelte den Kopf, ehe sie sich auf dem Rücken ihre Pferdes stellte und die Arme ausbreitete. Jasper beobachtete sie aus den Augenwinkeln, sein ganzer Körper hatte sich angespannt, sodass er die junge Frau im Notfall sofort würde auffangen können.
Statt dessen jedoch sprang Eleanor ab und landete eher unsanft auf dem Rücken von Jaspers Pferd, ehe sie das Gleichgewicht verlor und dem Cowboy in die Arme fiel. Reflexartig hatte er sie eng an sich gedrückt und für einen Moment stockte der Schwarzhaarigen der Atem, doch Jasper warf ihr nur einen tadelnden Blick zu. „So sollte sich eine Sheriffstochter wirklich nicht benehmen, obwohl wir froh sein können, dass du nicht nach deinem Bruder schlägst“ Nun musste Eleanor doch lachen, denn wenn sie schon außer Kontrolle war, dann war Liam nicht mehr zu bändigen. Ihr Bruder trieb sich jede Nacht mit einer anderen herum und entehrte so eine Menge junger Damen, doch eben jene waren selbst Schuld, dass sie auf den Sohn des Sheriffs hinein fielen.
„Oh Cowboy“ Sie presste ihre Nase in die Halsbeuge von Jasper und schmiegte sich mit katzenhafter Ähnlichkeit an den Hilfssheriff heran, welcher sich unter ihrem Griff für eine Sekunde verspannte, ehe er sie an sich drückte und sein Pferd jedoch nicht anhielt. Er schien genau zu wissen was sie wollte und war nicht gewillt es ihr zu geben, so langsam wurde Eleanor wirklich ungeduldig. Egal wie sehr sie ihn umwarb, auch wenn man es in diesem Fall eher ein Spiel nennen konnte, doch Jasper ging jedes Mal als Sieger hervor. Er gewann es immer. Schaffte es sie aus der Fassung zu bringen, nur in dem er nahe an sie heran trat oder ihr eine Strähne ihres langen Haares aus dem Gesicht strich und Eleanor fast schon erwartete das er endlich ihren Avancen erliegt und am Ende ließ er sie dann doch nur stehen. Wie konnte er nur die Oberhand behalten?
„So macht das keinen Spaß“ Sie schüttelte ihren Kopf und versuchte sich dann doch aus dem Griff von Jasper zu befreien, aber eben jener belächelte ihre Versuche nur und für einen Moment war Eleanor gefangen in seinem kleinen, amüsierten Lächeln, eines welches man viel zu selten sehen konnte. Nach Schokolade war dieses Lächeln ihre liebste Belohnung, auch wenn sie Jasper diesen Gedanken sicher nicht auf die Nase binden sollte. „Du kannst froh sein das dein Vater noch nichts von deinem Verschwinden mitbekommen hat“ Sein Gesichtsausdruck wurde wieder stoisch und er starrte gerade aus, in der Ferne zeichnete sich bereits die Siedlung ab und Eleanor seufzte geschlagen. „Oh du edler Held. Willst du jetzt einen Kuss von der Dame, welche du vor Unannehmlichkeiten beschützt?“ Natürlich schwang Sarkasmus in ihrer Stimme mit, bedeckte jedes einzelne Wort und doch kribbelte ihr Körper bei dem Gedanken daran Jasper irgendwann einmal zu küssen, denn er würde ihr ja wohl kaum ewig widerstehen können.

Den Rest des Rittes verbrachten sie erstaunlich schweigend, obwohl Eleanor noch das ein oder andere Mal versucht hatte ihrem 'Retter' ein Wörtchen zu entlocken, doch Jasper hatte für heute wohl genug Konversation und so hatte sie sich irgendwann geschlagen gegeben und schmollte nun. Sie war eine wirklich schöne Frau und jeder Mann sollte doch froh um ihre Avancen sein, aber nicht Jasper. Es war als schien er oftmals durch sie hindurch zu sehen, was Eleanor allerdings nicht wusste, war das sie so ziemlich alles ist was Jasper sieht. Er weiß nur, dass wenn er ihr nachgibt, sie sofort das Interesse verlieren würde. Und noch dazu liebte er seinen Posten als Hilfssheriff.
Sobald sie die Siedlung erreichten zügelte Jasper seinen Rappen und schwang sich vom Pferd, ehe er ganz galant Eleanor von eben jenem herunter hob. Und diese sog die letzten Sekunden Körperkontakt mit dem Cowboy vollkommen in sich auf, ehe sie ihm frech seinen Hut stibitzte und sich zum Gehen wandte. Schließlich wollte sie den Hut behalten. Sie warf natürlich noch einen Blick über die Schulter um nachzusehen ob er ihr hinterher sah und wurde nicht enttäuscht. Um seine Mundwinkel zuckte es, als sie ihm eine Kusshand zuwarf und dies verbuchte die Sheriffstochter als großen Erfolg.
„Was trägst du da, Kind?“ Ihr Vater zerstörte den Augenblick und Eleanor wandte sich mit Unschuldsmiene dem Sheriff der Siedlung zu. Sie schob ihre Lippen nach vorne und versuchte sich an ihrem besten Engelsgesicht. „Jasper hat mich zu einem Ausritt begleitet Vater. Es war viel einfacher unerkannt zu bleiben, wenn ich Männerklamotten trage“, flunkerte sie mit Leichtigkeit und lächelte strahlend. Zu ihrem Glück hielt Jasper auch noch ihr Pferd am Zügel. Der strenge Blick ihres Vaters wurde für einen Moment weicher, ehe Liam der Szenerie beitrat und definitiv nicht so aussah, als hätte er zu Hause geschlafen. Eleanor nutzte den Moment in dem der Sheriff mit ihrem geliebten Bruder abgelenkt war und huschte schnell in das Haus, welches ebenfalls die Sheriffstation beherbergte. Vorbei an den Zellen und hinauf die Treppen, ehe sie sich in ihre eigenen Räumlichkeiten zurück zog und mit leisem Bedauern die Männerklamotten ablegte und in eines ihrer aufwändigen Kleider stieg. Sie steckte ihr langes Haar hoch, auch wenn es ihr kein bisschen passte und hielt für eine Sekunde den Hut in der Hand, ehe sie ihn an das andere Ende des Raumes schleuderte. Er war sowieso hässlich.

Eleanor vergnügte sich damit auf ihrer harten Matratze zu liegen, welche wenigstens einigermaßen sauber war und starrte an die Decke. Sie malte sich all die Orte aus, die sie eines Tages zu Pferd einmal bereisen wollte, wohl wissend das ihr Vater sie niemals würde ziehen lassen. Besonders nicht unverheiratet und alle Anwärter, die sie hatte sagten ihr nicht zu. Ihre Gedanken kreisten lediglich um Jasper und eben jener sah sie einfach nicht als Heiratsmaterial, vielleicht war sie ihm einfach zu ungezähmt. Eleanor wusste bei bestem Willen nicht, wie er ihr widerstehen konnte. Sie war alles was man sich nur erträumen konnte.
Ein Klopfen an ihrer Tür riss sie aus den eigenen Gedanken und schnell erhob die junge Frau sich, ehe sie ihre Kleidung zu Recht strich und ihren Gast mit einem einfachen Herein in ihr Zimmer einlud. Jasper öffnete die Tür und blieb artig an der Türschwelle stehen, seine Hand hatte einen Zettel umklammert und Eleanor leuchtete auf. „Ein Brief von eurem Bruder Lady Eleanor“, wie immer wenn Eleanor's Mutter zu Hause war achtete Jasper auf jegliche Arten der Höflichkeit und es verpasste der Dunkelhaarigen jedes Mal einen Stich. Dennoch stürzte sie nun vorwärts und nahm das Telegramm ihres Bruders an sich. Nur selten hatte Robert die Chance uns zu schreiben und wenn er es tat, freute sie sich jedes Mal. Vielleicht würde er ja diesmal nach Hause kommen.
Jasper musste anhand des Gesichtsausdruckes der jungen Frau gesehen haben, dass das Telegramm nicht die erwünschten Neuigkeiten mit sich brachte und so entschied er sich kurzer Hand, dass es Zeit wäre Eleanor ein kleines bisschen aufzumuntern.
„Hättet ihr Interesse an ein paar Schießübungen?“ Leise und rau rollten eben jene Worte über seine Lippen, denn eigentlich sollte er ihr nicht das Schießen beibringen, aber Jasper lag die Sicherheit der jungen Frau sehr am Herzen und gerade als Tochter des Sheriffs sollte man sich unbedingt zu verteidigen wissen. Außerdem war es ihm lieber sie hantierte mit einem Revolver in seinem Beisein, bevor sie sich noch selbst erschoss. „Gerne“ Sofort hellten sich ihre traurigen Züge wieder auf und sie nahm den dargebotenen Arm gerne an. Der Hilfssheriff wusste eben einfach immer, wie er Eleanor aufmuntern konnte, dafür war er nun ja auch schon eine ganze Weile an ihrer Seite und nach anfänglichen Schwierigkeiten hatten sie sich sehr gut zusammen getan. Man konnte fast sagen, dass die beiden sich hervorragend ergänzten.

„Beine etwas weiter auseinander, denk an den Rückstoß“ Jasper musste wirklich an sich halten um Eleanor nicht zu korrigieren und seine Hände um ihre zarte Taille zu schließen. Vor allem, weil er sich ziemlich sicher war das die Frau es nur tat um ihn zu provozieren. Um endlich zu bekommen was sie will und die Versuchung war groß, aber er würde ihr nicht nach geben. Schon gar nicht, wenn sie es mit voller Absicht tat. „Schieß“, kommandierte er also nur und verschränkte die muskulösen Arme vor seiner Brust. Sein kritischer Blick entdeckte jeden noch so kleinen Fehler an Eleanor's Haltung, aber er schwieg, während sie den Abzug drückte und sich ein Schuss mit einem lauten Knall löste. Auf Grund der falschen Haltung warf es Eleanor deswegen ein paar Schritte nach hinten und nun griff Jasper doch zu, damit er sie stabilisieren konnte.
„Verfehlt“, kommentierte er das Ganze nur trocken und schob Eleanor nun doch in die richtige Position, während eben jene die Waffe erneut auf die aufgereihten Flaschen richtete. „Du musst es mir zeigen“, erklärte sie und Jasper entging der Schalk in ihren Augen, schließlich bekam sie in eben jenem Moment genau das was sie wollte, als der Hilfssheriff zupackte und ihren Körper drehte und wendete, damit er genau so da stand, wie er sollte. Eleanor sog jeden Augenblick davon in sich auf und verpasste prompt sein Kommando es erneut auszuprobieren. „Lady Eleanor?“ Und schon hörte sie wieder die verhasste Unpersönliche Ansprache, weswegen sie rein aus Protest einfach nicht reagierte, sondern ihr Kinn höher streckte.
„Leni“, seufzte er und sofort hellte sich ihr Gesicht auf. Es war immer wieder ein Unterschied ob einer ihrer Brüder diesen Spitznamen benutzte oder Jasper, denn wenn er es sagte, dann sprach er ihren Namen mit so viel Samt in der Stimme aus, dass es der jungen Frau direkt in die Seele ging. An schlimmen Tagen war dieser Name auf seinen Lippen alles woran sie sich klammerte. Heute jedoch war ein guter Tag und so ging Eleanor seiner Bitte nach und drückte erneut den Abzug des Revolvers. Den Rückstoß balancierte sie diesmal aus und ein Klirren und Splittern verkündete frohen Mutes, dass sie eine Flasche tatsächlich getroffen hatte. Vor Freude ließ sie die Waffe fallen, drehte sich zu Jasper um und sprang ihm in die Arme. „Ich hab es geschafft“, lachte sie und drückte ihm enthusiastisch einen Kuss auf seine Wange. Für einen Moment vergaß Eleanor alle Regeln und Sitten, denn wenn sie mit Jasper zusammen war, dann waren sie ihr sowieso noch gleichgültiger als ohne hin schon. „Zufall“, dämpfte er ihre Euphorie und schob sie aus seinen Armen. Eleanor schmollte, denn eigentlich hatte sie sich ein Wort des Lobes erhofft, doch wie immer, wenn sie ihm zu Nahe kam blockte er ab.
„Ich gebe zu es war sehr gut für deinen fünften Versuch“, ruderte Jasper dann doch zurück und um seine Mundwinkeln zuckte es, als Eleanor sich erneut mit katzenhafter Eleganz an ihn heran schmiegte. „Du kannst ruhig sagen, dass ich ein Naturtalent bin“, gurrte sie und sah zwischen halb geschlossenen Lidern zu ihm hinauf. Jasper wusste das dies der Moment war in dem er ihr erneut klar machen sollte, dass er der Hilfssheriff war und ihr Vater so etwas wie ein Freund für ihn. Und das die junge Frau keinesfalls gut genug für sie war, aber er sehnte sich nach ihren Berührungen und obwohl er sich keine schwachen Momente leisten konnte, so hatte er in diesem Moment einen. Und was für einen. Sein Blick registrierte jede einzelne Wimper von Eleanor, ihr zusammen gebundenes Haar und ihre schönen Lippen. Eben welche, die sich nun zu einem bezaubernden Lächeln verzogen und wie gerne würde er eben jene küssen.
Und plötzlich schien es als gäbe es bei beiden keine Grenzen mehr, während Jasper sich Eleanor entgegen beugte, reckte sie sich in seinen Armen zu ihm nach oben und obwohl er es besser wissen musste, verschloss er ihre Lippen mit einem hungrigen Kuss. Es war keinesfalls ein sanfter Kuss, dieser hier war gezeichnet von Emotionen, eben welche Jasper so lange in sich eingeschlossen hatte und Eleanor seufzte in den Kuss hinein, wohl wissend das eben jener sie nur hungernd nach mehr zurück lassen würde, aber vorerst würde sie Jasper davon überzeugen müssen um sie zu werben. Ihr Vater würde nichts anderes akzeptieren und sie wusste auch, dass der Mann ihres Herzens immer den korrekten Weg gehen wollte.
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