A perfect imperfect match

GeschichteDrama, Romanze / P18
Catherine de' Medici Charles Claude of France Lord Stéphane Narcisse
09.08.2017
18.10.2018
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Disclaimer: Leider gehört „Reign“ nicht mir, denn sonst hätte Catherine schon längst ein nettes kleines Spinoff – die Verletzungen irgendwelcher Rechte sind nicht beabsichtigt.
Pairing: Queen Catherine/Lord Narcisse
Rating: M / P16
Timeline: Diese FF setzt nach Staffel 3 an - meine ganz eigene Interpretation, wie es danach weitergehen könnte. Ich schreibe hier bewusst die Geschichte um - aber genau dafür sind sie doch da, die Fanfics.
Bemerkung 1: auch wenn ich glaube, dass es kaum Interessenten für dieses Genre bzw. dieses Pairing im deutschsprachigen Raum gibt, gebe ich die Hoffnung dennoch nicht auf, den einen oder anderen Leser erfreuen zu können.
Bemerkung 2: Einen Betaleser habe ich zur Zeit leider nicht. Wer also irgendwelche Fehler findet, der darf sie entweder gerne behalten oder sich mir als Betaleser anbieten. :-)

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A perfect imperfect match

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Flackernder Kerzenschein tauchte den französischen Thronsaal in ein schummriges Licht. Ein kalter Lufthauch, dem auch die zahlreichen Feuer keinen Einhalt gebieten konnten, ließ die vielen Kerzenzungen wild tanzen und erzeugte drohend anmutige Schatten auf den Wänden. Zu dieser späten Stunde waren nur noch wenige Personen zugegen und gerade braute sich ein Sturm zusammen, der sich nicht unter freiem Himmel, sondern direkt zwischen den Steinmauern dieses Raumes zu entladen drohte.
„Mein Sohn, wenn du diesen unverschämten Forderungen nachgibst, lässt dich das schwach erscheinen. Und Schwäche ist etwas, das wir uns nicht erlauben können. Niemals.“
„Mutter! Es ist ganz alleine die Entscheidung des Königs, meine Entscheidung. Ich ertrage deine permanente Einmischung nicht länger. Deine ständige Fürsorge erdrückt mich!“
Der junge König spie die Worte förmlich aus und bedachte seine Mutter mit einem derart eisigen Blick, der Catherine de' Medici frösteln ließ.  Für den Bruchteil einer Sekunde schloss die Königinmutter ihre Augen und sah dann hoheitsvoll zu ihrem Sohn empor. In ihrer Mine spiegelte sich die ihr so eigene Mischung aus Trotz und Unbeirrbarkeit wider.
„Charles, es gibt nicht eine Person am Hofe, der mehr an deinem Wohlergehen und der Aufrechterhaltung der Macht der Valois liegt, als mir. Du musst…“ Bevor seine Mutter ihren Satz beenden konnte, sprang der blasse junge Mann auf, eilte die wenigen Stufen hinab, die ihn von seiner Mutter trennten und baute sich bedrohlich vor der wesentlich kleineren Catherine auf. In seinem Blick lag nicht nur Verärgerung, sondern eine offen zur Schau gestellte Empörung und Wut. Seine unnatürlich geweiteten Augen, die einen starken Kontrast zu seiner bleichen Haut darstellten, funkelten seinem Gegenüber unheilvoll entgegen. Die komplette Aufmerksamkeit der sich im Thronsaal befindlichen Personen hefteten sich auf den erbosten Knaben, der sich wenige Zentimeter vor seiner Mutter in Position gebracht hatte.
„Nein Mutter. Ich muss gar nichts. Aber du musst endlich begreifen, dass ich es bin, der jetzt regiert. Ich bin nicht Francis und ganz sicher bin ich nicht Vater, die du nach Belieben manipulieren konntest. Ich trage nicht die Macht der Valois auf meinen Schultern, ich BIN die Macht! Und du bist nicht länger Regentin. Du bist lediglich die Frau, die mir das Leben geschenkt hat und es wird Zeit, dass du begreifst, wo genau sich dein Platz befindet.“  

Mit einer stoischen Ruhe, die einen Schwächeren in die Knie zu zwingen vermochte, reckte die Königinmutter ihr Kinn in die Höhe und taxierte ihren Sohn mit mahnendem Blick.
„Du sprichst von Macht, Charles. Eine Macht, unter der du zu zerbrechen drohst. Und ich werde nicht tatenlos zusehen, wie dies geschieht.  Ja, die Bürde der Krone wurde dir viel zu früh auferlegt und mein Herz schmerzt bei dem Gedanken, welche Last auf deinen noch so schrecklich jungen Schultern ruht. Aber genau deshalb stehe ich an deiner Seite, loyal und immer nur um dein Wohl und das Wohl von Frankreich bedacht. Denn wer wäre besser geeignet, dir beizustehen, als ich es bin? Alles, was ich tue, tue ich für dich, für das Erbe der Valois. Du bist mein Sohn…“
„SEI STILL! Sei endlich still. Ich bin es leid, Mutter! Ich bin es leid, wie eine Marionette von dir vorgeführt zu werden, ich bin es leid, dass du immer alles besser weißt und ich bin dich und deine Selbstgefälligkeit verdammt noch mal leid. Deine durchtriebenen Ränkelspiele, deine ermüdenden Machtkämpfe gegen mich, gegen meinen Lordkanzler. Es wird Zeit Mutter. Zeit, dich endlich in deine Schranken zu weisen. Vater konnte es nicht und Gott weiß, wie oft er es versucht hat. Francis, mein weichherziger Bruder, konnte es ebenso wenig. Aber glaube mir, so wahr ich hier stehe, ich werde dein anmaßendes Verhalten nicht länger hinnehmen. Dieses Mal wirst du dich nicht herauswinden oder mich mit beschwichtigenden Worten um den Finger wickeln. Das nimmt nun ein Ende.“
Was nun folgte, war eine atemlose Stille. Die Worte des Königs hingen unheilverkündend in der Luft. Das Ausmaß dieser Androhung war für niemanden der Anwesenden abschätzbar.
Catherine, die sich erschüttert über die öffentlichen Maßregelung ihres Sohnes zeigte, setzte zu einer mit Sicherheit nicht minder hitzigen Erwiderung an, als sich die Hand des Lordkanzlers in einer Einhalt gebietenden Geste auf ihren Arm legte.
Stephane Narcisse, der wortlos dem Ausbruch seines jungen Königs verfolgt hatte, räusperte sich vernehmlich. Fasziniert war sein Blick während dieses hitzigen Wortgefechts zwischen dem jungen Charles und Catherine hin und her gewandert, doch nun hatte er sich dazu entschlossen einzuschreiten.
„Eure Hoheit, ich verstehe Eure Verärgerung wie kein anderer, war ich doch selbst schon das Ziel eines raffinierten Racheplans eurer Mutter, doch ich bitte Euch von einer zu harschen und unüberlegten Handlung ihr gegenüber abzusehen.“ Catherine, die bei Stephanes Worten empört in seine Richtung zischte, schüttelte seine Hand von ihrem Arm und warf ihren ehemaligen Liebhaber einen zutiefst verächtlichen Blick zu.
„Bemüht euch nicht, Lordkanzler. Ich bedarf keines Fürsprechers.“ Ihre eisigen Worte schnitten die kalte Luft und Lord Narcisse erschauderte unweigerlich.

Er war erst vor wenigen Wochen aus England zurückgekehrt, ohne Frau, dafür als Witwer mit dem kleinen John an der Hand, den er schweren Herzens der Obhut seiner Großmutter überlassen hatte. Nie würde er vergessen, wie sich das verhärmte und finstere Gesicht der Königinmutter beim Anblick des Knaben in ein strahlendes Lächeln verwandelt hatte. Eines, das auch ihre schönen, mandelbraunen Augen erreicht hatte. Einst hatte es eine Zeit gegeben, da hatte Catherine de' Medici ihn so angelächelt. Nie hatte sie schöner ausgesehen als in dieser unbeschwerten Zeit, die schon eine Ewigkeit zurückzuliegen schien. Seit dieser Begegnung herrschte eine merkwürdige, gedrückte Stimmung zwischen ihnen. Lolas Tod aber auch die Geschehnisse vor seiner Abreise hingen eines Damokles-Schwertes gleich über ihren Köpfen und verhinderten, dass sich die zuvor erlangte Vertrautheit zwischen ihnen wiedereinstellte. Stephane wusste nicht, ob dies an der Ermordung seiner jungen Ehefrau und seiner Trauer oder den zahllosen Machtspielen in der Vergangenheit lag, die mehr und mehr die Saat des Misstrauens zwischen ihnen gesetzt hatten. Die allgegenwärtige sexuelle Spannung zwischen ihnen war nach wie vor vorhanden, doch weder er, noch Catherine hatten es bisher gewagt, die Funken des Verlangens wieder zu entzünden.

„Vielleicht, vielleicht auch nicht“, erwiderte Charles kryptisch und musterte seine Mutter abschätzend. „Ich muss nachdenken.“ Eine einzige Handbewegung genügte, um die an den Türen stehenden Wachen in Bewegung zu setzen. „Wachen, geleitet meine Mutter in ihre Gemächer und positioniert einen Posten davor. Bis auf weiteres steht sie unter Arrest.“
Schwere Schritte näherten sich Catherine und die einstige Monarchin konnte ob dieser in ihren Augen lächerlichen Situation ein Augenrollen nicht unterdrücken. Sie hatte in ihrem Leben bereits viele schreckliche Dinge getan, die eine derartige Behandlung rechtfertigen würden, doch ihr Versuch, ihren Sohn vor den unverschämt anmaßenden Forderungen eines selbstgefälligen Lords zu schützen, war in ihren Augen kein Grund für eine so rüde Behandlung. Catherine bedachte den hünenhaften Wachmann an ihrer rechten Seite mit einem giftigen Blick, der ihn augenblicklich daran hinderte, nach ihrem Arm zu greifen.
„Nehmt eure ungewaschenen Hände von mir. Ich finde meine Gemächer alleine.“ Keine weitere Reaktion ihres Sohnes und seiner Wachen abwartend, drehte sich Catherine de' Medici mit wehenden Röcken um und verließ hoheitsvoll den Raum. Ein Wink ihres Königs forderte die verdatterten Wachen auf, seiner Mutter zu folgen.
„Man könnte meinen, sämtliche Valois Männern betrachten es als eine neue Art von Volkssport, mich unter Arrest zu setzen“, raunte diese gereizt, als sie den Thronsaal verließ.

Bevor die schweren Türen hinter der Königinmutter zufallen konnten, schlüpfte Prinzessin Claude in den Thronsaal und deutete mit belustigtem Gesichtsausdruck hinaus in den Gang.
„Was hat sie dieses Mal verbrochen? Mir scheint, ich habe den ganzen Spaß verpasst.“ Auch wenn Mutter und Tochter nicht im gleichen Raum weilten, war die Spannung, die zwischen ihnen herrschte, auch für Außenstehende deutlich spürbar.
Charles, der die Frage seiner Schwester geflissentlich überhörte, kehrte zu seinem Thron zurück und winkte Narcisse zu sich hinauf. „Was soll ich nun mit ihr tun? Soll ich meine Mutter wirklich vom Hof verbannen?“ Seine zuvor an den Tag gelegte Härte war aus seiner Haltung verschwunden und Stephane erhaschte einen Blick auf den überforderten Jungen mit der Last Frankreichs auf seinen Schultern, von dem Catherine zuvor gesprochen hatte. War dies seine Chance, entschärfend auf seinen König einzuwirken?
„Nun, Eure Majestät, man kann sich endlos über Catherines Motivation und ihre mitunter unmoralische Vorgehensweise auslassen, aber eines steht in meinen Augen unzweifelhaft fest, und das ist ihre Liebe und Hingabe für ihre Kinder.“ Claude, die langsam auf sie zugeschritten kam, stieß einen verächtlichen Laut aus. Doch Narcisse ließ sich nicht von den offensichtlichen Animositäten der Prinzessin irritieren und sprach unbeeindruckt weiter. „Und vielleicht wird es in der näheren Zukunft eine Situation geben, in der Ihr Euch Eure Mutter an Eurer Seiten wünschen werdet. Wenn Ihr Abstand wünscht, dann schickt sie aufs Land, doch von einer Verbannung möchte ich euch dringend abraten.“

Das letzte Mal, als ein französischer König Catherine de' Medici in die Verbannung geschickt hatte, hatte sie die Allianz mit dem Feind gesucht. In unmittelbarer Nähe war Catherine bereits gefährlich, doch in der Ferne und noch dazu verstoßen, würde sie zu einer unkalkulierbaren Naturgewalt heranwachsen, dessen war er sich sicher. Und auch wenn er es nicht wagen würde, dies öffentlich auszusprechen, gegenwärtig hatte Catherine tatsächlich keine Anstalten gemacht, die Herrschaft ihres Sohnes zu unterminieren um eine Verbannung zu rechtfertigen. Es waren nicht die Machenschaften der Königinmutter, die ihm momentan Sorge bereiteten, es war das flatterhafte und gleichzeitig unsichere Verhalten ihres Sohnes, welches den Lordkanzler über die Maße beunruhigte.
„Verbannung? Mutter darf in die Verbannung und mich verheiratet man?“ Empört über die in ihren Augen offensichtliche Ungerechtigkeit, baute sich Claude vor den beiden Männern auf. Das Thema Heirat war nach wie vor ein wunder Punkt und Catherines nicht gerade zimperliche Vorgehensweise zur Lösung von Claudes vorangegangenen Vermählung hatte ihre Tochter zwar von ihrem unliebsamen Ehemann befreit, dafür aber einen erneuten Keil zwischen die Beziehung der beiden Frauen getrieben. Letztendlich hatte diese zweifelhafte Aktion Catherine bei ihren Kindern in Ungnade fallen lassen und ihr die auf diese Weise ergaunerte Regentschaft wieder entrissen. Und geradewegs ihm in die Hände gespielt.
„Prinzessin Claude, das ist nicht der richtige Zeitpunkt, um dieses Thema abermals mit euch zu erörtern.“ Narcisse bemühte sich nicht einmal, seinen Unmut zu verstecken.
„Ach nein? Ich denke schon“, schmollte die junge Frau. „Ich würde eine Verbannung einer Heirat vorziehen. Ich brauche keinen Mann, der über mich bestimmt.“ Mit in den Hüften gestemmten Händen sah Claude von einem zum anderen, als könne allein ihr bohrender Blick die beiden Männer umstimmen.
„Ein Mann, der über dich bestimmt?!“ Charles runzelte seine Stirn und fuhr sich nachdenklich durch sein dunkles Haar. „Schwester, du bringst mich auf eine hervorragende Idee.“
Claude starrte ihren Bruder verwirrt an und drehte sich Lord Narcisse zu, der jedoch nicht minder irritiert wirkte.
„Ich verheirate sie einfach und übergebe damit die Verantwortung für sie an ihren Ehemann!“, begeistert von seiner Idee strahlte der junge König Beifall heischend seinen Lordkanzler an.

Narcisse und die Prinzessin hingegen starrten ihren Monarchen mit offenen Mündern an.
„Du willst Mutter verheiraten? Welchen armen Tropf willst du denn derart hart bestrafen?“ Claudes Verblüffung wich Belustigung und ein Kichern entrang sich ihrer Kehle.
„Mit Verlaub, Eure Majestät...“, setzte Stephane zu einem verhaltenen Protest an. Egal, wie sehr Catherine und er einander die Hölle auf Erden beschert hatten, der Gedanke, sie dauerhaft an einen anderen Mann gebunden zu sehen, behagte ihm noch weniger als eine mögliche Verbannung. Alleine die Vorstellung, sie in den Armen und dem Bett dieses noch gesichtslosen Ehemanns zu wissen, ließ bittere Galle in ihm aufsteigen.
„Nein, mein Freund, versucht nicht, mir diesen großartigen Plan auszureden. Es ist geradezu perfekt! Oder denkt Ihr, sie ist zu alt? Ach, was rede ich?! Es gibt genug betagte Lords, die durchaus geeignete Kandidaten für eine Hochzeit mit meiner Mutter wären. Wir könnten so gleichzeitig etwas Gold in unsere Staatskasse spülen. Ein weiterer Pluspunkt.“
„Einen betagten, tattrigen Lord? Wie langst denkst du, wird sie brauchen, um ihn um ihren kleinen Finger zu wickeln? Oder ihm ein schmackhaftes Mahl mit einer kleinen, tödlichen Beilage zu servieren?“ Claude sprach einen Gedanken aus, den Lord Narcisse nicht gerade für unbegründet hielt. Auch Charles dachte über ihre Worte nach.
„Vielleicht hast du Recht. Wir brauchen jemanden, der sie im Zaum halten kann. Der ihre Spiele kennt und ihnen gewachsen ist und sich vor ihren Drohungen nicht eingeschüchtert fühlen wird.“ Narcisse fühlte sich mit jeder Sekunde unwohler. Die Art Mann, die König Charles beschrieb, wäre genau die Sorte, die Catherine insgeheim gefallen würde. Macht und Stärke zog sie an wie Kerzenschein die Motte.

„Irgendwie kann ich diesem Plan mehr und mehr abgewinnen.“ Das breite Lächeln auf Prinzessin Claudes Gesicht ließ sich nur als pure Schadenfreude über ein Schicksal erklären, das zuerst ihr selbst zugedacht gewesen war und nun ihre eigenen Mutter ereilen würde.  „Jetzt musst du nur noch einen solchen Mann finden. Wie wäre es mit Lord Loboutain? Oder Christian Besnier?“
„Lord Loboutain hat erst kürzlich seine Verlobung mit einer der vielen Töchter des Hauses Germain bekanntgegeben“, erklärte Ratsherr Dupas, der sich bisher im Hintergrund gehalten hatte. „Und um die Gesundheit von Besnier soll es nicht zum Besten stehen.“
„Wie überaus bedauerlich. Dann lasst uns weiter überlegen. Es muss doch einen Lord geben, der meine Mutter bändigen kann.“
„Ihr wollt tatsächlich eure Mutter, Catherine de' Medici, gegen ihren Willen verheiraten?“ Stephane Narcisse, der bis zu diesem Moment gehofft hatte, dass sich dieser ungeheuerliche Plan des jungen Königs als nichts weiter als einen impulsiven Gedankengang  entpuppen würde, sah mit zweifelnder Miene seinen Herrscher an.
„Genau das gedenke ich zu tun. Und nun überlegt mit, Lord Narcisse, es muss doch noch weitere Männer außer Euch geben, denen bei dem Gedanken an eine Auseinandersetzung mit meiner Mutter nicht die Knie zu schlottern beginnen.“ Charles verschränkte seine Hände ineinander und sah grübelnd zur Decke hinauf. Dabei murmelte er leise Namen von Edelmännern, die ihm in den Sinn kamen, die er jedoch sofort wieder zu verwerfen schien.
„Wem sagtest du gleich, schlottern nicht die Knie in Gegenwart unserer Mutter? Noch dazu jemand, der – so würde ich es nennen – bereits von den verbotenen Früchten gekostet hat“, flötete Claude mit süffisantem Tonfall, während sie sich eine ihrer Locken um den Finger drehte und ihren Bruder unschuldig lächelnd ansah.
Einen kurzen Moment legte sich Irritation über die Miene das Königs, dann aber begriff er, was seine Schwester ihm so überaus subtil mitzuteilen versuchte. Auch Narcisse hatte bereits begriffen, in welche Richtung die Prinzessin ihren Bruder den König zu lenken versuchte und versteifte sich unweigerlich.
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