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Kamikaze-Klique

LeseprobeHumor / P12 / Gen
08.08.2017
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Die Tür sprang mit einem lauten Knall auf und Hackbart Genie, genannt Nerd, platzte ins Wohnzimmer. Die Augen hinter seinen dicken Nickelbrillengläsern waren selbst für seine Verhältnisse riesig. Seine weißen Augäpfel quollen hervor und auf ihnen wanden sich rote Äderchen wie kleine Flüsse zur Iris hinauf. Sein sonst sehr geordnetes schütteres Haar stand in alle Himmelsrichtungen ab. Robert, der eben noch im tiefen Schlaf auf der Couch gelegen hatte, zuckte zusammen, rieb sich die Augen und blickte verkniffen zu Nerd auf. „Junge, du hast Augenringe bis zum Sack. Hast du wieder die ganze Nacht gezockt?“ Nerd aber schüttelte den Kopf. Der Wahnsinn sprang aus seinem Gesicht und er hob den Zeigefinger in die Luft wie ein Streber der ersten Klasse. „Das sind keine Augenringe! Das sind Schatten großer Taten“, gab er bedeutungsschwanger zu verstehen. Robert nickte mitfühlend, verstand aber erst, worum es ging, als im Hintergrund Polizeisirenen zu hören waren. Er stöhnte: „Oh nee...welche Datenbank hast du heute geknackt?“ Nerd winkte ab. „Die kommen nicht wegen mir, sondern sind deiner kleptomanischen Schwester auf den Fersen, die mal wieder so schlau war, eine Spur bis zu uns nach Hause zu legen. Aber das ist jetzt unwichtig...“ Jetzt war Robert, der blonde, athletische Adonis der WG, hellwach und fiel ihm ins Wort. „Das ist unwichtig? Bist du irre? Du fummelst die ganze Nacht an einer Konzerndatenbank herum, wie ich an den Nippeln einer Frau, während meine Schwester die Bullen zu uns nach Hause führt und du findest das unwichtig?“ Nerd rieb sich verlegen den Nasenrücken und rückte seine Brille zurecht. „Naja, also wenn du das so formulierst...“ Schwungvoll sprang Robert von der Couch auf und warf die Dame, die eben noch auf ihm ihren Rausch ausgeschlafen hatte, auf den Boden. „Ich bring sie um und dann verprügel ich ihre Leiche“, zischte er zwischen zusammen gebissenen Zähnen hervor. „Nun ja...also...in Anbetracht der Tatsache, dass die Polizei hier gleich herein platzen wird, wäre das wohl eher nicht so klug“, konstatierte Nerd. Unterdessen wurde die Dame, aufgrund der ungewollten Bekanntschaft mit dem Holzfliesenboden, wach und schrie aus Leibeskräften. Dabei glotzte sie mit angst geweiteten Augen auf den Ehering an ihrer Hand. Robert schenkte seiner unbekannten Ehegattin jedoch keinerlei Beachtung. Stattdessen ließ er ein Trommelgewitter gegen die Zimmertür seiner Schwester los, als wäre er Tor höchstpersönlich. Nerd half der hysterischen unbekannten Ehefrau Roberts auf die Beine und tätschelte ihr die Schulter. „Mach dir nichts draus. Das wird schon wieder.“ Die unbekannte schniefte und schaute ihn dann fragend in die Augen: „Ach ja wirklich?“ Nerd nickte. „Ja, am Anfang kippen sie alle aus den Latschen, wenn sie den Ring sehen und möchten sich am liebsten den Finger abhacken, aber dann...“ „Sie alle?“, wurde Nerd von der Unbekannten unterbrochen, die wieder hysterisch zu schreien begann.
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