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Vergessene Erinnerung

von Kura-sama
OneshotAllgemein / P6 / Gen
Kratos Aurion Lloyd Irving
08.08.2017
08.08.2017
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„Papa, warte!“ Kratos blieb stehen und blickte über seine Schulter zu seinem kleinen Sohn, der mit kleinen Schritten auf ihn zu gerannt kam. „Mitkommen“, sagte Lloyd und streckte seine kleinen Ärmchen nach Kratos aus, er wollte hochgenommen werden auf dessen Schultern. Dort oben hatte er immer den besten Ausblick.
Seufzend drehte Kratos sich um und nahm seinen Sohn erst einmal auf den Arm, sah dabei zurück zu der kleinen Hütte, in dessen Tür Anna stand. „Geht ruhig, dann kann ich in Ruhe etwas Leckeres für euch kochen“, sagte sie und lächelte ihren beiden Männern zu. „Jaaaaa“, freute sich Lloyd, als er die Stimme seiner Mutter vernommen hatte, und strahlte vor Freude mitgehen zu dürfen.
„Wie du meinst.“ Kratos selbst musste wegen der Freude, die sein Sohn ausstrahlte, selbst etwas lächeln und hob Lloyd schlussendlich doch noch auf seine Schultern hoch, so wie er es wollte. „Noishe, komm“, sagte er und der Protozoan, den Lloyd liebevoll als Hund bezeichnete, kam schon langsam zu ihnen her getrottet.
Gemeinsam begab sich das Trio in den angrenzenden Wald. Kratos wollte etwas neues Feuerholz besorgen, denn das, welches sie noch neben der Hütte liegen hatten, ging langsam und allmählich zu Neige.
Auf einer Lichtung lies Kratos Lloyd wieder von seinen Schultern herunter, wobei er alle Mühe dabei hatte, dieses lachende Etwas dort herunter zu bekommen. Vor allem dessen Finger aus seinen Haaren zu bekommen. Denn dieser hatte sich in die Haare seines Vaters gekrallt und wollte ihn so, wie bei einem Pferd, lenken, wo dieser hinzulaufen hatte.
„Bleib hier bei mir, ja?“, sagte er, und fuhr dem Kleineren leicht durch die Haare, was diesen wieder zum Kichern brachte. Er mochte es einfach, wenn sein Vater das tat. „Pass auf“, wies er Noishe noch an, während dieser es sich auf dem Waldboden bequem machte, die Ohren aber aufgestellt hatte und die Umgebung, aber vor allem Lloyd, im Auge behielt, damit diesem nichts passierte.
Der Rothaarige hatte in der Zwischenzeit schon ein paar Holzscheite sowie etwas größere Stücke zu Noishe getragen. Der Protozoan würde die Stücke auf seinem Rücken später zurücktragen. Viel würden sie nicht brauchen. Es war warm, da würde man nur etwas für die Kochstelle und gegebenenfalls für warmes Wasser brauchen.
Selbst Lloyd hatte es seinem Vater nachgemacht, und trug immer mal wieder stolz ein paar kleine Stöckchen und Äste zu dem angesammelten Holzhaufen. Doch oftmals war seine Umgebung viel interessanter als das Holzsammeln. Hier war mal ein Käfer, den man betrachten musste, oder ein Schmetterling, den man versuchte zu fangen. Es kam nicht selten vor, dass Kratos dann einfach nur da stand, und seinem Sohn dabei zusah, wie dieser mit den Insekten spielte und jagte. Es war wirklich ein friedliches Schauspiel.
Gerade als er wieder angefangen hatte ein größeres Stück Holz klein zu schlagen, hörte er Lloyd hinter sich aufquietschen. „Papa!“, rief er aufgeregt. Schon beim ersten hohen Ton, den sein Sohn von sich gegeben hatte, war Kratos herumgewirbelt, das Holz war vergessen und die Hand lag an seinem Schwert. Dieses hatte er immer bei sich, man wusste nie, wann ein paar Desians auftauchen und sie finden würden. Immerhin versteckten sie sich vor ihnen, weswegen sie auch noch nie lange an einem Ort blieben.
Als er jedoch sah, dass Lloyd zwar auf seinen Hosenboden gefallen war, ihm gegenüber jedoch nur ein einfacher Hase saß und ihn ansah, fuhr er sich mit einer Hand durch sein Gesicht. Seine Nerven waren zurzeit wirklich zum Zerreißen gespannt deswegen.
„Schau mal“, riss ihn Lloyds begeisterte Stimme wieder aus seinen Grübeleien. Der Braunhaarige hatte sich einen seiner Äste geschnappt und hielt sie dem Hasen hin, welcher neugierig daran schnupperte und etwas daran knabberte. Könnte ja etwas zum Fressen sein.
Als Kratos jedoch einen Schritt in ihre Richtung auf sie zu machte, horchte der Hase jedoch auf und sprang gleich mit einem großen Satz in das nächste Gebüsch und war verschwunden. Enttäuscht ließ Lloyd den Ast wieder sinken und sah zu seinem Vater auf, der auf ihn zukam. „Wieso ist er weg?“, fragte er und zog beleidigt eine Schnute.
„Vielleicht ist er wieder zu seiner Familie zurück“, sagte dieser, während er hinter Lloyd in die Hocke ging, ihm durch die Haare wuschelte und ihn wieder auf die Beine stellte, da er immer noch auf dem Waldboden saß. Kurz fragte er sich, was ihn dazu geritten hatte so etwas zu sagen. Anna würde ihn bestimmt jetzt auslachen deswegen.
Einen Augenblick noch blickte der Dreijährige traurig auf die Stelle, an der der Hase verschwunden war, ehe er sich auch schon wieder umdrehte, um Kratos herum rannte und sich lachend gegen Noishe warf. Scheinbar war dieser jetzt mit Spielen dran. Aber dem Rothaarigen war das nur recht, so konnte er schnell das benötigte Holz zusammensuchen.
Wenig später war dieses dann auch schon auf Noishe zusammengeschnürt und festgebunden. Das würde dann wieder für eine Weile reichen.
„Lloyd, kommst du?“ „Jaaa“, antwortete Lloyd und hob seinerseits ein kleines Bündel von Äste auf den Arm, die er fleißig gesammelt hatte. Dass einige davon wieder auf den Boden zurück fielen als er aufstand, bemerkte er gar nicht, oder ignorierte es. Belustigt hob Kratos deswegen eine Augenbraue und lief nur kopfschüttelnd hinterher, als der kleinste der Runde, zusammen mit Noishe, voran lief und den Weg nach Hause einschlug.
Sie hatten fast wieder ihre kleine Hütte erreicht, die sie derzeit bewohnten, als Lloyd auf einmal stehen blieb und sich zu Kratos umdrehte. Wortlos drückte er ihm seine gesammelten Äste in die Hände, ehe er zu einer Pflanze rannte und diese auch pflückte und mit dieser zu ihm zurückkam und sie ihm hinhielt.
„Blume!“
Kratos beäugte sich belustigt die Pflanze in der Hand seines Sohnes. Sie blühte, ja, da hatte er recht, dennoch..
„Das ist Unkraut.“
„Nein, Blume!“
„Nein, Unkraut.“
„Blume!“
„Unkraut.“
„Blume!“
Kratos seufzte. „Gut, Blume. Und was willst du mit ihr?“, fragte er Lloyd, welcher ihn grinsend ansah und sich freute, dass er doch recht hatte mit der Blume. „Für Mama“, sagte er dann und sah sich auch schon wieder weiter suchend um, ob er nicht noch ein paar mehr von entdeckte, um ein kleines Sträußchen zu machen. Kaum hatte er noch etwas Blühendes entdeckt, rannte er darauf zu und pflückte es ebenfalls.
Kratos musste sich derweil seine Faust vor den Mund nehmen und etwas drauf beißen, um nicht laut los zu lachen. Anna würde dann wohl ein Strauß mit Unkraut bekommen. Würde er mit so etwas ankommen, hätte er bestimmt die nächstbeste Pfanne auf dem Kopf.
Als ihr zu Hause in Sicht kam, rannte Lloyd gleich los. „Mama!“, rief er und Anna kam auch wenig später durch die Tür nach draußen. „Was ist denn, mein Schatz? Schon zurück?“, fragte sie sanft, als Lloyd endlich vor ihr zum Stehen kam und strich ihm über seine Wange. Neugierig beäugte sie den Strauß in seiner kleinen Hand, der ihr entgegen gestreckt wurde.
„Für dich“, sagte er stolz und hielt ihn ihr ungeduldig entgegen. Zwischen dem Unkraut, das er gesammelt hatte, hatten sich auch ein paar richtige Blüten unter den Strauß geschlichen.
„Oh, Dankeschön“, sagte Anna und freute sich über das kleine Geschenk ihres Sohnes, und nahm ihm den Strauß ab um ihn etwas genauer zu begutachten. Schmunzelnd betrachtete sie das viele Unkraut, das darin war, aber es machte ihr nichts aus. Es kam immerhin von ihrem kleinen Lloyd.
Doch kaum hatte sie ihm den Strauß abgenommen, lief er wieder zu Kratos, der das Ganze lächelnd mit angesehen hatte. Er streckte seine kleinen Arme zu ihm hin. „Holz“, sagte er und verlangte die vielen Äste und Stöcke, die er zuvor seinem Vater gegeben hatte zum Tragen.
Kratos reichte ihm das Verlangte, legte es in seinen Arm, schon war Lloyd wieder zu Anna zurück gerannt und überreichte er auch diesmal wieder voller Stolz das Holz. „Hab ich alles alleine gesammelt. Ohne Papa!“, gab er preis und grinste seine Mutter an, immerhin war er schon groß und konnte, seiner Meinung nach, so etwas schon ganz alleine. Anna lachte leise und drückte Lloyd an sich. „Danke mein Großer“, sagte sie und nahm ihm seine gesammelten Werke ab. Gemeinsam ging sie mit ihm und den Geschenken nach innen.
Derweil war Kratos schon dabei das Holz von Noishe herunter zu laden und an den Platz zu bringen, wo es hingehörte. In der Hütte hörte er Anna lachen und Lloyd quietschen, weswegen er schnell alles ordentlich herrichtete, ehe er mit Noishe nun endlich ebenfalls in die Hütte kam.
Dort legte Kratos sein Schwert noch ab, welches er immer trug, ging zu seiner Familie und nahm die beiden dann einfach in den Arm.
--
Müde rieb sich Lloyd über seine Augen, als er aufwachte. Lange starrte er in den dunklen Himmel über sich und besah sich einfach nur die hell funkelnden Sterne. War das jetzt ein Traum gewesen, oder eine alte Erinnerung, an die er sich wieder erinnert hatte. Irgendwie hoffte er ja Letzteres.
Lloyd hatte, wenn überhaupt, nur bruchstückhafte Erinnerungen an damals, als er noch klein und bei Kratos und seiner Mutter war, und die Welt in Ordnung war. Deswegen was er immer froh, wenn er etwas aus dieser Zeit erfuhr, und zog es auf wie einen Schwamm.
„Was hast du? Kannst du nicht mehr schlafen Lloyd?“, fragte Colette, die bemerkt hatte, dass der Braunhaarige wach war, und setzte sich neben ihn. Sie konnte ebenfalls nicht schlafen. „Du lächelst ja.“ Verwundert sah sie ihn an.
„Ich hatte einen Traum“, sagte er, während er sich aufsetzte und die restliche Müdigkeit vertrieb. „Aber ich glaub eher, dass ich von früher geträumt habe. Also mit Kratos und meiner Mutter.“
„Das ist schön, willst du mir davon erzählen?“, lächelte Colette ihn an und Lloyd nickte nur noch, ehe er begann, mit einem Lächeln auf den Lippen, zu erzählen.
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