The Girl from Durmstrang

GeschichteDrama, Romanze / P16
Blaise Zabini Daphne Greengrass Draco Malfoy Millicent Bulstrode OC (Own Character) Viktor Krum
08.08.2017
20.08.2019
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Diese Nacht wurde ich von Albträumen gequält, die doch eigentlich gar keine waren. Alles was sich in meinem Kopf abspielte, waren schlimme Erinnerungen, gemischt mit meiner Zeit in Hogwarts. In meinem Traum war es Karkaroff, der mich in Hogwarts empfing und dort direkt wieder herauswarf, obwohl ich dachte, von ihm weg gewesen zu sein.
Krum tauchte ebenfalls auf. In meinem Traum verbündete er sich mit Draco und wurde sein engster Freund. Kein Wort, was ich noch zu Draco sagte, wurde von ihm wahrgenommen. Egal, wie oft ich es versuchte – ich bekam nur kalte Zurückweisung.
Als dann die erste Aufgabe in meinem Kopf erschien und ein riesiger Basilisk, der eigentlich von den Teilnehmern gefangen werden musste, Draco den Arm abriss und meine Freunde verletzte wachte ich schweißgebadet auf.
Mein Herz raste wie verrückt. Nur mein logisches Denken rettete mich davor, diese Nacht durchzudrehen. Karkaroff war nicht Schulleiter in Hogwarts, sondern Dumbledore und Dumbledore hatte mich persönlich eingeladen und würde mich nicht wegschicken.
Draco wusste von meiner Abneigung gegen Krum und würde sich nicht mit ihm verbünden. Außerdem war Draco zu jung, um am Turnier teilzunehmen. Und der Basilisk war nur aufgetaucht und hatte alle verletzt, weil ich in einem Buch gelesen hatte, dass das mal während eines Turniers passiert war und einer der Gründe gewesen war, das Trimagische Turnier lange Zeit nicht mehr zu veranstalten.
Trotz all diesem logischen Denken, konnte ich mich nicht gänzlich beruhigen. Die Angst und der Schock, der von den sehr realen Träumen herrührte, saß zu tief. Diese Nacht würde ich kein Auge zubekommen.
Nur in Schlafklamotten gekleidet schlich ich mich durch den Gemeinschaftsraum und nahm mir eine Decke aus eben diesem mit, die ich mir um die Schultern schlang. In meiner linken Hand immer und allgegenwärtig mein Zauberstab, den ich den Rest des Jahres nicht mehr weglegen würde. Man konnte den Schülern aus Durmstrang nicht trauen, nicht mal am helllichten Tage. Sie waren zu allem fähig.
Rastlos geisterte ich durch die dunklen Flure der Schule, immer darauf bedacht keinen Mucks von mir zu geben und die Gemälde nicht zu wecken. Obwohl... das würde wahrscheinlich sowieso nicht passieren. Durch Daphne wusste ich, dass eben diese den ganzen Abend gefeiert hatten und nun schliefen sie ihren Rausch aus. Wenn sie am frühen Morgen schon wieder wach sein sollten, würde das einem Wunder gleichen.
Auch wenn es Draußen nicht unbedingt warm war, ging ich zu dem offenen Innenhof, der ein offenes Ende hatte und von Fluren umgeben war, die glaslose Fenster und türlose Türen hatten. In einem dieser Türrahmen – ich weiß nicht, wie ich es sonst nennen sollte – lehnte ich mich gegen den kalten Stein und starrte in die Luft, atmete tief die Nachtluft ein und wieder aus.
So viel war in diesem Innenhof schon passiert. Mein ersten Flugstunden mit Draco, unzählige Streitereien, Freizeit mit Henry und seinen Freunden... Sommertage und Wintertage. Die ersten Blumen im Frühling und der erste Laub im Herbst.
Leise seufzte ich, als mir der Wind meine Haare aus dem Gesicht wehte. In genau diesem Moment räusperte sich jemand hinter mir und ich erschrak so sehr, dass ich mich zu schnell umdrehte und über meine verhedderten Beine fiel. Mit einem schmerzhaften Aufprall knallte ich auf den Boden. „Autsch!“
„Tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken“, sagte eine mir bekannte Stimme. Ich riss die Augen auf und starrte zu der Gestalt hoch, die riesig vor mir in der Dunkelheit aufragte.
„Chris?“, fragte ich etwas verwirrt, bevor er mir die Hand hinstreckte und mir half, aufzustehen. „Was machst du denn hier?“
„Die bessere Frage wäre doch wohl, was du hier machst“, sagte er streng, zwinkerte aber freundlich. Oh man, wieso vergaß ich immer wieder, dass er unser Vertrauensschüler war?
„Ich brauchte ein bisschen frische Luft. Da unten kann man ja schlecht mal kurz ein Fenster öffnen“, witzelte ich. Wenigstens hatte mich nicht Snape gefunden.
„Solltest du um diese Uhrzeit nicht schlafen?“, fragte er neugierig und musterte mich.
„Du nicht?“, fragte ich wiederum. Er seufzte laut auf.
„Ich bin Vertrauensschüler, das bedeutet, dass ich darauf achten muss, ob jemand Nachts ausbüchst. Oder aus Versehen im Zimmer der Mädchen landet, während sie sich umziehen. Oder sich im Gemeinschaftsraum heimlich betrinken“, sagte er und machte immer wieder mit seinen Fingern Gänsefüßchen in die Luft. „Habe grade meine Runde gedreht und dich grade in dem Moment gesehen, wie du die Treppe hochgehst, als ich aus dem Flur kam. Und naja... ich wurde etwas neugierig.“
Ich nickte. „Ja, tja, jetzt weißt du ja was ich mache“, sagte ich und machte eine ausführliche Bewegung mit meinen Armen. „Leider nichts wirklich Spannendes.“
„Und sagst du mir auch, warum du nun wirklich hier Draußen bist und dich die letzten Tage so komisch aufführst?“, fragte er und lehnte sich mit verschränkten Armen an die Steinmauer.
„Ich benehme mich nicht...“, fing ich an, aber hörte wieder auf. Keine Ahnung warum, aber er hatte etwas an sich, was mich dazu brachte, nicht zu lügen. Man, war das nervig.
„Ich war einfach sehr aufgeregt... keine Ahnung wieso. Noch immer fühle ich mich, als stünde ich kurz davor durchzudrehen. Mir gefällt das Ganze einfach gar nicht“, murmelte ich und seufzte.
Chris musterte mich ein paar Sekunden von oben herab, seiner Miene war nichts abzugewinnen. Was er wohl dachte?
„Eigentlich solltest du dich doch freuen, das deine Freunde nun hier sind“, sagte er fragend, als wäre es ein Rätsel, dass er nicht entschlüsseln konnte.
„Sie sind nicht mehr meine Freunde“, antwortete ich genervt. „Wären sie meine Freunde, hätten sich sich mal bei mir gemeldet. Glaub mir, ich weiß wie der Hase bei denen läuft. Außerdem glaube ich nicht, dass sie mich noch sehr leiden können, nachdem ich von Durmstrang flog.“
„Wieso bist du denn geflogen?“, fragte er nun wieder neugierig.
Ich verschränkte die Arme. „Kann ich nicht sagen.“
„Du kannst nicht, oder du willst nicht?“
„Beides.“
Mehrere Sekunden lang starrten wir uns nur an. Dann öffnete er seinen Mund. „Du kannst es mir sagen. Lass es einfach heraus. Das wird dir helfen. Du kannst mir vertrauen.“
Keine Ahnung, wie lange ich mit mir haderte. Chris war weder mein bester Freund, noch standen wir uns sehr nah. Aber es war einer der wenigen, denen ich wirklich vertraute und die ihren Mund und ihr Wort hielten. Noch nie hatte ich Chris ein Wort über die Angelegenheiten anderer verlieren hören, dabei musste er als Vertrauensschüler über die meisten Sachen Bescheid wissen. Diesen Charakterzug konnte man nicht unbedingt bei vielen Slytherins finden.
Also erzählte ich ihm alles. Und als ich unter Tränen meine Erzählung beendete, nahm er mich ohne einen Hauch von Verurteilung einfach wortlos in den Arm.
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