The Girl from Durmstrang

GeschichteDrama, Romanze / P16
Blaise Zabini Daphne Greengrass Draco Malfoy Millicent Bulstrode OC (Own Character) Viktor Krum
08.08.2017
20.08.2019
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„Ella?“ ertönt eine unglaublich tiefe, männliche Stimme. Ich bin schon vor knapp einer Stunde angekommen – Flohpulver sei Dank. Ich hatte erst mit dem Gedanken gespielt zu apparieren, jedoch war die Entfernung von Russland und England dann doch ein großes Stückchen zu viel für mich. Außerdem war apparieren in England für Minderjährige verboten.
Ich seufzte. Nicht einmal mehr apparieren. Das konnte ja witzig werden.
In meinem Brief stand geschrieben wo ich auf jemanden warten sollte, ebenso wie eine Uhrzeit. Auch hier in London war Winter und ich fror tierisch. Ich hatte schon seit mehreren Minuten überlegt mich wenigstens kurz in einem Café zu wärmen, jedoch wollte ich auf keinen Fall meine Begleitperson verpassen und alleine in dieser Stadt sitzen bleiben. Ich hatte zwar genug Zaubergeld und Muggelgeld bei mir, jedoch war ich noch nie alleine so weit entfernt von Zuhause. Durmstrang war da eine Ausnahme gewesen.
Ich sah auf um die Person zu finden, der die Stimme gehörte und erstarrte. Nur wenige Meter von mir entfernt stand ein riesiger Kerl, mehrere Köpfe größer als ich oder gar durchschnittlicher Männer. Er trug braune, zerknitterte Kleidung und hatte zottelige braune Haare, sowie einen sehr wuchtigen Bart. Er sah zum fürchten aus.
Ich erinnerte mich daran wer ich war und drückte meinen Rücken durch und reckte das Kinn.
„Ja, das bin ich.“ sagte ich und packte fest meinen Zauberstab.
Der große Mann starrte mich weitere Sekunden grimmig an, doch im nächsten Moment lachte er so laut los und schlug mir einmal auf den Rücken das ich meine Haltung vergaß und ihn erschrocken anglotzte.
„Da bist du ja, hab dich schon überall gesucht! Ich bin Hagrid, Dumbledore schickt mich um dir zu helfen dich zurückzufinden. Ne Durmstrang, was? Hatten wa noch nie! Ich hoffe ich hab dir keine Angst gemacht, aber wenn Harry das überlebt hat dann...“ der Mann namens Hagrid redete immer weiter und führte mich sanft, seine riesige Hand an meinem Rücken, durch die Straßen von London. Auch wenn er mir mittlerweile sehr nett vorkam vertraute ich ihm noch nicht Recht und hielt meinen Zauberstab immer gefasst und bereit, während ich ihm zuhörte.
Nach nicht allzu langer Zeit, in denen ich sogar auch einmal kurz zu Wort gekommen war um mich vorzustellen, kamen wir an einer steinernen Wand zu stehen.
Ich starrte die Wand an, zu der wir gerichtet standen, und blickte dann mit hochgezogenen Augenbrauen Hagrid an.
„Was jetzt?“ fragte ich gespannt und drehte mich einmal langsam im Kreis um mich umzusehen.
Hagrid, von dem ich mittlerweile wusste das er ein Halbriese war, schaute einmal über seine Schulter und tippte dann mit seinem Regenschirm mehrere Steine an.
Wie auf Kommando bewegten sich die Steine in verschiene Richtungen und gaben eine Öffnung frei.
Ich vergaß alles um mich herum und stieg über wenige Ziegelsteine in die Straße hinein, die sich dahinter verborgen hatte. Mein Mund stand wahrscheinlich total weit offen, aber das war mir egal. Viele Menschen tummelten sich auf der Straße und gingen von Geschäft zu Geschäft. Bei vielen konnte ich Zauberstäbe erkennen - einfach so mitten auf der Straße!
„Beeindruckend, was?“, fragte Hagrid selbstzufrieden.
„Sowas gibt es bei uns in Russland nicht“, gebe ich zu.
„Das hier ist die Winkelgasse. Ich muss dich jetzt leider alleine lassen, aber du hast ja die Liste mit den Dingen die du brauchst. Findest du dich zurecht?“ fragte er und sah mich an. Ich nickte.
„Gut gut, in 2 Stunden treffen wir uns wieder hier und dann bringe ich dich zum Hogwarts Express. Nicht verspäten“, sagte er mit einem Zwinkern und ging davon. Er drehte sich noch einmal um und kam auf mich zu. Was jetzt wohl kam? „Ach und bieg nicht in die Nokturnengasse ein, ist nicht Sicher da!“ sagte er mit einem Nicken bevor er sich wieder umdrehte und sich unter die Leute mischte bis ich ihn irgendwann aus den Augen verloren hatte.
Ich atmete einmal tief ein und aus während sich die Mauer hinter mir wieder schloss und zog die Besorgungsliste, die dem Brief aus Hogwarts beilag, aus meiner Jackentasche heraus.
Vieles der Dinge auf der Liste hatte ich zwar, allerdings hatte ich alles in Durmstrang gelassen. Alles, außer meinen Zauberstab.
Seufzend machte ich mich auf den Weg die Geschäfte abzuklappern und die ersten Dinge der Liste abzuhaken.
Eigentlich war ich ziemlich gut im Zeitplan gewesen, doch als ich in Flourish und Blotts trat wusste ich schon dass das länger dauern würde als gedacht. Nicht nur die Bücher meiner Besorgungsliste, auch weitere Bücher landeten mit einem Knall auf dem Kassenthresen. Ich war total aufgeregt die neuen Bücher auf dem Thresen liegen zu sehen und freute mich schon darauf im Zug durch sie zu blättern und mehr zu erlernen. Auch meine ganzen Bücher musste ich in Russland lassen.
Die Dame sah komisch zu mir herüber bevor ich bezahlte und aus dem Laden trat. Ich lief an wenigen Geschäften vorbei, bevor sich Rechts neben mir eine neue Gasse auftat, in der es sehr dunkel war und keine Menschenseele herumirrte.
Nokturnengasse stand groß auf einem Schild an der Wand. Ich sah wieder dem treiben der Leute zu und abwechselnd in die Gasse. Ich war tierisch neugierig und wollte unbedingt erfahren, welche Läden sich in dieser Gasse verbarg. Ich trat mehrere Schritte in die Schatten hinein und hatte das Gefühl, ich würde irgendwas Verbotenes tun. Ich war noch nicht weit gekommen, da hörte ich auch schon Stimmen die sich streiteten. Und sie kamen direkt auf mich zu! Ich hechtete zurück zur Straße aus der ich kam und stellte mich hinter die Ecke.
Ich wusste gar nicht wieso ich so schnell verschwunden war, allerdings wusste ich auch nicht, ob das betreten der Nokturnengasse vielleicht verboten war. Hagrid hatte mir leider nichts darüber erzählt, aber ich wollte auch kein Risko eingehen und am Ende in einer verbotenen Gasse erwischt werden. Einen noch schlechteren Ruf konnte ich mir in meiner Familie nicht leisten.
Ich blickte nochmal kurz um die Ecke, doch mehr als schwarze Wintermäntel und blondes, langes Haar konnte ich nicht erkennen. Der Mann drehte sich nun um und sah mich direkt an.
Ich starrte sofort konzentriert auf meine Liste und tat so, als würde ich mich nur neu orientieren. Ich fokussierte mich auf einen Laden und ging darauf zu, bis ich weit genug von der Gasse entfernt war.
Ich stieß Luft aus, die ich mich nicht erinnern konnte angehalten zu haben.
Schnell erledigte ich noch den Rest meiner Einkäufe und stellte mich wieder zum Treffpunkt den Hagrid genannt hatte.
Nach wenige Minuten tauchte dieser auch schon auf. Wortkarger als zuvor, lotste er mich zurück in London zum Kings Cross.
„Dein Zugticket hast du aber, richtig?“ fragte er mich während wir am Bahngleis standen.
„Ja, natürlich“, sagte ich und zog das goldschimmernde Zugticket aus meiner Jackentasche. Ich verzog mein Mund „9 ¾?“ sagte ich fragend und schaute mich um. Ein Bahngleis mit dieser Nummer war nicht zu sehen.
Hagrid sah mich lachend an und zeigte mit seinem Regenschirm auf eine Wand zwischen Gleis 9 und 10.
Ich starrte verwirrt die Wand an, mein Ticket und Hagrid. Ich sah wohl sehr verwirrt aus, denn wieder lachte er.
„Warte kurz, ich zeige es dir. Siehst du die beiden da hinten?“ fragte er mich und nickte zu einem kleinen Junger der scheinbar mit seiner Mutter hier war. Er zog einen großen Koffer hinter sich vor und in seiner Hand schimmerte ebenfalls etwas Goldenes.
„Warte ab.“ sagte er und ich beobachtete weiterhin den Jungen der sich von seiner Mutter verabschiedete. Ihr standen Tränen in den Augen und sie lächelte ihren Jungen stolz an. In meiner Brust zog etwas und ich musste schlucken als ich dieses vertraute Szenaio sah und mich daran erinnerte, das ich das nie wieder so erleben würde.
Im nächsten Moment besann ich mich darauf, das ich in der Öffentlichkeit nicht so auftreten durfte, und drückte wieder meinen Rücken durch. Nahm Haltung an. Konzentrierte mich auf das Wesentliche.
Der Junge hat ein Stück von der Wand Abstand genommen, sah sich nach rechts und links um und warf noch einen Blick zu seiner Mutter zu. Diese nickte ihr zu und das schiem ihm zu reichen. Er konzentrierte sich und lief schnell auf die Wand zu.
Kurz bevor er die Wand berührte sah ich weg, weil ich nicht sehen wollte wie der kleine Junge gegen die Wand knallte. Doch kein Knall, keine Geräusche erfolgten. Ich sah wieder zur Wand und tatsächlich – der Junge war verschwunden!
„Genau das machst du jetzt auch. Konzentriere dich einfach auf die Wand und du wirst durchkommen. Der Hogwartsexpress wird schon warten und danach wirst du nur noch in Hogsmeade in die Kutsche steigen müssen.“ erklärte er mir nett.
„Warte, du begleistest mich nicht?“ fragte ich aufgebracht. Zwar war dieser Hagrid noch unbekannt für mich, jedoch war er der Einzige in ganz England den ich kannte und Ansatzweise vertraute.
„Ich muss leider noch was erledigen, aber ich verspreche dir das du das hinbekommst“, sprach er mir gut zu und verbaschiedete sich dann mit einem Lächeln.
Okay. Alles klar. Kriege ich hin. Innerlich war ich total am durchdrehen, während ich von außen immer noch meine Haltung behielt und wahrscheinlich etwas arrogant wirkte.
Ich trat näher an die Wand heran und beäugte sie misstrauisch. Dann klammerte ich mich an meinen Koffer und meine Umhängetasche, ging ein paar Schritte nach hinten und rannte so schnell ich konnte auf die Wand zu. Kurz bevor ich der Wand zu nah kam sah ich wieder weg, aus Furcht, ich würde mit meinem Gesicht voran gegen die Wand knallen. Doch Nichts, ich fühlte nichtmal einen Unterschied. Naja, außer das ich mein Gleichgewicht verlor, über meinen Koffer stolperte und gegen die nächste Wand hinter der Bahnhofswand knallte.
Ich fiel auf meinen Hintern und hielt meinen Kopf gefasst. Das tat verdammt weh!
Ich fluchte immer noch auf russisch vor mich hin, als ich mich schnell aufrichtete und umsah ob mich jemand gesehen hatte. Zum Glück schien mich niemand bemerkt zu haben. Ich trat an den Bahnsteig und blickte um mich herum.
Der Bahnsteig war ziemlich voll, dutzende Leute standen herum. Eltern, Kinder, Jugendliche. Alleine oder in Gruppen. Auch als ich in den roten Zug sah, konnte ich an manchen Fenstern schon vereinzelt Gesichter hinter den Fenstern erkennen.
Ich stellte Koffer und Tasche auf dem Boden vor mir ab und zog mir meinen Mantel aus, der mir mittlerweile zu warm geworden war. Zwar war es auch hier sehr kalt, aber es kam niemals an die Winterkälte in Russland heran.
Ich warf mir den Mantel über die Schulter und ging den Bahnsteig bis zur nächsten Einstiegsstelle entlang. Kurz bevor ich in den Zug trat atmete ich noch einmal tief ein und aus. Der nächste Schritt, würde meine komplette Zukunft bestimmen.
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