The Girl from Durmstrang

GeschichteDrama, Romanze / P16
Blaise Zabini Daphne Greengrass Draco Malfoy Millicent Bulstrode OC (Own Character) Viktor Krum
08.08.2017
20.08.2019
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Verwirrt blickte ich auf den Brief, den ich in der Hand hielt und der vor wenigen Minuten mit einer Briefeule hereingebracht wurde. Es stand noch viel mehr auf dem leicht gelblichen Umschlag, doch konnte ich mich auf keine anderen Wörter als Albus Dumbledore und Hogwarts fokussieren.
„Olga?“ rief ich laut, während ich mit dem Brief in der Hand die Treppe herunterlief und nach meiner Tante suchte. Ich fand sie schließlich in der Küche. Sie drehte sich zu mir um, der Backofen stand noch auf und zwischen ihren beiden behandschuhten Händen hielt sie ein großes Blech.
Sie starrte mich aus stechenden blauen Augen mit einem fragenden Blick an.
Ich konnte nichts sagen, also hielt ich nur den Umschlag hoch. Sie sah das rote Wachssiegel und riss ihre Augen auf. Im nächsten Moment knallte das Blech auf den Boden, sie fing an auf russisch zu fluchen und rief laut nach ihrem Mann während sie aus der offenen Küchentür in den Garten rauschte.
Völlig perplex stand ich noch immer in der Küche und sah ihr hinterher. Mehrere Sekunden lang war Stille, als sie dann auch schon Anfing mit meinem Onkel im Garten lautstark zu diskutieren. Weder ihrer Stimme noch ihrem Tonfall war zu entnehmen ob sie grade glücklich war, erschrocken oder wütend.
Als ich mich gefasst hatte legte ich den Brief auf die Küchenzeile und bückte mich um das Blech aufzuheben. Promt verbrannte ich mich am heißen Metall als ich es anfassen wollte. Zwar war ich komplett in Gedanken versunken, doch gleichzeitig herrschte in meinem Kopf nur schwarze Stille.
„Ach, verdammt“, murmelte ich während ich meinen Zauberstab aus meinem Stiefel zog.
„Ratzeputz!“ nuschelte ich, während ich meinen verbannten Daumen im Mund hatte, und zielte mit meinem Zauberstab auf den Boden. Noch bevor der Boden ganz sauber war ging ich aus der Küchentür und folgte den Stimmengezeter meiner Verwandten, sie sich mittlerweile im Flüsterton unterhielten.
Ich stampfte durch den Schnee und erblickte meinen Onkel Sergej, der mich über die Schulter von Olga beobachtete, während sie auf ihn einredete. Er trug einen dicken Fellmantel und Handschuhe, die Axt hielt er noch in der rechten Hand. Trotz allem das er mit einem Zauber dafür Sorgen könnte, das sich das Holz von alleine zerhackt, machte er es lieber selbst. Er sagte mir immer, er fing als Kind damit an und würde erst damit aufhören, wenn er nicht mehr alleine aus dem Bett aufstehen könne.  
Olga bemerkte das ihr Mann sich nicht mehr auf sie konzentrierte und drehte sich zu mir um. Auf ihren blanken Armen hatte sich Gänsehaut durch die Kälte gebildet und Schnee hatte sich in ihren blonden Haaren verfangen.
„Geh rein, wir besprechen das gleich. Du fängst dir den Tod“, sagte er zu seiner Frau und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Sie drehte sich um und folgte mir in die Küche. Sie zog die Glastür hinter sich zu und ich bemerkte das sie leicht zitterte.
„Was ist los? Was hat das zu bedeuten?“, fragte ich sie. Oder eher ihren Rücken, denn noch immer starrte sie nach draußen statt sich zu mir umzudrehen.
„Das bedeutet wohl, das du nach Hogwarts gehen wirst“, sagte sie und drehte sich endlich zu mir um. In ihrem Gesicht konnte ich genau ablesen das ihr dieser Gedanke ganz und garnicht gefiel.
„Was? Ich kann nicht nach Hogwarts! Das ist... warte, wo genau ist das überhaupt?“, fragte ich sie fassungslos. Ich war doch grade erst nach Hause gekommen!
„Britannien. Und doch, du wirst. Auch wenn es mir nicht gefällt.“ sagte sie und verzog den Mund während sie eine Augenbraue hochzog.
„Ich kann nicht nach Britannien gehen. Mein ganzes Leben ist hier!“ sagte ich etwas lauter als gedacht. „Ich will hier nicht weg! Meine Familie, meine Freunde...“
„Und wohin willst du dann, hm?“, sagte sie kühl und lehnte sich an die Küchenzeile. „Nach Durmstrang kannst du nicht zurück und von keiner anderen Schule kam eine Mitteilung. Hogwarts ist deine einzige Chance wenigstens noch etwas zu lernen und eine gute Zauberin zu werden. Du kannst froh sein das du überhaupt nochmal angenommen wurdest“ warf sie mir gegen den Kopf und plötzlich wurde mir bewusst wie sehr sie sich für mich schämen musste.
Mein Bauch verkrampfte sich und ich biss die Zähne aus Wut hart aufeinander.
„Es ist nicht meine Schuld das ich Durmstrang verwiesen wurde, und das weißt du ganz genau.“ wütete ich. Ihr Blick wurde jedoch nicht gutmütiger. Ich hatte schon immer auf etwas mütterliche Liebe von ihr gehofft, auf jemanden, der mir ein Mutterersatz sein konnte. Doch da war nichts in ihr. Von ihr kamen immer nur abwertende Blicke wenn ich einen Fehler machte.
„Ich weiß. Es ist die Schuld deiner Mutter. Meine Schwester...“ ließ sie den Satz unbeendet und studierte ihre Fingernägel, bevor sie wieder mich anblickte. „Aber du wirst jetzt die Konsequenzen tragen müssen. Da gibt es keine Verhandlung, du hast keine Wahl. Ob es dir passt oder nicht, aber wir werden nicht dabei zusehen wie du elendig unseren Namen in den Dreck ziehst und ohne Zauberausbildung bleibst.“
Mit diesen Worten drehte sie sich um und begann energisch das Zeug auf dem Blech zu schneiden.
„Aber... es ist mitten im Schuljahr!“ brachte ich ein. Das neue Jahr war grade erst angebrochen, vor wenigen Tagen noch sah ich mir die Feuerwerke im Himmel an.
Wieder warf sie mir einen vernichtetenden Blick über die Schulter zu, bevor sie nach dem Brief griff und ihn am oberen Rand aufriss. Es tat mir fast weh ihr dabei zuzusehen, da sie einfach ihn einfach am Wachssiegel hätte öffnen können.
Sie zog mehrere Blätter heraus und entfaltete sie. Ihre Augen bewegten sich von Satz zu Satz und ich hielt den Atem an während ich auf weitere Worte von ihr wartete. Bitte, bitte, schick mich nicht in ein unbekanntes Land!
Als sie fertig war faltete sie die Blätter wieder zusammen.
„Es sind Winterferien in Hogwarts. Du wirst zum nächsten Trimester eingeschult.“
Sie drückte mir den Brief an die Brust und sah mir eindringlich in die Augen.
„Pack deine Sachen. Das neue Jahr beginnt morgen.“
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