Afterlife

CrossoverMystery, Romanze / P16 Slash
Celestino Cialdini Kenjiro Minami Phichit Chulanont Victor Nikiforov Yuri Katsuki
08.08.2017
02.11.2017
7
14.410
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18.08.2017 2.663
 
Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe eure Woche war bis jetzt ganz gut? :)
Bei mir hat es leider öfters geregnet.
Ich weiß zwar nicht, ob jemand diese Fanfiction liest, aber wenn ja, lass doch mal deine Meinung da^^
Die Updates werden nicht jede Woche kommen, dafür habe ich leider nicht genug Zeit
Die Schule fängt bald wieder an. Ich freue mich dadrauf :)

Viel Spass beim lesen!

LG
Mailin

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So habe ich mir das Leben nach dem Tod – das Paradies – definitiv nicht vorgestellt.
Ich habe mir ausgemalt nach dem Tod vor ein riesen großes goldenes Tor zu stehen. Ich würde Gott sehen, der das Tor mit einem Handschwung öffnet, den Weg in das Jenseits freigebend. Wenn ich das riesige Tor passiere, kitzeln mich junge, saftig aussehende Grashalme an den Füßen. In meiner Nähe fliegen Engel, die mich mit einem Lächeln begrüßen. Vicchan, mein geliebter Hund, würde auf mich zu rennen, bellend anspringen und glücklich am ganzen Gesicht abschlecken. Ich würde mich im Paradies wohlfühlen und irgendwann wären wir alle vereint. Mutter, Vater Mari…
Was sie wohl jetzt machen? Der Gedanke an meiner Familie stimmt mich traurig.

Ich sehe ein paar Engel, wie sie die Straßen runtergehen. Sie sehen aus wie jeder normale Mensch, wären da nicht die gleichen weiß-silber gefederten Flügel. Sie sind alle unterschiedlich groß.
„Wohin sie wohl gehen?“, frage ich mich. Eine Antwort bekomme ich leider nicht.
So habe ich mir das Jenseits nicht erträumen lassen.

Ich schaue Minami erschöpft an. Das Erlebnis vor einer Stunde sitzt immer noch tief in meinen Knochen. Ich will mich wirklich gar nicht zurück erinnern wollen. Das Ganze kommt mir wie ein Alptraum vor, bei dem ich nicht aufwachen werde.
Kenjiro schaut mich mit einem besorgten Blick an: „Wie geht es dir?“
„Mir geht´s beschissen.“, antworte ich kopfkratzend wahrheitsgemäß.  
Minami schaut mich verständnisvoll an: „Es kann nur noch besser werden. Hier, deine Schlüssel zu deiner Wohnung.“ Minami holt sie aus seiner schwarzen Hosenasche und streckt mir die bronzefarbenen Schlüssel entgegen: „Yuuko hat sie mir gestern Morgen gegeben.“
Ich nehme die zwei unterschiedlich großen Schlüssel entgegen und bedanke mich.
„Wer ist Yuuko?“, frage ich verwirrt. Minami lächelt mich leicht an: „Sie ist wahrhaftig ein Engel. Wäre sie nicht gewesen, hätte ich jetzt die Schlüssel nicht. Naja…ich bin etwas vergesslich, das weiß sie. Sie musste gestern zur Behörde irgendetwas erledigen und sie hat gefragt, ob ich deine Schlüssel schon abgeholt habe. Ich war schon auf dem Weg zu dir, also hat sie die Schlüssel mitgenommen und mir in den Briefkasten geworfen.“ Kenjiro kratzt sich verlegen am Kopf.
Ich habe das Gefühl, dass er diese Geste immer macht, wenn er verlegen ist.

Ich schaue mir die zwei bronzefarbenen unterschiedlich großen Schlüssel genauer an: Auf dem Größeren der beiden Schlüssel ist in Silber eine 606 eingraviert und auf dem anderen, ebenfalls in Silber, eine 07.

Ich schaue zum Gebäude herauf. Die Sonne reflektiert die Fenster, sodass ich geblendet werde. Ich kneife meine Augen zusammen. Mir schwirren zu viele Fragen im Kopf       herum: Wie wird es jetzt weitergehen? Werde ich Vicchan jemals wiedersehen? Warum brauchen Engel eine Behörde? Wo wohnt Minami eigentlich? Werde ich jemals alle Antworten zu meinen Fragen bekommen?
Ich habe das Gefühl mein Kopf platzt gleich. Die immer stetig größer werdenden Kopfschmerzen helfen mir gar nicht dabei einen klaren Kopf zu bekommen.

Ich richte meinen Blick auf die Eingangstüre. Minami geht vor, ich folge. Ich schaue auf die Hausnummer, die rechts oben neben der Türe in einem goldenen Stein eingraviert ist. Die Zahl 606 steht in kunstvollen Verzierungen eingearbeitet.
Den Schlüssel mit derselben Zahl stecke ich in das Schlüsselloch, drehe den Schlüssel um, bis ein Klicken ertönt, und drücke die Türe auf. Dabei ziehe ich den Schlüssel wieder ab. Die Eingangstüre ist schwerer, als sie aussieht. Nur langsam öffnet sie sich und wir treten hinein.

Ich schaue mich um. Ein großer silberner Aufzug in der Mitte des Flures sticht mir direkt ins Auge. Drumherum an den Wänden sind die schlichtaussehenden Wohnungstüren verteilt, jeder eine goldene Zimmernummer tragend. Die Wände, sowie der Boden ist aus schwarz-weißem Granit konstruiert. Die kleinen Silbersteinchen im Granit funkeln verspielt in der Sonne. Die Decke ist leuchtend weiß.
Als sich die Türe schließt, erhellt das Weiß der Decke den Raum ganz leicht. Dadurch funkeln die Steinchen in den Wänden so kräftig, dass ich immer noch alles sehen kann.
Es ist wirklich faszinierend. Das Funkeln beruhigt mich etwas. Ich fühle mich, als wäre ich im Weltall und würde ganz kleine Sterne dabei zusehen, wie sie herumtanzen, über mir schwebt ein weißer Planet.

„Gefällt es dir?“, lacht Kenjiro leicht. Ich schaue ihn an. Erst jetzt merke ich, dass ich leicht lächle. Nickend frage ich: „Und dir? Wie gefällt es dir?“
„Ich finde es immer noch wunderschön.“, antwortet er mir Augenstrahlend: „Immer, wenn ich nach Hause komme, habe ich das selbe wohlige Gefühl wie du. Ich liebe es über Alles.“
Ich schaue Minami fragend an. Bevor ich etwas sagen kann, antwortet er auf meine stille Frage: „Ich kann deine Gedankengänge erahnen und deine Gefühle wahrnehmen. Ich merke, dass du dich dringend ausruhen musst.“
Ich nicke. Ich mag es nicht, wie ein offenes Buch gelesen zu werden: „Kann so etwas jeder Engel?“
Minami schüttelt seinen Kopf: „Nein. Ich war dein Schutzengel, deswegen habe ich spezielle Fähigkeiten, die jetzt, wo du hier bist, verschwinden werden.“
„Welche Fähigkeiten hast du denn noch?“, frage ich interessiert.
„Alles zu seiner Zeit.“, erklärt mir Minami: „Leg dich etwas schlafen, wenn du ausgeruht bist, werde ich alle deine Fragen so gut wie ich kann beantworten.“

Enttäuscht sehe ich mich im Flur um und finde meine Wohnungstüre auf der rechten Wandseite. Ich gehe zu meiner Wohnung. Mit jedem Schritt schwindet meine Kraft. Meine Augen fallen mir gleich zu

Ich stecke den kleineren Schlüssel mit der eingravierten Zahl 07 in das Schlüsselloch der Türe. Als sich die Türe öffnen lässt, ziehe ich den Schlüssel wieder raus, dabei fällt mir eine Frage ein: „Minami, als du ein Engel wurdest…wie hast du dich gefühlt?“
Ich bin wirklich sehr müde, doch diese Frage wollte ich Minami stellen, seit er mir erzählte, dass er mich an der Unfallstelle verstehen kann.
Ich schaue Minami in die Augen. Er überlegt, ob er meine Frage beantworten soll.
„Ich habe mich beklemmend gefühlt… frage mich bitte nicht, wie ich gestorben bin, es ist wirklich sehr persönlich.“, erzählt mir Kenjiro.
Ich weiß, dass mein ehemaliger Schutzengel nichts mehr dazu sagen wird, darum lasse ich ihn in Ruhe und betrete meine neue Wohnung.

Meine Erinnerungen werden an mein Zuhause von früher geweckt. Diese Wohnung, die ich gerade betrete, sieht genauso aus.: Der Flur ist schlicht japanisch eingerichtet. Die beigen Schiebetüren, der knarzende hellbraune Holzboden. Ein paar rot und blau verzierte Vasen stehen an den Ecken des Flures.

Ich höre fast, wie Hausschuhe den knarrenden Boden entlanglaufen. Ich sehe meine Mutter lächelnd im Flur, mich begrüßen. Vicchan, der eigentlich verstorben ist, bellt lauthals zur Begrüßung, springt mich an und leckt mir über mein Gesicht.
Mari, meine ältere Schwester, lehnt sich leicht mit einer Zigarette im Mund an den Türrahmen des Wohnzimmers und lächelt mich an. Ich lächle zurück. Mein Vater, der im Wohnzimmer etwas geschäftliches erledigt, fragt, wer gekommen ist.
Ich rufe: „Ich Vater, Yuri!“, meine Augen werden feucht, kurz danach merke ich, wie mir ein paar Tränen die Wange herunterlaufen.
„Yuri?“, fragt mich meine Mutter: „Warum bist du hier? Du hattest doch einen Autounfall und konntest am Unfallort nicht wiederbelebt werden?“ Ich schaue meine Mutter verdutzt an.
Träume ich gerade?
„Yuri.“, jetzt meldet sich meine Schwester Mari zu Wort: „Wir waren eben auf deiner Beerdigung.“

Ich habe ein Alptraum. Meine Stimme versagt, Angst und Panik kriechen mir den Rücken herauf. Bevor ich antworten kann, spüre ich, wie mir der Boden unter den Füßen wegrutscht. Ich falle. Ich falle in ein tiefes schwarzes Loch. Dunkler als die Dunkelheit selbst. Ich falle, weiß nicht, wann der Boden anfängt.
Die Schwärze erdrückt mich und plötzlich merke ich, wie ich in einer Kiste liege. Meinem Körper angepasst. Ich fühle mit meinen Händen die Kiste ab…
Das ist keine gewöhnliche Kiste. Das hier ist ein Sarg.
Von draußen höre ich etwas die Stimme eines Priesters, wie er die Predigt hält. Die Predigt, die man bei einer Beerdigung hält. Einer Beerdigung...Meiner Beerdigung.
Ich verstehe kaum was er sagt, doch tritt jetzt Stille ein.

Eine Sekunde. Zwei Sekunden. Drei Sekunden.
Ich habe Gänsehaut. Angstschweiß rennt mir die Stirn herunter. Was wird jetzt passieren? Ich will hier raus. Raus aus diesem Sarg. Raus aus diesem Alptraum.
Erde prasselt auf meinem Sarg nieder. Erst kaum hörbar, dann lauter. Es wird immer lauter. Das Grab füllt sich.

Ich rufe, dass mich jemand hier herauslässt. Hämmere an dem Sargdeckel. Schreie, damit sie merken, dass ich noch lebe.
Sie. Meine Mutter. Mein Vater. Meine Schwester. Der Priester. Alle. Alle sollen mich hören. Ich will nicht hier unten bleiben, wo die Schwärze mich verschlingt.

Stille.
Ich merke, wie die Luft, der Sauerstoff, drückender wird. Ich bekomme kaum Luft. Meine Panik steigt erneut und der Sarg selbst wird immer kleiner. Erdrückt mich. Wird mich zerquetschen. Ich schließe meine Augen, darauf vorbereitet, dass mir sämtliche Knochen brechen. Stattdessen höre ich leises Vogelgezwitscher.
Ich mache meine Augen auf. Ist es jetzt endlich vorbei?
Ich sehe ein immer voller werdendes Grab. Davor ein Grabmal. Geschockt schaue ich auf mein eigenes Grabmal:


Yuri Katsuki

Geboren am 29.11.1993
Gestorben am 24.03.2017


Schlimmer kann es nicht mehr werden. Ich schaue weiter. Vor meinem Grab steht der Priester, wie er meiner Familie Beileid wünscht.
Meine Familie: Schwarz gekleidet; trauernd; sogar tränenvergießend und betend, dass es mir, dort wo ich jetzt bin gut gehen soll.
So will ich meine Familie nicht sehen. Ich schaue wieder zurück zu meinem Grab. Ich weiß, dass ich da unten liege. Weiß, dass nach einer Zeit mein Körper faulen wird und Würmer, Käfer, Spinnen meinen Körper als Nahrungsquelle benutzen. Das Einzige was zurückgelassen wird sind meine Knochen.
Langsam aber stetig werde ich in das Grab reingezogen. -ich kann dagegen nicht ankämpfen- und liege nichts sehend im Sarg.

Stille.
Diese verdammte Stille macht mich wahnsinnig. Ich will doch nur aus diesem Alptraum raus. Aufwachen. Doch das geschieht nicht.
Würmer, Käfer, Spinnen. Ich höre sie überall. Sehe sie nicht. Sie bahnen sich einen Weg durch die Erde. Fressen oder kratzen den morschen Sarg kaputt, kommen zu mir, in mir. Sie fressen mich von innen auf. Sie fressen mich von außen auf. Ich will das nicht. Sie sollen aufhören. Ich will mich bewegen, kann es aber nicht. Schließe die Augen. Ich schreie…und wache auf.

Aufrecht sitzend atme ich mehrmals tief ein und aus. Schweißgebadet sitze ich auf einer dünnen Matratze. Eigentlich sollte jetzt mein Herz wie wild klopfen, doch da ist nichts. Ich fasse an meine Brust. Wieso klopft mein Herz nicht? Es gehört dazu, wenn man ein Egel ist, vermute ich.

„Na, bist du aufgewacht?“
Schwitzend und immer noch außer Atem schaue ich die Person an, die mit mir redet. Sie ist eine junge Frau, vermutlich Anfang 20.  Mit ihrem roten Pferdeschwanz sieht sie sehr süß aus. Ich schaue sie irritiert an. Wieso ist sie in meiner Wohnung?

„Ich bin Yuuko.“, lächelt sie mich aufmunternd an. Ich schaue sie immer noch irritiert an.
„Du warst der Schützling von Minami. Er hat dir kurz von mir erzählt, als du hier ankamst.“
Ich überlege. Meine Atmung hat sich wieder normalisiert und die Erinnerungen kehren langsam wieder zurück: Minami hat mir erzählt, dass sie ihm die Schlüssel gebracht hat.

„Wieso bist du in meiner Wohnung?“, frage ich Yuuko. Sie setzt sich neben mir auf dem Boden: „Als du vor Erschöpfung umgefallen bist, trug Minami dich in dein Schlafzimmer ins Bett. Er rief mich sofort an, dass ich zu ihm kommen soll. Er hörte sich so panisch an, da bin ich direkt von der Arbeit zu ihm geflogen. Er hat mir erzählt was passiert ist und wir haben aufgepasst, dass es dir gut geht während du schläfst.“ Nickend höre ich dem Engel zu. Ich kann immer noch nicht fassen, was passiert ist.
„Wo ist Minami?“, ich suche den Raum ab, um mich bei ihm zu bedanken, doch sehe ich ihn nirgends.
„Minami ruht sich gerade Zuhause aus. Er hielt ein Tag und zwei Nächte bei dir Wache. Er hat sich wirklich große Sorgen um dich gemacht. Besonders weil du einen Alptraum hattest und wurdest nicht wach.“
Mein Traum ist immer noch in meinen Knochen spürbar. Ich bedanke mich bei Yuuko und werde mich bei Kenjiro bedanken, sobald ich ihn wieder treffe.

Nach einer kurzen Pause überlegt Yuuko: „Geh erst mal duschen. Ich bringe dir neue Anziehsachen aus dem Kleiderschrank in das Bad. Danach kannst du etwas essen.“ Wie als Signal knurrt auch mein Magen. Ich habe fast drei Tage lang nichts gegessen. Getrunken habe ich auch nichts. Meine Kehle fühlt sich staubtrocken an. Durch den Schweiß klebt meine Kleidung förmlich an meiner Haut. Das fühlt sich wirklich ekelhaft an. z
Ich nicke und vertraue Yuuko indem, was sie sagt und macht. Mehr kann ich in diesem Moment nicht machen. Einfach nur Vertrauen.

Yuuko zeigt mir das Badezimmer. Ich gehe hinein. Es sieht alles genauso aus wie früher. Ich bekomme Heimweh. Ich schüttle meinen Kopf, um meine Gedanken halbwegs zu sortieren und schaue mich um. zDuschgel, sowie Shampoo und Badetücher liegen schon bereit im Bad, um benutzt zu werden.

Ich ziehe mich aus und dusche. Ich dusche lange. Wie lange, weiß ich nicht. Es ist mir auch egal. Meine Gedanken bekomme ich noch immer nicht sortiert. Mir ist gar nicht aufgefallen, dass ich umgekippt bin. Ich schaue an mich herunter. Ich sehe keine blauen Flecke vom Aufprall auf dem Boden. Minami muss mich aufgefangen habe, bevor ich auf dem Boden kippen sollte.
Eine Frage schwirrt mir immer noch im Kopf herum, die nicht loslassen und endlich beantwortet werden will: Was wird jetzt, nachdem ich aufgewacht bin passieren?

Ich dusche weiter. Durch das Türschloss bahnt sich der Geruch von Fleisch und Reis langsam in das Badezimmer. Ich merke, wie der Duft meine Nase erreicht. Zur Antwort knurrt schon wieder mein Magen. Ich habe das Gefühle, ich verhungere.
Interessiert, was Yuuko noch alles gekocht hat, stelle ich das Wasser ab. Ich trockne mich ab und ziehe mir eine weiße Hose und ein gleichfarbiges T-Shirt an, was Yuuko bevor ich duschen gegangen bin, auf einem kleinen Hocker gelegt hat.



Danach gehe ich in die Küche. Ich sehe Yuuko. Keine Flügel. Ich schaue mich an. Keine Flügel. Verwirrt frage ich den Engel: „Wo sind meine Flügel?“
Sie lacht leise: „Deine Flügel ziehen sich zusammen in deinem Körper zurück. Sie kommen nur heraus, wenn du den Wunsch hast zu fliegen. Hast du deinen Rücken schon betrachtet?“
Ich schüttle meinen Kopf und renne zurück ins Bad. Dort angekommen ziehe ich mein T-Shirt aus und betrachte am Waschbeckenspiegel meinen Rücken.

Ich staune. Die Flügel sehen in meiner Haut eintätowiert aus. Sie bedecken fast meinen ganzen Rücken. Yuuko ist mir gefolgt. Ich schaue sie an.
„Sind sie nicht faszinierend?“, fragt sie mich Augenleuchtend.
Ich nicke, zu erstaunt um irgendetwas zu sagen.

Nach einer Zeit räuspert sich Yuuko: „Yuri komm, das Essen wartet nicht auf uns.“ Lächelnd geht sie zurück in die Küche. Ich streife mir mein T-Shirt wieder über und folge.
Als wir in der Küche sitzen und unser Essen zu uns nehme, frage ich: „Was wird jetzt passieren, nachdem ich ein Engel geworden bin?“
Sie lächelt mich erneut an: „Dir wird ein Schützling zugeteilt. Leider müssen wir dir im crash Course alles erklären, weil der Junge schon geboren ist. Wenn er nicht bald einen Schutzengel bekommt, werden Dämonen auf ihn aufmerksam.“

Dämonen? Gibt es sie also auch? Wie werden sie aussehen? Ich werde ein Schutzengel? Ich kann mir das gar nicht vorstellen, wie das ist. Mein aller wichtigster Gedanke ist: Wie wird wohl der Kleine sein?
„Wie heißt mein Schützling?“, schaue ich interessiert Yuuko an.
Ihr lächeln wird breiter: „Dein Schützling Yuri, heißt Viktor Nikiforov.“

Zu sterben ist keine einfache Sache, ein Engel zu sein noch weniger. Das wird mir den darauffolgenden Tagen klar.
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