Afterlife

CrossoverMystery, Romanze / P16 Slash
Celestino Cialdini Kenjiro Minami Phichit Chulanont Victor Nikiforov Yuri Katsuki
08.08.2017
02.11.2017
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08.08.2017 2.007
 
Hallo und Herzlich Willkommen!

Ich liebe Yuri on ice in Mafia und Deamon and Angel style. Deswegen habe ich mich zu dieser Fanfiction entschieden. Das wird ein Crossover zu den beiden Themen sein.
Ich hoffe es wird euch gefallen.
Ich habe P 16 gewählt, da diese FF ein ernstes Thema hat.
Auf Kritik, Lob sowie Wünsche freue ich mich total :)

LG und viel Spass
Mailin

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Hätte ich gewusst, was mir heute wiederfährt, wäre ich niemals aufgestanden und hätte weitergeschlafen. Ich hätte mir einen neuen Wecker gekauft, weil meiner letzte Nacht kaputtgegangen ist. Und weil genau der Wecker kaputtgegangen ist, bin ich fast zu spät aufgewacht. Meine „Hätte ich“ und „Wäre ich“ kann man nie vorhersehen. Das ist ein Teil des Lebens. Aber was heute Morgen passiert ist, ist nicht der Grund weshalb das passiert, was uns allen im Leben wiederfahren wird. In unterschiedlichen Weisen.

Mein Wecker hat nicht geklingelt und ich werde von den Sonnenstrahlen, die mich vom Fenster aus an der Nase kitzeln wach. Ich schaue auf meine Uhr die auf der Nachtkommode steht an und reibe mir währenddessen die Nase. Mein Wecker zeigt 1 Uhr an. Ich setze mich auf und nehme mein Handy, was ebenfalls auf dem Nachttisch liegt, in die Hand. Es ist Zehn vor Acht.
Scheiße, mein erster Tag verläuft wirklich gut.
Die Ironie in diesem Spruch hätte ich mir auch sparen können.
Ich sehe es schon vor mir: Mein erster Arbeitstag. Yuri Katsuki, 24 Jahre alt, der es irgendwie geschafft hat das Psychologiestudium mit einem Durchschnitt von 1,2 zu bestehen und jetzt als Schulpsychologe im Mikoto Gymnasiums arbeitet, bekommt am ersten Arbeitstag schon eine Abmahnung.
Ich schüttle meinen Kopf. So kann das echt nicht laufen. Ich springe schnell aus meinem Bett, um mir ein blaues Hemd mit der gleichfarbigen Hose anzuziehen. Ich wasche mir mein Gesicht und putze mir die Zähne. Dann sprinte ich nach unten und sehe mich kurze Zeit später in meinem Auto fahren.

Ich weiß, dass Psychologie nicht wirklich etwas für mich ist. Selbst ein Psychologe zu sein, wird schwer werden. Nicht, dass es zu schwierig sein wird die Schüler falsch zu beraten… es ist eher der Fall, dass ich mir alles viel zu sehr zu Herzen nehme.
Als mein Hund Vicchan starb, es war erst letztes Jahr, war es sehr schwer für mich meine Trauer zu bewältigen. Ich kann seit kurzen mit dem Gedanken leben, dass mein geliebter Hund, mehr ein Freund für mich, nicht mehr da sein wird, um mich zu begrüßen, wenn ich nach Hause komme. Ich gehe seitdem nicht mehr viel nach draußen. Victor, mein Hund, war da der Grund, warum ich eine Pause vom ganzen auswendig lernen machen konnte.
Weshalb es Schwierigkeiten in meinem Beruf geben wird ist, weil ich Nächte lang nicht schlafen kann, da ich in ein paar Praktika mehrmals Leute für eine Stunde therapieren durfte.
Deshalb bin ich wirklich froh darüber, dass ich ein Platz als Schulpsychologe im Mikoto Gymnasium bekommen habe. Dort werden die Probleme nicht so weitschweifend und Nächte raubend sein wie in einer Psychiatrie oder ähnlichem…hoffe ich.
Aber es ist wirklich das Einzige, worin ich gut bin. Dadurch das ich sehr schüchtern bin, kann ich mich nicht wirklich durchsetzen. Als ich bei meinen Eltern im Onsen gearbeitet habe, habe ich mich bei Telefongesprächen oder Diskussionen ferngehalten.
Meine Stärken sind Zuhören und Ratschläge geben. Deshalb habe ich diesen Weg auch gewählt.

Weshalb ich mich für diese Richtung entschieden habe ist, dass ich mir als Psychologe mehr leisten kann. Im Studium habe ich halbtags im Supermarkt für 450 Euro Basis gearbeitet. Auf Dauer ging mir das Geld aus, um mir mein Lieblingsgericht Katsudon jeden zweiten Tag beim Asiaten, zwei Straßen weiter zu kaufen. Zum Ausgleich gehe ich laufen, damit ich nicht zu dick werde. Meine Mitstudenten haben mich deswegen häufiger kleines Schweinchen genannt.

Ich bin fast an der Schule. Ich schaue auf mein Handy, um die Urzeit zu kontrollieren. Auf dem Display steht 8:10 Uhr. Mist, ich komme zu spät!
Ich höre ein Hupen und wollte meinen Blick auf die Straße wenden, als ich plötzlich ein krachen höre und mir schwarz vor Augen wird.

Irgendwann, ich kann nicht genau sagen wann, stehe ich in der Nähe meines Autos.
Ich stehe? Saß ich nicht eben noch im Auto? Ich schaue mich um und entdecke mein Auto im Vorgarten eines alten Ehepaares, an der Hausmauer zu Schrott gefahren. Ich renne zum Auto, doch werde ich zurückgerufen: „Stopp! Warte! Willst du dich wirklich sehen?“ Ich halte an und drehe mich langsam zu der Stimme um. Warum will ich mich selber sehen? Ich stehe doch hier?
Ich erschrecke mich, als ein junger Mann, fast noch ein Kind mich mit sehr traurigen Augen ansieht. Es sind nicht seine blonden Haare, die am Pony rot gefärbt sind, was mich stutzen lässt. Es ist auch nicht das junge Alter. Es sind die Flügel, die an seinem Rücken wachsen. Sind das Engelsflügel?
Sie sind so wunderschön groß und silberweiß.
Als ich meine Stimme wiederfinde, flüstere ich: „Wer bist du?“ Ich weiß wirklich nicht, was gerade passiert…
„Ich bin Minami Kenjiro, dein Schutzengel…also eigentlich war ich dein          Schutzengel…“, antwortet der Junge schüchtern. Mit kratzendem Kopf dreht er sich schämend weg von mir.
Ich denke nach: Warum besucht mich jetzt ein Schutzengel? Mein Schutzengel? Und warum war er mein Schutzengel?
„Warum kann ich dich sehen?“, frage ich ihn irritiert. Ich habe eine Vorahnung, die ich in meinem Kopf nicht existieren lassen will. Ich will sie mir nicht ausmalen.
Minamis Kopf dreht sich etwas zu mir. Mit ehrlich blickenden Augen flüstert er: „Du weißt warum du mich sehen kannst.“ Ich erstarre vollkommen, noch nicht mal Atmen kann ich.
Ist meine Vermutung also doch wahr und ich bin…
Ich kann es nicht aussprechen, geschweige zu Ende denken. Wie hypnotisiert drehe ich mich zu meinem Auto um und gehe wie von fremd gesteuert darauf hinzu, nicht darauf achtend wie viele Schaulustige Fotos machen, anstatt die Polizei oder den Krankenwagen zu rufen.

Ich bin fast angekommen, als sich wieder mein Schutzengel zu Wort meldet: „Also eigentlich bist du noch nicht tot. Du bist eher…so was ähnliches wie ein Geist. Dein Körper…“ Ich schaue Minami an. Mit verzweifeltem Gesichtsausdruck versucht er die Situation zu erklären: „Er lebt noch.“ Er deutet mit seinem Zeigefinger auf mich. Ich schaue an mich runter und was ich sehe schockiert mich mehr, als die Tatsache, dass vor mir ein Engel steht.
Ich war fast ganz unsichtbar. Ich merke, wie ich mit jeder steigenden Sekunde immer mehr an Form und Farbe gewinne.


Ich renne zu meinem irdischen Körper. Zu meinem irdischen Ich.
Inzwischen sind die Polizei und der Krankenwagen gekommen. Der Krankenwagen hat meinen fast leblosen Körper auf die Trage gelegt und mich in den Wagen geschoben. Die Polizei verhört gerade das alte Ehepaar, dass in dem Beschädigten Haus lebt, um Informationen bezüglich dieses Unfalls zu sammeln.
Ich habe alles um mich herum wirklich nicht wahrgenommen. Mir ist es auch egal. Ich bin bei meinem Körper. Angespannt und unbeschreiblich traurig schaue ich mich selbst an.
Mein Kopf ist wie leergefegt.

Ich betrachte mich. Überall habe ich blaue Flecken, die langsam grün lila werden. Mein Kopf sieht am schlimmsten aus. Dort habe ich eine sehr große Platzwunde, wo man mehr sehen kann, als das Blut, was schnell daraus sickert.
Ich taste mit meinen Fingern meine Geisterstirn ab, ob dort die gleiche Wunde zu fühlen ist, wie auf meinem irdischen Körper. Doch ich spüre nur meine weiche Haut. Kein Blut oder ein großes Loch. Ich muss beim Aufprall gegen das Lenkrad gestürzt sein.
Ich kann nicht mehr zusehen, wie viel Blut aus meinem irdische Körper rausfließt. Das viele Blut, mir wird übel. Ich will mich wegdrehen, doch bewegen kann ich mich nicht. Ich will das Gesehene aus meinem Kopf verbannen…
„Hey, es wird alles wieder gut.“, versucht mich Kenjiro zu beruhigen. Ich drehe mich langsam zu ihm. Heiße große Tränen bahnen sich ihren Weg aus meinen Augen auf meine Wange und fließen von meinem Kinn zu Boden. Meine Stimme habe ich wieder verloren.

Erst jetzt begreife ich, dass mein Leben, was ich bisher gelebt habe, vielleicht nicht mehr leben werde. Ich kann meine Fehler nicht mehr gutmachen. Kann meine Wünsche die ich träumte, nicht wahrmachen. Dass einzig Wahre, ist das Hier und Jetzt. Ich begreife, dass ich besser im Onsen geblieben wäre. Bei meiner Familie. Ich weiß, dass ich noch leben würde, wenn ich einfach dort weitergearbeitet hätte.
Ich weiß auch, was jetzt gleich passieren wird, wenn ich sterben werde. Meine Familie wird benachrichtigt. Benachrichtigt, dass ich ein Autounfall hatte und nie wieder nach Hause kommen kann. Nie wieder meine Familie lächeln sehen werde. Sie werden weinen, Nächte lang nicht schlafen können und irgendwann darüber hinwegkommen. Das Einzige was ich mir jetzt noch wünsche ist, dass ich in den Herzen meiner Familie bleibe, sollte ich sterben.

„Werde ich sterben?", frage ich Minami, als ich meine Stimme wiederfinde. Dieser schaut meinen irdischen Körper an: „Wenn die Ärzte dich stabil bekommen, wirst du wieder leben.“
Ich bete dafür, dass ich wieder meine Augen öffnen kann und ich in der Trage liege.
Ich höre wie ein Arzt sagt: „Wir müssen ihn reanimieren!" Er holt ein Gerät heraus, dass mir kurze Stromstöße in den Körper leiten lässt. Mein Irdischer Körper fliegt etwas nach oben und landet wieder in der Trage. Mehrmals versucht der Arzt mich zu reanimieren. Einmal ganz kurz merke ich, wie ich in meinem Körper gesogen werde. Ich öffne langsam meine Augen und liege in der Trage. Minami sehe ich nicht mehr. Er sollte links neben mir an der Trage stehen, wo kein Arzt seine Sicht auf mich behindert. Die Schmerzen in meiner Brust sind unermesslich hoch, doch durch den hohen Blutverlust, den ich erleide, wird mir ganz schwindelig und ich falle in Ohnmacht. Fast sofort sehe ich meinen irdischen Körper wieder vor mir. Minami steht neben mir und schaut auch auf den Körper in der Trage.


Die anderen Ärzte versuchen in der Zeit die Blutung zu stoppen. Sie benutzen Verbände, Desinfektionsmittel und Wasser. Nichts hilft, doch die Ärzte geben nicht auf.
Ich schaue wieder zu Minami. Sein ängstlicher Gesichtsausdruck auf meinem irdischen Körper sagt mir, dass die Hoffnung langsam schwindet. Ich schaue wieder zu meinem verletzten Körper.

„Bitte lass mich leben.“, bete ich weiter. Ich schaue auf die anderen zwei Ärzte, es sind insgesamt drei, die versuchen die Blutung zu stoppen flüstern zu sich selbst: „Er verliert zu viel Blut, da hilft auch keine Infusion oder Verband mehr.“

Ich schaue auf das Gerät, was wahrscheinlich meine letzten Sekunden auf Erden anzeigt.  Die Lebenslinie wird immer schwächer, der Puls ist unterirdisch niedrig und es kommt das bekannte Piepen, wie man es manchmal in Filmen oder Serien sehen kann.  Nur das hier ist die Realität und keine ausgedachte Geschichte.

Ich schaue Minami an. Er legt eine Hand auf meine rechte Schulter: „Schau, wir müssen bald gehen.“  Ich schaue wieder zu den Ärzten. Sie sehen sich gegenseitig in die verschwitzten, traurigen Gesichter und merken, dass es keinen Sinn mehr hat, mich weiter zu beleben.
Ich schaue wieder zu Minami: „Lass uns gehen, Yuri.“, antwortet er meine stille Frage.
„Wohin?“, frage ich mit gebrochener Stimme.
Mein Schutzengel schaut mir klar in die Augen: „Ruhe dich erstmal aus. Für mich war es auch ein riesengroßer Schock, zu sehen, wie ich starb…“
Ein letztes Mal schaue ich auf meinem irdischen Körper. die Helfer decken gerade meinen Körper mit einem weißen Leichentuch ab, danach wählt ein anderer Arzt eine Nummer. Vermutlich, um meine Familie Bescheid zu sagen, dass ich gestorben bin.

Minami gibt mir seine Hand: „Komm.“ Ich nicke nur. Wir gingen etwas vom Unfallort weg.
„Schwing deine Flügel.“, erklärt mir mein Engel mit etwas gebrochener Stimme. Ich schaue ihn fragend an, bemerke aber schnell, dass mir in der Zeit Flügel gewachsen sind. Ich bewege sie erst leicht und dann immer schneller. Es überrascht mich, dass die Flügel trotz der Größe doch so leicht sind. Ich fliege.
„Komm.“, wiederholt sich Minami. Er fliegt auch und mit seiner Hand in meiner, fliegen wir zusammen in den Himmel davon, dahin, wo die Engel wohnen.
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