Rashoumon Demonic Love

von Lord Wais
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Dazai Osamu Ryunosuke Akutagawa
05.08.2017
16.10.2017
8
28356
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Rashoumon Demonic Love


Warnung: Yaoi


Ryunosuke Akutagawa versuchte dieses Mal nicht das Gesicht zu verziehen, als er spürte, wie der Mann hinter ihm sein Glied ansetzte und sich langsam einführte. Nein, es war nicht das erste Mal, dass Akutagawa vor Lust seufzte und sein Kinn nach oben reckte. Den Atem dieses Partners vernahm er ebenso schwer an seinem Ohr, verlangend und nahezu gierig. Er machte sich wohl kaum Sorgen darüber, ob er nun Schmerzen empfand oder nicht. Trotzdem hatte er Ryunosukes Hand genommen, die er nun vor sich auf dem weißen Laken betrachten konnte. In diesem Moment der Schwäche, betrachtete er es als okay sich einfach hinzugeben und den langsamen Rhythmus zu genießen, den der Hintermann fand. Akutagawa war ihm relativ dankbar, dass er in diesem Moment kein Wort sprach, weder zu der Lage, noch zu seinem Gefühl. Es war peinlich genug. Möglicherweise war er sowieso schon rot angelaufen.

  Der Partner schob Haut auf Haut sein Knie über Akutagawas Schenkel, um somit etwas tiefer in ihn zu gleiten. Sogleich öffnete dieser den Mund und seufzte einen Ton des Wohlgefallens, da strich ihm die zarte Hand über das Gesicht, fast entschädigend. Eine wundervolle Berührung. Es fühlte sich fast so an, als hätte er sie vermisst. Dabei war es etwas, dass er so noch gar nicht kennen gelernt hatte. Leider verschwand die Hand viel zu schnell, suchte dafür aber einen intimeren Punkt auf, schloss sich um seine Hüfte um ihn an den Rhythmus anzupassen. Die Reibung war angenehm aber noch lange nicht so berauschend wie den Punkt den er mit seiner Härte erwischte. Und er wusste, dass er das gut konnte.

  Genießerisch schob Akutagawa die Brauen zusammen und flüsterte die unmissverständlichen Worte „Bitte, schneller“, bevor er sich dem gesteigerten Tempo hingab. Die Hand hatte sich mittlerweile daran gemacht ihm eine eigene Befriedigung zu versichern. Sofort dröhnte die Erregung rauschend durch seinen Körper, bis zu seinem Kopf. Es machte ihn fast wahnsinnig. Dabei fragte er sich nicht, ob er es war, der schwächer war. In diesem Moment war es vollkommen egal.

  Bevor Akutagawa meinte, er könne seine Lust nicht länger zurückhalten, stoppte die Bewegung der Hand und schob seinen Oberschenkel von der Löffelchenstellung aus ein wenig nach oben. Akutagawa stöhnte bei dem neuen Winkel gehaucht und schloss die Augen. Er hatte das Gefühl als würde der Hintermann bis zu seinem Bauch vordringen. Überwältigend. Es fehlte nur noch die Vereinigung ihrer Lippen. In dem Moment fiel Akutagawa auf, dass er bisher noch niemanden geküsst hatte. Aber auch das würde den Hintermann wohl nicht stören. Außerdem gab es keinen Grund sich jetzt doch zurückzuhalten.

  So wie die Lust durch ihm brodelte, fasste er nun seine Kraft und neigte sich nach hinten. Mit der Nase strich er sanft über den weichen Hals des Partners und begann seine Zunge danach auszustrecken, bis er hinauf zu dem wunderschönen Gesicht…

  Mit geweiteten Augen erfasste er, dass er dieses Gesicht kannte.

  Moment mal! Was?!

  „D-Dazai…!“



  Langsam öffnete Akutagawa die Augen und starrte wie gebannt durch die Dunkelheit seines Zimmers. In seinem Raum, seinem Bett in den Kreisen der Hafenmafia. Jetzt begriff er…

  Nicht schon wieder dieser Traum…

  Missmutig fuhr er sich durch die Haare und legte sich um, um den Versuch zu wagen, wieder einzuschlafen, aber den Gedanke ließ ihn nicht los.

  Warum schon wieder Dazai? Warum träume ich von Sex mit ihm?!

  Die Erektion war jedenfalls echt… Und nicht zu fassen! Wie schaffte er der verdammte Verräter es, sich in seine Träume zu schleichen? Er war längst kein Thema mehr im Leben des 20-jährigen Mafioso.

  Irritiert und wütend zugleich tastete er nach seinem Handy und erwischte es auf dem Nachtschrank neben seinem Bett. Mit der Nase in das Polster gepresst schaltete er es an und schaute auf das Datum des heutigen Tages.

  Märzanfang. Geburtstag also.

  Gedanklich hatte er sich kaum auf diesen Tag vorbereitet. Alle wussten davon, alle würden daran denken und trotzdem wäre es ein reines Desaster. Am liebsten würde er den ganzen trockenen Gratulationen entkommen. Ein unbedeutender Tag wie jeder andere. Und es gab keine Motivation den Tag zu beginnen oder ihn gar zu beenden.

  Draußen war es wohl noch stockduster. Da es sowieso nichts zu tun gab, richtete er sich auf, um sich fertigzumachen, da überkam ihn sogleich sei gewohnter Reizhusten, der sich im nächsten Moment auch schon wieder beruhigte.

  Mit düsterer Miene warf er sich den schwarzen Mantel über das weiß seines Hemdes und trat zum Spiegel um den Blush zu richten. Dabei fuhr er sich mit den Händen durch das Haar um es provisorisch zu richten, schließlich hatte ein Kamm bisher nicht viel gebracht.  

  Ich träume so detailreich. Dabei hab ich von dem Thema überhaupt gar keinen Plan.

  Aber es störte ihn nicht, dass er Jungfrau war. Warum auch? Es gab genügend andere Dinge, bei denen es sich mehr lohnte, sich zu beschweren.

  Akutagawa konterte seinen eigenen grauen Blick.

  Dazai. Beschissener Dreckskerl.

  Seine Hand hatte also all die zärtlichen Berührungen… Nein! Es war absurd weiter daran zu denken. Dieser Verräter sollte endlich aus seinem Leben verschwinden. Vollkommen.

  An diesem Morgen trat er bei einem Spaziergang an der frischen Luft an den Steg. Soweit das Auge reichte war keine Menschenseele zu sehen. Nur die Dämmerung zeigte ihr leichtes Rot und warf ihren hellen Schatten über das Meer. Eigentlich war er nicht gekommen, um das zu sehen, aber es schadete nicht, sich kurz zu setzen und die Stille zu genießen. Auch der laue Wind fühlte sich angenehm an. Er brachte Wärme mit sich und den Geruch von Fisch.

  Akutagawa atmete tief ein und legte den Kopf auf dem Holz ab. Irgendwie wäre es komisch, hier entdeckt zu werden, vor allem beim Dösen. Aber an diesem alten Teil des Hafens trieben sich kaum Leute herum. Es war eher ein Platz zum Erholen für ihn selbst, wo ihn niemand fand und auch niemand suchen würde.

  In dem Schwarz unter seinem Lid zeichnete sich noch das tanzende Muster des Lichtes, untermalt von dem schönen Plätschern des Wassers. Akutagawa stellte sich vor, wie es leicht an das Holz des Stegs prallte und den Tang an die alten Schiffe schwappte.

  Plötzlich durchdrang die bandagierte Hand Dazais durch die Dunkelheit. Die Finger wollte sein Gesicht berühren, da riss er auch schon die Augen weit.

  „Rashoumon!“

  Nichts. Seine Kraft blieb tief in ihm schlummern. Zudem… waren die Finger, die seine Stirn berührten real.

  „Schläfst du?“

  Ungläubig schaute er in das heitere, verhöhnende Gesicht des Verräters Dazai.

  „Oh jetzt wohl nicht mehr.“

  Akutagawa schlug reflexartig die Hand von ihm und zwang sich aufzustehen. „Was machst du hier?“, fauchte er.

  „Das ist aber keine nette Begrüßung für einen alten Lehrer“, lachte Dazai. „Ist lange her. Ich wollte dir nur gratulieren.“

  Automatisch versuchte er erneut seine Kraft einzusetzen, erinnerte sich im nächsten Moment dennoch wieder an die Blockierung. „Steck dir deine Gratulation sonst wo hin! Wie hast du mich überhaupt gefunden?!“

  „Gefunden? So würde ich das nicht nennen, schließlich habe ich dich gar nicht gesucht. Ich spaziere nur ein wenig die alten Gegenden ab. Hier soll sich ein Ausreißer herumtreiben.“

  „Interessiert mich nicht!“

  „Da habe ich gesehen wie du hier liegst“, fuhr er ungehindert fort. „Dachte erst, du seist tot, haha!“

  Peinlich berührt biss er sich auf die Zunge.

  „Und was treibst du hier?“, wollte Dazai wissen. „An deinem Geburtstag.“

  „Das geht dich gar nichts an, Verräter.“ Er versuchte ruhig zu bleiben und seine Stimme zu zügeln. Sein Gesicht wollte er vor diesem Typen wahren.

  „Du wolltest diesem ganzen Wind um nichts sicher umgehen oder?“ Dazai richtete sich etwas und schaute auf das Wasser. „Du hast einen guten Ort dazu gewählt, muss ich sagen.“

  Akutagawa knirschte die Zähne. „Wie lange willst mich noch provozieren?“

  „Ist schon gut, ich hatte nicht vor dich zu ärgern. Nicht an deinem Geburtstag.“

  „Hör auf davon zu reden als würde es dich interessieren.“

  „Ach? Aber es interessiert mich.“ Er schaute ihn leichtfertig in die Augen. „Ich werde dir auch ein kleines Geschenk machen.“

  Soll das sein Witz sein?

  „Du willst sterben, oder?“

  Könnte ich nur meine Kraft benutzen, dann wäre das hier schon längst vorbei. Warum rede ich überhaupt mit dem?

  Dazai begegnete ihm mit einem Lächeln. „Sterben wäre auch zu schön. Vielleicht bin ich ja auch deswegen hergekommen? -Ach wer weiß?“ Dann wechselte er wieder das Thema. „Hast du einen Geburtstagswunsch?“

  „Du hast wohl den Schuss nicht gehört!“

  Der ehemalige Vorgesetzte ignorierte die Reaktion. „Vergessen wir mal unsere Feindschaft, nur für heute. Das könnte doch interessant werden, oder?“

  Meinte er das ernst?

  Und wenn schon. Heute brauche ich deine Aufmerksamkeit auch nicht mehr.

  „Ich schenke dir einen ganzen Tag lang Aufmerksamkeit, na wie klingt das?“

  Als hätte er meine Gedanken gelesen…

  Akutagawa hätte beinahe vor Ungläubigkeit gelacht, aber hielt es noch im richtigen Moment zurück. „Ich glaube du hast was getrunken.“

  „Morgens doch nicht“, begegnete er ihm. „Aber ich dachte mir schon, dass du zu stolz bist dieses Angebot anzunehmen.“

  Missmutig wich er dem Blick aus.

  „Und zu feige.“

  Akutagawa ballte die Fäuste.

  „Und zu unnachgiebig.“

  Ich bring ihn um.

  „Und zu…“

  „Schnauze!“, knurrte er in sich hinein und wandte sich nun ganz um. „Ich hatte nicht vor mit dir zu plaudern. Du hast einen Auftrag oder? Also mach deine Arbeit bei deiner bescheuerten Detektei.“

  Er härte das Kichern des Mannes. „Du klingst wie ein kleines Kind.“

  Nein, ein kleines Kind wäre auf die Provokation eingegangen. Lieber schritt er den Hafen entlang und schlug die Richtung des Quartiers ein. Irgendwie wusste er, dass seine Kameraden schon auf ihn warteten und anstandsweise gratulieren wollten. Etwas, auf das er liebend gern verzichten würde.

  Miss mutig blieb er stehen. War es besser zurück zu gehen oder diesen Tag mit Dazai zu verbringen?

  Bei der Überlegung musste er sich umdrehen und zurückschauen, dort, wo Dazai noch immer stand und ihm nachschaute. Bevor er einen Schritt machen konnte, kam der Mann von allein auf ihn zu. Diesmal funkelte sein Blick ernster.

  Was kommt denn jetzt?

  Überraschenderweise ruhte nun eine Hand auf seinem Kopf. Ganz ohne böse Absichten.

  „Ich hatte viel Zeit nachzudenken, Ryunosuke.“

  Ryunosuke… seit wann nennst du mich beim Vornamen?

  „Dass du dich so fühlst ist meine Schuld. Damals hätte ich dir Anerkennung schenken sollen, anstatt dich zu missbilligen. Denn auch wenn du dich so rau fühlst und Fehler machst, hast du nur versucht zu helfen. Ich habe das leider sehr spät erkannt. Ich hätte versuchen müssen doch auf die richtige Bahn zu lenken, anstatt dich zu bestrafen.“

  Akutagawa steckte ein Kloß im Hals. Was sagte Dazai da?

  „Du bist nicht unfähig. Deine Kräfte werden nur von den falschen Gefühlen geleitet. Du manipulierst dich selbst, Ryunosuke. Nur heute musst du dich selbst um dich kümmern. Und ich sehe immer wieder, wenn wir aufeinandertreffen, dass du das nicht kannst. Und das bereitet mir Sorgen.“

  Der schwarzhaarige Mafioso begann leicht zu zittern, aber nicht aus Zorn. Er wusste nicht, was er sagen konnte oder ob er ihm überhaupt in die Augen sehen sollte. Die ganze Situation war einfach überfordernd.

  Dazai bewegte seine Finger leicht auf seinem Haupt, sodass Akutagawa eine Gänsehaut über den Rücken fuhr. „Alles okay?“

  Etwas aus dem Konzept gebracht, versuchte er einen Schritt nach hinten zu gehen, merkte aber sogleich, dass ihm die Beine nicht gehorchten.

  „Nicht weinen“, lächelte er nun.

  „Ich weine nicht, Mistkerl!“, wehrte er sich sofort und blieb trotzig stehen.

  Belustigt nahm er seine Hand nach unten. Sogleich verschwand auch das warme Gefühl. Aber dann streckte ihm der alte Bekannte die Arme entgegen. Erwartete er etwas eine Versöhnungsumarmung?

  „Was willst du…“, murmelte Akutagawa. „Ich hab das nicht nötig. Kapier das.“

  „Dadurch wird es uns beiden bessergehen. Ein Schritt, Ryunosuke.“

  Weiterhin behielt er die missmutige Miene, aber Dazais vorherige Worte hingen ihm im Gedächtnis.

  Er nahm die Arme hinunter. „Na jedenfalls steht das Angebot. Wenn du nicht möchtest, kannst du gern zurückgehen.“ Ein spitzer Unterton lag in seiner Stimme.

  Na toll… was…

  Zögernd drehte sich Akutagawa um. „Wann sehen wir uns?“

  „In zwei Stunden am Riesenrad?“

  Zugesagt zu haben, versetzte ihn gleich in neue Wut. Diesmal über sich selbst. Deswegen murmelte er nur ein monotones „Schön“ und ging wieder seinen eigenen Weg.



  Was habe ich mir dabei gedacht zuzusagen?

  Unzufrieden stand er erneut an diesem Tag vor dem Spiegel und schaute sich selbst in die Augen, dann auf den Boden. An die Worte des ehemaligen Mafioso zu denken, versetzte ihm einen Stich ins Herz. Kurzatmig legte er seine Hand an die pochende Stelle an seiner Brust.

  Was war das für ein Gefühl?

  Wieder an den Spiegel gerichtet, erkannte er, dass seine Augen tatsächlich feucht waren.

  Er verarscht mich… Sollte das eine Entschuldigung sein? Dann verarscht er mich! Vielleicht will er mich bloßstellen… Oder angreifen. Aber ich..

  „Rashoum-“

  Hustend kam er auf den Boden der Wirklichkeit zurück.

  So ein Typ ist er nicht. Ich kenne ihn doch.

  Ja und wie er ihn kannte. Ein ernster Vorgesetzter, der ihn für seine Fehler mit einem Schlag ins Gesicht bestrafte.

  Bei der Erinnerung sank er langsam auf den Boden.

  Die Realität passt nicht zu meinen Träumen… Überhaupt nicht. Im Grunde sollten wir uns gegenseitig hassen.

  Aber wie sehr er es auch versuchte, es funktionierte nicht. Wut war nur der Ausdruck. Aber es wäre doch schön einmal im Leben von ihm anerkannt zu werden. Die Worte hören, dass er es gut gemacht hätte.

  An was denke ich denn?

  „Scheiße…“



 



Danke für das Lesen dieser Fanfiktion. Oh und danke an denjenigen der mir diesen Anime hier auf dieser Seite empfohlen hat. Ich liebe ihn. So sehr… dass ich Geld dafür ausgeben musste. Um Aku zu cosplayen… Kein Kommentar.

Der Anime BSD hat unglaublich viel Schram. Die Charaktere sind passend und einfach zum Verlieben. Leider verfüge ich noch nicht über ein gutes Hintergrundwissen wie ich es bei K hatte. Was aber nichts daran ändert, dass ich die Gefühle der Figuren nachvollziehen kann. (Die Figuren haben perfektes Yaoi-Potential. Ich muss also…) ^^

Ich hoffe, dass euch diese Spielerei gefallen hat und ich werde schauen was ich aus dieser Serie mache.


Whoa whoa yeeah

Shinjuu wa hitori de wa dekinai…
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