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Der Sohn des Affenkönigs

GeschichteFamilie / P12 / Gen
Samon Gokuu
04.08.2017
04.08.2017
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Gelangweilt lümmelte sich der Affenkönig auf seinem Thron herum und betrachtete das muntere Treiben, welches zu seinen Füßen schon seid Sonnenaufgang in vollem Gange war.
Ja ja, sein Volk war schon ziemlich emsig.
Wie ein Haufen großer wuscheliger Ameisen huschten sie überall herum und verbrachten den ganzen Tag damit ihn von vorne bis hinten zu bedienen - eigentlich nichts worüber man sich beschweren könnte.

E i g e n t l i c h.

Aber dieses Wort war ja bekanntlich Relativ.

Wukong hatte einfach keine Sinnvolle Aufgabe mehr, seit er seinem Meister Xuanzang auf seiner Reise in den Westen zur Seite gestanden hatte. Der Mönch war von dem höchsten Buddha damit belohnt worden, dass er einen hohen Posten als ZhanTanGongDe Buddha im Himmelsreich bekam.
Wukong seinerseits hatte zwar ebenfalls den Himmlischen Posten eines Buddha erhalten, ihn jedoch nach einer Zeit wieder abgelegt. Hier, auf den Blumen-Früchte-Berg fühlte er sich rundum wohl - in letzter Zeit zutiefst Gelangweilt - aber wohl. Er war nach einer langen Zeit endlich hinter das Geheimnis der Langlebigkeit gekommen und da ihm jemand im Himmel noch einen gefallen schuldete, musste er nie mehr mit ansehen wie einer seines Volkes Alt, Krank und Schwach wurde.

"Bedrückt euch etwas, mein König?", hörte er die Stimme des Alten Weißen Affen neben sich und wandte sich ihm zu. Wukong seufzte und sank wie ein nasser Sack Reis auf seinem Thron noch weiter nach unten.
"Weißt du, mein alter Freund, ich habe einfach keine Sinnvolle Beschäftigung mehr.", der Weiße Affe grübelte.
"Warum seht Ihr nicht nach der Familie, deren Schutzpatron Ihr seid?", das klang Interessant.
"Fantastische Idee!", Wukong sprang von seinem Thron und eilte sogleich zum Tempel, den man vor vielen Generationen für ihn hatte erbauen lassen.

*~*~*~*~*

Der Tempel lag auf einem hohen Hügel, an dessen Fuße ein kleines Chinesisches Dorf lag. Wukong tarnte sich als eine der edlen Affenstatuen, die diesen Tempel in jeder Ecke und an alles Wänden schmückten. Das, was jedoch die größte Aufmerksamkeit auf sich zog, war die riesige Abbildung seiner Selbst, die das Zentrum des Tempels darstellte. Wukong lachte, als er seinen Steinernen Zwillinge Musterte.
"Gut siehst du aus, mein Freund.", scherzte er und verharrte plötzlich, als er Schritte vernahm.

Ein Alter Mann trat in den Tempel und kniete vor der Statue des Affenkönigs nieder. Seine Haare waren bereits ganz weiß und zu einem Zopf zusammen gebunden, an seinen Augen erkannte Wukong die Typischen roten Male der Familie, die seit Generationen weitergegeben wurden. Natürlich war diese Sache aus seinem Mist gewachsen, schließlich sollte jeder Wissen, dass ER der verantwortliche Schutzpatron war und kein anderer.
"Großer Affenkönig, ich bitte dich, erhöre mein Flehen.", Wukong war ganz Ohr, was der Alte wohl auf dem Herzen hatte.
Dank der Reise mit seinem Meister und seinen Beiden Brüdern hatte er Barmherzigkeit gelernt und nahm seine Rolle als Schutzpatron dieser Familie sehr ernst - auch wenn er sich zugegebenermaßen selten mal blicken ließ.
"Die Frau meines Sohnes liegt seit Tagen in den Wehen, sie erleidet Furchtbare Schmerzen - furchtbarer noch als bei der Geburt ihres Ersten Sohnes -  doch ihr fehlt einfach die Kraft das Kind auf natürlichem Wege zu gebären. Die Ärzte sagen das unter diesen Umständen weder Sie, noch ihr zweites Kind Überleben, wenn nicht ein Wunder geschieht. Selbst ein Kaiserschnitt würde nicht mehr helfen.", der Alte presste verzweifelt die Stirn auf den kalten Steinernen Boden des Tempels, sein langer weißer Bart lag dabei vollkommen im Staub, doch das Schien ihn nicht zu kümmern. Wukong kam da eine großartige Idee und so beschloss er seine Anwesenheit bekannt zu machen und sein Geist ergriff Besitz von seinem Steinernen Abbild.
"Alter Mann, ich habe dich erhöhrt. Doch ich kann nur ein Leben retten. So sage mir, ist die Mutter gewillt sogar zu Sterben damit ihr Kind leben kann?", der Alte Mann sah auf, ehrfurchtsvoll hefteten sich seine Augen an die Statue.
"Ja, Großer Weise. Ihr Herz ist so rein, wie frisch gefallener Schnee. Sie wäre bereit dem Kind ihr Leben zu geben."
"Die Liebe einer Mutter ist größer als die Sonne, denn sie Wärmt auch in der Nacht.", sprach der Affenkönig, seine Stimme erzeugte ein Echo, dass von den Wänden hallte. "Nun denn, ich werde das Kind retten. Unter einer Bedingung.", er war Barmherzig geworden, doch ab und an wollte er auch mal eine kleine Gegenleistung und diese hier erschien ihm als gerechtfertigt.
"Ja ja, alles großer Affenkönig! Nur bitte, rettet das Kind!"
"Ich werde es zu dem meinen machen.", verwirrung und entsetzen spiegelte sich im Gesicht des alten.
"Aber Großer Weise ... das ... das ..."
"Keine Voreiligen Schlüsse, alter Mann.", versuchte Wukong ihn zu beschwichtigen. "Ich werde das Kind segnen. Es wird besonders sein, sowohl sein Körper, als auch sein Geist werden dem eines gewöhnlichen Menschen überlegen sein.", dankbar verneigte sich der Alte Mann wieder bis auf den Boden. "Jetzt geh, ich werde die Frau deines Sohnes heute Nacht aufsuchen und schon morgen wirst du verstehen, was ich soeben sagte.", damit verließ Wukong unbemerkt die Statue und sauste den Berg hinab.

Hihi Gokuu blieb noch einige Minuten vor der Statue des Affenkönigs sitzen, sprach ein Gebet und dankte ihm überschwänglich für seine Güte.
Es würde seinem Ältesten Enkel und seinem Sohn das Herz brechen, wenn Lien starb aber Hihi wusste, dass seine Schwiegertochter den Affenkönig ebenso verehrte wie er und sie würde nicht wollen, dass ihr Leben über dem ihres Kindes stand, dass sie 9 Monate lang mit Freuden unter ihrem reinen Herzen getragen hatte.

*~*~*
Der Tempel, in dem Hihi auf Wukong traf:

http://c8.alamy.com/comp/BF5BXM/shrine-of-the-legendary-monkey-king-huaguoshan-scenic-spot-lianyungang-BF5BXM.jpg

Übersetzung:
Lien - die Lotusblüte
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