Ohne Probleme wäre es ja langweilig.

von Moonie21
GeschichteRomanze, Familie / P16
Dr. Allison Cameron Dr. Eric Foreman Dr. Gregory House Dr. James Wilson Dr. Robert Chase OC (Own Character)
31.07.2017
21.12.2017
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31.07.2017 774
 
„Das macht ein Dollar fünfzig.“

„Hier.“

„Danke, schönen Tag noch.“

„Ihnen auch, ja.“

Ich nahm mir einen zweiten Becher und steckte ihn unter den ersten, damit der Kakao mir nicht die Finger verbrannte. Der Dampf beschlug meine Brille, ergeben seufzend zog ich sie aus und steckte sie ein. Gut, dass ich sie nicht wirklich brauchte, sondern nur zu modischen Zwecken trug.
„Pass doch auf!“

„Oh- Entschuldigung“, konnte ich noch rufen, und hustete. Idiot. Aber New Jersey soll, egal wohin man kommt, voller unfreundlicher Idioten sein, also hatte ich schon im Flugzeug hierher beschlossen, mich über diese Menschen nicht aufzuregen. Daher atmete ich einfach durch, schlang den Schal enger um meinen Hals und stapfte weiter durch den Schneematsch.


Irgendwo war es. Das Krankenhaus, das ich brauchte. Vor einer Woche, als ich im Internet geschaut hatte, war es zumindest noch da. Blöd nur, dass ich den Namen nicht mehr wusste. Das war auch der Grund dafür, weswegen ich inzwischen seit fast drei Stunden in Jersey umherirrte. Ein Taxi konnte ich mir nicht leisten, also war ich auf Fragen nachgewiesen. Doch die Stadt war groß und das Wissen der Leute hier beschränkte sich allem Anschein nach nur auf ihren Häuserblock.  
Mit dem Mut der Verzweifelten versuchte ich es in einem weiteren Restaurant. Als ich reinkam wurde mir gleich klar, dass ich mir das niemals würde leisten können. War das etwa ein Perserteppich, da auf dem Boden?
„Kann ich Ihnen helfen?“, fragte eine affektiert klingende Stimme. Ich sah zu dem Angestellten, der tatsächlich einen Anzug trug. „Nun?“

„Ich suche ein Krankenhaus, dummerweise habe ich den Namen nirgends notiert. Bitte, könnten Sie mir eventuell helfen? Ich bin extra hergeflogen…“ Einen Moment lang musterte er mich, wobei eine seiner Augenrauen zwei Zentimeter höher zu liegen schien, als die andere. 

„Kommen Sie“, sagte er dann, und brachte mich in die Küche in der gerufen und geklappert wurde. Vor allem aber war es heiß. Einerseits angenehm, andererseits begann ich immer schnell zu schwitzen. Ich würde sicher eine Erkältung bekommen. 
Der Angestellte nahm den Hörer von der Wand. „Haben Sie einen Anhaltspunkt?“

„Ich suche Doktor James Wilson“, sagte ich, „und nochmal - danke. Sie sind der erste seit Stunden, der mir hilft.“ Darauf ging er nicht ein. Stattdessen rief er jemanden an und hatte innerhalb von ein oder zwei Minuten das richtige Krankenhaus gefunden. Das Princeton-Plainsboro.
Ich bedankte mich noch mal und als er mich mit zwanzig Dollar für ein Taxi wieder auf die Straße schob war ich endgültig verwirrt. Bis mir die Idee kam, dass er mich für eine Patientin meines Onkels halten konnte - eine Krebspatientin. Bleich genug war ich, ich verbrachte die meiste Zeit ja auch drinnen.
Ich spielte mit, und atmete draußen tief ein, wobei mir erneut ein Huster entwich. Sagte ich ja. Erkältung.


Das Taxi war schnell gerufen, als ich ihm die ganzen Zwanzig Dollar gab und ihm sagte, dass er den Rest würde behalten können, wenn er mich nur schnell dorthin brachte. 
Ich wusste nicht, wie lange er heute im Krankenhaus war.  

Zehn Minuten später war ich irren Überholmanövern und eines Beinaheunfalls zu verdanken an meinem Ziel. 
Als ich ankam, wollte ich allerdings nicht rein. 
Denn mir wurde wieder bewusst, wieso ich den Weg von Schottland nach Amerika auf mich genommen hatte. 
Wieso ich im Begriff war, meinen einzigen lebenden Verwandten zu besuchen.
Husten drückte sich meinen Hals hoch, und ich bin sicher, dass ich meinen Schal vollrotzte. 
Es war wirklich schwer, aber ich rang mich durch, das Krankenhaus zu betreten, indem ich mir immer wieder sagte, dass ich das hier nicht für mich, sondern für Diejenigen tat, die an jenem Tag gestorben sind. 

Mit einem letzten Atemzug der kalten, verpesteten Stadtluft öffnete die automatischen Türen des Lehrkrankenhauses vor mir, und stand in der hellen, großen Eingangshalle. 

Die Rezeption zu finden fiel mir schon schwer.
Das würdenfein paar interessante Tage werden.


„Kann ich Ihnen helfen?“, fragte mich die Frau hinter dem Tresen. 

„Ja, hallo. Ich möchte zu Doktor James Wilson bitte.“ Sie warf mir einen kurzen Blick zu, und beschrieb mir den Weg dann zwar so freundlich sie konnte, aber vermutlich auch so umständlich, wie es nur ging. Ich bedankte mich trotzdem und ging einfach mal aufs Geratewohl los.
Es würde ja irgendwo stehen, wie ich zur Onkologie kam.



Tja.
Ich gebe zu, ich habe keinen Orientierungssinn. 
Irgendwie landete ich bei den Op-Sälen und dann auch noch durch ein Ausweichmanöver in dem Bereich, in den „Zivilisten“ nicht durften. Dezent hektisch suchte ich den Ausgang und lief um eine Ecke, als ich Jemanden sah.

Einen Mann.
Er stand nur zwei Schritte von mir weg und erkannte mich natürlich sofort. 

Das war wohl mein Ende.
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