your teeth are sharp like razorblades (you cut me open with your lies)

von RedChilli
SongficRomanze, Schmerz/Trost / P12 Slash
Matreus Zanrelot
30.07.2017
30.07.2017
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(Inspiration von hier und hier.)

kiss me on the mouth and set me free

Sie sind nicht tot. Sie sind aber auch nicht am Leben.
Anders als Jona, der anscheinend mehr in dem Kampf in seinem Inneren gefangen ist als in dieser seltsamen Zwischenwelt, sind sie auf unbestimmte Zeit in grünlicher Kälte gefangen.
Eine lange Zeit schweigen sie. Wahrscheinlich tagelang, vielleicht sind es sogar Wochen.
Anders als in der Unterwelt können sie sich nicht an den Tageszeiten an der Oberfläche orientieren.
Dann, irgendwann, sagt er: „Ich habe nachgedacht.“
Matreus‘ fällt auf, das er seinen Namen nicht sagt. Als Lübeck noch ihre Stadt war, hat er seinen Namen oft gesagt, hat alles von Bedeutung in diese drei Silben gelegt; Stolz, Zufriedenheit, Ärger.
„Und zu welchem Schluss seid ihr gekommen?“ Er wählt die Worte mit Bedacht, sagt weder Meister noch Vater – Gott, was für eine Farce es doch war, Vater und Sohn zu spielen, nur weil sie beide nicht bereit waren der Wahrheit ins Gesicht zu sehen.
„Es gibt einen Weg, uns aus diesem Gefängnis zu befreien…“
„Und der wäre?“ Er muss sich auf die Zunge beißen, um nicht doch in alte Gewohnheiten zu verfallen.
„Wir müssen unsere Magie bündeln.“
Matreus hebt eine Augenbraue. „In dem wir was tun?“ Er beißt sich auf die Zunge. „Uns an den Händen fassen wie die Wächterlein?“
Der Gedanke, die Hand seines Meisters zu berühren, jetzt, nachdem ihre letzte Berührung eine gottverdammte Ohrfeige war und ewig her, verursacht ein Kribbeln in seinen Fingerspitzen. Ihm wird zum ersten Mal seit Tagen – Wochen? – warm.
Der Herrscher der Finsternis lässt ein höhnisches Lachen vernehmen. Matreus zuckt beinahe zusammen.
„Nein, nein. Händchenhalten ist etwas für Wächter. Die dunkle Magie erfordert etwas mehr… Leidenschaft.“
Matreus starrt ihn an, als sei er jetzt völlig wahnsinnig geworden.
„Komm her, Matreus.“ Er hat seinen Namen gesagt! Ein wenig ungeduldig, ein wenig drängend, aber es ist kein Privileg mehr, um das er kämpfen muss, anders als…
Er beeilt sich, auf die Füße zu kommen, seine Glieder sind vor Kälte ganz steif, und geht dann gemäßigten Schrittes zu dem Mann, der seit Jahrhunderten den Mittelpunkt seines Lebens darstellt.
„Konzentrier dich.“
Sie atmen synchron einmal tief durch. Matreus schließt instinktiv seine Augen. Dann sind da plötzlich fremde Lippen auf seinen. Und die Magie in seinem Inneren explodiert in einem farbenprächtigen Feuerwerk.
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