Rise

GeschichteAngst, Übernatürlich / P18
30.07.2017
17.02.2019
29
45352
4
Alle
57 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
 
Hallo und herzlich Willkommen,

nachdem ich die ganze Serie geschaut habe (eigentlich schon nach Folge 5) hat es mir der gute Kilgrave echt angetan.
Ich fand ihn seltsamerweise und auf eine verschobene Art sogar sympatisch ... auch wenn ich weiß das er ein böser Psycho ist ^^
Er ist ein so unglaublich faszinierender Charakter und der Hauptgrund warum Jessica Jones eine so sehenswerte Serie ist.
Und wir erfahren in dieser Serie leider viel zu wenig aus seiner Vergangenheit ... da musste ich einfach nachhelfen und die Lücken füllen ...
Nur wurde dann aus dem Lücken füllen irgendwie mehr... wie das eben nun mal so oft ist beim Schreiben...

So ne kleine Widmung am Anfang kann ja vermutlich auch nicht schaden, also DANKE an Arielen für die liebe Unterstützung während des Schreibens, Uncle Berta für "He made me do it" (klasse Inspiration, wenn man sich mal wieder in Kilgrave Stimmung bringen musste) und DANKE an ladyfangirl fürs Ausmerzen hoffentlich aller Rechtschreibfehler ^^
Wenn doch noch welche drin sind, könnt ihr euch bitte an meine Katze wenden, die mich während des Schreibens ab und an mal ablenkt und gestreichelt werden will (tippen mit einer Hand ist nicht so leicht).

Ich weiß die Wahl des Titels mag nicht die beste sein... aber ich denke sie passt ganz gut, da wir in dieser FF ja mitverfolgen wie aus Kevin Kilgrave wurde. Und ich fand 'Rise of the Psychopath' ein wenig zu ... na ja ... too much? Ich kann es nicht genau beschreiben.
Wenn mir (oder euch) noch was besseres einfällt ...

Und ich merke, das Vorwort wird schon wieder länger als das eigentliche Kapitel ... ^^

Nun denn, hier nun das erste Kapitel.
Ich wünsche euch viel Spaß mit Kilgraves jungen Jahren :)
Lasst mir ruhig mal eure Meinung in den Reviews hier, ich bin froh über jeden noch so winzigen Kommentar, egal ob Lob, Kritik oder Verbesserungsvorschläge und Anregungen.

lg Xaka
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Kapitel 1

„Ahhh!“ gepeinigt schrie der neunjährige Junge auf, als die Nadel sich in seinen Hals bohrte und die sich darin befindliche Flüssigkeit wie brennendes Gift durch seine Adern rann. In seinem Kopf explodierte die Welt und vor seinen Augen tanzten schwarze Punkte. Der Junge konnte kaum einen klaren Gedanken fassen, da der Schmerz alles in ihm ausfüllte und keine anderen Empfindungen zuließ.
„Sch sch, Kevin, alles wird gut, wir wollen nur dein Bestes.“ betonte der Mann, der sich mit der Spritze in der Hand noch immer über den Jungen beugte. Der Junge war sein Sohn. Kevin Thompson.
Albert seufzte. Kevin verstand einfach nicht, dass sie doch wirklich nur wollten, dass es ihm gut ging. Die Krankheit, die er schon seit seiner Geburt hatte, würde ihn töten. Es gab keinen Weg daran vorbei. Mit den heutigen Mitteln, so hatten alle aufgesuchten Ärzte bestätigt, gab es keine Heilung. Höchstens eine Verlängerung der Lebenszeit um Monate, bestenfalls ein Jahr.

Aber Albert und Louise wollen nicht einfach so aufgeben. Sie waren selbst hochangesehene Wissenschaftler. Kevin konnte froh darüber sein, denn bei einem Routine Check hatten sie den Virus in seinem Kopf bereits frühzeitig entdeckt, sodass sie überhaupt erst eine Heilung in Betracht ziehen konnten. Und die Eltern hatten sich vorgenommen nicht einfach aufzugeben. Kevin war ihr ein und alles, er sollte nicht an einer Krankheit sterben, nur weil es noch kein Heilmittel dafür gab. Sie hatten sich fest vorgenommen ihren Jungen nicht zu verlieren. Sie würden Heilung finden und ihm ein normales, gutes Leben ermöglichen. Und sie arbeiteten hart und schnell, das Virus breitete sich aus und nistete sich immer weiter im Kopf ihres Kindes ein. Ohne dieses Mittel würde er nicht einmal älter als zwölf werden.
„Ich will nicht mehr, lasst mich einfach in Ruhe!“ schrie der Junge und wand sich in dem Griff seiner Mutter. Zusätzlich zu den Armen seiner Mutter, die seine Schultern auf die sterilisierte Krankenhausliege drückten, hatten sie Kevin mit Gurten fixiert, immerhin kannten sie inzwischen die Marotten ihres Kindes, das stets versuchte sich von alle dem zu befreien.
Dabei war es doch nur, um ihm ein gutes Leben zu ermöglichen. Denn welche Eltern würden schon einfach ihr Kind dem Tod überlassen, wenn es Möglichkeiten gab etwas zu tun, etwas zu verändern? Manch andere Ärzte und auch Kollegen von den Thompsons hatten gesagt, das wäre gegen die Natur, gegen das was das Schicksal vorgesehen hatte, aber für Louise und Albert war es die einzig richtige Entscheidung. Kevin sterben zu lassen war in ihren Augen ein noch größeres Verbrechen! Immerhin war er ihr Sohn, sein Leben lag in ihren Händen. Es wäre entgegen dem Instinkt aller Eltern, nichts zu tun und ihm über die Jahre hinweg beim Sterben zuzusehen wie einer Laborratte. Und sie waren Wissenschaftler, sie hatten die Möglichkeit etwas zu ändern.
Der Gedanke hatte sich in ihre Köpfe eingebrannt: Kevin musste leben, er würde leben, er würde einiges Tages glücklich werden und dann würde er ihnen dankbar sein. Er würde es verstehen, ganz bestimmt.
Jetzt war er ja noch ein Kind, er verstand das alles noch nicht. Wie auch? Für ihn zählten nur die Schmerzen, die er hatte und denen er nicht entfliehen konnte.
„Louise, mach die nächste Dosis bereit.“ kommandierte Albert und seine Frau ließ ihren Sohn los. Sofort bäumte sich dieser auf und bog den Rücken durch um freizukommen. Aber er bezweckte nur, dass sich die Lederriemen in seinen Rücken gruben und dort rote Striemen hinterließen. Mit einem lauten Schrei fiel der Junge zurück auf die kalte Metallliege und blieb liegen. Sein Körper hatte ihn erlöst und in eine dankbare Ohnmacht fallen lassen.
Louise atmete zischend aus und dann reichte sie ihrem Mann die zweite Spritze. Dieser setze sie erneut an. Kevin bekam davon nichts mehr mit, er war in einem Traumland versunken, indem ihm flammende Infernos und Zerstörung ein Abbild der Schmerzen in seinem Kopf vorführten. Die sanften Berührungen seiner Mutter, die mit ihren Händen über seinen Rücken strich um ihn zu trösten, nahm er nicht war.

Als Kevin in seinem Zimmer wieder aufwachte, wusste er sofort was geschehen war. Wieder eine dieser Behandlungen. Er tastete mit den Fingern seinen Hals ab. Zwei Einstichstellen, also heute die doppelte Dosis, wie die Menschen, die sich Eltern schimpften, es ihm erzählt hatten. Zumindest konnten sie von sich behaupten nicht zu lügen, dachte Kevin bitter und ließ sich rückwärts auf sein Bett fallen. Mit einem verträumten Blick starrte er an die Decke aus grauem Beton.
Früher hatten sie in einem richtigen Haus gewohnt, er hatte ein Zimmer gehabt mit vielen Postern an den schönen, grün gestrichenen Wänden und Spielsachen. An viel mehr konnte er sich nicht erinnern. Nur das er sich wohl gefühlt hatte, es war schön gewesen, ab und zu waren andere Kinder da gewesen und sie hatten mit der Holzeisenbahn gespielt, die er besessen hatte.
Jetzt war das anders, er wohnte in diesem Bunker. Das war passiert nachdem ihm seine Mutter erklärt hatte, dass er krank war und sie einen Weg finden mussten, um ihm zu helfen. Dann waren sie umgezogen, in diesem lächerlichen Betonklotz. Jetzt war dies hier sein Zimmer. Ein nahezu perfekter Würfel, mit grauen Wänden, grauer Decke und grauem Boden, nur unterbrochen von der Einrichtung seines alten Zimmers und einer schweren Eisentür, die mehr an ein Gefängnis als an ein Kinderzimmer erinnerte.
Und immer wieder konnte er Schreie hören. Zumindest glaubte er Schreie zu hören. Kevin war sich nicht mehr sicher, ob es nicht vielleicht auch seine eigenen Schreie waren, die er hörte.
Warum aber taten seine Eltern ihm das an? Warum ließen sie ihn so sehr leiden? Warum bekam er sie nur so selten zu Gesicht, wenn sie ihn holten oder wenn sie ihm Essen brachten? Waren sie seine Eltern? Er spürte die Grenze immer weiter verschwimmen. In seinem Kopf wusste er, dass sie seine Eltern waren, aber es fühlte sich nicht so an. So kalt und so abweisend.
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