Nur eine Uhr?

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P6
"Howlin' Mad" Murdock Frankie "Dishpan" Santana John "Hannibal" Smith Templeton "Face" Peck
30.07.2017
30.07.2017
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30.07.2017 2.791
 
Titel: Nur eine Uhr?
Autor: Lady Charena (Juli 2017)
Fandom: The A-Team (Serie)
Episode: 5.7 „Alive at Five“ (BAs Goldener Schuss)
Wörter: 2780
Charaktere: HM „Howling Mad“ Murdock, Templeton „Face“ Peck, John „Hannibal“ Smith, Frankie Santana, OC
Pairing: --
Rating: ab 12, gen
Beta: T’Len


Summe: Am Ende der Folge „Alive at Five“ verlangt Murdock von Face die Taschenuhr zurück, die er ihm zur Erinnerung schenkt, als der das Team verlassen will. Face will sie aber behalten. Daraufhin sagt Murdock, dann müsse er auch gehen. Sie fangen eine Rangelei an. Ende der Folge. Und dann? Ich will doch wissen, wie es weiter ging. Und warum denkt Murdock, die Inschrift in der Uhr wäre in dieser Situation "passend" gewesen?


Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.



„Ähem… Sind die beiden wirklich okay, Johnny?“, fragte Frankie zweifelnd. Er starrte durch die großen Fenster im Wohnzimmer nach draußen in den Garten, wo Murdock – den Kopf in den Nacken geworfen, wildes Geheul in Richtung Himmel ausstoßend, die Arme weit ausgebreitet - vor Face flüchtete. „Ich denke, Murdock hat einen Sonnenstich.“ Und das war höflich ausgedrückt.

Hannibal trat neben ihn. „Oh, alles bestens“, erwiderte er mit einem zufriedenen Grinsen und zündete seine Zigarre frisch an. „Das ist nur seine Art, Face zu zeigen, dass er ihn vermisst hat.“

Frankie schnaubte. „Während der ganzen fünf Minuten? Wow. Was passiert, wenn Face beschließt, wirklich von hier zu verschwinden?“

Der Colonel antwortete nicht. Sein warnender Blick erinnerte Frankie daran, dass es Dinge gab, über die sie im Haus besser nicht sprachen. Man wusste nie, wer dort noch alles zuhörte. Und Face‘ Versuch, sich Stockwells Gängelei zu entziehen und lieber auf eigene Faust sein Glück zu versuchen, anstatt auf eine Begnadigung zu hoffen, gehörte definitiv dazu.

Nicht, dass er dazu nicht auch noch ein paar Worte mit seinem Lieutenant wechseln würde. Allerdings unter vier Augen und wenn sich die Aufregung etwas gelegt hatte. Bis zu dem Moment, als Face sich von ihnen absetzte, war Hannibal davon ausgegangen, dass es sich nicht um mehr als sein übliches Klagen handelte. Dass Face jedoch tatsächlich dazu bereit war, sie zu verlassen, obwohl er damit riskierte, dass seine Freunde im Gefängnis landeten - oder Schlimmeres... Ein Schicksal, das er früher oder später unwillkürlich teilen würde. Gegen Stockwell waren Lynch und Decker die reinsten Stümper gewesen, behindert durch Vorschriften und Gesetze. Selbst nach all den Monaten in Stockwells Diensten – oder war das von Stockwells Gnaden? - hatten sie erst an der Oberfläche seiner Organisation zu kratzen begonnen. Face war clever, er war voller Überraschungen, aber alleine hatte er keine Chance.

Er sah wieder aus dem Fenster auf die beiden jüngeren Männer. Frankie hatte sich offenbar entschlossen, das Schauspiel zu genießen. Er feuerte Murdock an, schneller zu laufen.

Aber im Garten schien die Sache zu einem Ende zu kommen. Face blieb abrupt stehen, rief dem Piloten etwas hinterher, das man im Haus nicht hören konnte.

Murdock wirbelte herum und rannte zu Face zurück. Er katapultierte sich förmlich die letzten Schritte auf ihn zu und riss seinen Freund mit sich zu Boden, wie ein Verteidiger in einem Football-Spiel.

„Autsch“, kommentierte Frankie und schnitt eine mitfühlende Grimasse. „Das hat bestimmt wehgetan.“

Die beiden kugelten über den Rasen wie zwei balgende Hunde und halb in einen der Büsche, die einen Strauchgürtel bildeten, der den Basketballplatz abtrennte.

„Das hat es sicher.“ Hannibal klopfte ihm auf die Schulter und drehte ihn dann vom Fenster weg. „Lass die beiden das mal unter sich ausmachen. Ich habe eine Job für dich, Frankie.“

„Wirklich?“, erwiderte der ohne große Begeisterung. „Ich wollte eigentlich in die Küche, bevor BA wieder den Kühlschrank geleert hat, Johnny – wenn er anfängt zu essen, dann fängt der Mann an zu essen!“

„Nun, du kannst gleich einkaufen gehen, wenn du Besorgungen für mich machst“, erwiderte Hannibal ungerührt. „Ich bin sicher, einer der Abel fährt dich und hilft dir beim Tüten-tragen.“

„Besorgungen? Ah, Johnny. Das ist nicht meine Baustelle. Kann das nicht Face machen, er ist...“, wandte Frankie ein.

„Face hat im Moment etwas Wichtigeres zu tun“, beschied der Colonel.

„Etwas Wichtigeres? Er jagt Murdock durch den Garten. Wegen einer alten Uhr!“

„Genau.“ Hannibal grinste und blies einen Rauchring in die Luft. „Ist es nicht wunderbar?“

Wunderbar? Nicht gerade das Wort, das Frankie dazu einfiel. Murrend wandte er sich in Richtung Küche, um sich für seinen „Auftrag“ zu stärken. Mit Johnny wusste man nie, wie selbst die einfachsten Dinge endeten…

Hannibal sah ihm amüsiert hinterher, warf einen prüfenden Blick in den Garten und machte sich auf die Suche nach einem Stück Papier, um eine Einkaufsliste für Frankie zu schreiben.


###


Murdock kniete über ihm, den Ellbogen quer über seine Brust, um ihn mit seinem Gewicht auf den Boden zu drücken.

Face hob die Hände. „Ich gebe auf.“ Es wäre nicht allzu schwer gewesen, den Piloten abzuschütteln, aber für den Moment ließ er ihn gewähren. Er öffnete die Finger, ließ die Taschenuhr an der Kette zwischen ihnen baumeln. „Hier, nimm sie. Es war nur Spaß, dass ich sie behalten will.“

Zu seiner Überraschung griff Murdock nicht gleich zu. Stattdessen setzte er sich auf die Fersen zurück, so dass Face zumindest leichter atmen konnte. „Erinnerst du dich?“

Er stützte sich auf die Ellbogen auf. „Da musst du schon genauer werden, wir haben jede Menge gemeinsamer Erinnerungen, Murdock.“ Etwas sagte Face, dass dies nicht mehr Teil eines Spiels war, dessen Regeln nur der andere Mann kannte. Er zog die Beine unter Murdock weg und der ließ sich auf die Seite sacken. Face setzte sich auf, machte sich auf eine weitere Rangelei gefasst, doch der Pilot rollte sich von ihm weg und auf den Bauch.

Murdock schob die Arme gekreuzt unter sich und bettete den Kopf darauf. Face musterte ihn einen Moment, dann seufzte er und streckte sich neben ihm aus, auf der Seite, um ihn anzusehen. Auf die zusätzlichen Grasflecken kam es nun auch nicht mehr an, richtig?

Face streckte die Hand aus, stupste Murdocks Oberarm an. „Hey. Woran soll ich mich erinnern?“, fragte er sanft. Der Pilot riss gelegentlich Witze über Gedächtnisverlust, aber das war keiner seiner Spleens. Es gab Dinge, an die er sich nicht erinnern konnte oder es vielleicht auch nicht wollte.

„An den Tag, an dem ich die Uhr bekommen habe.“ Murdock drehte den Kopf um ihn anzusehen.

Zuerst wusste er nicht, wovon sein Freund sprach. Er erinnerte sich vage, dass seine Großeltern sie ihm geschickt hatten – zum Geburtstag, wie die Inschrift verriet, aber der genaue Tag… Nach all der Zeit schienen die meisten Tage in Vietnam in einen Wirbel aus einzelnen Momenten zusammen zu fließen.

„Daniel“, sagte der Pilot leise.

Etwas klickte in Face‘ Kopf.



Der Tag, an dem die Heimatpost in ihrem Stützpunkt ankam, war einer der arbeitsreichsten für First Lieutenant Templeton Peck. Er kaufte, verkaufte, tauschte, sammelte ein, teilte aus… So war es früher Nachmittag, bis ihn einer der Soldaten, der Nylons für seine Freundin bei ihm kaufte, fragte ob er schon gehört habe, dass „Howling Mad“ zurück sei und sofort von Morrison – dem Kommandeur des Stützpunkts – einbestellt worden war. Wie immer begannen rasch die ersten Gerüchte über die neueste Verrücktheit des wilden Piloten Kreise zu ziehen, aber niemand wusste Details.

Murdock war für eine Weile „ausgeliehen“ worden – so lange Hannibal sich von einem Streifschuss am Bein erholte, der sich entzündet hatte. BA erhielt die undankbare Aufgabe, ihren Colonel daran zu hindern, das Bett zu verlassen, damit die Wunde in Ruhe heilen konnte. Kein leichtes Unterfangen und definitiv keines, um das er BA beneidete.

Face wickelte noch ein paar Geschäfte ab; verstaute alles, was er im Moment nicht an den Mann gebracht hatte, in den Metallspinden in seinem Büro im „DMV Tennis and Racket Club“, seinem ganzen Stolz und schloss sorgfältig ab. Unter dem Arm eine Kiste Zigarren und in der Tasche seiner Jacke eine Handvoll Baby Ruth Schokoriegel, für die der Pilot eine Schwäche hatte.

Natürlich waren Neuigkeiten sein Tagesgeschäft, aber nicht nur deswegen wollte Face nach Murdock sehen. Er mochte ihm gelegentlich mit seinen Verrücktheiten auf die Nerven gehen – oder auch oft – aber der quirlige Pilot hatte auch eine andere Seite. Er schien immer genau zu wissen, wann er besser einen Bogen um ihn schlug und wann Face Gesellschaft brauchte. Und dann war er bedingungslos da.

Also lieferte er die Zigarren bei Hannibal ab, wo bereits Rauch wie graue Gewitterwolken im Raum hing – BAs grimmige Miene passte dazu – und erkundigte sich nach dem Befinden seines Colonels. Verabredete sich mit Ray – ebenfalls dort um Hannibal bei Laune zu halten - auf ein Bier und versuchte halbherzig, BA ein paar der Kekse seiner Mutter abzuschwatzen. Mrs. Baracus‘ versorgte ihren Sohn regelmäßig mit Paketen, als hätte sie Sorge, er bekomme nicht genug zu essen. Aber vermutlich verbrauchten all die extra Muskeln die extra Kalorien.

Kurz darauf erreichte er die Baracke, die den Mitgliedern des A-Teams vorbehalten war. Es hatte so seine Vorteile, einer Spezialeinheit anzugehören. Und nach einem Leben, verbracht in übervollen Schlafsälen, Mehrbettzimmern und Mannschaftsquartieren, wusste Face diesen kleinen Luxus sehr wohl zu schätzen.

Im Moment war nur Murdocks Bett belegt, niemand sonst hielt sich in ihrem Quartier auf.

Der Pilot lag auf dem Rücken, starrte an die Decke und rauchte. Vor ihm auf dem Boden lag ein aufgerissener Karton, zerknülltes Zeitungspapier war überall verstreut. Irgendetwas war nicht in Ordnung. Murdock rauchte normalerweise nicht.

Als Face vor ihm stand, bemerkte er andere Dinge. Die Kleidung des Piloten war schmutzig, teilweise zerrissen, als hätte er sich zu Fuß durch den Dschungel geschlagen. Staub klebte im Gesicht und an seinen Händen. Die Finger, die die Zigarette hielten, zitterten. Die andere Hand hatte Murdock zur Faust geballt, er schien darin etwas zu verstecken.

Seit wann bist du zurück?“, fragte er mangels anderer Alternativen.

Statt einer Antwort hob Murdock die Hand, sog heftig an der Zigarette und hustete trocken. Er protestierte nicht, als Face sein Bein zur Seite stieß und Platz auf dem Rand der Pritsche schaffte, um sich zu ihm zu setzen. Helle Tränenspuren zogen sich durch den Schmutz auf den Wangen des anderen Mannes.

Face nahm ihm die Zigarette aus der Hand, drückte sie an der Sohle seines Stiefels aus und legte die Kippe auf die Ablage neben dem Bett, wo ein Zigarettenpäckchen und ein Feuerzeug lagen, beides hatte er noch nie bei dem Piloten gesehen. Stattdessen holte er einen der Schokoriegel aus der Tasche, riss die Verpackung auf und hielt ihn Murdock hin.

Was wollte Morrison von dir?“, versuchte Face es erneut und wedelte mit dem Schokoriegel vor Murdocks Nase herum. „Bist du wieder zu spät dran mit deinem Bericht?“

Lass mich in Ruhe!“ Murdocks Ausbruch kam so plötzlich, dass Face zurückwich und fast auf dem Boden landete.

Okay. Okay. Kein Grund, laut zu werden.“ Face stand auf, legte den Schokoriegel neben den Piloten. „Wenn du reden willst, du weißt, wo du mich findest.“ Er ging zu seinem eigenen Schlafplatz, zog seine Stiefel aus und legte sich auf das ordentlich gemachte Bett. Face holte ein Buch unter dem Kopfkissen hervor und vertiefte sich darin. Grundkurs Buchhaltung. Nicht das spannendste Thema, aber Face hatte ehrgeizige Ziele und dafür brauchte er ein Basiswissen.

Es verging eine Weile, bevor Murdock an seinem Bett auftauchte, verlegen mit den Füßen scharrend. „Facey?“, fragte er zaghaft.

Ohne den Blick von seiner Lektüre zu heben, rückte er wortlos ein Stück zur Seite.

Murdock faltete seinen langen Körper auf der Bettkante zusammen. „Danny ist tot“, sagte er tonlos.

Face ließ das Buch sinken. Das hatte sich offenbar noch nicht herumgesprochen. Selbst hier, wo Tod und Sterben alltäglich war, machten Namen sofort die Runde. „Dein Freund Daniel?“ Er setzte sich auf, schlug die Beine unter. „Was ist passiert?“ Er wusste nicht viel von Daniel McPhee. Eigentlich nur, dass er ein Pilot war, wie Murdock, nun natürlich nicht ganz so wie er… Getroffen hatte er ihn vielleicht ein- oder zweimal im Club, zusammen mit Murdock.

Er wurde abgeschossen.“ Murdock starrte auf seine Hände. „Ich habe das Bergungsteam hingeflogen.“

Morrison. Das sah ihm ähnlich. Jeder andere Pilot hätte das Bergungsteam fliegen können, dazu brauchte man nicht zwingend die Flugkünste eines HM Murdock.

Ich dachte, er… er hat gesagt… Danny hat doch versprochen, an meinem Geburtstag wieder hier zu sein.“ Murdocks Stimme brach über die letzten Worte und er presste die Fäuste gegen die Augen wie ein kleiner Junge.

Murdocks Geburtstag war in drei Tagen. Jemand in der Messe schuldete ihm einen Gefallen, den Face eingelöst hatte, um einen Geburtstagskuchen für ihn zu besorgen. Es war eine Überraschungs-Party im Club geplant, für die es Face gelungen war, die neuesten Platten aufzutreiben.

Face wollte nicht: „Es tut mir leid“ sagen, weil die Worte bedeutungslos waren. Also beugte er sich nur vor und drückte die Schulter des anderen Mannes. Die Berührung schien Murdock aus seiner Erstarrung zu lösen.

Er saß noch im Pilotensitz. Aber… Sie sagten, ich solle im Cockpit nachsehen. Ob mir etwas auffällt, ob etwas mit den Kontrollen nicht stimmt.“ Murdock holte tief Luft. „Ich habe ihn nicht erkannt, Face, nicht auf den ersten Blick. Erst als ich seinen Namen auf den Dogtags gelesen habe.“ Eine Träne bahnte sich den Weg über seine schmuddelige Wange und blieb zitternd an seinem Kinn hängen. „Ich weiß nicht, was dann passiert ist. Die anderen sagen, ich wäre weggerannt und sie mussten mich suchen. Ich hätte sie in Gefahr gebracht.“ Murdock zuckte mit den Schultern. „Ich wollte nur weg, ihn nicht mehr ansehen. Das nächste an das ich mich erinnere, ist wie Morrison mich zusammenstaucht. Ich bin festgesetzt, mindestens eine Woche.“ Er rieb sich erneut übers Gesicht und schien überrascht, als seine Finger feucht wurden. „Ich war vorhin in Dannys Quartier. Jemand hat schon seine Sachen gepackt. Ich habe… seine Zigaretten mitgenommen. Und sein Feuerzeug. Keine Ahnung, warum er sie nicht bei sich hatte. Weißt du, er kann ohne die Dinger nicht leben.“ Murdock schluckte. „Konnte.“

Face ließ sein Buch fallen und zog ihn an sich, drückte den Piloten an sich, ohne sich um die Sauberkeit seiner Uniform zu kümmern oder darum, was jemand denken mochte, der gerade jetzt in den Raum kam. Murdock presste das Gesicht gegen seine Schulter und klammerte sich an ihn wie ein Ertrinkender.

Als ihm der Rücken von der unbequemen Haltung zu schmerzen begann, löste sich Face von ihm. Er tippte auf die Hand, die Murdock nach wie vor zur Faust geschlossen hielt. „Verrätst du mir jetzt, was du da drin versteckst?“, fragte er im Bemühen, die Stimmung wenigstens ein klein wenig aufzuhellen.

Der Pilot starrte auf seine Hand, als hätte er vergessen, dass sie zu ihm gehörte. Er öffnet die Finger und zeigte Face eine goldene Taschenuhr. Nichts Besonderes, oder besonders wertvolles, stellte der mit einem raschen Blick fest. Murdock öffnete das Gehäuse und zeigte ihm eine Gravur im Inneren. „Happy Birthday, HM.“

Meine Großeltern haben mir die geschickt. Das Päckchen lag auf meinem Bett.“ Murdock schloss das Gehäuse wieder und strich liebevoll darüber.

Face wusste plötzlich das perfekte Geschenk für den Piloten – eine Uhrenkette, damit er sie nicht verlor. Kein Ding der Unmöglichkeit. Drei Tage waren etwas knapp, aber wie der Colonel immer sagte, arbeitete er unter Druck am besten...



„Du hättest auch einfach versuchen können, mir die ganze Sache auszureden, weißt du“, meinte Face. „Mich mit der Uhr an Danny erinnern zu wollen und mir zu bedeuten, dass du keinen Freund verlieren willst, war einfach viel zu subtil für mich.“ Er gab der Schulter des Piloten einen Klaps. „Ich bin nicht so clever, Murdock.“

„Wirst du wieder weglaufen, Face?“, fragte der Pilot angespannt.

„Ich kann dir nicht versprechen, dass ich es nicht irgendwann wieder versuche“, gab er zu. „Aber nicht in nächster Zeit. Und nur mit einem richtigen Plan.“

„Du solltest Hannibal das Planen überlassen, es ist sein Ding.“ Murdock lachte leise.

Face setzte sich auf, strich sich die Haare zurück, kam auf die Beine und wischte ein paar Grashalme von seiner Hose, bevor er die Hand nach Murdock ausstreckte. „Komm schon, genug davon.“ Er half ihm hoch. „Sieh dich an. Glaub nur nicht, dass du dich an meinem Kleiderschrank bedienen kannst“, schimpfte er gutmütig zurück auf dem Weg ins Haus.

Der Pilot trottete hinter ihm her, die Hände in die Jackentaschen gesteckt. „Hey, Face. Kann ich sie jetzt zurück haben?“, fragte er, als sie ins Wohnzimmer traten.

Face warf ihm die Taschenuhr zu. „Ich hatte übrigens nie vor, sie wirklich zu behalten. Ich hätte sie dir irgendwie zurückgebracht.“

Hannibals Blick folgte den beiden amüsiert, als sie nach oben gingen, wo sich die Bäder und Schlafzimmer befanden und faltete seine Liste einmal in der Mitte. Nun, es war zwar nicht Murdocks Geburtstag – oder der von jemand anderem – aber es gab auch so Grund zu feiern.

Ihre kleine Familie war wieder vollständig.


Ende
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