"Gildo Tesoro" oder auch "Die Geheimen Gedanken Des Casinokönigs"

von JoeBestan
OneshotDrama, Tragödie / P12
30.07.2017
30.07.2017
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TESORO! TESORO!

TESORO! TESORO!

Laut jubelnd rief die Menge meinen Namen. Mein Lächeln, welches ich dem Publikum zu jeder Show präsentierte, wurde zu einem breiten Grinsen.
Jetzt hab ich sie soweit“, dachte ich mir triumphierend, „Nun gut, jetzt kommt das große Finale.

Ich hob meine Hände in mehreren geschmeidigen Bewegungen in die Luft und ließ durch meine Teufelskraft mehrere Säulen aus Gold entstehen. Weitere Gesten ließen es in einer Spirale nach oben steigen, wo es sich zu einer großen Kugel formte. Während ich tanzte und die letzten Zeilen meines Liedes sang, hatte sich genügend Gold über meinen Kopf gesammelt. Mit der letzten Melodie drehte ich mich noch einmal mit Elan um meine eigene Achse, griff mit einer Hand zum Mikrophon und zeigte mit der anderen in Richtung der Goldkugel.
In diesem Moment explodierte das Gold und regnete auf das versammelte Publikum herab.
Das brachte die Menge nur noch mehr zum toben und voller Ekstase riefen sie meinen Namen.

Genießerisch schloss ich meine Augen und lauschte den Zuschauern. Dabei ballte ich die Hände meiner ausgestreckten Arme zu Fäusten und atmete tief ein. Die Show war wieder ein voller Erfolg. Völlig zufrieden stand ich nun hinter der Bühne. Während der Show, als die Goldkugel explodiert war, hatte ich mich selbst in Gold gehüllt und war hinter die Bühne verschwunden. Ich lächelte, dann hörte ich wie sich mir jemand näherte und langsam in die Hände klatschte.
„Bravo Herr Tesoro, das war wie immer eine großartige Show.“, hörte ich eine weibliche Stimme sagen und drehte mich zu ihr um.
Es war Baccarat, eine meiner Kommandanten hier auf Gran Tesoro. Lasziv stand sie vor mir. Das Kleid welches sie trug, ließ ihre beiden Beine frei und betonte ihre wohlgeformte Figur.Unauffällig für die meisten, doch auffällig genug für mich, schmiss sie sich in Pose und versuchte wieder einmal mich zu verführen, was ich aber gekonnt ignorierte.

Neben ihr stand, mit gebeugten Kopf, eine Dienerin mit frischen Handtüchern. Als ich an ihr vorbei ging, streckte sie mir die Tücher entgegen, von denen ich eines nahm und mir um den Hals warf. Mir den Schweiß aus dem Gesicht wischend gingen wir zu meinen privaten Gemächern. Auf den Weg dorthin informierte mich Baccarat über den Stand der Dinge auf Gran Tesoro und die Dienerin folgte uns dabei in gebührenden Abstand. Wir gingen die vielen goldenen Gänge entlang, bis zu meinen Appartement. Dort angekommen öffneten uns zwei weitere Diener die Tür, dann verbeugten sie sich tief und gingen unterwürfig zur Seite.

„Willkommen, Herr Tesoro“, begrüßte mich eine weitere Dienerin höflich, „Ihre Mahlzeit steht schon für sie bereit.“

„Sehr schön“, erwiderte ich zufrieden, „Jetzt lasst mich allein.“
Die Dienerin verbeugte sich knapp und verließ mit Baccarat den Raum. Nun war ich allein und setzte mich an den gedeckten Tisch. Es war wie immer ein herrliches Mahl. Es gab nur das Beste vom Besten, die erlesensten Weine, das edelste Fleisch, einfach alles war oberste Güteklasse.
Das brachte mich zum Lachen. Ja ich konnte mir alles aus dieser Welt leisten und dennoch gab es da etwas, was ich nicht bekommen konnte, nicht mehr. Mir verging plötzlich das Lachen und mein Blick ging zu meinen linken Ringfinger. An jeden meiner Finger und Daumen hatte ich einen Ring aus Gold, außer an den einen. Gedankenverloren strich ich  darüber. Es gab einen guten
Grund, warum ich an diesem Ringfinger keinen Ring trug. Tränen stiegen mir in die Augen, als ich an daran dachte.
„Meine geliebte Stella“, flüsterte ich mit Tränen erstickter Stimme, „Warum bist du nicht mehr bei mir, warum?“ Niemand antwortete mir und so weinte ich stumm weiter.
Stella war meine Geliebte gewesen. Vor vielen Jahren traf ich sie. Sie war Gefangene in einem Human Shop und sollte als Sklavin verkauft werden. Als ich sie traf, war es Liebe auf den ersten Blick. Ich kam zu ihr und wir erzählten uns von unseren Träumen. Für Sie hätte ich alles getan, ich versuchte sogar mein Leben für sie umzukrempeln und nicht mehr kriminell zu sein. Auf diesen Wege sammelte ich das Geld, um sie freizukaufen, doch als ich genügend Geld hatte, war es schon zu spät. Ein Weltaristokrat hatte sie vor mir gekauft. Ich rannte zu ihm und flehte ihn an, sie mir zu lassen, doch er blickte mir nur verächtlich an.
„Du hättest sie dir auch selber kaufen können.“, sagte er lachend, dann ließ er mich ebenfalls in Ketten legen und nahm mich als weiteren Sklaven mit. Zwei Jahre später starb sie an den Folgen der Sklaverei. Ich konnte entkommen, doch ihr Tod riss eine tiefe Wunde in mein Herz und machte mich zu dem Menschen der ich heute war.

Zu wissen, das sie nicht mehr bei mir war, war eine Höllenqual für mich. Meine geliebte Stella würde immer einen Platz in meinem Herzen haben, darum trug ich an meinem linken
Ringfinger, dort wo der Trauring bei Hochzeiten getragen wurde, keinen Ring. Ich wollte mir damit jeden Tag aus neue zeigen, das sie die einzige Liebe in meinen Leben war.

Ich stöhnte leise. Meine Narbe machte sich wieder bemerkbar. Immer, wenn ich an meine Vergangenheit dachte, tat sie höllisch weh. In einem plötzlichen Anfall von Wut, schmiss ich das Tablett vom Tisch und alles andere darauf. Als ich fertig war, sah ich verächtlich auf die Sauerei die ich angerichtet hatte und ging in mein Schlafgemach. Sollten doch meine Bediensteten alles sauber machen, dafür waren sie ja schließlich da. Wütend ging ich zu meinen Schlafzimmer.
Wartet nur ab, ihr Weltaristokraten. Ich werde meine Rache schon noch bekommen“, dachte ich mir, „Irgendwann werde ich reicher sein, als ihr und wenn es soweit ist, werdet ihr diejenigen sein die leiden.“ Allein bei diesem Gedanken fingen meine Hände vor Vorfreude an zu zittern. Langsam ballt ich meine Hände zu Fäusten, um mich wieder unter Kontrolle zu bekommen. Ich erreichtee mein Schlafgemach, trat ein und schloss krachend die Tür.


„Oh ja, und dann werdet ihr am eigenen Leib erfahren, was es heißt ein Sklave zu sein

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Puh, das musste ich mir mal von der Seele schreiben.
Ich habe mir den Film als ganzen noch nicht angeguckt, nur Teile davon auf You Tube
und OP Wiki Artikel dazu gelesen.
Das was ich gelesen und gesehen hab, hat mich emotional doch sehr berührt und um damit fertig zu werden,habe ich diesen OS geschrieben.
Hoffe er gefällt euch.

GLG von JoeBestan.
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